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soll und allen Deutschen den großen ideellen Ge­winn: Arbeit!

Ab 2 0. April sind die braunen Lose mit dem symbolischen Bild der deutschen schaffenden Aufbau­arbeit und der gewichtigen Inschrift:Dem beut- scheu Volke" überall zu haben.

Eineinhalb Millionen Mark werden ausgelost. Vielen Deutschen ebnet damit die neue NSDAP.- Geldlotterie den Weg zum Glück und allen bietet sie eine gute Möglichkeit, im Sinne der nationalsozialistischen Idee das Ihre zur deutschen Aufbauarbeit beizutragen.

7!S.-GemeinschastKrast durchIreude"

Mr fahren auf die See!

Im Rahmen der Ferienfahrten der RS.-Gemein- schaftKraft durch Freude" fährt ein Urlauberzug am 6. Mai d. I. nach Hamburg. Die Teilnehmer kommen am Montag, 7. Mai, vormittags in Ham­burg an, nehmen eine Hafenbesichtigung vor und besteigen am Machmittag das SchiffMonte Olivia". Anschließend eine Seefahrt auf die Nordsee bis an die englische Küste bis Samstag oder Sonntag vormittag. Preis der Fahrt einschl. voller Verpfle­gung, jedoch ohne Getränke und Rauchwaren 45. RM. für die Zeit vom 6. bis 13. Mai pro Person. Für das ganze Gaugebiet können 368 männliche, 195 weibliche Personen und 17 Ehepaare teilneh­men. Wer daran teilnehmen will, hat sich umgehend der zuständigen Dienststelle der NSBO. zu melden, die Die Meldungen bis spätestens 22. April 1934 an die Kreisbetriebszellenabteilung, Abtl.Kraft durch Freude" abgeben muß. Dieser Termin ist unter allen Umständen einzuhalten. Was nach dem 2 2. April kommt, kann nickt berücksichtigt werden.

Eine zweite Ferienfahrt im Monat Mai geht vom 12. bis zum 20. Mai nach Wildungen/Waldeck. Ge- samtkvsten 25. RM. Letzter Meldetag 28. April 1934.

Eine dritte Fahrt geht im Monat Mai in die Bayerische Pfalz vom 18. bis 27 Mai. Gesamtkosten bis zu 24. RM. Auch hier letzter Meldetermin: 28. April 1934.

Für die beiden letzten Fahrten gilt im wesent­lichen dasselbe wie oben.

Gießen, 16. April 1934.

Heil Hitler!

gez. Christ, ftreismart der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude", f. d. R.

gez. E. Sack, Geschäftsführer.

Au« parteiamtlichenBekanntmachungen

Die Ortsgruppe Gießen des Bundes Natio- fozialistischer Deutscher Juristen, Gruppe Referendare und Assessoren, veranstaltet am morgigen Mittwoch, 18 April, 17.15 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeit einen weiteren Schulungsvortrag, den Beigeordneter Bartholo­mäus über das Gesetz zum Schutz der nationalen Arbeit halten wird. Den in Gießen wohnhaften Kameraden wird der Besuch der Veranstaltung zur Pflicht gemacht, die auswärtigen Kameraden müs­sen nach Möglichkeit erscheinen. Gäste und Mitglie­der der anderen Fachgruppen des BNSDJ. sind willkommen.

Die in der N S. - F r a u e n s ch a f t Gießen- O st für morgen angesetzte Chorstunde findet bereits <im heutigen Dienstag, 20,15 Uhr, im Schützenhaus statt.

In der Ortsgruppe Gießen-Nord ist für die Zellen 1 und 4 am morgigen Mittwoch, 20.15 Uhr in der WirtschaftGambrinus" Wetz- steinaasse 10, Zellenabend, zu dem alle Partei­genossen zu erscheinen haben. Die übrigen Volksge­nossen aus dem Bereich der Zellen sind gleichfalls singeladen.

Kundgebung

der Deutschen Angestelltenschaft.

