Einzelbild herunterladen

den von Masken nahezu völlig fehlle. Soweit man von Masken überhaupt etwas bemerkte, waren es in der Hauptsache Kinder, die sich in den verschie­densten, meist aber recht primitiven Kostümierungen dem Mummenschanz widmeten. Auch von Musik- gruppen, die früher immer etwas Leben in den Trubel brachten, war gestern kaum etwas zu hören, soweit es aber der Fall war, konnte man von Ori- ginellität kaum sprechen.

Erst gegen Abend zeigten sich einige Erwachsene mehr im Kostüm, namentlich wurde das Straßen­bild von erwachsenen Närrinnen und Narren be­lebt, als es Zeit war, den verschiedenen Faschings­lokalen zuzustreben, um dort noch rechtzeitig zu Be­ginn Unterkunft zu finden. Bei diesem Zuge der Masken war als bemerkenswert die Tatsache fest­zustellen, daß die Frauenwelt für ihre Maskeraden eine besondere Vorliebe für Hosenrollen bekundete, die Männer dagegen reichlich bürgerlich" verfuhren und es lediglich mit einer karnevalistischen Kopf­bedeckung und einigen Farbstrichen im Gesicht be­wenden ließen. Hinsichtlich des Karnevalsbildes in den Straßen kann man also mit Recht nur von einer schwachen Kopie des Faschings sprechen, der hier eben nicht recht Wurzel schlagen kann.

Trotzdem war die karnevalistische Fidelitas überall, besonders aber in den Lokalen, recht groß und andauernd. Während der ganzen Nacht, na­mentlich in den Morgenstunden, wurde man selbst in den stilleren Außenbezirken durch den mehr lau-

Teile dein Brot mit den Hungernden! Spende für das Winterhilfswerk!

ten, als schönen Gesang der Heimkehrer daran er­innert, daß sich die Wende zwischen Fastnachtdiens­tag und Aschermittwoch vollzogen hatte. Die Ueber- wmdung dieser Trennungslinie nahm für zahlreiche Anhänger des tollen Karnevalsprinzen so reichlich Zeit in Anspruch, daß sie erst heute in den frühen Morgenstunden, als andere Leute schon wieder den Arbeitsplätzen zustrebten, zum größten Teil in schwankender Fahrt mit reichlicher Schlagseite dem heimatlichen Hafen zusteuerten. Wenn auch heute vormittag ein saurer Hering oder verschiedene Py- ramidontabletten nun den Krieg gegen den Kater zu führen haben, so werden dieLanglebigen" des Karnevals aber doch der Meinung sein, daß es schön war im Reiche Sr. Tollität.

Erfreulich ist schließlich noch die Tatsache, daß der ganze Faschingsrummel sich in schönster Harmonie und ohne Störung der öffentlichen Ordnung ab­wickelte.

Zwei Faschings -Heimkehrer betrachten den Mond.. .

Ist das der Mond? Der sogenannte Mond? Wer hat ihn wohl so elegant geputzt?

Wer wohl auf diesem Himmelskörper wohnt?" Das ist mir gleich, weil es mir doch nichts nutzt!"

Siehst du, wie er, so wie der Dichter sagt, jetzt milde lächelt?"Nun, so laß ihn doch! Wenn ihm sein Lachen selber so behagt, so soll er ewig lachen, noch und noch."

Er sieht herab mit seinem Silberlicht auf diese Erde, die sich ewig dreht." Das ist doch Unsinn. Sehen kann er nicht, so wenig, wie er durch die Wolken geht."

Ein Blender ist er, ohne Saft und Kraft. Don Wärme und Behagen keine Spur." Auch die Beleuchtung ist höchst mangelhaft;

er mißversteht die Absicht der Natur."

Was soll er da! Was grinst er Jahr um Jahr! Was hat das Ganze denn für Zweck und Sinn? Er ist doch überflüssig offenbar ..."

Du hast schon recht! Wo soll er aber hin!" Puck.

Raffenhygienischer Fortbildungskursus im NS -Aerziebund

am 17., 18., 24. und 25. Februar in Gietzen.

