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Kanal herstellt. 200 000 Tonnen Zement sind tn den märkischen Boden versenkt worden, um die eiserne Konstruktion im Eigengewicht von 20 000 Tonnen zu tragen und fest zu verankern.

Dabei ging es um peinliche Millimeterarbeit. Denn man darf nicht außer Acht lassen, daß ein so riesiges Werk in hohem Maße den Einwirkungen der Sonne und des Windes ausgesetzt ist. Das Eisengerüst dehnt sich natürlich bei intensiver Hitze aus, während der Grundbau am Fußpunkt unver­ändert bleibt, und der Trog selbst ist auf seinem Wege bei den großen Angriffsflächen, die er dem Winde bietet, sehr erheblichen Stößen ausgesetzt. Und doch muß immer alles ganz genau und auf den Zentimeter passen, müssen die einzelnen Träger bis auf den Millimeter genau aneinander anschlie­ßen. Der Trog ist der interessanteste Teil des Wer­kes. Er ist an 256 Seilen aufgehängt, 128 auf jeder Seite. Bei einer Länge von allein 88 Meter, einer Breite von 16 Meter, und einem Tiefgang von 250 Meter vermag er einen 1000 Tonnenkahn zu beför­dern, der seinerseits die Lasten und Güter von 70 Güterwagen aufnehmen kann. Diese Zahlen geben annähernd eine Vorstellung von i*r Leistungsfähig­keit des neuen Werkes.

Oer Zeitpunkt für die Beendigung der Instandsetzungen- und Umbauarbeiten bien zum 30. Zuni verlängert.

Berlin, 15. INärz. (DNB.) Born Reichs- arbeilsministerium wird mitgefeilt, daß der Zeitpunkt für die Beendigung der Iustand- fehungs- und Umbauarbeiten allgemein bis zum 3 0. 3 uni 1934 verlängert ist. Der Reichs- arbeitsminisier hat sich ferner damit einverstanden erklärt, daß über die bei den örtlichen Stellen vor­handenen restlichen Zufchußmittel Vorbescheide auch noch nach dem 31. TNärz 19 3 4 erteilt werden.

Sie Unterbringung von Kriegs­beschädigten in Arbeit und Brot.

Berlin, 15. März (DNB.) Die A r b e i t s - ärnter haben es als eine ihrer vornehmsten Auf­gaben angesehen, bei den Arbeitgebern nachdrück­lichst auf die Einstellung von Kriegsbeschädigten hinzuwirken. Zwischen dem Reichsleiter der NS. - Kriegsopferversorgung und dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung ist ein enges Zusammenarbeiten zwischen den Arbeitsämtern und den Dienststellen der NS- Kriegsopferversorgung vereinbart. In gemeinsamer Arbeit soll eine einheitliche Werbeaktion im Rahmen der Frühjahrsschlacht gegen die Arbeits­losigkeit durchgeführt werden. Kein Weg soll un- beschritten bleiben, um Kriegsbeschädigten im Rah­men des Möglichen Arbeit und Brot zu geben. Damit wird eine Dankespflicht gegenüber den Männern erfüllt, die in schweren Jahren des Weltkrieges Leben und Blut für ihr Vaterland eingesetzt haben.

Aeue deutsche Auslandsvertreter.

Berlin, 15. März (DNB.) Der Herr Reichs­präsident hat ernannt: den Gesandten in Lima, Rohland, zum Gesandten in Oslo; den Ge­neralkonsul in Mailand, Schmitt, zum Gesand­ten in Lima; den Generalkonsul in Algier, Windeis, zum Generalkonsul in Mailand; den Vortragenden Legationsrat Terdenge zum Generalkonsul in Algier; den Konsul in New Orleans, Jaeger, zum Generalkonsul in Chi­ta g o ; den Generalkonsul in Kattowitz, Graf Adelmann von Adelmannsfelden, zum Gesand­ten in Brüssel; den Vortragenden Legationsrat N ö l d e k e zum Generalkonsul in Kattowitz; den Gesandtschaftsrat Für ft en von Bismarck zum Botschaftsrat bei der Botschaft in London.

Ein neuer litauischer Gewaltakt.

