Ausgabe 
16.2.1934
 
Einzelbild herunterladen

nisterpräsident Malyp^tr wies auf das Mißver­hältnis hin, das zwischen der Kaufkraft der tschecho­slowakischen Krone und ihrem Auslandsstand zu- taoegetreten sei. Die Beseitigung dieses Mißverhält­nisses soll durch die Verminderung des Goldgehaltes der Krone um ein Sechstel oorgenommen werden. Malypetr stellte fest, daß die Regierung keine Inflation zulassen werde und konsequent gegen jene vorgehen werde, die ihre Bestrebungen zunichte machen wollten

Der große finnische Spionenprozeh beginnt in Abo.

In Abo (Finnland) begann der mit großer Span­nung erwartete Prozeß gegen die be- kannte Spionenliga. 28 Angeklagte stehen

vor Gericht, darunter als Hauptangeklagte Frau Martin und ihr Helfershelfer Jacobson. Aus Gründen der Staatssicherheit wurde sofort die Oef- fentlichkeit ausgeschlossen. Zwei Verteidiger wurden abgelehnt, da sie im Verdacht früherer kommunisti­scher Tätigkeit stehen. Man rechnet mit einer langen Dauer des Prozesses. Die finnischen Militärbehör­den haben zahlreiche Beobachter und Sachverstän­dige zu der Perhandlung entsandt. Der Beschluß des Gerichts, die Oeffentlichkeit auszuschließen, legt die Vermutung nahe, daß es der Spionenliga bzw. dem nach Rußland geflüchteten finnischen General­stabsoffizier P e n t i ka i n e n doch gelungen ist, wichtige militärische Geheimnisse vor seiner Flucht an Rußland zu verraten.

Landesinspekteur Habicht im Rundfunk.

Berlin, 15. Febr. (DNB.) im Rundfunkt führte der Landesinspekteur für Oesterreich Habicht u. a. aus, daß die österreichische Regierung noch vor kur­zem g«gen den Nationalsozialismus die Anklage erhoben habe, daß nur er es sei, der den inneren Frieden und die äußere Unabhängigkeit Oesterreichs bedrohte. Selten sei eine Lüge schneller und radikaler widerlegt worden. Noch während die angerufenen Mächte mit der Prüfung des Anklage­materials beschäftigt gewesen seien, sei in Wien der bolschewistische Auf st and losgebrochen. Und während man die Frage erwogen habe, ob und bis zu welchem Grade deutsche Papierböller geeignet seien, den europäischen Frieden zu bedrohen, eröff­nen an der Donau mit französischen Stahlhelmen, tschechischen Gewehren und Geschützen und russischer Munition ausgerüstete bolschewistische Aufrührer das Feuer gegen die Truppen der derzeitigen öster­reichischen Regierung. Nur einer habe nicht teil an diesem Chaos, der Nationalsozia­lismus. Was sich hier auf deutschem Boden aus­tobt und deutschen Männern die Waffen gegen Deut­sche in die Hand drückt, das ist der Zusammen­prall fremder Mächte auf deutschem Raum, denen sie bewußt oder unbewußt als Legionäre dienen. Wenn heute Dollfuß und die Heimwehr den Anschein zu erwecken versuchten, als ob ihr jetziger Kampf gegen den Marxismus die letzte logische Konsequenz eines von Anfang an planmäßig geführten Kampfes zur Ueberwindung des Bolschewismus sei, so sei das falsch. Die mar­xistischen Führer, die sie heute als Hochverräter ver­folge, seien dieselben, die sie g e st e r n y i n t e r d e n Kulissen als Verbündete zum Kampf

gegen den Nationalsozialismus ge­worben habe. Nur, weil in dem Kräfteverhältnis ihrer ausländischen Geld- und Ratgeber eine ent­scheidende Verschiebung eingetreten sei, gingen sie heute mit Granaten und Flammenwerfern gegen sie vor.