Beginn am 17. Februar, 14 Uhr, im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. Ort der übrigen Vorlesungen wird jeweils bekanntgegeben.

Vortragsfolge:

17. Februar:

1718 Uhr: Dr. Groß, Leiter des Aufklärungs­amtes für Bevölkerungspolitik und Rassen­pflege, Berlin: Nationalsozialis­mus und Rassenhygiene. Aula oder Großer Hörsaal der Universität.

2022 Uhr: Dr. Graf: Vererbungslehre. Physiologisches Institut, Friedrichstraße.

18. Februar:

910 Uhr: Dr. Graf: Variationslehre.

1011 Uhr: Dr. Kranz: Menschliche Vererbungs­lehre.

1112 Uhr: Dr. Kranz: Rassenkunde des deut­schen Volkes.

1415 Uhr: Dr. Kranz: Judenfrage und Rassen­mischung.

1516 Uhr: Privatdozent Dr. Schmidt: Rassen­seelenkunde.

1617 Uhr: Professor Staemmler, Chemnitz: Geburtenrückgang (Ursache und Bekämpfung).

2 4. Februar:

1416 Uhr: Privatdozent Dr. Luxemburger, München: Psychiatrische Erbprognose und Praxis.

1718 Uhr: Professor v. Verschuer: Zwillings­forschung.

1819 Uhr: Professor v. Verschuer: Ehebera­tung.

2 5. Februar:

910 Uhr: Priv. Dr. Richter: Die Rassen in der Frühgeschichte.

1011 Uhr: Professor von Jaschke: Technik der Sterilisation. (Nur für Aerzte.)

1112 Uhr: Dr. Kranz: Bevölkerungspolitik.

1416 Uhr: Professor Hoffmann: Die rassen­hygienischen Gesetzesmaßnahmen der Reichs­regierung.

1617 Uhr: Dr. Astel, Präsident des Landesamts für Rassewesen in Thüringen: Die rassen­biologische Familienkunde im Dienst der Erb- bestandsaufnahme.

17. Februar:

Abends: Zwangloses Beisammensein im Hotel Hindenburg".

Kursbeitrag: 3, RM.

Für auswärtige Aerzte kostenlose Unterbringung in den Kliniken.

Anmeldungen umgehend an den Unterzeichneten. Gez.: Dr. Kranz, Gießen, Frankfurter Straße 24, Obmann des NS.-Aerzte-Bundes und Leiter der Abteilung für Erbgefundheits- und Rassenpflege der

Hessischen Aerztekammer.

Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der DAI.)

In dieser Woche findet für alle Amtswalter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder die Schulung über dasGesetz zur Ordnung der nationalen Ar­beit" statt, und zwar:

1. in Grünberg am Freitag, 16. Februar, ab 20 Uhr, bei Pg. Becker (Taunusbecker);

2. in Gießen am Samstag, 17. Februar, ab 20 Uhr, im großen Saal des Hauses derDeutschen Arbeitsfront" Schanzenstraße 18.

Die Amtswalter und Betriebsratsmitglieder be­suchen an dem Orte den Vortrag, wo sie auch zur Schulung eingeteilt sind.

Heil Hitler!

gez. Herm. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront.

F. d. B.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann.

Ortsgruppe des Stahlhelm, BdZ.

Donnerstag, 15. Februar, 20 Uhr Appell aller verpflichteter Kameraden im Stahlhelmheim. Eintritt in den Saal nur gegen Vorzeigen des Mit­gliedsbuches. Kamerad Kreisführer Dr. Dehner wird über die Lage berichten.

Damit pünktlich begonnen werden kann. Antreten ab 19.30 Uhr empfohlen.

Der Ortsgruppenführer.

