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Nr. 88 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Montag, 16. April 1934

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

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Deutschland und die Länder jenseits des Ozeans.

Der Reichsaußenminister über unsere handelspolitischen Beziehungen zum Ausland.

Hamburg, 14. April. (DNB.) Die diesjährige Jahresversammlung der Gesellschaft der Freunde des Jbero-Amerikanischen Instituts, die am Sams­tagabend im Hotel Atlantik in Hamburg stattfand, stand ganz im Zeichen des politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauwillens des neuen Deutschen Reiches und wurde zu einer großartigen Kundgebung für die Frie­dens- und Verständigungsbereitschaft bes Staates Adolf Hitlers allen den Staa­ten gegenüber, die, wie besonders auch die Staaten der Jbero-amerikanischen Völkergruppen, heute wie immer durchweg Deutschlands Ehre und Lebensnot­wendigkeit in jeder Weise anerkennen. Ihre über­ragende Bedeutung erhielt die Versammlung durch die Anwesenheit des Reichsaußenministers Frh. v. Neurath und des Reichsministers Stabschef Röhm, der durch seine an hervorragender Stelle ausgeübte militärische Tätigkeit in Südamerika be­sonders eng mit der ibero-amerikanischen Welt ver­bunden ist.

ReichsaußenmimstervonReurath führte in einer Ansprache u. a. aus: Für jeden, der in Hamburg das Wort ergreift, richtet der Blick sich von selbst zuerst ngch dem Auslande. In der Gegen­wart muß Hamburg noch mehr als das Inland dar­unter leiden, daß diese Verbindungen mit dem Auslande erschwert worden sind. Die Reichsregierung wird in ihrem Teile alles tun, um Hamburg die Ueberwindung der gegenwärtigen schwierigen Zeit zu erleichtern. Was aus dem gegen­wärtigen Wirrwarr der handelspolitischen Tenden­zen der einzelnen Länder und aus der völligen Des- ovZanifierung der internationalen Finanzbeziehun­gen schließlich sich einmal herausentwickeln wird, wird heute mit Sicherheit niemand voraussagen können. In zwei Punkten zeichnet sich die Entwick­lung für Deutschland aber heute schon klar ab. Das eine ist, daß das Schlagwort der Autarkie, das im Auslande zu manchen Mißdeutungen Anlaß ge­geben hat, heute in allen maßgebenden Kreisen Überwunden ist. Ich spreche das deutlich aus:

Niemand in dar Reichsregierung glaubt, daß Deutschland wirtschaftlich vom Auslande isoliert werden soll und kann. Zwar wird mit neuen und vereinten Kräften daran gearbeitet, unser Volk und unsere Wirtschaft von ausländischen Lebensrnitteln und Rohstoffen unabhängiger zu machen als dies früher war und im Inlande selbst zu erzeugen, was hier erzeugt werden kann. Wir haben in dieser Richtung bereits sehr positive Fortschritte gemacht. Andererseits aber verlangt unsere zentrale Lage in Europa ver­ständnisvolle und auf wechselseitiges Entgegen­kommen aufgebaute Handelsbeziehungen mit den Nachbarländern und ebenso verlangt die Notwendigkeit, Rohstoffe zu beziehen, freund­schaftliche Austauschbeziehungen mit den über­seeischen Ländern.

Ich kann kein besseres Beispiel für diese Einstellung der Reichsregierung anführen, als die kürzlich neu abgeschlossenen Handelsverträge mit Holland und Dänemark. In diesen beiden Verträgen ist besonders die wechselseitige Einsicht und Bereitwilligkeit zum Ausdruck gekommen, auf die Lebensnotwendig­keiten des anderen Staates Rücksicht zu nehmen. Ich hoffe, daß dieses Beispiel internationaler wirt­schaftlicher Zusammenarbeit auch bei den Verhand­lungen mit anderen Staaten Schule macht.

Das zweite ist, daß wir in Zukunft die Waren­einfuhr planvoller in die Hand neh­men müssen als in der Vergangenheit. Die Währungspolitik und die handelspolitische Ab­schließung vieler Länder hat uns einfach in die Zwangslage versetzt, eine planvolle Verlagerung der notwendigen Einfuhr nach den Ländern vor- zunehmen, die bereit sind, Deutschland entsprechende Werte abzunehmen. Die Reichsregierung wird diese Linie zwar unter möglichster Schonung alter Han­delsbeziehungen, aber doch zielbewußt verfolgen. Diese rücksichtsvolle, aber zielbewußte Gestaltung unserer Handelspolitik verlangt mehr als je eine einheitliche Führung. Es geht nicht an, daß jeder Berufszweig es unternimmt, seine eigene Handelspolitik zu treiben.