8 Deutsche verhaftet.

K o w n o, 15. März (DNB.) In den an der deutschen Grenze gelegenen litauischen Orten Kibarty und W i r b a l l e n wurden am Mitt­woch a ch t dort ansässige angesehene Deutsche auf Grund eines Gerichtsbeschlusses verhaftet und ins Gefängnis gesperrt, weil sie sich seinerzeit geweigert hatten, den litau­ischen G e i st l i ch e n als Seelsorger anzuerkennen, den man der deutschen, etwa 5000 Seelen zählenden Kirchengemeinde behördlich aufgedrängt hatte. Sie hatten ihm deshalb den Zutritt zu der Kirche und zu den Amtsräumen verwehrt. Vor der Ver­haftung hatte die Gemeinde dreimal den Staats­präsidenten um Aufhebung des Gerichtsbeschlusses ersucht. Obwohl der Staatspräsident eine Nach­prüfung der Angelegenheit zugesagt hatte, erfolgte jetzt doch der Strafvollzug. Die acht verhafteten Deutschen werden vier Wochen Gefängnis a b b ü ß e n müssen.

Unterbrechung der französisch-englischen Handelövertragsverhandttmgen.

P a r i s , 16. März. (DNB. Funkspruch.) Der fran­zösische Wirkschaftsminifter Lamoureux, der sich am Mittwoch nach London begeben hatte, um Han- delsvertragsverhandlungen mit der englischen Regie­rung aufzunehmen, wird bereits am Samstag mit feinem ganzen Stabe von Mitarbeitern wieder nach Paris zurückzukehren. Die englisch- französischen Besprechungen sollen vorläufig auf dem üblichen diplomatischen Wege fortgesetzt werden, da sich schon bei der ersten Besprechung besondere Schwierigkeiten ergeben haben, weil die Eng­länder darauf bestehen, daß Frankreich die Kon­tingente in ihrer alten Form und Fülle wieder her st eile, und sich außerdem weigere, die französische Forderung auf Gegenseitig­keit anzuerkennen. Sobald die Besprechungen auf diplomatischem Wege eine Klärung der Lage herbei­geführt haben, wird Lamoureux wieder nach Lon­don zurückkehren.

Kunst und Wissenschaft

Personalveränderungen beim Südwestfunk.

Am kommenden Sonntag, den 18. März, 22,15 Uhr, wird der neue Intendant des Südwest- deutschen Rundfunks, Hanns Otto Fricke, sich mit kurzen Begrüßungsworten an die Hörerschaft des südwestdeutschen Sendegebiets wenden. Inten­dant Fricke spricht von Frankfurt aus über die Sen­der Frankfurt a. M., Kassel, Trier, Kaiserslautern und Freiburg.

Der Leiter der Zeitfunkabteilung des Südwestfunks, Dr. Paul Laven, geht als Leiter des Zeitfunks an die Funkstunde nach Berlin. Die Uebernahme des Berliner Zeitfunks durch Dr. Paul Laven ge­schieht im Sinne des Reichspropagandaministers und auf ausdrücklichen Wunsch des bisherigen Frankfurter Intendanten Walter Beumelburg, der bereits der Berliner Funkstunde als Intendant vorsteht.

Die llniverfM der Gummimenschen.

Wo dieGroßenNummern^ enlstehen.-Ein Besuch in derDerlinerArtistenschule.

Im Hellen Licht farbiger Scheinwerfer betreten zwei junge Männer in grauen Abendanzügen die weite Varietöbühne. Machen Handstand und Spagat, verbiegen sich das Rückgrat und stehen im nächsten Augenblick bereits auf dem Kopf. Plötzlich schweigt das fein abgestimmte Orchester. Allein der Mann an der Pauke wirbelt leise auf seiner Trom­mel. Langsam verdunkelt sich die riesige Bühne, und nur die beiden Artisten stehen im grellen Licht­kegel. Atemlose Spannung liegt über dem gebann­ten Publikum. Da tritt einer der Akrobaten vor. Schlägt Saltos! Zweimal, dreimal, viermal! Immer wieder wirft er den scheinbar knochenlosen Körper wie einen Gummiball durch die Luft. Die Zuschauer klatschen begeistert Beifall.Ja, zu fo etwas muß man eben geboren fein", sagt ein Variets- besucher zu seinem Nachbar. Der Mann hat recht, denkt man. Akrobat muß man von Natur aus fein. Ein Herr Ruppelt ist anderer Ansicht!Das kann jeder Mensch lernen", behauptet er. Und fast möchte man es glauben, wenn man ihn einmal in feinem Gymnasium der Artisten besucht.

