Mittwoch, 17. Zanuar 1934
184. Jahrgang
14 Erstes Blatt
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Handlungen zwischen Frankreich und Deutschland, daß der Kreis der Beteiligten notgedrungen e r - weitert werden müsse, denn es gebe keine Fratze, die beide Länder allein angehe. Man dürfe sich nicht von der deutschen Taktik leiten lassen, die Schwierigkeiten einzeln in Angriff zu nehmen, sondern man müsse sämtliche zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen auf einmal anpacken, damit man sich über die Ziele der Politik jedes be-
Wenn die Abrüstungskonferenz mißlinge, so würde es ein Wettrüsten geben. Frankreich werde dann alle Wahnahmen ergreifen, die die Umstände erforderten. Vorher aber wolle es alles tun, um die Abrüstungskonferenz zum Erfolg zu führen. Die in der Denkschrift gemachten Vorschläge würden die französische Sicher-
Oie Zukunst der chinesischen Ostbahn.
London, 17. Jan. (DNB. - Funkspruch.) Der japanische Außenminister Hirota soll dem Sowjetbotschafter Pureneff mitgeteilt haben, daß die Freilassung der in Charbin verhafteten sechs russischen Eisenbahnbeamten bevorstehe. Der Botschafter habe hierauf zugesagt, den Preis für die chinesische Ostbahn in 'Papieryen statt in Goldrubel zu nennen. Die japanische Presse vermutet, daß der Außenminister zuerst die Eisenbahnfrage lösen wolle und dann die Ernennung eines Dreistaaten- Ausschusses zur Regelung der Grenze zwischen Sibirien und dem Mand schuft a a t vorschlagen werde, damit würden möglicherweise die Vorbedingungen für den Abschluß eines Nichtangriffpakts geschaffen sein.
Oer Kampf gegen die Aufständischen in $ufien.
Schanghai, 16. Ian. (DNB.) Nach Mittei- lungen aus Futschau ist dort die Lage nach wie vor sehr ernst. Sämtliche Ministerien der Fukien- Regierung sind jetzt von den Nankinger Marinesoldaten besetzt Die Kavallerie der ehemaligen Fukienarmee versuchte, sich in der Richtung nach Tschangtschun durchzuschlagen, wo das Hauptquartier der aufständischen chinesischen Truppen sich befindet. Heute mittag landeten 100 amerikanische Matrosen, die sofort den Schutz der amerikanischen Interessen übernommen haben.
Die Kantoner Regierung soll, rote em Gerücht wissen will, trotz ihrer feierlichen Versprechungen versucht haben, sich mit der 19. A r - m e e in Verbindung zu setzen, die, wie bekannt, die Hauptarmee der Fukienarmee bildete. Kanton will angeblich diese Armee in eigenen Dienst nehmen. Die Kantonregierung will auch auf ihrem Gebiet eine Verfolgung der flüchtenden Truppen durch die Nankingarmee nicht zulassen.
ßttfllanb baut acht neue Zerstörer.
L o n d o n , 17. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die Admiralität hat acht Zerstörer des Flottenbauprogramms von 1933 beträchtlich früher als erwartet worden war, bei vier Privatfirmen i n Auftrag gegeben. Die Fahrzeuge werden je
Paris, 16. Ian. (DNB.) Der Senat setzte seine außenpolitische Aussprache fort. Der Vorsitzende Des Heeresausschusses, General Bourgeois, gab "ine Schilderung dessen, was er die Mobil- machungsm'öglichkeiten Deutschlands m Jahre 1934 und 1935 nannte. Er behauptete, Einteilung und Aufbau der Reichswehr sei derart, vaß sie bereits jetzt eine Führerschule darstelle. Sie gebe ein Rahmenheer, das man später durch ousgebildete SS.- und SA.