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Aus dem Reiche der Krau.

Vom Schalten und Watten der deutschen Mutter.

Ein Vermächtnis

von Or med. b.c Hedwig Heyl t

Hebwig Heyl, die kürzlich verstorbene Führerin der deutschen Hausfrau, hat uns Worte über den Mutterberuf hinterlassen, die diese größte und eigentliche Aufgabe der Frau kennzeichnen und gleichzeitig ein Weck­ruf sind für die Erfüllung der mütterlichen Pflicht.

Zum Mutterberuf ist jede Frau für ihre Zeit zu erziehen, da er der erste, wichtigste und geehr- teste auf dieser Erde bleibt. Alle Erkenntnis der Wissenschaft muß ihm dienen, alle Lehren, die Psy­chologie und Technik aus der Erfahrung und Er­gründung erarbeitet, müssen zu Füßen der Mutter gelegt werden und durch sie in neuer Jugend zu praktischer Wirkung gelangen. v

Deshalb darf die mütterliche Frau nicht in den Tag hineinleben. Sie hat ihr gegebenes Gut für die Gegenwart durch ihr Pflichtgefühl zu mehren und nutzbar zu machen, sie hat durch strenge Selbst­erziehung ein täglich wirkendes Beispiel für die Zukunft zu geben.

Die Forderung, die der Mutterberuf heute ge­bieterisch verlangt, ist, den neuen Menschen zur Selbständigkeit zu erziehen. Das Mädchen von heute muß von klein auf körperliche, geistige und seelische Kräfte dazu sammeln. Unsere psychologischen Er­kenntnisse weisen auf den Anfang dazu neun Mo­nate vor der Geburt des Kindes hin.

Deshalb muß die Gesundheit der Mutter, die für ihren Beruf von der Natur so meisterhaft vorbe­reitet ist, verantwortungs- und vernunftgemäß Pflege für sich anwenden. So genau wie die nor­malen inneren Organe dem Schöpferbefehl wie eine Uhr gehorchen, so muß Willen und seelische Kraft schon während des Werdens des Kindes diese Ord­nung unterstützen. r

Das große Problem für die ganze Menschheit, Nahrung, Wohnung und Kleidung zu schaffen, fängt bei der Pflege des Säuglings an. Wie das geschieht, ist von Bedeutung, denn alles ist auf die junge Menschenpflanze zurückbezüglich. In einem vorge­schritteneren Säuglingsalter erkennt das Kind in seiner häuslichen Umgebung das Feld seiner Kraft­übung, seine erste Tätigkeit: es greift, und übt daran Auge und Hand. Schon hier setzt das große Gesetz ein: der Drang zur Bewegung und Arbeit. Das kindliche Spiel, zu dem die Umgebung es an­regt, wird von der Mutter, in der Weise, wie Fröbel will, geleitet, indem er sagt:Seid innerlich aktiv, äußerlich passiv", d. h. laßt dem Kinde das Glück des selbständigen Schaffens, bereitet es un­merklich vor. Die wundervollen Grundlagen, die Fröbel durch feine Ideen und Erziehungsmittel an die Hand gab, und die durch Henriette S ch r a - der im Pestalozzi-Fröbel-Haus für das Volkskind zur Benutzung vorbereitet sind, hat auch mütter­lichen Erzieherinnen die Möglichkeit guter Ausbil­dung gegeben. Die Zusammenhänge des wirklichen Lebens, das Arbeit und Erfahrung fordert, gehen durch Spiel in der Wirklichkeit in das Bewußtsein des Kindes über und legen den Grund zu sinn­reichem Tun durch eigene Erfahrung. Das Kind ist aufnahmefähig, ohne daß wir es aufmerksam machen. Deshalb ist die Umgebung mit dem sich darin abspielenden Leben ein Nährboden, auf den sich jeder erwachsene Mensch in hohem Alter noch als ausschlaggebend besinnt. Die Ordnung und Schönheit des Hauses mit der Erfüllung der drei Grundforderungen, Pflege der Wohnung, Nahrung und Kleidung, gibt dem Kind auf natürliche Weise die Arbeitsform, der sich jedes Familienmitglied anpassen muß. Die Disziplin, die ein Hauswesen als Voraussetzung der Einordnung verlangt, ist Not­wendigkeit in jeder Gesellschaft der Menschheit.

