Weisse und gesunde Zähne
ehabt
Aus aller Well
den den aus
Der Verteidiger verlas dann einen Brief, den die Zeugin Werther an den Gauleiter von Unterfranken gerichtet hat und in dem sie das ganze Vorkommnis als e l n rein kommuni ft isches Attentat darstellt. Da der Verteidiger wegen der Anschuldigung. Liebig sei kommunistischer Spitzel gewesen. Strafanzeige erstattet hat, machte Frau Wer- ther von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch. Der Verteidiger erinnerte dann die Zeugin daran, dah ihr Sohn einmal geäuhert haben soll: „So ein Kerl gehört über den Haufen geschossen!" Diese Aeutzerung habe sich aus den Hauptmann bezogen. sie sei gefallen anläßlich eines Holzverkaufs zu ganz besonders niedrigen Preisen, über den sich der Baron sehr aufgeregt habe. Vie Zeugin wollte von dieser Angelegenheit nichts mehr wissen.
les gab dann der Sachverständige Dr. Heß. Abteilungsleiter der Kriminalpolizei des städtischen chemischen llntersuchungsamtes Stuttgart ein Gutachten darüber ab, ob die dem Institut übersandten beiden am Tatort gefundenen hülfen und Gefchosfe sowie die übersandten scharfen Patronen aus der Mehrladepistole Sy st em Walther Modell 1 Kaliber 6,35 abgefeuert worden sind bzw. dazu gehören. Der Sachverständige gab zwei Gutachten ab. Das erste wurde abgefaßt ohne Kenntnis davon, dah es sich um eine solche Pistole handelt. In dem Gutachten heißt es u. a.: Wir haben aus der übersandten Walther-Pistole Modell 1 Rümmer 22 805 (aus dem Besitz Liebigs stammend) geschossen und die verfeuerten Hülsen und Geschosse mit den am Tatort gefundenen beiden hülfen und Geschossen mikroskopisch verglichen. Das Zündhütchen der Vergleichs, und Tathülsen zeigt hierbei so große, äußer st charakteristische und identische Spuren, daß mit aller Sicherheit gesagt werden kann, dah die am Tatort gefundenen beiden Hülsen Kaliber 6,35 aus der Walther-Pistole
Rr. 22 805 verfeuert worden sind.
Der Sachverständige wurde gefragt, ob es möglich sei, daß sichFrauWertherdie Schüsse selbst beigebracht haben könnte. Er gab an, daß der Schuß an der rechten Wange von einer Rechtshänderin schwierig sei. Möglich sei natürlich der linke Schulterschuß. Dagegen habe er Bedenken, ob es möglich sei, die Hände so durch.zuschießen, wie sie durchschossen sind. Er glaube eher, daß der Durchschuß an der rechten Hand und die rechte Wangenwunde von ein und demselben Schuß herrühren. Er hält auch die Möglichkeit, daß Frau Werther mit ihrem Revolver A l a r m s ch ü s s e abgegeben habe, wegen der damit verbundenen Kraftaufwendung und angesichts der Verletzungen der Hand kaum f-ü r g e g e b e n. Die Verhandlung wurde dann auf Samstag vertagt.
Das Gutachten des Schießsachversiändigen im Mrdprozeß Wallershausen.
Aus der Pistole Liebigs wurde in der Mordnacht bestimmt geschossen.
Der aus der haft vorgeführte Zeuge Vincenz Lippok, der Ehemann der Zeugin Rosa Lippok, war vier Jahre lang Kraftwagenführer und Diener bei dem Wertherschen Ehepaar in Waltershaufen. Der Verteidiger Liebigs hat gegen ihn Strafanzeige wegen Beteiligung an den Einbrüchen im Schloh gestellt. Der Zeuge erklärt, dah er vom 6. September 1926 bis zum 1. 2Hai 1930 im Schloh tätig gewesen sei und seinen Dienst wegen der Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse der Familie Werther aufgegeben habe. Auf die Frage, ob der Zeuge mit Frau Werther ein Verhältnis gehabt habe, antwortete Lippok mit Rein. Ferner erklärte er, dah er bei Frau werther niemals eine Waffe gesehen habe. Lippok berichtete bann, wie er in seiner neuen Stellung in Berlin von der Worbtat in Woltershausen gelesen Hobe, und sofort den Ent- schluh gefaht habe, dorthin zu fahren, um Frau Werther beizustehen. Liebig habe er nicht gekannt. Von dem ersten Einbruch in das Schloh habe er erst nach feiner Ankunft in Woltershausen erfahren. Er Hobe dann auch Frau Werther im Krankenhaus in Schweinfurt besucht, aber mit ihr nicht über die Wordtat gesprochen. Auf die Frage, ob er an dem Zweiten Einbruch oder etwa an dem Word beteiligt gewesen sei, antwortete der Zeuge mit einem entschiedenen Rein.
