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8. Dieses Ausgleichssystem steht mit ähnlichen Rechten und Pflichten auch anderen Län- d e r n im Sinne der Konferenz von Stresa und des Memorandums von Mussolini offen, in der Weise, daß ähnliche Abkommen getrof- fen werden können, die die Ein- und Ausfuhr untereinander zu vervielfachen imstande wären.

In dem Bericht der Reichspost werden sodann Gerüchte über ein Eintreffen des deutschen Außenmini st ers in Rom dementiert.

Oie Heimwehren fordern mehr Einfluß.

Wien, 15. März. (DRV.) Auf der Führer­tagung des Heimatschutzes ist die grundsätzliche Forderung der Heimwehren nach Besetzung maßgebender Regierungsposten mit Vertrauensmännern der Heimweh­ren nachdrücklich wiederholt worden. Es wurde be­sonders darauf hingewiesen, daß in letzter Zeit bei der Neubesetzung maßaebender Posten hauptsächlich Angehörige der Christlich-Sozialen Par­tei berücksichtigt worden seien. So wurde entgegen der Forderung der Heimwehren, daß Vizekanzler Fey vom Heimatschutz das Heeresministerium über­nehmen solle, kurz vor der Abreise des Bundes­kanzlers nach Rom in großer Eile Für st Schön­burg-Harten st ein zum H e e r e s m i n i st e r ernannt. Damit wurde auch die sonst bestim­mungsgemäß einsetzende Leitung des Heeresmini- steriums durch den Vizekanzler Fey während der Abwesenheit des Bundeskanzlers verhindert. Der Ernennung des dem Bundeskanzler Dollfuß nahe­stehenden Fürsten Schönburg - Hartenstein zum Bundesminister wird in politischen Kreisen weit- oehende Bedeutung beigemessen. In den Verhand­lungen der Heimwehren ist weiter die Forderung erhoben worden, daß dem Heimatschutz ein maß- geblicher Einfluß auf die Außen­politik und die Pressepolitik eingeräumt wird. In unterrichteten Kreisen wird jedoch daran gezweifelt, ob es der Heimwehrführung gelingen wird, ihre Forderungen gegenüber der Regierung durchzusetzen.

Auch ein ehemaliger belgischer Minister als Kunde Gtaviskys

Brüssel, 15. März. (DRB.) Die Nachricht aus Paris, daß der belgische Senator und ehemalige Kultusminister Robert P e t i t j e a n, «der der Lide- ralen Partei angshört, gleichfalls im Scheckbuch S t a v i f k y s a u f g e f ü h r t ist, Hut im belgischen Parlament Aufsehen erregt. Vor längerer Zeit war der Name Petitjean schon einmal flüchtig im Zu­sammenhang mit dem Sta-visky-Skandul aufgetaucht. Man hatte Petitjean schon damals geraten, sein Mandat niederzulegen. Tatsächlich ist er bis vor einigen Tagen auch nicht mehr im Senat erschienen. Der Thronwechsel und die ande­ren politischen Ereignisse der letzten Wochen hatten die Angelegenheit in Vergessenheit geraten lassen, und Senator Petitjean schien sich wieder ziemlich sicher zu fühlen, denn seit einigen Tagen nahm er wieder an den Parlamentsarbeiten teil. Die Einzel­angaben über die Anzahl und die Höhe der Schecks, die Petitjean erhalten hat, haben noch keinen Auf­schluß gegeben über die Art der Beziehungen, in denen der liberale Senator zu Stavisky gestanden hat. Es wird behauptet, daß er die Rolle eines Beraters Staviskys in belgischen Angelegenhei. ten gespielt habe. Petitjean bestreit nicht, die Schecks, die sich auf 2000 belgische Franken belaufen, erhal­ten zu hoben. Es wird angenommen, daß Petit- iean bis zur Aufklärung der Angelegenheit fein Mandat niederlegen wird.

Die Listen der Vertrauensmänner.

