einer Leipziger Pelzfirma einen Fuchspelz 'als
damaligen Leiter des Rundfunks erhoben wurden,
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Revisor habe sich durch Weihnachtsgeschenk für seine Frau gelassen. Dieser Revisor kauft und Bose, der sich um diese Zeit gerade zu o_____ m-r. —: -, — :l .. !n »aU Ja» für ihn
Aus aller Welt
Der Rundfunkprozeß in Berlin
über
behauptet worden sei, ein !
Geldgeschenke bestechen lassen. Dieser könne nur Bose sein. Der Zeuge Bose wies mit Entrüstung die Möglichkeit zurück, daß er Geschenke als Bestechung angenommen habe. Der Angeklagte Magnus erklärte, er könne diese Angelegenheit aufklären. Kurz vor Weihnachten 1926 habe er bei
Englische Auszeichnung
des deutschen Chemikers Professor Vergius.
Bei der in London stattfindenden Jahresfeier des von dem verstorbenen chemischen Großindustriellen Lord M e l ch e t t begründeten Institute of Fuel wurde dem bekannten Heidelberger Chemiker und Nobelpreisträger Friedrich Bergius die sogenannte Melchett-Medaille verliehen. Die Ueberreichung der Medaille, die für hervorragende Verdienste auf dem Gebiete der Brennstoff-For- schung und -Technik verliehen wird, erfolgt durch den Herzog von Kent, den jüngsten Sohn des englischen Königs. Die Medaille kommt damit zum zweiten Male nach Deutschland. Die erste Medaille wurde 1930 an Kurt Rummel in Düsseldorf verliehen.
Die Gondertagungen -es Reichsbauerntages in Goslar
Dieser Tage begegneten sich jpei dreimotorige Iu-52-Flugzeuge der Deutschen Lufthansa zwischen Sevilla und Las Palmas über dem Ozean. Beide Flugzeuge, die den Luftpostdienst zwischen Deutschland und Südamerika versehen und dauernd miteinander in Funkverbindung standen, begegneten sich nordwestlich der afrikanischen Küste und tauschten Funkgrüße aus. Sie landeten dann fast zu gleicher Zeit auf ihren Flughäfen, der „Zephyr in Sevilla, der „Mistral" in Las Palmas, von wo aus die für Südamerika bzw. für Deutschland bestimmten Luftpostsendungen anschließend sofort weitergeleitet wurden. Diese zum erstenmal erfolgte Begegnung zweier Postflugzeuge der Deutschen Lufthansa auf dem Ozean wird bald etwas Selbstverständliches werden, da der achttägige ß u postdienst Deutschlan d—S übamertEa
nunmehr in beiden Richtungen von den Flugzeugen der Lufthansa durchgeführt wird. Es ist erfreulich, festzustellen, mit welcher Sicherheit, Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit dieser einzigdastehende Flugdienst über den Atlantik durchgeführt wird, denn es handelt sich dabei zweifellos um die fchwierigste aller Luftverkehrsstrecken, die planmäßig beflogen werden. Die Folge ist ein stetiges Ansteigen der Post- menge, was beweist, welches Vertrauen sich der Luftpostdienst der Deutschen Lufthansa über den Südatlantik in kaum mehr als einem halben Jahre in allen europäischen Ländern erworben hat.
Mehrere Schlächterläden In Stuttgart auf vier Tage geschlossen.
Der Fall Matuschka in Budapest.
