Einzelbild herunterladen

Eine Botschaft des Reichsbischofs.

Fortführung des Verfaffungswerks der Kirche unter voller Wahrung von Bekenntnisstand und Glaubensgut.

die alleinige Totalität für s 1 ch bean­spruchen, ansonsten über jeden nach seiner Fasson Jelto werden lassen.

Jedenfalls stehen wir auf der Wacht. Wir werden LS nicht dulden, daß das Werk unseres Glaubens irgendwo auch nur den Geringsten Schaden erleidet. Unsere Langmut ist nicht Schwäche. Die sieghafte Kraft des Nationalsozialismus geht über die paar Dutzend Stänkerer zur Tagesordnung über. Denn wir haben Besseres und Wichtigeres zu tun. Die deutsche Nation steht in einem zähen Rin­gen um ihre Gleichberechtigung. Die Frage der Rüstungen scheint nunmehr in ihr ent­scheidendes Stadium einautreten. Der Führer hat den Standpunkt der deutschen Ehre aufrechterhalten. Wir müssen unsere Grenzen beschützen können, um im Frieden zu arbeiten und die Wohlfahrt unseres Landes zu mehren. Wir hoffen immer noch, daß die Staatsmänner, denen das Schicksal der Natio­nen anvertraut ist, zu einer auch für uns erträg­lichen Lösung der internationalen Probleme kom­men. Unser Standpunkt des Rechts ist unverändert. In ihrer Hand liegt es nun, der ganzen Welt Wohlfahrt, Glück, Festigkeit und Auf- stieg zu sichern. Deutschland ist bereit, an die­sen edlen Zielen mitzuarbeiten. Es braucht dazu: im Innern Einigkeit, Arbeit und Brot. Nach außen Frieden, Ehre und Gleichberech­tigung.

Errichtung des Mibaumes am Vorabend des Tages der Arbeit.

Der Leiter des ReichsamtesVolkstum und Hei­mat" in der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" Werner Haverbeck hat bekannt gegeben, daß die Ausgestaltung des Feiertages der Nationalen Ar- beit im ganzen Reich einen einheitlichen Charakter zeigen soll, während in den Einzelheiten die land- fchaftliche Besonderheit der einzelnen Orte zum Ausdruck kommen wird. Die Feiern für das Mai­fest sollten mit der Einholung und Aufrich­tung eines deutschen Maibaumes begin­nen, wie er seit uralten Zeiten in deutschen Landen als Symbol des im Frühling aufbrechenden jungen Lebens gelte. Die größte Tanne des Schwarzwaldes wird der R e i ch s h a u p t ft a d t als Geschenk in feierlicher Form dargebracht werden. Arbeitsdienst­ler sollen diesen Maibaum durch das Brandenbur­ger Tor bis zum Lustgarten geleiten, wo ihn das Zimmermanns-Gewerbe am Vorabend des 1. Mai aufrichten wird. Zu gleicher Zeit wird im Lustgarten ein abendliches Mai-Einsingen st'attfin- den. Entsprechende Feiern mit Aufrichtung von Maibäumen sollen überall im Reich stattfin­den. Singgruppen und Spielscharen, Sprechchöre und Trachtengruppen sowie Vertretungen der NSBO., SA., SS., des Arbeitsdienstes und der Reichswehr sollen überall zur Gestaltung der Abendveranftal- tungen herangezogen werden.

Einführung des Kraftfahrzeugbriefes.

Berlin, 13. April. (DNB.) Der Reichsverkehrs­minister hat in einer Verordnung vom 11. April 1934 bestimmt, daß nach dem 1. Mai 1934 mit der Einführung des Kraftfahrzeugbriefes begonnen wer­den soll. Zugleich wird eineS a m m e l st e l l e für Nachrichten über Kraftfahrzeuge" beim Statistischen Reichsamt in Berlin errichtet. Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, Hand­haben gegen Veruntreuungen und Diebstähle von Kraftfahrzeugen $u schaffen und gleichzeitig statistische Unterlagen für eine Wirtschaftsforschung im Kraft- fahrwesen zu liefern, die für die konjunkturelle Marktbeobachtung und die sich hierauf gründenden Maßnahmen wirtschasts- und oerkehrspolitifcher Art von Bedeutung ist.

