Einzelbild herunterladen

1375 Tonnen Wasserverdrängung haben. Der An­trieb erfolgt durch Turbinen von je 36 000 PS., die den Fahrzeugen eine Geschwindigkeit von 35% Kno­ten geben sollen. Jeder Zerstörer wird an­nähernd 288000 Pfund Sterling (zirka 3,8 Millionen Reichsmark) kosten. Die noch zu ver­gebenden Aufträge für zwei Kreuzer von je 8000 Tonnen, einen Kreuzer von 5500 Tonnen, einen Flottillenführer, zwei Unterseebooten und drei Scha­luppen werden vielleicht mit Ausnahme der Unter­seeboote ebenfalls an Privatreedereien gehen.

Die hessischen Finanzen im Rechnungsjahr 1932.

LPD. Darmstadt, 16. Jan. Für das Rech­nungsjahr 1932 liegt nunmehr, wie das Staats­presseamt mitteilt, der endgültige Abschluß vor. Er weist im Berwaltungsteil einen Fehlbetrag von 12,7 Mill. Mark aus, ein Ergebnis, das um so uner­freulicher erscheint, als der Staatsooranschlag seinerzeit ausgeglichen erschien. Die Erwar­tungen, die auf die finanzielle Entwicklung gesetzt waren, haben sich also in weitgehendem Maße nicht erfüllt. Am meisten enttäuscht hat die Einnahmeseite. Gegenüber dem Staatsvoran­schlag haben sich die Einnahmen um 14,9 Mill. Mark verringert. Davon entfallen auf die Reichs­steuerüberweisungen allein 4,9 Mill. Mk., auf die Landessteuern 3,7 Mill. Mark. Das sind effektive Einnahmeausfälle, während der weitere an 14,9 Mill. Mk. noch fehlende Fehlbetrag im wesent­lichen auf Außenständen beruht. Inwieweit diese Außenstände in späteren Jahren noch eingehen werden, ist zweifelhaft. Ein großer Teil wird schon um deswillen abgeschrieben werden müssen, weil in­zwischen weitgehende Nachlässe bei der Abtragung rückständiger Schuldigkeiten gewährt worden sind. Die Ausgaben stellen sich in ihrer Gesamtheit um 2,285 Mill. Mk. geringer als im Voran­schlag vorgesehen ist. Diese Ausgabenminderung ist das Ergebnis der bei den einzelnen Ausgaben­zwecken im Laufe des Jahres entstandenen Ver­schiebungen nach der einen oder anderen Seite.

Niemals entwickeln sich die Verhältnisse eines Haushaltsjahres genau so, wie es bei der Aufstel­lung des Voranschlages angenommen wurde. Er- Höhungen der Ausgaben auf einzelnen Gebieten werden Verminderungen auf anderen Gebieten gegenüberstehen. So ist auch dieses Ergebnis ent­standen. Das unerfreuliche Ergebnis dieses Rech­nungsjahres 1932 läßt mit eindeutiger Klarheit er­kennen, daß, wenn auch die Einnahmen inzwischen den Tiefstand überschritten haben, esimmernoch der rücksichtslosesten Sparsamkeit be­dürfen wird, um die Finanzen des Landes in Ordnung zu bringen. Daran wird es die Regierung nicht fehlen lassen.

Anordnungen des Stellvertreters des Führers.

München, 15. Jan. (DNV.) Der Stellvertreter des Führers erläßt folgende Anordnungen:

Es ist den Leitern irgendwelcher Organisationen, Abteilungen, Vereine usw., die die Amtsbezeichnung »Der Führer .. / in Verbindung mit der Be­zeichnung ihrer Organisation tragen, untersagt, sich ohne Angabe des ihnen unterstellten Dienst­bereiches lediglich als .Der Führer zu b e - zeichnen. Daraus ergibt sich von selbst, daß auch ein besonderes Hervorheben der Amtsbezeichnung »Der Führer' auf Verordnungsblättern, Briefen usw. nicht statthaft ist. ,D e r Führer' ist le­diglich Adolf Hitler. Die Bezeichnungen ,N e i ch s l e i t e r' oder .Reichsführer' und »Gauleiter' find ausschließlich den vom Führer oder mir ernannten Reichsleitern und Gaulei­tern der NSDAP, vorbehalten."

Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Verbände, Innungen, Wirtschafts­kammern und ähnliche Organisationen um- gebildet oder neu errichtet wurden, ohne vorhergehende Benachrichtigung der zu- st ä n d i g e n P a r t e i d i e n st st e ll e n. Um die gerade auf diesem Gebiet unbedingt nötige Zu­sammenarbeit von Partei und Staat in vor­bezeichneten Stellen zu gewährleisten, dürfen in Zukunft organisatorische Veränderungen der ge­nannten Art von allen Parteidienststellen und Staatsbehörden nur mit meinem Ginnet« ständnis vorgenommen werden. Freie Wirtschaftsgebilde werden davon nicht berührt. Erleichterungen für die Auflösung der

Logen in vr^n

Berlin, 16. Jan. (DNB.) Amtlich. Der preußische Ministerpräsident Göring hat an die drei großen Landeslogen in Preußen

A) Große National-MutterlogeZu den drei Weltkugeln";

6) Große Landesloge der Freimaurer von DeutschlandDeutsch-Christlicher Orden";

C) Große Loge von Preußen genanntZur Freundschaft"

eine Anordnung gerichtet, in der es heißt:

Ohne zu der Frage Stellung zu nehmen, ob die drei altpreußischen Großlogen und die ihnen an­geschlossenen örtlichen Logen auf Grund irgend­welcher Mitteilungen oder aus sonstigem Anlaß etwa ebenso wie die anderen, der Weltfreimaurerei zugehörigen Logen als staatsgefährliche Vereinigun­gen anzusehen sind, kann ich bei der jetzigen durch die nationale Bewegung geschaffenen Einheit des deutschen Volkes jedenfalls keinerlei Bedürf- nis mehr für die Erhaltung dieser Lo- gen und für die besondere Förderung erkennen, die ihnen bisher von Staats wegen zuteil gewor­den ist. Dem vielfach in den örtlichen Logen her- vorgetretenen Bestreben, sich im Hinblick auf die gesamte politische Entwicklung in Deutschland auf» zulösen, muß Rechnung getragen werden. Die der Erfüllung solcher Wünsche entgegenstehenden oder sie erschwerenden besonderen Vorschrif- ten in den Satzungen der Großloqen kann ich unter diesen Umständen nicht mehr für ge- rechtfertigt halten. Es wird daher in Ab­änderung der vorhandenen Loqensatzungen ange­ordnet: Die Auflösung einer Loge erfolgt durch Beschluß der Mitgliederversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit. Die Mitgliederversammlung ist zu diesem Zweck zu berufen, wenn ein Mitglied dies fordert. Kein Mitglied einer Loge darf wegen der Stellung des Antrags auf Einberufung der Mitgliederversammlung oder wegen seiner Abstim­mung zur Verantwortung gezogen oder gar aus­geschlossen werden. Die Liquidation des' Vermö­gens einer aufaelöften Loge erfolgt nach den Vor- fchriften des BGB.

Die neuen Grundlagen der deutschen Sozialverfassung.

Oie Minister Geldie und Gchmiii verkünden das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit.

Berlin, 16. Jan. (DNB.) Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fand em Presseempfang statt, bei dem die Minister S e l d t e und Schmitt Sinn und Ziel des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit dar­legten. Die beiden Minister waren in Begleitung ihres engeren Mitarbeiterstabes erschienen.