Mit der Zusammenlegung der im Juli vergange­nen Jahres gegründeten Berufsverbände der An­gestellten zur Deutschen Angestelltenschaft ist dieser innerhalb der Deutschen Arbeitsfront eine besondere Aufgabe zugewiesen worden, lieber diese Aufgaben pricht in einer Kundgebung der DA. der Bezirks- Leiter der DA., Pg. R. Stein (Frankfurt a. M.), nm Mittwoch, 18. April, 20.15 Uhr, im Caf6 Leib. Der Musikzug des Reserve-Sturmbanns 1/116 spielt «b 19.30 Uhr. Für alle männlichen und weiblichen Angestellten aller Berufsgemeinschaften ist die Teil­nahme an dieser Kundgebung Pflicht. Alle übrigen Kameraden der Arbeit sind zu dieser Kundgebung herzlichst eingeladen und willkommen.

verufsgemeinfchaft der weiblichen Angestellten.

Alle weiblichen Angestellten der Ortsgruppe Gie­ren unseres Verbandes haben am morgigen Mitt­woch, 18. April, 20.15 Uhr, zu der Kundgebung der i Deutschen Arbeitsfront im Caf6 Leib zu erscheinen. Es spricht Pg. R. Stein (Frankfurt a. M.) über ,!Die Deutsche Angestelltenschaft und ihre Aufgabe ! in der Deutschen Arbeitsfront."

Polizeibericht.

Diebstähle.

In der Nacht zum 14. April wurden aus einem Lederwarenstand auf der Messe eine Anzahl Da­rrenlederhandtaschen in den Farben braun, rot, schwarz und gemustert in den Größen 18, 22, 24 iitib 25 entwendet. Weiter wurde auf der Messe e uer Frau im Gedränge die Handtasche mit 5 Mk Inhalt gestohlen.

Am 11. April wurde ein Herrenfahrrad Marke Fremonia" mit schwarzem Rahmen, schwarzen Helgen, grauer Bereifung und elektrischer Beleuch- timg und am 15. April ein Herrenfahrrad Marke Mifa" mit schwarzem Rahmen, gelben Felgen, Eesundheitslenker mit roten Gummigriffen und braunem Ledersattel entwendet. Sachdienliche Mit- hilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle

S i ch e r g e st e l l t ist bei der Kriminalpolizei- firlle ein noch gut erhaltenes Herrenrick, Marke Opel", Fabriknummer 2069947.

Gictzener Wochenmarktpreise.

* ® i e 6 e n, 17. April. Auf dem heutigen Wochen- inarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Darf, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 2! Pf., Käse, das 'Stück 4 bis 10 Pf-, Eier (inlan- diche) 9, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 18, @?Ibe Rüden 12 bis 15. Rote Rüden 10, Spinat , 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1, Mark, Zwiebeln 10 Pf-, Meerrettich 35, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 15, Kar­lo feln 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3, Mark, !l- pfel, das Pfund 20 bis 30 Pf., Hähne 80, Sup­penhühner 70 bis 75, Blumenkohl, das Stück 30 bis 0 Salat 20 bis 25, Lauch 5 dis 10, Sellerie 10 bis vO. Radieschen, das Bund 10 bis 15 Pf.

°* Frühjahrs ft en ographenprüfung. S-e die Industrie- und Handelskammer Gießen ttitteilt, wird auch in diesem Jahre wieder auf Ver­

anlassung des Hauptausschusses für Berufserziehung b.eim,r,Rhe.En-Mainischen Industrie- und Handelstag eine Geschäfts tenographenprüfung am Sonntag, dem 6. Mai 1934, tattfinben. Die näheren Bedingungen, unter denen diese Prüfung stattfindet, sind in der heutigen Bekanntmachung enthalten. Junge Kauf- leute und Stenotypistinnen, die diese Prüfung mit Erfolg ablegen, erhalten hierüber ein Zeugnis, das für das Fortkommen im Beruf von großer Bedeu­tung ist.

