Späte Skitour.
Don Sofie von Llhde.
Die Wiesen in Garmisch stehen voller Himmels- schlüssel; gelb leuchtend ziehen sie sich weithin bis unter das wuchtige Zugspitzmassio. Seidelbast duftet, und die eiligen Bäche rauschen.
Was denn nur zieht uns aufeinmal so mächtig hinauf in die Höhe, noch einmal zurück in den Winter, zurück in den Schnee? Es wird ein rechter Sauschnee sein, Zement und Bruchharscht, man sollte meinen, es sei der Leiden genug für dieses Jahr. Aber schließlich ist des Menschen Wille sein Himmelreich: also noch einmal raus mit den erstaunten Bretteln.
7 -.Zugspitze natürlich.- - „Mit d-r Bahn? — „Selbstredend mit der Bahn, warum Lu auch mal ein bißchen bequem
haben? Robby spricht nicht mehr vor Verachtung ober mitfahren tut er doch. a
CHn bißchen deplaciert kommen wir uns schon vor mit unseren von Skiwachs imprägnierten Hosen mit unseren uralten Rucksäcken, mit unserem ganzen, braven, treugedienten, in Stürmen bewährten Eporrzeug auf diesen weichen Polstern — und em wenig blamiert dazu, ja das stimmt schon. Aber Gott, warum nicht mal ein wenig Blamage, wenn sie so komfortabe ist? Man ist ein Schriftsteller in Urlaub Und mit der Zeit wird Robby den ver- achtungsvoll geschlossenen Mund schon wieder auf- tun. 1
Wir steigen gewaltig. Schief liegen die Berg- walder vor den Fenstern, näher und näher kommt das herrliche Massiv. Aus leuchtender Bläue schaut das schneeumhüllte Münchner Haus herab tief unter uns liegt dunkel der Eibsee zwischen den Tannen. In Riffelriß schluckt der Tunnelmund uns ein.
Männer haben keinen Charakter: Robby hat den Mund längst wieder aufgetan; faul klebt er auf ^^o^bhose in der weichen Ecke, raucht sein Pfeifchen und sprüht Behagen. „Schicke Sache, was Robby, diese Bahn?" Er überhört es.
,m'r ?ach anderthalb Stunden mitten im Schneefernerhaus auf etwa 2700 Meter aus dem Zug steigen, liegt blendend in Sonne und Weiß vor den großen Fenstern der Halle das Platt, und gegenüber schimmern Oetztaler und Miminger, Arlberg und Silvretta, schimmert die ganze Pracht der Zentralalpen. ö 1
„Ra, Robby??"
Aber Robby starrt fasziniert durch eine Glastür, bpeUaal leuchtet. Blumen stehen auf den Tischen, Kristall und Silber glänzt, Ober
teilen.
M.
Aus der Provinzialhauptstadt
nen. Außerdem waren erschienen der Landesobmann der RSBO. Hessen und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Willy Becker mit seinem Propagandaleiter Pg. von Rekowski, ferner der Gaugeschäftsführer Pg. Reise, der Gauwirtschaftsberater Eckard, sowie aus der Adjutan- tur des Gauleiters Pg. Lange, der mehrere Jahre in der Gaupropagandaleitung führend tätig war.
Dieser Tagung kommt auch deshalb eine weittra- aende Bedeutung zu, weil Gaupropagandaleiter Müller-Scheld zum ersten Mal versuchte, eine Besprechung der Amtsleiter aus den sonst üblichen Wirtsfraussälen heraus in ein Theater zu legen. Dieser Versuch ist gelungen. Das Schauspielhaus war völlig verwandelt. Eine Fülle von Hakenkreuzfahnen belebte Ränge und Bühne. Auf der Bühne
selbst hatten auf besonders dazu errichteten Stufen die 38 Kreispropagandaleiter, sowie alle Kreisbetriebszellenobmänner des Gaues Platz genommen. Den Hintergrund bildete ebenfalls eine riesige Ha- kenkreuzfahne. So sahen die anwesenden Propa- gandaleiter als Erstes ein Musterbeispiel der wirkungsvollen Ausschmückung eines Saales.