Neichsarbeitsmmister Seldte dankte zunächst dem Reichswirtschaftsminister, sowie Staatsrat Dr. Ley für ihre hingebungsvolle Arbeit bei den Vorarbeiten zum Gesetz und führte dann u. a. aus: Es ist in der Tat das erste große so- z ale Gesetzgebungswerk, das die Grundgedanken der Weltanschauung unseres neuen Reiches zum Aus­druck bringt. Die Hervorhebung des Führer- gebanfens in der deutschen Wirtschaft, die B e = feitigungderunseligen Klassengegen­sätze, unter denen die deutsche Wirtschaft zusam­mengebrochen ist und die Hervorhebung des Be­griffes der s o z i a l e n E h r e in der Wirtschafts­führung sind die nationalen und sozialistischen Grundpfeiler, auf denen dieses neue Werk errichtet ist. Der Unternehmer erhält als Führer des Betriebes die verantwortliche Stellung, die ihm nach den Grundsätzen nationalsozialistischer Weltanschauung, nach dem Führerprinzip, zukommt. Daß die Freiheiten, die ihm gegeben sind, richtig verwertet werden und daß aus den verliehenen Rechten nicht eine Willkürherrschaft im Betriebe ersteht, dafür sorgt die soziale Ehrenge­richtsbarkeit, die wohl zum ersten Male in der ganzen Welt durch dieses Gesetz begründet wor- den ist.

Im ersten Abschnitt des Gesetzes haben wir be­wußt dem endgültig beseitigten marxistischen Klassenkampf die Gemeinschaftsarbeit aller Betriebsangehörigen gegen­übergestellt. Wir führen im Betriebe Unterneh­mer und Gefolgschaft zueinander. Das Arbeits- verhältnis wird zum Treueverhällnls. Nicht aus papierenen Vertragsbestimmungen sollen künftig das Recht der Arbeit, die Rechte und Pflichten aller Mitglieder der Vetriebs- gemeinschaft hergeleitet werden, sondern aus dem lebendigen Begriff der Treue, der Treue des Führers zur Gefolgschaft und dieser zu ihrem Führer. Der Unternehmer oder ein mit der verantwortlichen Leitung des Betriebes Beauf­tragter tritt als Führer künftig der Gefolgschaft gegenüber. Die Ausschaltung aller un­verantwortlichen Zwischeninstan- 3 en bringt und zwingt Führer und Gefolg­schaft zusammen und sorgt für die notwendige Gemeinschaftsarbeit und das gegenseitige Ver­trauen. In großen Betrieben ist diese allerengste Gemeinschaftsarbeit nicht möglich. Für sie sieht daher das Gesetz die Einschal­tung von Vertrauensmitllern vor, die als Angehörige der Gefolgschaft dem Führer beratend zur Seite treten und mit ihm und unter seiner Leitung den Vertrauensrat bilden. 7Nit ihm ist nicht eine dem alten Be­triebsrat entsprechende Interessenvertretung ge­schaffen. Interessengegensahegibtes nicht mehr, vielmehr haben alle nur ein gemeinsames Interesse, den Betrieb, der ihnen allen Arbeit und Brot gibt.

Der Vertrauensrat ist zur Mitwirkung bei der Regelung der Arbeitsbedingungen berufen, soll Mit­wirken bei der Ausgestaltung des Betriebsschutzes und bei der Beilegung etwa auftauchender Streitig­keiten. Die Institution der Treuhänder der Arbeit, die ihre Bewährung in den vergangenen Monaten hinreichend bewiesen haben, bleibt er« halten. Die Treuhänder der Arbeit werden nun­mehr Reichsbeamte mit allen Rechten und Dflichten. Sie unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsarbeitsministeriums und haben von ihm und dem Reichswirtschaftsminister Weisungen zu emp­fangen. Zur Erhaltung des Arbeitsfriedens haben sie ganz bestimmte, im Gesetz einzeln aufgeführte Aufgaben zu erfüllen. Die soziale Ehre wird künftig die Grundlage der gemeinsamen Arbeit in den Betrieben sein. Die Entwicklung dieses Begrif­fes der sozialen Ehre und die Schaffung einer be­sonderen Ehrengerichtsbarkeit bildet eines der Kernstücke des Gesetzes. Ein besonders eingehend ausgestalteter Kündigungsschutz ist gleichfalls dazu angetan, die kameradschaftliche Verbundenheit in den Betrieben zu ftärken. Das große Gesetz wird am 1. Mai dieses Jahres, dem zweiten Tage der nationalen Arbeit, in Kraft treten. An diesem Tage werden die Vertrauensleute der Betriebe feierlich vor der festlich versammelten Gefolgschaft zum ersten Male geloben, daß sie im Geiste ehren­hafter Kameradschaft dem Gemeinnutz und dem Wohle aller Angehörigen des Betriebes dienen werden.

