Einzelbild herunterladen

m. 89 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, (7. April

Oer 1. Mai im Gau Hessen-Nassau.

Zwei Millionen schaffender Menschen marschieren in den 38 Kreisen des Gaues auf. Lieber eine Million Hakenkreuzsahnen wehen über allen Straßen. Gauleiter pg. Sprenger wird in Frankfurt a. M. aus der Ostparkwiese die aufmarschierten Zweihunderttausend begrüßen.

Der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Pg. Müller-Scheld gibt als allein verantwortlich für die Ge- ftaltung und Durchführung des 1. Mai nachfolgende Richtlinien bekannt:

Keine Organisation, gleich welcher Art, keine Be­hörde und keine Dienststelle irgend einer Partei- oliederung darf für den ganzen Gau bestimmte Anordnungen treffen und veröffentlichen, die mir nicht zur Genehmigung Vorgelegen haben. Unter­nehmungen irgendwelcher Art anläßlich des 1. Mai, die nicht von mir angeordnet sind, werden ver­boten.

Die Bedeutung des Nationalen Feiertags des deutschen Volkes besteht darin, der ganzen Welt zu zeigen, mit welch unerhörter Geschlossenheit das gesamte schaffende deutsche Volk hinter seinem Führer Adolf Hitler steht und ihn dadurch bei den fast übermenschlichen Anstrengun­gen, das Schicksal des deutschen Volkes zu wenden, unterstützt.

Am 1. Mai gibt es außer den Kundgebungen und Feiern, die unter der Führung der NSDAP, stehen, keinerlei Privatinteressen. Ohne Rücksicht auf Rang, Stand und Einkommen marschiert die ge­samte Bevölkerung zusammen.

Oeffentliche Gebäude, Lokomotiven, Straßenbah­nen usw. werden mit Maiengrün und mit Blumen

geschmückt. Millionen Hakenkreuzfahnen wehen allein in unserem Gau über allen Straßen.

Oie Führung der Aufmärsche und Kundgebungen.

Das Gesamtprogramm wird von mir als dem in diesem Fall zuständigen Vertreter des Gauleiters, sowie des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda in engster Zusammenarbeit mit dem Landesobmann der NSBO. Hessen und Bezirks­leiter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Willy Becker entworfen und überwacht.

In den 38 Kreisen des Gaues sind verantwort­lich für die Gestaltung und Durchführung meiner Maßnahmen die Kreispropagandaleiter in engster Zusammenarbeit mit den Kreisbe­triebszellenobmännern. Sie haben die geplanten Maßnahmen mit dem zuständigen Kreis­leiter zu besprechen, dem die letzte Entscheidung zu­steht. Die Kreispropagandaleiter bestimmen Leiter für die geplanten großen Aufmärsche und ziehen sich geeignete Fachberater für die einzelnen Aufgaben heran. Mit der Gestaltung des Rahmens zu den großen Kund­gebungen sind künstlerisch hochstehenoe Architekten zu beauftragen. Diese Tätigkeit der Architekten ist ehrenamtlich und bedeutet eine besondere Auszeich­nung.

Festfolge im Gau Hessen-Nassau.

Von dem umfangreichen Programm in Berlin werden nur zwei Parallelveranstaltungen für den ganzen Gau angesetzt.

1. Um 9 Uhr findet im Lustgarten in Berlin eine Kundgebung der Berliner Schuljugend in Gegenwart von Vertretern der Reichsregierung und der Behörden statt.