Nachdem die Tagung eröffnet war, entbot der Leiter der Tagung dem Führer ein dreifaches Kampf-Heil. Darauf wurde die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen, und von dem Landes- sympbonieorchester unter Führung von Kapellmei- fter Pg. Cornelius die Ouvertüre „Ans Vaterland" gespielt. Dann begrüßte der stellvertretende Gauleiter Pg. Reiner die Anwesenden im Auftrag des Gauleiters. Anschließend entwickelte Gau- propagandaleiter Müller-Scheld erschöpfend die Richtlinien für den Na tionalen Feiertag desdeutschenDolkes, des 1.Mai 1934. Müller-Scheld erinnerte kurz daran, daß im Gegensatz zu allen anderen Revolutionären Adolf Hitler sich als erster in der ganzen Weltgeschichte eine Macht von so unerhörtem Umfang nicht mit Gewalt, nicht mit Kanonen. Granaten und Bajonetten, nicht mit Terror und Brutalität, sondern mit den Mitteln der Propaganda erobert habe, d. h. daß der Führer so lange um die Seele des deutschen Volkes gerungen habe, mit allen propagandistischen Mitteln der Ueberzeugung, bis ihm die Macht zu- gcfallen sei. Mit den geistigen Mitteln der Propaganda sei die Macht erobert worden und mit denselben Mitteln müsse die Macht erhalten werden. Die Ausgabe der Propaganda werde erst dann zu Ende sein, wenn das Dritte Reich nicht mehr ist, und da nach dem Willen des Führers und aller echten Nationalsozialisten das Dritte Reich ewig dauern soll, wird auch die Propaganda ewig sein.
Dann entwickelte Pg. Müller-Scheld die große propagandistische Bedeutung des 1. Mai gegenüber dem Ausland und die große erzieherische Bedeutung für das deutsche Volk selbst Daraufhin sprach er alle Einzelheiten des Programms eindringlich durch. Alle Ausführungen des G«upropa- ganbaleiters waren noch im Laufe der Nacht von Samstag auf Sonntag in Form einer Broschüre gedruckt worden. Jeder Kreispropagandaleiter erhielt nach der Tagung die bereits gedruckten Ausführungen des Gaupropagandaleiters in so zahlreichen Exemplaren ausgehändigt, daß er alle irgendwie betreffs der Organisation des 1. Mai in tVrage kommenden Stellen damit versehen kann. Ein Auszug dieser Ausführungen geht durch die gesamte Presse des Gaues.
Der Gesamteindruck der Tagung war überwältigend. Man fühlte an der Art, wie die über tau send Parteigenossen aus allen Teilen des Gaues sich durch die Ausführungen mitreißen ließen, daß der lebendige jugendliche Schwung, der von jeher die NSDAP, ausgezeichnet hat, noch in alter Stärke vorhanden ist.
Mit einem Gelöbnis für Adolf Hitler schloß der , stellvertretende Gaupropagandaleiter David Müller die mit starkem Beifall aufgenommene Tagung.
Gaupropagandaleiter Müller-Scheld hatte für seine Propagandaleiter eine Aufführung der : Komödie „Schneider Wibbel" vorbereiten lassen. Das Haus war auch hier bis auf den allerletzten , Platz gefüllt. Mit von Szene zu Szene wachsender Anteilnahme lebten die Propagandaleiter dieses echte Volksstück mit und spendeten den Darstellern stürmischen Beifall.
der Schule fühlen sie bald, daß sie nicht machet dürfen, was sie wollen, daß nicht nur ihr Mills gilt, sondern daß sie nun Glied des Ganzen sind. Echte Kameradschaftlichkeit und gegenseitige Hilfe» leistung, .das lernt das Kind im Kreise seiner Mitschüler. Viele Einzelwünsche müssen jetzt zurück» gestellt werden. Und das ist gut so. — Deshalb sollen auch die Eltern mit Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen und die Freude ihrer Kindei
begegnen wollen und der großen Einsamkeit, die vom Himmel ist.