Neichswirtschaffsmin ffer Or. Schmitt führte u. a. aus: Ein Volk hat wahrhaft Großes immer nur dann geleistet, wenn es sich geschlossen und entschlossen für die ihm ge st eilten Aufgaben eingesetzt hat. Das gilt wie für ein Volk so für feine Wirtschaft, ja auch für jedes einzelne wirtschaftliche Unter» nehmen. Jeder wirklich tüchtige Führer weiß, daß er den Erfolg nur dann auf die Dauer an seine Fahne heften kann, wenn die Gefolgschaft ihm vertraut und mit vollem Herzen dabei ist. Jeder vernünftige Gefolgsmann weiß, daß er nur dann auf festem Boden steht, wenn er nach alter deut­scher Art sich wirklich selbst ganz einsetzt, seinem Führer folgt und ihm die Treue hält. Absichtlich ist das Gesetz in vielen Einzelheiten so locker gehol­ten, daß Spielraum für Entw'cklungs- möglichkeiten gelassen ist. Möge dieser immer in dem Sinne benutzt werden, den großen Gedan­ken des A r b e i t s f r i e b e n s zu vertiefen und nichts zu v e r w ä ss e r n.

Zum Schluß dankte der Reichswirtschaftsmini­ster noch ganz besonders dem Reichsarbeitsminister S e 1 d t e, der Hauptbeteiligter an dem Gesetz sei. Es fei symbolisch für den neuen nationalsozialisti­schen Geist, daß dieses Gesetz in engster Zusammen- arbeit zwischen dem Reichsarbeitsministerium, der Arbeitsfront, Vertretern der Wirtschaft und dem Reichswirtschaftsministerium bearbeitet und heraus­gebracht worden sei. Dieses Verhältnis zeige, daß man gerade in der obersten Svitze sich darüber klar sei, daß Arbeit und Wirtschaft ein unzertrennlicher Begriff für das ganze

Volk sind. Dieser glückliche Anfang werde hoffent­lich zum Glück unserer ganzen Nation führen.

OerFnhali des neuen Gesetzes

Berlin, 16. Jan. (DNB.) Die Ablehnung des Klassenkampfgedankens hatte zu einer Beseitigung der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände geführt. Mit dem neuen Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit wird nunmehr die Arbeitsver­fassung auf eine neue Grundlage gestellt. Elf ar­beitsrechtliche Gesetze, darunter das Betriebsräte» gesetz, die Tarifvertragsverordnung, die Schlich­tungsoerordnung und die Stillegungsverordnung werden ersetzt und aufgehoben.

Die Grundlage der neuen Sozialverfassung ist der Betrieb. Dessen Führer ist der Unter­nehmer. Er entscheidet gegenüber der Gefolg­schaft des Betriebes in allen betrieblichen Ange­legenheiten. Zur sozialpolitischen Beratung des Führers wird ein Vertrauensrat gebildet, dem Vertrauensmänner aus der Gefolgschaft als Mitglieder und der Unternehmer als Vor­sitzender angehören. Die allgemeinen betrieb­lichen Arbeitsbedingungen werden vom Unterneh­mer nach vorheriger Beratung im Vertrauensrat in einer Betriebsordnung geregelt. Gegen die Entscheidung des Führers des Betriebes kann jedoch die Mehrheit des Vertrauensrates den Treuhänder der Arbeit anrufen.