** 1050 Kinder fahren zum Land­aufenthalt. Gestern traf um 15.12 Uhr ein Kmdersonderzug, der etwa 1050 Kinder mit sich führte, aus dem Ruhrgebiet hier ein. 300 Kinder waren bereits in Dillenburg, Herborn und Wetzlar ausgestiegen. Die restlichen 750 Kinder, nach König­stein (Taunus), Dettingen (Main), Flörsheim, Wet­ter (Hessen-Nassau), Spangenberg, Fulda, Lanzin- gen, Schlüchtern und Gelnhausen bestimmt, wurden auf die planmäßigen Anschlußzüge in Richtung Frankfurt a. M., Kassel, Fulda und Gelnhausen übergeleitet. Frohe 'Reisestimmung herrschte unter der großen Kinderschar, die auf einige Wochen zur Erholung Landaufenhalt genießen soll.

** Platzkonzert einerArbeitsdienstwilligen- Kapelle. Mit dem Zuge 9.32 Uhr von Büdingen kommend traf gestern die stattliche Musikkapelle vom Freiwilligen Arbeitsdienst, Lagerbezirk Büdingen, auf der Durchfahrt nach Kassel hier ein. Die aus etwa dreißig Musikern bestehende Kapelle gab

ein Platzkonzert auf dem Bahnhofsvorplatz. Rasch hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die den Klängen der schneidigen Kapelle dankbares Gehör schenkten. Um 12.34 fuhr die Kapelle in einem Sonderwagen nach Kassel weiter.

** Unfall bei der Arbeit. In einem hie- Bgen Fabrikbetrieb ereignete sich am Samstag ein "fall. Der 27 jährige Arbeiter Heinrich Kräuter aus Allendorf an der Lahn kam unglücklich zu Fall und erlitt eine Unterschenkeloerletzung. Er wurde in die Chirurgische Klinik gebracht.

♦♦ Derkehrsunfall. In der Frankfurter Straße stürzte heute morgen der Motorradfahrer Karl H ö ch st aus Ebersgöns mit seiner Maschine so schwer, daß er der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte.

* Rückfahrkarten zu Pfingsten. Die Reichsbahn gibt Pfingsten wieder Festtagsrückfahr­karten mit verlängerter Geltungsdauer aus. Sie sind gültig von Donnerstag vor Pfingsten, 17. Mai 0,00 Uhr bis Donnerstag nach Pfingsten, 24. Mai, 24 Uhr. Die Rückreise muß an diesem Tage um 24 Uhr beendet sein. Außer den Festtagsrückfahrkarten können auch Arbeiterrückfahrkarten während dieser Zeit an allen Tagen zur Hin- und Rückfahrt benutzt werden. Der Vorverkauf beginnt bereits am 7. Mai. Für verlängerte Pfingstreisen stehen die um 20 Prozent verbilligten Urlaubskarten mit zweimona­tiger Geltungsdaüer zur Verfügung.

.MjfiirMrle und Lokale

Der Abend des 1. 7N a i soll im Zeichen der Volksfreude stehen. Alle Lokale haben ihre Säle und Wirlsslnben mit Hakenkreuzfah­nen und Blumen zu schmücken. Außerdem haben alle Wirte für entsprechende Musik zu sor­gen. Kein Lokal ohne deutsche Lieder, deutsche Tanzweisen und deutsche Märsche.

Ls soll k e i n E i n t r l t t erhoben werden, keine Aufschläge auf Speisen und Getränke dürfen erfolgen, keine Tanzabgaben erhoben werden.

Alle Lokale und Wirte melden umgehend (nur schriftlich) an die Kreisleitung Gießen (Abteilung Propaganda) bis zum Frei­tag, 20. April, um 12 Uhr eingegangen, die Zahl ihrer Räume, die Zahl der Personen, die sie an diesem Abend aufnehmen könnten. Ls ist dabei zu vermerken, ob Tanzgelegenheit oder nicht. Ferner muß bei dieser Meldung angegeben werden, ob für diesen Abend schon an bestimmte Betriebe die Räume vergeben sind. Diese Betriebe sind zu1 nennen.