Der Erfolg einer deutschen Außenhandelspolitik, wie ich sie kurz skizziert habe, ist natürlich, wie der Erfolg jeder Handelspolitik, stets von einer elemen­taren allgemeinen Voraussetzung abhängig, das ist die Beruhigung und Konsolidierung der internationalen Lage in politi­scher Beziehung.

Daß die Außenpolitik gegenwärtig mit schwie­rigen und ernsten Problemen zu ringen hat, mit Problemen, die zum Teil das Fundament unserer nationalen Existenz berühren, wissen Sie alle. Ich sehe unter diesen Problemen aber kein einziges, das nicht bei vernünftiger Be- handlung einer Regelung auf dem Dege friedlicher Verständigung zugänglich wäre. Daran, was wir nach Recht und Ge­rechtigkeit für Deutschland fordern müssen und gefordert haben, werden wir freilich mit unbeirrbarer Entschlossenheit fest­halten. Denn es sind Forderungen, aus die ein gesundes und ehrliebendes Volk überhaupt nicht verzichten kann. Der maßvolle Umfang

dieser Forderungen und die friedlichen Absichten, die ihnen wie unserer gesamten Außenpolitik zugrunde liegen, haben jedoch von deutscher Seite aus alle Vor­aussetzungen für eine schnelle und den gemeinsamen Interessen Europas entsprechende Verständigung geschaffen. Es kommt, wie ich dies schon einmal an anderer Stelle gesagt habe, nur auf den Entschluß der ande­ren Regierungen an, eine solche Ver­ständigung zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Wenn das, wie ich auf das dringendste hoffen möchte, geschieht, und wenn so das Vertrauen unter den Völkern wiederhergestellt wird, dann haben die Regierungen ihrerseits für die Belebung des Welt­handels das Wichtigste getan, was sie überhaupt tun können.

Zum Schluß wies der Reichsminister auf die erfreulichen Beziehungen zu den ibero-amerikanischen Ländern hin, Be­ziehungen, die von aufrichtigem Verständnis für die beiderseitigen Interessen getragen sind. Es sei ihm ein Bedürfnis, den in Deutschland tätigen amtlichen Vertretern der lateinamerikanischen Staaten für alles das zu danken, was sie für den Ausbau die­ser Beziehungen getan haben. Freiherr von Neu­rath schloß mit einem Trinkspruch auf die deutsch- ibero-amerikanische Freundschaft und die Gesellschaft der Freunde des ibero-amerikanischen Institutes.

Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung nahm auch

Reichsminister Stabschef Röhm der mit nicht endenwollendem Jubel begrüßt wurde, bas Wort. Röhm hielt seine Rede in spanischer Sprache und stellte zunächst fest, baß er die ibero- amerikanischen Länder aus eigener, jahrelanger An­schauung eingehend kennen und schätzen gelernt habe. Zwei Jahre, so erklärte er, sei er in Bolivien und auf Reisen auch in Peru, Chile, Brasilien und Ar­gentinien gewesen. Der Haupteindruck, den er ge­wonnen habe, sei vor allem das Gefühl, das ihm bezeichnend zu fein scheine für die gesamte Geistig­keit der ibero-amerikanischen Völker: Das sei die glühende Liebe zum Vaterland. Mit die­sem Eindruck sei er aus Südamerika zurückgekehrt, gerufen vom Führer Adolf Hitler, der jetzt und auf Lebenszeit der Kanzler des Deutschen Reiches sei.

Er sei aus Südamerika zurückgekehrt mit der Absicht und dem Willen, unter dem drüben ge­wonnenen tiefen Eindruck der Vaterlandsliebe mitzuwirken, ein Deutschland der Freiheit und Ehre zu schaffen.

Der Stabschef hob besonders hervor, er habe sich in den ibero-amerikanischen Ländern davon über­zeugt, daß die große Sympathie, die diese Länder mit Deutschland verbinde, keine Freundschaft für

den Tag sei, sondern eine Freundschaft für d i e Dauer und für immer.

