wird, sondern aus dem heißen Kerzen derer, die ihr Volk lieben. Wir Deutsche gehen einen schweren Gang durch die Geschichte. Aber wir bestehen ihn, wenn wir einig sind und wenn die Jugend der getreue Paladin Adolf Hitlers bleibt.
Gtaaisminister Jung 50 Jahre alt.
Am 16. September beging der Hessische Staatsmini st er Philipp Wilhelm Jung seinen 50. Geburtstag. Staatsminister Jung wurde am 16. September 1884 als Sohn des Lehrers Adam Jung in Nieder-Flörsheim in Rheinhessen geboren. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule und des Gymnasiums in Worms studierte er in Heidelberg, wo er bei der Burschenschaft Frankonia aktiv war, in München und Gießen Jura. 1912 ließ er sich in Worms als Rechtsanwalt nieder. Seiner Militärpflicht kam Jung beim Feldartillerie- Regiment Nr. 30 in Rastatt nach. Den Weltkrieg hat er von 1914 bis 1918 mitgemacht. Zuletzt war er Batteriechef beim Feldartillerie-Regiment Nr. 13. Für Tapferkeit vor dem Feind erhielt er das EK. II. und I. Klaffe und die Hessische Tapferkeitsmedaille.
Für die NSDAP, ist Pg. Jung schon seit langen Jahren tätig. Das erstemal wurde er 1926 in den Wormser Stadtrat gewählt. Ab Herbst 1931 ist er Mitglied d e s H e s si s ch e n Landtages gewesen. Nach der Machtübernahme war er zunächst Oberbürgermeister von Mainz. Am 15. Mai wurde er dann Staatssekretär
in Hessen und am 18. September schließlich wurde er durch das Vertrauen des Führers hessischer Saatsminister. Staatsminister Jung hat sich besondere Verdienste um die in Deutschland einzig dastehenden Siedlungsarbeiten im hessischen Ried erworben.
Verlängerung 0er Zinssenkung für landwirtschaftliche Hypotheken.
Berlin, 15.Sept. (DNB.) Die Zinsen der landwirtschaftlichen Hypotheken und Grundschulden sind durch die Verordnung vom 27. September 1932 a u f die Dauer von zwei Jahren um 2 v. H. gesenkt. Der zweijährige Zeitraum, für den die Zinssenkung erfolgt ist, würde a m 3 0. September 1934 ab laufen. Die Reichsregierung wird jedoch die Zinssenkung für ein weiteres Jahr, nämlich bis zum 30. September 1935, verlängern. Die Zinssenkung erfolgt, ohne daß zu dem Kapitalbetrag der Forderung eine Zusatzforderung in Höhe der Zinskürzung (Zusatzhypothek) hinzutritt.
Die Notwendigkeit, jetzt das Entschuldungsverfahren zu beantragen, besteht angesichts der Neuregelung für alle die Bauern und Landwirte nicht mehr, die sich damit lediglich die Fortdauer der bisherigen Zinssenkung ihrer Realschulden für die Zukunft sichern wollten, zumal im Gesetz Vorkehrung getroffen ist, daß die Schuldner sich diese Zinssenkung auch über den 30. September 1935hinaus später noch sichern können.
Fahnenweihe der Hiilerjugend vor dem Münchener Mahnmal.
München, 16. Sept. (DNB.) Die Reichsjugendführung benützte die Weihe von 27 Hitlsrjugendbannfahnen an der Feldherrnhalle zu München, um die Gebietsführer in München zufammenzurufen. Der Reichsjugendführer hob in seiner Ansprache den Erfolg hervor, den die Hitlerjugend in Nürnberg zu verzeichnen hatte. Er sprach dem Gebietsführer Emil Klein seinen Dank aus für die ausgezeichnete Organisation des Zeltlagers und der Stadionveranstaltung in Nürnberg. Mit besonderer Freude erwähnte er den Fußmarsch der Schlesier, die 550 Kilometer nach Nürnberg zurückgelegt hatten. Mit großer Genugtuung erwähnte der Reichsjugendführer das Hochlandlager, das 1935 für d i e gesamte deutsche Jugend durchgeführt werden soll. Das Gebiet Hochland wird im nächsten Jahre mit den Hitlerjugend-Veranstaltungen des Reichsparteitags betraut werden. Der Reichsjugendführer schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, daß Disziplin, Zucht, Kameradschaft und Treue zum Führer immer das Höchste seien.
