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dem paraguaynischen Fort Mutchatado auf Erkun­digung. 21ber das sage ich Ihnen", die Stimme des Kommandeurs ist eisig geworden,machen Sie drü­ben Bruch und trudeln Sie ab, so lasse ich Sie mit einer Sonderstafsel herausholen, nur um Sie vor ein Kriegsgericht zu stellen!"

Am anderen Nachmittag um 4 Uhr ist Start. Hell spiegelt die subtropische Sonne aus den silberigen Flächen des Eindeckers. Heber 2000 Meter schraubt sich Raul hoch. Dann sieht er tief unter sich quer über eine Waldlichtung mit schweren Baumstäm­men verschlagen die Stellung der eigenen Truppen. Er geht tiefer herunter. Dort die paraguayanische Stellung. Das gleiche Blid. Er hat die automatische Photographie eingeschaltet.Madre de dios! Ein neues feindliches Neseroedepot! Und nur 1500 Me­ter hinter der vordersten Linie. So eine Frechheit! Die Mitteilung allein wird den Flug verlohnen.

Doch weiter muh er. Wieder klettert die Maschine auf 2000 Meter. Eine halbe Stunde fliegt er so im 200-Kilometertempo. Hurra, dort die unregel­mäßigen Erhebungen im Gelände, das muß das Fort Mutchatado sein! Mit abgestelltem Motor läßt er die Maschine in Spiralen tief und tiefer gehen. So! Jetzt ist die Sicht gut. Wieder arbeitet der automatische Photoapparat.

Pfff, pisff, Piff, Piff, Piff, piffpiffpiff sausen jetzt Infanterie- und Maschinengewehrsaloen gegen ihn hoch. Donnerwetter! Die Sache fängt an, ungemüt­lich zu werden. Scheinwerfer flammen auf. Steil- auf nimmt der Silbervogel wieder seinen Weg. 2000, 2500 Meter zeigt das Höhensteuer. Leutnant de Cartena strahlt über das ganze Gesicht. Was kann jetzt noch passieren! Die Aufgabe glänzend gelöst und dem Silbervogel nicht das geringste pas­siert!

Eine halbe Stunde fliegt er wieder hoch über den Wolken. Dann bleibt sein Blick wie gebannt am Geschwindigkeitsmesser hasten: 180 170 150, immer schneller zittert der kleine Zeiger zurück. Ein Blick auf die Gasolinuhr. Heilige Mutter Gottes! Nur noch zehn Liter! Also haben sie doch getroffen beim Fort Mutchatado und den Reservetank zer- fiebt! Mit den letzten Litern klemmt er die Ma­schine noch drei-, vierhundert Meter höher. Nur eine Rettungsmöglichkeit bleibt. Im Gleitflug über die feindlichen Linien kommen und irgendwo landen.

Immer tiefer gleitet der Silbervogel. Noch ist die vorderste Stellung weit. Er muß einsehen, daß sein letztes Hoffen vergeblich ist. Da durchzuckt ihn ein abenteuerlicher Einfall: Alles oder nid)ts heißt es jetzt. Ein letztes Herumschwenken der Maschine. Dann gleitet sie parallel zur Front. Leutnant de Cartena beugt sich weit aus dem Führersitz. Weit vor ihm eine langgestreckte schmale Lichtung im Urwald. Die Maschine setzt leicht auf, holpert noch hundert Meter und bleibt dann stehen. Fieberhaft schnell macht der junge Offizier eine Positionsbe­stimmung, so gut es geht. Es muß stimmen! Ein paar hundert Meter, höchstens ein Kilometer von hier muß das neue paraguaynische Reservedepot fein, das er am Nachmittag überflogen. Da muß es auch Benzin geben!

