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Itr. 62 Drittes Blaff

Gietzeiier Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien)

Mittwoch, U. März I6S-»

SO Jahre Gastwirte-Organisation in Gießen.

Am Montagabend und am gestrigen Dienstag beging die Freie Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend, angeschlossen im Reichseinheitsoerband des Deutschen Gaststätten­gewerbes (REV.), mit schlichten Veranstaltungen die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Die Jubiläumsfeier wurde am Montag mit einem

Begrüßungsabend

im Saale des Katholischen Vereinshauses eingeleitet. Der Abend, der ganz auf frohgestimmte Gesellig­keit gerichtet war, wurde durch flotte Unterhaltungs­musik von Mitgliedern des Musikzugs des Sturm­banns I/R 116, von Gesangsvorträgen des bekann­ten Schauspielers und Bühnensängers Kurt Richter und einem heiteren Theaterstück in abwechslungs­reicher Weise ausgefüllt. Die Besucher erkannten durch lebhaften Beifall dankbar die gute Unter­haltung an, die ihnen von der Musik und einigen Kräften der Nationalsozialistischen Volksbühne unter Leitung von Kurt Richter, sowie von diesem selbst in bester Art bereitet wurde.

Im Verlaufe des Abends hielt der Vereinsführer Franz S o l d a n (Gießen) eine längere Ansprache, in der er nach herzlichen Begrüßungsworten an die Besucher zunächst mit dankbarer Würdigung der unermüdlichen Mitarbeit der Gastwirtsfrauen im Geschäft ihrer Männer gedachte und dabei für diese schwere Pflichterfüllung der Gastwirtsfrauen treffende Worte der Anerkennung fand. Sodann wies er in großen Zügen auf die mancherlei Er­eignisse von Fveud und Lew des Gastwirtegewerbes im Verlaufe der letzten 50 Jahre hin, die er unter dem größeren Gesichtswinkel des Gesamtgeschehens im deutschen Vaterlande beleuchtete. In diesem Zu­sammenhang gedachte er auch der gefallenen Kame­raden, deren Andenken von der Versammlung in üblicher Weise geehrt wurde. Der Redner erinnerte sodann an die schweren Zeiten der Inflation, die besonders dem Gastwirtsgewerbe unermeßlich großen Schaden zufügte, weiter wies er auf die grund­falsche Führung in Staat und Wirtschaft unter dem früheren System hin, durch das dem Gast­wirtsgewerbe weitere schlimme Einbußen infolge unerhörter und sinnloser Steuermacherei zugefügt wurden. In dieser schweren Not sei aber auch dem Gastwirtsgewerbe in der großen Idee des Führers Adolf Hitler eine starke Hoffnung erstanden, der allerdings viele zunächst zweifelnd und zögernd, oder ablehnend gegenübergestanden hätten, die sich aber doch auch im Gastwirtsstand die berechtigte und verdiente Anerkennung und Gefolgschaft er­rungen habe. Mit der nationalsozialistischen Idee des Führers Adolf Hitler gelte es nun, aus dem Trümmerhaufen des überwundenen politischen Systems eine neue und gesunde Wirtschaft auf­zubauen, in die der Führer Adolf Hitler das Gast- stättengewerbe als gleichberechtigt neben jeden anderen Stand gestellt habe. Nunmehr werde es auch möglich sein, die früher oft, leider aber immer vergeblich beklagten Mißstände auf dem Gebiete des Konzessionswesens zu beseitigen und den Gast­wirtsstand von allen Elementen zu säubern, die nicht in ihn hineingehören. Der Wirtschaftsverband des Gaststättengewerbes habe jetzt in den Kon­zessionsfragen ein entscheidendes Wort mitzusprechen. Aber neben diesen engeren Zielen müsse immer das große Ziel fest im Auge behalten und unent­wegt verfolgt werden: dem Führer Adolf Hitler bei seinem Aufbauwerk treu und hingebend zu helfen und das ganze deutsche, Volk mit dem nationalsozialistischen Geist zu erfüllen! Zu diesem Zwecke müsse sich jeder ein­zelne ständig im nationalsozialistischen Sinne schulen und sich allezeit mit dem neuen Staat fest verwur­zelt fühlen. In dem nationalsozialistischen Geiste Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", der auch für das großartige Winterhilfswerk maßgebend ge­wesen sei, müsse gearbeitet werden und dabei die besondere Durchdringung der oberen Zehntausend mit diesem Geist erfolgen. Der Redner wies weiter auf die große Idee der Deutschen Arbeitsfront hin, in die sich auch jeder einzelne Gastwirt bereitwilligst einzuordnen habe, da in ihr der deutsche Sozialis­mus des Führers klar zur Geltung komme. Jeder einzelne müsse sich immer vor Augen halten, daß sein Wohlergehen immer von dem Blühen und Ge­deihen der Volksgesamtheit abhänge. In dieser Ueberzeugung müsse mit starkem Glauben an die deutsche Zukunft weitergearbeitet werden am Auf- und Ausbau des neuen Deutschlands unter der Füh­rung Adolf Hitlers. Der Redner schloß feine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache mit drei­maligen Sieg-Heil-Rufen auf das deutsche Vater­land, den Generalfeldmarschall von Hinden­burg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Begeistert stimmte die Versammlung in den Ruf ein. Anschließend sang man gemeinsam den ersten Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes.

