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gegenüber Paris abwartend verhalte und noch nicht geneigt zu sein scheine, die südslawische Einheit als unabänderliche Tatsache hinzuneh­men. Das sei kein gutes Vorzeichen, wenn der Völ­kerbund jetzt aufgefordert werden sollte, die angeb­liche Verantwortung Ungarns am Mar­seiller Anschlag zu pAfen. Italien vermeide gegen­wärtig noch jede Stellungnahme. Es werde im Augenblick der Krise seine Entscheidung bekannt­geben, aber wegen dieser Verspätung drohe die Entscheidung selbst ihres vorbeugenden' Wesens be­raubt zu werden.

Musterlager

für die Neichsautobahnen.

Berlin, 15. Nov. (DNB.) Mit großer Tat­kraft hat die nationalsozialistische Regierung den Bau der Reichsautobahnen in Angriff genommen. Von den vorgesehenen 7000 Kilometer Reichsauto­bahnen sind schon ungefähr 1000 Kilometer im Bau. Die erste Strecke der Reichsautobahn, die Straße F r a n k f u r tM a n n h e i m, soll im Frühjahr nächsten Jahres, also IVr Jahr nachl ihrem Baubeginn, eröffnet werden.

Die gewaltige Arbeitsleistung ist nur möglich ge-j

wesen durch den Opfermut vieler tau­sender von deutschen Arbeitern, die sich bei geringem Lohn mit ganzer Kraft für das Werk einsetzten. Da die Reichsautobahnen vielfach a u f lange Strecken durch schwach besiedelte Gebiete führen, so sind die Baustellen oft sehr weit von der nächsten Ortschaft entfernt. Es ist da­her unvermeidlich, daß von den beim Bau beschäf­tigten rund 70 000 Arbeitern annähernd 10000 in Lagern wohnen müssen. Da diese Baracken­lager infolge des raschen Fortschreitens der Reichs­autobahnen oft in sehr kurzer Zeit aufgestellt wer­den mußten, so ergaben sich in einzelnen Fällen Mängel, die besonders durch Eintreten der schlech­ten Witterung die Arbeitsfreude beeinträchtigen mußten. Dem Führer, dem das Wohlergehen aller am Werk der Reichsautobahn tätigen Ar­beiter besonders am Herzen liegt, hat nunmehr die Deutsche Arbeitsfront veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß die bestehenden Lager ausgebaut werden. Ferner sollen neue L a - aer errichtet werden, die als Musterlager für alle in Zukunft noch zu errichtenden Lager gel­ten können. Bewährte Arbeitsdienstführer sollen die Leitung der Lager übernehmen. Das Amt für Schönheit der Arbeit der Deutschen Arbeits­front hat bereits die Arbeiten ausgenommen.

England bereitet seine Verteidigung gegen Lustangriffe vor.

Arsenale und Munitionsfabriken werden nach Westen verlegt.

London, 16.71ov. (DNV. Funkspruch).Daily Herold" berichtet, der Verteidigungsausschuh und das Kabinett hatten beschlossen, das königliche Arse­nal von Woolwich an die West - oder 71 o r b- westküste Englands zu verlegen, um es gegen Luftangriffe zu schützen, hohe Offiziere der drei Waffengattungen hatten sich be­reits nach einem geeigneten Gelände umgesehen. Natürlich müßten Fragen wie die des Schuhes gegen Luftangriffe, der Eisenbahnverbindungen, der Hafenverhältnisse usw. sorgfältig erwogen werden. Die Verlegung des Arsenals könne daher erst In geraumer Zeit erfolgen. Der Bau der notwendigen Fabriken werde viele Monate in Anspruch nehmen. Ueberdies müßten besondere Eisenbahnlinien und Straßen angelegt und Häuser mit Kaufläden, Schu­ten usw. für die Arbeiter gebaut werden. Die Ver­legung des Arsenals bilde einen Teil der Neuord­nung und Neuverteilung der Munitions­fabriken, die infolge der Entwicklung der Bom­benflugzeuge vorgenommen werden müsse. Jeder Luftangriff auf Großbritannien würde offenbar über die Süd- oder Ostküste erfolgen, und die Arsenale und Munitionsfabriken sollten deshalb in einer allgemeinen Nord-

westrlchtung verschoben werden. In Mil­ford Haven an der Südwestecke von Dales seien bereits ausgedehnte Arbeiten im Gange. Dorf werde die Admiralität ihr Hauptlager für Munltions- und Oetoorräte anlegen. Riesige Pelroleumslanks und Munitionslager, die besonderen Schuh gegen Luftangriffe haben, würden bereits gebaut. Weitere Arbeiten zielten darauf ab, den Hafen zur Aufnahme der größten und neuesten Kriegsschiffe vorzubereiten.