Erst trägt er mühsam das Schwanzende herum und dreht die Maschine zu neuem Start. Ein letzter Blick auf Kompaß und Karte. Dann macht er sich auf den Weg nach dem Urwald. Mit dem Dolch­messer schlägt er den selbstgebahnten Wea frei von Lianen und Schlinggewächsen. Plaß muß sein, wenn er nachher mit den schweren Benzinkannen zurück­rennt.

Einen halben Bogen schlägt er noch, wie er die Wachtfeuer aufblinken sieht. Dann ist er am Rande einer Lichtung. Glück muß man haben: Nur an einem Ende leuchten Feuer. Die Baracken selbst liegen im Dunkel. Leise schleicht er von Wellblech­schuppen zu Wellblechschuppen. Endlich ist es der Richtige. Die Tür ist unverschlossen. Jrn Schuppen stapeln sich die Blechkanister. Er schleppt zwei bis zur Tür. Wie er heraustritt, steht ein paraguay- nifcher Wachtposten vor ihm. Der denkt an keine Gefahr und hält ihn für einen Kameraden.

Mit einem Satz ist der junge Offizier hochge­schnellt. Ein Fausthieb trifft den Posten direkt un­ter das Kinn, daß er wie ein gefällter Baumstamm hinschlägt. Das eigene Taschentuch stopft Leutnant de Cartena ihm in den Mund als Knebel. Mit raschen Messerschnitten zerschneidet er den Gewehr­riemen. Damit fesselt er dem Paraguayaner not­dürftig Hände und Füße. Aus den Schultern schleppt er ihn dann dreißig, vierzig Meter ins Gebüsch. Bis sie ihn da finden, ist er über alle Berge.

Wieder rennt er zurück zum Schuppen. Dann stehen auch zwei Benzinkanister sicher hinter den ersten Waldstämmen.

Einen Augenblick verharrt er. Noch einmal um­faßt sein Blick das feindliche Reservedepot. Dann geht ein Leuchten über seine jungen energischen Zügen: Jetzt wird er es dem Oberstleutnant Sar- piento einmal zeigen. Noch einmal schleicht er zurück zum Schuppen. Auf der Erde liegend ritzt er mit dem Dolch einen zwei Meter langen Grasstreifen aus dem Boden. Dann holt er einen dritten Benzin­kanister aus dem Schuppen. Langsam läßt er den

ausfaufen. Wie Wasser läuft das Benzin seinen Weg zu dem tiefliegenden Schuppen herunter und bildet bald weite Lachen rings um die Wellblech­baracke. So. Jetzt ist die Kanne leer. Der Leutnant bückt sich. Kurz glüht ein Streichholz auf. Dann zuckt eine blaue Flamme, springt schnell den schma­len Bodenkanal entlang und hüllt den ganzen Schuppen dann in ein magisches Licht.

Keuchend rennt der junge Fliegeroffizier mit den Benzinkannen durch den Wald. Eine Explosion donnert auf, und Feuersäulen erhellen den Wald taghell. Dann ist er beim Silbervogel. Den Tank gefüllt! Er klettert in den Führersitz. Das Lärmen des anspringenden Motors geht unter im Krach der

andauernden Explosionen. Jetzt hat das Feuer wohl die Munitionsschuppen erreicht. Ununterbrochen prasselt es von explodierenden Jnfanteriegeschossen. Hinein mischt sich das dumpfe Geräusch auseinder- fliegender Minen.

Ein letztes Hinhören. Dann rollt die Maschine zwanzig, dreißig Meter über die Lichtung, bäumt sich steil auf, zieht hoch in den nächtlichen Himmel und nimmt ihren Weg zum Flugplatz der Flieger­staffel der vierten Division.

Mitternacht ist es, als der Silbervogel wieder in seinem Schuppen steht. Leutnant Raul de Car­tena ist zwei Wochen später der jüngste Oberleut­nant der bolivianischen Armee.

Wirtschaft.

