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leicht bietet die Zolldiktatur Roosevelts die Mög-

aae kommen, gehören Rohstoffe lichkeit, daß Deutschland seine Ausfuhr nach der ssse, denn auch die Union ist nicht Union erheblich zu steigern vermag. Deutschland

DerzweiieprozeßgegendieMrberHorstWeffels

Aus aller Welt

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Auch Deutschland will ja zahlen, d. h. Kapital und Zinsen zurückzahlen, wenn es ihm möglich gemacht wird, die dafür notwendigen Summen durch den Verkauf deutscher Waren im Auslande zu beschaffen. Leider haben die Gläubiger Deutsch­lands, soweit sie in und um Wallstreet sitzen, nicht das gleiche Verständnis für die Zwangslage Deutsch­lands gezeigt. Aber wenn Präsident Roosevelt die Einfuhr und Ausfuhr der Union so regeln will, daß der Vorteil bei der Union liegt dann muß auch Deutschland das Recht für sich in An­spruch nehmen, seine Kaufkraft und seinen Rohstoff­bedarf für die Lösung des Schuldenproblems ein­zusetzen. Auch Deutschland muß künftig darauf be­dacht sein, seine Rohstoffe und andere notwendige Waren da zu kaufen, wo es die unbedingte Sicherheit hat, als Gegenwert feine Fer­tigerzeugnisse ab setzen zu können. Viel-1

werde und mit zur Förderung der so klangvoll ein­geleiteten künstlerischen Beziehungen zwischen Frank­reich und Deutschland diene.

Drei Schweizer Bergsteiger abgeslürzt.

Am Berghang des 3307 Meter hohen, selten be­stiegenen Gletschhorns im Kanton Uri stürzten drei Schweizer Bergsteiger ab. Eine Rettungskolonne ist unterwegs, doch besteht wenig Hoffnung, die Verunglückten noch lebend zu bergen.

Explosion auf einem USA.-Tankschiffe. 3 Tote.

An Bord des amerikanischen TankschiffesAn­derson" hat sich einer Meldung aus Philadelphia zufolge aus bisher unbekannter Ursache eine Ex­plosion ereignet. Drei Mitglieder der Besatzung wurden getötet. Das Schiff ist stark beschädigt.

Margarete Klose von der Berliner Staatsoper mit. Es ist zu wünschen, daß auch die deutschen Künstler in Paris mit gleich großem Erfolg gastie­ren wie die Pariser Künstler im Berliner Fi Haus, damit auch dieses Konzert zu einem Ereignis

Verl in, 13. 3uni. (DRV.) 13. Iuni Außen- miniffcr Litwinow hat auf seiner Durchreise durch Berlin dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherr» von Reurath einen Besuch ab- gestattet.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich, Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.G., sämtlich in Gießen.

Außenhandel und Auslandsschulden

Roosevelts zollpolitische Generalvollmacht. - Neue Möglichkeiten.

Union in der Vorkriegszeit im Jahresdurchschnitt etwa 2,8 Millionen Tonnen Baumwolle erntete, stieg diese Menge in den Konjunkturjahren 1925/29 auf durchschnittlich 3,4 Millionen Tonnen, wobei im einzelnen Jahr bis zu 4 Millionen Tonnen er­reicht wurden. In der Regel wurden 50 v. H. der Ernte im Inland verbraucht, so daß für die Aus­fuhr in der Nachkriegszeit bis zu 2 Millionen Ton­nen zur Verfügung standen. Die Ausfuhr ist in­dessen in den Jahren der Wirtschaftskrise stark abge­sunken; 1930 sogar bis auf 1,5 Millionen Tonnen.

Indessen kommt es nicht nur auf die Mengen, sondern auch auf die Preise an, denn diese sind es, die die Ertragsfähigkeit bestimmen. In den Jahren der Hochkonjunktur wurden in Neuyork 20 Cents für 1 1b bezahlt, um bis 1932 einen Ab­schlag auf 5,27 Cents zu erfahren. Inzwischen haben sich die Preise wieder gehoben, ohne aber auch nur annähernd die Preise der Hochkonjunktur zu er­reichen. Für deutsche Verhältnisse sei bemerkt, daß amerikanische Baumwolle 1928 rund 185 Mark für 100 Kilogramm kostete, während ägyptische Baum­wolle im gleichen Jahr mit 351 Mark für 100 Kilo­gramm bezahlt werden mußte.