Zur Sicherung des Eigentums am Kraftfahrzeug soll der Brief dadurch beitragen, daß er bei jeder Befassung der Zulassungsstelle mit dem Fahrzeug, z. B. bei Umschreibung auf einen anderen Eigentümer, vorgelegt werden muß. Ein unrechtmäßiger Besitzer kann die Zu­lassung des Fahrzeuges nicht erreichen, weil durch das Fehlen des Briefes der unrecht­mäßige Erwerb des Fahrzeuges auf­gedeckt, die Zulassung verhindert und der Täter gefaßt wird.

Für alle Kraftfahrzeuge, für die nach dem 1. Mai 1934 die erstmalige Zulassung beantragt wird, hat der Hersteller einen Kraftfahrzeug­brief auszufertigen. Ausgenommen bleiben vorläufig Kleinkrafträder. Die Besitzer der früher zugelassenen Fahrzeuge haben den Brief für ihre Fahrzeuge erst auf Anforderung der Zulassungsstelle auszufüllen. Nur die amt­lich ausgegebenen Vordrucke dürfen verwendet werden.

MeFördenmg des Außenhandels

Efge Zusammenarbeit mit Industrie und

Landwirtschaft.

Bremen, 13. April (DNB.) Als Abschluß der Tagung der Außenhandelsstellen in Bremen fand eine öffentliche Vollversammlung statt, auf der der Leiter der Außenhandelsstelle Weser-Ems in Bremen

/en rtlor Ergebnisse der Tagung bekanntgab: Erstes Ziel der deutschen Handelspolitik muß die Vergrößerung des Gesamtvolumens unser es Güterverkehrs mit de m Aus - lande fein. Es wäre aber falsch, eine Steigerung ber Ausfuhr um jeden Preis erringen zu wollen Sfe muß vielmehr der gesamten deutschen Dolks- wirtschaft zum Nutzen gereichen. Dabei muß das handelspolitische Verhaltms zu den einzelnen Län­dern icmeils den Erfordernissen unseres Wirtschafts­verkehrs mit ihnen angepafet werden. Ein allgemein wirkendes handelspolitisches Prinzip (Meistbegünsti- gung) ist nicht mehr anwendbar. Ausfuhrindustrie und Ausfuhrhandel, künftighin gemeinsam werden einen gemeinsamen Ausschuß bitten, der Richtlinien feftlegt, nach denen künftig Gearbeitet werden soll. Die Außenhandels- stellen werden über die Wirtschasts- und Marktoerhältnisse bestimmter Län- dergruppen in Gemeinschaft mit den übrigen beteiligten Vertretungen der Wirtschaft beraten und die notwendigen Maßnahmen Vorschlägen.

Die bestehenden Wirklichkeiten zur Finanzie­rung der deutschen Ausfuhr entsprechen nicht den gegenwärtigen Erfordernissen. Die Vornahme von Rediskontierungen seitens der Banken bei der Reichsbank und der Golddiskontbank muß er­leichtert werden. Das gleiche gilt für ein grö­ßere» Entgegenkommen der Reichsbank hinsichtlich der Kurssicherungstratten. Darüber hinaus ist es schon im Interesse der Arbeitsbeschaffung, erforder-' lich, daß zur Hergabe von Krediten Reichsaarantien zur Verfügung gestellt wer- Hen

Senator Bernhard erklärte in feiner Schluß­ansprache u. a. in voller Würdigung der Tatsache,