In späteren Jahren unterstützen die Sportgesetze diese Erziehung Aber nicht nur aus Ordnungs­gründen fügt sich das Kind den Gesetzen des Hauses es freut sich an der Arbeit, die mit seinen schwa­

chen Kräften getan wird, und seine Kraft erstarkt an der Leistung und geübten Körperbewegung hauswirtschaftliche Tätigkeit. Dabei bedenkt die Mutter, wie sie das Interesse an Blumen und Tie­ren für die Liebestätigkeit für jede Kreatur, ein­schließlich der Nebenmenschen, wecken und die für­sorglichen Instinkte fördern könnte. Das Lebende ist im Gesichtskreis des Kindes das, was zur Ar­beit treibt, was die Seele wärmt, und die schöpfe­rische Tätigkeit leitet.

Unausgesetzt überwacht die Mutter Lektüre, Be­schäftigung, Umgang und das erwachende Ge­mütsleben. Handelt es sich doch darum, das Lebens­glück aufzubauen mit den. Bausteinen, die eine Mut­ter im wohlverstandenen Berus sorgsam zum Bau bereitstellt, aus denen ihr Kind im Bewußtsein, fest auf eigenen Füßen stehen zu können, kraftvoll zu

Am 1. Januar 1934 ist Frau Scholtz - Klink m die Reichsleitung des Arbeitsdienstes in Berlin als Reicksleiterin für den Frauenarbeitsdienst beru­fen woroen.

Hiermit beginnt für die deutsche Frau eine neue Periode des Frauenschaffens- und wirkens. Denn hier in den Frauenarbeitsheimen sollen vor allem die deutschen Mädchen geformt und zur deutschen Frau erzogen werden. Es liegt somit in den Hän­den des Frauenarbeitsdienstes die verantwortungs­volle Aufgabe, grundlegend an der Neuformung der deutschen Frau mitzuwirken.

Frau Scholtz-Klink hat ihre Aufgabe auch klar erkannt und will im Gegensatz zu dem männ­lichen Arbeitsdienst den Hauptwert auf die er­zieherische Arbeit in den Heimen legen.

Hier, in den Arbeitsdien st Heimen, sollen die jungen Mädchen die Vorbereitung zu ihren künftigen Berufen, hauptsächlich aber dem der Gattin und Mutter erlernen.

Kochen, Rechnen und Einteilen, Nähen und Flicken, Säuglings- und Kleinkinderpflege sollen hier erlernt werden. Auch sollen die jungen Mädchen den Wert des Bodens kennenlernen und wissen, wie der Kreislauf der Jahreszeiten draußen in der Na­tur sich vollzieht. Sie sollen lernen, was es heißt, ein deutscher Mensch auf deutschem Boden zu sein und spüren, wie zwischen Boden und Blut geheim­nisvolle Beziehungen bestehen. Und dann sollen sie ai'ch erfahren, daß es der Boden ist, der uns er­nährt und sollen wissen, wie der Boden in den Dienst des Menschen gestellt werden muß, um Erträgnisse zu liefern, die uns unser Dasein ermöglichen. Die jungen Mädchen sollen, wenn sie später, als Frauen, einmal im Leben ein kleines Siedlungs­haus, z. B. am Rande einer Stadt, ihr Eigen nen­nen, wissen, wie sie Haus und Hof zu bestellen haben.

Aber nicht nur all dies sollen die deutschen Mäd­chen während ihrer Arbeitsdienstzeit erlernen, sie sollen auch den Wert und die Bedeutung des deut­schen Wesen und der deutschen Kultur er­fahren und in ihren Heimen gemeinsam erleben. Das deutsche Volkslied, Tanz- und Hausmusik, deut­sche Märchen und Gedichte sollen hier gepflegt wer­den, auch sollen sie in gemeinsamen kleinen Spielen die Schönheiten der deutschen Sprache erkennen und verstehen lernen.