Verlängerung des IlottenvertragS ohne Japan?

Washington, 16. Rov. (Reuter. Funkspr.) Staatssekretär Hüll besprach mit Präsident Roosevelt britische Vorschläge über ein g e - meinsames britisch - amerikanisches Vorgehen im Falle eines Fehlschlages der drei- seitiaen Besprechungen. Es scheine, daß die ameri­kanische Abordnung im Notfälle für eine (Er­neuerung des Vertrages ohne Japan fei, daß aber die britische Abordnung einen mittleren Kurs befürwortet, der sich auf die grundsätzliche Anerkennung der japanischen Gleich­heit" beziehen solle.

Vorsichtigere Formulierungen der französischen Gaarpolitik.

Was will Laval in Gens?

Paris, 15. Nov. (DNB.) Außenminister Laval hat vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer ausführlich über Frankreichs Außenpolitik berichtet. Er gab Aufschluß über die Verhandlungen des Dreier-Ausschusses in Rom und brachte sein Vertrauen in den normalen A b - lauf des Verfahrens zum Ausdruck, das durch den Friedensvertrag und den Völkerbundsrat festgesetzt worden sei. Er betonte den Willen Frank­reichs, sich in voller Sachlichkeit an dieses Ver­fahren zu halten. Frankreich habe nur ein Ziel: Die Sicherung der Abstimmungsfrei- h e i t. Frankreich sei entschlossen, im friedlichen Geist und ohne Hintergedanken seine aus den gel­tenden Verträgen sich ergebenden Verpflichtungen zu erfüllen und die ihm obliegenden Interessen zu schützen. Es sei kein neuer Plan in Aussicht ge­nommen. Er werde vielmehr mit dem ursprünglich von Barthou ausaearbeiteten Plan nach Genf gehen. Der Dreier-Ausschuß müsse entscheiden, ob dieser Plan dem Völkerbundsrat unterbreitet wer­den solle. Aus eine Anfrage, auf welche Abmachun­gen er sich in der Frage der etwaigen Entsen­dung französischer Truppen ins Saar­gebiet berufe, soll Laval erklärt haben: Auf eine Entscheidung aus dem Jahre 1926. Jedoch werde Frankreich niemals eigenmächtig, sondern nur auf Verlangen der Regierungskommission Truppen entsendens bieneutralen Charak­ter" tragen würden.

Zu seiner Rornreise sagte Laval, daß die Bestrebungen Barthous nach einem Einver­nehmen zwischen den beiden Regierungen in Zu­sammenarbeit mit den übrigen an der Erhaltung des Friedens interessierten Nationen fortgesetzt werden müßten.

Richt die Knochen eines französischen Grenadiers wett." Bedenken in derradikalsozialistischenPresse.

Paris, 16. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die meisten Berichte über Lavals Erklärungen über die Saarfrage hallen sich an die amtliche Verlaut­barung. Besonders wird hervorgehoben, so z. B. imFigaro", daß Frankreich außerhalb des Völkerbundes keine Initiative im Saargebiet zu ergreifen gedenke. Das radikalfozia- listifcheOeuvre" berichtet, Laval habe sich wie folgt ausgedrückt: Die Haltung Frankreichs werde untadelig fein. Sie werde weder aggressiv noch verletzend gegen irgendjemand fein. Frankreich habe nur einen Wunsch, nämlich im Saargebiet der Abstimmungsfreiheil Achtung zu verschaffen. Der Abgeordnete Andraud soll gesagt haben: Die französischen Interessen im Saargebiet seien vielleicht sehr be­deutend, aber sie seien nicht die Knochen eines Grenadiers aus der Auvergne wert.

Oeuvre" erhebt Bedenken gegen die Möglich­keit einer Entsendung lediglich französi­scher Truppen. Im deutschen Volk würde auf diese Weise gewollt oder ungewollt der Eindruck erweckt werden, als ob Frankreich die Ergebnisse d« Volksabstimmung porsälsche« wolle. Nie­

mand könne die Rückwirkungen eines sol­chen fatalen Mißverständnisses über­sehen. Wenn die Ereignisse daher einen Eingriff der Polizei notwendig machten, wäre ein Ein­greifen internationaler Kontingente wünschenswert. Frankreich dürfe nicht den psy­chologischen Fehler der Ruhr wieder­holen.