Nächst Baumwolle bildet für die Union das Erdöl und seine Nebenerzeugnisse das Hauptaus­fuhrgut. Aber das Erdöl hat mcht solch einen Preis­sturz erfahren wie die Baumwolle, so daß der Ver­lust für die Union bei der mengenmäßigen Ausfuhr liegt. Aehnlich verhält es sich bei Kupfer und R o h t a b a k, die sich als ebenso konjunkturemp­findlich gezeigt haben wie die Baumwolle. Es ist wohl damit zu rechnen, daß es Roosevelt nicht dar­auf ankommt, die Rohstoffe an sich los zu werden, sondern vor allem darauf, Preise zu erzielen, die die Rohstoffmärkte wieder in Gang bringen. Dagegen wäre an sich nichts einzuwenden, denn nur, wenn die Rohstoffländer kaufkräftig werden, ist sichere Aussicht vorhanden, die internationale Wirt­schaft aus der Krise herauszuführen.

Auf der anderen Seite will Roosevelt die Ein­fuhr von Waren zulassen und begünstigen, die entweder in der Union überhaupt nicht oder doch nur unverhältnismäßig teuer hergestellt werden können. Das hört sich gut an, aber es liegt eine gewisse Gefahr darin, weil sich hier international ein Wettbewerb entfalten kann, der, durch Valuta­dumping begünstigt, mit Schleuderpreisen

Der Berliner Vertreter derTime s" meldet seinem Blatt u. a.: Es kann als sicher angesehen werden, daß Litwinow bei seiner Besprechung mit Freiherrn von Neurath am Mittwoch Zeit gefun­den hat, den franzöfisch-rufsischen Si- cherheitspakt zu erwähnen. Anscheinend ist aber noch keine Rede davon, daß Rußland ober granfreid) em Angebot ober eine Einlabung an 2)CUÄJ gerichtet haben. Zu ben Gerüchten, baß tn Aussicht genommen wirb, baß Ost - Locarno mit bem ursprünglich West - Locarno in Ver- binbung zu bringen, bemerkt ber Korrespondent, Dies mürbe nur eine Schwächung bes u r - sprunglichen Locarnovertrages fein Soweit sich beurteilen läßt, muß die ganze P a f 11 b e e nicht nur Deutschland, fonbern auch jum minbeften einigen seiner Nachbarn unsagbar

(xngland lehnt auch Gchulden- zahlung in Waren ab.

L o n b o n, 13. Juni. (DNB.) Die amerikanische Regierung hat in ihrer Antwort auf bie letzte eng- lische Kriegsschulbennote den Vorschlag gemacht, zur Tilgung ber Kriegsschulben anbere als finanzielle Ausgleichsmethoben heranzuziehen, fo z. B. bie Erstattung bes Betrages in Waren. Wie Reuter hört, kann man jeboch bereits feftftellen, baß ber Gebaute, bie Schulbenfrage burch Uebereig» nung naturgemäß riesiger Bestäube an R o h - gummi ober an Mineralien (gerabe in biefen beiben Wareugattungen herrscht in ben Ver­einigten Staaten Bebarf) zu bereinigen ober sie gar baburch aus ber Welt zu schaffen, baß b i e eine ober andere ber im britischen Besitz befinblidjen mittelamerikaui- schen Inseln an Amerika abgetreten wirb, in amtlichen britischen Kreisen nicht e r n ft genom­men wirb. Vielmehr wirb erklärt, baß einTransfervou Waren in derartig großen Mengen, wie es die Schuldenziffern erfordern, ebenso große Schwierigkeiten wie ber Transfer großer Gelbsummen bereiten würbe.

Amerikanische Beamte legen ben Gebauten ber Warenlieferungen dahin aus, baß nur Waren an­genommen werben könnten, bie nicht mit a m e - rikauischeu Erzeugnissen konkurrie­ren. Der stellvertretende amerikanische Kriegs­sekretär Woodring soll erklärt haben, daß Amerika auf diese Weise seine für Kriegsmaterial benötigten Metallreserveu aufbauen könnte.

sm?/Zu Beginn der Mlttwoch-Verhaudlung im neuen Horst-Wessel-Pro- Setz erstattete zunächst der medizinische Sachverstän- drge den Obduktionsbefund der Leiche des ermorde­ten Sturmführers Horst Wessel. Erschütternd ist die Feststellung des Arztes, ber bekundete, baß bie Leiche des Ermordeten sich in einem furcht­baren Zustande befand. Horst Wessel war halb verhungert, da er lange Zeit wegen feiner Schußverletzung keine Nahrung habe zu sich nehmen können. Trotz der gut verlaufenen Opera­tion fei es nicht möglich gewesen, eine Blutver­giftung zu verhindern, die dann zum Tode ge­führt habe. Der Schuß muß nach den Feststellungen des Sachverständigen aus ganz naher Ent­fernung abgegeben worden sein.