DiefeierlicheWeihevonrrVannfahnen durch den Reichsjugendführer war eindrucksvoll gestaltet. Im Flammenscheine der Feuerpylonen leuchteten die 27 Banner auf dem Ehrentempel. Fackelträger der HI. und des Jungvolkes umsäumten das weite Rund des Odeonplatzes. Auf der Ehrentribüne sah man u. a. Oberbürgermeister Fieh- l e r mit dem stellvertretenden Gauleiter N i p p o l d. Punkt 21 Uhr ertönte Trommelwirbel und die HI. legte unter der Führung des Gebietsführers Enül Klein einen mächtigen Lor beer kranz an den Stufen der Feldherrnhalle nieder.
Neichsjugendführer Baldur v Echirach erinnerte dann an das große Erlebnis, als genau vor acht Tagen die HI. dem Führer in Nürnberg ihre Huldigung darbrachte. Wir find keine Jugendbewegung, so fuhr er dann fort, die sich
zusammengefunden hat, um ein fröhliches Jungleben zu gestalten. Wir tragen ein heiliges V e r m ä ch t n i s , wir sind die junge Garde einer alten Tradition. Das heißt nicht, daß wir die alte Zeit erwecken wollen, es heißt aber, daß wir das, was in der Vergangenheit groß war, in unser Herz aufnehmen wollen. Die Männer, die am 9. November 1923 hier in ihrem Blute zusammenbrachen, oder wie der Führer und seine Getreuen lebend durch den Kugelregen schritten, geben uns ein Beispiel, das wir in dieser Stunde in unser Herz aufnehmen müssen, um dieses Führers würdig zu werden. Lernen wir aus dem düsteren Geschehen jener Tage, daß alles vergänglich ist, daß aber unvergänglich bleibt die Treue und der Glaube an das deutsche Volk. Möge diese heilige Stätte uns die Kraft geben, in Treue unseren Fahnen zu folgen. Jü diesem Geiste wollen wir die neuen Fahnen übernehmen. Ich schwöre für alle Jungens, die Hitlers Namen tragen, derFahnedieTreue zu halten. Wir geloben, das Vermächtnis unserer Toten treu zu erfüllen und keinen anderen Willen zu kennen als den des Führers und keine andere Treue als die zu ihm und zu feiner Fahne. So weihen wir die neuen Fahnen der deutschen Zukunft, indem wir sie mit dem Namen des Führers grüßen: Unsere Fahnen und unser Führer Adolf Hitler Siegheil!
Unter den Klängen des Präsentiermarsches wurde Fahne um Fahne in die Mitte des Weihetempels getragen und von dem Reichsjugendführer mit dem Traditionswimpek berührt. Wie ein heiliger Schwur klang das stolze Lied: „Unsere Fahne flattert uns voran" und das Horft-Weffel-Lied in die Nacht hinaus. Dann formierten sich die Zehntaufende von HI. und Jungvolk zu dem Marsch zum Braunen H a u s, wo der Reichsjugendführer Baldur von Schirach das feierliche Treuegelöbnis feiner Jungens entgegennahm.
Reichsminister Dr. Goebbels spricht zur Berliner SA.
Berlin, 16. Sept. (DNB.) Am Sonntagvor- imittag fand auf dem Tempelhofer Feld ein Appell ivon Teilen der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg sstatt. Nach einer Ansprache des Obergruppenführers ivon I a g o w hielt Reichsminister Dr. Goebbels «eine Rede, in der er u. a. ausführte:
SA.-Männer! Noch stehen wir alle unter dem tiiefen Eindruck der Nürnberger Parteitage. Unver- saeßlich ist uns allen der Augenblick, da die alte Weg- und kampferprobte nationalsozialistische SA. roor dem Führer zum Appell antrat, der sie von fieber Schuld an den unerquicklichen Vorgängen tties 30. Juni freisprach. Auf dieses Wort hatten Alle SA.-Männer gewartet, denn für sie war der Wedanke unerträglich, daß man sie mit dem Verrat am der Bewegung irgendwie in Beziehung bringen Sonnte. An den 30. Juni hatten unsere Feinde ihre großen Hoffnungen geknüpft. Sie witterten hier sine Möglichkeit, die nationalsozialistische Bewegung von innen heraus aufzurollen, sie und damit vas Reich selbst in Krisen und Schwierigkeiten zu ltürzen und unter dem Druck all ihrer Gegner die Bewegung allmählich so zu zermürben, daß der Fortbestand des nationalsozialistischen Regimes auf :»Q5 ernsteste gefährdet war.