DerPelit Parisien" schreibt, Laval werde mit unbedingter Entschlossenheit die Rechte Frankreichs verteidigen und an­derseits darüber wachen, daß die Saarabstimmung ihren internationalen Charakter voll und ganz behalte. Die Frage der Unterstützung der Polizei im Falle von Unruhen werde sehr genau geregelt werden müssen, so daß ihr internatio­naler Charakter offenkundig sei. DerLx- celsior" erklärt, die französische Regierung halte an der Genfer Erklärung von 1926 fest, durch die Deutschland und Frankreich sich verpflichtet hätten, die Freiheit, Aufrichtigkeit und Sicherheit der Abstimmung zu gewähr­leisten. Die französische Regierung hoffe und wünsche, daß die Ordnung und Richtigkeit der Ab­stimmung sie der Kosten und Gefahren einer Ein­setzung der in der Nähe der Saargrenze befindlichen Truppen enthebe.

England hält sich zurück.

Das Selbstbestimmungsrecht der Saar­länder soll gewahrt werden.

London, 15. Nov. (DNB.) Im Oberhaus be­zeichnete der Arbeiter-Lord M a r l e y es als wün­schenswert, daß England im Völkerbundsrat darauf dringe, daß sofort eine Definition des Begriffes Status quo veröffentlicht werde. Der Unterstaats­sekretär des Aeußeren Lord Stanhope erin­nerte daran, daß die Erklärung Barthous, der Rat möge erwägen, ob vor der Abstimmung definiert werde, was unterAufrechterhaltung des augen­blicklichen Regimes" gemeint fei, an den Dreier­ausschuß verwiesen wurde. Da die Frage vom Dreierausschuß noch nicht entschieden sei, würde es unangemessen sein, irgendwelche Erklä­rung dazu zu geben. Die von Marley kritisierteNicht­zulassung" von drei Agitatoren aus dem Saar­gebiet in England begründete der Unterstaatssekre­tär mit dem Hinweis, daß die Abstimmung eine Frage der Saarbewohner sei. Es handele sich um einen sehr klaren Fall von Selbstbe­stimmung, deshalb sei die englische Regierung bestrebt, in keiner Richtung Partei zu er­greifen. Sie haben gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Völkerbundsrates die Aufgabe eines Kontrollbeamten. Deshalb fei es ihre Pflicht, zuzusehen, daß eine völlig freie Abstim­mung erfolge und daß die Abstimmung im Ein­klang mit den Bestimmungen des Versailler Vertra­ges durchgeführt werde. ' Die Abstimmung müsse ein durchaus klares Bild der Stimmung der Saar- bewohner geben. Die Pflicht Englands sei, keine Er­klärung jetzt darüber abzugeben, was als Folge der Abstimmung geschehen könne. Deshalb müsse der Bericht des Dreierausschusses an den Völkerbund abgewartet werden. Danach werde die englische Regierung tun, was der Rat anempfehlen werd«.

Das Goslarer Reichsbauernthing.

Goslar, 15. Nov. (DNB.) Schneidige Marsch­musik weckt in der Frühe des Tages das verträumte Goslar aus dem Schlummer. Wie ein einziges Tuch im Grün der Girlanden und im Rot der Fahnen liegt der Schmuck über allen Straßen. Die Kon­turen der jahrhundertealten Bauten sind durch den leichten Nebel verwischt. Ganz Goslar scheint an diesem Tage nur ein Ziel zu kennen: Das Oster­feld im Südosten. Und die neuangelegte Zufahrts­straße ist lange vor Beginn des Things von einer schier endlosen Wagen- und Fußgängerschlange be­lebt. Das Thinggelände überragt das Wahrzeichen des zweiten Reichsbauerntages, ein monumentaler Aufbau, der in 16 Metern Höhe das Symbol des Reichsnährstandes und zu beiden Sei­ten die Odalsrunen trägt. Ein Halbkreis von Tannen und Fahnen umsäumt den Ehrenhof, der dem Thing - Gelände eine einheitlich wirkende Raumgestaltung verleiht. Das Innere des Kongrcß- zeltes ist völlig mit Grün und mit Fahnentuch oer- kleidet. Selbst' um die Lichtträger ziehen sich sma­ragdene Kränze. Die Stirnwand trägt das Symbol des Reichsnährstandes, das Hakenkreuz mit Aehre und Schwert. Das Podium, das etwas erhöht liegt, ist mit gewaltigen Büschen schönster Chrysanthemen verkleidet. Hier sind die Mitglieder des Reichs­bauernrates auf ihren Ehrenplätzen versam­melt. Heilrufe künden das Nahen des Reichs­bauernführers, dem von seinen Bauern, von denen viele in ihren Trachten erschienen sind, ein herzlicher Empfang bereitet wird. Die festliche So­nateFeuerwerksmusik" von Händel ist das feier­liche Vorspiel zur Eröffnung des Reichsbauern­things. Erschütternd eindringlich fang der Chor der Leibstandarte das alte BauerntrutzliedLeever dood as Slav".

