vergangenen Jahres abgeschlossenen Verträgen gegeben wurde.
Der Berichterstatter fügt hinzu, diese Definition des Angreifers würde zu einem System kollektiver und automatischer Sanktionen führen und beim britischen Reich sicher kerne günstige Aufnahme finden, da sie zu Garantien fremder Grenzen führen müßte, die über die Locarnogarantien hinausgehen.
Stavisky und Regierung unterstützten gleichzeitig die „Volonte
Paris, 14. März. (DNB. Funkspruch.) Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß für den Stavisky.Skandal mußte der ehemalige Attache im Finanzministerium Guiboud- Ribaud zugeben, daß die linksgerichtete Zeitung „V o l o n t 6", deren Direktor Dubary im Untersuchungsgefängnis sitzt, von Stavisky weitgehende U n ter - stützungen erhalten habe. Aber gleichzeitig zahlte a u ch die französische Regierung monatlich 40 000 Franks, obgleich sie zumindest seit April 1933 die Beziehungen des Blattes zu Sta> visky gekannt haben müsse. Der Name des jetzigen Landwirtscbaftsministers Queuille sei des öfteren in der Umgebung Staviskys gefallen. Auch der frühere Luftfahrtminister C o t habe in direkter Verbindung mit Stavisky gestanden. Es habe sich um den Ankauf von Flugzeugen der Firma Weymann gehandelt, und so viel er wisse, seien auch Ankäufe getätigt worden. Auf die Frage, ob Sta-
visky die Gebrüder Barmat gekannt habe, ant. wartete der Zeuge: Nein! Aber ich habe im Jahre 1929 die Bekanntschaft Julius Barmats gemacht und bin sein Berater in Banksachen gewesen.
Das kommende Handwerksgesetz
Weimar, 13. März. (DNB.) In Weimar fand der 1. Thüringische Obermeistertag statt, bei dem Reichshandwerksführer Schmidt Einzelheiten des kommenden Handwerksgesetzes bekanntgab. Es dürfte keine Hcmdwerkssiolitik an sich geben, sondern nur eine organische Eingliederung in das Gesamtwohl. Aus diesem Grunde werde er sich auch nicht auf kleinliche Tagesfragen einlassen. Der Träger des Binnenmarktes sei neben Handel und Landwirtschaft der deutsche Mittelstand, dessen Kernstück das Handwerk sei. Dem trage auch das in Kürze zu erwar- tcnde Handwerksgesetz Rechnung. Es führe die Pflichtorganisation ein, deren Träger der Meister und der Geselle seien. Die k l e i n st e Z e l l e werde die einem Obermeister unterstellte Innung sein, in deren Beirat auch der Altgeselle sitze. Die Innungen würden zusammengefaßt in Kreis- handwerkschaften, deren Führer der Handwerkskammer unterstellt seien. Zwischen dem Handwerkspräsidenten und dem Reichshandwerksführer stehe der Landeshand Werksführer, von denen es in Deutschland 13 geben werde. Dem Obermeister werde im übrigen das Strafrecht wieder übertragen werden. Beschwerden gegen seine Maßnahmen gingen nur bis zur Handwerkskam
mer. Die Berechtigung der Beschwerde werde auf einem besonderen Gerichtstag durch den Handwerkskammerpräsidenten nachgeprüft werden.
Kleine politische Nachrichten.
Der deutsche Gesandte in Bagdad hat sofort nach Bekanntwerden der Ermordung des deutschen R e i ch s a n g e h ö r i g e n Rudolf May, der sich auf einer Faltbootfahrt durch den Irak befand, von der irakischen Regierung schärfste Maßnahmen gegen die Schuldigen gefordert. Die irakische Regierung hat strengste Bestrafung der Täter zugesagt.
Reichsminister Dr. Frick bittet um Aufnahme folgender Zeilen: Zu meinem Geburtstag sind mir aus allen Teilen des Reichs von Bekannten und Unbekannten Glückwünsche in übergroßer Zahl zugegangen. Sie alle persönlich zu beantworten, ist mir bei der Fülle der Dienstgeschäfte leider nickt möglich. Ich sage daher allen, die meiner in so freundlicher Weise gedachten, auf diesem Weg herzlichen Dank.