Zu der Behauptung von Frau Lippok, ihr Mann habe ihr bei seinem Besuch erklärt, er sei bereits am Morgen nach dem Mord in Woltershausen eingetroffen, erklärte Lippok, daß sich seine Frau täuschen müsse, da er doch erst am Morgen nach dem Morde das Verbrechen aus
der Zeitung erfahren habe. Die Frau blieb aber bei ihrer Aussage.
Unter ungeheurer Spannung des ganzen 5aa-
Farnllienzuwachs im Hause Goebbels.
Frau Magda Goebbels, die Gattin des Reichspropagandaministers, wurde am Freitagnachmittag von einem Mädchen entbunden.
Seit 14 lagen im Hochgebirge verrniht.
In Triest werden seit etwa 14 Tagen zwei Studenten, die von Görz (Isonzo) aus zu einer Bergtour ins Hochgebirge aufgebrochen waren, vermißt. Auf die Nachricht hin, daß von dem Berge Iaoorek aus L i ch t s i g n a l e bemerkt worden seien, die man mit den vermißten Studenten in Verbindung bringen zu können glaubt, sind Hilfskolonnen von Triest aus aufgebrochen, die aber wegen des schwierigen Geländes und des hohen Schnees nicht zu ihrem Ziele kamen. Daraufhin sind jetzt zwei Flugzeuge gestartet, die mit Hilfe einer von Triest aus aufgebrochenen Abteilung Alpinifoldoten weitere Nachforschungen anstellen.
Armer Arbeiter in Luzern erbt 3 Millionen Dollars.
Wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, hat ein in Luzern wohnender Tessiner Arbeiter aus Amerika die Nachricht erhalten, daß ihm seine verstorbene Tante einDermögenvon3Mil Ito 6 nen Dollars hinterlassen hat. Das sind über 9 Millionen Schweizer Franken. Der Arbeiter lebte in dürftigen Verhältnissen und hat Frau und zwei Kinder.
Zuchthaus für eine Kindesentführung. — Trauriges Schicksal eines kleinen Wadchens. Die Große Strafkammer V des Hamburger Land, gerichts hatte sich mit einer Kinde s e n t f u h - rung zu befassen, die vor längerer Zeit in der breiten Qeffentlichkeit berechtigtes Aufschen erregte. Aus Los Angeles in den Vereinigten Staaten kam die Meldung, daß dort ein kleines Mädchen aus Hamburg aufgegriffen worden sei, das aus feiner Heimat entführt war Es befand sich in Begleitung eines reichlich fragwürdigen älteren Mannes namens Dathe, der in XSo»
Angeles wegen Paßvergehens festgenommen wurde. Die amerikanischen Behörden schoben ihn nach Deutschland ab. In Bremerhaven wurde er sest- genommen und unter Anklage gestellt. Die Grpße Strafkammer erkannte auf iVz Jahre Zuchthaus und Unterbringung in einer heil- und Pflegeanstalt. — Die Art, wie der Angeklagte zu dem Kinde gekommen ist, ist höchst eigenartig. Er suchte ein Kind als eigen anzunehmen. Auf seine Zeitungsanzeige meldete sich der Vater der kleinen Hedwig, der von seiner Frau geschieden ist. Die Verhandlung zwischen den beiden Männern endete damit, daß der Vater sein Kind dem Dathe gegen eine „Empfangsbestätigung" übergab. Dathe reifte mit dem Kinde nach Barcelona und verschaffte sich durch Betteln, wobei ihm das Mädchen behilflich sein mußte, den Lebensunterhalt. Don dort ging es über Genua nach Konstantinopel, wo man ihn und das Kind aber bald wieder abschob. In Mün- chen'lebte er längere Zeit von Wohlfahrtsunterstützung. Schließlich reifte er über Amsterdam nach Ecuador. Da er dort wegen des Bettelns des Kindes den Unwillen der deutschen Kolonie erregte, ging die Wanderung über Kolombien und Mexiko nach Los Angeles. Das Leben des 49jährigen Mannes ist das eines Landstreichers und Vaganten. Er ist schon überall in der Welt gewesen und spricht sechs Sprachen. Aber seine Angabe, er führe den Professor- und Doktortitel mit Recht und sei Lektor für die spanische Sprache an einer amerikanischen Universität, ist zweifellos unwahr.