-Leute fülle. Feldgraue Uniformen zur Einkleidung der Mitglieder der poli- Uschen Verbände seien bereits in ausreichendem Maße vorhanden, ja es sei sogar motorisiertes Kriegsmaterial und Pferde verfügbar. Dies ermög- iche, sofort 20 bis 30 Millionen a u f die Beine zu bringen. Fast ebenso starke Trup- □enoerbänbe kann der Grenzschutz (?) stellen, dessen Kriegsmaterial wahrscheinlich eingelagert sei. Der Redner versuchte ohne jede Rücksicht auf die Gesetze der Wahrscheinlichkeit, Deutschland seinen Hörern als ein Land hinzustellen, das über eine prungbereite, mit modernen Kriegsmitteln ausgerüstete Armee verfüge, eine Armee, die dazu erlogen sei, sich die Vorteile der Offensive zu sichern. |$r verlangte natürlich, daß Frankreich seine Streitkräfte im gegenwärtigen Umfang beibehalten müsse. Außenminister Paul-Boncour erklärte, man habe ihn aufgefordert, klar zu sprechen. Frankreich habe bisher stets eindeutig gesprochen. Man habe vielleicht nicht so viel Lärm gemacht wie in gewissen anderen Ländern. Man solle Die gegenwärtigen Schwierigkeiten nicht übersehen, ober sie rechtfertigten keine Nervosität oder Mutlosigkeit, besonders im Hinblick auf die Unterstützung, »ie Frankreich von anderen Ländern zu erwarten vabe und die Uebereinstimmung mit vielen Nach- oarn. Die deutsche Revolution stelle Europa vor in Fragezeichen, man sehe noch nicht klar, »elches die wirklichen Ziele Deutschlands I ^ien. Es sei natürlich, wenn verschiedene Länder sich beunruhigt fühlten. Die nationalsozialistische Aufastung von der Nation gehe dahin, die Grenzen j;u überfluten, um die Menschen der gleichen Raste ür sich zu gewinnen. Der Beweis sei das Problem Des Saargebietes und das Problem Oester- -eid). Trotz vorteilhafter Angebote, die man Frankreich auf wirtschaftlichem Gebiete gemacht habe, !°önne Frankreich der Saarbevölkerung das Recht auf freie Abstimmung nicht nehmen. Ebenso wünsche Frankreich auch, Oesterreichs Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten, die der Schlüs- el zum europäischen Gleichgewicht sei. Hierüber begehe zwischen Frankreich und Italien vollkommene । illebereinstimmung.
Frankreich habe immer die friedfertigen Länder um sich zu scharen versucht, nicht um Deutschland einzukreisen — dieses Wort habe vor dem Kriege schon zu viel Schaden angerichtet , sondern um mit allen Völkern zusammenzuarbeiten. Es hänge nur von Deutschland ab, sich dieser Zusammenarbeit anzuschtiehen. Gerüchte von einer Lockerung der französischen Beziehung en zu Polen und der Kleinen Entente seien eine Legende, die Uebereinstimmung mit diesen Ländern sei ft ä r- ker denn je. Frankreich wünsche nur nicht, diese Freundschaften in Form eines Blockes einem anderen Blocke gegenüberzustellen, sondern versuche immer wieder, neue Freundschaften dazu zu gewinnen.
Deutschlands Absage an Genf.
Kein Grund für das Mich, dem Völkerbund die Verantwortung für eine korrekte Durchführung der Saarabstimmung abzunehmen.
heil nicht gefährden.
Nach der Rede Paul-Boncours erging sich Mille r a n d in maßlosen Ausfällen gegen Deutschland. Wenn Deutschland die Revision der Verträge betreibe, so setzten sich 150 Millionen Menschen da-, mir man jiaj uuec uie o^lt gegen zur Wehr. Deutschland habe nicht nur auf-1 teiligten Landes klar werde.
Berlin, 16. Ian. (DNB.) heute abend ist d 1 e Antwort hinsichtlich der Beteiligung der Reichsregierung an den Beratungen des Völkerbundsrates über die Saarfrage abgegangen. Sie wird über den deutschen Konsul in Genf an den Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol. geleitet.
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Der Völkerbundsrat hat bekanntlich die indirekte Aufforderung an Deutschland gerichtet, es möge wegen der Verhandlung der Saarfrage seinen Platz inGenf wieder einnehmen. Deutschland ist aber nicht einfach aus dem Völkerbund ausgetreten, um bei irgendeiner sich bietenden Gelegenheit wieder dort zu erscheinen, wenn andere Wächte dies wünschen. Die Aufgabe, die der Völkerbundsrat in der Saar- fr a g e jetzt zu leisten hat, ist außerordentlich einfach. Es ist durchaus nicht schwer, eine geheime Abstimmung zu organisieren. Heber die M a h l- listen der Abstimmungsberechtigten sind bereits Vorarbeiten vorhanden. Es kommt lediglich darauf an, daß der Völkerbundsrat feine Aufträge in anständiger undloyalerWeife durchführt.
