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Genossenschaststagung im Verband Heffen-Mittelrhein.

Ausbau der genoffenschastlichen Verbandsrevision.

* Bingen, 13. Juni. Am 8. und 9. Juni d. I. hielt der Genossenschaftsverband Hes­sen-Mittelrhein (Schulze-Delitzsch) e. D., Sitz Wiesbaden, in Bingen am Rhein seine 4. Jahres­tagung ab. In seinem Vorbericht behandelte Ver­bandsdirektor Dr. Frankenbach eine Reihe ge­nossenschaftlicher Zeitfragen. Derbandsreviior Laub- ch e r erstattete Bericht über die bei den ange- chlossenen Genossenschaften vorgenommenen Revi- ionen. Anschließend besprach Verbandssyndikus Schneider Fragen des Genossenschaftsrechts und der Bilanzierung. In seinen Schlußausführungen betonte er die Notwendigkeit des weiteren Ausbaues der Ge n o f fenfchaftsrev i - f i o n. Der Assistent am Genossenschaftsinstitut der Universität Frankfurt, Dr. Henzler, legte in um­fassenden Ausführungen den Gedankengehalt des Genossenschaftswesens dar. Er hob hervor, daß ge­rade die heutige Zeit für die Genossenschaftsidee besonders aufgeschlossen sei.

Die Verhandlungen des ersten Tages endigten mit Elalberatungen, bei den die für den weiteren Ausbau der genossenschaftlichen Ver- bandsrevifion erforderlichen Mittel bereitwillig zur Verfügung gestellt wurden.

Der zweite Verhandlungstag wurde von Dr. Frankenbach mit dem Bericht über das G e - fchäftsjahv» 19 3 3 eingeleitet. In eindrucks­voller Weise wurde nachgewiesen, daß die national­sozialistische Wirtschaftsführung die Lebensberechti­gung und Lebensnotwendigkeit des Mittelstandes anerkannt habe. Im Nationalsozialismus habe man die Derwirklichunb all der Bestrebungen zu sehen, für welche die einzelne Genossenschaft seit Jahr­zehnten gekämpft hätte. Mit der allgemeinen Be­friedung sei eine

langsame wirtschaftliche Erholung

und damit auch neues Leben bei den Kreditgenossen­schaften eingekehrt. Die Ankurbelungstätigkeit der Reichsregierung habe auch bei den genossenschaft­lichen Kreditinstituten eine stark erhöhte Umsatz- t ä t i g k e i t ausgelöst. Durch Neukreditein­räumungen seien die Bestrebungen des Staate» um die Wiederingangbringung der Wirtschaft tat­kräftig unterstützt.

Der Anwalt des Deutschen Genossenschaftsver­bandes, Dr. Lang, unterstrich ebenfalls die Ueber- einftimmung der Kerngedanken des Genossenschafts­wesens und des Nationalsozialismus. Er verbreitete sich über die beabsichtigte Gründung einer Gläubi­gerschutzeinrichtung, welche den Sparern eine be­sondere Sicherstellung ihrer Einlagen gewährleisten soll. Starken Widerhall sanden insbesondere die Schlußworte des Redners, in denen er an die Ein­sicht und den Opferwillen jedes einzelnen appellierte und die Notwendigkeit bejahte, daß die Ueber-

windung der schwierigen Verhältnisse eine heroische Haltung erfordere.