Draußen in Berlin-Halensee hat er vor einigen Jahren feine Akrobatenschule die einzige Euro­pas eingerichtet. Heute ist Ruppelt der Mann, der diegroßen Nummern" fabriziert; denn zu ihm kommen die zukünftigen Equilibristen und Kautschukmänner, die akrobatischen Varietötänze- rinnen und schwingenden Trapezkünstler. Hier ler­nen sie radschlagen und Flick-Flack, Parterre-Salto und Handstand auf einem Arm. An Leitern, Stüh­len, Stangen und Ringen üben sie ihre Tricks.

Aber ihr Trainer ist nicht nur ein gewissenhafter Lehrmeister, der feinen Schülern sagt, wie es ge­macht werden muß; er zeigt es ihnen auch und macht den jungen Akrobatenlehrlingen selbst die schwierigsten Verrenkungen persönlich vor. Denn 41 Jahre seines Lebens hat Willy Ruppelt unter dem Namen Florence an Zirkussen und Varietes gearbeitet. Er war ein vollendeter Schlangenmensch, dessen weltbekannte Darbietungen stets als Reklame­attraktion plakatiert wurden. Ueberall in der Welt ist er mit riesigem Erfolg aufgetreten. Bis er durch

eine schwere Muskelzerrung im Jahre 1926 seine Sicherheit verlor, der Varietsbühne Ade sagte und sich entschloß, ein Ausbildungsinstitut für A rt i ft e n zu gründen.

Heute kommen die internationalen berühmten BarietSfterne zu ihm, um ihre Nummer zu ver­vollkommnen und neue Tricks einzustudieren. Man irrt sich aeroaltig, wenn man etwa annimmt, daß die neuen Kunststücke den erfahrenen Akrobaten im Nu beizubringen wären. Auch sie müssen, wie jeder Anfänger, Tag für Tag stundenlang probieren. Zuerst mal sicherheitshalber an der Longe üben", meint Willy Ruppelt und zeigt auf ein Gewirr von Seilen, die über Flaschenzüge laufend, von der Decke des Uebungsraumes herunterhängen. Der Schüler wird nun beim Training in einen Gurt geschnallt, welcher an zwei von diesen Seilen be­festigt ist. Nach unten und oben kann dieser Sicher­heitsapparat von dem Lehrmeister beliebig bewegt werden. Immer lockerer werden die Seile, bis der Trick dem Schüler endlich ohne Hilfe gelingt.

Ganze Truppen hat Willy Ruppelt einstudiert. Seine Schüler sind in der glücklichen Lage, ihre Beine rückwärts um den Hals legen zu können. Nach dem Takt der Musik tanzen sie auf den Hän­den mit einer Vollendung, die bewunderswert ist. Sehen Sie, da sind z. B. zwei junge Kaufleute, die jetzt umsatteln wollen. Geborene Kautschukmen­schen, sag ich Ihnen" versichert Willy Ruppelt und zeigt auf zwei Herren, die aufeinander kopfstehend durch den Saal schreiten.

Eigenartige Perspektiven eröffnen sich dem stau­nenden Besucher. Jeder normal gewachsene, ge» sunde Mensch soll also diese schwierigen Verrenkun­gen die fast wie ein anatomisches Wunder er­scheinen nachmachen können? Seltsame Aus­sichten! Aber vielleicht kommt es sofern Akro­batik einmal Volkssport werden sollte soweit, daß der Bäcker feinen Kunden auf den Händen stehend das Brot auf den Füßen balancierend reicht, der Briefträger auf dem Kopf blitzschnell über die Treppen sprmgt und der Gerichtsvollzieher Salto schlagend seine Pfändungen vornimmt.