Ls ist der Treue und der Standhaftigkeit der nationalsozialistischen S2L- INänner zu verdanken, daß solche schmählichen versuche mißlingen, und auch bei diesem Vorgang hat sich das Wort bewahrheitet: Was uns nicht umbringt, das macht uns nur stärker! Es war eine Reinigungs- k u r, die wir durchgemacht haben, sie hat die schädlichen und krankhaften Säfte aus unserem Organismus a u s g e f ch i e d e n. Die SA. sieht heute w.ieder sauber und intakt vor der Oesfentlichkeit, sie ist eine manövrierfähige
Formation in der Hand des Führers.
Allen trügerischen Illusionen unserer Gegner hat iie geeinte Nation am 19. August ein jähes (mbe bereitet. In nie dagewesener Einigkeit und (ieschlossenheit hat sich das ganze deutsche !:olk zum Führer und damit zur national- s.-zialistischen Idee bekannt. Denn der Führer ist Sprecher und Repräsentant unserer Bewegung. Er lerEörpert die nationalsozilistische Staatsidee, die tutionalsozialistische Macht und die Verantwortung, t-s behaupte in der ganzen Kulturwelt ein Staats- cverhaupt oder ein Ministerpräsident von sich, daß
90 v. H. feines Volkes so geschlossen hinter ihm stünde! Aber selbst das genügt uns nicht.
Schon am Tage nach der Wahl erging der Aufruf des Führers an das Volk, daß es nun unsere Aufgabe sein müßte, die noch fehlenden 1 0 v.H. in ihren größten Bestandteilen für den nationalsozialistischen Staat zu gewinnen. Am besten gewinnt man sie, indem man ihnen mit Liebe und Sorge entgegentritt und ihnen die Möglichkeit zum V e r st ä n d n i s für den nationalsozialistischen Staat freilegt. Richt mit Gewalt und nicht mit Terror wollen wir sie zu uns herüberzwingen, die bisher den Weg zu uns noch nicht finden konnten. Wir werden sie erobern durch unser Beispiel der Tal und durch die Auswirkungen unserer Lei stungen.
Noch einmal schüttet in diesen Tagen ein beginnender Herbst seine verschwenderische Fülle über das deutsche Land aus. Aber diese Tage einer späten Sommerherrlichkeit sind gezählt und ein grauer, kalter Winter steht vor der Tür. Wir sind nicht von der Art jener früheren „Staatsmänner", die, wenn ein schwerer Winter zu erwarten stand, nichts anderes zu sagen wußten, als daß dieser Winter eben schwer würde. Wir bereiten uns auf Gefahren und Schwierigkeiten vor, und wenn der Winter hart wird, so soll er uns gewappnet finden. Schon ist die ganze Bewegung in fieberhafter Tätigkeit, um das Winterhilfswerk vorzubereiten. Wieder wie im vergangenen Jahre werden wir vor die Nation hintreten mit dem kategorischen Imperativ: Auch im kommenden Winter wird keiner hungern, keiner frier en und keiner Not zu leiden brauchen. Jede Zeit hat ihre Aufgaben, und jede Zeit hat auch ihre Männer, die die Aufgaben lösen. Nur der hat keine Aufgaben, der sich selbst von den Aufgaben der Zeit losfpricht. Er wird sehr bald vom Rhythmus der Zeit aus- geschieden, und sein schreckliches Los ist es dann, nicht mehr vor der Zeit zu marschieren sondern hinter ihr herzulaufen. Alles andere aber könnte man von unserer alten SA. erwarten, nur das nicht.
komme mir niemand und frage: TBas fall ich fun? Ich könnte ihm nur antworten: Das ganze Land liegt voll von Problemen. Aufgaben gibt es zu lösen, wie sie nie
mals in unserer Geschichte einer Generation gestellt worden find. Und da fragst du: Was soll ich tun? Hand anlegen! Arbeiten, mithelfen, nicht resignieren, nicht müde werden! Dich einreihen in die Front der kämpfenden Bewegung, das Banner tragen, das Banner fefthalten, eine leuchtende Flamme unseres Glaubens sein, das ist deine Pflicht, das ist deine Aufgabe: So, meine Kameraden, verstehe ich Sinn und Zweck unserer SA. So haben wir ihn alle verstanden, die wir für die Bewegung kämpfend vor die Front traten.