Von nun an hat Dollfuß außer dem National­sozialismus zur Rechten auch noch den zwangsläufig nun ebenfalls illegal kämpfenden Marxismus zur Linken zum Todfeind. Zwischen diesen beiden Mühl­steinen wird diese Regierung ohne Volk zermalmt werden, wenn sie wahnsinnig genug sein sollte, den Kampf fortzuführen.' Die Wehr­macht Oesterreichs schießt heute noch auf ver­hetzte Arbeiter, die wenn auch auf falschen Wegen gute und tapfere Deutsche sind, sie muß sich ent­scheiden, ob sie morgen auch auf Nationalsozialisten schießen und dann übermorgen vielleicht schon auf der Seite der Feinde Deutschlands gegen das. Reich marschieren will. Die nationalsozialistische Bewe­gung denkt groß und frei genug, um allen denen ihren Respekt zu bezeugen, die auf welcher Seite immer heldenhaft kämpften für ihre Vflicht oder ihre Ueberzeugung und damit bewiesen^ daß sie un­beschadet ihrer Parteifarbe zutiefst echte Deutsche sind, aber sie opfert selber keinen Mann und keine Patrone, weil jede mögliche und denkbare Lösung dieses Kampfes eine Lösung gegen Deutschland, gegen das deutsche Volk wäre. Mögen jene, die Träger der Staatsgewalt und im Besitze der Macht sind, sich anqesichts des unbeschreiblichen Elends der ganzen Größe ihrer Verantwortung bewußt werden, damit in letzter Stunde noch das letzte und größte Unglück verhütet werde.

Starkes Vertrauensvotum der Kammer für das Kabinett Doumergue.

Keine Gtraßenkundgebungen, aber kommunistische Lärmszenen im Parlament.

Paris, 15. Febr. (DNB.) Das Bild vor der Kammer am Donnerstag unterschied sich von dem der letzten Zeit insofern ziemlich bedeutend, als außer dem üblichen Ordnungsdienst weder Poli­zeireserven, noch Mobilgarde zu sehen war. Vo dem Kammergebäude standen einige we­nige Polizeibeamte, die den Straßendienst versahen. Auf den umliegenden Straßen, besonders auf dem Boulevard Saint Germain war die Polizei kaum verstärkt worden. Es stand jedem frei, bis an das Kammergebäude heranzukommen. Lediglich auf der Place de la Concorde standen an 50 Personen, die über die letzten blutigen Zusammenstöße sprachen.

Die Kammersitzung begann mit wiederholten k o m- munistischen Störungsversuchen. Als Ministerpräsident Doumergue im Saal erschien, wurde er von der Rechten und der Mitte stehend mit lebhaftem Beifall begrüßt, dem sich auch die meisten Radikalsozialisten anschlossen. Auf den Bänken der Kommuni st en erhob sich da­gegen ein wildes Gebrüll, das schließlich in einen Sprechchor ausartete: Mörder! Mörder! Nie­der mit Tardieu! Nieder mit dem Faschismus! Nie­der mit der nationalen Union!" Diese Rufe wieder­holten sich, als Doumergue die Rednertribüne be­trat, um die Regierungserklärung zu verlesen. Im­mer wieder wurde er von den Kommunisten unterbrochen, die ihm vorwarfen, er habe Ar­beiter getötet und sei ein Vertreter der Klassenjustiz. Die Kommunisten verlangten ferner die Verhaftung Chiappes. Der Kammer bemächtigte sich eine sicht­bare Erregung, doch gelang es, die Ruhe wiederher­zustellen.

Oie Regierungserklärung hatte folgenden Wortlaut:Die Regierung, die sich dem Parlament vorstellt, ist gebildet worden zur Herstellung des Burgfriedens der Parteien. Nach den tragischen, schmerzlichen Er­eignissen der letzten Tage hat sie allen Grund zu der Annahme, daß dieser Burgfriede den Wün­schendes Landes und des Parlaments entspricht. Ein dringliches Werk der Ge­rechtigkeit ist durchzuführen. Der Burgfriede und die Beruhigung der Geister werden es ermög­lichen, diese Aufgabe zu verwirklichen ohne jede Leidenschaft, aber auch mit dem Willen, die Schuldigen, wo sie auch st ecken mögen, ausfindig zu machen, zu verfolgen und zu treffen. Neben diesem Werk der Gerechtigkeit gibt es ein anderes nicht weniger dringliches, das der moralischen Gesundung, die die freiwillige Uebernahme einer gewissen Disziplin erfordert. Sie verlangt bei den führenden Kreisen Konsequenz und Autorität und bei denen, die geführt werden, den Respekt vor der Berufspflicht.