12 Jahre Zuchthaus für Körperverletzung mit Todeserfolg.
Das Dortmunder Schwurgericht verurteilte 26jährigen Metzger Fritz Hunscheid unb 25 Jahre alten Schweißer Jnderwisch Dortmund-Marten wegen Körperverletzung mit To- beserfolg zu Je 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Angeklagten, die früher der SA. angehörten, aber nach der Tat sofort aus ber
-Nnfternis bringen könnten und sollten, Hullen sich in tiefstes Stillschweigen. Sie haben allerdings auck alle Ursache dazu, denn weder ist die Frage der Inkraftsetzung der neuen V e r f a s - fung, noch die der zukünftigen Stellung und Bestellung des Bundespräsidenten, noch die der Verteilung der Ministerposten in dem umzubildenden Kabinett bisher unter den widerstreitenden Interessenten einer annehmbaren Lösung zugeführt worden. Die Heftigkeit der inneren Auseinandersetzung wird verständlich, wenn man bedenkt, daß die kommende Spitze des Staates, also der Bundespräsident, mit Vollmachten ausgerüstet werden soll, die den Begriff des „autoritären Regimes" verdienen. Allerdings nur äußerlich. Die innerliche Rechtfertigung ihres Daseins wird der formalen Staatsgewalt solange fehlen, als ihre Autorität nicht aus dem Volke stammt, sondern aus dem Ehrgeiz und der Eigenliebe der gegenwärtigen Machthaber. „Volkswahl" aber ist in Wien ein unbekanntes Wort.
Schiffahrtsstreik in Dänemark.
Kopenhagen, 13. April. (DNB.) Infolge eines ungesetzlichen Streiks der Schiffsheizer und Matrosen ist der inländische Schiffsverkehr zum größten Teil ftiUgelegt worden. Zu dem Streik in der Schiffahrt gesellt sich auch der Streik des in Hotels, Restaurants usw. beschäftigten Küchenpersonals. An dem Streik nehmen etwa 400, zum größten Teil Köche und Köchinnen usw. teil. Am Freitag haben nur vier Schiffe Kopenhagen verlassen. In Esbjerg haben die Hafenarbeiter beschlossen, am Samstag nicht zu arbeiten. Die Organisation der Heizer und Matrosen sind zur Zahlung beträchtlicher Entschädigungen an die Arbeitgeber verurteilt worden. Sollten sie der Zahlungsaufforderung nicht Folge leisten, wird ihr Vermögen beschlagnahmt werden, was schließlich zur A u f - lösungder Verbände führen muß. In Kopenhagen ist es zu Zwischenfällen zwischen Polizei und Streikenden gekommen, wobei 32 Personen verhaftet wurden.
Oer Maler Schulze gesteht den Handgranatenanschlag Unter den Linden. Berlin, 13. April. (®BB.) Der Polizei- Präsident in Berlin gibt bekannt: Der Waler Erwin Schutze, der sich unter dem dringenden Verdacht, den Handgranatenanschlag Unter den Linden am 21. Wärz 1934 ausgeführt zu haben, seit dem 1. April 1934 i n haft befindet, hat die Tat eingestanden. Das Geständnis bestätigt die am 12. April bekanntgegebene Veröffentlichung, dah die Handgranate aus dem Dachgeschoß des Hauses Unter den Linden 75 bis 76 geworfen worden ist. Nähere Einzelheiten können im Interesse der weiteren Untersuchung noch nicht bekanntgegeben werden.
Kunst und Wissenschaft.
Die fünste Partie im Kampf um die Schachweltmeisterschast.
In Dillinaen wurde am Freitagabend die fünfte Partie des Kampfes um dieSchach-Weltmei- fterschaft gespielt. Dr. Aljechin als Nachziehender hatte sich überraschenderweise nochmals dazu herbeigelassen, das Damengambit, das Logo ljubow anbot, anzunehmen. Der deutsche Meister wollte allen Verwicklungen aus dem Wege gehen, und es kam daher recht frühzeitig zum Damentausch. Er steuerte also zeitig einem Endspiele zu, in dem er dank der freien Bewegungsmöglichkeit seiner Figuren die besseren Aussichten hatte. Aljechin verschaffte sich gutes Endspiel und kam in den Besitz einiger freien Limen, Bogo- ljubow spielte vielleicht nicht recht genau, und da der Gegenangriff des Weltmeisters bedrohliche Formen anzunehmen schien, mußte Bogoljubow einen Bauern abgeben. In der Abbruchstellung hatte Dr. Aljechin einen Bauern mehr, dafür hatte aber Bogoljubow zwei Läufer und Turm gegen Zwei Springer und Turm. Aljechin hat vier, Vogoljubo drei Bauern. Das Endspiel ist sehr schwer zu beurteilen. Man vermutet, daß es unentschieden enden wird. Die Partie wird am Samstagmittag Ton-
^Deutsche Frühjahrs-AussteUung Darmstadt 1934.