* Der Eisen st einbergbau an Lahn, Dill und inOberhessen im Oktober. Die erwartete höhere Förderung im Oktober ist nicht ausgeblieben. Die Belegschaft stieg auf 2265 Mann. Die Förderung auf 57 370 (September 52 342) Ton­nen, der Absatz auf 61354 (60136) Tonnen. Der bisherige Höchstabsatz (August 65 251 Tonnen) ist nicht erreicht, dagegen ist die bisherige Höchstförde­rung (August 55 430 Tonnen) um rund 2400 Tonnen übertroffen. Die Aus- und Vorrichtungsarbeiten werden in verstärktem Maße betrieben, und größere Untersuchungsarbeiten sind in Angriff genommen. Auch die Bohrungsarbeiten haben bereits einige 100 Meter Bohrungen gebracht. Mit einer weiteren Erhöhung der Förderzahl, wenn auch nicht mehr in demselben Tempo wie bisher, darf für die näch­sten Monate gerechnet werden.

Frankfurter Börse.

rNiktagsbörse sehr still.

Frankfurt a. M., 12.Nov. Die Börse zeigte auch zum Wochenanfang keine Geschäftsbelebung, vielmehr hat sich die schon starke Zurückhaltuna der Kulisse noch verstärkt, da von der Privatkundschaft Aufträge fast völlig fehlten und auch nennenswerte Anregungen aus der Wirtschaft nicht vorlagen. In­folgedessen herrschte auf allen Marktgebieten weit­gehendste Geschäftslosigkeit. Am Aktienmarkt neig­ten die Kurse überwiegend zur Schwäche, wogegen der Rentenmarkt sich besser behauptete, obgleich auch hier die Umsatztätigkeit auf ein Minimum be­schränkt blieb. Die Altbesitzanleihe eröffnete mit 103,25 um 0,25 v. H. leichter, während späte Reichs­schuldbuchforderungen, Kommunal-Umschuldungs- anleihe und Zinsvergütungsscheine im Vergleich zum Samstag keine Veränderung aufwiesen.

Am Aktienmarkt kamen zunächst nur wenig Werte zur ersten Notiz. IG. Farben lagen mit 138,25 um 0,50 v. H. leichter und bröckelten später weiter etwas ab, ferner gingen Deutsche Erdöl um 0,75 o. H. zurück, Scheideanstalt konnten sich mit 208 v. H. behaupten. Der Montanmarkt verkehrte durchweg in schwächerer Tendenz, so gaben Bude­rus und Phönix je 0,65 v. H., Harpener und Stahl­verein je 0,75 v. H. und die übrigen Papiere von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Elektropapiere lagen etwas uneinheitlich, wobei u. a. Licht & Kraft 0,75 v. H., Geffürel 0,25 verloren, dagegen AEG. 0,40 v. H., Bekula 0,25 v. H. anzogen und Siemens gut be­hauptet waren. Don sonst noch zur Erstnotiz ge­kommenen Papieren gaben Zellstoff Waldhof 1 v. H., Daimler Motoren 0,40 v. H., Bank für Brauindu­strie 0,75 v. H., Schiffahrtswerte bis 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H. nach. Etwas fester lagen andererseits Moenus Maschinen (4- 0,25 v. H.) und Reichsbankanteile (+ 1 v. H.). Am Kassa­markt waren Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, auf den Dividendenausfall (i. V. 4 v. H.) angeboten; die Taxe stellte sich auf etwa 60 nach 64,25 v. H.

Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an, und die Kurse bröckelten zumeist weiter leicht ab. Farbenindustrie waren bis auf 137,50 ermäßigt, auch sonst betrugen die Rückgänge gegen den Anfang etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Stärker rückläufig waren Akkumulatoren, Berlin, mit 1,50 v. H., auch Metallgesellfchaft büßten 1 v. H. ein.