Im Schlußreferat, erstattet von Direktor Let­sch e r t (Kassel), wurde auf die

engen Beziehungen zwischen Kreditgenossen­schaften und Handwerk

hingewiesen. Was die Berufsvertretung des Hand­werks für die berufliche und fachliche Zusammen­fassung der Handwerker bedeute, sei die Kredit­genossenschaft für die wirtschaftliche Organisation des Handwerks. Der Handwerker dürfe aber die Beziehungen der Kreditgenossenschaft nicht lediglich unter dem Gesichtswinkel der Kredithilfe betrachten, wenn auch dies ihre eigentliche Bestimmung sei. Es wurde herausgestellt, daß die Aufgaben der Kreditgenossenschaft zur Unterstützung des Hand­werks einmal auf ideellem und organisatorischem Gebiet, zum andern in den geschäftlichen Leistungen zu sehen seien. Der Redner machte eine Reihe von Vorschlägen für ein engeres Zusammenarbeiten zwischen Kreditgenossenschaft und Handwerkerorga­nisation mit der Zielweisung, die Kreditfähigkeit des einzelnen Handwerkers zu steigern. Mit der Versicherung, daß die Kreditgenossenschaften bereit seien, alles zu tun, um dem Handwerk zu helfen und mit der Aufforderung an das Handwerk, sich ausnahmslos den örtlichen Kreditgenossenschaften anzugliedern, schloß der Vortragende seine von großer Sachkenntnis getragenen Ausführungen.

Büchertisch.

Gustav Schenk: Pagel im Glück. Roman. Buchausstattung Hans Meid, Berlin. 184 Seiten. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. (256) Das Erstlingswerk eines jungen Dichters. Mit der Unbekümmertheit eines alten Geschichten­erzählers wird von deutschen Landen und Leuten, von Festen in Stadt und Land, von komischen und auch von tragischen Begebenheiten berichtet. Die Gestalt des Pagel, der von seinem Glück geru­fen durch die Welt zieht, erinnert an Helden alter deutscher Schelmenromane, an Till Eulenspiegel etwa. In ihm lebt die Bereitschaft, sich ganz ans Leben, an seine Schmerzen und sein Glück hinzu­geben. Das Buch erinnert in Thema und Ton ein wenig an Hausmann; die weitere Entwicklung des jungen Autors wird man nach dieser Probe mit Interesse verfolgen.

Kurt Pergande: Der tapfere Lud­wig. Roman. Verlag Scherl, Berlin. Preis: ge­heftet 2.40 RM., Ganzleinen 3.50 RM. (134.) Ein schneidiger blonder Bursch ist dieser kleine Lud­wig, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Es gibt auch einen großen Ludwig, das ist fein Vater, ein Sänger, der die Stimme verlor; damals riß der kleine Ludwig aus, um dem Großen nicht auf der Tasche zu liegen. Lehrling bei einem Kauf­

mann? Nein, das erweist sich nicht als das Richtige Schiffsjunge, das gefällt ihm schon besser. Eine bittere Enttäuschung wirft ihn hier aus der Bahn aber er wäre nicht der tapfere^ Ludwig, wenn er nicht wieder auf die Beine käme. In einer Hafenstadt in Südamerika findet er Unterschlupf, treue Freunde und auch die Liebe eines reizenden Mädchens, also fast eine Heimat. Wer eben nur fast" der Gedanke an Deutschland läßt ihn nicht los. Heimat das ist kein gewöhnliches Wort, das ist namenloses Glück, auch für den kleinen Ludwig, als er wieder deutschen Boden betritt. Einen angenehmen Einschlag von lebensnaher Ro­mantik hat dieser warmherzig erzählte Erstlings- roman eines jungen und gewiß zukunftsreichen Schriftstellers.

Politische Kulturlehre. Don Gustav Steinbömer. 182 Seiten. Kart. 3,80 Mark, Leinen 5 Mark. Hamburg 1934. Hanseatische Der- lagsanstalt. (27) Hier wird erstmalig der Ver­such unternommen, den verlorengegangenen Zu- sammenhang von Staat und Kultur wieder herzu­stellen. Im Liberalismus standen sich beide oft genug feindlich gegenüber. Mit der Ueberwindung des liberalen Denkens und dem Aufbruch einer neuen Staatsauffassung ist es wieder möglich ge­worden, die echten Beziehungen zwischen Staat, Dichtung, Kunst und Musik zu erkennen und vor allem wieder herzustellen. Steinbömer gibt zunächst einen geschichtlichen Abriß des Verhältnisses von Staat und Kultur, in den drei weiteren Abschnitten untersucht er das Verhältnis von Staat und Dich- tung, Staat und Kunst, Staat und Musik, um sie als verschiedenartige Ausdrucksformen des staat­lichen Lebens zu erkennen. Das Werk erscheint be­rufen zu sein, grundlegende Erkenntnisse über eine volksverbundene Kulturpolitik zu verbreiten und wesentlich zur Schaffung einer Gemeinschaftskultur beizutragen. Daß es in einer allgemeinverständlichen Sprache geschrieben ist, wird der Verbreitung för­derlich sein.