Soweit die Lokale bis dahin nicht vergeben sind, sind die noch folgenden Bestellungen sofort der Kreisleitung zu melden.

Für diesen Abend sind billige Speisen bereit­zuhalten.

Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Zweite Anordnung für den 1. Mai.

Betr. Bestellungen von Fichtengrün für den 1. Mai.

Am 1. Mai sollen Fenster, Türen und alle öffent­lichen Lokale mit frischem Grün ausgeschmückt wer­den. Es wird geliefert: Fichtenreifer in Wellen und. Fichtenbäume in beschränkter Anzahl.

Die Bestellungen batu haben bis spätestens zum 25. April bei der Stadtverwaltung Gießen zu er» folaen, damit alle Bestellungen oronungsgemäß er­ledigt werden können.

Die Stadtverwaltung hat dafür zu sorgen, daß die bestellten Sachen auch an die Besteller ausge- händigt werden.

Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Aufruf.

Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das dem arbeitenden Volksgenossen sein Selbst­bewußtsein und seine Ehre widergibt, tritt am 1. Mai in Kraft. Eine der wichtigsten Bestimmun­gen dieses Gesetzes ist die Bickung des Vertrauens­rates.

Dieser Rat hat die hohe ethische Aufgabe: die Betrieb sgemeinschaft zu gründen und zu leiten, Vertrauen zu säen, wo früher Haß und Neid blüh­ten, für den schaffenden Menschen unfern deutschen Sozialismus innerhalb der Betriebsgemeinschaft zu verwirklichen.

Das Wesen dieses Rates ist Vertrauen. Deshalb braucht er das Vertrauen aerobe der Volksgenossen, die er betreuen und leiten soll. Hierin liegt auch der grundsätzliche Unterschied zwischen Vertrauensrat und Betriebsrat, der durch dieses Gesetz aufgelöst worden ist.' Diese Körperschaft, die einer klassen- kämpferischen und zersetzenden Ideologie entsprang, hat im Dritten Reich keinerlei Daseinsberechtigung. Die Tätigkeit des Betriebsrats war herabwürdi­gender Art, die mit dem erwachten Selbstbewußt- fein und Dem Begriff der sozialen Ehre des Ar­beiters nicht zu vereinbaren ist. Der Betriebsrat, der mit der Arbeit Handel trieb und die Zeit des Arbeiters meistbietend verkaufte, bleibt ausgeschal­tet. Das Gesetz hat einen Dertrauenswahlgang in­nerhalb der Betriebsgemeinschaft vorgesehen.

Die Gefolgschaft muß durch eine geheime Abstim­mung den vorgesehenen Betriebskameraden durch ihre Stimmabgabe unterstützen. Es ist Pflicht für jeden Betriebsangehörigen, an dieser positiven Be­trieb skundgebung teilzunehmen.

Demzufolge gilt auch derjenige als gewählt, der eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Die Gesamtzahl der erhaltenen Stimmen, sofern diese eine einfache Mehrheit übertreffen, ist belanglos für die Berufung des Vertrauensrates oder des Stellvertreters. Allein entscheidend hierfür ist die Reihenfolge bei der Listenaufstellung.

Dieser Wahlakt ist kein parlamentarischer Wahl- gang, der denjenigen, der hetzt und schimpft, stützen soll, sondern es ist ein A kt des Vertrau­ens für die vertrauenswürdigen Be­triebskameraden.

Jedes Partei-, NSBO.-, SA.-, SS.- und Ar­beitsfront-Mitglied muß sich der Tragweite dieses Vertrauensaktes bewußt sein. Hier geht es nicht nur um die soziale Befriedung einer einzelnen Wirtschaftszelle, um Ruhe und Ordnung in der Wirtschaft, sondern um den inneren Aufbau un­seres Vaterlandes.

Gez.: Willi Becker, M. d. R., Landesobmann der NSBO.

geblieben. Mil der Waffe fei das deutsche Volk nicht zu bezwingen gewesen. So habe England zur Blockade gegriffen.