Berlin, 13. April (DNB.) Reichsbischof Ludwig Muller und das Geistliche Ministerium der Reichskirche, in das nunmehr, wie Donnerstag gemeldet, Ministerialdirektor Jäger berufen wurde, haben gemeinsam eine Botschaft erlassen, durch die die Situation für den deutschen evangelischen Christen nunmehr insofern klar ist, als er weiß, daß der äußere Rahmen seiner Kirche allen Feinden und Widerständen zum Trotz festgefügt wird. In diesem festgefügten Rahmen ist Raum für die Er­haltung des Bekenntnisstandes und des Glaubens­gutes der evangelischen Christen in allen bestehenden Ausprägungen. Die Botschaft hat folgenden Wort­laut:

Mik dem nallonakfozialistischen Aufbruch im beul- fchen Volke, das zu den Urquellen seines Lebens zurückgefunden hol, ist auch die evange­lische Kirche in Bewegung geraten. Die das deutsche Volk bewegenden Fragen sind als Forderung in die Kirche gedrungen. 3m Zuge der Entwicklung entstand in der Evangelischen Kirche harter Streit Neben dem Kampf um geist­liche Dinge brach bei der äußeren Umformung der Kirche ein Kampf um äußere Ord­nung, um Disziplin und Führung aus. Unglücklicherweise wurden diese verschiedenen Aus­einandersehungen vielfach miteinander verquickt. Der Streit um geistliche Dinge wurde auch mit kirchenpolitischen Machtmitteln und der Kampf um die äußere Ordnung mit geistigen Argumenten ausgefochten. Geistliches Ringen folgt eigenem inneren Gesetz. Mit äußeren Mitteln soll

und kann nichts entschieden werden. Aber eine feste äußere Ordnung hilft, daß um un­seren Glauben wirklich nur geistlich gerungen wird. Darum ist es notwendig, unter Vermeidung von Glaubens st reitigkeiten zunächst die äußere Ordnung der Deutschen Evange­lischen Kirche zu festigen und auszubauen.

Vor Inangriffnahme dieser Aufgabe hat der Reichsbischof unter Zustimmung des Geistlichen Ministeriums den Ministerialdirektor und Leiter der Evangelischen Angelegenheiten im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volks­bildung, Jäger, unter seinem Verbleiben in die­ser staatlichen Dienststelle als rechtskundiges Mitglied in das Geistliche Ministerium berufen. Es wird die verantwortliche Aufgabe des rechtskun­digen Mitgliedes im Geistlichen Ministerium fein, in Fortführung des verfaffungswerkes des Jahres 1933 die organifatorifchen Fragen der Kirche der Lösung zuzuführen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, unter voller Wahrung des Bekenntnis st andes und desGlau- bensgutes unserer Kirche, wie es in den ein­zelnen Gauen Ausprägung gefunden hat, unter Berücksichtigung auch des geschichtlich ge­wordenen Eigenlebens die angebahnte rechtliche Einheit in der Deutschen Evangelischen Kirche zu vollenden.

Berlin, den 13.April.

Der Reichsbifchof: (Gez.): Ludwig Müller.

Nan-noien.

Wenn jetzt jeweils am Freitagabend der deutsche Rundfunk einen politischen Kurzbericht sendet, so will er sich nicht nur an das deutsche Volk wenden. Die Welt soll über die politische Lage in Deutschland unterrichtet wer­den und das erscheint heute notwendiger denn je. Denn immer noch ist ein großer Teil der Welt- presse weit davon entfernt, dem deutschen Volk Ge­rechtigkeit zuteil werden zu lassen. Deshalb ist der erste politische Bericht des deutschen Rundfunks, den der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels selbst gab, auch nach Afrika in deutscher und englischer Sprache, nach Südamerika in Deutsch, Spanisch und Portugiesisch, nach Nordamerika in Deutsch und Enalisch und nach Ostasien in Deutsch, Französisch und Englisch durch unseren Kurzwellen­sender verbreitet worden.