Der übrige Teil des Abends war dann der ge­selligen Unterhaltung gewidmet.

Akademische Feier.

Im Saale des Cafe Leib vereinigten sich gestern vormittag die Jnnungsmitglieder mit einer Anzahl Gäste zu einer Akademischen Feier. Die festliche Stunde in dem mit Hakenkreuzfahnen schön geschmückten Saale wurde von Mitgliedern der SA.- Reservekapelle mit den feierlichen Klängen des Einzug der Gäste auf der Wartburg" eingeleitet. Darauf folgte die

Ansprache des Vereinsführers Goldan

Der Redner begrüßte zunächst die Gäste, insbe­sondere hie Vertreter der Partei, der SA., der Be­hörden, Innungen usw., sowie die Mitglieder herz­lich. Er wies dann auf die Bedeutung des 50. Ju­biläums der Gastwirte-Jnnung hin, erinnerte wei­ter an die große Not im Gastwirtsgewerbe und betönte hierbei, daß sich heute leider die meisten Gastwirtskollegen selbst zu einer solchen Jubiläums­feier keinen arbeitsfreien Tag mehr leisten könnten. Mit großer Befriedigung hob er aber hervor, daß jedoch jetzt die Morgenröte einer neuen Zeit ange­brochen sei und unser Volk wieder hoffen dürfe. Beseelt von dieser gläubigen Hoffnung arbeite jetzt das deutsche Volk und in diesem auch das Gast­wirtegewerbe um so freudiger, weil es wisse, daß es nun einen Aufstieg gebe.

Anschließend verlas der Redner die wichtigsten Aufzeichnungen der V e r e i n s g e s ch i ch t e. Dabei wurde auch der aus dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden in der üblichen würdigen Weise ge­dacht, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte.

Am Schlüsse seiner Ansprache gedachte der Ver-

emsfuhrer unseres geliebten deutschen Vaterlandes, des greisen Generalfeldmarschalls von Hinden- b u r g und insbesondere unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Dreimalige begeisterte ^leg-Heil-Rufe auf diese beiden großen deutschen Männer und das Vaterland brachten die treue und dankbare Verbundenheit der Versammlung mit ihnen zum Ausdruck. Der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes bildeten den Abschluß der Rede

Kreisgeschäftsführer Sauer verlas anschließend eine Anzahl schriftlicher und telegraphischer Glück­wünsche.

Oie Glückwünsche.

Die Grüße und Glückwünsche der Stadt Gießen und des Kreisamtes Gießen überbrachte Bürger­meister Dr. Hamm. Er betonte dann weiter, daß die Stadtverwaltung die hohe Bedeutung des Gast­wirtsgewerbes für das Wirtschaftsleben der Stadt und für die Gemeinde selbst genau kenne, wies auf die weitreichenden Aufgaben des Gastwirtsgewerbes bei der kommunalen Verkehrswerbung hinsichtlich der Versorgung und Betreuung der Gäste hin, würdigte die große und verantwortungsvolle Ar­beitsleistung des Gastwirtsgewerbes im Dienst

dieser Aufgaben und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß diese Leistungen von den Gästen immer gerecht beurteilt und anerkannt werden möchten. Er versicherte zum Schluß, daß die Stadt­verwaltung gerne alles tun werde, um dem Gast­wirtsgewerbe seine hohen Aufgaben zu erleichtern und ihm zu helfen, zum Nutzen des schwer notlei­denden Gewerbes, aber auch zum Besten des gan­zen Volkes