Ganz abwegig find die Anregungen der englischen Presse, man solle eineWiliz von 40002Uann ins S aar gebiet bringen. Im Saargebiet haben niemals Unruhen in erheblichem Wahe ftattgefunben. Die beiden einzigen Toten, die dort zu beklagen find, waren Nationalsozialisten. Wenn weiter sogar der ungeheuerliche Plan einer Teilung des Saargebiets auftaucht, so sind sich die betreffenden Persönlichkeiten des gefährlichen Ernstes eines solchen Vorschlages offenbar nicht bewußt. Die Ablehnung des Genfer Vorschlages bringt nicht Deutschland, sondern höchstens den Völkerbund in eine peinliche Lage.
Die französisch-italienischen Verziehungen hätten sich in den letzten Monaten !sehr gebessert. Gegenüber Rußland betreibe Frankreich eine entschlossene Annäherung s po 1 i t i k, die im Abschluß des Nichtangriffspaktes und des franzöftsch-russifchen Wirtschaftsabkommens ihre ersten Ergebnisse gezeigt Ebabe Zusammen mit den übrigen Nichtangriffs- patten Rußland, fei es gelungen, im Osten ein öidierunasneh au spannen, Paul-Boncour kündigte dann de^l-eoorstehenden Abschluß eines Balkan- »aktes an dem Rumänien, Sudstawien, Griechenland und die Türkei beitreten würden. Es be= iitünbe die Hoffnung, daß auch Bulgarien sich diesem Pakt anschlösse. Die italienische Regierung, die diesem Pakt zunächst skeptisch gegenüber gestanden habe, stimme ihm jetzt zu, Im übrigen betreibe Frankreich eine entschloßene B o 11 e r < üundspolitik. 3m Zusammenhang mit den Forderungen nach einer Reform des Bo kerbundes Fei Frankreich zu gewissen Anpassungen sreaäapta. tions) bereit, könne aber nicht zugeben, daß an die Grundsätze des Völkerbundes gerührt werde Der Senator Lemery habe behauptet, er, Pau-Bon- aour, hätte erklärt, daß man den Art k e l 213 Mölkerbundsuntersuchung gegen Deutschland) zum alten Eisen legen könne. Er, Paul-Boncour, habe fjedoch nur gesagt, daß, wenn dieser Artlkel an- gewandt werden sollte, Frankreich nicht allein zu lein wünscht.
Wenn die französische Regierung zur Abrüstungskonferenz gegangen fei, so habe sie das nicht getan, um den französischen Rüstungen einen Schlag zu versehen, wie man in Rechtskreisen behauptete, sondern, weil Frankreich durch die Verträge dazu ver- p s l i ch t e t sei, und weil die Abrüstung eine der höchsten Ausgaben des Völkerbundes darftelle.
pariser Echo.
Paris, 17.Ian. (DNB. Funkspruch.) Die ftan- zösische Presse beschäftigt sich ausführlich mit der Saarfrage. Die meisten Blätter machen Deutschland wegen seiner Haltung gegenüber der Genfer Einladung heftige Vorwürfe, aber keine Zeitung gibt sich die Mühe, die Gründe für die deutsche Zurückhaltung zu würdigen. Die Berichterstatterin des „O e u v r e" meldet ihrem Blatte aus Genf, der Bericht des Vorsitzenden der Saar-Regierungskommis- sion habe eine „U e b e r r e i 3 u n g" im Saarge b i e t gezeigt, die viel e r n ft e r sei, als man geglaubt habe. Die Phantasie der Berichterstatterin scheint jedenfalls Symptome der „Ueberreizung" zu zeigen, wenn sie darauf hinweist, daß man in Völkerbundskreisen zur Aufrechterhaltung der Ordnung an die Entsendung srem - her Truppen ins Saargebiet denke. Um die Nationalsozialisten möglichst herauszufordern, wolle man für diese Aufgabe spanische Gendarmerie herausziehen. Der Völkerbund, fügt die Korrespondentin hinzu, würde „übermütigerroeife" sicher die Kosten tragen.
Eine Abordnung der Deutschen Front in Genf.
Genf, 16. Jan. (DNB.) Eine Abordnung von sieben Mitgliedern der Deutschen Front des Landesrates des Saargebietes traf am Dienstagvormittag in Genf ein, um mit den verschiedenen hauptsächlich an der Saarfrage interessierten Völkerbundskreisen und auch mit Mitgliedern des Völkerbundsrates Fühlung zu nehmen.