Ihr, SA.-Männer, sollt eure Aufgabe wieder an-
fassen. Ihr werdet sie wie in der Vergangenheit erfüllen in Treue, Ergebenheit und unverbrüchlicher Gefolgschaft zum Führer. Mit Stolz schaut heute das ganze Land auf unsere Fahnen. Es find die Zeichen unseres Trotzes, unserer Ausdauer, unserer Arbeit und unserer Beständigkeit. Mag kommen was will, wir stehen und fechten. Keine Schwierigkeit ist groß genug, um uns zur Kapitulation zu zwingen. Keine Not wird uns in die Knie werfen, keine Sorge uns mutlos machen können. Im Kampfe find wir geworden, im Kampfe werden wir bestehen. Im Kampfe müssen wir leben bis zum letzten Atemzuge. — Dr. Goebbels schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Bewegung, das von den 30000 SA.-Männern donnernd aufgenommen wurde.
Kunst und Wissenschaft.
Naturforscher und Aerzte tagen in Hannover.
Die 93. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte, zu der rund 2000 Gelehrte und Freunde der Naturwissenschaft und Heilkunde in Hannover einge- troffen sind, wurde mit einem Festakt in der Stadthalle eröffnet. Der Geschäftsführer, Professor Dr. Müller, Hannover, begrüßte die Anwesenden. Anschließend sprach der Führer der NS.-Aerzte- schaft, Dr. Wagner, der die Grüße und Wünsche der NSDAP., des Stellvertreters des Führers, H e ß, sowie der Deutschen Aerzteschaft überbrachte. Für eine deutsche Wissenschaft sei die nationalsozialistische Weltanschauung erste Voraussetzung. Auch der Gelehrte und Forscher müsse sich bei all seinem Tun und Handeln immer fragen: Geschieht es im Interesse und zum Wohle unseres Volkes? Der Nationalsozialismus lehne die in den letzten 10 Jahren immer mehr zunehmende scholastische Tendenz der Naturwissenschaften ab. Die Wissenschaft solle vielmehr ihre Theorien in ständigem Fluß der Beobachtungen den Erscheinungen selbst anzugleichen versuchen, anstatt lediglich aus Dogmen und Lehrbüchern zu schöpfen. Wir sind der Ueberzeugung, daß wir dann die Krisis der Naturwissenschaften und der Medizin überwinden werden. An dieser Aufgabe mitzuarbeiten, fei die Bitte, die er im Namen der Partei und der Reichsregierung an die Versammlung richte.
Nachdem Ministerialdirektor Gütt, Berlin, die Grüße der Reichsregierung überbracht hatte, nahm der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Bosch, Heidelberg, das Wort zur Eröffnung der Tagung. Er führte u. a. aus: Die Gesellschaft in ihrer Verbundenheit mit der nationalen Eitwicklung war in den Zeiten staatlicher Zerrissenheit -ein Symbol der Zusammengehörigkeit. Der Nation kamen die Erfolge der Naturwissenschaft in erster Linie zugute infolge des universalen Charakters der Naturwissenschaft, aber auch der übrigen Welt. Der Friedenswille und die Friedenspolitik des Führers des Reiches geben uns die Möglichkeit zu dieser friedlichen Arbeit. Unsere Leistungen werden dazu beitragen, in der Welt dieser Seite des deutschen Geistes zur Anerkennung zu verhelfen. Der einsichtigen und freimütigen Förderung bea neuen Staates wird dadurch der beste Dank abgestattet. — Präsident Bosch gab dann Telegramem an den Führer und an den Bundespräsidenten Miklas bekannt.
Aufruf für das
Richard-Wagner-Nationaldenkmal.