Dr. Goebbels hat gleich am Anfang seiner Rund­funkansprache das Kernproblem dieser Aufklärungs­arbeit gekennzeichnet, indem er es mit Recht als geradezu kleinlich, um nicht zu sagen lächerlich charakterisierte, wenn ein Teil der Auslandspresse auch jetzt noch versucht, die Erfolge der neuen deut­schen Politik zu bagatellisieren. Diese Erfolge spre­chen für sich, und nur derjenige, der die Verhält­nisse im neuen Deutschland nicht kennt oder ab­sichtlich die Augen verschließt, kann diese Erfolge ableugnen. Plastisch hat Reichsminister Dr. Goeb­bels den Unterschied zwischen der Lage, in der sich Deutschland noch vor zwei Jahren befand, hervor­gehoben und demgegenüber die tatsächliche Situation von heute gestellt. Lähmender Pessi­mismus, von dem alle Stände und Schichten be­fallen waren, das war die Situation, in der sich Deutschland vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus befand. Heute aber haben wir überall Aktivität zu verzeichnen. Die ganze Nation ist, wie Dr. Goebbels betonte, von einer unbändi­gen Schöpferkraft erfüllt.

Die Rundfunkansprache brachte auch noch einmal zum Ausdruck, daß die nationalsozialistische Bewegung anstelle der alten Parteien, die endgültig beseitigt sind, die alleinige und ausschließliche Führung und Verantwortung übernom­men hat. Dabei erklärte er klar und deutlich: Es gibt nurnoch eine deutsche Presse. Damit ist von der für dieses Problem besonders zuständigen Stelle noch einmal das Urteil des Duisburger Land­gerichts unterstrichen worden, das kürzlich die katholische Presse als eine überflüssige Erscheinung bezeichnete. Dabei hat Reichsminister Dr. Goebbels die Feststellung, daß es nur noch eine deutsche Presse gibt, dadurch erläutert, daß er erklärte, es gäbe in Deutschland weder eine Arbeiter- noch eine Bürger-, weder eine protestantische noch eine katho­lische Presse, und zu gleicher Zeit im übrigen aus­drücklich den Schutz der Betätiaungsfrei- heit der Konfessionen auf den ihnen zu- geroiefenen Gebieten, nämlich dem religiösen, zu proklamieren. Mit souveräner Handbewegung konnte im übrigen Dr. Goebbels die groteske Betriebsarn- keÜMvn einigen Dutzend Stänkerern, die im Lande umhergehen, abtun, um dann festzustellen, daß an der sieghaften Kraft des Nationalsozialismus nicht mehr zu rütteln ist.

Den Schlußakkord der bedeutungsvollen Ansprache bildete der Appell an die Welt, Wohlfahrt, Glück, Festigkeit und Aufstieg zu sichern. Dr. Goebbels konnte auf den guten Willen Deutschlands zur Mit­arbeit an diesem edlen Ziele Hinweisen, allerdings nur unter den bekannten Voraussetzungen der Sicherung der deutschen Ehre und der deutschen Gleichberechtigung, der Vor­aussetzung für eine erträgliche Lösung der inter­nationalen Probleme. Erneut ist hier der Friedens­wille des deutschen Volkes zum Ausdruck gekommen. Darum geht es schließlich bei der neuen Aufklä­rungsaktion des deutschen Rundfunks so wie sie am Freitagabend durch den Reichspropagandaminister eingeleitet worden ist. Darum nämlich, daß die Welt ohne Verzerrung von dem erfüllt wird, was das deutsche Volk wirklich will, den Geist spürt, der das gai^e Deutschland erfaßt hat. So hat die neue Einrichtung der politischen Kurz- berichte im Rundfunk mit dieser Rede einen glück­haften Anfang genommen. Das deutsche Volk hat keinen sehnlicheren Wunsch, als daß diese Aufklä­rungstätigkeit dazu beitragen möge, der Welt ein Bitt von dem reinen Wollen des neuen Deutsch­lands und feiner Führung zu geben. Wahrheit und Klarheit das sind die Ziele dieser Aufklärung.