Schnallen wir beschämt unsere Brettln an, gehen wir heimlich und leise. Vorher aber wäre ich noch für einen guten Kaffee in dem leuchtenden Speise- saal — wozu diese übertriebene Charakterstärke?!
darüber, daß gewisse vier Buchstaben unter Um- fmnöen letztes Heil in Todesnot bedeuten: alle drei Meter setzen sie sich mit der wuchtigen Anmut von Titanen auf ihre Hinterteile. Was so ein Mensch aushalt!
../'Schau nur gar nicht hin" — sagt Robby, und 'st 9run vor Verachtung. Aber ob ich hin- schaue! So was lasse ick mir nicht entgehen, sie sind wunderbar zum Ansehen.
At^r schließlich meldet sich auch bei mir Menschenliebe. Sie müssen das Gewicht weiter nach ä?riJe , ~T rate ich christlich. Zwei gläubige Kinderblicke heften sich auf mich, zwei gewichtige Oberkörper neigen sich vor, zwei stattliche Podexe klagen gen Himmel — los geht s! Vier ganze Meter diesmal, dann sitzen beide — krach, bums!
auf ihren Nasen, die dazu nicht berufen sind. ^UGtlg liegen sie platt nebeneinander, nie sah ich Preußen und Bayern so einig.
Der Berliner richtet sich rasch wieder auf, sicht- hd) verlegen darüber, daß auch unter so fachmänni- fttjer Leitung das Ding schief geht. „Eine äußerst implizierte Chose!" meint er betreten.
>11 mÄ ffr^ünd)mer schimpft: „Ganga's mer doch zu mit Eahnara Vordergewicht, Fräulein, da sitz l mt liaba auf mein Hintern, der halt's aus."
if‘ n£>t3 Jagen. Robby pfeift vor 3 ? £ P^ern fährt fort nach eigenem 58erIiner' Heller Mann des Fort- mh^hn hnnU^leS °?ch künftighin mit Vorlage, m fur besser, mich zu drücken;
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Ä “Ä E-s drüben liegt mein Vorarlberg, dieser schönste Got° tesgarten echter Bergfahrerfreude, da liegt Daluga, i>a wartet die einfache Geborgenheit der Unter-
Xß XrCtkan 3 , ’’ > , er. Robby, alter Kamerad, da drüben war s besser was?
Aber der schimpft noch immer: '(Ein Saustall ist bas, Renntiere da oben, und diese Leute, die nick! skilaufen können, das gehört nicht auf einen Berg "
Aber ich glaube bu hast unrecht, Robby, sie ae- horen sehr wohl frier herauf Die Renntiere um wie es nun mal das Los der Tiere scheint auf Crben in Leiben zu beweisen, wie fragroürbia bie Überlegenheit des Menschen ist, _! unb die an. beren roeil diese Bahn und dieses Haus für sie gemacfrt tft für die verhetzten Großstädter denen es eine schnell erreichbare, und nie versiegende Quelle der Erholung, der Gesundung, der irische bedeutet im sinnlosen Tempo ihres Daseins " $
.Aber wir sind es, bie hier nicht mehr hergehören wir, die wir im Berge dem Leben und dem Tod
tascken zeigte. Nun deckt ihn schon lange Frankreichs Erde. —
Dann gingen die Eltern fort. Da gab es schon mehr Kinder, die laut meinten. Aber der Lehrer beruhigte alle. Er holte feinen schwarzen Kasten hervor und spielte einige Liedchen. Wir dursten auch einmal „singen", mehrstimmig natürlich. Dann wurden uns Bilder gezeigt, eine Geschichte hörten wir auch. Zum Schluß erhielt jedes Kind ein Geschenk. Wir konnten nach Hause gehen. Die Mütter warteten am Schultor. —
So sind nun wieder Tausende und aber Tausende deutscher Kinder auf dem Weg, um in der Schule eine zweite Heimat zu finden. Umhütet von mütter- licher Liebe konnten die Kleinen bis jetzt dahinleben, spielen und wieder spielen. Sie waren Herr ihrer Zeit, manchmal sogar die Herren des Hauses. Nun kommt der Staat und befiehlt: Du mußt zur Schule!
Die Kinder freuen sich, denn nun fühlen sie sich als „Große". Mit Stolz werden sie den neuen Ranzen tragen. Monatelang haben sie schon davon gesprochen, daß sie jetzt in die Schule kommen. Ihr Wunsch ging in Erfüllung.