Lecker habe die deutsche Regierung nicht Rückgrat genug gezeiat, den eben als Abwehrmaßnahme be­gonnenen U-Bootkrieg rücksichtslos durchzuführen. Leider seien die Maßnahmen durch den Feind im eigenen Land unterstützt worden. Es sei im Laufe der letzten beiden Jahre des Weltkrieges zu schier unglaublichen Durchstechereien und Sabotageakten von feiten volksfremder Elemente gekommen. (Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang beson­ders an die Edertsche Aufforderung zum Muni­tionsarbeiterstreik im Jahre 1916.) Die Regierung habe auch in diesem Falle keinerlei Rückgrat ge­zeigt, Wilhelm II. habe nicht auf den Tisch geschla­gen. Er habe schließlich 1918 auf den Rat seiner Umgebung den Weg in das Exil antreten müssen.

Den Weltkrieg habe die Hungerblockade und das zersetzende Wirken von Männern wie Scheide- mann, Eisner, Ebert, Sollmann usw. entschieden. In der Heimat sei der Widerstand zuerst gebrochen worden. Die Demoralisierung in der Hei­mat und die seelische Zermürbung an der Front sei von diesen unseligen Kräften systematisch betrieben worden. So fei der schwärzeste Tag der deutschen Geschichte, der 9. November gekommen. Die Ent­fernung Wilhelms II. fei taktisches Manöver ge­wesen. Diesen Taten seien dann die bekannten gro­ßen Worte von Freiheit, Schönheit und Würde ge­folgt. Die weitere Entwicklung, hinlänglich bekannt, habe zum Zusammenbruch führen müssen.

Waffenstillstandsverhandlungen, Nationalversamm­lung, Weimarer Verfassung, Anerkennung der Kriegs­schuck, Unterschrift des Versailler Vertrages, Zer­schlagung der deutschen Wehrhoheit, Verschacherung der Reichsbahn, Beraubung der Finanzhoheit un- alle diefe verhängnisvollen geschichtlichen Ereignisse umriß der Redner in lebendiger Sprache, in cha­rakteristischen Vergleichen und Gedankengängen. Schuck an allen diesen Ereignissen seien die dama­ligen Regierungen, seien die Fürsten gewesen, die keine Opfer für das Volk zu bringen bereit gewe­sen seien. Das Opfer und das Erbe der 2 Millio­nen Toten feien aber nicht vergessen.

Jene Fleckchen Erde, In denen unsere Toten ruhen, feien den Rationalsozialisten Altar ge­worden. Aus dem Blut in der großen Opfer­schate des Weltkrieges sei das neue Deutschland, das neue Volk und die neue Gemeinschaft geworden.

Wolf Hitler und seine Mitkämpfer predigten das neue Gedankengut, riefen das Volk wach. Ganz Deutschland fei wachgerufen worden. Der Standes­dünkel habe die Volksgemeinschaft lange Zeit in ihrer Verwirklichung verhindert. Er sei nun aber beseitigt. Name und Ehre seien jetzt mehr als die Stellung. Der Beamte habe hier als ein leuchten­des Beispiel voranzuaehen. Der Beamte als Ga­rant des Staates müsse vorbicklich sein. Der Führer sei in das Volk gegangen, habe seine Nöte kennen­gelernt und Maßnahmen der Abhilfe getroffen. Der Volksgenosse aber habe ein feines Gefühl für wahre Menschlichkeit bewiesen. Und Adolf Hitler sei ver­standen worden...

Helfen Sie mit, Kameraden, so schloß der Red­ner feine begeisternden Ausführungen, am Aufbau unseres Volkes und Staates, nacheifernd dem Vor­bild des Führers, damit eines Sages die Saat auf­gehe und alles Unkraut vernichtet werde, wir selbst eines Tages aber die Schnitter fein könnten. (Leb­hafter, anhaltender Beifall!)