Aus aller Welt.

Oie prämieu-Gewinue der Winterhilfslotterie.

Unter Leitung des Notariats München 18 fand in den Räumen der Reichsleitung Abteilung Lotterie die Ziehung der Prämien in den 30 Serien der W i n t e r h i l f s l o t t er i e statt, welche von der NSDAP, veranstaltet war. Es fielen die nach­stehend aufgeführten Prämiengewinne in Höhe von 5000 Mark auf folgende Nummern (ohne Gewähr»; Serie« I 783 694, Serie II 931 459, Serie III 514 134, Serie IV 164476, Serie V 745274, Serie VI 270127, Serie VII 704 267, Serie VIII 180 489, Serie IX 371285, Serie X 104 869, Serie XI 634 056, Serie XII 280 745, Serie XIII 206 861, Serie XIV 707 741, Serie XV 276 329, Serie XVI 287 814, Serie XVII 225 657, Serie XVIII 391 513, Serie XIX 136 584, Serie XX 782 231, Serie XXI 553 613, Serie XXII 834186, Serie XXIII 734414, Serie XXIV 13 865, Serie XXV 172 616, Serie XXVI 395 745, Serie XXVII 113 673, Serie XXVIII 652 669, Serie XXIX 675 621, Serie XXX 966 583.

VOA.-pfingfltagunginMainzundTrier

Die Pfingsttagung des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande wird den ganzen Westen Deutschlands erfassen. Die Haupt­kundgebungen finden in Mainz und Trier statt. Trier bringt den Höhepunkt, den Jugend- aufmarsch, sowie eine Dankkundgebung an sämtliche deutschen Abstimmungsgebiete im Reich und Oesterreich als Gruß an die Saar. Die Teilnehmer werden vor dem Eintreffen in den Ta­gungsorten sowie auf den Rückwegen in zahlreichen Orten West- und Mitteldeutschlands Kundge­bungen veranstalten, so daß der gesamte Westen von der Tagung erfaßt werden wird. Durch preiswerte Gemeinschaftsfahrten und Son- berreifen wird vielen Taufenden die Gelegenheit geboten, die schönen deutschen Landschaften an Rhein, Mosel und Saar kennenzulernen.

1933 eines der besten deutschen Weinjahre.

Die Zunahme in der Entwicklung des deut­schen Weinbaues hat sich nach den Feststel­lungen des Statistischen Reichsamts auch im Jahre 1933 fortgesetzt. Insgesamt hat sich, wie das DdZ- Büro meldet, die Weinbaufläche Deutschlands von 82786 Hektar im Jahre 1932 auf 83 360 Hektar im Jahre 1933 oder um 0,7 Prozent erhöht. Die Weinmosternte 1933 wird nach den Schätzungen der amtlichen Berichterstatter auf rund 1,8 Millionen Hektoliter veranschlagt, d. s. rund 80 000 Hektoliter oder 4,5 Prozent mehr als die Ernte 1932 er­brachte. In qualitativer Hinsicht wird der Jahr­gang 19 3 3 als einer der beften beurteilt, die jemals in Deutschland verzeichnet werden konn­ten. Er steht nicht hinter dem berühmten 1921er- Jahrgang zurück, der bisher in der Nachkriegszeit als der qualitativ beste angesehen wurde.

Oie Exptosionskatasirophe in La Libertad.

Wie aus La Libertad (San Salvador) gemeldet wird, hatte die Feuerwehr noch die ganze Nacht zum Donnerstag mit der Bekämpfung des durch die Dynamitexplosion entstandenen B r a n° d e s zu tun. Die Lage war zeitweilig außerordent­lich bedrohlich, weil die Flammen auf ein Lager von 4000 Faß Benzin und Kerosin übergegriffen hatten. Es entstanden weitere furchtbare Explo­sionen, durch die das am Hafen gelegene und zum größten Teil aus Holzhäusern bestehende Arbeiterviertel vollständig vernich- t e t wurde, lieber die Ursache des Unglücks wird bekannt, daß die 250 Kisten insgesamt 7000 kg Dynamit gerade mit dem DampferCatalina", der deshalb keine Passagiere an Bord hatte, aus San Franzisko eingetroffen waren. Die Kisten waren auf einen Güterzug verladen worden und man nimmt an, daß sich die Explosion ereignete, als sich der Zug in Bewegung setzte und die Kisten da­durch hart aneinander stießen. Der Gesamtschaden wurde am Donnerstagfrüh auf 2 Millionen Dollar geschätzt. Die überlebende Bevölkerung ist zum größten Teil aus der Stadt geflohen. Polizei und Nationalgarde machen, unterstützt von Sani- tätstrupps und Privatkraftwagenbesitzern, _ größte Anstrengungen, die Verwundeten aus den Trümmern