Für bie Eltern freilich mischt sich in die Freube der Kinder etwas Wehmut. Sie denken vielleicht an das viele Lernen, das nun beginnen soll, an die „bösen" Buben, mit denen nun ihr Kind in Berührung kommt unb vieles anbere. Aber sie sollen hier nicht zu schwarz sehen. Kind ist Kind. Sie haben ja immer noch den Schutz des Elternhauses.
Denken wir doch auch daran, wie wichtig gerade die Schule für die Erziehung der Kinder ist. Besonders in den ersten Jahren will das eigentliche Lernen kaum etwas besagen. Aber daß die kleinen Kerlchen sick nun einfügen müssen in eine größere Gememsckaft, das ist von allergrößter Bedeutung und die beste Vorbereitung für das Leben. Hier in
Koloniales Gedenkjahr -1934
OieSchulaufnahmeder ABL-Gchützen
Wenn wir in einer stillen Stunde mit unfern Gedanken zurückwandern und uns an die Kinder- zeit erinnern, dann tauchen aus dem Meer der Vergangenheit einzelne Tage unb Stunben wie Er- innerungsinfeln grüßend hervor. Es find solche Ereignisse, die sich oem kindlichen Gemüte unauslöschlich einprägten, und wenn sie freudiger Natur waren, so können sie uns heute noch wie Sonnenstrahlen das Leben erhellen.
Für bie meisten Menschen ist der Tag der Schulaufnahme sicher auch eine solche Erinnerungsinsel. Wir sehen uns im Geiste, geführt von ber mütterlichen Hanb, bie Treppen jenes hohen Hauses, das wir immer mit gehöriger Achtung von außen betrachtet hatten, hinaufsteigen unb in ben großen Saal treten. Dort stauben schon zahlreiche Frauen mit Kindern, zum Teil waren es Bekannte, aber auch viele frembe Gesichter tauchten auf. Unsere Augen hielten Ausschau nach bem Mann, von dem wir zwar schon gehört hatten, daß er ganz gut fei, aber uns erjefrien er doch wie ein Mensch aus einer andern Welt. Nun sahen wir den Lehrer. Er hatte eine Liste in ber Hand und fing an, unsere Namen zu verlesen. Wir erhielten unsere Plätze. Da gab es schon bei einigen verzärtelten Kindern die ersten Tränen, als sie sich von der Mutterhand lösen mußten. Andere wieder waren ganz vergnügt und plauderten ruhig weiter. Neben mir saß ein schwarz- lockiges Bürschlein, dessen Mund keinen Augenblick stillstand. Er zeigte mir feine neuen Hosen und die zwei großen Taschen. Das war für mich natürlich etwas ganz Besonderes, denn die Kleider der kleinen Fünfjährigen hatten zu unserer Zeit noch keine Taschen. Und so oft ich meinen Schulkameraden später im Leben traf, mußte ich an jene Stunde denken, in der er mir seine schönen Hosen-
Der Reichskolonialbund hat mit Zustimmung der zuständigen Stellen bei der Reichsleitung der NSDAP, einen Aufruf zur Veranstaltung eines deutschen kolonialen Gedenkjahres erlassen zur Erinnerung an den Erwerb der deutschen Kolonien vor 50 Jahren und zur Bekundung des kolonialen Willens des gesamten deutschen Volkes. Höhepunkt dieser Veranstaltung soll ein allgemeiner deutscher Kolonial-Gedenk- tag am 8. Iuli sein.