Die Vorbereitungen zu der Deutschen Frühjahrs- Aus st ellunq Darmstadt sind soweit gediehen, daß das Zustandekommen einer künstlerisch ungewöhnlich hochstehenden A" : fteüung feststeht. Die Räume des Olbrichbaues auf der Mathildenhöhe sind nicht so groß, daß Mass ausstellungen möglich sind. Der umfang der fteUung wird nur mittelgroß sein und daher bi sucher nicht durch ein Allzuviel evnuden Wenn aber die diesjährige Veranstaltung
Stils genannt wird, so rechtfertigt sich diese Beze^ nung sowohl aus dem weita usgresteuden Prog wie auch durch die Beteiligung führender * und gediegensten Könner aus allen deutschen au mit auog-wählt-n Hauptwerken. ?ie, deutscher Art und Gediegenheit .st m teter‘ einseitig gedacht, sie gibt J>eng J*Iid)l,r, ften Anschauungen vollen ©pielraunt en-
weise sind auch die Anmeldungen aus l ^uch
geren Heimatsgebiet so Zahlreich erf 6 . b6 er der Gau Hessen-Nassau im Gesamtbild oe^ Kunst in Ehren bestehen ^.st^na bestimmten fischen Künstlern für die Ausstellung Arbeiten sind bis 18. April emzuliefern.
Polo Regri heiratet mal wieder.
Wie der .Newyork Daily Mirror mtttei Filmschauspielerin Po l ° Ne einmal zu ver- tuen gefahren, um e Chikagoer
heiraten, und zwar dieses Mai mu Millionär Mc. Corrnick. Antarktis.
Drahtlose Uebertragnngenaus de ^Sdms- Die brtti che Rundfunkgesell) ft m ä) Der uch tag um 23.30 Uhr zum ersten Mate v Marttis, einer drahtlosen Uebertragung a erlauben,
Falls es die atmosphärischen Beo ^6 H Samstag- wtrb der englische Munbfunftg« ■ c b e r der abend in der Lage fein, ^x^xaV5 S9rb Polarexpeditrondes, über eine von dem Lager in Klein- englischen
Entfernung d o n 11 Sendung wirb Meilen sprechen zu „ach Buenos
mittels Kurzwelle von der Balt sch v> übermittelt.
Aires und von hort weiter nad) Engi»« ,c<iget
Auch acht Hunde aus dem „Tsch i gerettet. , . ,
Die letzten f'4'„ WUMM auf ba, Festland gebracht.
DNB. Schweinfurt, 13. April. Zu Beginn des achten Verhandlungstages überreichte der Verteidiger, wie beretts gemeldet, eine Reihe von Beweisanträgen. Darin weist der Verteidiger darauf hin, daß auf Schloß Woltershausen tatsächlich bis zum 13. November 1932 eine klein- kalibri ge Pistole vorhanden gewesen sei, die der Pistole von Liebig geglichen habe. Seit dem 1. Dezember aber sei diese Waffe ver» ch w u n b e n. Nachdem bekannt geworden sei, daß Liebig am 30. November auf einen Habicht feine letzte Patrone verschossen habe, habe auch Baron Woltershausen mitgeteilt, daß er ebenfalls eine Walter-Pistole besessen habe, obwohl er früher den Besitz von Waffen abgeleugnet habe. Anschließend stellt ber Verteidiger sodann den bereits mitgeteilten Beweisantrag.
Es entwickelt sich dann eine Auseinandersetzung zwischen dem Verteidiger und Frau Werther über die Feststellung, daß sie in der Mordnacht Karl Liebig ganz genau erkannt habe. Der Verteidiger hält ihr vor, sie habe früher er- klärt, sie habe den Mann nur schattenhaft gesehen. Jetzt wolle sie Liebig ganz genau erkannt haben. Frau Werther bleibt aber bei ihrer Aussage und wiederholt, daß es Liebig gewesen fei. Auf weitere Fragen der Verteidigung wird Frau Werther unruhig unb erklärt: „Herr Rechtsanwalt, ich wünsche Ihnen einmal eine solche Nacht. Danach sollen Sie gefragt werben, was Sie gemacht unb getan hätten. Auch als Mann werben Sie bann nicht mehr alles wissen."