MaxSauthendeyAusstellunginGießen

Zum ersten Male wird der deutschen Oeffentlich- keit jetzt durch die Ausstellung von Original-Aqua­rellen ein Ueberblick über das malerische Schaffen des Maler-Dichters Max Dauthendey aegeben. Das deutsche Volk hatte diesen Dichter deutscher Heimat­liebe und deutschen Heimwehs kaum gekannt. Aber heute wird jeder, der in seinem Blute fühlt, was deutsches Wesen ist, den Weg zu ihm finden. Dau­thendey, der vor nunmehr 15 Jahren in englischer Kriegsgefangenschaft in Jave aus Sehnsucht und Heimweh nach seinem geliebten Vaterland gestorben ist, nachdem alle Bemühungen, ihn gegen einen eng­lischen Offizier auszutauschen, erfolglos waren, ist wohl eines der seltsamsten Kriegsopfer geworden, das es in der Welt gegeben hat. Dauthendey hat lange zwischen dem Maler- und dem Dichterberuf geschwankt. Es hat kaum einen Dichter gegeben, der stärker als Maler empfand und alle Dinge um sich in Farben erlebte. Die Ausstellung wird in ihrer Farbenprächtigkeit diese starke Doppelbegabung be­kunden. Annie Dauthendey, die Dichterfrau, wird vom Leben und Schaffen des Dichters erzählen.

Gietzener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 13. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing, das Pfund 15 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1, bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 30 bis 50, Kartoffeln 3 bis 3XA, der Zentner 2,80 bis 3, Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 10 bis 20, junge Hähne 75, Suppenhühner 70, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50 Pf., Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf.

Tageskalender für Mittwoch. Stadt­theater: 19.30 bis 22 Uhr,Das Konzert". Ober- hefstfcher Kunftoerein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Gruß und Kuß, Veronika". Johannes- saal: 20 Uhr, Evangelisations-Vortrag von Evange­list Gehring, Möttlingen. Saal der Stadt­mission: 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist K r u p k a. KDAJ., Bezirk Gießen, 20.30 Uhr, Cafö Ebel, Schulungs- und Sprechabend, Vortrag von Prof. Dr. Hummel überMarxismus, Libe­ralismus, Nationalsozialismus". Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, und NS.-Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus, öffentliche Versammlung, Vortrag von Prof. Dr. Mayer überDie geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich". Orts­gruppe Gießen-Mitte, 20.30 Uhr, Astoria-Lichtspiele, Vorführungen von Lichtbildern; Zellenversammlung der Zellen 1 bis 6 und der Frauenschaft.

Der Oberhessische Geschichtsver- e i n veranstaltet am morgigen Donnerstag seinen letzten Vortrag in diesem Winter. Universitätsbiblio­thekar Dr. W a l b r a ch wird einen Vortrag mit Lichtbildern über das ThemaDas rheinfränkische Gebiet als geschichtliche Einheit" halten und damit das Ergebnis der in den verschiedensten Richtungen geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Art angestell­ten Untersuchungen darbieten. (Siehe gestrige An­zeige.)

** B e i einer Notlandung im Nebel abgestürzt. Auf dem Wege von Gießen nach München stürzte am Montagnachmittag bei dem Versuch einer durch den Nebel erzwungenen Not­landung das Sportflugzeug D1858 ab und erlitt schwere Beschädigungen. Der Insasse D r. Noll zog sich dabei Kopfverletzungen zu und mußte in das Krankenhaus nach Nürnberg eingeliefert werden.

* * Kleine Unfälle. 5n der vergangenen Nacht ereigneten sich einige kleinere Unfälle. Ein hiesiger Metzgergehilfe mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne mit einer Kopfverletzung von seiner Wohnung aus in die Chirurgische Klinik gebracht werden. In der Chirurgischen Klinik fand sich ein Mann mit Schnittoerletzungen an beiden Händen ein. Beide mußten sich in der Klinik verbinden lassen.

Amtsgericht Gietzen

Zwei Einwohner von Gießen erhielten Straf­befehle von 3 bzw. 3 Mk., gegen die beide Einspruch einlegten. Die Angeklagten sammelten im Schiffen- berger Wald Holz und wußten nicht, daß sie staat­liches Gelände betreten hatten. Die Strafe des einen Mannes wurde auf 2 Mark herabgesetzt, während das Gericht die gegen den andern Mann im Straf­befehl ausgesprochene Strafe aufrechterhielt, da sich der Angeklagte dem Förster gegenüber ungebührlich benahm.

