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Das Rätsel einer Frühlingsnacht jfioman von Gert Tiothberg.

Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale

1 Fortsetzung Nachdruck verboten!

Ihre Liebe mußte ihm gehören. Und sie gehörte ihm auch, diese beglückende Liebe. Denn unter ihren Bewerbern befanden sich genug reiche Leute, die sie hätte wählen können. Warum denn gerade ihn?

Die Hochzeit fand auf Wunsch Lelias in Rom statt. Der Vater blieb dann gleich dort, und sie reisten.

Monate voll heißen, wilden Glücks. Ein Tug wie der andere. Voll Glück und Sonnenschein.

Und dann reisten sie nach Hause. Nach Schloß Härtlingen.

Lelia konnte leben wie eine Fürstin. Es standen ihr ein Troß von Dienerschaft und der Reichtum ihres Gatten zur Verfügung. Unbekümmert nahm sie alles in Anspruch. Schmeichelnd drückte sie den blonden Kopf an die Brust des Gatten, wenn sie wieder einmal einen Rieseneinkauf in der Haupt­stadt gemacht hatte, und die Rechnungen ihm ins Haus flogen

Die nichtigsten Luxusgegenstände kaufte sie ein; teure, seltene Sachen, und sie freute sich dann daran wie ein Kind.

Und er bezahlte stillschweigend. Hatte seine Freude, weil sie sich freute!

Manchmal hatte er sie auch im Verdacht, daß sie dem Vater heimlich Geld schickte.

Er lächelte darüber; aber Lelia sollte nichts Heim­liches tun. So sagte er ihr einmal ganz beiläufig, daß er für ihren Vater eine monatliche Rente von lausend Mark ausgesetzt habe. Sie werde ihm vom Rentamt überwiesen werden.

Lelia lächelte ihm berückend zu:

Wie gut du bist, Rudolf!"

Die Harmonie blieb. Das große heiße Glück war um ihn.

Und dann dieser Besuch Denjo Holms!

Das waren auch Wochen voll reinstem Frieden.

Nur Venjo war manchmal so eigenartig ge­wesen. Ob er Lelia liebte?

Dann war es vielleicht doch besser, er reiste ab!, hatte er, der Ehemann, sich gedacht.

Denjo fing von der Abreise an. Und er, Härt­lingen, von Eifersucht geplagt, hatte ihn diesmal nicht zurückgehalten.

Einige Wochen nach der Abreise des Freundes dann dieses furchtbare Unglück. Dieses Unfaßliche: Lelias Tod!

Daß er nicht wahnsinnig geworden war!

Es war ihm bis jetzt noch ein Rätsel, weshalb er das alles ertrug!

Wenn er Venjo in diesen schwersten Tagen hatte zu sich rufen können! Doch wer wußte, wo der sich wieder einmal studienhalber umhertrieb. Jedenfalls war er nichl zu finden gewesen.

Bis jetzt hatte er nichts von sich Horen lassen. -Bis dahin nicht. Aber eines Tages würde er da fein.

Von der Tragödie in Schloß Härtlingen wußte er nichts, denn sonst wäre er längst gekommen, hatte er ihn keine Minute länger allein gelassen.

Blau und hell zuckte ein Blitz auf. Ein grollender Donner rollte langgezogen nach. 5)aj Teehaus war fast taghell beleuchtet. Der Regen klatschte zur Erde nieder, und der Sturm heulte in den Lüften.

Durch Nacht und Unwetter schritt der emsame Schloßherr von Härtlingen. .

Der Park war groß. Man konnte sich, m trübes Nachdenken versunken, auf Stunden in ihn verlieren.

Graf Härtlingen blieb stehen. Er war, ohne daß er es beobachtet hatte, auf der Anhöhe angekommen, die Lelias Lieblingsplatz gewesen war.

Mich stört nur eines an diesem wunderschönen Fleckchen hier oben", hatte sie einmal gesagt. Und dann hatte sie hinzugesetzt: .

Daß man von hier aus den Friedhof von Dorf Härtlingen sieht. Das stört mich. Ich kann nichts von Tod und Sterben hören und sehen. Ganz elend wird mir dann."