Der Burgfriede ist auch notwendig, damit das Land schleunigst einen Staatshaushalts­plan erhält, den es erwartet, und dessen schnelle Verabschiedung die Festigkeit der französischen Währung schützen soll. Ein ausgeglichener Staatshaushalt und eine

feste Währung werden den Erzeugern und Ver­brauchern Vertrauen einflöhen. Die Rückkehr des Vertrauens wird stark zur Ankurbe­lung der nationalen Wirtschaft und zur Be­seitigung der Arbeitslosigkeit beitragen. Auch die auhenpolitischen Fragen erhei­schen gebieterisch den Burgfrieden der Parteien und die Beruhigung der Geister. Der Friede unter den Franzosen ist ein starkes Element der Garantie des Weltfriedens, sowie der Sicherheit Frankreichs. Rur dieser innere Friede wird uns die Autorität geben, eine nützliche Rolle im Völkerbund und auf internationalem Boden zu spielen. Rur er wird es uns erlau­ben. im Einvernehmen mit Bürgern unseres Landes die wirksamen Sicherheits- mahnahmen zu ergreifen, die Frankreich gegen gefährliche R e b e r r a s ch u n- gen schützen.

Wir verlangen von Ihnen, uns Ihre volle Unter­stützung zum Wohle Frankreichs, zum Schutz Der parlamentarischen Einrichtungen und der republikanischen Freiheiten zu gewähren. Unser Land hat in kritischen Stunden stets verstanden, sich aufzuraffen. Eine solche Auf- raffunq ist heute geboten. Wir vertrauen darauf, daß Sie dies begreifen und uns helfen. Wir bitten Sie, uns das gleiche Vertrauen entgegenzubringen."

Oie Interpellationen zurückgestellt.

Die Regierungserklärung wurde von der Mehr­heit mit lebhaftem Beifall aufgenom- m e n. Die Sozialisten enthielten sich jeder Kund­gebung, während die Kommunisten den Lärm fort­setzten. Nach der Regierungserklärung verlas der Kammerpräsident die Liste der Interpellatio­nen und richtete an die Regierung die Frage, wann sie die Behandlung der Interpellationen vor­nehmen lassen wolle. Ministerpräsident Doumergue beantragte die Vertagung sämtlicher In­terpellationen bis nach Verabschiedung des Haushaltsplanes Er habe sich zur Aufgabe ge­macht, die Justiz walten zu lassen, den Haushalt zu verabschieden und wachsam zu verfolgen, was im Auslande vor sich geheWenn Sie nicht blind und taub sind", rief Doumergue in diesem Zusammen­hang aus,müssen Sie sehen, daß das, was i m Ausland stellenweise vor sich geht, äußerst gefährlich ist." Er knüpfte daran die Mah­nung zur Ruhe und Einigkeit, die wie­derum von den Kommunisten mit wildem Lärm beantwortet wurde.

Nachdem ein Abgeordneter der äußer- st e n Rechten, der als Interpellant oorgemerkt war, sich mit dem Vertagungsvorschlag des Mini­sterpräsidenten einverstanden erklärt hatte, legte Leon Blum für die sozialistische Fraktion Verwahrung gegen die Vertagung der Interpella­

tionen ein. Die Kammer stehe heute nicht nur einer neuen Regierung, sondern einem ganz neuen politischen 6 p ft em gegenüber. Es sei daher eine Zumutung, eine Vertagung der Interpellatio­nen zu verlangen. Löon Blum wandte sich mit äußerster Schärfe gegen diefaschistische Gefahr", worauf er von der Rechten mit dem ZurufPro­vokateur" unterbrochen wurde. Die Ausführungen Leon Blums waren infolge der häufigen Zwischen­rufe teilweise nicht zu verstehen. Um so deutlicher klang sein Mahnruf durch den Saal:Auflö­sung! Auflösung!", womit er den von den So­zialisten neuerdings vertretenen Standpunkt bekräf­tigte, daß dem Lande baldmöglichst Gelegenheit ge­geben werden müsse, sich zur neuen Lage durch Neuwahlen zu äußern.