Dann eröffnet der Sprecher des Reichsbauern­things, Staatssekretär W i 11 i k e n s, das erste Bauernthing im neuen Deutschland. Nachdem in einer Reihe von Sondertagungen die Mitglieder des Bauernthings die wichtigsten Fragen besprochen hätten, versammelten sie sich nun zum ersten Mal, um vor der breiten Oeffentlichkeit d ie Grund­fragen zu erklären, die die deutsche Bauernschaft: und die Oeffentlichkeit bewegen.

Staatsrat Helmut Reinke.

der das erste Referat des Reichsbauernthings über­nommen hatte, wies darauf hin, daß der Land­arbeiter als vollwertiges Mitglied in die bäuer­liche Gemeinschaft aufgenommen fei und daß seine Betreuung im Vordergrund des Inter­esses stehe. Wichtiger als ein absolut hoher Bar­lohn sei eine bei gerechtem Arbeitentgelt echt natio­nalsozialistische Behandlung des Arbeiters. Bei den Landarbeitern habe es auch in der schlimmsten libe- ralistischen Epoche nie eine solche Entfremdung zum. Brotherrn gegeben wie in der Industrie. In vielen Gegenden habe der Landarbeiter und seine Familie zur Familie des Bauern gehört. Bei der Neubildung deutschen Bauerntums werde die Tat­sache gewürdigt, daß der Landarbeiter nach seiner Abstammung und feiner bevölkerungspolitischen positiven Einstellung eines der wertvollsten Glieder unserer Rasse ist.

Der ostpreußische Landesbauernführer Mathias h a i d n

stellte die seelische Betreuung des bäuerlichen Men­schen in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Bauer sein, sei eine Angelegenheit der

Gesinnung und blutbedingten Lebens- Halt u n g, die nur aus einer Weltanschauung her­aus denkbar sei. Die seelische Betreuung müsse diese Gesinnung in der Erhaltung, Rührung und Ver­besserung unseres Blutes, das das höchste Gut un­seres Volkes, gewissermaßen unsere völkische 6U&. stanz sei, betätigen. Der Bauernführer müsse wissen daß er nicht nur wirtschaftliche Aufgaben zu bei roältigen habe. Nicht die Wirtschaft mache die Ge. finnung, sondern die Gesinnung gestalte die Wirt­schaft.

Der Leiter der Reichshauptabteilung IV, Karl Vetter

sprach über die Getreidewirtschaft als Beispiel einer Marktordnung durch den Reichsnährstand. Aus seinen Darlegungen über Organisation und Durch, führung der neuen Getreidewirtschaft ging hervor, daß die Marktorganisation des Reichsnährstandes keineswegs eineKartellierung der Landwirtschaft" darstelle, denn das Kartell erfasse meist nur eine einzigeWirtschafts. stufe, die Getreidewirtschaft dagegen alle Wirt- schaftsstufen von der Erzeugung bis zur letzten Verteilung. Die neue Marktordnung wirkt sich in Jahren geringerer Ernte wie in diesem Jahr zu- gunften der Verbraucher aus und bringe für den Bauer Ablieferungspflichten, gewähre dafür aber in Jahren überreichlicher Ernte auch Ablieferungs- rechte.