Nach der zweiten Durchführungsverordnung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit müssen in allen Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten Wahlen zu Vertrauensmännern (und Stellvertretern) stattfinden. Ihre Zahl beträgt bei 20 bis 49 Beschäftigten zwei, von 50 bis 99 drei, von 100 bis 199 vier, von 200 bis 399 fünf Mit- glieder. Die Aufstellung der Vorschlags­liste erfolgt durch den Führer des Betriebes im Einvernehmen mit dem Betriebszellen-Odmann. Die Mitglieder des Vertrauensrates wüstem der Deut­schen Arbeitsfront ober einer ihr a n - geschlossenen Körperschaft (Kultur- kämm er u s w.) an gehör en. Sie sollen fer- ner mindestens zwei Jahre lang im gleichen oder einem ähnlichen Betrieb gearbeitet haben und das Mindest alter von 25 Jahren erreicht haben. Die Aufstellung der Listen muß sofort beginnen, da die 21 b ft i m - mungen am 7. April stattfinden sollen. Dabei besteht nur die Möglichkeit, durch Abänderungen der Liste die Wahl zu beeinflussen. Wenn keiner der Aufgestellten eine Mehrheit für sich erhält, so kann der Treuhänder der Arbeit die Vertrauensmänner und ihre Stellvertreter von sich aus berufen. Das Weiche gilt, wenn nur ein Teil der Aufgestellten die Mehrheit erhalten hat, für die noch fehlenden Ver­treter. Wenn auch nur Einheitslisten vorhanden fein dürfen, so ist zur Uebernohme des Vertrauens» omtes stets die Mehrheit , am Wahltage erforderlich. Die Vertrauensleute bilden mit dem Führer des Betriebes und unter feiner Leitung den 23er- trauensrat.

Kleine politische Nachrichten.

Auf Bitte des Reichswehrministers hielt Reichs- Minister Dr. Goebbels in Breslau vor über 250 Offizieren der schlesischen Standorte und etwa 1500 Unteroffizieren und Mannschaften einen zwei- stündigen Vortrag, an dem u. a. Oberpräsident Brückner, Polizeipräsident Heines, sowie die zustän- digen Führer der SS. teilnahmen. Generalleut­nant v. Kleist, der Kommandeur der 2. Kavallerie- division, dankte dem Minister mit dem Versichern, daß der Soldat stets bestrebt fein werde, der erste Garant des nationalsozialistifchen Staates zu sein.

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Der Führer des Reichsbundes Deutscher Beamten, ReichstuHsubgeorbneter Hermann Neef, wurde vom Reichsfinanzminister zum Regierungs­rat befördert.

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Der einstige Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat K a a s, ist von Papst Pius XI. zum Wirk­lichen Apostolischen Protonotar ernannt wor- den. Kaas weilt seit fast einem Jahr in Rom. Seine Berufung in das Kollegium der neun Proto- Notare, deren Vorsitz der deutsche Prälat Wilpert führt, läßt darauf schließen, daß Prälat Kaas endgültig in Rom verbleiben wird.

Danzig als Wegbereiter der deutsch-polnischen Verständigung.

Oie geistige Llntermauerung des neuen politischen Kurses im Ostraum.

Berlin, 15. März. (DNB.) Im Altstädtischen Rathaus in Danzig hielt die Danziger Gesell­schaft zum Studium Polens ihre erste Sitzung ab. Außer der Danziger Regierung, den maß­gebenden Kreisen des Dcmziger politischen, wirt­schaftlichen und kulturellen Lebens waren auch der Völkerbundskommissar L e st e r, der deutsche Ge­neralkonsul v. R a d o w i tz, der diplomatische Ver­treter der Republik Polen, Minister Papee, und das gesamte Konsularkorps sowie die Presse zu­gegen. Senatspräsident Dr. R a u s ch n i n g er­öffnete die Sitzung und überreichte Minister Papee die erste Ehrenmitgliedsur­kunde der Gesellschaft. Dr. Rauschning machte dann Ausführungen über das Problem der deutsch­polnischen kulturellen Beziehungen. Ein Ausschnitt aus der Danziger , Veranstaltung wurde a u f sämtliche polnischen Rundfunksen­der übertragen.