Oas Vertrauensvotum.

Der neusozialistische Abgeordnete Montagnon vertrat die Auffassung, die wichtigste Frage sei heute wirtschaftlicher Art. Die neue Regierung möge ein

Wirtschaftsprogramm einbringen, das von allen Parteien angenommen werden könnte. Die Stunde der reinen Politik fei vorbei. Der Vorsitzende der radikalsozialistischen Fraktion, Chautemps, wandte sich dagegen, daß man versuche, die letzten Ereignisse gegen seine Partei auszuschlachten. Er forderte die Zusammenarbeit der Repu­blikaner. Die Stunde sei ernst. Eine legale Re­gierung, die das Vertrauen der Kammer besaß, habe zurücktreten müssen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Doumergue habe das Vertrauen und die Unterstützung der Radikalsozialisten für die be­schränkte Aufgabe, die er sich gestellt habe: Justiz, Haushalt und Außenpolitik. Die Partei werde Bedenken zurückstellen. Die Kammer hat bann mit 402 gegen 125 Stimmen bei 68 Stimmenthaltungen dem Anträge der Regierung auf Vertagung der Interpellationen zugestimmt und ihr damit das Vertrauen ausgesprochen. Während der ganzen Sitzung ist es fortwährend zu Unter­brechungen durch lärmende Kundgebungen gekom­men. Um die Kammer herum ist alles ruhig.

Aus aller Welt.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

Eampbell will mit feinem Rennwagen 480 Stunden­kilometer fahren.

News Chronicle" in London meldet, die äußere Hülle des neuen riesigen Rennwagens, der für Sir Malcolm Campbell gebaut werde, sei von zwei deutschen Fliegern entworfen worden. Die ursprünglich vorgesehene Hülle habe etwa die Gestalt eines Haifisches gehabt, habe aber den Luft­druck nicht genügend vermindert. Die von den beiden Deutschen entworfene Hülle habe zunächst allgemeine Heiterkeit erregt. Sie ließ sich etwa mit einem rie­sigen Käfer mit einem Höcker und zwei seitlichen Auswüchsen vergleichen. Bei Versuchen in einem Windtunnel habe es sich herausgestellt, daß dieses Modell dem englischen überlegen war. Campbell hoffe, mit seinem neuen Wagen im August auf dem trockenen Salzsee in Utah in den Ver­einigten Staaten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 480 Kilometer in der Stunde (!) zu erreichen.

Todesurteil gegen den Kommunisten Schulz.

Das Schweidnitzer Schwurgericht verurteilte den früheren kommunistischen Landtags-Abgeordneten Schulz aus Dittersbach, Kreis Waldenburg, we­gen Mordes an seinem 10jährigen Sohn Horst zum Tode. Schulz war, rote erinnerlich, bereits am 20. September 1932 vom Waldenburger Son­dergericht wegen schwerer Mißhandlung seines damals 11jährigen Sohnes Werner zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Horst Schulz war seit den Sommerferien 1932 verschwunden. Seine Leiche wurde im März 1933 in einen Sack gewickelt aus der Weistritztalsperre Breitenhain gezogen. Schulz, der bisher behauptet hatte, sein Junge sei in Ruß­land, gab damals an, der Knabe sei vom Rade gestürzt und dabei tödlich verunglückt. Im Verlaufe des Prozesses kamen die furchtbaren Mißhandlun­gen zur Sprache, denen sowohl die beiden Kinder als auch die zweite Frau des Angeklagten ausgesetzt waren. Der Staatsanwalt kam in seinem Plaidoyer zu dem Ergebnis, daß die Tötung des Knaben vor­sätzlich erfolgt sei.