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Anläßlich des einjährigen Bestehens des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda empfing Reichsmittister Dr. Goebbels die leitenden Beamten des Ministeriums in seinem Arbeitszimmer, um ihnen seinen Dank für die treue hingebungsvolle Mitarbeit und seine Anerkennung für die großen Leistungen und Erfolge des Ministeriums im verflossenen Jahr zum Ausdruck zu bringen.
niedergelegt, vielmehr den Weg freigemacht, um stetig und ruhig das bisherige in das neue über Z'U leiten, wobei durchaus die Möglichkeit besteht, die gemachten Erfahrungen auszuwerten. Ich richte deshalb hiermit die dringende Bitte an die ganze Wirtschaft, nun auch die Ruhe zu bewahren, die nötig ist, um Fehler und Mißerfolge zu vermeiden, vor allen Dingen aber auch um zu verhüten, daß das laufende Getriebe unserer Wirtschaft die geringste Störung erleidet.
der Präsident des Reichsstandes der Deutschen Industrie,
Krupp von Bohlen und Halbach, t>er gleichzeitig Führer der Hauptgruppe Bergbau, Eisen, Ersen- und Metallgewinnung ist, gab dann eine kurzen Rückblick auf das verflossene Jahr, in dem auch die Wirtschaft selbst versucht habe, an den Aufgaben weiter zu arbeiten, die sie sich selbst gestellt habe, und die darauf hinzielten, die Aufblähung der Organisation zu beseitigen. Die Führer der Wirtschaft versprachen, jeder an seiner Stelle, mit allen Kräften mitzuarbeiten. Die neue Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit werde durch die Grundlagen zur Einheit der deutschen Wirtschaft wesentlich erleichtert.
Oer Gesamtführer
der deutschen Wirtschaft Keßler
egonnen. Es sind ihr Rückschläge wider-
Der Aufbau der neuen Organisation
Dr. Schmitt spricht zu den Mrtschastssührern
Gruppe 7:
Nahrungsmittelindustrie. Führer:
eine starke Führung, die wie von einem Magneten
Kunst und Wissenschaft.
Zum 80. Geburtslage Emil von Behrings.
Gruppe 11: Versicherungen. Führer: Hilgard, Allianz- und Stuttgarter Verein.
Organischer Wittschastsausbau.
Die deutsche industrielle Wirtschaft ist eine viel- gestalttge Erscheinung. Von der Schmiedewerkstätte bis zur Maschinenbaugesellschaft, vom Kleinhändler bis zum Warenhaus, vom Fuhrunternehmer bis zur Großreederei, vom Einzelkaufmann bis zur Großbank, vom Kohlenhändler bis zum Kohlen- lfyndikat gibt es unendlich viel Spielarten, Gegensätzlichkeiten, gemeinsame Sorgen und gemeinsame Hoffnungen. Die moderne deutsche Wirtschaft hat vor etwa 100 Jahren ihren Weg aus dem Klein-
verantworlungsbewuhte, tüchtige, das Reich Adolf Hitlers bejahende Männer müssen die Führung übernehmen und damit in den Stand gesetzt werden, die Entscheidungen zu treffen, die sie im Interesse des Ganzen für richtig
Gruppe 8: Handwerk. Führer: Reichshandwerkführer Schmidt, Berlin.
und Hausgewerbe zur Fabrik und zur Grohunter nehmung Di
werden. Ohne ehrlichen Konkurrenzkampf geht es nicht. Wenn die Form der privaten Wirtschaft ihre Daseinsberechtigung hat, so vor allen Dingen deshalb, weil sie in ihrem immer wieder jungen Ringen um die bessere Leistung alle Kräfte der wirtschaft frisch erhält und zu Höch st lei st ungen ansporn 1. Das entspricht dem nationalsozialistischen Leistungsprinzip und ist Voraussetzung fü rdie Wiedergewinnung unseres Wohlstandes, sei es auf dem Binnenmarkt oder auf dem Weltmarkt, auf den wir als hochindustrialisierte» Land angewiesen sind. Gerade das Ausmaß unseres A u v l a n d a b s a h e s wird immer abhängig sein von der Qualität der Waren, von ihrem Preis, aber auch von der Tüchtigkeit unserer Außen- handelskaufleute.