Um das österreichische Konzentrationslager Wölkersdorf, dessen skandalöse Beschaffenheit in gesundheitlicher Hinsicht Aufsehen in der ganzen Welt erregt hat, und über das dann von amtlicher Wiener Seite beruhigende, aber wenig überzeu­gende Erklärungen herausgeZeben wurden, ist es eitdem wieder recht still geworden. Die von aus- ländischen Zeitungsleuten geforderte und in Aus­sicht gestellte Besichtigung des Lagers hat noch immer nicht statt gefunden. Die inter­nationale Presse hat also reichlich Gelegenheit, interessante Parallelen mit der Haltung der reichs­deutschen Behörden in dieser Frage zu ziehen. Sie wird auch das angeblich sogute Gewissen" der für die Zustande in Wollersdorf verantwortlichen Her­ren in einer Weise beurteilen können, die für die Betreffenden nicht sehr schmeichelhaft ist.

Was deutschfühlende Volksgenossen in Oesterreich noch immer zu erwarten haben, zeigt mit wün­schenswerter Schärfe der von Heämwehrleuten be­gangene Mord an dem Salzburger 5la- tionalsozialisten Georg Lindner, der auf seinem abendlichen Heimweg heimtückisch über­fallen wurde, das zeigt auch die anscheinend ge­lungene Flucht eines anderen National­sozia l i st e n a u s dem Innsbrucker Ge- f ä n g n i 5, bie ja keineswegs einen Einzelfall darstellt. Sie alle wissen scheinbar ganz genau, welches gefährliche Schicksal ihnen in österreichischer Gefangenschaft blühen kann. Wenn einer Ruhr oder Scharlach gehabt hat, weiß er, daß er es nur einem günstigen Zufall zu verdanken hat, wenn er mit dem Leben baoongefommen ist. Zu biefem Bitte paßt bie Unterdrückung jeder deutsch- und selbstbewußten Mei­nungsäußerung, für die das Verbot der WienerNeuesten Nachrichten" und desOester- reichifchen Beobachters" ein sprechendes Beispiel ist. Solche Aeußerungen eines politischen Kraft­meier tums können heute keinen ausländischen Be­obachter mehr über die wachsenden inneren Schwierigkeiten ber österreichischen Regie­rung hinwegtäuschen.

Der Weg in die Zukunft, den bie jetzige Staats­gewalt gehen möchte, liegt noch völlig im Dunkeln, er läßt auf den flüchtigen Blick so viele Abzweigun­gen erkennen, baß auf die jetzt häufig und gern gestellte FrageQuo vadis Austria?" wohl noch auf lange hinaus keine endgültige Antwort ge­geben werden kann. Diejenigen, bie Licht in biess

daß bie Lanbwirtschaft die Grundlage einer neuen AußenHandelspolitik sein müsse, haben wir den Reichsbauernführer D a r r gebeten, an dem Neuaufbau der deutschen Außen­handelswirtschaft m i tz u a r b e i te n. Seine Aus- führungen haben bewiesen, daß im Staate 21bol: Hitlers Bauer und Kaufmann Schulter an Schulter um den Wiederaufbau der Wirt­schaft und damit auch des Außenhandels kämpfen.

Neuer Terror gegen das Memeldeuischium. Jede kulturelle Beziehung zum Reich wird unterbunden.

K o w n o , 13. April. (DNB.) Die Litauische Tele­graphenagentur berichtet über weitere Maßnahmen gegen das Memeldeutschtum. So sind auf Verfü­gung des Bezirksgerichts in Schaulen drei frühere Mitglieder der aufgelösten Sozialistischen Volksge­meinschaft des Memelgebietes verhaftet worden. Weiter ist eineganze Sturmabteilung", bestehend aus 12 Personen und ihrem Führer, Lehrer Franz Ulrich, die der ebenfalls aufgelösten Christlich-Sozia­listischen Arbeitsgemeinschaft angehörten, verhaftet worden. Eine Haussuchung bei den Verhafteten soll belastendes Material ergeben haben. Nach ihrer Vernehmung wurden die Verhafteten in das litauische Gefängnis von Bajohren eingeliefert.