Die Verhandlungen im Budapester M a t u s ch - ka-Prozeß beschränken sich jetzt immer mehr auf die Feststellung der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Die Schuldfrage ist grundsätzlich durch das volle Geständnis Matusch- kas geklärt. Ein überraschender Antrag der Verteidigung, den Angeklagten durch eine Einspritzung in einen Rauschzustand zu versetzen, um so von ihm restlos die Wahrheit zu erfahren, wurde vom Gerichtshof entschieden abgelehnt. Der Präsident richtete vielmehr die eindringliche Mahnung an den Angeklagten, endlich zu sagen, aus welchem Grunde und mit welchen politischen Zielen er das Verbrechen begangen und mit welchen Personen er zusammengearbeitet habe. Matuschka lehnte es jedoch ab, über seine bisherigen Aussagen hinauszugehen. Im Verlauf der Verhandlung teilte der Präsident mit, daß der Wiener Untersuchungsrichter einen Zettel mit der Unterschrift „Rote Front" erhalten habe, auf dem mitgeteilt worden sei, daß der Anschlag von Biatorbagy nicht von Matuschka begangen worden sei, sondern ein Racheakt einiger Personen sei. Matuschka erwiderte, daß es sich hierbei offenbar um einen Witz handele. Gegen die wiederholt ausgesprochene Vermutung, daß der Angeklagte Kommunist fei, verwahrte sich Matuschka. Er berief sich darauf, daß er alle seine Auszeichnungen aus dem Kriege sorgfältig aufbewahrt habe. Am Schluß der Verhandlung erhielt Matuschka vom Präsidenten fünf Tage Dunkelarrest, da er, wie schon häufig, in der Verhandlung Fragen des Präsidenten nicht anhörte, sondern seine Aufmerksamkeit auf eine junge Dame auf der Journalistenbank lenkte.
Deutsche Poslflugzeuge über dem Atlantik.
Dr. Bredow als Rundfunkkommissar und die Verhandlungen, die seinem Ausscheiden aus dem Reichspostdienst vorausgegangen sind. Als erster Zeuge wurde der Ministerialdirektor i. R. Buntkirchen vernommen. Er bekundete, daß Staatssekretär Bredow seinerzeit als Beamter in der Oesfentlichkeit, insbesondere von den Parteien, stark a n g e f e i n d e t wurde. Es erschien also begreiflich, daß er als Staatsbeamter auszuscheiden wünschte, um nicht dauernd Anwürfen ausgesetzt zu sein. Jede mißliebig aufgenommene Rundfunkdarbietung hat Stoff zu Angriffen gegen das Ministerium gegeben. Durch die Bildung eines Rund- funkkommisiariates glaubte man, diesen Schwierigkeiten begegnen zu tönnem Dabei sei erste Voraussetzung gewesen, daß Bredow nicht mehr Beamter sein sollte, sonst wäre alles beim alten geblieben. Der Zeuge wird weiterhin über die technische Entwickelung des Rundfunkwesens befragt. Dabei erwähnte der Vorsitzende einen Vortrag über das Rundfunkwesen in der „Urania" und fragt den Zeugen, wie die Einstellung des Ministers dazu gewesen sei. Der Zeuge antwortete: „Das weiß ich nicht. Ich muß auch ehrlich sagen, daß wir auf die Einstellung des Ministers wenig Wert gelegt haben", was schallende Heiterkeit auslöste. Aus eine weitere Frage des Vorsitzenden erklärte der Zeuge, der Titel Rundfunkkommissar habe nur einen Wert nach außen gehabt, für den inneren Betrieb sei Bredow Vertrauensmann des Ministers gewesen. Die Besoldung entsprach der eines Staatssekretärs mit nicht geringen Zuschlägen, die sich aus der privatrechtlichen Stellung ergaben.
Weiter wurde der jetzige Präsident der Reichspostdirektion Potsdam T r i e l o f f vernommen. Er hat 1926 als Ministerialrat an dem Vertrag, über die Einsetzung des Rundfunkkommissars als juristischer Sachbearbeiter mitgearbeitet. Die Staatsanwaltschaft versuchte durch Befragen des Zeugen festzustellen, inwieweit ein Abhängigkeitsverhältnis für Bredow gegenüber dem Reichspostminister bestanden habe. Dabei stellte sich heraus, daß diese Frage seinerzeit
er sich um diese Zeit gerade zu einer Revision in Leipzig befand, gebeten, für ihn das Paket mit nach Berlin zu nehmen. Dies sei der ganze Hintergrund der geheimnisvollen Pelzangelegenheit.
2Tloforrabfaf)rer fährt in SS.-kolonne. — Sieben SS.-2ttänner verletzt.
Dieser Tage fuhr in Neuhausen bei Metzingen (Württemberg) einMotorrabfahrer in eine SS. -Kolonne, bte von einer Hebung für bas Sportabzeichen zurückkehrte. Sieben SS.-Männer wurden verletzt. Vier Schwerverletzte wurden in das Krankenhaus nach Urach gebracht. Der Motorradfahrer ist ebenfalls schwer verletzt worden.