Stabshauplabteilungsleiter Kurl Motz sprach am Nachmittag über die Werbung im Reichsnährstand. Eine Agrarpolitik, die die Selbst. Versorgung des deutschen Volkes und die Erhaltung und Pflege des Bauerntums als rassische Blutquelle unseres Volkes zur Aufgabe habe, müsse sich zwangs, läufig aufaHeßebensfragen des Volkes auswirken. Die agrarpolitische Aufklärungs­arbeit müsse sich daher an alle Schichten des Volkes in Stadt und Land wenden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Reichsministe- rium für Volksaufklärung und Propaganda fei diese Möglichkeit gegeben. Motz schilderte dann die ver­schiedenen Aufgabengebiete, Erntedanktag, Ausstel­lungen, Film- und Lichtbildwerbung und endlich den Landwirtschaftsfunk, der zu einem wahren Bauernfunk geworden sei. Der Erfolg der Werbearbeit sei unverkennbar, das in seinem Füh­len gesunde Volk habe erkannt, daß der Leitsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz" kein Schlagwort sondern Wirklichkeit im Dritten Reich geworden ist.

Der Gauleiter von Main-Franken Dr. Otto Hellmuth, entwarf zum Schluß ein packendes Bild vorn Leben und Sterben des Vorkämpfers für die bäuerliche Freiheit Florian Geyer, der selbstlos, tapfer und treu bis in den Tod hinein zur Fahne der deut­schen Freiheit und Ehre stand, der die Herrenrechte durch das Volksrecht ersetzt wissen wollte und zu­gunsten des betrogenen Bauernvolkes Enteignung des raffenden und schlemmenden weltlichen und geist­lichen Regimes forderte. Verrat und Meuchelmord verhinderten, daß er zum Ziele kam. Sein Geist und. sein Freiheitssehnen leben fort. Seiner wackeren Bauern heiliger Freiheitstod fei Mahnung und Ver­pflichtung für das heutige Geschlecht, seinem Vorbild folgend unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler im Kampfe gegen alle dunklen Mächte die Treue zu halten!

Die Krisis -er Rohstoffmärkte.

Die Rohstoffrage ist ein internationales Problem geworden. Wir können von einem Umbruch der Roh­stoffmärkte sprechen, von dem sich heute noch gar nicht sagen läßt, wohin er führen wird. Amerika hat seine herrschende Rolle aus dem Baum­wollmarkt eingebüßt. Noch 1932/33 belief sich der amerikanische Anteil an der Weltbaumwoll­ernte auf 63,6 v. H.: für 1934/35 sind es nur noch 40,9 v. H. Das Geschäft ist in starkem Maße nach Aegypten abgewandert. Amerika hat die Anbaufläche für Baumwolle stark eingeschränkt, eine in feiner Lage durchaus verständliche Maßnahme, aber damit hat es auch aufgehört, den Baumwoll­markt zu kontrollieren und nach seinem Wunsche zu beeinflussen.

Eine andere große Umwälzung scheint sich auf dem Kautschukmarkt zu vollziehen durch den Siegeslauf des synthetischen Kautschuks. Ge- wiß braucht man zur Herstellung des künstlichen Kautschuks 20 o. H. Naturkautschuk, das kann aber den Rückgang des Kautschuk-Bedarfs nicht aufhal- ten. Sowohl in Deutschland als auch in England und in den Bereinigten Staaten, um nur einige Länder zu nennen, ist die Herste11 ung syn- thetischen Kautschuks in großem Stil aus­genommen und die scharfen Restriktionen, die für den Kautschukanbau vorgenommen sind, können trotzdem ein weiteres Sinken der Preise nicht ver­hindern.

Die Weltweizenbe stände zeigen eine täniüg rückläufige Tendenz, weil in vielen Ländern Europas an Stelle von Weizen andere heimische Getreidearten bevorzugt werden. Das trifft für Deutschland, Tschechoslowakei, Oesterreich, England, Schweden, Holland und Dänemark zu.

Auf dem K u p f e r m a r f t tritt Afrika als Kup- erproduzent immer mehr in den Vordergrund und bedroht die amerikanische Vorherrschaft. Auf die Nachricht, daß die amerikanischen und afrikanischen Kupfererzeuger gemeinsame Absatzvereinbarungen getroffen hätten, sind die Preise für Kupfer, die sehr tart gefallen waren, wieder etwas gestiegen.

Auf dem Weltzuckermarkt vollzieht sich langsam ein Umschwung, der durch Japan hervor­gerufen wird, das auf Formosa und in der Man­dschurei große Pflanzungen anlegt, wodurch Ost- aficn versorgt werden soll.