Der Verteibiger erwähnt darauf em Bild der Braut des Liebig, das Hauptmann Werther etwa drei Wochen vor der Mordnacht eigenhändig eingerahmt haben soll. Frau Werther gibt zu, daß der Rahmen aus ihrem Besitz ist, ob ihr Mann bas Bild aber selbst eingerahmt habe, könne sie nicht angeben.
Der Frau Werther würbe weiter von ber Ber- teibigung vorgehalten, baß sie in der Frühe nach ber Mordnacht ausgesagt habe, entweder sei es Liebig oder Dietrich gewesen, der den Hauptmann erschossen habe. Sie erklärte, daß sie an Dietrich gedacht hätte, sei ausgeschlossen. Auch daß es Liebig gewesen sein konnte, habe sie nicht geglaubt, aber sie habe schon vor der Tat Angst und ein Grauen vor ihm empfunden.
Frau Rosa Lippok war zusammen mit ihrem jetzigen Mann, Vincenz Lippok, von dem fie feit 1930 getrennt lebt, auf dem Schloß bedien- ftet Sie gab an, daß die Beziehungen der Eheleute Werther korrekt, wenn auch nicht gerade herzlich gewesen seien. Erst seit 1927 hätten sich Schwierigkeiten bemerkbar gemacht. Hauptmann Werther'habe die Frauen vielfach ohne Rücksicht auf feine Gattin belästigt. Auch ihr habe er wiederholt nahetteten wollen, sie habe sich das aber verbeten, unb bann habe er es unterlassen. Auch eine gewisse Anni aus Würzburg habe sich über Zudringlichkeiten des Hauptmanns beklagt.
Vom Fuhrwerk zu Tobe geschleift.
Dieser Tage bemerkten die Insassen eines Lieser- wagens, der sich auf der Fahrt von Saarburg nach Trier befand, auf Der Steilstrecke im sogenannten ©riesborner Loch ein scheugewordenes, herrenloses Pferd. Beim Absuchen des Geländes fanden sie ein mit Zement beladenes verunglücktes Fuhrwerk, von dem sich das Pferd losgerissen hatte. Schließlich fand man auch die Leiche des Fuhrmannes. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Pferd durch das Bremsen auf der Straße scheu geworden und durchgegangen. Die Verletzungen des verunglückten Fuhrmanns lassen darauf schließen, daß er eine Strecke weit mitgeschleift worden ist.
Schneefall in Kopenhagen.
In den letzten Tagen ist in Dänemark ein starker Temperatursturz eingetreten. Am Freitag früh setzte in Kopenhagen Schneefall ein. Untersuchung der „strahlenden Frau" von Tirana.
Seit einiger Zeit erregte, wie schon berichtet, eine im Hospital von Tirana bei Triest liegenden asthma- kranke Frau namens Monaro das Interesse der wissenschaftlichen Welt. Wie auf Grund der Auslagen zahlreicher Personen, darunter bedeutender Aerzte, einwandfrei feststeht, hat der Körper der schlafenden Frau zur Nachtzeit wiederholt helle Lichtstrahlen ausgestrahlt, die über ber Brust blitzartig aufzucken unb sogleich verschwinden. Frau Monaro weiß von ben Vorgängen nichts. Nunmehr hat ber Präsident der Königlichen Akademie Italiens, der Erfinder Marco ni, den bedeutenden Mediziner Professor Vitali beauftragt, die merkwürdige Erscheinung an Ort und Stelle einer Untersuchung zu unterziehen. Pro- fessor Vitali hat auf Grund einer ersten im Beisein anderer Wissenschaftler vorgenommenen Untersuchung die Richtigkeit der bisherigen Reibungen in vollem Umfange bestätigen müssen. Er stellte fest, daß es sich bei Frau Monaro um eine burchaus normale Person handelt, bie von jeber Hysterie weit entfernt fei unb es energisch ablehne, als Mensch, an bem sich ein Wunber vollziehe, betraget zu werden. Professor Vitali fand, daß Frau Monaro nach dem Auftreten der Strahlung stark be- unruhigt erschien unb ihr Körper heftigen Schweiß absondere: bie Temperatur unb ber Pulsschlag waren höher als normal Die weiteren Ergebnisse ber Untersuchung sind noch nicht bekannt.