Der Sinn dieses Gedenkjahres ist nicht, wie aus gewissen Presseäußerungen entnommen werden könnte, lediglich der einer Traditionsfeier, und sein Zweck steht keineswegs irgendwie im Widerspruch zu den grundsätzlichen Forderungen des Führers hinsichtlich der nationalsozialistischen Bodenpolitik der Zukunft. Der Führer hat seine programmatische Forderung in Punkt 3 des Parteiprogramms „Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und zur Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses" aufgestellt. In feiner großen Reichstagsrede vom 23. März 1933 hat er ausgeführt: „Wir wissen, daß die geographische Lage des rohstoffarmen Deutschland eine Autarkie für unser Reich nicht zuläßt" und hinzugefügt, daß wir die Verbindung mit der Welt nötig haben, und daß die Arbeit für den Absatz der deutschen Waren in der Welt viele Millionen deutscher Volksgenossen ernährt. Was die Versorgung mit Rohstoffen aus eigenen Kolonialgebieten anbetrifft, hat er bereits am 11. Februar 1933 dem Vertreter des „Sunday-Expreß" gegenüber erklärt, daß Deutschland koloniale Bestrebungen keineswegs aufgegeben habe, ,und daß auch dieses Problem gerecht gelöst werden müsse, unb er sagte wörtlich: „Es gibt eine große Menge Dinge, die Deutschland aus ben Kolonien beziehen mutz, unb wir brauchen Kolonien genau so nötig wie irgenb eine anbere Macht." In seinen Erklärungen gegenüber bem Vertreter ber „Daily Mail", Warb Price, vom 18. Oktober 1933 (23. B. 293 vom 20. Oktober 1933) hat er erneut zum deutschen Raumproblem
Bornotizen.
' — Tageskalender für Dienstag!
Stadttheater, 20 bis 22,30 Uhr „Robinson soll nicht
1 sterben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gold". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung.
Anordnung des Landesbischofs zum 1. Mai.
Eingedenk ihrer hohen Aufgabe, durch Darbietung des Evangeliums dem Volke zu dienen, begeht die evangelische Landeskirche in inniger Volksverbundenheit die Feier des 1. Mai. Einer Anregung des Herrn Gaupropagandaleiters Müller- Scheld folgend, ordne ich an, daß in allen evangelischen Kirchen unseres Landes am Vorabend des 1. Mai feierliche Gottesdienste gehalten werden. 3n Lied, Gebet und predigt soll die reformatorische Erkenntnis vom Segen der Arbeit als einem Gottesdienst und zugleich der aufrichtige Dank zum Ausdruck gebracht werden, den wir dem allmächtigen Gott schulden, daß er uns den Führer geschenkt hat, dem es gelungen ist, in der Zeitspanne eines Jahres Millionen deutscher Menschen der Verzweiflung zu entreißen und ihnen wieder Arbeit und Vrot zu schaffen. In besonderen Fällen kann an Stelle der Abendfeler ein F r ü h g o t t e s d i e n st am 1. Mai abgehalten werden.
Wer wagt es, noch abseits zu stehen?
Don ber Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront wirb mitgeteilt: Arn 1. Mai, bem Tag ber nationalen Arbeit, werben bie Reihen ber Deutschen Arbeitsfront geschloffen.
Die Deutsche Arbeitsfront ist die einzige Organisation, bie alle schaffenben Volksgenossen vom Werkbirektor bis zum Lehrling, vorn Architekten bis' zum letzten Bauarbeiter umfaßt.
Sie verkörpert bie große beutsche Volks» gemeinschaft. Welcher rechtschaffene Deutsche will sich freiwillig aus biefer Gemeinschaft ausschließen? Die Deutsche Arbeitsfront führt Millionen schasfenbe Volksgenossen aus ihrem täglichen zermürbenben Lebenskampf hinauf zu einer lebendigen Mitwirkung beim organischen Aufbau unseres Staates.
Jebes Mitglied wirb als wertvolles Glied einer Wirtschaftszelle burch bie Arbeitsfront belebt, geschützt unb vorwärts getragen.
Welche Gefolgschaftsleute unb welche Führer ber Betriebe wollen sich ihrer Pflicht ber unbedingten Verbundenheit ben Volksgenossen gegenüber unb ihrer Verantwortung vor bem Führer unb ber Na- tion freiwillig unb bewußt entziehen?
Bedenkt immer wieder: Es gehtumDeutsch- land, um unser endlich miebergefunbenes Deutsch- land!
Die Lotterie
der nationalsozialistischen Idee.