Stabschef Röhm, dessen Rede wiederholt vom stürmischen Beifall der großen Versammlung unter­brochen wurde, schloß seine Ausführungen mit einem Hoch auf die ibero-amerikanischen Länder, in bas die Anwesenden begeistert einftimmten.

Der bolivianische Gesandte in Berlin, Dr. Anze Zoria,

brachte die großen Sympathien seines Landes für das nationalsozialistische Deutschland und für die hohen Ziele, die sich das neue Reich gesteckt fjabe, zum Ausdruck. Darauf nahm der Doyen des Kon­sularkorps,

der venezolanische Generalkonsul Raffael Paredes-Urdaneta

das Wort. Der Redner wies auf die freundschaft­lichen Beziehungen hin, die Deutschland seit langer Zeit mit Venezuela verbinden, und fuhr u. a. fort: Wenn wir die ibero-amerikanischen Länder Deutsch­land näher bringen, vollbringen wir ein großes Werk, denn Deutschland bietet uns seine Erfahrung, den Geist der Arbeit, der Ordnung und der Be­harrlichkeit sowie seine Kenntnisse, und wir bieten ihm die Reichtümer unseres Bodens und unseren guten Willen.

Mit lebhaftem Beifall wurde die Mitteilung des Bürgermeisters Burchard ausgenommen, daß Reichsminister Stabschef Röhm, Reichsaußen­minister Freiherr von Neurath und Reichsstatt­halter Kaufmann ihre Absicht bekanntgegeben haben, der Gesellschaft der Freunde des Jbero- Amerikanischen Instituts als Mitglieder beizutreten. Zum Schluß sprach

Reichsjustizkommiffar Gtaatsminister Or. Frank: Ich habe als Jurist des Nationalsozialismus den Kampf um das Recht deshalb geführt, weil das Recht unserer Nation, das Recht des Deutschtums gleich war und ist mit den natürlichen Ansprüchen, die unsere Nation auf Recht und Ehre hat. Ich glaube, daß unsere Nation und die übrigen jungen Völker der Erde, besonders auch die südamerikani­schen, den gleichen Weg der Freiheit und Ehre versolgen werden.

Der Reichsjustizkommissar erinnerte an den Ab­schiedsabend, an dem er in München bei der Abreise des Stabschefs nach Bolivien seinerzeit teilgenommen habe und betonte, daß er und seine nationalsozia­listischen Freunde damals stolz darauf gewesen seien, gerade Ernst Röhm als Repräsentanten Deutsch­lands nach Südamerika gehen zu lassen. Die ibero- amerikanischen Länder hätten in Stabschef Röhm den gegebenen Träger des deutschen Kulturwillens kennengelernt. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Stabschef, in das die Versammelten begeistert einstimmten, schloß Dr Frank seine Rede.

Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin.

Wilhelmshaven, 16. April. (DNB. Funk­spruch.) Reichskanzler Adolf Hitler ist an Bord derDeutschland" wieder in Wilhelmshaven einge­troffen. Der Reichskanzler fuhr vom Hafen aus zum Landflugplatz, von wo er nach Berlinzurück- f lo g. In feiner Begleitung befinden sich u. a. Ober­leutnant Brückner und Reichspressechef Dr. Dietrich.

Oer türkische Boischaster in Berlin gestorben.

Berlin, 15. April (DNB.) Der türkische Bot­schafter in Berlin, Kemaleddin Somit- Pascha, ist am Sonntag um 13 Uhr an den Folgen einer Magenoperation g e ft o r b e n.

Kemaleddin Samit-Pascha wurde im Jahre 1885 in Sinope als Sohn des Bauingenieurs Abdur- rahman Somit geboren. Er besuchte die türkische Militärakademie. Nach Frontdienst in den Balkan­kriegen war er bei Ausbruch des Weltkrieges Major im türkischen Großen Generalstab. Er kämpfte an den Dardanellen, in Arabien und im Kaukasus. Zur Wiederherstellung von schweren Verwundungen und als Prinzenbegleiter besuchte Kemaleddin Samit- Pascha Deutschland wiederholt. Nach dem Waffen­stillstand wurde er Stadtkommandant von Konstan­tinopel. Zwischenfälle bei der Besetzung der Stadt durch Ententetruppen zwangen ihn, sich monatelang verborgen zu halten, bis es ihm gelang, als Kohlen­trimmer auf einem italienischen Schiff nach Klein­asien zu entkommen. Hier stieg er schnell zum Gene­ral auf und hotte wesentlichen Anteil an den er­folgreichen Freiheitskämpfen der Türken. Nach seiner 17. Verwundung schlug er im Herbst 1922 die grie­chische Armee südöstlich von Smyrna vernichtend. Nach Friedensschluß suchte er in Deutschland Hei­lung, sein rechter Arm blieb jedoch gebrauchsunfähig.