Kamerad Schwender dankte dem Redner für feine Worte und betonte, daß es den Kameraden im Reichstreubund nicht schwer fallen könne, Adolf Hitler zu folgen. Es gelte nur, wahre Kameradschaft zu pflegen gegen alle unsere Mitmenschen. Im übri­gen bekräftige er die Ausführungen des Redners und wies nochmals besonders darauf hin, daß der Beamte zum Vorleben gezwungen fei aus einer sitt­lichen Verpflichtung heraus. Uederall müßten die Hoffnung und der Wille zum Aufbau und Ausstieg gestärkt und alle Zweifel überwunden werden. Des­halb gelte es, zur Tat zu schreiten, wo es nur im­mer fein könne. Mit dem dreifachenSieg-Heil!" aus den Führer Adolf Hitler unb dem gemeinsam aefungenen ersten Vers des Horst-Wesfel-Liedes fand der Kameradschaftsabend feinen Abschluß.

Oer Heppenheimer Hochverratsprozeß.

ÄerAusbau des naüonalsozjalistischenSiaales"

Dortrag im Reichstreubund.

Der Reichstreubund (Vereinigung ehemaliger An­gehöriger der Reichswehr) hielt am Samstagabend unter der Leitung von Kamerad Schwender im Aquarium" einen Kameradschaftsabend ab, der sehr gut besucht war.

Kamerad Schwender berichtete zunächst über den Bundestag des Reichstreubundes in Berlin, der gekennzeichnet gewesen sei durch Den Gedanken der Einigkeit im Dritten Reich. Mit besonderer Freude sei, so führte er aus, der Zusammenschluß der Truppentreubünde und des Reichsbundes der Zivil­dienstberechtigten ausgenommen worden. Besondere Schwierigkeit sei für den Reichstreubund die Er­füllung der Aufgabe, die aus dem Heere ausschei­denden Kameraden ihrer zukünftigen Versorgung zuzuführen. Hier müsse den jüngeren Kameraden nach besten Kräften unter die Arme gegriffen wer­den. Engste Fühlungnahme gelte es mit der NSDAP, zu halten. Jeder einzelne aus dem Reichs­treubund müsse sich der SA. anschließen und sich dort unterordnen. In dieser Unterordnung könne sich erst der nationalsozialistsche Geist in der Tat be­weisen. In seinen weiteren Ausführungen gab Ka­merad Schwender noch einen Auszug aus einem anläßlich des Bundestages gehaltenen Referat des Kameraden Generalleutnant B i t h o r n überKa­meradschaft" und stellte hierbei besonders heraus, daß

kgmeradfchaft gleichbedeutend mit Hilfs­bereitschaft

fei. Ferner gab er noch einen Ueberbüd über die im laufenden Jahre vorgesehenen Einstellungen bei den verschiedenen Behörden in den unterschiedlichen Laufbahnen. Insbesondere teilte er mit, daß für Vormerkungen für die Reichsbahn in Zukunft nicht mehr München, sondern die Reichsbahndirektion Frankfurt zuständig sei. Eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß jedes Mitglied des Reichstreubundes zu feinem Teile zur Arbeitsbe­schaffung beitragen solle, selbst wenn dies mit noch so kleinen Aufträgen geschehe. Außerdem fei es

Ehrensache, sich der NS. - Volkswohlfahrt anzu- fchließen.

Im Mittelpunkt des Kameradfchaftsabends stand der Vortrag von

Kamerad pg. Eifert

über bas Thema:Ser Aufbau des natio­nalsozialistischen Staates". Seinen Aus­führungen fei folgendes entnommen: Wenn man von Aufbau spreche, so müsse man zunächst davon ausgehen, daß etwas lleberfäüiges beseitigt und durch ein Neues abgelöst worden sei. Das Ver­gangene sei wurzelkrank gewesen und habe zusam­menbrechen und beseitigt werden müssen. Aus dem Schutt sei ein Neues geschaffen worden und dies fei geschehen mit Hilfe des Blutes, das uns alle einige. Schon Bismarck habe das Volk zufam- menfchweißen wollen. Sein Vorhaben fei aber an dem Widerstand der Fürsten und Intellektuellen ge­scheitert. Der Versuch, das Volk zu einigen, sei auch schon früher gemacht worden: 1813, 1848.