Die Frage der Erneuerung des Mandates der Regierungskommission wird in der nichtöffentlichen Ratssitzung des Mittwochoor- mittag behandelt werden. Wie verlautet, beabsichtigt man im Rat, die bisherigen Mitglieder der Regierungskommission w i e d erzürn ä h l e n.
gerüstet, sondern es verlange jetzt auch noch die Abrüstung der anderen. Der bewaffnete Friede sei zwar sehr teuer, aber der Krieg koste noch mehr.
Senator de I 0 u v e n e l erklärte zu den Ver-
Berlin, 16. Ian. (DNB.) Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts Berlin begann am Dienstag der Prozeß gegen den früheren ersten Restaurator der staatlichen Gemäldegalerie, Professor Hauser wegen Betruges und sch w e r e r Urkundenfälschung. Gewisse Kreise des Kunsthandels hatten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Professor Hausers ausgenutzt, und sich von ihm gegen geringe Bezahlung Gutachten nach ihren Wünschen ausstellen lassen. Nach dem Ergebnis der Voruntersuchung hat Hauser in dem letzten Jahre Hunderte von bewußt unrichtigen Gutachten erstattet, wobei er sich häufig noch als Restaurator der staatlichen Museen bezeichnete, obwohl er bereits 1928 aus dieser Stellung ausgeschieden war. Die Kunsthändler, für die Professor Hauser arbeitete, haben durch dessen Gutachten phantastische Summen verdient Neben Hauser haben sich heute noch zwei Händler, Willy Bor - ch a r d t und Alfred Joseph, wegen gemeinschaftlichen Betruges, schwerer Urkundenfälschung, Untreue und Unterschlagung zu verantworten.
Der Prozeß brachte bereits am ersten Verhandlungstage aufsehenerregende Enthüllungen über die Praxis dieses Expertisen- und Blldfal- s ch e r s er aus einer angesehenen Familie stammt, und dessen Vater und Großvater internationalen Ruf als Kunstsachverständige genossen. Hauser ist vor einigen Jahren pensioniert worden, weil er u. a. zehn Gemälde, die er für eine Auktion begutachten sollte, zugunsten des Eigentümers sämtlich falschen Meistern zugeschrieben ^Der Vorsitzende machte dem Angeklagten zum Vorwurf, daß er einen Rembrandt u n t e r - schlagen und jahrelang hinter einem Schrank verborgen gehalten habe. Gegenüber einem Mitangeklagten soll Hauser geäußert haben, wenn Exzellenz von B 0 d e (der 1929 verstorbene General
direktor der königlichen, später staatlichen Museen in Berlin) einmal stirbt, kann ich den Rembrandt ganz verschwinden lassen. Der Angeklagte bestritt diese Beschuldigung. Hauser hat ungefähr 300 Expertisen ausgestellt, von denen ein großer Teil nach seinem eigenen Geständnis unrichtig war. Der Angeklagte widerrief seine früheren Protokolle. Prof. Hauser bestritt, nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst noch Bilder restauriert zu haben. Der Vorsitzende hielt ihm vor: „Doch, einmal ist Ihnen das zoologische Wunder passiert, daß nach Ihrer Restauration auf einem Bilde aus einem Hund eine Katze wurde."
Im weiteren Verlauf der Verhandlung kamen einige der dem Angeklagten zur Last gelegten Fälle zu Sprache. Einmal hat Hauser den Verkauf eines „Spitzweg" vermittelt, der als echt einen Wert von 22 000 Mark gehabt hätte: tatsächlich hatte das Bild jedoch nur einen Wert von 350 Mark. Nachdem Hauser das Signum Spitzwegs in das Bild hineinges Lischt hatte, wurde es für 3500 Mark verkauft. Zu diesem Fall gab Hauser als Entschuldigung an, daß er damals 3000 Mark zur Beschaffung von Morphium dringend benötigt habe. Ein anderer Fall betrifft eine „Madonna von Ruben s". Dieses Bild, das angeblich von dem niederländischen Maler H 0 b b e m a stammt, war von zwei anderen Sachverständigen nicht als ein echter Rubens anerkannt worden. Hauser erklärte, daß er auch heute noch das Bild für einen echten Rubens halte. Der Leipziger Physiker Prof. Carolus, der seinerzeit dieses Bild mit einem anderen Gemälde von Hobbema für zusammen 11000 Mark gekauft hatte, erklärte als Zeuge, daß er sich nicht geschädigt fühle. Er halte das Bild für einen Morelli und als solches sei es immerhin 4000 bis 5000 Mark wert.