Hierauf wird der 27jährige Walter Junek aus der Schutzhaft als Zeuge vorgeführt, der im ersten Horst-Wessel-Prozeß zu einem Jahr Gefängnis ver­urteilt worden war. Er hat an dem Mordabend Verstärkung aus einem anderen kom­munistischen Derkehrslokal geholt, nachdem Frau Salm in dem Lokal von Baer ihre Mekong gemacht hatte. Max Jambrowski sei dann durch das Lokal gegangen und habe gerufen:Vor­wärts, wer mitkommen will!"

Der 32jährige Erwin Rücker wird aus bem Zuchthaus vorgeführt. Rücker, der Bereitfchaftsfüh- rer bei berSturmabteilung Mitte" war, wurde am Mordtage von Junek geholt und gibt zu, eine Waffe bei j i ch getragen zu haben. Er will harmlos, wie auch' die anderen Angeklagten, daran gedacht haben, daß es sich um die Regelung einer Mietsstreitigkeit handelte, und stellt auch die un­wahrscheinliche Behauptung auf, er habe Horft Wessel gar nicht gekannt.

Vorsitzender:Sie als Bereitschaftsführer wollen Horst Wessel nicht gekannt haben, der mit den Kommunisten langsam, aber sicher aufgeräumt hat? Gottlob brauchen wir nicht alles zu glauben, was Sie uns hier vorlügen."

Der Zeuae bekundet, daß der Kommunistentrupp aus bem Lokal von Baer zunächst vergeblich im Haufe Große Frankfurter Straße 62 nach Horst Wessel suchte. Man wollte schon das Haus wieder verlassen, als die Kommuni st in Else Kohn plötzlich die Treppe herunterkam und die Mittei­lung machte, daß der Gesuchte im Vorderhaus im vierten Stock wohne, die Tür stehe schon offen.Wir gingen", so schildert ber Zeuge

arbeitet. Zu ben Waren, bie für die Einfuhr nach bcr Union in Frage kommen, gehören Rohstoffe unb Fertigerzeugnisse, benn auch bie Unio '' mit allen Rohstoffen ausgestattet. Es fehlt an Kaut­schuk, es fehlt aber auch eine hochentwickelte che­mische Industrie, trotz ber Wegnahme ber beutschen Farbenpatente währenb bes Krieges.

Litwinow da Äeichsanßenminister von Aenrath Deutschland und das französisch-russische Paktsystem.

weiter,in bie Wohnung ber Frau Salm, bie in ber Küche staub unb uns mit ben Worten zur Vorsicht ermahnte:Seht euch vor, sonst schießt er." Der Zeuge befunbet, baß er ben Vorschlag machte, bis zum anberen Morgen zu warten, wenn Horst Wessel aus ber Küche Wasser holen würbe. Ali Höhler ließ sich aber nicht zurückhalten unb fragte, Frau Salm:Wo ist bas Zimmer von bem Kerl?" Frau Salm zeigte ihm die Tür, bie je­doch verschlossen war. Bevor Ali Höhler anklopfte, lief Frau Salm zur Flurtür hinaus unb setzte bie Wohnungsklingel in Bewegung, um ben Anschein bei Horst Wessel zu erwecken, er bekäme Besuch. Als Horst Wessel bie Tür auf bas Klopfen hin etwas Öffnete, rief Ali Hohler:Hände hoch!" Gleich barauf krachte ber Schuß. Der mitbeteiligte Kanbulfki nahm eine Pistole unb einen Gummiknüppel an sich. Ali Hohler trat noch einmal auf ben am ©oben üegenben Horst Wessel ein, stieß ihn mit bem Fuß an unb sagte:Du weißt doch, warum bu bas bekommen hast." Hier­auf seien alle aus ber Wohnung gelaufen.