In unserem Gau marschiert die gesamte Schul­jugend einschließlich der Mittel-, höheren, Fach- und Hochschulen unter Führung der HI. auf. Sie haben sofort die Stärke ihrer Beteiligung den zu­ständigen Ortsgruppenleitern zu melden, die die Meldungen umgehend an die Kreispropagandaleiter weitergeben. Bei diesem Aufmarsch der Jugend sind übergroße Kundgebungen zu vermeiden. Viel­mehr sind in den großen Städten sowie in den übrigen Kreisen mehrere Kundgebungen anzu­setzen, um Ueberanstrengungen der Beteiligten zu vermeiden. (Z. B. in Frankfurt etwa: Vor dem Schausp.ielhaus, auf dem Opernplatz, Römerberg.) Die HI. meldet den zuständigen politischen Kreis­leitern, welche Redner sie für diese Kundgebungen in Vorschlag bringt. Es kommen nur ganz starke Redner in Frage. Sollte die HI. über geeignete Redner nicht in genügender Anzahl verfügen, so sind von den Kreispropagandaleitern bei der Gau- propagandaleituna sofort entsprechende Kräfte an­zufordern. Die Ansprachen, die vor der Uebertra- gung der Berliner Kundgebung gehalten werden, dürfen 10 Minuten nicht überschreiten. Sollte die Berliner Uebertragung infolge Versagens der Apparatur gestört werden, so haben die Leiter dieser Kundgebungen von sich aus die Aufmärsche mit einer entsprechenden Rede beschließen zu lassen. Bei diesen Iugendaufmärschen ist wiederum beson­ders auf gute Disziplin zu achten. Entstehende not­wendige Unkosten siehe Kapitel Unkostendeckung.

2. Um 16 Uhr geht voraussichtlich der Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld vor sich mit der Rede des Führers und dem feierlichen Gelöbnis der Mitglieder des Vertrauensrates der Betriebe. Auch im Gau Hessen-Nassau finden zu diesem Staats­akt überall große Aufmärsche im Freien statt, an denen sich die gesamte schaffende Bevölkerung be­teiligt. In den größeren Städten sind Zentral- kundgebungen zu organisieren. In den Land­kreisen dagegen können je nach Notwendigkeit mehrere Kundgebungen gestaltet werden.

Außerdem wird voraussichtlich Gauleiter [ Sprenger in der Rächt vom 30. April f auf den 1.7Nai auf der Lorelei den ersten r Spatenstich zum Bau des ersten Thlngplahes r im Gau vollziehen.

Bei diesen Kundgebungen ist vor allen Dingen darauf zu achten, daß die Teilnehmer nicht durch stundenlanges, nutzloses Herumstehen, sowie durch andauernde Stockungen während des Aufmarsches ermüdet und dadurch mißgestimmt werden.

Die Kreispropagandaleiter haben umsichtige und energische Aufmarschleiter auszusuchen (mög­lichst ehemalige Soldaten oder anerkannt energische Organisatoren).

Alle Betriebe, Innungen, Fachgruppen, Bauern­schaften usw. melden rechtzeitig schriftlich dem zu­ständigen Kreispropagandaleiter die Zahl ihrer

Teilnehmer. _ , ..

Auch den Hausangestellten muß Gelegenheit ge­geben werden, an den Aufmärschen und Feiern tei^unehmen Qrfcf)(eifer haben auf Grund dieser Meldungen genau festzustellen, welche Länge der Zug bei Zwölferrechen voraussichtlich haben wird. Nach dieser Berechnung sind die Auf­marschzeiten genau festzulegen.

Die Antrittszeiten und -orte sind ebenfalls mi­nutiös zu errechnen. Wenn dies ^fchehen ist wird das Antreten und der gesamte Aufmarsch sich in unermüdlicher Folge abwickeln. Die angedeutete Zwölferreihe ist nach Möglichkeit einzichalten Wo ftdoch die Straßenverhältnisse dies nicht zulassen, sind Achter- oder Sechserreihen zu wählen.

Die Aufmarschleiter haben die Platze für die Kundgebung genau emzuteilen und diese Einteilungen so zu kennzeichnen daß jede Gruppe weiß, wo sie sich aufzustellen hat.

Oie Festzüge.