Genaispräsident Rauschning

führte u. a. folgendes aus:

Der Mehrzahl von uns ist es nicht bewußt ge­worden, welch große weltgeschichtliche Bedeutung die Staatwerdung des polnischen Volks in den letzten 15 Jahren hat und von roeld)er Wucht und schweren Bedeutung dieses Er­eignis für unser Volk, für unseren Staat ist. Wir ind geneigt, einen uns fremden Willen als feind- elig abzulehnen, anstatt zu versuchen, seine Be­dingungen zu begreifen. Wir wollen daher in unseren Bemühungen einem tieferen Verständnis für Gestalt und Schicksal, Ziel und Werbung des aus seiner Wiedergeburt neuentstandenen Polen dienen. Was unseren Nationalsozialismus erst be­fähigt, dem Staat einen höheren Sinn zu geben, (eine Fundamentierung in einer Gemeinschaft, das ist in Polen kein Problem, weil in der staaten­losen Zeit die Volksgemeinschaft lebendig geblieben war. Unsere heutige Lage ist die einer Harmoni­sierung der beiden großen Gemeinschaftsbestrebun­gen: Volk und Staat.

Welche Wege wird Polen gehen? Ist die Ent­wicklung zum autoritären mehr noch zum tota­len Staat auf die Dauer denkbar, ohne daß auch die Volksgemeinschaft in ihren nicht- siaatlichen Bezirken neue Formen gewinnt? Das Programm der Gestaltung der Maf- s e n wird auch für Polen von Bedeutung wer­den. Uns interessiert dabei vornehmlich die Haltung der polnischen Jugend, uns beschäftigen die in ihr lebendigen und form­gebenden Ideen.

Eine der schwersten Aufgaben, die die Staat­werdung Polen auferlegte, war es, eine einheit­liche Wirtschaft aus den in den drei Teil­gebieten vorhandenen Wirtschaftskörpern zusammen­zuschweißen. Die wichtigsten und gewohnten Ver­bindungen liefen über die Grenzen nach anderen Zentren. Fast unüberwindliche Schwierigkeiten mußten gemeistert werden, wenn die staatliche Neu­schöpfung nicht mißlingen sollte. Und es war ein notwendiger Akt der Wiedergeburt, mit Härten, ja Brutalitäten eine Unifizierung der Teil­gebiete nicht nur in dem staatlichen Sektor, sondern vornehmlich auch in der Wirtschaft zu erzwingen. Dies hat viele Existenzen ge kostet, Insbesonder auch deutsche, und ist eine der großen Ursachen der Entdeutschung der ehemaligen preußischen Teilgebiete. Daß diese Unifizierungsbestrebungen noch nicht als ab- geschlossen gelten können, zeige sich auch in gewissen politischen Forderungen Danzig gegen­über. Rauschning erwähnte die großen Leistungen der polnischen Agrarreform, die für uns wohl schmerzlich fei, da sie viele Deutsche hart be­troffen habe, die aber vom polnischen Staat aus gesehen ein ebenso notwendiges wie be­deutendes Werk darstelle, dessen energische Durchführung den unzulänglichen Versuchen im alten Deutschland vorgehalten werden könne. Man müsse darin einen sehr lebendigen und bewußten Willen zu einer weitgehenden Selbständigkeit er­blicken. Solche energischen Gründungen, wie die des Gdinger Hafens, sollten von uns nicht nur in einer schmerzlichen Auswirkung auf uns elbft betrachtet werden, sondern sie könnten uns eine erhebliche Belehrung des Umfangs und der ganzen planhaften Wirtfchaftsgestaltung bieten.

6s fei kein Zweifel, daß die Tendenz der Han­delswege wieder die südöstlich-nordische Rich­tung aus der Zeit des Iagellonifchen Reichs eingenommen habe, heute beginne man auf deutscher Seite zu verstehen, daß in der alten staatlichen Verfassung Palens, sowie in seinem ideologischen Aufbau sehr viel nörd­liches enthalten sei. Polen als der Filter gegenüber osteuropäisch - asiatischen Kulturwil­lens, als Glacis Europas, habe wie kein ande­res Volk ein Doppelantlih, eines nach dem Westen Europas, das andere nach dem Osten.