Hierauf wirb ber Zeuge Kanbulfki aus bem Zuchthaus Branbenburg vorgeführt. Er ist Kurier bei ber KPD. gewesen unb ist bisher ber einzige, ber bas Märchen von benMietsstreitigkeiten" nicht anbringt Er hält es im Gegenteil für un­wahrscheinlich, baß man um 22 Uhr solche Streitfälle noch regelt. In.ber Wohnung ber Frau Salm habe Erwin Rücker geftanben unb ihn mit ben Worten empfangen:Was willst bu benn hier?" Auf ber Straße fei ber Angeklagte Epstein hinter ihm hergelaufen. Er habe E p - stein ben Gummiknüppel übergeben, ber ihn bann in einen Gully hineinwarf. Die brei Haupttäter, Höhler, Rücker unb er selbst, hätten sich später Stillschweigen über ben Vorfall gelobt. Am nächsten Tage habe er bann erfahren, baß Ali Höhler unb Rücker von ber Kommunistischen Par­tei fortgeschafft worben seien.

Ein weiterer Zeuge befunbet, baß am Abenb bes 14. Januar Jambrowski, nachdem er von Frau Salm unterrichtet worben war, in bie Mitglieber- versammlung berSturmabteilung Mitte" gekom­men sei unb gerufen habe:Rotfront Kämpfer, heraus!" Darauf feien alle Mit- glieber mit lautem Gepolter von ihren Plätzen aufgeftanben unb herausgestürzt; es hätte sich unter ihnen beftimmt auch ber Angeklagte E p - ft e i n befunben.

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p "b v e rwtckelt erscheinen. Die Zurück- anbs gegenüber solchen Plänen ist oegretfllch, wenn man bebenft, baß seine geogra- Phlsche Lage es birekt in bie Mitte eines neuen Systemes bringen würben, baß trotz aller gegenteiligen Versicherungen ben Einbruck einer gegen Deutschlanb gerichteten Gruppierung machen muß. Es ist kaum zu erwarten, baß Deutschlanb einen Plan, besten Haupturheber Frankreich unb Sowjetrußlanb sinb ohne ein gewisses Mißtrauen betrachtet. Es kann natürlich erwartet werben, baß Deutschlanb alle Plane sorgfältig prüft, ob sie ben Richt- limen ber von Hitler angebotenen Friebens- Pakte mit Nachdarlänbern entsprechen. Es ist aber zweifelhaft, ob bie beutsche Regierung ein solches Netzwerk von Vereinbarungen im eigenen Interesse notroenbig ober im Interesse bes Friebens klug fin­det. Soweit Deutschlanbs eigene Sicher­heit in Frage kommt, hat es im Westen ben L o - c a r n o p a k t unb mit Polen, bem einzigen Nachbarlanb im Osten, feine eigenen Abma­chungen getroffen.

Blihstrecken der Deutschen Lufthansa.

Am 15. Juni eröffnet bie Deutsche Lufthansa zwischen Berlin, Frankfurt a. M., Köln unb Hamburg als erste Luftverkehrsgesellschaft ber Erbe ihren Blitz flugverkehr, ber richtungweisenb für bie gesamte Entwicklung bes zukünftigen Luft­verkehrs zu werben verspricht. Auf biefem Blitz- trecken-Viereck, bas vier der wichtigsten Städte des Reiches miteinander verbindet, werden zum ersten Male Schnellverkehrsflugzeuge vom Muster Hein- kel He 70 für die Personenbeförderung eingesetzt werden. Diese Flugzeuge gestatten eine planmäßige Reisegeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern. Sie sind zurzeit bie schnellsten Verkehrsflugzeuge ber Welt unb würben in planmäßiger Zusammenarbeit ber Deutschen Lufthansa und den Ernst Heinkel-Flugzeugwerken in Warnemünbe ben Verkehrsbebürfnisten entspre­che nb entwickelt. Die große Reisegeschwinbigkeit mögen einige Beispiele veranschaulichen. So be­trägt bie reine Fahrzeit BerlinHamburg 50 Mi­nuten, HamburgKöln 1 Stunbe 10 Minuten, Ber­lin-Frankfurt a. M. 1 Stunbe 25 Minuten, Köln Frankfurt a. M. 35 Minuten.

Ausgedehnter IBalbbranb bei Potsdam.

In dem Potsdamer Staatsforst brach bei Kohl­hasenbrück ein Brand aus, der infolge des Win­des in kürzester Zeit eine große Ausdehnung an­nahm und ungefähr 4 Hektar Waldschlag vernich­tete. Mannschaften des 4. Preuß. Reiterregiments unb ber Nachrichtenabteilung 32 sowie Freiwilliger Arbeitsdienst arbeiteten gemeinsam, bis es gelang, bie Gefahr einer weiteren Ausbreitung zu beseiti­gen. Mit tausend Schippen wurde gegen den Brand, der sich in der Hauptsache am Baden weiterfraß, durch Zuschaufeln mit Sand varge­gangen. Der angrenzende Hochwald wurde dis zu einem Meter Höhe vollkommen vernichtet. Beson­dere Schwierigkeiten machte die Wasserbeschaffung. Von dem einzigen Hydranten mußten kilometer- lange Schlauchleitungen gelegt werden. In kurzer Zeit wurde dann das Gelände vollkommen mit Wasser überschüttet. Der Schaden ist noch nicht zu übersehen. Noch während des Brandes erschien die Kriminalpolizei, um festzustellen, auf welche Weise das Feuer ausgebrochen sei.