Fraktionsführer Hahn brachte die Grüße und Glückwünsche des nationalsozialistischen Gießener Stadtrats zum Ausdruck. Der Redner erklärte so­dann, der Stadtrat kenne die großen Nöte und Sor­gen des Gastwirtsgewerbes genau, er habe diesen Bedrängnissen immer das größte Verständnis ent­gegengebracht. Der Stadtrat kenne auch den schwe­ren Steuerdruck, der auf dem Gastwirtsgewerbe laste, insbesondere den Druck der Getränkesteuer. Diesen Druck zu beseitigen, liege leider nicht in der Hand des Stadtrates, denn wenn z. B. die Ge­tränkesteuer vom Stadtrat aufgehoben werde, er­halte die Stadt keinerlei Reichszuschuß mehr zu den Wohlfahrtslasten. Es sei aber damit zu rechnen, daß vom Reich aus in der nächsten Zeit in steuer­licher Hinsicht Erleichterungsmaßnahmen getroffen würden. Diese Maßnahmen würden natürlich auch dem Gastwirtsgewerbe zugute kommen Unsere Re­gierung bekämpfe in erster Linie als entscheidende Grundlage die Arbeitslosigkeit. Wenn erst wieder die jetzt noch erwerbslosen Millionen von Volks­genossen Arbeit und Brot hätten, dann komme das auch dem Gastwirtsgewerbe zugute. Der Redner wünschte zum Schluß, daß dem Gastwirtsgewerbe möglichst bald wieder bessere Zeiten beschieden sein möchten.

Der Direktor des Arbeitsamts Gießen, Negie- rungsrat Dr. List, entbot im Namen des Arbeits­amtes und zugleich auch des Gewerbeaufsichtsamtes Grüße und Glückwünsche. Leider sei aus dem Stand der Arbeitslosenziffern festzustellen, daß die bisherige starke Erholung unserer Wirtschaft an das Gaststättengewerbe noch nicht herangekommen sei. Das sei jedoch kein Grund zur Beunruhigung, denn auch dem Gaststättengewerbe werde doch die andauernde Erholung der Wirtschaft zugute kom­men. Er sei davon überzeugt, daß die Neuord- nungs unseres gesamten öffentlichen Lebens auch viele Menschen aus dem Ausland anlocken werde. Davon würden in diesem Jahre auch die Kurorte und Städte Vorteile haben. Die Reichsregierung gehe mit Macht daran, mit dem Ausland auch in handelspolitischer Beziehung neue Grundlagen zu schaffen, auf denen unser deutsches Gaststätten­gewerbe hoffentlich seine frühere führende Stel­lung im internationalen Verkehr, aber auch nach innen hin, wieder erlangen werde.

Kaufmann Heyd als Vertreter der Jndustrie- und Handelskammer Gießen, Alsfeld, Lauterbach und als Sprecher der NS.-Hago-Kreisleitung übermittelte deren Glückwünsche mit der Versiche­rung, däß beide immer bemüht bleiben würden, dem notleidenden Gastwirtsgewerbe alle Hilfe und Linderung zu verschaffen, soweit die Möglichkeit dazu in der Macht der beiden Dienststellen liegen.

Sturmbann-Adjutant Kurz vom SA.-Reserve- Sturmbann Gießen gab aus vollem Herzen dem Gruß und Glückwunsch der SA. an die Gastwirte Ausdruck, von denen viele die Nöte der SA. in frü­heren Jahren am eigenen Leibe mit verspürt hät­ten. Viele Gastwirte seien es gewesen, die in der ersten Zeit der jungen Bewegung Schutz und Unterschlupf gewährt hätten: damals fei es ja von vielen nicht als eine Ehre angesehen worden, der SA. Schutz und Unterschlupf im Lokal zu gewäh­ren, für viele Gastwirte sei es sogar riskant ge­wesen auch für ihr Eigentum, wenn sie sich schützend vor die damals noch kleine SA. stellten. Für diese Taten Hanke er heute namens der SA.

den Gastwirten. Für das zweite Jahrhundert der Innung wünsche er allen Mitgliedern alles Gute und vor allem die ausreichenden Existenz- und Lebensoerhältnisse, die sie nötig hätten, um ihr Ge­werbe wieder aufzubauen, es zu erhalten und dabei ihren Angestellten Arbeit und Brot zu geben. Der Führer der Gastwirte sei aber nicht nur Ver­einsführer, sondern auch ein alter SA.-Mann und Parteigenosse, der die Not und das Elend der ersten schweren Kampfjahre selbst miterlebt und oft er­werbslosen und hungernden SA.-Männern Schutz gewährt habe, der unter dem Druck und Terror der Kommunisten und Marxisten gelitten.Unser Pg. S o l d a n, der Ihr Führer ist, ist nicht nur ein vor­bildlicher Führer Ihres Berufs, sondern auch uns SA.-Männern ein lieber und treuer Freund gewor­den. Auch deshalb ist es mir eine besondere Freude, Ihnen bei dieser Jubiläumsfeier die Glückwünsche der SA. zu überbringen."