Für das allgemeinSlawische" habe der Deutsche im Geistigen während der letzten Genera­tion viel Neimmg gehabt. Es sei kein Zufall, daß einer der größten geistigen Vorläufer des neuen Deutschlands, Moeller van den Bruck, der das Wort vom Dritten Reich geprägt habe, einer her tiefsten Verkünder Dostojewskys gewesen ei. Aber die neue Generation sehe auch hier vieles anders. Sie könne sich hier auch nicht zu einer Polenbegeisterung zurücklinben, wie sie vor hundert Jahren die Besten Deutschlands, ja ganz Europas, entflammt habe. Die karge, sich leicht versagende, aber doch in ihrer Fürsorge tiefere Verbundenheit beweisende preußische Idee einer st a a t l i ch e n p u fjrung oberhalb mehrerer Volks- t u m e r werde tieferes Verständnis für Polen aber auch bei Polen finden, als die Begeisterung für die auf allen Barrikaden Europas um ihr Vaterland kämpfenden Revolutionshelden. Trotz den vielfäl­tigen Aeußerungen in den Einzelstaaten beginnt Ua) ein einheitliches Gefühl der neuen ® e r 2 0 n 5" regen. Das Wort vomEuropa trrebenta , von dem Klasfenkampf der Nationen, hat noch heute wie vor zehn Jahren Geltung. Wir können nicht nach absoluten Maßstäben Grenzen ziehen und räumliche Entwicklungen staatlich um» reiften. Gibt es noch e i n abendländisches ® eLn,9 Efühl, aus dem heraus noch ein ge- tuftes Gefüge der Nationen gestaltet werden kann, o kann nicht bei den großen Lösungen begonnen werden, sondern im Einzelnen und im Kleinen.

Es scheint uns die Stunde geschlagen zu haben, anstatt des Trennenden das Verbindende zu suchen und zu pflegen, hier im Oslraum liegt ein gemeinsamer Raum mehrerer Ra­tionen. Reber den wechselnden Staatsgrenzen hat die Gemengelage der Völker einen einzig­artigen Zustand der Raumgemeinschaft geschaffen, der die Politik sowohl wie die Wirt­schaft, aber auch die geistige Führung Rechnung tragen müssen.

Der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig, Minister Papee, dankte dem Senats-

präfibenten für feine Worte und für die Ehren* Mitgliedschaft der Danziger Gesellschaft zum Stu­dium Polens. Er betonte, daß auch er das gegen­seitige Kennenlcrnen und die damit zu- samenhängende Vertiefung der Achtung der einen Seite vor der anderen für die Grundlage der Annäherung und des aut en Zusammen­lebens halte. Auch Polen betrete die neuen Wege, die zu diesem Ziel führten, mit dem aufrichtigen Willen zur positiven und realen Zusammenarbeit. Papee sprach der Danziger Gesellschaft zum Stu­dium Polens seine Wünsche für eine fruchtbare Wirksamkeit aus und versicherte sie der Sympathie und der Unterstützung der polnischen Regierung.

Kampf um den Arierparagraphen in polen.

Oie Uniocrftfäf Warschau wegen eines Zwischenfalls geschlossen.

Warschau, 15. März. (DNB.) Der Senat der .Warschauer Universität hat die Abhaltung von 23or» lejungen für unbestimmte Zeit u n t e r s a g t, da der Historiker Handelsman, der Dekan der Philo­sophischen Fakultät, auf dem Baben ber Universität Gegenstand heftiger Studentende- monftrationen geworden war. Handelsman führte in einer Studentenversammlung den Vorsitz, in der über den Antrag nationalistischer Studenten auf Einführung des Arierparagraphen eine heftige Aussprache entbrannt war. Äer Antrag war von Der Mehrheit der Anwesenden a b ge­lehnt worden. Nach Schluß ber Veranstaltung war Professor Hanbelsman bann von mehreren jungen Studenten angegriffen worden.

Die völlig unerwartete Schließung der Warschauer Universität hat in der Öffentlichkeit und in der Presse aroßen Eindruck hervorgerufen. Heber den Ueverfall auf den Professor Handelsman ver­breiten sich sehr ausführlich die nationaldemokrati- schen Bsätter, mit derGazeta Warczawska" an der Spitze. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht ber

Arierparagraph, besten Einführung nament­lich von ber unter nationalbemokratischem Einfluß stehenden Hochschuljugend energisch verlangt wird. Die Frage wurde auch in der Historischen Gesell­schaft der Warschauer Universität, wo der Jude Pro- jessor Handelsman eine führende Stellung ein­nimmt, auf die Tagesordnung gefetzt. Nach den Darstellungen der erwähnten Blätter ist es dem Einfluß von Professor Handelsman und seiner An­hänger gelungen, die Anträge, die auf Einführung des Ariergesetzes abzielten, zu Fall zu brin­gen. Als Professor Handelsman nach Schluß der Versammlung, die sich bis Mitternacht hinzog,, die Universität verlassen wollte, wurde er im Hofe von vier Studenten angehalten und miß­handelt. Die Täter konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Infolge dieses Vorfalles hat bann ber Rektor ber Universität bie Schließung ber Anstalt verfügt. Einige Regierungsblätter for- bern energisch burchgreifenbe Maßnahmen, um solche Fälle in Zukunft unmöglich zu machen.