Am Donnerstag wirb die Verhandlung fortgesetzt.
vorweg.
Frankreich in der Mandschurei.
Wie uns aus London geschrieben wird, ist e i n „französisch-japanisches Konsortium für die Entwicklung der Mandschurei gebildet worden. Es liegt ja auf der Hand, daß das neue Kaiserreich „Mandschukuo" das 30 Millionen Einwohner, aber eine Fläche drei mal so große als Deutschland haben wird, für das Kapital einen ft arten Anreiz bietet. Japan ist nun einmal der Pate des neuen Staates, von seiner Gnade ist Henry Puji berufen, den Thron in der neuen Hauptstadt Tschangtschun zu besteigen, aber finanziell kräftiger ist Frankreich. England und Amerika wären für tue Beteiligung an der Entwicklung der reichen Schätze der Mandschurei gewiß geeigneter, doch liegt es nahe, daß Japan in diesen Staaten eine unliebsame Konkurrenz im Fernen Osten erblickt. Das Abkommen soll bereits für die Unterzeichnung zwischen den Vertretern der Südmandschurischen Bahn einerseits und dem Vertreter der „Französischen Nationalen Vereinigung für wirtschaftliche Expansion , Herr Andre Bolivier, andererseits fertig gestellt sein, der die Möglichkeiten für französische Kapitalanlagen in der Mandschurei während der letzten sechs Mo- nate eingehend studiert hat. Nach den Bestimmungen des Abkommens soll ein französisch - japanisches Büro zur Feststellung der Bedürf- nisse von Mandschukuo und zur Mitteilung derselben an interessierte japanische und französische Firmen organisiert werden. Präsident des Konsortiums soll ein hoher japanischer Beamte r der Südmandschurischen Bahn werden. Bolivier wird als Vizepräsident fungieren. Im Aufsichtsrat werden je sechs Vertreter der japanischen und der französischen Industrie sitzen. Für die Ausdehnung der geschäftlichen Unternehmungen durch das Konsortium sind keine Schranken gesetzt, wenn zunächst auch nur kleine Kapitalien benötigt werden, die zum Aufbau der Organisation nötig sind.
Frankreichs außenpolitische Linie.
paul-Boncour spricht im Senat.—Kein Wille zum Begreifen der deutschen Friedenspolitik.
FrankreichsSchrei nachSicherheit
Mailand, 16. Jan. (D^B.) Der Popolo d 'Italia beschäftigt sich mit Ausführungen der ranzäsischen Zeitschrift „Hebdomadaire" über tue .Bedrohte Sicherheit" Frankreichs. Der Popolo d'Jtalia zitiert wörtlich die Klagen der Zett- chrift über die „unzureichende Bewaffnung, die mangelnden Kriegsmittel, die veraltete Fliegerei, die unzureichenden Seestreitkräfte" und endigt mit der Feststellung der „Hebdomadaire", daß „Deutschland in furchtbarer Bereitschaft sich anschickt, über den „friedlichen Schafft a l l" herzufallen. Das italiewsche Blatt chreibt dazu stark ironisierend: „Ja, es ist wahrhaftig ein wirklicher Angriff, der sich vorbereitet zum Schaden des gänzlich wehrlosen, bescheiden st en und arglose st en Volkes Europas. Hannibal steht vor den Toren mit einem Musterheer, mit den modernsten und morde- rischsten Waffen, die man sich vorstellen kann. Seme chemischen Industrien sind die mächtigsten der Welt, von seiner Luftwaffe ganz zu schweigen. Wie wird ihnen Frankreich widerstehen? Mit wehrlosen Schäflein? Mit armen Negern? Mit jenen kleinen F l u g z e u g l e i n, die n i ch t m e h r als eine Tonne Bomben tragen könneni Der Popolo d'Jtalia schließt lakonisck: Die örafti- scheu Aufschneider der Gascogne sind in der Tat noch nicht ausgeftorben, sie nehmen den Karneval
Der echte Rembrandt und der fatsche Spitzweg
Aufsehenerregender Betrugsprozeß gegen Professor Hauser.


