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Tagung der Radfahrer des Bezirks Gießen.

Rückschau und Ausblick.

Ein Jahr sportliche Aufbauarbeit ist vorüber in dem neu errichteten Gebäude des Deutschen Rad­fahrer-Verbandes. Der Bezirk Gießen im Gau XII des DRV. wurde am 17. Oktober 1933 gebildet. Die erste Bezirkstagung fand am 25. Februar 1934 statt.

Am vergangenen Sonntag wurde nun der erste ordentliche Bezirkstag in Gießen abgehalten. Der Vormittag vereinigte unter Anwesenheit des Gau­führers Eggert- Kassel den Bezirksführerring im Cafe Leib. Die vorliegende Tagesordnung für den Bezirkstag wurde durchgesprochen, Anregungen und Wünsche aus dem Kreise des Führerringes ent­gegengenommen.

Nachmittags eröffnete Gauführer Eggert den Bezirkstag. Es waren erschienen: sämtliche Mit­glieder des Bezirksführerringes, die Radfahrkreis­beauftragten, 29 Vereine mit insgesamt 98 Ver­tretern und ein Einzelfahrer. Gauführer Eggert überbringt die Grüße des Verbandsführers. Er übergibt dem Bezirksführer Stammel- Gießen die Leitung der Versammlung, der sofort den

Jahresbericht

erstattet:

Bei Bildung des Bezirks Gießen hatte der Be­zirk 500 Mitglieder. Heute zählt er 1200. Der größte Verein des Bezirks ist der RV. 1885 Gießen, ihm folgt an zweiter Stelle der Radtourenklub Fried­berg. Der Bezirk Gießen steht mit seiner Mitglie­derzahl im Gau XII an erster Stelle und der Gau XII im DRV. an 14. Stelle. Zur Bearbeitung des Bezirksgebietes waren im abgelaufenen Ge­schäftsjahre Fahrten von insgesamt 1000 Kilometer erforderlich. RV. Hasselborn konnte in diesem Jahre sein 25jähriges Jubiläum feiern. Außer den Bezirksveranstaltungen wurden noch verschiedene Vereinsveranstaltungen größeren Stils getätigt, die einen großen Teil zur Werbung beigetragen haben, es sind dies der RV. 1885 Gießen, RVg. Cransberg und RV. Nieder-Girmes. Auf die Ver­einbarungen zwischen Sportvereine und HI., sowie SA. wurde besonders aufmerksam gemacht und ge­wünscht, daß sich künftighin auf Grund dieser Ver­einbarungen die sportliche Tätigkeit der Radfahr­vereine glatt abwickeln lassen wird. In dem neu­gebildeten Reichsausschuß für Leibesübungen und in dessen Ortsgruppen ist auch der Radsport ver­treten.

Der Kassenbericht des Geschäftsführers Hauck (Gießen) lag allen Vertretern gedruckt vor. Aus dem Berichte war ersichtlich, daß die zur Verfügung stehenden Mittel nicht allzu groß sind. Ausgaben müssen auf das Mindestmaß zurückgedrängt werden.

Sportwart A. Deibel (Gießen) bringt seinen Sportbericht zur Verlesung. Aus seinen Ausführun­gen ist zu entnehmen, daß

das vergangene Jahr, das als Aufbaujahr an- gesehen werden muß, trotzdem ein auserlesenes Programm von sportlichen Veranstaltungen ge­bracht hat. Die VeranstaltungenSuche nach dem unbekannten Sportsmanne" und derErste Schritt" haben uns neue Sportler zugeführt, die zu großen Hoffnungen Anlaß geben. Es wurden Erfolge erzielt, die erstaunlich sind.

Die Bekanntgabe der Sieger zeigt, daß in ollen Teilen unseres Bezirkes gute Kräfte vorhanden sind. Den Hauptanteil jedoch haben die Fahrer aus Gie­ßen für sich zu buchen. Der Sportwart regt an, daß bei den diesjährigen Winterveranftaltungen die Ver­eine Saalwettbewerbe ausschreiben sollen. Fachwort für Saalsport und Radball W. Göbel (Nieder­girmes) macht hierzu ergänzende Ausführungen. Sportkamerad Hch. Großhaus (Friedberg), der Fachwort für das Wanderfahren muß in feinem Jahresbericht leider feststellen, daß die Beteiligung an den Wanderfahrten nicht das gehalten hat, was erwartet worden ist. Gerade der Wondersport dürfte für den Radfahrer wohl einer der schönsten und auch billigsten Sportarten sein. Zumal durch das Wan­derfahren die Liebe zur deutschen Heimat gestärkt und die Kameradschaft gepflegt wird. Sein Jahres­bericht endete mit der Bekanntgabe der Reihenfolge der teilnehmenden Vereine und Mitglieder.

Fachwort für Jugendpflege Schneider- Als­feld referierte über die Jugendbewegung im Rad­sport.

Die einzelnen Jugendveranslaltungen haben ge­zeigt, daß eine gute Radfahrerjugend vorhan­den ist. Die Vereinbarungen zwischen HI. und Sportvereinen werden es auch bei der Jugend ermöglichen, den sportlichen Betrieb gut durch­zuführen. Sein Appell an die Vereine, recht viel Jugendliche zu gewinnen, wurde von den An­wesenden freudig aufgenommen.