Großfeuer auf zwei ostpreuhischen Gutshöfen.
Auf zwei Gutshöfen in nächster Nähe von Königsberg entstand Großfeuer. Auf dem Gute Friedrichswalde brannte eine mit Getreide gefüllte Scheune und ein Stall nieder. Während hier die Feuerwehr noch mit der Bekämpfung des Flammenmeeres und der Rettung von Vieh und landwirt- chaftlichen Maschinen beschäftigt war, lief die Mel- Hing von einem zweiten Brand auf Gut Klein- Rathshof ein. Auch dort ging eine große Scheune in Flammen auf. Dieses Zusammentreffen zweier Großfeuer ist um so auffälliger, als erst in der vergangenen Woche auf Klein-Rathshof ein großes Scheunengebäude mit großen Erntevorräten in Asche gelegt worden ist und auch im Frühjahr bereits eine Brandkatastrophe das Gut heimgesucht hat. Von der Kriminalpolizei wurde ein verdächtiger junger Mann verhaftet, der bisher jedoch jede Schuld entschieden bestreitet.
Autounglück bei Posen. — Sieben Schwerverletzte.
Auf der Landstraße bei Posen geriet ein Lastkraftwagen, in dem sich eine 25 Mann starke, von einem Fußballkampf zurückkehrende Fußballmannschaft be- and, ins Schleudern und st ü r z t e eine sechs Meter hohe Böschung hinab. Sieben Insassen wurden schwer verletzt; zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Acht Personen kamen mit leichteren Wunden davon.
mtaaner sprach im Namen der Parteileitung die Eröfsnungsworte und teilte dabei mit, daß der Errichtung dieses ersten Lehrstuhles für Volksgesundheit die weiteren Lehrstühle folgen werden. Professor Dr. Schultze wurde bei seinem Erscheinen am Lehrpult von der akademischen Jugend stürmisch begrüßt. In großen Strichen zeichnete er zunächst die negative Seite seines Lehrauftrages, nämlich die Bekämpfung der Irrungen der Medizin infolge der Spezialisierung. Nach der positiven Seite nannte er als Aufgaben der neuen wissenschaftlichen Disziplin rassische Ueberwachung und Betreuung, Wohnungs- und Siedlungsproblem, Sozlalversiche- rung, das Gute in der sogenannten La.enmedlzin usw„ alles mit dem einen großen Zle^: Volks- gesundheit bedeutet politische Macht. Die Ausführungen des Vortragenden wurden mit großem Beifall ausgenommen.
DNB. Berlin, 12.Nov. Im Rundfunk- ! prozeß begann heute die Vernehmung der ; Angeklagten über die Zu stände bei den einzelnen Sendegesellschaften.
Als erster wurde der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates der Mirag, Dr. Hans Otto (Leipzig), vernommen, der gemeinsam mit dem Angeklagten Dr. Erwin Jäger beschuldigt wird, ähnlich wie die verantwortlichen Persönlichkeiten der Berliner Rundfunks ungerechtfertigte Ausgaben gemacht und Rundfunkhörergebühren verschleudert zu haben. Dr. Otto schilderte die Haushaltsaebah- rung bei der Mirag und die Zuständigkeitsabgrenzung zwischen der Mirag und der Reichsrundfunk- Gesellschaft. Er habe immer den Standpunkt vertreten, daß die Gesellschaft gedeckt sei, wenn die RRG. Entscheidungen treffe. Es fei ihm kein Fall bekannt geworden, in dem bei der Mirag verschwenderisch vorgegangen worden sei. Allerdings müsse man den Begriff der Sparsamkeit im Rundfunk anders werten als bei Betrieben anderer Art. Es könne dabei nicht auf die absolute Sparsamkeit ankommen, sondern vielmehr darauf, mit den geringsten Mitteln die größten Erfolge zu erzielen. So könne man es zweifellos nicht als Verschwendung bezeichnen, wenn seinerzeit die Mirag für eine Veranstaltung, bei der Ri ch a r d S t r a u ß zum ersten Male im Sendesaal dirigierte, 4000 Mk. ^Gs^murbe’ dann der Angeklagte Flesch über feine Tätigkeit als Intendant des Frankfurter Senders vernommen. Dr. Flesch gab einen Ueberblick über die Entwicklung seiner Tätigkeit; die immer stärker werdende technische Vervollkommnung des Rundfunks habe ihn vor allem dadurch Dor neue Aufgaben gestellt, daß allmählich dazu tibergegangen werden konnte, mit dem Mikrophon öffentliche Institute zu besuchen