Am Nentenmarkt brodelten Altbesitzanleihe auf 103 v. H. ab, und auch die übrigen variablen Pa­piere gingen um etwa 0,25 v. H. zurück. Pfand­briefe lagen sehr still, aber nur wenig verändert. Einzelne Liguidationspfandbriefe zogen etwas an. Stadt- und Staatsanleihen lagen sehr ruhig, aber behauptet. Von fremden Werten lagen Mexikaner unverändert. Am Markte der Industrie-Obligatio­nen waren 6 v. H. Voigt & Häffner weiter stark gesucht. Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert.

Abendbörse: etwas freundlicher.

Die Abendbörse nahm im allgemeinen einen sehr ruhigen Verlauf, doch war die Stimmung eher etwas freundlicher und die schwachen Berliner Schluhkurse waren vielfach etwas höher. So ge­wannen u. a. IG. Farben 0,40 v. H., Geffürel 0,65 v. H., Goldschmidt 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. Montanwerte blieben meist behauptet.

Der Rentenmarkt lag gleichfalls ruhig, dock konn­ten sich Altbesitz und die übrigen variablen Anleihen meist leicht erhöhen. Ohne daß besonders lebhaftes Geschäft zu verzeichnen war, hatte der Rentenmarkt zwei Sonderbewegungen. Einmal war es die sechs- prozentige Stahlverein-RM.-Anleihe, die sich von 77,75 am Berliner Schluß auf 82,50 bis 83,50 er­höhte, zum anderen die sechsprozentigen Dollar- Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1923, die von 74,40 auf zunächst 80 bis 82 und bann auf 83 v. H. anstiegen.

U. a. notierten: Altbesitzanleihe 103,25, 6 v. H. Stahlverein-RM.-Bonds 82,50 bis 83,50, 6 v. H. Stadt Mainz von 1926 85, Schutzgebietsanleihe 9,50, 5 v. H. innere Mexikaner 5,13, Braubank 111,50, Reichsbank 142, Gelsenkirchen 57,75, Harpe­ner 104, Rheinstahl 87, Stahlverein 38, AEG. 26,25, Bekula 140,40, Daimler 45, Scheideanstalt 208, IG. Farben 137,75 bis 138, Geffürel 106,50, Goldschmidt 89, Holzmann 75, Lahmeyer 118, Schuckert 92, Kaufhof 30,25, AG. für Verkehrswesen 76, Hapag 26,25, Norddeutscher Lloyd 28.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 12. Nov. Am Getreidegroß­markt haben die Anlieferungen in Brot- und Futtergetreide noch keine Vermehrung erfahren, während die Nachfrage unvermindert anhält. Auch Weizen wird jetzt nur sehr spärlich angeboten. Das Mehlgeschäft nahm bei unveränderten Preisen einen sehr ruhigen Verlauf, insbesondere die Nachfrage für Roggenmehl stockt fast vollkommen. Von Müh­lenabfällen blieb Roggenkleie stark gefragt, auch für Weizenkleie und für Nachmehle hält das Interesse stark an. Kraftfuttermittel sind für die lebhafte Nachfrage nur unzureichend angeboten.

Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 202, W XIII 206, W XVI 210, Roggen R IX 162, R XIII 166, R XV 170, alles Großhandelspreise der Müh­len des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 164, G XI 167, G XII 169, Hafer XIII 162, H XIV 164, alles Großhandelspreise ab Station, bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 195 bis 200. Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15, Roggen­mehl R XIII 23,60, R XV 24, alle Mehlpreise er­fahren einen Aufschlag um 50 Pf. für Frachtaus­gleich. Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie W XIII 10,50, W XVI 10,71, Roggenkleie R XIII 9,72, R XV 9,96, alles Mühlen­festpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Be­reich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 13