In den Festzügen marschiert das schaffende deut­sche Volk, eingeteilt in die Belegschaften der einzel­nen Betriebe, oder wo dies notwendig ist, in Be­triebs-, Fach- oder Berufsgruppen.

Dazwischen marschieren von der SA. und HI., dem Deutschen Arbeitsdienst, der Reichswehr und der Polizei nur Ehrenabteilungen mit Ka­pellen und Fahnen. Die einzelnen Ehrenabteilun­gen dürfen jeweils die Stärke von einhundert­zwanzig Mann nicht überschreiten und mar­schieren in Marschkolonnen in Achterreihen. Diese Formation ist aus Gründen der Einheitlichkeit des gesamten Zuges streng einzuhalten.

Alle andere nSA. - und HI. - Kamera­den marschieren mit den Belegschaf­ten ihrer Betriebe nicht uniformiert.

Die hpssischen Kreisleitungen setzen sich direkt mit der Reichswehr in Gießen in Verbindung und fordern Abteilungen für die Festzüge an.

Vereine und Verbände irgendwel­cher Art und studentische Korporatio­nen können als solche nicht mitmarschieren: sie haben aber ihre Fahnen mit je zwei Begleitern im Zug mitmarschieren zu lassen. Diese Fahnen wer­den mit den übrigen Fahnen zu großen Fahnen­gruppen innerhalb der Züge zusammengefaßt. Bei den Riesenzügen in den größeren Städten sind mehrere solcher Fahnengruppen auf die Züge zu verteilen.

Kleidung der Festteilnehmer.

Da der 1. Mai der Ehrentag der deut­schen Arbeit ist, marschieren alle in Arbeits­kleidung.

Stöcke und Regenschirme dürfen nicht mitgeführt werden. Ebenso wird in den Zügen unter keinen Umständen geraucht.

Die einzelnen Berufsgruppen, wie Friseure, Bäcker, Metzger, überhaupt Handwerker jeglicher Art marschieren in ihrer Berufstracht. Nur die- senigen Volksgenossen der Deutschen Arbeitsfront, die bereits ihren Festanzug besitzen, können in diesem erscheinen. Sie sind aber jeweils innerhalb der einzelnen Gruppen zusammenzufassen.

Für diejenigen Volksgenossen, die bei keiner der obenerwähnten Gruppen organisiert sind und doch im Zuge mitmarschieren wollen, ist für jeden Festzug ein Führer, sowie ein Sammelplatz zu be­stimmen. Es darf keinem deutschen Volksgenossen verwehrt sein, bei diesen Zügen mitzumarschieren.

Arbeitslose schließen sich ihren Berufsgruppen an. Wo dies nicht möglich ist, marschieren sie mit den obenerwähnten Sammelkommandos.

Die Aufmarschleiter haben dafür zu sorgen, daß das Marschtempo der Züge an der Spitze so geregelt wird, daß unter keinen Umständen die nachfolgenden Abteilungen nicht mitkönnen und in­folgedessen große Lücken entstehen. Die Marsch­kolonnen müssen als eine einzige dichtauf- e i n d e r f o l g e n d e Säule aufmarschie­ren, damit ein gewaltiger Eindruck der Geschlossenheit erzielt wird.

Alle im Gau a u f m a r s ch i e r e n d e n Volksgenossen sind durch den Gau gegen Unfälle versichert. Kreise und Ortsgruppen haben von einer Sonderversicherung Abstand zu nehmen.

Antreten.

Alle Belegschaften sind rechtzeitig in ihren Be­trieben zu versammeln und marschieren zusammen mit der Betriebsleitung einschließlich aller Beamten und Angestellten unter Führung des zu- ständigen Betriebszellenobmanns der NSBO. zu den verabredeten Sammelplätzen.