Presse und Propaganda wird vom Sportkameraden Türk- Friedberg verwaltet. Seine Ausführungen enden mit dem Dank an die Tageszeitungen unseres Bezirkes, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahre in den Dienst der Sache gestellt haben. Bezirks­führer Stommel gab dann seine Anträge zu der Verbandstagung des DRV. in Dortmund bekannt und machte Ausführungen über verschiedene Aen- derungen und Neueinführungen in dem Bezirke und dem Verband.

Der Bezirksführering für das kommende Jahr hat folgendes Aussehen:

Bezirksführer K. Stommel- Gießen; Geschäfts­führer E. Hauck- Gießen. Die Fachwarte: Presse und Propaganda: K. Türk-Friedberg;

Reichsbeihilfe für Reupflanzung von Obstbaumen im Regierungsbezirk Wiesbaden.

LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die Höhe der zur Verfügung stehenden Gelder und die daran geknüpften Bedingungen machen eine entsprechende strenge Auswahl unter den In­teressenten und eine Beschränkung auf die obstbau­lich wichtigsten Gebiete erforderlich. Demzufolge beschränkt sich die Zuteilung auf folgende Kreise im Regierungsbezirk Wiesbaden: Obertaunus, St. Goarshausen, Wiesbaden, Frankfurt, Dillen­burg, Main - Taunus, Wetzlar, Oberlahn, Rheingau und Unterlahn. Anträge aus anderen Kreisen können nicht berücksichtigt werden. Anträge auf Beihilfe aus den angeführten Kreisen sind bis 25. November 1934 mittels besonderer Antrags- und Nachweisformulare, welche gegen Einsendung von

Bahn- und Rasensport: A. Deibel- Gießen; f Saalsport und Radball W. G ö b e l- Nieder-Gir­mes; Wanderfahren: K. S p e i e r - Wißmar; Ju­gendpflege: E. Schneider-Alsfeld; Radfahr­wege und Räder mit Hilfsmotor: Ad. Kircher- Gießen.

Dazu kommen noch die R a d f a h r - K r e i s be­ll u f t r a g t e n : Limburg und Umgebung Büt­te n d o r f - Freiendiez; Friedberg, Wetterau und Taunus Keßler -Lriedberg; Alsfeld und Um­gebung Bellinger-Alsfeld; Herborn und Um­gebung Schumann- Herborn.

Sportwart Deibel verteilte die Auszeichnungen an die einzelnen Sieger.

Zum Schluß sprach Gauführer Eggert (Kassel) nochmals zu der Versammlung. Er gab seiner Freude Ausdruck über den kameradschaftlichen Geist, der den heutigen Bezirkstag beseelte und dankte allen Mitarbeitern und den Vereinen für die ge­leistete Arbeit. Er erwarte aber auch von allen, daß auch im kommenden Geschäftsjahr mit dem gleichen Eifer gearbeitet und der Gedanke des Radsportes bis in die kleinsten Dörfer hineingetragen werde. Er gedachte dann unseres Volkskanzlers Adolf Hit­ler, denn nur durch ihn fei es möglich gewesen, ein solch stolzes Gebäude zu errichten, wie es heute der Deutsche Radfahrer-Verband sei. Mit einem Sieg Heil auf unseren Führer und mit dem Ge­sang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß.

20 Pfennig von den Fachbeamten bezogen werden können, einzureichen. Für die Kreise Dillenburg und Oberlahn hat Anmeldung beim Landratsamt zu erfolgen. Direkte Anträge an die Landesbauernschaft sind zwecklos und werden nicht berücksichtigt. An Die Einhaltung der festgelegten Termine wird be­sonders erinnert, da Nichteinhaltung derselben evtl. Verlust der Beihilfe im Gefolge haben kann. Die Höhe der Beihilfe beträgt 25 v. H. der Anschaffungs­kosten, im Höchstfälle 0,75 je Baum. Berücksichtigung inden in erster Linie Gemeinschaftspflanzungen, ). h. Pflanzungen, bei welchen mehrere Pflanzer ich einer größeren geschlossenen Pflanzung ver­einigen. Daneben können auch Privatpflanzer eine Beihilfe erhalten. Eine Pflanzanlage muß min­destens 20 Bäume (Hoch-, Halbstämme und Busch­bäume) umfassen. Ke-mobstpflanzvngen erhalten den Vorzug. Auch werden Pflanzer, welche ihr Obst über die Märkte und den Handel verkaufen, bevor­

Zeigl der Welt, daß Ihr wieder stolz darauf seid, Deutsche zu sein!"

Mit diesen Worten entließ der Führer und Reichskanzler den SchulkreuzerEmden", der jetzt von Wilhelmshaven aus seine achtmonatige Auslandreise antrat. Links: der KreuzerLeipzig".

Preußen.

zugt berücksichtigt. Nähere Auskunft, auch über Sortenwahl ufw., erteilen die zuständigen Obstbau­beamten.

Kreis Wehlar.