Mustapha Kemal Pascha, mit dem Kema­leddin Samit-Paschain Freundschaft ver­bunden war, ernannte ihn im August 1924 zum türkischen Botschafter in Berlin, berief ihn aber bereits im März 1925 wieder noch Kleinasien zur Niederwerfung eines Kurdenaufstandes. Nach Nieder­werfung der unruhigen Stämme kehrte Kemaleddin Pascha nach Berlin zurück, wo er zu den belieb­testen Diplomaten gehörte. Seine Gemahlin, Prin­zessin Emineh von Aegypten, ist mit dem dortigen Königshaus verwandt. Als sich die Türkei im August 1930 gezwungen sah, erneut mit Waffengewalt gegen die aufrührerischen Kurden vorzugehen, berief Mustapha Kemal Pascha den bewährten Heerführer erneut vorübergehend nach Ankara.

SiabschesMm über dieAufgabe derSA.

Es ist wieder stolz und schön, ein Deutscher zu fein."

Hamburg, 14. April. (DNB.) Heute früh traf der Stabschef der SA., Reichsminister Röhm, hier ein. Er stattete im Laufe des Vormittags dem r e - gierenden Bürgermeister im Rathaus einen Besuch ab, wo dem Stabschef ein herzlicher und feierlicher Empfang bereitet wurde. Nach einer Hafenrundfahrt schloß sich ein Besuch des Stabs­chefs beim Reichs st atthalter an dessen Amts­sitz an. Am Nachmittag wurden die gesamten Ham­burger SA-Gliederungen auf der großen Festwiese im Stadtpark von dem Stabschef Reichs­minister Röhm besichtigt.

Nach der Besichtigung, die etwa eine Stunde dauerte, hielt der Stabschef ein Ansprache, in der er u. a. ausführte.

Eines tut heute not in einer Zeit, wo ein Volk und ein Staat aus Schwachheit, Not, Schande und Feigheit wieder neu geboren wer­den soll z u Ehre, Freiheit und Brot, eines braucht ein Volk in dieser Zeit, eine Kraft, die unveränderlich ist, die unerschütterlich ist, unbesiegbar und unbezwinglich. Diese Kraft, SA.- Wänner sollt ihr sein, die gleiche Kraft, welche die SA. beseelt hat in jenen zurückliegenden Iahren der Not und Schande, wo sie sich gegen alle Widerstände und allen Gewalten zum Trotz durchgeseht hat, die gleiche SA., die die Wacht im Saate erkämpft hat und die gleiche SA., die diese Wacht erhalten und festigen soll, eine Kraft blindergeben dem Führer, auf die er sich in guten und schlimmen Tagen verlassen kann.

Daß ihr die gleichen bleibt, das tut not, euch auch nicht ändert, wenn die Zeiten ruhiger und besser werden, wenn der eine oder andere von euch vorwärtskommt und bessere, höhere Stellungen ein­nimmt. Not ist, daß ihr ebenso Kämpfer bleibt, wie ihr es gewesen seid. Mit Freude und Stolz habe ich in euren Reihen die alten Kämpfer der SA. und SS. begrüßen können. Vielen Männern konnte ich wieder in die Augen schauen, die damals, vor fast drei Jahren, in der Umgebung von Hamburg in schwerer Notzeit, in schwerer Kampfzeit, angetreten waren, verbissen, fanatisch und entschlossen, trotz aller Unterdrückung versuchten sich durchzusetzen, und ihr, meine lieben Kameraden, die ihr in diesen Kampfjahren euren Mann gestellt habt, die ihr als die treue und selb st lose Garde Adolf Hitlers die Wache gehalten und den Kampf geführt habt, ihr müßt auch die G a ran t e n fein, daß die ganze große SA., die heute über drei Millionen Mann in ihren Reihen zählt, den gleichen Kämpfer­geist behält, der euch zum Siege geführt hat.