Die Kapellen. Es ist wiederholt festgestellt worden, daß bei solchen Aufmärschen sich die Kapellen gegenseitig stören und es dadurch den Marschierenden unmöglich machen, Schritt zu hal­ten. Die Aufstellung der Kapellen ist deshalb unter Hinzuziehung der Kapellmeister so vorzubereiten, daß eine solche Störung vermieden wird. Außer­dem ist es zweckmäßig, anzuordnen, in welcher Reihenfolge die Kapellen spielen, so daß die zweite Kapelle erst dann mit ihrem Spiel beginnt, wenn die erste geendet hat usw.

Festwagen und Sondergruppen.

In Berlin wird neben den großen Aufmarsch­kolonnen ein Festzug in einer ungefähren Länge von 1500 Meter besonders aufgestellt. Aus ver­schiedenen Gründen ist die Bildung ähnlicher großer Sonderfestzüge innerhalb des Gaues nicht zweck­mäßig. Ich ordne daher an, daß am Anfang aller Marschkolonnen einige auserlesen

schöne Fe st wagen fahren oder Sonder- gruppen marschieren. Diese Festwagen und Son­dergruppen müssen Motive des Bauerntums, des Handwerks, sowie sonstiger Berufs­zweige enthalten. Diese Wagen und Sonder­gruppen sind in engster Zusammenarbeit mit den Kreiswarten der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" durchzuführen, die wiederum mit ihren zuständigen Volkstumswarten die geplante Gruppe besprechen. Es ist darauf zu achten, daß diese

Wagen rechtzeitig vor den Festplätzen abgeleitet weroen, damit sie die Aufstellung nicht hemmen. In den ganz großen Städten des Gaues, in denen mehrere Kolonnen aufmarschieren, sind diese Wagen nach beendigtem Aufmarsch zusammenzufassen und nochmals als geschlossener Zug durch große Straßen zu fahren. Bei diesen Festwagen und Sonder­gruppen ist jede Maskerade (auch historische Grup­pen) zu vermeiden. Auch darf keinerlei Geschäfts­reklame damit verbunden werden.

Allgemeines.

Ich verbiete der nichtmitmarschierenden Be­völkerung, daß sie, wie dies im letzten Jahr vor­gekommen ist, aus den Fenstern Zigaretten, Scho­kolade, Blumen usw- in die marschierenden Kolon­nen wirft. Ich lasse jeden Fall dieser Art rücksichts­los verfolgen. Wer das Bedürfnis hat, den Mar­schierenden Erfrischungen zu reichen oder sonstioe Aufmerksamkeiten zu erweisen, soll sich die Mühe machen, auf die Straße zu gehen und die Er- friscyungen in den Zug hineinzureichen. Sollte den­noch es jemand wagen, Dinge aus den Fenstern in die Kolonnen hineinzuwerfen, so erwarte ich von den marschierenden Volksgenossen, daß sie von einem solch unwürdigen Verhalten keinerlei Notiz nehmen und die Dinge auf der Straße liegen lassen.

Oie Gestaltung der Aufmarschplätze.

Ueberall sind weit sichtbare, architektonisch wuch­tige Tribünen zu errichten, auf denen neben der Leitung Kapellen, Fahnen sowie die Lautsprecher­anlagen aufgestellt werden können. Es ist hier­bei auf den Stand der Sonne um 16 Uhr besonders zu achten, die die Auf­marschierenden nicht belästigen darf. Um diese Tribünen sind entsprechende Masten für riesige Hakenkreuzfahnen zu errichten. Diese Haken­kreuzfahnen müssen die übliche Größe noch über­treffen und sind rechtzeitig in Auftrag zu geben. In der Nähe der Tribünen oder in der Mitte des Platzes, je nach der örtlichen Lage, sind große M a i b ä u m e aufzustellen. (Näheres siehe ange­deutete Richtlinien. des Ministeriums.) Es ist bei der Gestaltung der Aufmarschplätze darauf zu achten, daß allen Teilnehmern sich das Symbol des Haken­kreuzes unauslöschlich einprägt.