Der Vorstand des Richard-Wagner-Denkmal-Ver- eins in Leipzig hat einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: Nachdem unser Führer Adolf Hitler den Grundstein zum Richard-Wagner- Denkmal gelegt hat, ist die Errichtung des Denkmals eine beschlossene Sache. Das Denkmal, das am Geburtsort Richard Wagners, in Leipzig, errichtet wird, soll jedoch nicht nur ein Denkmal schlechthin sein, der Führer selbst hat es zum Richard-Wagner- Nationaldenkmal des deutschen Volkes erklärt. Neben anderen großen Werken soll gerade dieses Denkmal den gewaltigen Kulturwillen des nationalsozialistischen Staates aller Welt gegenüber zum Ausdruck bringen. Nach dem Entwurf des Stutt
garter Bildhauers Emil H.i p p soll das Denkmal eines der schönsten in Deutschland werden. Wenn dieses Denkmal aber wirklich ein Nationaldenkmal des deutschen Volkes sein soll, dann müssen auch alle Deutschen zu ihrem Teil an seiner Errichtung mit beitragen. Durch freiwillige Spenden müssen die Mittel, die zum Bau des Denkmals notwendig find, aufgebracht werden. Die Stadt Leipzig will und soll mit bestem Beispiel vorangehen. Unser Ruf ergeht an alle Deutschen und an alle Verehrer Richard Wagners in der Welt. Kein Deutscher soll sich von dieser Sammlung ausschließen! Jeder gebe, was in seinen Kräften steht. Auch die geringsten Beiträge sind willkommen, sie zeigen gerade, daß breiteste Schichten des Volkes beteiligt sind. Ueber jede Gabe wird öffentlich fortlaufend Rechnung gelegt. — Der Aufruf ist u. a. auch von den Reichsministern Dr. G o e b b e l s, Rudolf H e ß und R u st unterzeichnet worden.
Internationales Alufikfest 1935 in Hamburg.
. Bei dem $ur Zeit in Venedig tagenden „Ständigen Rat für internationale Zusammenarbeit der Komponisten" hat der Generalintendant des Hamburgischen Staatstheaters, S t r o h m, angeregt, daß der nächste Kongreß des Ständigen Rates 'n Verbindung mit dem T o n k ü n st l e r f e st 1935 in Hamburg stattfinden soll, wodurch das deutsche Tvn- fünftlerfeft zu einem internationalen Mufikfest erweitert werden würde. Da Generalintendant Strohm wegen dienstlicher Abhaltung die Einladung nicht persönlich Übermitteln konnte, hat er den Präsidenten, Dr. Richard Strauß, gebeten, die Einladung in Venedig zu unterstützen. Nunmehr ist aus Venedig telegraphisch mitgeteilt worden, daß man die Einladung grundsätzlich angenommen habe. Dieses bedeutet für Hamburg und die Geltung der deutschen Musik einen bedeutsamen Erfolg.
Großer Erfolg deutscher rNilitürmusiker in Turin.
Die große internationale Veranstaltung für Militärmufik in Turin hat ihren Anfang genommen. Insgesamt nehmen fünf ausländische Militärmusikkapellen teil, und zwar Deutsch- land mit der Kapelle des Wachregiments Berlin, Belgien mit der des 1. Wachregiments Brüssel, Frankreich mit dem Musikkorps der Republikanischen Garde Paris, England ist durch die Kapelle der „Thu Argyll" Edinburgh vertreten, die Schweiz durch das Musikkorps der Landwehr Freiburg. Außerdem nimmt die Kapelle der Königlichen Carabinieri Rom teil. Die Militärkapellen haben sich gemeinsam in geschlossener Marschkolonne zum Grabmal des unbekannten Soldaten begeben und dort einzeln Kränze niedergelegt. Im Anschluß daran fanden Empfänge durch die Behörden statt. Im überfüllten Theater Vittorio Emanuele wurde in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des königlichen Hauses, der Militärverwaltung und der faschistischen Parteibehörden das erste Konzert gegeben, in dessen Berlauf jede der Kapellen einzeln ihre Vorführungen zu Gehör brachte und im Anschluß daran die Nationalhymne spielte. Die deutsche Kapelle erzielte unter Leitung von Fritz Ahlers mit Waqners Einzug der Götter in Walhall und Meers „Euryanthe" einen außerordentlichen Erfolg. Ein gemeinsames Konzert sämtlicher Musikkapellen stand unter Leitung des bekannten Komponisten und Mitgliedes der Italienischen Akademie Pietro Mascagni.
Aus aller Well.
Ehemalige Kriegsgefangene tagen in Mühlhausen.