Stud.-Rat R. Eichenauer: Die Rasse als Lebensgesetz in Geschichte und G e - s i t t u n g. Mit 76 Abb. und 2 Taf. 141 S. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1934. (251) Nach einer Einleitung, die der Klärung der Grundbegriffe gewidmet ist, werden die körper­lichen und seelischen Grundlagen der europäischen Rassen geschildert. Es folgt ein Gang in die Ge­schichte; von grauer Vorzeit an wird der Leser durch die Jahrtausende bis zur Neuzeit und ihre großen Rassenschicksale geführt. Hier ersteht auf verhält­nismäßig kleinem Raum, in der Fülle der Bilder meisterhaft dargelegl, die neue rassenkundliche Ge­schichtsbetrachtung. An dem so überaus mannig­faltigen weltbestimmenden Schicksal der indoger­manischen Völker wird zugleich das Wesen der nord- rassisch-geprägten Gesittung, ihr Wandel durch Um­welt, Zeitgeist, seine bestimmende Rassenmischung und Schichtung deutlich. Als Gegenbild werden Entstehung und Geschichte des jüdischen Volkstums aufgezeigt. Die Kunst wird im leib-seelischen Schön­heitsbild, in Landschaftsgestaltung und Architektur, in Dichtung und Musik als Rassenspiegel ihres Trägers erwiesen. Der letzte Abschnitt gilt der Ge­staltung der Zukunft; hier erhalten Rassenpflege und Bevölkerungspolitik in ihrem großen Wir- kungs- und Aufgabenbereich ihre gebührende Wür­digung.

Für die Insel-Bücherei hat Hans Friedrich B l u n ck eine feinsinnige Auswahl von Klaus GrothsQu i ck b o r n" getroffen und mit einem liebevollen Nachwort versehen, das die Bedeutung des großen holsteinischen Lyrikers für die Weiterentwick­lung der niederdeutschen Literatur heraushebt., (144) -

Vor 50 Jahren starb Ludwig Richter.

Der deutsche Maler, Zeichner und Radierer, Adrian Ludwig Richter, dessen Todestag sich am 19. Juni zum 50. Male jährt.

Wettervoraussage.

Nachdem der Luftdruck bei der gestrigen Erwär­mung gefallen war, ist er im Laufe der Nacht wieder kräftig angestiegen und bedingt weiterhin Aufheiterung. Allerdings tritt vorübergehend auch Bewölkung auf und vereinzelt ist mit der Bildung von Gewittern zu rechnen. Die Temperaturen wer­den dann anschließend nicht mehr so hohe Werte wie seither erreichen.

Aussichten für Freitag: Anfangs neblig­dunstig, tagsüber heiter bis wolkig und heiß, stel­lenweise gewittrige Niederschläge.

Aussichten für Samstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, vereinzelt schauerartige Nieder­schläge gewitterhafter Natur.

Lufttemperaturen am 13. Juni: mittags 24,6 Grad, abends 16,9 Grad; am 14. Juni: morgens 14,9 Grad. Maximum 25,5 Grad, Minimum 8,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juni: abends 23,8 Grad; am 14. Juni: mor­gens 17,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 14,3 Stunden.

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß heute morgen mein herzensguter Mann, seines Kindes treusorgender Vater, mein lieber Sohn, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landwirt

Wilhelm Müller

nach kurzer, schwerer Krankheit sanft entschlafen ist

In tiefer Trauer: Katharine Müller, geb. Wehrum

Familie Müller

Familie Volk

Familie Karl Wehrum

Albach, Annerod, den 13. Juni 1934.

Die Beerdigung findet Freitag, 15. Juni, nachmittags 3 Uhr In Albach statt

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Die trauernden Hinterbliebenen.

Frankfurt am Main, den 13. Juni 1934. 3568 D

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