Außer den Hakenkreuzfahnen dürfen um die Tribünen nur noch das Symbol der Deutschen Ar­beitsfront gezeigt werden, sowie das Hoheitszeichen Verwendung finden.

Es ist dafür Sorge zu tragen, daß auf den Auf­marschplätzen genügend Stände mit Erfri­

schungen, vor allen Dingen mit Milchausschank, aufgestellt werden. Alkoholausschank ist möglichst zu beschränken. Ich ersuche die Kreispropaganda­leiter, dafür Sorge zu tragen, daß vor allen Din­gen nichtalkoholische Getränke zu mäßigen Preisen zu haben sind.

Sanitätsstationen mit telephonischer Ver­bindung, sowie Bedürfnisan st alten für beide Geschlechter sind ausreichend vorzubereiten. Auch sind bei den Aufmarschplätzen der Großstädte Telephonzellen vorzusehen. Sanitäts- a u t o 5 sind bereitzuhalten.

Mit den Stadtverwaltungen ist zu vereinbaren, daß Träger des Festabzeichens für Straßenbahn und Omnibus am 1. Mai eine Fahrpreisermäßi­gung erhalten.

Unkostendeckung.

Soweit Unkosten nicht durch den Verkauf des Festabzeichens gedeckt werden können, haben die Kommunen entsprechend beizusteuern. Dies gilt auch für die Iugendkundgebungen am Vormittag. Die Herren Oberbürgermeister und Bürgermeister werden die führenden Industriellen, Geschäftsleute und Körperschaften zusammenberufen und durch eine Mnlage die Unkostenfrage regeln. Es ist für jede Kommune Ehrensache, ohne Rück­frage die Angelegenheit zu ordnen.

Ordnungsdienst.

Die gesamte Absperrung der Aufmarschstraßen, sowie der Aufmarschplätze hat die SS. Wo nicht genügend SS. vorhanden ist, ist SA. anzufordern. Polizei soll hierbei nicht in Erscheinung treten. Der gesamte Ordnungsdienst ist bei aller Energie mit der nötigen Höflichkeit durchzuführen. Kameraden, die sich hierzu nicht eignen, sind im Hintergrund zu halten.

Abmarsch.

Der Abmarsch der Massen nach Schluß der Kundgebung erfolgt nicht im geschlossenen Zug, sondern betriebst oder abteilungsweise.

Oer Abend des l.Mai.

Der Abend soll im Zeichen echter Volksfreude stehen. Alle Lokale haben ihre Säle und Wirts­stuben der großen Bedeutung des Tages entspre­chend festlich mit Blumen und Haken­kreuzfahnen zu schmücken. Außerdem haben alle Wirte für entsprechende Musik zu sor­gen. Kein Wirtszimmer, kein Saal, in dem nicht an diesem Tag fröhliche Lieder, deutsche Tanzweisen und Märsche erklingen! Schlager der liberalistischen Zeit sind zu vermeiden.

Ich verzichte auf große Festlichkeiten durch Parteigliederungen, so wie mir solche empfohlen wurden. Dafür erwarte ich aber, daß alle Wirte, der Bedeutung des Nationalen Feiertags entsprechend, das Aeußerfte aufbieten, um ihren Gästen ein paar heitere Stunden zu er­möglichen. Dazu gehört vor allen Dingen auch, daß weder irgend ein Eintritt erhoben, noch

irgendwelche Aufschläge auf Speisen und Getränke gelegt werden. Ebenso wünsche ich nicht, daß Tanzabgaben erhoben werden. Vor allen Dingen aber erwarte ich, daß alle Wirte ein ganz billiges Essen vorbereiten, so daß es auch Volksgenossen mit geringem Verdienst mög­lich ist, einmal zur Entlastung der Hausfrau mit ihren Angehörigen außerhalb des Hauses zu essen.