Kartoffeln: Gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 bis 3 Mark per 50 Kilogramm bet Waggon- bezug. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 12. Nov. Auftrieb: Rin­der 1388 (gegen 1450 am letzten Montagsmarkt), davon 441 Ochsen, 96 Bullen, 403 Kühe und 448 Färsen. Kälber 483 (456), Schafe 171 (79), Schweine 4088 (4113). Notiert wurde pro ein Zentner Lebend­gewicht in Mark: Ochsen a) 38 bis 40, b) 33 bis 37, c) 29 bis 32, d) 22 bis 28; Bullen a) 36 bis 37, b 32 bis 35, c) 28 bis 31, d) 25 bis 27; Kühe a) 34 bis 37, b) 27 bis 33, c) 19 bis 26, d) 12 bis 18; Färsen a) 39 bis 40, b) 34 bis 38, c) 29 bis 33, d) 25 bis 28. Kälber Sonderklasse, andere a) 52 bis 54, b) 43 bis 51, c) 37 bis 42, d) 26 bis 36. Lämmer und Hämmel b2) 34 bis 36, c) 31 bis 33, d) 29 bis 30; Schafe e) 31 bis 33, f) 25 bis 30, g) 19 bis 23. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 47 bis 53, d) 45 bis 51, e), k), gl) 46 bis 50, g2) 40 bis 45. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt ga­ben geringe Ochsen 3 Mark, Kälber 2 Mark und Schafe 1 Mark nach, im übrigen blieben die Preise fast unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand (60 Ochsen, 10 Kühe und 12 Färsen). Kälber ruhig, geräumt. Hämmel und Schafe mittel­mäßig, bei Schafen 17 Stück Ueberstand. Schweine mittelmäßig, geringer Ueberstand (126 Stück).

Großhandelspreise f ü r Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 603 Viertel Rind­

fleisch, 47 ganze Kalber, 62 ganze Hämmel, 174 Schweinehälften, 1 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 58 bis 62; Bullenfleisch b) 54 bis 56; Kuh fleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38- Rindfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72* d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweine­fleisch b) 72 bis 75. Roher Speck unter 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Marktverlauf: lebhaft.

Licher Herbstrnarit.

}) Lich, 12. Nov. Der Licher H e r b st m a r k t, der in diesem Jahre zum ersten Male als Schweine- und Großviehmarkt ein­geführt wurde, war wohl als Folge des außer­ordentlich ungünstigen, regnerischen Wetters nur schwach beschickt. Aufgetrieben waren 129 Schweine und ein Rind. Bei schleppendem Geschäft wurden bezahlt für f) bis 8 Wochen alte Ferkel bis zu 10 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 10 bis 14 Mark, für ältere 15 Mark. Es verblieb einiger Ueberstand.

Preußen.

Lichtbildabend auf dem Gleiberg.

Q) Krofdorf-Gleiberg, 12. Nov. Die Ein­wohnerschaft von Krofdorf-Gleiberg nimmt stets regen Anteil an Veranstaltungen, die der Vertie­fung des Heimatgedankens gelten. Das zeigte auch wieder der starke Besuch des Licht­bildabends über das Dorf Gleiberg am letzten Samstag auf der Burg. Bis auf den letzten Platz war der große Kaiferfaal von Besuchern be­setzt, um die vielen Bilder des Heimatortes zu sehen, den Erläuterungen dazu und den Erzählun­gen aus der Vergangenheit zu lauschen. Die Heimat betonende Gedichte, Sprechchöre und Lieder der älteren (Bleiberger Schulkinder sowie Heimatlieder des GesangvereinsHermanus" (Gleiberg), der durch seine bereitwillige Mitwirkung am Gedeihen der Dorfgemeinschaft lebhaften Anteil nimmt, um­rahmten in schöner Weise die Veranstaltung.