Und dann sollen sie ihren Körper pflegen, stärken und stählen. Sport und Gymnastik darf nicht vernachlässigt werden. Deutschland braucht ge­sunde Frauen. Die Pflege des Körpers und das Wissen um den Körper sollen den jungen Mädchen so nahegebracht werden, daß sie, wenn sie später wieder hinaustreten in die Gemeinschaft des Vol­kes, es ihnen als ein Lebensbedürfnis erscheint, auch weiterhin im Leben auf den Körper zu achten, ihn gesund und leistungsfähig zu erhalten.

der ihm liegenden Lebensberufsarbeit drängt. Die Berufsbildung zur Mutter muß aber immer die Veranlagung dazu voraussetzen, da die Menschheit vor allem gute Mütter braucht.

Wie sieht es in Ihrer Küche aus?

Könnten Sie Ihren Besuch jederzeit einen Blick in die Küche tun lassen? Nein? Dann ist irgend etwas nicht in Ordnung, und wir wollen uns be­mühen, den Fehler zu finden.

Es ist leider Tatsache, daß viele Frauen eine geradezu unglaubliche Unordnung um sich herum verbreiten, wenn sie in der Küche arbeiten. Es wird immer noch zu wenig bedacht, daß nichts sich mehr bezahlt macht als Ordnung. Dabei ist es so

Durch das gemeinsame Erleben von Freund und Arbeit sollen die Mädchen in sich auf­nehmen, daß alle deutschen Frauen der Schicksals- gemeinschast des deutschen Volkes angehören und daß es innerhalb dieser Gemeinschaft keine Standes- und Klassengegensätze gibt.

Die Mädchen werden in ihren Heimen das Ge­fühl für tiefe Verbundenheit aller deutschen Men­schen empfangen, so stark, daß, wenn sie später wie­der in die Volksgemeinschaft ganz eingehen, sie die­ses Wissen in die Tat umsetzen werden und ihren Volksgenossen zum Vorbild werden.

So breitet sich hier ein weites Feld aus, das große Möglichkeiten der Entwicklung und Erziehung der deutschen Frauen in sich trägt. Hoffen wir, daß aus diesem noch wenig bewirtschafteten Felde einst ein blühender Garten wird.

Es sei noch erwähnt, daß jedes deutsche Mädchen zwischen 17 und 25 Jahren sich bei dem Arbeitsdienst ihres Bezirks zum Frauenarbeitsdienst anmelden kann.

Mädchen über 25 Jahre werden nur angenom­men, soweit sie im Dienste des Frauenarbeits­dienstes, sei es als Helferin oder Führerin eines Heimes, auch späterhin bleiben wollen. Hierzu muß jedoch hinzukommen, daß die betreffende Frau ge­eignet erscheint, um späterhin eine solche Stellung ausfüllen zu können.

Die jungen Mädchen müssen sich verpflichten, daß sie mindestens 20 Wochen, diese Frist kann bis zu 40 Wochen ausgedehnt werden, in dem ihnen zu­gewiesenen Heim bleiben und sich der Hausdisziplin in jeder Weise unterordnen werden. Jedem Mäd­chenheim steht eine Leiterin vor; die Leiterinnen müssen aus dem Arbeitsdienst hervorgegangen sein.

Es ist auch für die Zukunft vorgesehen, daß die notwendige Führerinnenschicht aus den Arbeitsdienstheimen herausgesucht und in besonde­ren Führerinnenschulungskursen für ihre verantwor­tungsvolle und schwere, aber auch unendlich schöne Aufgabe, vorbereitet werden sollen. Besonders be­vorzugt sind hierbei Frauen, die schon als Lehrerin, auch Haushaltungs- und Handarbeitslehrerin tätig waren und ihr Examen mit Erfolg abgelegt haben.

Heute find rund 8000 deutsche Frauen in Frauen­arbeitsdienstheimen untergebracht, die Zahl wird wohl im Frühjahr und Sommer erheblich anschwel­len. Hoffen wir, daß all die vielen großen und schönen Möglichkeiten, die in diesem Plan liegen, sich auch in die Tat umsetzen werden und zur vol­len Entfaltung kommen.