Am 21 Mrz wird der Führer die zweite Arbeits schlacht an der Baustelle Unterhaching eröffnen.

Oie Hebe des Kanzlers wird ab 11 Uhr vormittags über alle deutschen

Sender

münchen, 15. März. (DRV.) Rach Mitteilungen in einer Pressekonferenz beim Gau München/Ober- bayern wird d e r F ü h r e r am 21. März um 11 Uhr von der Baustelle Unterhaching bei München durch eine über alle deutschen Sender gehende Rede den Großkampf ge­gen die Arbeitslosigkeit eröffnen. Die Baustelle liegt ander Autobahn München- Landesgrenze. Rach der Rede wird der Füh­rer die Baustelle abgehen. Während dieser Zeit wird Reichspropagandaminister Dr. Goebbels zu den deutschen Arbeitern ebenfalls über alle deut­schen Sender sprechen. Der Generalinspekteur des deutschen Strahenwesens Dr. T o d k wird an den

geleitet.

Führer Meldung erstatten, über die Belegschaft die­ser und der übrigen Reichsaulobahnen. An dem Akt wird mit dem Reichsarbeitsminister S e l d t e auch der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorp- müller teilnehmen. Die Baustelle, an der der Füh­rer den Grohkampf 1934 gegen die Arbeitslosigkeit eröffnet, liegt in einem landschaftlich reizvollen Win­kel. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt München, andererseits auch durch einen Waldeinschnitt hinweg auf die Berge, namentlich die Brecherspihe. 2 0 0 0 Arbeitsdien st männer werden an der Eröffnung des Großkampfes gegen die Arbeitslosigkeit durch den Führer teilnehmen.

Auf dem Wege zu einem Reichswafferrechl.

Eine Aufgabe der Akademie für Deutsches Recht.

Berlin, 14. März. (DNB.) Der Ausschuß für Wasserrecht ber Akabemie für Deutsches Recht trat in Berlin zusammen. Im Anschluß an bie Be­grüßungsworte von Geheimrat Professor Kisch führte ber Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach u. a. aus: Der Wasserschatz ist ein lebenswichtiger Faktor für bas Kultur- unb Wirtschaftsleben. Eine richtige zweckentsvrechenbe Verteilung unb Ausnutzung bes auf Deutschem Boben stehenben unb flieftenben Wassers ist für bie Lanbwirtschaft von lebenswichtiger Bebeutung. Es hängen vom Wasser nicht nur ber Bestanb zahl­reicher Betriebe ber Jnbustrie, ber Energieversor­gung unb bes Verkehrsgewerbes, sonbern auch ber Kulturstanb unb bie Gesunbheit bes Volkes ab. Das Wasser so wirtschaftlich wie mög­lich im Interesse bes Volksganzen zu oerwenben, erscheint als ein um so bringen« beres Gebot, je bichter bie Besiebelung unb je höher ber Kulturzustanb eines Volkes ist. Es ist also nur folgerichtig, wenn für bie Verwaltung unb Ausnutzung bes beutschen Musterschutzes einheitliche Grunbsätze aufgestellt werben, bie in Anwenbung nationalsozialistischen Gebankengutes ber Volks- gesamtheit weitgehende Rechte ein­räumen, benen sich bie Einzelinteresten unter« zuorbnen haben. An solchen einheitlichen Grunb-

sätzen Hut es im Reich gefehlt. Die Verhältnisse in ben einzelnen Lunbesteilen weichen wusserwirt- schaftlich gesehen nicht unerheblich voneinunber uh. Hieruuf wirb bus künftige Reichswussergesetz bie gebotene Rücksicht nehmen müssen.