Der Treuhänder der Arbeit ist der oberste sozialpolitische Vertreter der Re ichs- regierung in seinem Wirtschaftsgebiet. Er tritt in Streitigkeiten aus der Betriebsverfassung an die Stelle der Arbeitsgerichte. Er hat bei größeren Entlassungen die bisher den obersten Landesbehörden nach der Stillegungsverordnung obliegenden Aufgaben wahrzunehmen. In feiner Hand liegt insbesondere die Ueberwachung der L o h n g e ft a 11 u n g in den Betrieben. Er kann auch Richtlinien für den Inhalt von Betriebs­ordnungen und Einzelarbeitsverträgen feftfetzen und in Ausnahmefällen eine Tarifordnung erlassen.

Im Bezirk des Treuhänders der Arbeit wird unter dem Vorsitz eines richterlichen Beamten ein Ehrengericht gebildet, das über Verletzungen der sozialen Ehre durch Angehörige der Betriebs- gerneinschaft zu entscheiden hat. Gegen Entscheidun­gen der Ehrengerichte sind Berufungen an den Reichsehrengerichtshof zulässig.

Auf dem Gebiete des Kündigungsschutzes ist der Grundsatz des bisherigen Rechtes aufgegeben worden, nach dem das Arbeitsgericht nur ange­rufen werden konnte, wenn die Betriebsvertretung den Einspruch des Gekündigten als begründet er­klärt hatte. Den Gekündigten steht in Zukunft un­mittelbar das Recht zu, auf Widerruf der Kündi­gung zu klagen, wenn diese unbillig hart und nicht durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt ist.

Große Siedlimgspläne im AachenerKohlenrevier

Auftakt zur Neugestaltung von der Deutschen

Ein Aufruf Or. Leys.

Aachen, 17. Jan. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, er­läßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

Die Neugestaltung eines Volkes ist feine Wieder­geburt, die vor allem auch in Verbindung der Raffe mit dem Boden zu suchen ist. Die Verbindungen sind die ländlichen Sied­lungen des Volkes, fein Heim, feine Woh­nung. Jedoch diese Wohnung darf wiederum nicht als einzelnes gesehen werden, sondern nur im Zu­sammenhang mit der Umgebung, mit dem Dorf, mit der Stadt, mit der Landschaft. Mit einem Wort, die Wiedergeburt liegt in dem Erwachen des Volkes für das Schöne, Edle und Erhabene, für das Zweckmäßige, das allein ist fein Glück und fein Wohlstand. Wir wollen einmal ganz Deutschland erneuern, wissen aber auch, daß wir es nicht verzetteln können. Deshalb fangen wir an einem Punkt an, und zwar auf Wunsch und Befehl des Führers, in dem Wurmkohlen- gebiet des Aachener Landes, weil dort im Laufe der Jahrzehnte sehr viel gesündigt wor- den ist, aber auch deshalb, weil wir Nationalsozia­listen das Herz der Nation an der Grenze sehen.

Wir werden für dieses Gebiet einen General- plan aufstellen, der von dem Gedanken ausgeht, wie man diese häßlichen Siedlungsgebiete wohn­lich. schön und zweckmäßig ge st alten kann. Der Generalplan wird alle Gebiete umfassen, die Siedlungen, Verkehrsverhältnisse, Sportanlagen, Erholungsstätten, selbst die Fabriken und Zechen, damit die Menschen, wenn sie aus dem Schacht em* porfteigen, Schönheit, Würde und Freude erleben. Arbeiter und Bauern, Beamte, Handwerker und Mittelstand werden in diesen Siedlungen vereinigt sein. Dieser Gedanke ist auch wirtschaftlich gefuno. Haus, Garten, Kleintierzucht, alles wird eine Ganzheit sein und wird immer die Existenz- möglichkeit des anzusiedelnden Me"'chen bedeuten.