Der Memelgouverneur hat den reichsdeutfchen Lehrern Lenoweit und Hans Melle die Arbeits­genehmigung entzogen und den Landes­präsidenten des Memelgebietes aufgefordert, diese beiden Lehrer sofort' aus dem Dienst z u entlassen. Angeblich sollen sich Lenoweit und Melle gegen die litauischen Staatsinteresien vergan­gen haben. Ferner hat der Gouverneur bie memel- ländischen Sport- und anderen Vereini-

würde. Wie verlautet, sollen bie Frontkämp­fer bei ihrer Unterredung mit dem Ministerpräsi­denten in verschiedenen Punkten nur deshalb nachgegeben haben, weil nicht nur ber Pen­sionsminister und der Finan,zminister, sondern auch ber Ministerpräsident mit dem Rücktritt ge­droht hätten, falls die Frontkämpfer sich hart­näckig zeigen sollten.

Die Regierung ist entschlossen, das Funktionieren der öffentlichen Betriebe sicherzustellen. Sie wird keine Kundgebung zulassen, die die ö ff entlief) e Ordnung stören könnte. Als erste Strafmaßnahme hat ber Postmimster einen A u f- sichtsbeamtenund 28 T e l e g r a p h e n b e - amte wegen zeitweiser Arbeitseinstellung ihres Amtes enthoben.

Minister und Parlamentarier belastet

Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Durch die Aussage, die ein Pariser Gerichtsrat, der mit dem ermordeten Gerichtsrat Prince befreundet war, am Freitag vor dem parlamentarischen Stavi- s k y - A u s s ch u ß gemacht hat, wurde der frühere Justizminister Senator Ren6 Renault stark be­lastet. Der Zeuge behauptete, daß Renault im Jahre 1925 bei der Pariser Staatsanwaltschaft Schritte zur Aufhebung eines gegen Staoisky erlassenen Haftbefehles unternommen habe. Die Staatsanwaltschaft sei mißtrauisch gewor­den und habe damals diesen Versuch durchkreuzt. Auch der radikale Abgeordnete Hesse und ber frühere Generalstaatsanwalt Pressarb kamen bei dem Verhör schlecht weg, obwohl positive Anhalts­punkte nicht zu gewinnen waren. Soviel scheint je­doch sestzustehen, daß zwischen Pressard und Prince eine erbitterte Feindschaft herrschte, über deren Ursachen die Ansichten auseinandergehen.

gun gen au f ge f ori) ert, bie Ausländer es handelt sich hier in der Hauptsache um Reichs­deutsche die führende Stellungen in diesen Organisationen einnehmen, auszuschließen. Ebenso haben die Sportorganisationen, bie mit deutschen Verbänden Beziehungen unterhielten, ihre Verbindungen mit reichsd.eut- schen Organisationen lösen müssen. Der Memeler Sängerbund, dem 21 Gesangvereine ange­hören, hat sich gezwungen gesehen, seine Bezeichnung als Mitglied des Deutschen Sängerbundes aufzu­geben. Auch mehrere Jugend- und kirchliche 'Or­ganisationen haben ihre Beziehungen zu ähnlichen deutschen Organisationen abbrechen müssen.

Ein erster Erfolg des deutschen Protestes.

Die Karikatur des Reichskanzlers aus der Prager Ausstellung entfernt.

Prag, 14. Aprll. (DND.-Funkspruch.) Wie die Lidooe Novini" melden, hat die Verbalnote des Prager deutschen Gesandten Dr. Koch in der Ange­legenheit der Karikaturenausstellung Manes das Ergebnis gehabt, daß Minister Dr. Krvfta seiner Umgebung erklärte, er könne sich nicht in eine künstlerische Angelegenheit, wie sie die Ausstellung darstelle, e i n m i s ch e n. Krofta habe aber durch die Vermittlung eines Beamten des Außenministeriums den Verein Manes ersucht, aus dem Ausstellungsfenster bas Bild des Reichskanzlers Hitler zu ent f er- n e n, das vor allem den Anlaß zu dem deutschen Schritt gegeben habe. Das Blatt bemerkt dazu: Die Entfernung des Bildes stellt lediglich ein Entgegen­kommen der Ausstellungsleitung dar. Ein neues Karikaturenarrangement mit Stalin, Dollfuß und einheimischen Politikern wurde veranstaltet. Im Innern der Ausstellung hat man nichts geändert.