Ja, Kind, liebes, bann such' dir ein anderes Lieblingsplätzchen aus. Der Park ist idyllisch genug, und du findest sicher etwas anderes", hatte er lächelnd gesagt.

Es war aber doch bei diesem Lieblingsplatz ge­blieben. Diesen Platz hatte er bis jetzt gemieden. Weil er vermeinte, es nicht ertragen zu können, wenn er hierher ginge, wo Lelias schlanke, biegsame Ge­stalt sich so oft auf die weiße Bank schmiegte.

Die Hand des Grafen Härtlingen strich über die nasse Lehne der Bank. Ganz fest gruben sich seine Zähne in die Unterlippe. Der wütende, wahnsinnige Schmerz kam wieder.

Lelia!"

Der Mann keuchte.

Grellgelb leuchtete es drüben auf. Der Donner rollte in nächster Nähe. Der Friedhos mit den hoch­ragenden alten Lebensbäumen war hell erleuchtet. Und war das nicht das große goldene Kreuz auf der Gruft derer von Härtlingen?

Dort schlief Lelia!

Lelia, die ihn allein gelassen. Die so rätselhaft starb! An deren weißem, schlankem Hals man Würg- male fand. Diese Male hatten genügt, um ihn, den Gatten, in den Verdacht zu bringen, er könne seine Frau Unsinn! Die Menschen waren ja wahnsinnig. Er, der Lelia so geliebt hatte, er sollte sie umgebracht haben?

Indizien, die aber nicht ganz genügten!

Er war, von wilder Sehnsucht nach Lelia ge­trieben, viel eher von der Zusammenkunft in der Hauptstadt fortgefahren.

Lelia allein daheim!

Sie roürtie sich langweilen. .

Was sollte er auch hier? Was gingen ihn die Maßnahmen an, gegen die die Agrarier protestieren wollten? Er mußte heim zu Lelia. Sie sollte sich nid) langweilen, sie sollte glücklich sein!

Diese vorzeitige Rückkehr war ihm zum Verhäng­nis geworden. Man verdächtigte ihn!

Behielt ihn wochenlang, monatelang in Haft, sprach ihn dann frei. Aber für feine Mitmenschen blieb er der Verdächtigte. Vielleicht hatte er es doch getan?

Ganz deutlich las er diese Frage auf den Ge­sichtern der Nachbarn, wenn die sich auch Mühe gaben, zu ihm zu halten.

Er zog sich zurück.

Von allen!

Er entließ die Dienerschaft. Er behielt nur den alten Kastellan und dessen Frau bei sich. Wälder, Wiesen, Felder, Gewässer verpachtete er. Der alte Rentmeister drüben verwaltete alles gewissenhaft.

Er aber lebte wie ein Einsiedler dahin. Er emp­fing niemand mehr, und er ging zu niemandem.

Voll Grauen betrachteten die Leute aus den um­liegenden Dörfern das herrliche, alte Schloß.

Was mag sich dort wohl alles abgespielt haben?"

In den Stuben der Bauern und der anderen Dorf­bewohner wurde diese Frage an den langen Winter­abenden immer wieder akut. So leicht beruhigten sich die aufgeregten Gemüter nicht

Von dem Schloßherrn von Härtlingen aber sah und hörte man nichts. Und wenn der alte Kastellan am Abend die Fenster nachsah, dann meinten die Dorfleute, es sei der Geist der jungen, ertrunkenen Frau!

Mit brennenden Augen blickte Rudolf Härtlingen hinüber, wo der Dorffriedhof sich befand, und wo Lelia ruhte.

Seine Hand krallte sich um die Lehne der Bank.

Lelia, wie starbst du, und wer hat es getan? Mit wem hast du vor deinem entsetzlichen Tode ge­kämpft? Oder hast du dir die Male in deiner Todesangst selbst beigebracht?

Graf Härtlingen fragte es vor sich hin, und rings­um leuchtete es auf.

2. Kapitel.

An einem kalten Januartage kam ein etwas alt­modischer Schlitten im Schloßhof von Härtlingen vorgefahren. Dem Gefährt entstiegen zwei Herren. Beide grau, hager, groß und verwittert. Sie blickten sich vielsagend an, als sie nach längerem Warten noch immer von keinem Menschen in Empfang ge­nommen wurden. In der Halle stand dann plötzlich, wie aus dem Boden gewachsen, der alte Gormann vor ihnen.