Die Siedlung wird von zwei finanziellen Gedan­ken getragen sein. Einmal dem, der schon Erspar­tes einsetzen kann, ein Eigentum zu erhalten, zum

Volk und Land.Oie Aufgabe Arbeitsfront.

anderen, um auch denen Menschen, die wurzellos geworden find, wiederum die Bodenständigkeit zu geiben und sie mit Hilfe menschenwürdiger Sied­lungen dem Volke zu verankern und damit an die Nation zu binden. In dem Wissen und Glauben, daß dieses allein die Voraussetzung für die rassische (Erneuerung unseres Volkes bedeutet, werden auch jene Menschen, die diese Siedlungen schaffen sollen, nicht ausgesucht werden als Einzelarchitekt, Einzel­gärtner, Einzelvolkswirt, sondern es werden Ar­beitsgemeinschaften aus all diesen Män­nern gebildet werden müssen, die uns Pläne für dieses Werk Herrichten. Zu diesem Zweck wird die Arbeitsfront Preisausschreiben veran­stalten.

Träger dieses Gesamtplanes ist die Deutsche Arbeitsfront und das WerkKraft durch Freude". Innerhalb dieser Organisationen ist ein Heimstättenamt gebildet. Der andere Träger innerhalb der Arbeitsfront ist das Amt für Würde und Schönheit der Arbeit. Der Stellvertreter des Führers, Heß, hat dem Heim- ftättenamt das alleinige Recht gegeben, über die Ge­staltung des Siedlungswesens in Deutschland zu wachen. Die Vorarbeiten für das erste große Projekt im Wurmgebiet sind heute beendet. Dieses kühne Werk kann mir vollendet werden, wenn es getragen wird von dem Willen, der Energie und Kameradschaft der gesamten Nation. Deshalb rufe ich alle schaffenden Deutschen auf: Helft mit, daß wir hier an der nordwestlichen Grenze ein Stück Sozialismus vollenden, damit wir alsdann in Oberschlesien und an der Ruhr das Werk fortsetzen können. Wir werden sofort begin­nen. Der erste Spatenstich, der bereits in einigen Wochen getan wird, soll für dich, deutscher Arbeiter, das Sinnbild der Verwirklichung deines Schaffens und Sehnens fein. Er soll den Beginn eines neuen Zeitalters bedeuten. Adolf Hitler zeigt uns den Weg. Er führt und lenkt uns. An dir liegt es nun, deutscher Arbeiter, mitzumarschieren, damit auch dir und deinen Kindern das Glück und die Freiheit gegeben werden.

Vorwärts mit Hitler. Schaffen wir ein neues Deutschland!

Der Weg zur vöUch-pMscheu Hochschule

Eine Tagung medizinischer Hochschullehrer im Münchener Braunen Haus.

München, 14. Jan. (DNB.) In Anwesenheit des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß fand im Braunen Haus eine Tagung statt, zu der von sämtlichen deutschen Universitäten die Vertrauens­leute der NSDAP, für die medizinischen Fakultäten erschienen waren. Außerdem waren Vertreter der Tierärzte und der Zahnärzte anwesend.

Der Vertrauensmann des Stellvertreters des Füh­rers für alle Fragen der Volksgesundheit Pg. Dr. med. Gerhard Wagner, der auch der Führer der deutschen Ärzteschaft ist, sieht den Zukunftsweg der deutschen Hochschulen und damit natürlich auch der medizinischen Lehrwissenschaft allein darin, daß deren Träger das Primat des Nationalsozialismus als den Strahlenpunkt neuen deutschen Denkens im Leben und im Lehren anerkennen. Gerade die Wis­senschaft und vornehmlich die deutschen Hochschulen werden nur dann ihren Platz im deutschen Staat der Zukunft finden, wenn sie geschlossen in der vom Führer geschaffenen Gemeinschaft des deutschen Vol­kes mitmarschieren.