Der frühere Wirtschaftsdirektor der Werag (West, deutsche Rundfunk 21®.) in Köln. Paul Korte er. klarte, daß die Geschäftsführer bei wichtigen Ent- scheidungen, vor allem bei der Bewilligung größerer Mittel, sich an die Weisungen der Reichs- rundfunkgesellschast gehalten hatten. Er habe sich immer verpflichtet lsesuhlt, diesen Weisungen der RR®. Folge zu leisten. Vor der Mit- tagspause ließ der Vorsitzende dann eine Reibe von Rundschreiben der RRG. an die örtlichen Sende- gesellschaften verlesen, in denen Richtlinien für eine fparsame Wirtschaftsgestaltung gegeben wurden.
In der Nachmittagssitzung begann die B e w e i s - a u f n a h m e über die Stellung des Angeklagten
Das Wirtschaftsministerium als württembergische Preisüberwachungsstelle hat die Läden mehrerer Stuttgarter Metzgermeister vorläufig auf die Dauer von vier Tagen geschlossen. Eine Nächprusung hat ergeben, daß verschiedene Metzgermeister die sest- gelegten Höchstpreise nicht einhalten.
Erdrutsch an der Werra,
Größere Erd massen kamen am Blieckers- Häuser Kalkberg bei Hann.-Münden infolge des Reqenwetters in Bewegung. Dabei wurde der noch im Bau befindliche neue Weg von der Hedemunder Brücke nach Ziegenhagen zum Teil erfaßt, abgerissen und in die Lote, einen Arm der Werra, geschoben. Das Erdreich ist wahrscheinlich durch das Ausroden eines Buchenbestandes sehr gelockert worden, so daß es nach Unterwaschung durch den Regen in Bewegung kam.
Autounglück bei Trier. — Fünf Schwerverletzte.
Auf der Ruwerer Straße unweit des Stadtausganges von Trier fuhr ein mit sieben Personen besetzter Personenkraftwagen in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Anscheinend hatte der Fahrer aus unbekannter Ursache plötzlich die Gewalt über die Steuerung verloren. Der Anprall an den Chausseebaum war so heftig, daß der ganze Wagen zusammengedrückt wurde und die Hinterräder absprangen. Von den sieben Insassen des Autos wurden fünf schwer und tue übrigen beiden leicht verletzt. Bei einem Schwerverletzten besteht Lebensgefahr.
Lin Brautpaar auf dem Heimweg von der Kirchweih Überfahren. — Der Bräutigam getötet
Auf der Straße von Scheidt nach Freckenfeld (Pfalz) ereignete sich ein folgenschwerer Verkehr su nfall. Der aus Freckenfeld stammende 22'iährige Landwirt Karl Bauer war mit seiner Braut auf dem Heimweg von der Kirchweih in Scheidt nach seinem Heimatdorf, als plötzlich ein von hinten kommendes Kraftfahrzeug auf ihn auffuhr Die Wucht des Zusammenstoßes war so stark, daß die Braut in den Straßengraben geworfen wurde. Bauer kam unter den Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. Das Auto fuhr nach Zeugenaussagen in rasender Geschwindigkeit weiter. Bisher konnte der verantwortungslose Kraftfahrer noch nicht ermittelt werden.
Unwetter
über Venedig und an der italienischen Riviera.
Ein heftiges Unro eiter hat die Lagunenstadt Venedig heimgesucht. Der Sturm jagte das See- wasser in die Kanäle und gegen den St. Markus- platz, wo die tiefer gelegenen Teile der Stadt überschwemmt wurden. Der Markusplatz bildete einen einzigen See. Gondeln und Motorboote versehen den Verkehr. An den Häusern werden Notstege angelegt. — Auch die italienische Riviera ist von einem heftigen Wettersturz betroffen worden.