Herr Gras zu Hause? Ja? Dann melden Sie den Grafen Eno Härtlingen und den Geheimrat Welser."

Herr Graf empfängt niemanden."

Klar, hart schnitt die Stimme des alten Dieners in die Stille der schönen, alten Halle.

Ich bin der Onkel des Herrn Grafen. Mich wird er ganz bestimmt empfangen", sagte Eno Härt­lingen; aber der Zorn stieg ihm in die Stirn, weil er sich hier mit einem Diener streiten mußte.

Was gibt es, Gormann?"

Die große, breitschultrige Gestalt Rudolf Härt­lingens stand in der Tür.

Ah, das ist ja ausgezeichnet! Denke dir, Rudolf, dein Diener will mich nicht anmelden!"

Er hat Instruktionen! Ich habe mich noch nie im Leben wieder so auf einen Menschen verlassen können wie auf ihn. Da ich aber nun einmal hinzu­gekommen bin mit was könnte ich dienen?"

Graf Eno blickte etwas ratlos auf ihn, dann auf feinen Begleiter. Endlich stotterte er:

Könnte man nicht ich weiß doch nicht ob man hieres ist eine sehr wichtige Angelegenheit."

Heber das düstere Gesicht des Grafen Rudolf zuckte es zornig; doch höflich-kühl sagte er:

Gormann wird draußen warten. Wir können also hier sehr gut besprechen, was zu besprechen ist. Nur möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ich bei dieser Unterredung nicht länger als eine Viertelstunde zur Verfügung stehen kann."

Graf Eno zuckte zusammen.

Gormann verließ die Halle und stellte sich drau­ßen in dem kleinen Vorraum auf, der die Halle von der breiten Freitreppe trennte.

Die Hand des Schloßherrn zeigte nachlässig auf die Stühle, die um einen schweren, achteckigen Tisch standen.

Zögernd nahmen die Herren Platz.

Ruhig wartete Rudolf von Härtlingen, was man wohl von ihm verlange.

Graf Eno bsickte den Geheimrat an, und dann sagte er hastig:

Lieber Rudolf, die unliebsamen Dinge der letzten Zeit liegen zwischen uns! Ich will das vergessen, ich habe nur dein Wohl im Auge, wenn ich heute mit Geheimrat Welser hierhergekommen bin. Kurz und gut der Geheimrat möchte dir raten, dich in eine Nervenheilanstalt zu begeben!"

Warum? Ich sehe keinen Grund dafür ein."

Graf Eno erhob sich. Er trat von einem Fuß auf den anderen, dann raffte er allen Mut zusammen und sagte:

Wenn du selbst nicht das Bedürfnis hast, so tue es um des Namens willen, den wir alle tragen!"

Ach fo! Jetzt erst verstehe ich dich. Trotzdem muß ich dir sagen, dein Weg war umsonst. Ich lebe, wo es mir gefällt." Kalt, spöttisch klang die tiefe Männerstimme.

Graf Eno richtete sich zu feiner ganzen hageren Größe auf:

Du hast etwas Rücksicht auf die Familie zu nehmen, denke ich!" sagte er scharf.

Ein hartes Lachen.

(Fortsetzung folgt.)

Frau Marie Lenz, geb. Feiling

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nach langem, schwerem Leiden im Alter von 47 Jahren zu sich zu nehmen.

Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Januar, nachmittags um 2.30 Uhr, in Rodheim an der Bieber statt

Für die uns in diesen schweren Tagen bewiesene liebe­volle Teilnahme und überaus reiche Kranzspenden danken wir allen herzlichst.

Namens der Hinterbliebenen:

Therese Deh£

Familie Carl Kops.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Otto Lenz und Kinder.

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Januar, nachmittags 31/. Uhr. vom Trauerhause, Bahnhofstraße 53, aus statt.

Im Namen der Hinterbliebenen in tiefem Schmerz: Marie Köhler, geb Bopf und Kinder

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Es ist bestimmt in Gottes Rat, dab man vom Liebsten was man hat. muß scheiden.

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