Launsbach, 12. Nov. Im Saale von Rinn versammelten sich am 9. November die gesamte PO. und die Gliederungen der NSDAP, zur Trauer- feier f ü r d i e V o r k ä m p f e r desDritten Reiches. Nachdem die mit einem Trauerflor Der» sehens Fahne des hiesigen Stützpunktes eingebracht war, wurde die Feier eröffnet. Die Musik spielte das LiedEs geht bei gedämpftem Trommelklang". Ein Mitglied des BdM. trug das GedichtEr­schlagener Kamerad!" vor. Atemlose Stille herrschte im Saal, als unser Propagandaleiter Pg. August Strack jun. das Wort ergriff und den Anwesen­den durch seine sinnvolle Rede den Opfergang un­serer gefallenen Kameraden schilderte. Alle Anwe­senden erhoben sich von ihren Plätzen und gedach­ten der Helden, die für die Freiheit der Nation ihr Leben in die Schanze geschlagen hatten. Leise er­tönte das Lied vom guten Kameraden. Wie eine Mahnung klangen die Schlußworte unseres Propa­gandaleiters, sich der Toten würdig zu erweisen, auf daß das Reich, für das unsere Kameraden ihr Leben ließen, seine Vollendung erfahre, ein einiges freies nationalsozialistisches Deutschland werde und das Sterben unserer Kameraden nicht umsonst gewesen sei. Wie ein Bekenntnis erklangen zum Schluß das Horst-Wessel-Lied, das Deutschlandlied und das Saarlied.

Kreis Biedenkopf.

£ Gladenbach, 12. Nov. In unserer Orts­gruppe wurde der Tag des9 November in würdiger und schlichter Weise begangen. An den Kriegerdenkmälern in Gladenbach und Ammenhau- sen zogen Ehrenwachen der SA. auf. Der Orts­gruppenleiter der NSDAP. Gladenbach, Pg. Hum­bert, legte im Namen der Ortsgruppe an den beiden Denkmälern nach einer kurzen Ansprache Kränze nieder. Im Ort selbst war überall halbmast geflaggt. Zur eigentlichen Gedenkfeier fanden sich die Volksgenossen im Saale Elmsheuser ein. Auf der Bühne war ein Opfermal aufgestellt, an dem 5te SA. Wache stand. Nach dem Einmarsch der Sturmfahnen eröffnete der Musikzug Gladenbach mit dem Pilgerchor ausTannhäuser" die Gedenk­stunde. Ein Vorspruch:Die deutschen Heldengeister" folgte. Ortsgruppenleiter Pg. Humbert gedachte dann der gefallenen Kämpfer für die Idee unseres großen Führers. Gemeinsam wurde das LiedAr- gonnerwald" gesungen. Nach dem Vortrag eines Musikstückes sprach der Schulungsleiter Pg. E ck - Hardt. Er gedachte aller Kameraden, die ihr Leben für Deutschlands Ehre und Wiedererhebung hin- gaben. Der Musikzug Gladenbach spielte das Lied Ich hatt' einen Kameraden", während die Namen der 16 an der Feldherrnhalle in München 1923 ge­fallenen Kameraden verlesen wurden. Ein Jung­volkpimpf brachte das GedichtErschlagener Kame­rad^ zum Vortrag. Während der Klänge des Mu­sikstückesIch hab' mich ergeben", wurden einige Mitgliedsbücher und Karten ausgegeben. Ein drei­fachesSieg-Heil" auf den Führer und der Ge­sang des Horst-Wesfel-Liedes beschlossen den wür­digen Abend.

Wettervoraussage.

Während ringsum in Europa verbreitete und meist auch sehr ergiebige Niederschläge fallen, hat sich gerade in Deutschland seit Sonntag eine wesent­liche Beruhigung eingestellt. Dabei herrscht in den Niederungen zwar vielfach neblige Witterung, doch beginnt ansteigende Bewegung. Darüber im allge­meinen heiteres Wetter, da in der Nacht zum Dienstag durch Ausstrahlung vielerorts wieder leich­ter Frost auftreten konnte.' Die Gesamtwetterlage bleibt trotzdem auch weiterhin noch unbeständig und es kann angenommen werden, daß das zur Zeit über Frankreich liegende ausgedehnte Regengebiet auch auf unser Wetter Einfluß nehmen wird.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst wieder Verschlechterung mit verstärkter Nieder- schlagsneigung, im ganzen milder, auffrischende, südliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Bei Luft­zufuhr aus West unbeständig und zeitweise Regen.

Lufttemperaturen am 12. November: mittags 5,0 Grad Celsius, abends 4,5 Grad; am 13. November: morgens 3,9 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum 2,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. November: abends 5,6 Grad; am 13. November: morgens 5,1 Grad Celsius. Niederschläge 1,7 mm.

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Gießen, im November 1934.

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im 93.Lebensjahre verstorben ist.DerHeim- gegangene gehörte unserer Vereinigung seit Gründung an und war allezeit ein eif­riger. pflichttreuer und guter Kamerad. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mitt­wochnachmittag um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Beteiligung sämtlicher Kameraden ist Pflicht. Der Vorstand.

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