Die NS.-Hag o bereitet notwendige Bespre­chungen vor, um ein Einheitsessen im ganzen Gau (etwa eine gute Suppe mit Wurst für 30 Pfennig pro Person) zu ermöglichen.

Besonnene Parteigenossen sind überall für Streifen durch alle Lokale vorzusehen, Trunken­bolde und Streitsüchtige sind sofort zu entfernen.

Feuerwerk und Fackelzüge sind in An­betracht der großen Unkosten unerwünscht!

Notwendige Vorbereitungen.

Die Kreispropagandaleiter rufen nach vorheriger Besprechung mit den Kreisbetriebszellenobmännern und den Kreisleitern alle Führer der einzelnen Parteigliederungen, sowie die zuständigen Vertre­ter der Behörden zu einer grundlegenden Bespre­chung zusammen. Zu dieser Besprechung sind vor allen Dingen auch die Vertreter der Polizei, sowie der Straßenbahn- und Omnibuslinien zuzuziehen, damit rechtzeitig alle Verkehrsmaßnahmen getroffen werden können. Die Aufmarschstraßen müssen unter allen Umständen von jeglichem Fährverkehr freige­halten werden. Straßenbahn- und Omnibuslinien sind für die Stunden des Aufmarsches umzuleiten und dies nicht möglich ist zu sperren.

Zu den Besprechungen sind ferner ganz besonders die Vertreter der Forstbehörden zuzu­

ziehen, mit denen wegen des Schmucks der öffent­lichen Gebäude, der Eisenbahnen, Straßenbahnen und Postkraftwagen genaue Vereinbarungen zu treffen sind. Es ist hierbei auf folgendes zu achten: Hauptsächlich kommen als Maiengrün Birkenreifer in Frage. In vielen Teilen des Gaues ist der Bir­kenbestand sehr gering und ist durch zu starke In­anspruchnahme in Gefahr, vernichtet zu werden. Deshalb ist nur das notwendigste Grün in An­spruch zu nehmen. Die Kreisleitungen machen bei den zuständigen Forstbehörden Sammelbestellungen. Einzelpersonen dürfen nicht selbstän­dig Maiengrün aus den Wäldern holen. Uebertretung dieser Anordnung ist aufs rücksichtsloseste zu ahnden.

An die Bevölkerung!

Dolksgenossinnen und

Unser Führer Adolf Hitler hat in noch nicht anderthalb Jahren fast vier Millionen der Arbeits­losigkeit entrissen. Den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai mit ausgestalten helfen und bereichern, bedeutet Dank an Adolf Hit - l e r. Wer diesem Feiertag gleichgültig gegenüber« steht, steht dem Aufstieg des deutschen Volkes feind­lich entgegen.

Darum H a k e n k r e u z f a h n e n heraus, denn sie find das Zeichen des Führers! Schmückt eure Häuser! Jede deutsche Familie zeigt wenig­stens eine Hakenkreuzfahne. Stellt Blu­men in die Fenster! Verseht euch rechtzeitig mit dem Festabzeichen.

Der 1. Mai muh wiederum den einheitlichen, unhemmbaren Aufstiegswillen des deutschen

Volkes der ganzen Welt zeigen.

gez. Müller-Scheld.

Volksgenossen!

Eröffnung des Programms zum 1. Mai für den Gau Hessen-Nassau im Schauspielhaus in Frankfurt a. Main vor über tausend Propagandaleitern.

Im Einvernehmen mit dem Gauleiter Pg. Sprenger hatte der Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Müller-Scheld die 38 Kreispropagandaleiter des Gaues, sowie die Propagandawarte aller Orts­gruppen und Stützpunkte nach Frankfurt a. M. ein­geladen. Der stellvertretende Gaupropagandaleiter David Müller, der die Tagung leitete, konnte 1230 Propagandaleiter melden.

Für den dienstlich abwesenden Gauleiter war befe fen Stellvertreter Regierungsrat Reiner erjchie-