Diese Aufgabe steht uns zu. Der Staat, das heißt unser Volk, gibt uns das herrliche Werkzeug. Es liegt an uns Frauen, jetzt zu beweisen, daß wir es richtig benutzen können. Wohlan, laßt uns an die Arbeit gehen!

leicht, die Gefahren zu umgehen, wenn man stch an die Grundregeln hält:

1. Wenn das Geschirr aus dem Zimmer zu- rückkommt, muß es von allen Resten gereinigt werden und seinen endgültigen Platz bis zum Ab­wasch bekommen. Kleine Teller kommen auf kleine, große Teller auf große. Silber in den dafür be­stimmten Topf, Gläser und Tassen zusammen auf die eine, Töpfe auf die andere Seite. Dieses Mehr an Arbeit bedeutet drei Minuten. Die sonst ent­stehende Unordnung würde mindestens eine halbe Stunde Arbeit kosten.

2. Beim Kochen muß jeder Gegenstand, soweit er nicht dauernd gebraucht wird, sofort auf seinen Platz zurückgelegt werden. Siebe, Töpfe usw. spült man gleich nach dem Gebrauch aus.

3. Einkäufe dürfen niemals achtlos im Netz oder im Korb beiseitegestellt und von Gebrauchsfall zu Gebrauchsfall daraus hervorgekramt werden. Man muß sie sofort auspacken und an ihren Auf­bewahrungsort bringen.

4. Die Küche ist kein A b st e l l r a u m für leere Wein- und Bierflaschen.

5. Papier gehört nicht auf die Erde, sondern in den Müllkasten.

6. Verschüttetes Wasser muß sofort aufgetrock­net werden.

7. Abfälle streicht man gleich auf Papier zu­sammen und wirft sie weg, damit sie nicht auf den Boden fallen und zertreten werden.

8. Zarte Gardinen und Spitzen haben in der Küche nichts zu suchen. Die feuchte Luft macht sie schon nach wenigen Tagen gelb und welk und läßt den ganzen Raum ungepflegt erscheinen.

Oer schmackhafte Eintopf.

Eine Anzahl erprobter Rezepte.

Saure Linsen mit Speck. Linsen (1 Pfund für vier Personen) werden gut abgewaschen und 24 Stunden in Wasser eingeweicht. Dann setzt man sie mit kaltem Wasser ohne Salz auf und fügt gleich so viel Essig hinzu, daß das Gericht den gewünschten Geschmack bekommt. Man tut % Pfund durchwachse­nen Speck hinein und läßt das Gericht auf kleinem Feuer richtig weich kochen. Kann auch in der Koch­kiste fertigkochen. Erst wenn es fertig ist, schmeckt man es mit Salz ab.

Bohnen mit Birnen. Weiße Bohnen wer­den am Taae vorher in kochendem Wasser einge­weicht und frühzeitig aufs Feuer gesetzt, damit sie richtig weich werden. Man setzt sie auf langsames Feuer und gibt in Viertel geschnittene, geschälte Koch­birnen hinein. Wenn die Bohnen gar sind, schmeckt man sie mit Salz ab und läßt Brühwürstchen (ein Viertelpfund für die Person) auf dem Gericht heiß werden. Man kann die Bohnen auch ohne Birnen kochen und kann dann mit etwas Pfefter abschmecken und feingewiegte Petersilie über das Gericht streuen.

Familien-Eintopf für 4 Personen. % Pfund Rauchfleisch, % Pfund weiße Bohnen, 2 Würfel Maggi's Familien-Suppe, 2 Pfund Kar­toffeln, feingehackte Petersilie. Die sauber gewasche­nen Bohnen am Abend vorher in % Liter warmem Wasser einweichen am nächsten Morgen 1 Liter Wasser dazugießen, mit dem kleingewürfelten Fleisch aufs Feuer bringen und halb garkochen. Inzwischen 2 Würfel Maggi's Familien-Suppe fein zerdrücken, in Vx Liter kaltem Wasser glattrühren, den Brei zum Fleisch gießen, die kleingeschnittenen Kartoffeln beifügen, gut durchrühren und bei kleinem Feuer garkochen lassen. Vor dem Anrichten foingehackte Petersilie darüber streuen.