Der tschechoslowakische Großindustrielle Ignaz petschek f.

Der bekannte Großindustrielle Ignatz P e t s ch e k ist in Außig (Elbe) im Alter von 77 Jahren g e - ft o r b e n. Petschek, der einen bedeutenden Teil der nordböhmischen sowie auch der reichsdeutschen Braunkohlenindustrie beherrschte, ist in der deutschen Oeffentlichkeit vor allem durch den Riesenpro­zeß bekannt geworden, den er gegen den Schwie­gervater seines Sohnes, Prof. Dr. Caro geführt hat. Es handelte sich dabei, wie erinnerlich, um die Streitfrage, ob Caro seiner Tochter eine M i t g i f t in Höhe von 400 000 Mark mitgegeben hat. Wäh­rend Caro behauptete, die Summe gezahlt zu haben, wurde dies von den Petscheks bestritten, die deshalb gegen Caro einen Prozeß wegen versuchten Betru­ges und Abgabe einer falschen eidesstattlichen Ver­sicherung anstrengten. Der Prozeß, der ungeheure Kosten verursachte und fast sieben Monate dauerte, endete am 23. Dezember 1932 mit der Freisprechung Prof. (Taros.

Wildernde Hunde überfallen eine Schafherde.

Ein Wanderschäfer aus dem Westfälischen hatte seine Schafherde von 410 Tieren zur Nachtzeit ober­halb des Dorfes Brachbach (Sieg) eingepferscht. Hunde brachen in die Herde ein und rissen 16 Schafe, davon zwei so schwer, daß sie nicht mehr oerwendungsfähig waren. Die übrige Herde hatte sich dem Wüten der Hunde durch die Flucht ent­zogen und sich über die ganze Gemarkung zerstreut. Mit Hilfe der Bevölkerung gelang es dem Schäfer, die Herde im Laufe des Tages wieder zusammen­zubringen.

Verhängnisvolles Spiel mit den Feuer.

Am Fastnacht-Dienstag spielten in der Gemarkung des Koblenzer Vororts Moselweiß einige Kinder Feuerchen". Dabei fingen die Kleider eines neun­jährigen Schülers Feuer, worauf der Kleine lichter­lob brennend daoonlief und schwere Brandwun­den erlitt. Durch herbeigerufene Sanitäter wurde der schrecklich zugerichtete Junge in ein Krankenhaus gebracht, wo er hoffnungslos darniederliegt.

Das Rettungswerk für den EisbrecherTscheljuskin"

In Moskau wird halbamtlich mitgeteilt, daß heute fünf russische Großflugzeuge, die am Nordkap stationiert waren, aufgestiegen sind, um die Mann­schaft des EisbrechersTscheljuskin" zu retten. Die Flugzeuge mußten jedoch bald nach ihrem Aufstieg wieder niedergehen, da ein Schneesturm die Flugzeuge gefährdete. Man rechnet aber damit, däß es gelingen wird, den Aufenthaltsort der bedräng­ten Mannschaft zu erreichen.

Der Führer derTscheljuskin"-Expedition gibt in einem Funkspruch bekannt, daß der Bau einer Baracke für fünfzig Mann bald vollendet sei. Anschließend werde man eine Küche und einen Signalturm auf dem Eise erreichten. Nach der letz­ten Standortmessung befindet sich das Lager 130

Kilometer von der Küste auf 67 Grad 17 Minuten Nordbreite und 172 Grad 51 Minuten Westlänge. Die Mannschaft ist wohlauf. Ehe der Eisbrecher Tscheljuskin" versank, wurden die Taue zerschnit­ten, mit denen die Deckladung festgemacht war. Die Berechnung erwies sich als richtig, denn ein be­trächtlicher Teil der wertvollen Ladung tauchte nach einiger Zeit zwischen den Eisschollen wieder auf und konnte geborgen werden.