Wir wollen aber mit diesem Grundsatz den anderen
hallen, gestützt auf den eben so denkenden Führerrat, Männer, die sich nie von den Sonderinteressen ihres Eigenbetriebes, sondern von den Erfordernissen des Ganzen leiten lassen. Der Führer verwaltet sein Amt ehrenamtlich und soll lebendig mit der Wirtschaft verbunden, d. h. er soll s e l b st Führer eines Unternehmens sein, hat er im Einzelfalle die Macht, allerdings damit auch die Verantwortung für eine Entscheidung, so soll er auf der anderen Seite nicht losgelöst sein von der Auffassung der Unternehmungen, die er zu führen hat. Einmal im Jahre muh er, wie sein Führerrat, sich das Vertrauensvotum derer holen, die er zu führen hat.
Auf dieser Linie, meine Herren, so hoffe ich sehn- lichst, wird der deutschen Wirtschaft eine Organisation gegeben, die ihr das Eigenleben ihrer Unternehmungen und ihrer Führer läßt, die sie aber auf der anderen Seite trotz Konkurrenzkampf zu loyaler Kameradschaft zusammenschließt und unter starker Führung für alle großen Aufgaben aktionsfähig macht. Dabei scheint es mir besonders wichtig, daß schon bald die Frage der Heranbildung des zukünftigen Führerkorps angepackt wird. Wir haben heute brave alte Kämpfer mit fester nationalsozialistischer Weltanschauung, wir haben tüchtige Wirtschaftler, aber wir haben leider nicht oft genug beides vereint. Hier liegt eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre. Aus meiner Grundeinstellung heraus halte ich Kartelle, wie überhaupt Preisbindungen, für unerwünscht. Trotzdem werden wir auch in Zukunft nicht ohne Preisbindungen, ja sogar in einzelnen besonders gelegenen Wirtschaftszweigen nicht ohne Quotenbindungen auskommen können. Aber das scheint mir sicher, daß ein tüchtiger Führer viel eher als bisher auch ohne Preisbindung die erwünschte Ordnung wird durchsetzen können.
Der Aufbau soll aus dem historisch Gewordenen herauswachsen. Ich habe deshalb nicht die fertige Zukunftsorganisalion als Patentlösung
Der neue Führer des Gesamtverbandes der deutschen Wirtschaft.
Der zum Führer des Gesamtoerbandes der Deutschen Wirtschaft ernannte Philipp Keßler ist Rheinpfälzer und steht im 46. Lebensjahr. Er hat Maschinenbau und Elektrotechnik studiert und sich im Inlands und Auslande auf dem Gebiete der Elektrotechnik mit großem Erfolge betätigt. Wahrend des Krieges war er als Artillerieoffizier an der Westfront. Nach dem Kriege war er als leitender Ingenieur in den Siemens-Schuckert- Werken tätig und wurde 1931 Vorsitzender des Vorstandes der Bergmann-Elektrizitätswerke AG. Seit 1933 ist er Vorsitzender des Reichsfachverbandes der Elektroindustrie. Keßler hat sich durch sein ungeheures Wissen und seine im In- und Auslande erworbenen praktischen Kenntnisse in Wirtschaftskreisen einen namhaften Ruf erworben und ist bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern als ausgezeichneter Kenner der deutschen Wirtschaft gleich beliebt.
Gruppe 12: Verkehr. Führer: Ernennung steht noch aus.
Die 32 Untergruppenführer werden von den Hauptgruppenführern im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister besttmmt. Des weiteren gilt es, die Fach - und Untergruppen abzugrenzen, die die Einheiten der zukünftigen Organisationen bilden sollen, sowie gewisse 'Bestimmungen der Satzungen, insbesondere über Ehrengerichtsbarkeit, Zwangsmitgliedschaft und Führergrundsatz. Die Industrie- und Handelskammern sollen, wie bisher, das örtliche Zusammenwirken der Handels- und Jndustrieunterneh- mungen fördern, vor allen Dingen im Hinblick
Reichswirtschastsminister Dr. Schmitt verkündet das Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der Wirtschaft.
auf ein Ziel gerichtet ist, auf dos Wohl des tu%er tp m i ö t, Berlin
Ganzen, auf den Dienst an Volk und Vaterland. ^.s^ppe 9: Handel Führer: Handelskammer- Hieraus ergibt sich die Forderung, daß alle Unter- President L u e r , Frankfurt a. M.