Rosenkohl mit Schinken. Der Rosenkohl wird nur etwas abgeputzt und bann abgewaschen. Hierauf gibt man ihn in reichlich zerlassene Butter und läßt ihn unter häufigem Rühren weich schmo­ren, was bei einem Pfund kaum länger als eine halbe Stunde dauert. Hierauf gibt man Scheiben von gekochtem Schinken darauf, so daß sie heiß werden. Da man dieses Gericht ohne Kartoffeln ißt, muß man reichlich Rosenkohl rechnen, und zwar etwa Yi Pfund für die Person. Man kann auch in Schei­ben geschnittene gekochte Kartoffeln am Schluß hin­eingeben und diese mit durchwärmen lassen.

Deutscher Krauenarbeiisdienst.

Erziehung der weiblichen Lugeno für ihren künftigen Beruf.

Von Or. Unger

Deutsches Modeschaffen setzt sich durch.

Von Johannes Müller.

V. A.Paris zeigt am 5. Februar..." ein Satz, der um diese Zeit das Interesse der am Mode­schaffen beteiligten Kreise Jahr für Jahr in der ganzen Welt beherrscht. Don nichts anderem ist die Rede in der Konfektion und in der Modeindustrie. Aus der Statistik kann man ersehen, um welch un­geheure Summen alljährlich die Außenhandels­bilanz Frankreichs durch die Ausfuhr französischer Modelle verbessert wird. Was das für die franzö­sische Industrie bedeutet, wieviel Hände dabei be­schäftigt werden, was da gesponnen, gewebt, ge­zeichnet, geschneidert wird, ist kaum zu ermessen. Die Ueberlegung liegt nahe, inwieweit es möglich ist, das modische Können des eigenen Landes in diesen Vorgang einzuschalten.

Mit einem kühnen Schritt hat der nationalsozia­listische Staat auch hier im vergangenen Jahr den ersten Vorstoß getan. Das Deutsche Mode- Jnstitut hatte sich die Aufgabe gestellt, das schöpferische Können, das in so hohem Maße im deutschen Volke vorhanden ist, organisatorisch zu­sammenzufassen. Man denkt durchaus nicht an eine Verleugnung der Weltmode. Das Deutsche Mode- Institut hatte sich auch nicht etwa vorgenommen, eine unzeitgemäße Nachahmung alter Trachten an­zustreben Dadurch würde man ein Kulturgut, das uns allen wertvoll ist, dem sicheren Verfall über« §eben. Was aber bei uns möglich ist, das ist die örderung fchöpferifch tätiger Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Mode, um sie in einer allmählichen Entwicklung dahin zu führen, daß sie schließlich zum Segen der heimischen Industrie am Modeschaffen des Landes, ja der Welt, einen ausschlaggebenden Anteil haben. _ .... ,

Das Arbeitsgebiet des Deutschen Mode-Instituts hat in jeder Saison zwei Abschnitte. Zunächst werden auf einer großangelegten Stoffschau einem Kreis ausgewählter Modellschöpfer die letzten Erzeugnisse der deutschen Stoffindustrie gezeigt. Die zugelassenen Zeichner und Schneider bekommen hier also lange vor der Öffentlichkeit die neuesten Muster zu sehen und erhalten für die Anfertigung einzelner Modelle kleine Mengen des Materials, das sie sich aus­wählen. In den folgenden Monaten kommt dann der zweite Arbeitsabschnitt des Deutschen Mode- Instituts, die Vorführung der Modelle, die aus dem Material hergestellt worden sind, das auf der Stofffchau gezeigt wurde. Die Arbeit des Deutschen