Kunst und Wissenschaft.

Der Adlerschild für Hermann Stehr.

Der Herr Reichspräsident hat dem Dichter Her­mann St e h r aus Anlaß seines 7 0. Geburts­tages den Adlerschild verliehen und mit fol« ; genoem Glückwunschschreiben zugehen lassen:

Sehr geehrter Herr Stehr!

Zu Ihrem 70. Geburtstage spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch aus. Sie können an diesem Tage auf ein Leben, reich an Arbeit und künstlerischem Gestalten zurückblicken, mit dem Sie das deutsche Volk und die deutsche Kunst in dichteri­schen Werken von besonderer Kraft und Tiefe be­schenkt haben. Daß der deutsche Mensch in seiner unsicheren und chaotischen Vergangenheit den Glau­ben an die letzten Werte des Lebens und damit an die Zukunft nicht verloren hat, ist namentlich auch Ihr Verdienst. Dem Dank, den das deutsche Volk Ihnen schuldet, gebe ich gerne Ausdruck, indem ich Ihnen mit meinen besten Wünschen für Ihr ferne­res Schaffen und Ihr persönliches Wohlergehen die höchste Ehrung des Reiches, den Adlerschild, verleihe, der auf der Vorderseite das Symbol des Reiches, auf der Rückseite die WidmungDem deutschen Dichter" trägt.

Mit freundlichen Grüßen bin ich

Ihr ergebener (gez.) von Hindenburg.

Zugleich hat der Reichsminister des Innern Dem Dichter feine aufrichtigen und herzlichen Glückwün­sche zum Ausdruck gebracht.

Uraufführung von Mussolinis Rapoleon-Drama in Berlin.

Im Berliner Staatstheater erlebte ein dreiaktiges Schauspiel10 0 Tag e", das den italienischen Staatschef Benito Mussolini und Giovachino Forzano zu Verfassern hat und von Geza H e r c z e g ins Deutsche übertragen worden ist, vor ausverkauftem Hause seine Uraufführung. In den Logen sah man den Führer, ferner Minister­präsident Göring, Reichswehrminister v. Blom­berg, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, Kultusminister Rust, sowie Den italienischen Bot­schafter Berutti. Die meisterhafte Aufführung die Titelrolle, Napoleon, spielte Werner Krauß löste wiederholt den stärksten Beifall der Zuschauer aus.

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet, dessen Kern immer noch mit sehr hohen Barometerständen über den britischen , Inseln lagert, breitet sich wieder mehr östlich aus i und nimmt auch Deutschland mit in seinen Bereich. Zwar fließt an feiner Nordseite in Verbindung mit den vorüberziehenden Störungen fortgesetzt ozea­nische Luft zu, wodurch stellenweise Dunst und auch Bewölkung hervorgerufen wird, doch wird sich unter dem Einfluß des hohen Luftdrucks der Himmel auch vielfach aufheitern. Dabei kommt es nachts weiter­hin zu leichten Strahlungsfrösten, während tags­über Milderung eintritt.

Aussichten für Samstag: Stellenweise dunstig ober leicht wolkig, sonst vielfach aufheiternd, nachts leichter Frost, tagsüber mild, trocken.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage.

Lufttemperaturen am 15. Februar: mittags 5,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad; am 16. Februar: morgens0,3 Grad. Maximum 7,3 Grad, Mini- mum5,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Februar: abends0,3 Grad; am 16. Februar: morgens0,4 Grad Celsius.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Wolkig, 3 Grad, 25 Zentimeter Schnee, verharscht. Sportmöglichkeit nur im Walde.

Schwarzwald Feldderg: Wolkig, 3 Grad, 65 Zentimeter Schnee, verharscht, Spvrt- möalichkeit mäßig.

Alpen Garmisch: Nebel, 3 Grad, 35 Zentimetr Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut.

Schön sein ist gepflegt sein !

Dosen u. Tuben

ö

1 Stück SO Ma SStück 65 M»

PFE/nilNß^Lanolin Creme cSeife