Auch das Erdölmonopo 1 von Mandschukuo ist ein wirtschaftliches Warnungszeichen, das man besonders in London und den Vereinigten Staaten wohl vernommen hat.

Der Ausfall der deutschen Baum- ro o 111 ä u f e macht sich in den Bereinigten Staaten bereits empfindlich fühlbar. Denn Deutschland nahm in der vorigen Saison noch 8 v. H. der amerikani- chen Baumwollernte auf. Jetzt droht den amerifani- chen Farmern die Anhäufung ungeheurer unabsetz­barer Vorräte. Wie es scheint, wollen die beteiligten amerikanischen Wirtschaftskreise jetzt noch einmal den Versuch machen, durch einen organisierten Warenaustausch Deutschland den Weiter- bezug amerikanischer Baumwolle zu ermöglichen. Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt vor allem darin, daß in den Bereinigten Staaten die Erkennt­nis der Unhaltbarkeit der bisherigen Handelspolitik offenbar Fortschritte macht. Die Amerikaner haben ihre Einfuhr euroMcher Waren immer starker ein­

geschränkt, wollten aber gleichzeitig den Erport amerikanischer Waren weiter ausdehnen. Wäh­rungsmanipulationen und andere künstliche Mittel wurden rücksichtslos angewandt, um die Außenhan- delsbilanz der Bereinigten Staaten zu verbessern, obwohl doch die Bereinigten Staaten das größte Glaubigerland der Welt sind und deshalb naturgemäß mehr kaufen als verkaufen müßten.

Diese Handelspolitik führte schließlich dahin, M dreimal so viel amerikanische Waren nach Deutsch- land exportiert als deutsche Waren nach den Ver­einigten Staaten eingeführt wurden. Der über­steigerte Druck auf die deutsche Devisenlage hat schließlich aber den Kessel zur Explosion gebracht. Deutschlands Kaufkraft für ausländische Waren ist auf ein Mindestmaß gesunken. Wenn man ihm jetzt nicht Möglichkeit gibt, die Rohstoffe, die seine hoch­entwickelte Industrie braucht, im Austausch gegen deutsche Erzeugnisse zu beziehen, so wird ihm nichts andres übrig bleiben, als sich der Produktion eigener Rohstoffe zu­zuwenden und seinen Bedarf an ausländischen Roh­stoffen aufs äußerste einzuschränken. Diese radikale Entwicklung der Rohstoff-Frage ist aber auch vom deutschen Standpunkt aus nicht erwünscht. Es wäre daher zu begrüßen, wenn die Amerikaner noch im letzten Augenblick einen Weg beschreiten würden, der einen künftigen deutsch-amerikanischen Handels­austausch auf dem Boden gleicher Lei« stung und Gegenleistung ermöglicht. Die Rohstoffproduzenten der ganzen West werden, wenn sie auf den Berbrauch eines 70-Millionen-Volkes nicht verzichten wollen, endlich die Voraussetzungen schaffen müssen, unter denen Deutschland künftig allein ausländische Rohstoffe wird beziehen können.

Prüfung derlartettmähigenDindungen

Berlin, 15. Nov. (DNB.) Im Jntereffe der von dem Preiskommisiar Dr. Gördeler ange- strebten einheitlichen Prüfung der Frage, ob i& welche kartellmäßigen Bindungen gelockert wU' den können, wurde dem Führer der Wirtschaft die Kartellstelle des bisherigen Reichsstandes der deut­schen Industrie bis auf weiteres unmittelbar unter­stellt. Diese Stelle wird künftig für die gesamte Wirtschaft im engsten Einvernehmen mit Dr. Gor- deler prüfen, wo zu Erstarrung gewordene privat- rechtliche Bindungen zu lockern ober ZU lösen sind. Die Entscheidung über die Durchfüh' rung solcher Vorschläge liegt bei dem PreiskoM- missar Dr. Gördeler, soweit in solchen Fällen ein Kartellverband nicht freiwillig die entsprechenden Folgerungen zieht.

Die Preisüberwachung in der Lederwirtschaff.

Berlin, 15. Nov. (DNB.) Zur Behebung von Mißständen die in preislicher Beziehung in.der Le­derwirtschaft entstanden waren hat der ReichskoM- missar für Preisüberwachung die Ueberwachungs- stelle für Lederwirtschaft ermächtigt, für V e rst e u gerungen von Fellen und Häuten die maßgebenden Höch st zulässigen Preise vett bindlich festzustellen und dis für dea Verkaw