Mode-Instituts im vergangenen Jahre war, obgleich neu und umstürzlerisch, von großem Erfolg. Im Dezember wurde diese Arbeit für die Sommer­kollektion 1934 mit der Stoffvermittlung fortgesetzt. Der zweite Akt zur Förderung der deutschen Arbeit in der Frühjahrs- und Sommermode 1934 steht be­vor. In diesen Tagen findet die Modell-Vor­führung des Deutschen Mode-Instituts in Berlin statt. Wenn die Konfektionäre aus Paris zurück­kommen, werden sie im Rahmen eines Nachmittags­tees Gelegenheit haben, die 3 0 0 besten deut­schen Modelle zu sehen, die von deutschen Künstlern aus deutschen Stoffen ge­schaffen wurden. Dann wird man sehen, daß man sich auch in der Mode nicht sklavisch dem Diktat von Paris beugen muß. Daß man an der Spree so gut wie an der Seine den Sinn für die kommende große Modelinie in der Welt hat. Die Modell­schöpfer haben sich mit großer Liebe in ihre Arbeit vertieft und vielfach bis zum letzten Knopf ihre eigenen Ideen bekundet. Neben neuen Stoffen und Zutaten zeigt das Mode-Institut auch Erzeugnisse der deutschen Pelzbearbeitung. Weiter werden bei der Modeuvorführung deutsche Frühlings- und Hoch­sommerhüte die Kleider begleiten.

Bei dem großen Interesse, das die Modelloor- führungen im vorigen Jahre erzielten, und bei dem ganz großen internationalen Erfolg, den einzelne Kleider hatten, ist anzunehmen, daß die Arbeit für deutsches Modeschaffen in diesem Jahr einen weite­ren sehr wichtigen Schritt bedeuten wird, die selb­ständige Mitarbeit der deutschen Modeindustrie an der internationalen Mode zu befestigen.

Kinder müssen an die frische Lust!

Auch wenn es kalt ist.

Von A. Liebig.

Die junge Mutter hält ein langes Selbstgespräch: Nein, heute kann ich nicht mit meinem Kinde aus­fahren, es ist wirklich zu kalt! Die Hände erfrieren einem ja beim Schieben des Wagens, und erst recht die Füße! Zu besorgen habe ich auch nichts in der Stadt nein, ich bleibe hier. Müde bin ich auch und könnte das Buch heute nachmittag so recht gemütlich zu Ende lesen. Besser wär's ja schon, wenn das Kleinchen jeden Tag ein wenig raus­käme, aber heute es ist eigentlich sogar recht schön und sonnig, ja dann müßte ich wohl doch' Die junge Mutter wendet sich zu ihrem Kleinchen und fragt:Sollen wir heute ,abba gehen?" Ein strahlendes Lächeln und freudiges StammelnAdda-

adda!" machen der Unentschlossenheit ein Ende und als das Kindchen nach prächtig gelungener Ge­dankenarbeit und JdeenverbindungWau-wau!" stammelt, da ist die Mutter entzückt über die Klug­heit ihres kleinen Schatzes und verspricht ihm viele Wau-waus" zu zeigen, und in bester Laune machen sich beide auf den Weg. Mutter und Kind verleben draußen eine prächtige Stunde. Sie scherzen und lachen miteinander und kehren mit frischen Wangen und gesundem Hunger nach Hause. Besonders schön war es, daß nichts in der Stadt zu besorgen war, unbeschwert konnte man sich ganz dem Kinde widmen.

Die junge Frau gehörte zu den Müttern, die wohl wissen, daß die Kinder auch im Winter an die Luft kommen müssen. Sie hatte nur einen kleinen Kampf mit sich auszufechten, um die Be­quemlichkeit und Unentschlossenheit zu überwinden. Schlimmer geht es den Kindern, deren Mütter aus übergroßer Sorge oder Unkenntnis sie während des ganzen Winters oder gar der ersten Frühlingstage in dem warmen Zimmer halten. Sie meinen, wenn gründlich gelüftet ist, habe man das Beste für die Kinder getan. Aber dem ist nicht so. Um gesund zu bleiben, müssen die Kinder auch an klaren Winter- und Frühlingstagen an die Luft.