Lehrer P r a ß , der schon jahrelang immer und im­mer der Heimat das Wort redet und die ortsge­schichtlichen Quellen erforscht, wies einleitend auf die Bedeutung der Heimat hin, die der neue Staat ihr zollt. Die Heimat sei unser aller Schicksal. Sie bestimme unser Wesen bis ins tiefste; in ihr liege das Fundament unseres Denkens und Schaffens. Von ihr redeten und träumten Deutschlands Dich­ter; für sie gaben Menschen zu allen Zeiten Gut und Blut hin. Die Gleiberger und Krofdorfer hät­ten alle Ursache, ihre Heimat ob ihrer Schönheit zu preisen und den Heimatboden zu lieben, über den tausend und mehr Jahre ihre Väter dahingeschritten seien und um den ebenso lang Sage und Geschichte geht. An Hand eines Lageplanes von Burg und Dorf Gleiberg sprach Lehrer Praß dann über die Gründe zur Entstehung des Fleckens. Nicht Acker­bau, nicht Handel und Gewerbe vermochten Men« schen aus der Ebene zur Besiedlung anzuziehen, son­dern lediglich der Befestigung wegen wohnte man hier oben. Burgmannenhäuser mögen die ersten An­fänge des Ortes, der als Anhängsel an die Burg zu betrachten ist, gewesen sein. Die mit allen Mit­teln von den mittelalterlichen Herren erstrebte Stadterhebung Gleibergs sei nicht gelungen, auch nicht durch das Privileg eines Wochenmarktes durch Kaiser Ludwig den Baier 1331. Ebenso hätte ein seit 1358 immer wieder erneuerter Freiheitsbrief mit merklichen Erleichterungen gegenüber anderen Orten nicht zum gewünschten Ziel geführt. Ja, seit 1700 sei die Abwanderung durch hohe Abzugsgelder und neue entgegenkommende Bestimmungen nicht aufzuhalten gewesen. Bei den Bränden 1721 und 1729 wurden 40 Häuser zerstört, aber wieder auf- gebaut, so daß hundert Jahre später der Ort 58 Häuser zählte. Die Scheunen standen des engen Raumes wegen außerhalb der Mauern in den Scheunengärten".

Ein Filmstreifen mit stehenden Bildern fand ebenso ungeteilte Aufmerksamkeit, wie die Erklä­rungen dazu. Berichte und Episoden aus überliefer­ten Akten gaben Einblick in die Verhältnisse aller Art zu den verschiedenen Zeiten. Beispielsweise: Wie die (Bleiberger Jugend voll Uebermut ein Loch zum Durchschlüpfen in die Mauern brach (1563), ein Ehevertrag des Wirtes Magnus Spies aus 1608, (Bleiberger Kapläne und ihre Nöte, der Wort­laut des Freiheitsbriefes, Spannungen zwischen den Gleibergern und der Universität Gießen u. a. in.

Das letzte Bild mit einem Blick von dem Turm über die Dächer Gleibergs hinunter ins Tal und weiter in die Gegend gab Anlaß, der Verbunden­heit mit dem ganzen deutschen Vaterland, dem Füh­rer und allen Volksgenossen zu gedenken, was im Sieg-Heil-Ruf und dem Gesang des Deutschland­liedes und des Horst-Wessel-Liedes seine Bekräfti­gung fand.

Im Namen der Zuhörer sprach Direktor M e n ken (Kinzenbach) Lehrer Praß herzlichen Dank für den interessanten Abend aus, bei welcher Ge­legenheit er auch zur Mitgliedschaft in den (Blei- berguerein aufforderte, dessen Ziel es sei, mit der Erhaltung der Burgruine Heimatpflege zu treiben.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2U.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Relchsbankdiskont 4 v. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Sranirun a. Dl.

2)eriiii

Schluß« furit

Schlußk. Alben d« börse

Gchluß- lurs

Gcblußk. Mittag- börfe

'Datum

10.11.

12-11.

10.11.

12.11.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

96-25

96

96-5

96-4

6% e^em.7% Dt.Reichsanl.v.1929

6%% Doung-Anleihe von 1930 ..

95.5

95,5

95,3

94.9

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

AuSlos.-Rechten .............

103.5

103-25

103.5

103-2

Desgl. ohne Auslol.-Rechte......