Nach dem Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros stellte dann der Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege, Pg. Dr. med. Walter Groß- Berlin dem verblichenen Autori­tätsbegriff und in den letzten Jahrzehnten über­schätzten und sich selbst überschätzenden, ohne Volks­verbundenheit dogmatisch dozierendenProfessor" von gestern den wissenschaftlichen Führer und Lehr­meister im nationalsozialistischen und revolutionären Staat gegenüber. Der nichtnationalsozialistische Wis­senschaftler habe sich, so erklärte Dr. Groß, heute lediglich darauf zu beschränken, sein Fachgebiet zu lehren und die Fragen der Politik, der Geisteshal­tung und der Weltanschauung denen zu überlassen, die vielfach ober sogar meistens ohne das Fachwissen und ohne Akademie mehr davon verstanden und verstehen. Er habe sich um so mehr auf fein Fach­gebiet zu beschränken, als gerade er nicht nur durch bie Langsamkeit bes Begreifens, fonbern barüber hinaus burch sein Beharren in unbelehrbarer schlei- djenber unb bauernber Opposition, bie um so ent» wlcklungshemmenber war, als sie vom Scheinbe- griff berAutorität" gestützt würbe, bewiesen habe, baß er zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis, bie obseits von feinem Fachgebiet gefunben werben mußte, fast durchweg nicht fähig war. Der neue

Staat brauche neue Wissenschaftler, bie in einem neuen Denken leben. Dieses neue Denken sei bie Erkenntnis, baß hinter ben einzelnen Erscheinungs­formen bes Lebens jene lebendige Totalität stehe, aus der bie nationalsozialistische Jbeenwelt ent­springe. Dieses Ganzheit-Erlebnis bes Weltbildes sei selbstoerstänblich nicht von ber einseitigen Blick­richtung naturwissenschaftlich-mechanischen Denkens her zu gewinnen.

Professor Dr. Wirz-München forberte die grunblegenbe Bereinigung bes Verfahrens zur Be­rufung ber Hochschullehrer, Beseitigung bes Miß­brauchs mit ber Verleihung von Ehrenpromotionen unb bie Verbesserung ber rechtlichen unb materiellen Stellung besExtraorbinarius gegenüber bem orbent- lidjen Professor unb babei namentlich Aufhebung bes unerträglichen zahlenmäßigen Mißverhältnisses. Als wichtigste Zukunftsaufgabe betrachtet Pg. Wirz ben Zusammenbau ber Hochschule mit bem national­sozialistischen Staate unter Betonung bes Primats bes Nationalsozialismus unb bie Verwirklichung ber Grundsätze bes Führergebankens unb ber Volksoer- bundenheit. Selbstverständlich fei babei bie Durch­dringung des Hochschullebens unb ber Wissenschaft mit bem Geist bes Frontkämpfertums, ber zum Opfer, Einsatz unb Verzicht bereit ist. Pg. Wirz er­wartet von ben Vertrauensleuten, baß sie in ben Fakultäten auf Aenberung ber Fakultäts- unb Rek­torats-Verfassung bringen unb bie sich daraus er* gebenben Kämpfe zusammen mit ber nationalsozia- ustlschen Studenten- unb Lehrerschaft im alten na­tionalsozialistischen Angriffsgeist durchfechten.

Der Rektor der Universität Würzburg, Pg. Pro­fessor Dr. med. Fischer, zugleich ein Kämpfer von Langemarck unb langjähriger Mitstreiter Aböls Hrtlers, gab zum Derstänbnis ber gegenwärtigen Situation an den deutschen Hochschulen von seinem Standpunkt als Rektor einen knappen geschichtlichen Abriß ber Entwicklung ber beutschen Universität. Der theologischen Universität bes Mittelalters folgte bie philosophisch-humanistische, bie wegen biefer ihrer Geisteshaltung notwenbig eine kosmopolitische sein mußte. Die Universität bes nationalsozialisti­schen Staates müsse unb werbe hingegen bie völkisch- politische fein.

3n einer anschließenben Aussprache nahm u. a. ber bayrische Kultusminister unb Führer des NS.-