zu bergen. Die Zahl der Toten und Ver­letzten dürfte die ersten Schätzungen erheblich übersteigen.

Das Lawinenunglück im kleinen IDalfertal.

Wie aus Oberstdorf gemeldet wird, gelang es nunmehr auch die Leiche der im kleinen Walser- tal verunglückten Skifahrerin zu bergen. Es han­delt sich bei den drei durch eine Lawine ums Leben gekommenen Skifahrern um Hörer der Technischen Hochschule Dresden im Alter von 20 bis 24 Jah­ren, die im Winterurlaub in Riezlern weilten.

Schneeschmelze in Kärnten verursacht gefährlichen Erdrutsch.

Nach Berichten aus Klagenfurt hat die Schnee » schmelze in Kärnten das Erdreich an zahlreichen Stellen derart aufgelockert, daß in der Nähe von Villach 10000 Kubikmeter Erde in Bewe­gung geraten find. Dieser Erdrutsch hat die Wal­dungen auf das schwerste geschädigt. Eine Loko­motive der Gurktalvahn, die durch Das Gebiet des Erdrutsches führt, ist e n t g l e i ft. Der Bahnver­kehr ist unterbrochen. Pioniere und Mitglieder des Freiwilligen Arbeitsdienstes wurden eingesetzt. Die Nebenflüsse der Drau steigen noch immer, fo daß weitere Schäden zu befürchten find.

Zwei Todesopfer eines rNauereinsturzes.

In Caftelverde bei Cremona in Oberitalien stürzte von der Ruine einer alten Kapelle, einem beliebten Spielplatz der Knaben des Dor­fes, offenbar infolge der starken Regenfä11e der letzten Tage eine Mauer ein und begrub fünf Knaben unter sich. Zwei waren sofort t o t, drei weitere wurden mit fo schweren Ver­letzungen aus den Trümmern geborgen, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Das Unglück hätte noch wesentlich schwerere Folgen ge» habt, wenn nicht wenige Minuten vor dem Ein­sturz etwa 15 Knaben die Ruine verlassen hätten, [um draußen dem Kampf zweier wild gewordener Stiere beizuwohnen.

Wirbelsturm in Australien fordert zahlreiche Todesopfer.

An der Nordküste von Queensland (Nordost- auftralien) hat einZyklon gewütet. Nach den bis­her eingegangenen Berichten sind 75 Personen, meist Farbige, ertrunken oder werden vermißt. Zahl­reiche Boote sind gekentert. Mehrere kleine Sied­lungen sind einfach hinweggefegt worden. Der Schaden ist beträchtlich.

Untergang eines chinesischen Dampfers. 88 Personen ertrunken.

Ein chinesischer Dampfer, der aus Funtschau nach Schanghai abfuhr, ist im Sturm gesunken. 88 Personen fanden dabei den Tod.

Bergwerksunglück im Saargebiet Lin Toter, ein Schwerverletzter.

Auf der Knausholzer Grube in Saarlouis, die mehrere Jahre stillgelegt war und erst etwa vor einem Jahre wieder in Betrieb genommen wurde, hat sich kurz vor Schichtwechsel ein schweres U n - glück ereignet. Eine Strecke, in der zum Glück nur wenige Personen beschäftigt waren, ging plötz­lich z u Bruch. Hierbei erlitt ein Bergmann so schwere Verletzungen, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Einem an­deren Bergmann wurde außer einigen Quetschungen das Rückgrat gebrochen. In schwerverletztem Zustande wurde er ebenfalls ins Knappschafts­krankenhaus gebracht. Die zu Bruch gegangene Strecke hat ein solches Ausmaß, daß die Mittags­schicht überhaupt nicht einfahren konnte.