6% eöem.8% Hess. Bolksstaat 1929

(rückzahlb. 102%)............

95.9

96

95,9

96

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12..................

93

93

°3

_

5%% Hess. Landes-Hypotheken-

bank Darmstadt Ligui.........

__

93

_

_

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auölvs.-Rechten .............

- -

- -

_

_

Deutsche Komm. Sammelabl. An-

leihe Serie 1 init AuSlos.-Rechten

100.9

100-75

101,13

101-13

6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

92-75

92-75

6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 16 unkündbar bis 1936

92-75

92-75

n.

6y2% ehern. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandoriese.......

t>Yi% ehern. 4%% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.«Goldpfe.....

93-9

93-9

93-75

93-9

6% ehern. 8% Pr. Landespfand»

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

94,75

94-75

94-75

94-75

6% ehern. 7% Pr. Landespsand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 10

94,75

94-75

94-75

94-75

Steuergutsch. Verrechnungskurs..

102,3

102-4

102-3

102-4

4% Oesterreichische Goldrente....

28.4

28

28-13

27,65

4,20% Oesterreichische Silberrente

1,15

1.2

1.15

1-25

4% Ungarische Goldrente.......

7-65

7,5

7-7

7-55

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

7.3

7-3

7-4

7.4

4,/2% desgl.von 1913 ..........

7.25

7.13

7.1

6% abgest. Goldmexikaner von 99

12,25

12,25

12,4

>2,4

4% Türkische Zollanleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie l.....................

8

8

Franc, ur

u. .VI.

Berlin

Kranksun a.M.

Berlin

Schluß« kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß« kurs

Schlußk. Mittag« börse

Schluß­kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mtttaa- börse

Datum

10.11.

12.11.

10-11-

12-11.

Datum

10.11.

12-11.

10-11-

12-11.

4% desgl. Serie 11 .............

8

8

_

_

Mansselder Bergbau.........0

76

46-13

214

87,25

39

12

111

138,75

208

89

37-75

82

74.5

110.9 133

58,5

46.5

63

45,65

60

30,75

160

131.75

28

83

I 186

76

45.25

213,25

87

76

76

5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4/r%Rumän.vereinh.Renteo.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier...............