Nach jedem Kriege gebe es wirtschaftliche und politische Veränderungen. Auch 1870 sei es so ge­wesen. Bis 1870 sei Deusschland ein Agrarstaat gewesen. Als der Boden aber die Menschen schein­bar nicht mehr alle habe ernähren können, seien die Bauernsöhne in die Städte abgewandert und in die Industrie üb er geführt worden. Dadurch sei aber diese Schicht unseres Volkes dem Marxismus in die Arme geraten.

Der wirtschaftliche und industrielle Aufschwung Deusschlands in den Jahren nach 1871 habe aber Englands Neid wachgerufen. Der Engländer habe eine Bezeichnung für die deutschen Waren geschaf­fen (Made in Germany") die das Ausland vor den deutschen Waren warnen sollte. Das Gegenteil dessen sei erreicht worden. Als das nicht geholfen habe, fei der Krieg als Mittel des Wirsschaftßkamp- fes heraufgerufen worden. Der Schuß von Sera- jewo fiel Da fei das ganze deutsche Volk wie ein Mann aufgestanden. Standesunterschiede seien über­wunden und der Kampf um Heimat und Herd zur heiligen Sache geworden.

Deutschland fei in taufend Schlachten unbesiegt

DaS Urteil: Insgesamt 27 Jahre und 9 Monate Zuchthaus.

LPD. Darmstadt, 16.April. Das Staats­presseamt teilt mit: Am Donnerstag, 12. April, begann die dreitägige Strafsenatssitzung des hie­sigen Oberlandesgerichtes unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Küchler gegen 27 in der Heppenheimer Sprengstoff, und Hochverratssache angeklagte Kommunisten. 23 von ihnen werden aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Vor dem Rich- tertifch häufen sich die von der Polizei sichergestell- ten Sprengstoffe, Handgranaten, Karabiner und Armeepistolen.

Wie aus der Urteilsbegründung hervorgehl, hat die hauploerhandlung ein erschütterndes Bild von der Skrupellosigkeit ergeben, mit der sich die angeklagten Kommunisten auf den von ihnen angestreblen Umsturz vorbereitet und sich auch innerlich mit dem hierbei als unvermeid­bar erachteten Blutvergießen abgefunden hatten.

Funktionäre der kommunistischen Bezirksleitung in Frankfurt a. M. hatten bereits im Jahre 1931 die Parteifunktionäre des Heppenheimer Bezirks auf­gefordert, die durch die Nähe zahlreicher Stein­brüche gebotene Gelegenheit zu Sprengstoff» diebstählen im Interesse der Partei nach Kräften auszunutzen. Dieser Weisung folgend, brachen dann auch die Angeklagten Schulz, H e l f f r i ch, Karl G ö tz l i n g e r und Eberts unter Führung des in Lindenfels wohnhaften Adam G ö tz i n g e r in der Nacht vom 15. auf den 16. März 1932 in zwei Steinbrüche der Firma Kreutzer & Böhringer bei Lindenfels und Winter- taften ein und entwendeten dort etwa 80 Pfund Sprengstoff (Ammonit) und Schwarzpuloer, eine größere Anzahl von Sprengkapseln und 50 Meter Zündschnur. Diese Beute wurde unter den Betei- igten verteilt und in sorgsam ausgesuchten Der- tecken verwahrt.

Die gestohlenen Sprengstoffe sollten zur Her­stellung von Handgranaten und zur Sprengung öffentlicher Anlagen Verwendung finden.

Die Handgranaten fertigte der bereits rechtskräftig abgeurteilte Georg Kilian aus Fürth mit einer erstaunlichen Geschicklichkeit an. Zur Erreichung ihrer verbrecherischen Ziele hatten Die Angeklagten auch hier die bekannten kommunistischen Terror-!