Wieviel Lotterien sind schon ins Leben gerufen worben! Aber hat je eine daran gedacht, Gewinne für viele zu bringen? Bisher hat noch jede Geldlotterie das Hauptinteresse auf einen ansehnlichen Hauptgewinn gelenkt. Nur einer konnte wirklich durch sie Glück finden... Da erwachte plötzlich unter Adolf Hitler s Führung im deutschen Volke das einzigartige, nationalsozialistische Empfinden, das nicht erlaubt, baß nur ein Einzelner glücklich werde, sondern das Glück und Wohlergehen aller unserer Brüder, Freunde und Kameraden, also aller Volks- genossen ins Auge faßt. Und aus diesem starken, völkisch-kameradschaftlichen Empfinden reifte die Idee ZU einer wahren nationalsozialistischen Lotterie, die vielen Deutschen etwas bringen
dahin Stellung genommen, daß Deutschland zu viel Menschen auf seiner Bvdenfläche habe und es im Interesse der Welt liege, einer großen Nation die erforderlichen Lebensnotwendigkeiten nicht vorzuent- halten. Deutschland sei genau so fähig, Kolonien zu verwalten und zu organisieren wie andere Völker, und die Frage der Zuteilung kolonialer Gebiete werde auf dem Wege von friedlichen Verhandlungen zu lösen sein.
Die Rückgewinnung ber Kolonien hat aber nach Ansicht des Reichskolonialbundes neben ber Sicherung der Versorgung der Heimat mit kolonialen Rohstoffen und der Erschließung eigener überseeischer Absatzgebiete für bie heimische Arbeitsbeschaffung vor allem auch ben Zweck, bem stetigen Abströmen bes deutschen Bevölkerungsüberschusses in frembe Länder Einhalt zu gebieten und bie deutsche überseeische Auswanderung, soweit sie in Zukunft noch stattfindet, in eigene nationale Siedlungsgebiete überzuführen, zur Erhaltung des Volkstums im Sinne bes Grunbgebankens von Blut unb Boben.
Der Reichskolonialbund will daher bas koloniale Gebenkjahr burchführen nicht nur als eine Aeuße- rung bes Dankes für bie großen Taten unserer Kolonialpioniere burch ein ganzes Menschenalter hinburch, fonbern auch als Bekundung des Willens des deutschen Volkes, seine verletzte koloniale Ehre wieder herzu stellen und fein gleiches Recht unter den Völkern auch auf kolonialem Gebiete, sowie die Erfüllung seiner kolonialen Notwendigkeiten zu fordern. Der Aufruf des Reichskolonialbundes hat daher im ganzen deutschen Volke ein lebhaftes Echo gefunden, und der koloniale Gedenktag des 8. Juli wird im einmütigen Zusammenwirken aller in Betracht kommenden Stellen mit dem Reichskolonialbund zu einem wahren deutschen Volkstag ausgestaltet werden.
Kolonialdeutsche und Kolonialfreunde wollen sich zwecks Anschluß melden bei O. W. Baller, Frankfurt am Main, Postfach 1682, Fernruf 63 250.
Diskrete Musik erklingt, eine Menukarte wird uns überreicht, Kellner huschen; vor den Fenstern lachen verächtlich bie Bergbohlen. Der Sitz wird uns zu warm unter unfern braven, gewachsten Hofen: alter Robby, ist bies für bieses Jahr das Ende unserer ehrlichen Skifahrerlaufbahn? Wie sollen wir jemals wieder unfern anständigen Brettln in die Augen schauen? Aber nun heißt's durch. Und wir beginnen mit Hummern in Gelee und enden mit Halbgefrorenem ä la Sevilla. Bisher war es unsere Gewohnheit gewesen, auf sonne- und windumstossenen Gipfeln Speck, Delfarbinen und Dörrpflaumen zu verzehren.