Reichsjustizkommissur Dr. F r u n k führte u. a. uus: An bie Stelle ber bisherigen Länbergesetze müsse ein einheitliches, uuf einfachen Grunbgeban- ken uufgebuutes unb ben Interessen ber beutschen Wusserwirtschuft unb bes Musterschutzes bienendes Gesetz treten, bus feinen Grunb in bem Rechts­gefühl bes beutschen Volkes zu finben Hut. Die Ge­wässer, welche bie Nutur bem beutschen Volke zum Leben geschenkt Hube, finb uls ein Gut bes gunzen Volkes zu uchten, über bie nicht noch privuten Interessen burch einzelne verfügt werben bürfe, sonbern nur noch Rücksichten ber Volks» Wohlfahrt burch bie öffentliche Gewalt. Auch sei eine Entscheibung über bie künstlichen Musser- ra'e--rrunb 6ecn flar herbeizuführen unb burch Gewuserverzeichnisse uls öffentliche unb privute

L Jc^uIc0en- Ein weiterer ©runbgebunfe echt deutscher Herkunft, ber bus Musserrecht burch- 3iebe, fei ber, bie Erlebigung wasserwirtschaftlicher zlufgaben im Wege ber Genosfenschuften oorzunehmen.

Der Schiffahrtsstuhl von Niederfinow.

Ein neues Meisterwerk deutscher Technik.

Am 25. März wirb das größte Schiffs­hebewerk berWeltin Niederfinow bei Berlin dem Betrieb übergeben werben. Dos Werk ist bas elfte seiner Art unb bas größte, bas jemals gebaut wurde. Es ist eine Maschine höchster Präzision in ungeheuren Ausmaßen, eine Großtat beutscher Tech­nik unb Jngenieurkunst. Währenb ber neunjährigen Bauzeit haben es Hunberte von Besuchern aus ber ganzen Welt besucht, und sie alle haben mit der Bewunderung für biefe Spitzenleistung unserer deut­schen Technik nicht zurückgehulten. In allen «seinen Teilen unb Wirkungen geht dieses Werk ins Riesen­hafte. 1

Der Hohenzollemkunul, ber Großschiff, suhrtskunul von Berlin nach Stettin Hut in seinem Luuse eine Reihe umfungreicher Höhenunter, schiebe zu überroinben. Eine ber schwierigsten Strecken ist bus Stück gleich hinter Eberswulbe nörblich von Berlin. In einer weiten Tulsenke öffnet sich hier bus DbertuI, unb ber Kanul hat in einer langgestreckten Schlucht einen Abstieg von nicht we- niger als 36 Metern zu überroinben. Dieser Abstieg rourbe bisher burch eine Schleusenunlage von vier einzelnen Treppenschleusen mit jeweils neun Meter Gefälle bewältigt, bie in Abstänben uufein- anberfolgten. Die Durchfuhrt burch biefe Schleusen­

treppe, bie etrou 1.4 Kilometer lang war, nahm volle zwei Stunben in Anspruch. Nun hatte aber der. Verkehr auf bieser Wasserstraße in ben Jahren nad) bem Kriege einen ungeahnten Umfang ange­nommen, unb auch bie Fahrzeuge waren zum Teil für bie engen Durchfahrten zu groß geworben, so daß bie Verhältnisse immer unhaltbarer mürben. Trotz des vierundzwanzigstündigen durchgehenden Betriebes mußten bie Oberkähne oftmals in langen Reihen tagelang anüegen, bis sie burchgeschle'ußt werben konnten. Durch biefe Verzögerungen litten aber auf bie Dauer Wirtschaft unb Hanbel wie auch bie beteiligten Schifsuhrtskreise erhebliche Einbußen.

Trotz aller Notzeit unb Krise wurde darum vor neun Jahren ber schon lange geplante zweite 21 b ft i e g am Hohenzollemkunul in Angriff ge­nommen. Unb in bieser Zeit entftunb bieses riesige Schiffshebewerk, bus nun Schiffe dis zu 1000 Tonnen in ber fnuppen Zeit von fünf Minuten über bie Differenz Der 36 Meter uuf- unb ubbeförbert. Dus Werk erstreckt sich über 120 Meter unb erreicht eine höchste Höhe von 60 Metern. Es zerfallt in brei große Huuptteil«, bus Hebewerk- geruft ben Irog - bas ist ber eigentliche

und die Kanalbrücke, die den Anschluß an ben 36 Meter höher liegende«