Wegen Felddiebftahls erhielt ein Arbeiter aus Gießen einen Strafbefehl in Höhe von 1 Mark. Der Angeklagte sammelte mit seiner Familie Brom­beeren. Auf dem Nachhauseweg las er herunter­gefallene Aepiel aus. Der gegen den Strafbefehl eingelegte Einspruch wurde kostenpflichtig verworfen.

Eine Goststätteninhaberin von hier wurde ange­troffen, als sie nach '/r3 Uhr nachts noch geistige Getränke verabreichte. Sie erhielt deshalb eine Geldstrafe von 10 Mark, wogegen sie Einspruch einlegte. Dos Gericht wies entsprechend dem An­trag des Staatsanwalts den Einspruch kostenfällig zurück.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen.

wg. Großen-Buseck, 13. Febr. Der G e - sangoereinGermania" hielt am Samstag im Saale von H. Brück sein Wintervergnügen ab, das außerordentlich gut besucht war. Nach einem schneidigen Marsch und nach einem Lied des Chors des Vereins hielt der Vereinsführer Karl B o n a - r i u s eine Ansprache. Er rief die Ereignisse des vergangenen Jahres in die Erinnerung zurück und betonte, daß sich die nationale Erhebung auch für das deutsche Volkslied günstig ausgewirkt habe. Er forderte besonders die jüngere Generation auf, sich in den Dienst des deutschen Liedes zu stellen. Nach der Ehrung einiger Mitglieder für 25jährige Zu­gehörigkeit zum Verein schloß der Redner seine An­sprache mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf Füh­rer und Vaterland. Im Verlaufe des Abends ge­langten drei Theaterstücke zur Aufführung, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Musikalische Darbietungen füllten die Pausen.

? Reiskirchen, 12. Febr. Gestern abend hielt der hiesige TurnvereinGut Heil" sein diesjähriges Wintervergnügen ab, das als Werbe­turnen in größerem Stil eine ganz besondere Note hatte. Der Saal war bis auf den letzten Platz ge­füllt, als unter flotter Marschmusik des eigenen Spielmannszugs das im vorigen Jahre geweihte Vereinsbanner eingebracht wurde, von einer unge­zählten Schar Schüler, Schülerinnen, Turnerinnen und Turnern geleitet, die auf der Bühne Aufstellung nahmen. Zunächst begrüßte der 1. Vorsitzende Müller die Gäste und dankte den Eltern und Erziehern, daß sie so zahlreich ihre Kinder in die Turnstunde schicken. Namentlich sei es zu begrüßen, daß im vergangenen Jahre eine Frauenriege und eine Schülerinnenabteilung zusammengestellt wor­den seien, die nun zum erstenmal in der Oeffent- lichkeit Proben ihres Könnens abgeben wollten. Anschließend übereichte er den Turnerbrüdern Karl Schäfer, Heinrich Damm und Christian M ö - b u s III. die Dereinsehrennadel für 25jährige Mit­glied schäft. Dann folgte Schlag auf Schlag die Vor­führung der teilweise recht schwierigen Hebungen an Barren, Reck und die Freiübungen, die manch­mal mit stürmischem Beifall belohnt wurden. Ein kleines Theaterstück zeigte auch die lustige Seite des Turnerlebens. Bald war der turnerische Teil erledigt und alt und jung verblieb noch in echt tur­nerischem Geiste zum Tanz beisammen.