Als Richtschnur, ob es nicht doch zu kalt ist für die Kleinsten, nehme man den Rat des berühmten Dr. Sinne, der da sagte, daß der Kältegrad doppelt so groß sein Dürfe w i e das Alter des Kindes. Ein halbjähriges Kind darf also z. B. bei einem Grad Kälte in die Lust, ein ein­jähriges Kind bei zwei Grad Kälte. Allerdings muß man das Kind auch zweckmäßig kleiden. Man muß darauf achten, daß zwischen dem unteren Mützen­rand und dem Halskragen des Mäntelchens im Nacken kein Zwischenraum bleibt, wo der Wind und die Kälte einbringen können. Der Mantelkragen muß hochschließen, praktisch sind die sogenannten Bubenkragen", die hoch am Halse hinaufaehen. Häkelmützchen werden mit leichtern Wollstoff ge­füttert, weil selbst dicke Häkelmaschen recht wind- durchlässig sind. Die meisten Kleinen sind nicht dazu zu bewegen, die Händchen unter der Decke zu halten. Handschuhe ziehen sie mit besonderer Vorliebe wie­der aus. Da ist es sehr praktisch, die Aermel des warmen Mäntelchens so lang zu machen, daß die­selben über bie Häubchen fallen unb diese dadurch ganz gut warm gehalten werden.

Zum Schutz für die Hände der Mutter umhäkelt man mit dicker Wolle bie Lenkstange des Wagens. Man wirb merken, wie gut das tut.

So verpackt, kann man getrost die Fahrt ins Freie unternehmen, und solche Kinder, die täglich ihre Lunge mit frischer Lust füllen können, werden

selten oder gar nicht mit den bekannten und mit Recht gefürchteten Erkältungserscheinungen behaftet fein.

Kleine Kniffe große Hilfe.

Starke Gerüche beim Porzellan. Um Fisch-, Zwiebel- und andere Gerüche vom Geschirr zu beseitigen, legt man in das Spülwasser ein Stück Zitronenschale. Diese zieht den Geruch vollständig in sich auf und gibt dabei dem Porzellan gleichzeitig schönen Glanz.

Große Kartoffeln kochen sich gewöhnlich nicht ganz weich, zumal wenn sie mit kleineren zu­sammen gegart werden. Sie werden aber bestimmt weich, wenn man sie im rohen Zustande ein- oder zweimal ganz durchsticht.

Ein vortreffliches Fleckenwasser. Ein billiges und gut wirkendes Fleckenwasser erhält man auf ganz einfache Art. Man mischt 30 Gramm Salmiakgeist, 30 Gramm Weingeist, 4 Gramm La­vendelöl unb 15 Gramm Regenwasser. Vor jebem Gebrauch ist bie Flüssigkeit gut umzuschütteln. Dieses Fleckwasser kann zur Entfernung von Flecken aller Art in echtfarbigen, wollenen baumwollenen unb leinenen Stoffen verwenbet werben. Nachbem man bie betreffenben Stellen mit biefem Wasser gut ge­feuchtet hat unb bie Flecken verschwunben sind, wäscht man sie in reinem Wasser aus.

Kunstseibene Wäsche. Kunstseibene Hem- ben unb Schlüpfer sollte man vor bem ersten Tra­gen burchwaschen, bamit alle Reste ber Herstellung beseitigt werben.

Ueberschuhe bebürfen der richtigen Pflege. Schmutzflecke müssen nach dem Trockenwerden mit einer harten Bürste entfernt werden. Ueberschuhe soll man sofort nach Gebrauch mit Wasser vom Schmutz säubern und mit einem trockenen Tuch nach- polieren. Damit das Jnnenfutter auf Abendschuhe nicht abfärbt, ziehe man über diese sogenannte Schützer. Man erhält sie in jedem Schuhgeschäft.

Enge Handschuhe zu erweitern. Die zu engen Handschuhe wickelt man in ein feuchtes, wei­ßes Tuch und lasse sie mehrere Stunden darin lie­gen. Man wickle sie am besten so ein, daß zwischen jeden Handschuh eine feuchte Stofflage kommt, so daß er von beiden Seiten durchseuchtet wirb. Das Tuch barf allerdings nicht zu naß sein, weil sonst die Farbe des Leders leiden könnte. Nimmt man die Handschuhe nach mehreren Stunden heraus, so sind sie gut dehnbar geworden.

Gummimäntel dürfen nicht am Ofen getrock­net werden, da ber Gummi burch bie Wärme platzt.