Oie Sanierung der Staats­finanzen in Frankreich.

Die Kürzung der Frontkämbserstensioneu.

Paris, 13. April. (DNB.) Ein Kabinettsrat hat beschloßen, die Sparmaßnahmen, bie bie ehe­maligen Frontkämpfer betreffen, durch Ver­ordnungen mit sofortiger Wirkung in Kraft zu setzen. So viel bekannt, ist dem Wunsche ber ehe­maligen Frontkämpfer entsprachen worden insofern, als die Pensionsansprüche weiterhin restlos durch PJr.m5L1.5 gedeckt werden. Nicht erfüllt ift bie Forderung ber ehemaligen Front­kämpfer, die 3prozentige Pensionskürzung erst su1» 1 9u[ir an in Anwendung zu bringen; ?le .Zi \eIun{L auf dem Standpunkt, daß sie ?^zägerung die Gesamtwirkung des von tgr befchlosienen Sanierungswerkes gefährden

Das politische Programm der Frontkämpfer.

Der Führer der Feuerkreuzler vor dem Urttersuchrrngsausschutz.

Paris, 14. April (DNB.-Funkspruch) Der par­lamentarische Ausschuß zur Nachprüfung der Pariser Februarunrul)en verhörte am Freitag den Vors­itzenden ber FrontkämpfervereinigungFeuerkreuz", Oberst a.D. de la Rocque über die politische Einstellung seiner Gruppe. Er bezifferte seine An­hänger auf 17 000 in Paris und 33 000 in der Provinz und erklärte, keine Beziehungen zur Royalistischen Action Fran^aise zu unterhalten, da er Republikaner sei. Don jener politischen Partei, deren hervorragendster parlamentarischer Vertreter T a r ö i e u ist, habe er inanzie11 e Angebote erhallen, sie jedoch ibgelehnt. Der Zeuge bekannte sich zu der Aus- assung, daß ausschlaggebend für ein Land die moralischen Kräfte seien, bie sich notigen- alls materiell auswirken müßten. Aber die Sage in Frankreich sei jedoch sehr verschieden von der in Italien und Deutschland. Er glaube, daß sich gegen­wärtig eine innerfranzösische Aussöh­nung im Zeichen der Trikolore anbahne, die jedoch mit Faschismus nichts zu tun habe. Der französische Dolkscharakter sei nicht für die faschistische Lösung geschaffen. Seine Gruppe unterhalte keinerlei Beziehungen zu faschistischen oder nationalsoziallstischen Verbänden.

Ein einheitlicher Neichswetterdienst.

Berlin, 13. April. (DNB.) Die Verordnung über den Reichswetterdienst bestimmt, daß die sämtlichen Aufgaben des Wetterdienstes zum Ge­schäftsbereich des Reichsministers der Luftfahrt gehört. Von dieser Regelung bleiben unberührt bie Lehr- und Forschungsaufgaben der Hochschulinstitute. Der Reichsminister der Luftfahrt übernimmt die Betreuung ber ge­samtenangewandten Meteorologie", die den Flug-, Wirtschasts-, See-, Höhen- und Klimawetterdienst umfaßt. Der Seewetterdlenst, der bisher von dem Reichsverkehrsminifter verwaltet und von der Deut­schen Seewarte in Hamburg ausgeübt wurde, geht nunmehr einschkießlich der Seewarte selbst auf den Reichsminister der Luftfahrt über. Der Wirt-" schafts- und Klimawetterbien st, ber bisher von den einzelnen fiänber- bzw. stäbtischen Instituten versehen wurde, obliegt nunmehr eben­falls dem Reichsminister der Luftfahrt. Damit ist bie Grundlage zu einem einheitlichen Reichswetter­dienst geschaffen. Neben der Vereinfachung ber Verwattungs- und Betriebsführung wird Doppel­arbeit vermieden und eine Verminderung ber Kosten erzielt.