y Bersrod, 12. Febr. Dieser Tage hatte die Ortsgruppe Bersrod der NSDAP, ihre neuen Mitglieder zur Ausgabe der Mitgliedskarten in das Parteilokal Becker eingeladen. Im festlich geschmückten Saale begrüßte zunächst flotte Marsch­musik des Posaunenchors Bersrod. Ortsgruppen­leiter Pg. Hofmann hieß alle herzlich willkom­men. Dann sprach Ortsgruppen-Schulungs- und Propagandawart Pg. Heß (Winnerod) von dem großen Ziel und den Aufgaben des Nationalsozia­lismus, der Volksgut im wahrsten Sinne des Wor­tes geworden sei. Mitzuhelfen beim Aufbau sei Pflicht aller. An erster Stelle ständen die Partei­mitglieder, die durch ihre Zugehörigkeit zur Partei nicht größere Rechte, sondern größere Pflichten übernehmen. Nach dem Horst-Wessel-Lied erfolgte die feierliche Verpflichtung der neuen Mitglieder durch Handschlag. Nach dem Schlußwort blieb man, nachdem durch den Ortsgruppenleiter noch einige Fragen parteiamtlicher Art erledigt worden waren, noch einige Stunden in geselliger Unterhaltung bei­einander.

(D Weitershain, 13. Febr. Am Samstag­abend hielt der hiesige Kriegerverein im Saale der Gastwirtschaft Dietz seinen Familien­abend ab. Hierzu hatte sich außer den Mitgliedern eine große Zahl Gäste eingefunden. Der Dereins- führer Lerch hieß die Teilnehmer willkommen. Es gelangten drei Tonfilme zur Vorführung, die einen guten Eindruck hinterließen. Der Gesangverein und die NS.-Frauenschaft umrahmten die Aufführungen mit einigen Liedern.

* jungen, 13. Febr. Im Laufe des geftrigen Tages wurde hier ein Wanderbursche, der die nationale Bewegung durch Redensarten verächtlich machte, fest genommen und dem Richter vorgeführt

* Villingem , 13. Febr. Richard Keiber von hier wurde zum Gemeinderechner unseres Ortes bestellt und verpflichtet.

Strcie Alsfeld.

w Alsfeld, 13. Febr. Am Samstag veranstal­tete die Arbeitsdienstabteilung Alsfeld im großen Saale desDeutschen Hauses" einen Kameradschaftsabend, der einen vollbesetz­ten Saal brachte. Es war die erste Veranstaltung, mit welcher das Arbeitsdienstlager in die Öffent­lichkeit trat. Sie war von dem Gedanken geleitet, Kameradschaftsgei st und Volksgemein­schaft mit der Bürgerschaft der Stadt Alsfeld zu pflegen. Der Abteilungsführer, Oberfeldmeister Frickhoeffer, sprach einleitend herzliche Be° grüßungsworte, bei denen er den Sinn und die Be­deutung des deutschen Arbeitsdienstes erläuterte. Ein von Angehörigen des Arbeitsdienstes gestelltes, recht wirkungsvolles lebendes Bild stellte den frei­willigen Arbeitsdienst dar. Ein Schauspiel in zwei Akten,Deutsche Treue", dargestellt von Angehöri­gen der Arbeitsdienstabteilung, gab ein packendes Bild von der Not des Grenzlanddeutschtums. In bunter Folge wechselten dann allerlei Weitere Büh- nenvorträge. Besonders gut gefielen die gymnastr schen Hebungen, die mit großem Beifall ausgenom­men wurden. Den musikalischen Teil der Veranstal­tung hatte die 25 Mann starke Gruppenkapelle über­nommen, die mit ihren flotten Märschen und ihrer sonstigen Hnterhaltungsmusik dankbare Zuhörer fand. Die ganze Veranstaltung machte einen vor­züglichen Eindruck und zeigte den Geist echter Ka­meradschaft und guter Disziplin des Arbeitsdienstes.