4-3 6.75 4-05 33-5

26.4

28.5 77 95 68

69-75 72

141

26.5 140-13

99 114.5

73 106,25 99.25

92.5 136 118

82,75 101-75

58-9 104,75

72 73-65

4.3 6.75 4.05

33,5

26,25

28 76

95

68

69,5 72-5

142

26-25

140.4

100 113.75

72,5 106,5

92 135-5

118

82 101

57,75 104

144 118-5 71,25

73

6-8 4-1

33-5

26,5

22

28.4 77-5

95

68

69.5

72 141,9

26,75

141

100

114,9

73

106.5

99 92-25

135 118,4

82,75 101-25

58.5 104,9 75,25 142,5

118

72

73,9

4-65

6,95 4,05 33,7

26

28

76

94,5

68

69,5 72-5

141,75

26-25 140,13 99-75

114 72-25 105,9

99

92

135-5

118

82,25 100,5 57,75

104 74-5

144

119

71.5

72,5

Kokswerke ..................0

Phönix Bergbau.............0

Rheinische Braunkohlen .....10

Rheinstahl.................. 0

92-4

46 214 87-5

39

12 111-25

111 145

139

89.25 94-75

81

74-5

106.5

58.75

130 46,25

63 118-4 45-25

60 85-75 30-9 216-5

161 132-5

82 185.5

92,4 45-25 213-5

87

Hamburg-Amerika-Paket .....0

Hainburg-Südam. Dampfschiff. 0

Hansa-Dampfschiff...........o

Norddeutscher Lloyd .........0

A.G. für Verkebrswesen Akt. .. 0

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

Commerz, und Prlvat-Bank... 0

Deutsche Bank und Disconto«

Gesellschaft......... o

Dresdner Bank..............o

Reichsbank ................ 12

A.E.G......................0

Bekula.....................0

Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6

Licht und Kraft ............. 6

Felten & Guilleaume.........0

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........5

Schuckert L Co...............6

Siemens L Halske............7

Lahmeyer LLo.............10

Buderus ...................0

Deutsche Erdöl ..............4

Gelsenkirchener..............0

Harpener...................0

Hoesch EisenKöln-Reuesseu .. 0

Ilse Bergbau ...............6

Ilse Bergbau Genüsse........6

Klücknerwerke ...............0

ManaeSmana-Röbreu........0

Bereinigte Stahlwerke........0

Ltavi Minen ............... 0

Kaliwerke Aschersleben........5

Kaliwerke Westeregeln........5

Kaliwerke Salzdetfurth.....7%

3. G. Farben-Jnduslrie.......7

Scheideanstalt...............9

Goldschmidt ................0

Rütgerswerke........ 0

Metallgesellschaft.............0

Philipp Holzmann...........0

Zementwerk Heidelberg ......0

Cementwerk Karlstadt.........0

Schultheis Patzenhofer .......0

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg...................0

Zellstoff Waldhof ............0

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer Gas...............7

Daimler Motoren............0

Deutsche Linoleum...........0

Orenstein & Koppel..........0

Leonhard Tietz..............0

Chade......................10

Accumulatoren-Fabrll........0

Conti-Gummt...............0

Grttzner....................0

Mainkraftwerke Höchst a.M>... 4

Süddeutscher Zucker....... 8

38 12

145

138

208 89 37-5

81

75 110

58.5 131,5

45,5 62-5

45 59

30-25 215.5 158-5

133

27,5 83,5

185

38-13 11-75

110,25 109,25

146

137,65

88.5 94,5

81

75

102

58,13 132

45,5

62,75 118

44.75 59

85.5

30,25 215

160

132,65

188

10-Rovember

12.November

Amtliche Dotierung

Amtliche Notierung

Geld

Snei

Geld

Briet

Buenos Aire.

0-636

0,640

0-630

0-634

Brüssel.....

58,17

58,29

58-17

58-29

Rio de Jan.

0,204

0,206

0.204

0-206

Sofia ......

3,047

3-053

3-047

3-053

Kopenhagen.

55-40

55-52

55-38

55-50

Danzig.....

81-12

81,28

81-12

81-28

London .....

12,41

12-44

12-405

12-435

Helsingfors..

5,475

5-485

5-48

5,49

Paris ......

16-38

16,42

16-38

16-42

Holland ....

168,11

168-45

168-10

168,44

Italien.....

21,30

21,34

21-30

21-34

Japan ......

0-726

0,728

0-724

0-726

Jugoslawien

5-694

5-706

5-694

5,706

Oslo..... :

62-34

62,46

62-32

62-44

Wien.......

48,95

49-05

48-95

49-05

Lissabon....

11-26

11.28

11-26

11-28

Stockholm...

63-97

64,09

63-95

64-07

Schweiz ....

80-93

81,09

80-90

81-06

Spanien....

Prag.......

33-99

34-05

33-99

34-05

10-375

10-395

10.375

10-395

Budapest ...

Reuyork...

2-488

2-492

Bantnoten

2,488

2-492

Berlin,12-Rovember

Geld

Briet

Amerikanische Roten..............

2,44

2,46

Belgische Roten..................

57,91

58,15

Dänische Roten .................

55.23

55-45

Englische Roten .................

12.37

12,41

Französische Roten...............

16-34

16,40

Holländische Roten...............

167-68

168-36

Italienische Roten................

21-08

21-16

Norwegische Noten ..............

62,16

62,40

Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

63,78

64-04

Schweizer Noten.................

80-72

81-04

Spanische Noten.................

33-85

33-99

Ungarische Note» ................