Luftschiffe sollen dieTscheljuskin"-Besahung retten.

In Moskauer Fachkreisen der Polarforschung und der Luftschiffahrt mehren sich die Stimmen, die die Verwendung von Lenkluftschiffen zur Hilfeleistung für öieTscheljuski n"- Besatzung empfehlen. Hierfür sprach sich kürzlich Nobile aus, der feit einiger Zeit als technischer Berater für den Lenkluftschiffbau in Rußland ar­beitet. Auch der bekannte Polarforscher Prof. S a - moilowitfch, der im Jahre 1931 Dr. Eckener auf dem Arktisflug desGraf Zeppelin" begleitete, äußerte sich dahin, daß mit Hilfe leistungsfähiger Luftschiffe den Schiffbrüchigen am schnellsten gehol­fen werden könne. Wie bekannt wird, hat sich auf Anregung der deutschen Regierung auch der Luft­schiffbau Zeppelin mit der Frage beschäftigt, ob un­geachtet der großen Entfernung von Friedrichs-

Hasen bis zur äußersten Nordostspitze Asiens, eine Hilfeleistung für dieDscheljuskin"-Expedition durch Entsendung des LenkluftschiffesGraf Z e p p e l i n" möglich wäre. Nach genauer Prüfung der tech­nischen Möglichkeiten hat sich jedoch leider ergeben, daß eine Entsendung des Luftschiffes undurchführ­bar ist. Es wird zur Zeit überholt und konnte selbst bei äußerster Beschleunigung der Ueberholungsar- beiten erst im Mai klar zum Fahrtantritt sein. Dr. Eckener, der sich persönlich mit dem Plan einer solchen Rettungsaktion befaßte, erklärte daher, daß zu seinem größten Bedauern zur Zeit eine Hilfe­leistung durch denGraf Zeppelin" nicht ausführ­bar sei.

Norwegischer Dampfer von chinesischen Seeräuberti ausgeplündert.

Wie Reuter aus Hongkong meldet, wurde der 2924 Tonnen große norwegische DampferNor- viken" das Opfer eines dreisten Ueberfalls chinesischer Seeräuber. 22 chinesische See­räuber, die, wie üblich, als Passagiere an Bord gegangen waren, überwältigten auf offener See plötzlich die Offiziere und die Besatzung, zerstörten die drahtlose Telegraphie und warfen die Apparate über Bord. Dann plünderten sie das Schiff vollständig aus und verließen am folgenden Tage unter Mithilfe von zehn chinesischen Fahrgästen, die sie als Geiseln mitschleppten, den Dampfer* Die Offiziere und die Besatzung sollen wohlauf fein.

Die berüchtigten Einbrecher Gebrüder Sah in Kopenhagen festgenommen.

Wie der Berliner Kriminalpolizei von der däni­schen Staatspolizei in Kopenhagen mitgeteilt wird, sind dort vor einigen Tagen die berüchtigten Geld­schrankknacker, die Gebrüder Erich und Franz Saß, unter dem Verdacht eines schweren Einbruchsdiebstahls sowie wegen Paßfälschung und unerlaubten Grenzübertritts fe ft genommen worden.

Die Brüder Saß, die in einem Pensionat in bet Nähe des Rathausplatzes in Kopenhagen wohnten, wurden verhaftet, weil ihre Pässe an verschiedenen Stellen Radierungen aufwiesen. Der Kriminalpoli­zei gegenüber gaben sich die Brüder, die bereits seit September 1933 in Kopenhagen weilen sollen, als politische Flüchtlinge aus. Sie gaben auch zu, Aenderungen in den Pässen vorgenommen zu haben, um Deutschland verlassen zu können. Die weitere Untersuchung ergab, daß sie sich im Besitz von mehreren tausend Kronen befanden. Außerdem fand sich in ihrem Gepäck Werkzeug, das stark an modernes Diebesgerät erinnert. Die Brüder erklärten jedoch, daß es sich um Werkzeug handele, das sie als Autoschlosser gebrauchten. Dieser Fund, wie auch der von Drahthandschuhen, ließ den Verdacht aufkommen, daß man es bei den Brüdern mit den Tätern verschiedener unauf­geklärter Geldschrankeinbrüche zu tun habe, die in der letzten Zeit in Kopenhagen ver­übt worden sind und bei denen große Beträge entwendet wurden. Bei mehreren dieser Einbrüche wurden Bohrmaschinen und einmal auch ein Auto­gen-Schweißapparat verwendet. Die Verhafteten leugnen natürlich jede Schuld.