ll. Merlau, 13. Febr. Die Sängerver­einigungEintracht - Sängerkranz" hielt am Sonntag im Hörlefchen Saal ihr Winter- oergnügen aU. Ein Marsch der SA.-Kapelle und der Sängergruß leiteten die Veranstaltung ein. Der- einsführer Demger begrüßte die Teilnehmer, er­innerte daran, daß der Verein bereits 52 Jahre bestehe und stets bestrebt gewesen fei, das deutsche Lied zu pflegen. Er forderte die männliche Jugend des Dorfes auf, durch aktive ober passive Mitglied­schaft die Sache des deutschen Liedes zu fördern. Nachdem der Chor ein Lied gesungen hatte, ge­langte ein Theaterstück zur Aufführung, das den Kampf der SA. um das Vaterland schilderte Das Stück wurde ausgezeichnet wiedergegeben. Im wei­teren Verlaufe des Abends gelangte noch ein Schwank zur Aufführung, der herzliches Lachen auslöste. Unter der Leitung von Chorleiter- bus (Reiskirchen) wurden noch verschiedene Lieder vorgetragen, die lebhaften Beifall fanden. Eine Sammlung für die Winterhilfe erbrachte den Be­trag von 10 Mark.

ll. Atzenhain, 13. Febr. Der hiesige Krie- gerverein hielt dieser Tage in der Wirtschaft von Johannes Schmidt seine Generalversamm­lung ab. Der Führer des Vereins, Kamerad Scheich, ehrte zunächst die im Jahre 1933 ver­storbenen Mitglieder und gab dann einen Rückblick auf das vergangene Jahr der nationalen Erhebung. Die Rechnungsablage gab keinen Anlaß zu Bean­standungen, so daß dem Rechner Emil Becker so­wie dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt wer­den konnte. Der Vorstand soll in der bisherigen Zusammensetzung bestehen bleiben. Die älteren Vereinsmitglieder traten, soweit sie nicht schon der SA. angehören, geschlossen der SA.-Reserve II bei. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Führer beschlossen. Die Lebensmittel- Haussammlung in unserem Orte ergab 98 Pfund Wurst und Speck.

st. K i r t o r f, 13. Februar. Das Ergebnis der Sammluna'vom Eintopfgericht belief sich auf 15,50 Mark gegenüber 40,50 Mark im Vor­monat. In Ober-Gleen betrug das Ergebnis 49,45 (46,77) Mark.

st. Kirtorf, 13. Febr. Die hiesige Freiwil­lige Feuerwehr hielt in der Gastwirtschaft Zur Krone" ihre Generalversammlung ab. Der erste Führer, Kamerad Friedrich L i e h r, sprach zunächst von der Bedeutung des Jahres 1933 und der natio­nalen Erhebung; gleichzeitig kennzeichnete er die Stellung der Freiwilligen Feuerwehr im neuen Deutschland. Es sei Ehrenpflicht jedes Feuerwehr- mannes, treu zu unserem Volk und Vaterlande zu stehen. Die Ansprache klang in einem dreifachen Sieg-Heil!" auf den Führer und das Vaterland aus. Der erste Adjutant K. Gleißner trug so- dann die Jahresrechnung vor, die mit einem Heber» schuß abschloß. Dem Rechner wurde Entlastung er­teilt. Es wurde beschlossen, diejenigen Kameraden, die schon über 40 Jahre aktiv der Feuerwehr ange- hären, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, diejenigen Mitglieder, die den gleichen Zeitraum Mitglieder, aber nicht mehr aktiv find, sollen als beitragsfreie Mitglieder geführt werden. Zum Schluß ermahnte der Führer, auch im Jahre 1934 treu zum Führer Adolf Hitler zu stehen. Im kameradschaftlichen Teil der Versammlung machte der zweite Führer Wil­helm L a t h e r (Ortsgruppenleiter des Reichsluft- schutzbundes) auf die Notwendigkeit des zivilen Luft­schutzes aufmerksam und forderte zum Beitritt zur Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes auf. 17 Kame­raden meldeten sich an. Die Ortsgruppe des Reichs­luftschutzbundes zählt nunmehr 58 Mitglieder.