1 « . r . > . , . fUriiMMA 1 I I • »W n m r Art im n urnXil CfT •".L.. fr •
erklärte über die Gestaltung seines Arbeitspro- gramms u. a.: Im Spitzenverband der Industrie werde die Riesenzahl von kleinen, mittleren und großen Betrieben über ihre Fachgruppen und die landwirtschaftlichen Verbände zu wirklicher, fachlicher und regionaler Zusammenarbeit gelenkt. Ein jeder Betrieb wisse küniftig, wo er hingehöre, wo er sich Rat und Unterstützung holen könne, aber auch wo er ausnahmslos seine wertvolle Kraft mit denen anderer Betriebe zu edler Gemeinschaftsarbeit im Sinne des Nationalisvzralismus zu vereinen verpflichtet sei. Diese Gemeinschaftsarbeit über die Industrie hinaus auf die übrigen großen Zweige der Wirtschaft auszudehnen und sie in gemeinsamer, ober st er Führung sicherzustellen, sei die wertvollste aus der Praxis geborene Seite der verkündeten Neuordnung. Gütererzeugung, Güterverteilung und handwerkliche Verwendung von Rohstoffen, Halb- und Fertigfabrikation seien so schicksalsverbunden, daß die in der Vergangenheit aufgetretenen Friktionen nicht verstanden werden könnten. Die trennenden Disharmonien der Vergangenheit zwischen den großen Wirtschaftszweigen gelte es zu beseitigen.
Im Vordergrund der Aufgaben stünde das Problem der weiteren Verminderung des Arbeitslosenheeres. Bei der Größe unserer Bevölkerunaszisfer, bei der Enge unserer Grenzen und unseres Bodens könnten die Millionen deutscher Menschen auf die Dauer nur Arbeit bekommen, wenn es gelinge, den erheblichsten Teil der leeren Arbeitsplätze in den Betrieben zu besetzen. Mit der Hebung der Beschäftigungsziffer sei zwangsläufig eine Vergrößerung der Einfuhr verbunden. Die Devisenlage verlange eine wesentliche Vermehrung der deutschen Ausfuhr, der durchgreifende finanzielle und handelsvertragliche Erleichterungen verschafft werden müßten. Zum zweiten werde der natürliche Fluß der Arbeitsbeschaffung sofort gehoben, wenn die Betriebe von Steuern und Abgaben ent» lastet würden. Eine Wirtschaft ohne Ertrag könne auf die Dauer nicht den Menschen beschäftigen. Neben der Kaufkraft des einzelnen müsse die der Betriebe gehoben werden. Das zeige die Autoindustrie, die durch die fühlbare Entlastung zu einer wundervollen Belebung gebracht wurde. Drittens aber sei es wichtig, daß die Schaffung dem Ausland überlegener Qualitätserzeugnisse, die Entwicklung neuer Konstruktionen, die technisch-wissenschaftliche Forschung mit erhöhter Kraft betrieben würden. Die Mittel hierfür bereitstellen, heiße, auf lange Sicht der größtmöglichen Zahl von Menschen Arbeit und Brot schaffen.
freiwillige war und Beschlüsse nicht immer leicht durchzuführen waren. Lediglich die Kartelle, die Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt als eine zur Zeit stellenweise notwendige Einrichtung ansieht, besitzen größere Vollmachten, ebenso die Innungen. Dagegen sind Handels- und Handwerkskammern zwar öffentlich-rechtliche Körperschaften, aber in ihren Wirkungsmöglichkeiten beschränkt. Während auf gesetzlicher Grundlage der Nährstand sich bildete, während die Kulturberufe in der Kulturkammer zusammengefaßt und die Arbeitsfront geschaffen wurde, gingen die Arbeiten über einen organischen Aufbau der deutschen Wirtschaft weiter.
Wie der Reichswirtschaftsminister in seiner klugen und wohlabgewogenen Rede ausführte, ist diese Neugliederung noch nicht der ständische Aufbau s e l b st. Nach dem Willen des Reichskanzlers ist diese Frage der Entwicklung vorbehalten. Wohl aber tritt nun eine einheitliche Gliederung ein, auf Fachgruppen gestützt, die sich auch in Landesgruppen aufteilen können. Jeder Betrieb muß sich als Mitglied anmelden. An die Spitze tritt der Führer des betr. Wirtschaftszweiges, dem ein Führerrat beigegeben wird. Das Führerprinzip schließt nicht aus, daß der Führer der Fachgruppe sich alljährlich dem Votum der Mitgliederversammlung zu stellen hat. Die letzte Entscheidung liegt aber beim Reickswirtschaftsminister. Dieser ernennt auch die oberste Führung der Gesamtorganisation. Die vorhandenen Verbände sollen sich organisch eingliedern, aber der Minister hat auch hier das Recht der Anerkennung, Auflösung oder Zusammenfügung der Vereine.