Verhaftung zweier Betrüger.

Zahllose Gläubiger skrupellos geschädigt.

Wie amtlich mitgeteilt wird, wurden in Ober» Wüftegiersdorf (Schlesien) auf Grund eines Haft­befehls des Amtsrichters die Inhaber der Firma Wäsche- und Leinenversandhaus Kramer & Co. G. m. b. H." Heinrich und Rudolf T f ch o r n in Untersuchungshaft genommen und in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Die beiden Ver­hafteten werden beschuldigt, in den Jahren 1924 bis heute fortgesetzt zahllose Gläubiger, auch aus den kleinsten Kreisen, um Geldbeträge bis zu 100000 Mark durch betrügerische Mani­pulationen geschädigt zu haben. Die Be­schlagnahme sämtlicher Geschäftsbücher und der von den Schuldnern ausgegebenen Genuß-Scheine und Reklamefchriften förderten große Mengen belasten­den Materials zutage. Die Ermittlungen sind noch im Gange.

Gift in den Händen kommunistischer Verbrecher.

Der Vierte Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig begann mit der Verhandlung gegen die sechs Düsseldorfer Kommunisten Hillgraf, Weinzieher, Wienke, Saalwächter, Ludwig und Schmidt. Den wegen politischer Verbrechen bereits vorbestraften Angeklagten wird zur Last gelegt, ein Paket mit 3V2 Kilogramm Cyannatrium zu verbrecherischen Zwecken aufbe­wahrt zu haben, und zwar sollte das Gift im Kampf der Kommunisten gegen die SA. Verwen- duna finden. Laut Gutachten chemischer Sachver- ftänoiger hätte die Menge genügt, um 18 000 Men­schen zu vergiften. Es find 20 Zeugen aus Düssel­dorf geladen.

Beginn der Bauarbeiten am Koblenzer Sender.

Die Planungen für den Bau des Koblen­zer Senders find im Gange. Die fernfprech- und hochbeautechnifchen Vorarbeiten wurden be­reits in Angriff genommen und werden beschleu­nigt durchgeführt. Ferner ist man zur Zeit mit den Abbrucharbeiten des Mühlacker Sendeturms, der für die Koblenzer Station Verwendung findet, be­schäftigt. Nach dem Bauplan soll das Sendehaus einen Senderaum, Maschinenraum, Schalterraum und die üblichen Nebenräume erhalten. Die Ge­samtkosten der Sendeanlage sind mit 260 bis 280 000 Mark veranschlagt. Die Sendeanlage wird in unmittelbarer Nähe Der großen Fernverkehrs­straße KoblenzLützel errichtet.

Wettervoraussage.

Das britische Tief ist unter Abflachung bis über die Nordsee weitergewandert und führt an feiner Südseite ozeanische Luft und auch einzelne Nieder- schlagsfelder heran. Da auch im Westen wieder eine neue Störung zu erkennen ist, bleibt der Wit­terungscharakter noch wechselhaft. Wenn auch der Himmel zeitweise aufheitert, so kommt doch unter der Einwirkung ozeanischer Luft wieder Bewölkung auf, wobei vereinzelt auch schauerartige Nieder­schläge fallen.

Aussichten für Samstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, aber mild, vereinzelte schauerartige Niederschläge.

Lufttemperaturen am 15. März: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 16. März: morgens 3,4 Grad. Maximum 11,7 Grad, Mini- mum 2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. März: abends 4,6 Grad; am 16. März: morgens 2,5 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 4% Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.