Kreis Lauterbach

Lauterbach, 13. Febr. Die hiesige V er­einigung ehemaliger 116er hielt dieser Tage im Johannisberg ihre Generalversammlung ab. Vereinsführer Burg gab zunächst einen Heber­blick über die Geschehnisse des Jahres 1933 und schloß mit dem Wunsche, daß es möglich fein möchte, jeden Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen. In stillem Gedenken wurde sodann der verstorbene Kamerad B e i l i ck e geehrt. Der Vereinsführer er­stattete im Anschluß Daran Bericht über das ver­flossene Geschäftsjahr. Mehrere hilfsbedürftige Ka­meraden wurden durch Geldbeträge unterstützt. An das Lauterbacher Hilfswerk wurden 25 Mark als Spende abgeführt. Die Rechnung ergab einen Bar­bestand von 517,38 Mark und wurde für richtig befunden. Zu Revisoren für 1934 wurden W. Kiehl und K. Kraft bestimmt. Hinsichtlich der SA.-Reserve II gab der Führer die Ausschreibun­gen bekannt. Kamerad Berghäuser machte hier­zu ergänzende Ausführungen. Dem Lauterbacher Winterhilfswerk sollen auch für dieses Jahr 25 Mark überwiesen werden. Ferner wurde ein Betrag von 150 Mark sichergestellt, der es jedem Kameraden ermöglichen soll, an der im August stattfindenden Anloy-Feier in Gießen teilzunehmen. Für die Folge sollen in jeder Versammlung von den Kameraden Vorträge über Front- und Kriegserlebnisse gehalten werden.

Riesiges Faschingstreiben in Frankfurt

LPD. Frankfurt a. M., 13. Febr. Frankfurt hat sich zwar noch nicht wieder zu dem Versuch auf« schwingen können, einen allgemeinen Faschingszug auf die Beine zu stellen nichtsdestoweniger war auch die Großstadt Frankfurt drei Tage lang von einem närrischen Leben und Treiben erfüllt, wie es in gleichem Ausmaß bisher kaum der Fall war. Namentlich am Dienstagabend erreichte das Fa­sch i n g s t r e i b e n einen s o riesigen Um­fang, daß jeder Verkehr im Zentrum der Stadt unmöglich war. Hauptwache, Zeil und Kaiserstraße waren von dichten Menschen­massen besetzt, die sich Pritschen- und Konfettischlach­ten lieferten und dem Maskentreiben mit mehr oder weniger humorvoller Fröhlichkeit den Rahmen ga­ben. In allen Lokalen herrschte riesiger Faschings­betrieb, der erst in den frühen Morgenstunden des Mittwoch sein Ende fand.

Das Autounglück in Mainz.

LPD. Mainz, 13. Febr. Zu dem bereits gemel­deten Autounglück, das zwei Menschenleben forderte, erfahren wir noch: Die Insassen des Wagens, der Bäcker Adolf Leiser, geboren 1896 in Dörzbach, wohnhaft in Darmstadt; der Flugzeugbauer Willi Häuf, geboren 1906 in Darmstadt; Fräulein Hed­wig Rett und Frau Schnellbecher aus Darm- stadt, hatten sich den Rosenmontagszug angesehen und dann einen Rundgang durch die Stadt gemacht. In den späten Abendstunden wollten sie nach Hause fahren und haben sich in der Nähe des Rheins nach dem Weg erkundigt. Offenbar haben sie jedoch die Auffahrt zur Sttaßenbrücke übersehen und gelang­ten an den Rhein etwas unterhalb der Anlegestelle der KöllvDüsseldorfer Dampsschifsahrts-Gesellschaft. Als der Fahrer das Wasser bemerkte, wollte er den Wagen noch nach links Herumsteuern, stürzte jedoch über die Böschung herab. Das Auto über­schlug sich und blieb seitlich liegen, so daß die Män­ner nach unten, die Frauen nach oben zu liegen kamen. So kam es, daß die Frauen gerettet werden konnten, während die Männer trotz des niedrigen Wasserstandes von etwa 70 Zentimeter erstickten. Für die beiden Frauen besteht keine Lebensgefahr mehr.

Zweites Todesopfer des Mainzer Motorradunglücks.

LPD. Mainz, 13. Febr. Der bei dem gestern gemeldeten Motorradunglück schwer verletzte Georg Lorsch ist in der Nacht zum Montag eben­falls seinen Verletzungen erlegen, so daß nun z w e t Tote zu beklagen sind.

Sprcmn"nden der Redaktion.

18 bU 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.