Erst nach der Durchbildung des ganzen Aufbaus die keineswegs überstürzt werden soll, kommt eine gesetzliche Festlegung in Frage. Der Reichswirtschaftsminister schloß seine Ansprache an die Vertretungen der Wirtschaft mit der Mahnung: „Bauen Sie das Haus!" Es soll einer neuen wirtschaftlichen Blüte dienen, soll in die Berufe bei voller Anerkennung des Satzes vom „freien Spiel der Kräfte" einen neuen Geist hineintragen, der einen edlen Wettbewerb kennt, aber unerfreuliche Erscheinungen vermeidet, der auch ein neues Führerkorps schafft, damit der politische Mensch mit dem wirtschaftlich geschulten Kopfe zu einer Einheit sich gestalten kann.
nehmungen in Zukunft notwendigerweise i h r e n ! 10: Banken und Kredit. Führer: Fi
Fachgruppen angehören müssen, um sich ' ____
den Interessen des Ganzen unterzuordnen und sich daneben den aufzustellenden Grundsätzen loyaler und anständiger Konkurrenz zu unterwerfen. Hierüber werden Ehrengerichte zu entscheiden haben. Ihre Besetzung muß so gestellt sein, daß Fachkenntnisse auf der einen Seite und völlige Unabhängigkeit auf der anderen Seite gewährleistet ist. Es wird unerläßlich sein, daß der mit dem autoritären Staat in den Vordergrund geschobene Führergedanke verwirklicht wird. Was im Interesse des Ganzen notwendig ist, kann nicht an der Kurzsichtigkeit einer Mitgliederversammlung scheitern.
fahren, aber sieghaft hob sie sich empor, gestützt auf eine zuverlässige Arbeiterschaft, auf die Erfindungsgabe der Techniker, den Wagemut der Kaufleute und Unternehmer. Damit erhob aber auch die soziale Frage ihr Haupt, wuchsen die Millionenheere der Handarbeiter, bildete sich der neue Mittelstand der Angestellten, alles in allem jedoch war diese Entwicklung mit wachsendem Wohlstand verbunden. Deutschland wurde ein Hauptarbeitsplatz der Welt, seine Waren eroberten sich immer neue Märkte, brachten Arbeit und Gewinn in Stadt und Land.
Mit der Wirtschaft entwickelt sich auch eine weitverzweigte Organisation, die teils wirtschaftlichen oder__ sozialpolitischen Zielen dienstbar wurde. Auch dieser Vorgang war regional bedingt oder von einzelnen Fachgruppen bestimmt, also im Ganzen recht verschieden. Neben den Innungen als gesetzliche Einrichtungen bestanden zahlreiche Arbeitgeberverbände, die auch das Handwerk erfaßten, neben den Fachgruppen der Industrie entstanden zentrale Gliederungen wie einst der Zentralverband und dann der Bund der Industriellen. Die Gründung des Reichsverbandes der Industrie schuf wenigstens eine gemeinsame Spitze aller industriellen Interessen, wie auch die Handelsbetriebe, das Handwerk und die verwandten Berufe der gewerblichen Wirtschaft sich fester zusammenschlossen.
Die Vielgestaltigkeit blieb aber bestehen, auch nachdem die Beseitigung der Gewerkschaften zur Auflösung der reinen Arbeitgeberverbände führte. Es war ein gewisses Nebeneinander vieler Vereinigungen eingetreten, die sich nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner bringen ließen, die aber vor allem ohne entscheidenden Einfluß blieben, da die Mitgliedschaft in den Verbänden eine
80 Jahre sind verflossen seit dem Tage, an dem in Hansdorf (Westpreußen) der 1917 verstorbene Entdecker des Diphtherie-Heilserums, Emil von Behring, geboren wurde. Nach einer entsagungsvollen Kindheit, die er mit zehn Geschwistern verbrachte, trat Behring in das Gymnasium zu Hohenstein ein. Das Studium wurde ihm von mildtätigen Gönnern ermöglicht, denen die große Begabung des Knaben aufgefallen war. Nach mehrjähriger Praxis in verschiedenen Garnisonstädten gab er die militärische Laufbahn ,fU» gunsten der akademischen auf, wurde 1894 Professor der Hygiene und Bakteriologie in Halle und im darauffolgenden Jahr in Marburg, wo ihm ebenfalls die Leitung des hygienischen Instituts übertragen wurde. Mit dieser Tätigkeit verband er bis zu seinem Tode die Führung der von ihm elbst begründeten Forschungsstätten, die unter dem Namen Behring-Werke bald Weltberühmtheit erlangen sollten. Als er am 31. März 1917
verbinden, daß dieses freie Spiel der Kräfte ein ... .