Bäcker-Jnnungsführer Loeber sprach für die Bäckerinnung herzliche Glückwünsche aus, zog eine Parallele zwischen der Schwere und den Kämpfen des Gastwirtsberufs einerseits und des Bäcker­berufs anderseits, gedachte dabei in herzlichen Worten der wackeren Mithilfe der Frauen im Gast­wirts- und im Bäckergewerbe, erinnerte an die schweren Zeiten des Krieges und der Jahre des früheren politischen Systems mit seinen ungeheuer­lichen Steuerlasten, und gab dem Wunsche Aus­

druck, daß durch die nationalsozialistische Regierung unser Volk einer besseren Zukunft entgegengeführt roerbem und allezeit in Einigkeit und Treue zu­sammenstehen möchte. Gleiche Wünsche übermittelte Metzger-Jnnungsführer Pirr für die Metzger- innung. Beide Jnnungsführer überreichten je ein Bild des Generalfeldmarschalls von Hinden­burg und des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler zum Schmuck der Geschäftsräume der Gastwirte-Jnnung.

Bankdirektor Mattern als Vertreter der Han­dels- und Gewerbebank Gießen sprach deren herz­liche Glückwünsche aus, rühmte dabei mit Freude die engen freundschaftlichen und geschäftlichen Be­ziehungen zwischen der Gastwirte-Jnnung und deren Mitgliedern einerseits und der Handels- und Ge­werbebank anderseits und versicherte, daß seine Bank allezeit bereit sei, wie früher auch in Zu­kunft alles zu tun, um eine gedeihliche Weiter­entwicklung des Gaststättengewerbes zu fördern.

Durch die Nutzviehbeschaffung eGmbH. Frankfurt am Main, die entsprechend einer Anregung des Landesbauernführers Dr. Wagner gegründet ; wurde, fand gestern mittag bei regem Besuch aus I den Kreisen der Bauernschaft der näheren und weiteren Umgebung eine Milchviehauktion von ; hochtragenden und frischmelkenden, zum Teil ge­fahrenen Kühen und Rindern des schwarzweißen Tieflandschlages und der Simmenthaler Fleckvieh­rasse statt. Wenn auch viele Bauern erschienen waren, um sich über die neue Verkaufsweise (ein Verkauf vom Stall ab kann in Zukunft nicht mehr stattfinden) zu informieren, so bestand doch auch starkes Interesse für die hochwertigen Tiere, die hier zum Verkauf ausgeboten wurden. Insbeson­dere gefiel die Qualität der Tiere, die sich fast durchweg durch gute (Euteranlagen in Verbindung

Für die Reichsfachschaft der Deutschen Spirituosen- sabriken und für die Gießener Weinhändler sprach Kaufmanls I n d e r t h a 1 Glückwünsche aus und verband damit den Wunsch, dem Gastwirtsgewerbe möchten bald wieder bessere Zeiten beschieden sein.

Ferner gratulierte noch ein Vertreter der Gast­wirte-Jnnung von Darmstadt, der dabei die enge Verbundenheit mit der Gießener Gastwirte-Jnnung hervorhob und als Jubiläumsgeschenk eine Wand­uhr für die Geschäftsräume der Gießener Innung überreichte, außerdem sprach noch kurz ein Ver­treter des Verbandswerks Selterssprudel.

Fest-Kommers.

Nachmittags fand gemeinsame Kaffeetafel im Stadt-Kaffee statt. Im Anschluß daran begann gegen 18 Uhr der F e st k o m m e r s im Saale des Cafe Leib. In Vertretung des durch plötzlichen Krankheits- und Trauerfall in feiner Familie ab­wesenden Vereinsführers S o l d a n eröffnete der stellvertretende Führer, Kaffeehausbesitzer Ludwig Keil, die Veranstaltung mit kurzen Grußworten. Hierauf hielt Gauverwalter Döring (Darmstadt) vom Reichseinheitsverband des deutschen Gast­stättengewerbes eine längere Ansprache, die sich grundlegend von den sonst üblichen Reden bei der­artigen Feiern unterschied und richtung- und ziel- weisende Marsch- und Blickpunkte für die Stellung des Gaststättengewerbes im Dritten Reich gab. lieber die Rede, die von der Versammlung mit starkem Beifall ausgenommen wurde, werden wir wegen ihrer weitreichenden Bedeutung noch be­sonders berichten. Der stellvertretende Dereinsführer sprach dem Redner herzlichen Dank aus und ver­sicherte ihm unverbrüchliche Gefolgschaftstreue der Mitglieder. Weiter brachte er auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und die gesamte Reichsregierung begeistert aufgenommene dreimalige Sieg-Heil-Rufe aus, denen der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes folgte.