Sonderbarer Vlihschlag bei INankua.

Wie aus Mailand gemeldet wird, gingen in vers­chiedenen Teilen Oberitaliens erneut starke G e -

jenseitigen Rheinbergen in den Wolken verschwand. * Auch in Koblenz wurde der Adler gesehen.

Explosion auf einem chinesischen Dampfer. 168 Tote.

Auf einem chinesischen Dampfer ereignete sich vor jtanton eine Kesselexplosion. Ein Teil des Dampfers versackte und riß zahlreiche Personen mit in bie Tiefe. Bisher konnten 16 8 Leichen geborgen werben. Der Kessel war überheizt worben.

Deutscher Dampfer

auf ber Schelde in Brand geraten.

Auf bem beutschen DampferSesostris", ber von Mexiko nach Hamburg unterwegs ist, brach auf ber Schelde kurz vor dem Eintreffen in Antwerpen im Laderaum Feuer aus, das mit Schiffsmitteln erfolgreich gelöscht werden konnte. Dampfer Sesostris" lief fahrplanmäßig, ohne fremde Hilfe zu beanspruchen, in Antwerpen ein und landete dort seine Passagiere.

Das zweite beutsch-französifche Austauschkonzert.

Die wieberaufgenommenen künstlerischen Bezie­hungen zwischen Deutschlanb unb Frankreich wür­ben eingeleitet burch bas erfolgreiche Konzert, bas unter Leitung von Henri Busser, bem Dirigenten der Nationaloper Paris, mit den Berliner Phil­harmonikern im Berliner Funkhaus ftattfanb unb von französischen unb beutschen Senbern übernom­men wurde. Für Donnerstag, 14. Juni, 20.45 Uhr, ist bas zweite beutsch-französische Aus- tauschkonzert geplant. Hermann Abenb- r o t h, ber Generalmusikbirektor bes Leipziger Ge- wanbhauses, wirb in Paris Werke von Wagner, Reger unb Strauß birigieren. Als Solistin wirkt

witter mit Hagelfchlägen nieber, die große Verheerungen an Der Ernte anrichteten. Ein eigen­artiges Spiel trieb ein Blitz auf einem Gehöft in der Nähe von Mantua. Der Blitz schlug in ben Kamin bes Zimmers, in bem 22 Kinber saßen. Vom Kamin sprang ber Blitz ab, fegte kreuz unb quer burch das Zimmer, wobei die Eßgeschirre, Gläser unb Fenster zersprangen und Stühle und Bänke umgeworfen wurden. Alle 22 Kinder wurden zu Boden geschleudert und dicht mit Ruß bedeckt. Dem auf das Schreien der Kinder herbeieilenden Bauern bot sich der Anblick eines Negerstammes. Der Blitz nahm durch das Fenster den Weg ins Freie, ohne weiteren Schaden anzurichten. Kein Kind hat irgend eine Verletzung davongetragen.

Immer noch verheerende Unwetter in USA.

Die Nachrichten über schwere Unwetter­katastrophen in Mittel - unb Südame­rika nehmen in den letzten Tagen in ungewöhn­licher Weise zu. Die schon gemeldeten Stürme und Wolkenbrüche in El Salvador und Honduras sind bie schwersten feit Jahren. In Honduras ist der Sachschaden ungeheuer, lieber 1000 Personen sind umgekommen. Aus Santiago de Chile wird be­richtet, daß die Stadt Concepcion von einem neuen heftigen Tornado, bem zweiten innerhalb der letzten 14 Tage, heimgesucht worden ist. 50 Häuser sind zerstört. In Mittelargentinien, wo bereits seit zwei Wochen völlig abnorme Wetterverhältnisse herrschten, wurde ein Gebiet von 47 000 Quadrat­meilen von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Das Erdbebengebiet reicht von Cordoba bis San Luis und Santafe. In den Anden wüten große Schnee stürme. Buenos Aires litt unter Wolkenbrüchen. Aus dem Golf von Mexiko traf der erwartete Tropensturm in Tampico ein. Er hatte jedoch an Stärke verloren, so daß der Schaden glücklicher Weife nur gering war.