gesundes u nd geordnetes fein muh, durch Brauereidirektor Sch ule r, Dortmund.
auf die gegebenen besonderen wirtschaftlichen Ver-. starb, trauerte um ihn die gesamte Welt; sie verlor haltmsse ihres Bezirkes dem Jntereisenausgleich m ihm einen ihrer größten Wohltäter, dem Millio- "lenen. neu von Menschen ihr Leben verdanken. Er war
Berlin, 13. März. (DNB.) Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt hielt im Reichswirtjchafts- rat vor Vertretern der Industrie, des Handels, des Handwerks, des Reichsnährstandes und aller übrigen an der Wirtschaft beteiligten Kreise einen Vortrag über das Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft. Er führte u. a. aus:
Am 27. Februar hat mich die Reichsregierung durch die Annahme des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft ermächtigt, soweit erforderlich im Zusammenwirken mit den zuständigen Ressortministern, W irisch a f t s v e r b ä n d e als alleinige Vertretungen ihrer Wirtschaftszweige anzuerkennen, zu errichten, zu vereinigen, aufzulösen, ihnen Satzungen zu geben, Führer zu bestellen und abzuberufen und endlich Unternehmungen an die Verbände anzuschließen.
Ich glaube, die ganze Wirtschaft wird es be- arüßen, wenn nunmehr auf ihrem gesamten Gebiet organisatorisch Klarheit geschaf- f e n wird. Ich möchte hier gleich vorweg bemerken, dqß es sich bei den bevorstehenden Maßnahmen nicht um die Frage des ständischen Aufbaues handelt. Sie wissen, daß der Führer die Lösung dieses Problems bewußt zurückgestellt hat, da er mit Recht der Meinung ist, daß der ständische Aufbau sich erst allmählich aus der Entwicklung der Dinge herausgestalten wird. Die uns gestellte Aufgabe beschränkt sich lediglich darauf, das Gebiet der Wirtschaftsführung organisatorisch mit der heutigen Staatsauffassung in lieber» einstimmung zu bringen.
Auf keinen Fall wollen wir das tausendfältige Eigenleben unserer wirtschaft zerstören. Wir brauchen auch in Zukunft den selb- st ä n d i g e n Unternehmer, der mit seinem Unternehmen auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Wer ein Unternehmen führt, muh die Verantwortung tragen. Die guten Taten sollen sich auch für den auswirken, der sie vollbrachte, und die schlechten sollen nicht auf dem Rücken anderer ausge- tragen werden können. Auch in Zukunft soll wirtschaftlich weiter gekämpft
Der Reichswirtschaftsminister gab dann die Gliederung der Organisation der gewerblichen I Wirtschaft bekannt. Zum Führer der Gesamtorganisation ernannte er Philipp Keßler, Führer des Reichsverbandes der Elektroindustrie, zu seinem Stellvertreter Graf von Goltz, Stettin. Es werden folgende 12 Hauptgruppen gebildet:
Gruppe 1: Bergbau, Eisen und Metallgewinnung. Führer: Krupp von Bohlen und Halbach, Essen.
Gruppe 2: Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik und Feinmechanik. Führer: Staatsrat Blohm, Hamburg.
Gruppe 3: Eisen, Blech- und Metallwaren. Führer: Erich Hartkopf, Solingen.
Gruppe 4: Steine und Erden, Holz, Bau, Glas und keramische Industrie. Führer: Dr. V o e g l e r , Dortmund. ,
Gruppe 5: Chemie, technische Oele und Fette, Papier und papierverarbeitende Industrie: Führer:
! Handelskammerpräsident Pietzsch, München.
Gruppe 6: Leder, Textilien und Bekleidung. Führer: Gottfried Dierig, Langen-Bielau.