Gauverwalter Döring überbrachte der Gast­wirte-Jnnung als Jubiläumsgabe noch die neue Verbandsnadel des Reichseinheitsverbandes für jedes Jnnungsmitglieb, die er zu tragen bat in dem Bewußtsein der steten Verbundenheit des Gast­wirtestandes mit dem Dritten Reich und mit der Erkenntnis der Pflichten gegenüber dem Staat.

Im weiteren Verlaufe des Abends folgte eine Reihe von Ehrungen. Gastwirt Albert Rahne- f e l b (Gießen) wurde zum Ehrenmitglied der Innung ernannt. Gastwirt August Lamm wurde für 25jährige Jnnungsmitgliedfchaft' mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet, eine gleiche Ehruna erhielt der Gastwirt H. Eiertänzer (Grünberg) anläßlich feines 25jährigen Geschäftsjubiläums. Als Angestellte des Gaststättengewerbes wurden aus­gezeichnet: Liefe! Hahn für 18 Jahre lange Mit­arbeit bei Gastwirt Auer (Grünberg), Fritz Waß - m u t h für zwölfjährige, Fritz Staats für zehn­jährige, Richard Wagner für achtjährige, Marie Loch und Reinhard Seibel für je sechsjährige Tätigkeit im Hotel Schütz von Ludwig Klingler in Gießen, Olga Simon, Willy Schneider und Theodor Heisen für fünfjährige Mitarbeiterschaft im Bahnhofshotel Hopfeld. Sämtlichen geehrten Personen wurden entsprechende Diplome überreicht.

Der gesamte Musikzug des Sturmbanns I/R 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann machte den Abend durch künstlerisch auf hoher Stufe- stehende Konzertdarbietungen zu einem be­sonders schönen Erlebnis. Die Darbietungen dieser SA.-Kapelle legten eindrucksvoll Zeugnis dafür ab, wie eifrig und mit ernstem Streben die ganze Musikerschar darauf bedacht ist, ihre instrumentalen Leistungen immer noch mehr zu steigern. Daß die Kapelle einen maßgebenden, aus dem Musikleben unserer Stadt nicht mehr hinwegzudenkenden Faktor darstellt, ist schon früher gesagt worden, diese Tat­sache, wurde jedoch bei dem gestrigen glänzenden Konzert erneut und überzeugend unter Beweis ge­stellt. Die Zuhörer dankten der Kapelle mit Recht durch anhaltenden starken Beifall.

Den Abschluß der Veranstaltung bildeten deutsche Tänze.

mit gutem Körperbau auszeichneten. Die Preise lagen verhältnismäßig niedrig. 'Fast sämtliche Tiere wechselten den Besitzer. Die Rinder des schwarzweißen Tieflandschlages aus den Jnster- burger Zuchten, für die durchweg der Leistungs­nachweiß vorlag, brachten Preise von 345 bis 395 Mark. Für Rinder der Simmenthaler Fleckoiehrasse wurden 245 bis 350 Mark, für Kühe, zum Teil mit Kälbern, 320 bis 390 Mark erzielt. Der Markt nahm bei regen Geboten einen flotten Verlauf. Die Tiervermittlung findet durch die Nutzvieh­beschaffung nur kommissionsweise statt, so daß der Bauer bei diesen Auktionen nur vom Bauer direkt, ohne jeden Zwischenhandel, kauft. Erwähnenswert ist, daß die Tiere bis in den Stall und die hoch­tragenden Tiere bis zu acht Tagen nach dem Ab­kalben versichert sind.

MM - G

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Bei der akademischen Feier: Links der Vereinsführer Franz S o l d a n ; in der Mitte Kreis- gefchäftsführer Ad. Sauer; rechts der stellvertretende Vereinsführer L. Keil.

(Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Mchsiehanktion an der Rodheimer Straße.