Wettervoraussage.
Bewegung ausgeschlossen wurden, hatten im Februar 1933 mit bem Bergmann Beier ohne febe Ursache einen Streit vom Zaune gebrochen und ihn o schwer mißhandelt, daß er nach 15 Stunden seinen Verletzungen erlag. In der Verhandlung bekannte sich Hunscheid offen als schuldig, während Jnderwisch versuchte, von der Tat abzurücken. Der Staatsanwalt hob hervor, daß politische Motive dem Verbrechen nicht zugrunde gelegen hätten. In der Urteilsbegründung wurde die Tat als um so verwerflicher bezeichnet, weil die Täter als SA.-Männer in doppeltem Maße verpflichtet gewesen seien, sich so zu verhalten, daß keinerlei Makel auf die Organisation fiel, der sie angehörten.
Ein 17facher Wörder nach monatelanger Verfolgung in der Wüste gefangengenommen.
Der berüchtigte Wüstenräuber 21 bu Ii 1 deh, ber 17 Morbe auf bem Gewissen hat, würbe nach aufregender monatelanger Jagd durch die Wüste von der englischen Polizei in Palästina gefangengenommen. Die Polizei mußte mit größter List Vorgehen, um ben Räuber zu soffen, ber geschworen hatte, lieber Selbstmorb zu begehen, als sich fangen zu lassen. Bei der Verfolgung spielten neben bem Runbsunk auch Polizeihunde eine große Rolle. Um den Räuber zu täuschen, verkleideten sich mehrere Polizeibeamte als Araber. Schließlich gelang es, Abu Jildeh und seinen Spießgesellen Mustapha Armeet, der ebenfalls mehrere Morde auf dem Gewissen Hot, in einer Höhle einzukreisen. Die beiden Räuber schossen auf bie beiben Beamten, mußten sich aber schließlich ergeben, ohne einen einzigen Beamten verwunbet ober getötet zu haben.
Ein neuer tollkühner HeberfaU des Gangsterführers Dillinger.
Wie aus Warsaw (Indiana) gemeldet roirtb, hat ber berüchtigte, von allen Polizeistationen bes Mittelwestens verfolgte Gangfterführer Dillinger dort einen neuen tollkühnen lieber falt ausgesührt. Dillinger überfiel nur mit einem Begleiter ben Nachtwächter des Ortsgefängnifses und zwang ihn mit vorgehaltener Maschinenpistole, d i e Polizei ft otion z u öffnen. Dort entnahm er vier Panzerweften unb einige Maschinenpistolen und entkam In einem Kraftwagen, obwohl er von fünfzig Polizeikraftwagen verfolgt wurde.
Das Hochdruckgebiet im Novdosten hat sich weiter gekräftigt und läßt kontinentale Luft nach Deutschland ausfließen, anderseits ist im Westen Luftdruckfall eingetreten, wodurch die Storungs- tätigfeit über den britischen Inseln wesentlich belebt wurde. Der hohe Druck läßt zunächst noch das trockene Wetter fortbestehen und dürfte zeitweise Aufheiterung veranlassen. Dabei steigen die Temperaturen tagsüber an, zumal auch an der Vorderseite des Tiefs warme Luft heranbefördert wird. Da sich aber die britische Störung weiter ostwärts aus- zudehnen scheint, ist eine Schönwetterlage für längere Zeit nicht gesichert, vielmehr wird späterhin die Bewölkung zunehmen und auch Niederschlagstätigkeit aufkommen.
Aussichten für Sonntag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, wärmer, noch meist trocken. „
Aussichten für Montag: Weitere Er- wärmung, Bewölkungszunahme, aufkommende Niederschläge.
Lufttemperaturen am 13. April: mittags 9,7 Grad Celsius, abends 8,7 Grad: am 14. April: morgens 8,8 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum 8,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. April abends 9,6 Grad, am 14. April morgens 9,1 Grad Celsius.- — Niederschlag 1 Millimeter.
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Antigen: Theobor Kümmel. DA. III. 34:11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Unwersitats-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
Liebig erklärte, er habe gar keinen Grund ' ' ' Hauptmann Werther zu er- , v p „... Zu ber Anschuldigung bes Privatbetek- tios Lehnert-Berlin, er hätte über auffallenb große Gelber verfügt und damit andere freigehalten, erklärte Liebig, nach zehn Jahren rönne man sich wohl 200 Mark erspart haben.