Äendert euch nicht! Bleibt so, wie ihr gewesen seid und sorgt dafür, daß die neuen und jungen Kameraden, die erst kurze Zeit mit euch marschieren, auch solche treuen und tapferen deutschen Männer, solche tüchtigen und selbst­losen Nationalsozialisten werden, wie ihr es vor- gelebt habt. Und wenn heute noch manche außer­halb unserer Reihen stehen und uns vielleicht noch nicht begreifen können, so müßt ihr durch euer Vorleben, durch eure Tat, durch euer Vorbild ihnen Wegweiser fein in dieses neue Deutsche Reich der Männer.

Ihr müht das Volk überzeugen durch euer Vorbild, durch die Tat, von dem, was Adolf Hitler will und was das deutsche Volk braucht.

Deutschland wurde nicht und wird nicht gerettet werden durch schöne Feiern und durch noch so schöne Reden. Es ist nur erkämpft worden durch die Tat von dem pflichttreuen S A. - M a n n, der gar nichts für sich gewollt hat, sondern nur alles für Deutschland. Dieser Geist der SA., der allein für sich gar nichts beansprucht, sondern alles dem Volke gibt, wird auch der Garant fein für den Aufstieg und für die Größe und für die Zukunft von Volk und Vaterland.

Und wenn gerade wir Mqnner von der SA. die armen Volksgenossen besonders herzlich als unsere Kameraden in unseren Reihen begrüßen, wenn wir bitten, da gerade Sie die treuesten und selbstlosesten Kämpfer des Führers in schwerer Zeit gewesen sind, dann übernehmen wir damit auch die Verantwor­tung dem ganzen Volke gegenüber, daß diese Volksgemeinschaft, die ein Adolf Hitler er­kämpft hat, eine Gemeinschaft wird, die wirklich das ganze deutsche Volk erfaßt.

Es darf nie mehr Klassenunterschiede geben, es darf nie mehr Unterschiede des Standes, des Ranges und der Geburt geben. Ein Deutscher ist so viel wert wie der andere, wenn er nur das herz am rechten Fleck hat und entschlossen ist, alles dem Volk und Vaterland zu geben.

Wenn ihr Manneszucht und Disziplin gehalten habt in all den schweren Jahren, so danke ich euch dafür und spreche euch die Anerkennung aus, und ich weiß auch, daß neben dieser eisernen Disziplin der SA. eines uns groß gemacht hat und uns unsere Stellung allezeit sichern wird. Dos ist die Kameradschaft, die wir in unseren Reihen vom obersten Führer bis zum letzten Mann immerbar in unserer SA. gepflegt haben, und ich fordere von allen Führern der SA. in allen Glie­derungen, daß sie neben der schärfsten Man­neszucht immer als Führer auch der beste Kamerad all ihrer Mitkämpfer find. Das hat uns großgemacht, das hat uns noch niemand nach­gemacht und das wollen wir im neuen Staat und in der SA. hochhalten, an dem wollen wir f e ft h a l t e n. Und wenn wir von der Kamerad­schaft sprechen, gedenken wir besonders des Füh­rers, der auch unser bester Kamerad ist und von dem wir wissen, daß er in guten wie in schlechten Tagen immer und treu zu uns stehen wird, wie wir zu ihm stehen. Wir gedenken in dieser Stunde dieses Mannes, der es fertiggebracht hat, ein Volk und einen Staat zu schaffen, der im Innern die Ehre wieder zur Geltung gebracht hat, auf den gerade auch die Frontsoldaten, die ich heute in euren Reihen begrüßen konnte, stolz sein können.

Es ist wieder stolz und schön, ein Deutscher zu sein. Im Innern wollen wir Sauberkeit und Ehre und im Aeußeren wird ein Volk, das innerlich ehrlich und sauber ist, auch Freiheit, Ehre und Gerechtigkeit in der Welt bekommen. Und so sollt ihr die Garanten sein dieses neuen Deutschland Adolf Hitlers.

Er muß sich immerbar barauf verlassen können: Wenn es not tut, stehen die Millionen brauner und schwarzer Kämpfer angetreten da und werden feinem Rufe folgen und dem Führer zujubeln, so wie wir In dieser Stunde, an diesem Platze ihm zurufen: Adolf Hitler Sieg-Heil!