In Mühlhausen (Thür.) gab in einer Sitzung der Gau-, Bezirks- und Drtsgruppenfülyer der Reichsvereinigung ehern. Krieasge- angener Bundesführer Freiherr von Lers - i e r einen UeberbHcf über die Entwicklung des Bundes und feine Umgestaltung durch die große Bundestagung in Mühlhausen vor zehn Jahren. In den vergangenen Jahrzehnten fei es eine Zeit der Besinnung und Sammlung gewesen, die ihre inneren Kräfte bereitftelUen für den Umbruch des Volkes, den der Volkskanzler Adolf Hitler her- beiführte. Die ehemaligen Kriegsgefangenen wollen ihre Kraft für die großen Aufgaben unserer Zeit tets bereitstellen. Der Bundesführer gab der ge- amten „Mannschaft" der Neichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Richtung und Ziel, indem er sie verpflichtete, getreu ihrem Bekenntnis mit größter Kraft den Kampf für Deutschlands Zukunft ortzuführen. Abschließend legte Freiherr von Lers- ner der Reichsvereinigung eine Denkschrift vor, die unter dem Titel „Gefesselte Mannschaft" das Los der Gefangenen und ihren Willen zur Mitarbeit an der Gestaltung unseres Vaterlandes zum Ausdruck bringt. — In einer öffentlichen Kundgebung, der zahlreiche Ehrengäste beiwohnten, gaben ehemalige Kriegsgefangene eindrucksvolle Schilderungen von ihrem Erleben im Kriege und in der Gefangenschaft.
Die Kriegsgefangenen-Ausstellung oll, wie der stellvertretende Bundesführer Dr. Givens- Berlin sagte, der Vertiefung der Aufgaben dienen, die sich die Reichsvereinigung gestellt hat: ie soll dem deutschen Volke ein Bild geben von den unerhörten Nöten und Leiden, die unsere deutschen Brüder in Feindesland durchlebten. Sie soll zeigen, was deutsches Können auch unter zermürbenden Umständen zu leisten vermag.
In der Rathaushalle fanden sich die Kameraden und Ehrengäste zu einer Ehrung für Elsa B r a n d st r ö m, den „Engel von Sibirien", ein. Pfarrer Iuhl - Altona gedachte des selbstlosen Hilfswerkes dieser Frau. Was Elsa Brandström in 5V2 Jahren aufopferungsvoller Arbeit für die deut- chen Gefangenen in Sibirien getan habe, werde man ihr nie vergessen. Als der Krieg zu Ende ge=> wesen sei, habe sie ihr Heldenwerk fortgesetzt, sie habe den Kindern geholfen, deren Väter fern öer
Heirnat den Tod gefunden hätten. Bundesführer von Lersner bekannte sich im Namen der deutschen Kriegsgefangenen zu Elsa Brandström, um zugleich die Behauptung ausländischer Zeitungen, diese Frau habe Deutschland verlassen müssen, als eine Lüge zurückzuweisen.
Großer Dachstuhlbrand
bei der Viktoria-Versicherung in Berlin.
In dem großen Verwaltungsgebäude der Vik- toria-Versicherung in Berlin brach ein gewaltiger Dachstuhlbrand aus, der sich sehr schnell über die stanze Länge der Hauptfront aus» dehnte. Zur Bekämpfung des Feuers wurden sechs Züge der Feuerwehr alarmiert. Sechs Feuerwehrleute erlitten mehr oder weniger schwere Rauchvergiftungen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Allmählich gelang es der angestrengten Arbeit der Wehr, das Feuer einzukreisen. Der Betonfußboden des Daches hat den riesigen Waffermaffen standgehalten, so daß das darunterliegende Geschoß nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach mehreren Stunden war der Brand gelöscht.
Wettervoraussage.
Die vom Atlantik kommende Störung ist bis nach Island vorgedrungen und hat sich zu einem Sturm- wirbel vertieft. 9tad) vorübergehendem Luftdruck- anftieg über Deutschland wird Druckfall einsetzen, so daß sich die Witterung wechselhaft gestaltet und herbstlichen Charakter an nimmt. Neben Frühnebel wird es tagsüber dunstig und wechselnd bewölkt sein und vereinzelt zu Niederschlägen kommen.
Aussichten für Dienstag: Nebelig, dun- stig, tagsüber mäßig warm, aufkommende Niederschläge.
Aussichten für Mittwoch: Kühleres und wechselhaftes Wetter.
Lufttemperaturen am 16. September: mittags 20,5 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 17. September: morgens 15 Grad. Maximum 24 Grad, Minimum 13,1 Grad.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen.