Man muß seine Schmach bis zu Ende durchleben: nun noch ein Mokka in der Bar. Tiefe, herrliche Sessel, Mixbecher, ein Barkeeper; man glaubt sich in Berlin W. und ist es auch, ein Blick in die Runde bestätigt es. Wir werden mit großem Interesse angestarrt, gleich wird man die Feldstecher auf uns riffrten, wie auf die erhofften Gemsen, die doch meistens Ziegen sind. Robby, alter Junge —
So, nun erhebe dich, Genosse meiner Schmach, nun wollen wir sehen, ob Hummer und Halb- gefrorenes, und was dazwischen lag, uns noch ge» patten, einen Christiania stehend zu durchleben. Schamvoll niedergeschlagenen Auges schnallen wir oie Brettln an, sie, die uns durch die Nebel- und ^chneeeinsamkeiten der Dreitausender getragen haben; verwundert besehen sie sich die sanfte xibene —
Was kreuzt unfern milden Lauf?!! Seltsame, große Tiere wandern gekrönten Hauptes durch den ? !5ren Insten schwarzen Augen steht Heimatlosigkeit. Renntiere sind es, hier herauf ver- um Herren und Damen auf kleinen Schlit- Sin anarh>e«nne»^tUt burd) ben Schnee zu ziehen, den TmnUn U£terfQnS.en' bei dem die Tiere mit unh hiJ Sfl((ÖQUfn(,n,t tiefen Schnee versinken Sendiinn en' ?° ^J’ewufet ihrer hochalpinen hPimnJhn' .^regende Photographien für die Da- beimgebliebenen anfertigen. Berlin-W. muß seine Rob^n Penntier schweigt. Nur
Robby schweigt nicht, doch was er sagt ich schwer baiuwar.sch und entzieht sich der Äiedergab?
Neben uns üben im Schweiße ihres Anaestckts ein Bager aus München und ein Preuße aus Ber^ in. Bayern ist in kurzen Krachledernen M handfest treuherzig und bodenständig; Preußen in wun- b7barem Skäreß, ist smart und charmant. Können tun sie beide nichts, sind sich aber von Herzen klar
Zeitschriften.
Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik, Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde — Diese prächtig ausgestattete, mit wertvollen Beiträgen und zahlreichen schönen Ab- bildungen und Bildtafeln'versehene Monatsschrift, die in gutverständlicher Darstellungsweise über das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und Technik berichtet, wendet sich an jeden Natur- und Heimatfreund. Der neue Jahrgang hat soeben begonnen. In jeder Hinsicht kann der „Naturforscher" zu den führenden naturkundlichen Zeitschriften gerechnet werden. Die wertvollen Bestrebungen, unsere Wälder als ewige Kraftquelle für Körper und Geist in ihrer natürlichen Gestalt zu erhalten, findet heute überall großen Widerhall. In den vergangen nen Jahrzehnten sind große Teile unserer Wälder unter alleiniger Berücksichtigung wirtschaftlicher Grunde verschandelt und jeglicher Reize beraubt worden. Heute hat man Wege gefunden, die es er- möglichen, durch Waldpflege und Waldschuh die gleiche Nutzung zu erzielen, ohne daß dadurch die Schönheit der Waldnatur verloren geht. Hierüber berichtet im Aprilheft Geheimrat Prof. Dr. Fabri« cius in seinem mit vielen Bildern geschmückten Beitrag „Urwald und Kulturwald". Privatdozent Dr. Ernst Nowack zeigt auf Grund feiner eigenen Beobachtungen und Aufnahmen, daß sich vor unseren Augen auf dem Balkan Erdumgestaltungen von solchem Ausmaß vollziehen, daß wir sie den früheren Umgestaltungen des Erdkörpers (z. B. Entstehung der Alpen) mit Recht an die Seite stellen können Zu einem anderen Gebiet der großen Fragen führt uns Privatdozent Dr. ten Brüggen- cate m seinem Aufsatz über die „Entwicklung der Sterne" und zeigt, wie man aus der Lichtmenge und Lichtbeschaffenheit auf den Zustand der Sterne schließt. Besonders reizvolle Beobachtungen von „seinen" Wanderfalken gibt Volkmar Graumüller wieder. Der Verfasser hat allen Gefahren und Beschwerden zum Trotz in einem als Beobachtungskorb hergerichteten Wäschekorb bis zu 34 Stunden hintereinander, 65 Meter über der Talsohle schwebend, ausharren können, um zuzusehen, wie die Wanderfalken in einsamer Höhe leben. Prächtig« Bilder lohnten die Geduld und Anspannung.
im Frack eilen umher. Das gibt uns doch einen U. schmerzlichen Riß in unsere skihüttenerfüllten Herzen; stä Robby verstummt wieder. M
Aber man muß dem Feind begegnen, indem man chn angxeift: wir setzen uns zu Tisch.