Ein Adler über dem Rhein.

In Oberlahnstein wurde über dem Rhein zwischen der Lahn- und Moselmündung ein großer Adler gesehen. Das Tier soll schätzungsweise eine Spannweite von zwei Meter gehabt haben. Die Belegschaft einer Oberlahnsteiner Fabrik beobachtete den König der Lüste längere Zeit, bis er über den

Seit dem 12. Juni 1934 ist auch der gesamte Außenhandel der Vereinigten Staa­ten einer einheitlichen Verfügungsge­walt unterstellt worden, wie das in diesem Um­fang bisher nur bei Sowjetrußland der Fall ge­wesen ist. Präsident Roosevelt hat im Rahmen des Zollumbaugesetzes die Vollmacht erhalten, ben Außenhanbel ber Bereinigten Staaten künftig so zu regeln, baß Länber, bie Waren ber Union a b - nehmen, eine bevorzugte Behanblung in zoll- und handelspolitischer Hinsicht erfahren sollen. Diese Bevorzugung kann darin bestehen, daß ber Präsident selbstherrlich und unbeschränkt b i e Zollsätze f ü r bestimmte Waren bis z u 50 d. H. senkt, währenb auf ber anberen Seite für Länber, bie Schwierigkeiten bei ber Ab­nahme von Waren aus ber Union machen, eine Zoller h ö hung bis zu 50 v. H. möglich ist.

Diese Regelung ist allerbings nicht einheitlich für alle Posten bes Zollgesetzes ber Union getroffen worben, denn es liegt Roosevelt offenbar daran, in Ausführung feiner Wirtschafts- und Finanz­politik ben Jnlanbsmarkt von Rohstoffen und Nah­rungsmitteln zu entlasten, um dafür Waren herein­zubekommen, die die Union gut gebrauchen kann. Die Schlußfolgerung liegt nahe, daß Roosevelt durch dies Mittel der unumschränkten Zollpolitik nicht nur eine Belebung ber Wirtschaft ber Union her­beizuführen sucht, fonbern auch bebingt mithelfen will, um bie internationale Wirtschaft aus ber Krise herauszuführen.

Eigentlich ist biese Zollpolitik die folgerichtige Fortsetzung ber Zoll- unb Hanbelspolittk, bie burch mengenmäßige Beschränkung bes Warenaustausches sowie durch devisentechnische Maßnahmen einen Ausgleich der Zahlungsbilanz herbei- siihren will. Dabei kommt der Union zustatten, daß nicht nur ber Warenhanbel, sondern auch bie Zah­lungsbilanz selbst mit Überschüssen zu dunsten ber Union arbeitet, so baß es ver- höltnismäßig leicht ist, bie eigenen Rohstoffmarkte m entlasten. An erster Stelle steht auf ber Liste iür bie Waren, beren Ausfuhr verstärkt werben ioK Baumwolle unb (Betreibe, aber auch Tupfer, Rohtabak unb Petroleu m.

Die Union sitzt auf großen Baumwollvorraten, zumal trotz Beschränkungen bes Anbaus bie Ernte- »rlrige nicht wesentlich zurückgingen. Währenb bie

hat von der Union regelmäßig mehr gekauft, als umgekehrt die Union von Deutschland gekauft hat. Wenn dies Verhältnis sich ausgleicht, so wirb

I für alle Wirtschaftsprobleme bie beste Lösung Roosevelts Zollbiktatur finbet eine gewisse Er- sein.

gänzung burch bie Schulbennote, bie Washing­ton an bie englische Regierung gej'anbt Hot. England will nicht zahlen, aber Washington macht die angelsächsische Schwester darauf aufmerk­sam, daß sie in den Kriegsjahren in ber Union selbst Krebite ausgenommen hätte, mit dem feier­lichen Versprechen, sie unter allen Umständen zu­rückzuzahlen. Wenn aber England nicht zahlen will, wobei es sich auch des Hinweises auf die Schwierig­keiten des Transfers! bedient, macht Roose­velt den Gegenvorschlag, statt in Geld mit Waren zu bezahlen. Es ist auch das eine Weisheit, bie einstweilen in ben angelsächsischen Ländern noch nicht durchgedrungen ist, die sich aus den Verhandlungen über den Zinsendienst für die deutsche Auslandsverschuldung ent­wickelt hat.