Wil schweren Verletzungen bewußtlos aufgefunden.
Neben dem Geleise der Brennerbahn in der Nähe der Station Mattrei wurde ein Mann mit schweren Verletzungen aufgefunden. Der Bewußtlose wurde nach Innsbruck gebracht. Die Behörden sind mit der Aufklärung der Angelegenheit beschäftigt. Ein Raubmordversuch im Zug dürfte nicht vorliegen, da bei dem Verletzten alle Wertsachen gefunden wurden. Der Verletzte ist der amerikanische Staatsbürger Isaac Nathan el Isaac- sohn genannt Skage, wohnhaft jn Detroit. Es dürfte sich um einen Unfall durch eigenes Verschul- den handeln. In dem O-Zug, aus dem der Der- unglückte stürzte, wurden später sein Koffer und sein Mantel mit Reisepaß, eine Schiffskarte von Venedig nach Bombay und eine Brieftasche, die 40 000 schwedische Kronen enthielt, gefunden. Isaac- sohn erlitt einen Oberschenkelbruch und eine Ge- Hirnerschütterung.
Französisches Marineflugzeug abgestürzt. — Vier Tote, ein Schwerverletzter.
Bier französische Marinewasserflugzeuge, die bei Cherbourg zu einem Uebungsflug aufgestiegen waren, verirrten sich auf dem Heimfluge im Nebel. Drei Maschinen konnten wohlbehalten ihren Stutzpunkt erreichen. Die vierte geriet in Brand und stürzte über dem Festlande ab. Don der funsköpfigen Besatzung sind vier Mann, als das abstürzende Flugzeug beim Aufprallen auf einer Dune Feuer fing, ums Leben gekommen. Der letzte Ueberlebende mußte mit schweren Knochenbruchen und Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden. An feinem Aufkommen wird gezweifelt.
Hinrichtung eines achtfachen Mörders.
In der westbulgarischen Stadt Wratza wurde der achtfache Raubmörder Jordan Mich ailo ff durch den Strang hin gerichtet. Michailoff, der in den Jahren 1929 und 1930 die Bezirke Lowetsch und Wratza mit feinen zahlreichen Raubüberfällen und Morden in Schrecken gehalten hatte, war, als ihm der Boden in Bulgarien zu heiß geworden war, nach Südslawien geflüchtet, wo er sich als politischer Flüchtling ausgab. Ein Aus- lieferungsantrag war von Bulgarien nicht gestellt worden, da man seinen Aufenthalt nicht kannte. Als Michailoff im vorigen Jahre wieder über die Grenze wechselte und mehrere Bluttaten verübte, konnte er dingfest gemacht werden. ,
Hauptschriftleiier: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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überhaupt nicht in den Vordergrund getreten war und daß bei den damaligen Verhandlungen lediglich immer von einem Vertrauensmann des Ministers gesprochen worden war. Darauf wurde der Leiter der Buchhaltung der RRG., Oberbuchhalter Bose, vernommen. Während dieser Vernehmung kam es zu einem kleinen Zwischenspiel. Der Angeklagte Bredow wies daraus hin, daß in dem bekannten Schlüsselroman „Wir schalten um", in dem vor einigen Jahren schwere Vorwürfe gegen die
Standpunkt aus ab gelehnt werden; sie sei aber im übrigen auch gar nicht notwendig, weil die deutsche Bankwirtschaft bereits ein „öffentliches Bankwesen" aufweise, das bilanzsurnmenmähig etwa zwei Drittel des gesamten Bankwesens umspanne.
Heber die Reugestaltung des Erbhofkredi- tes könnten im Augenblick Einzelheiten noch nicht gejagt werden. Die Kreditsteuerung würde aber Tatsache werden
Zum Schluß seiner Ausführungen zitierte Dr. Herrmann den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der in seiner programmatischen Schrift „Grundsätze nationaler Wirtschaftspolitik" im Jahre 1932 ein starkes Bekenntnis zu den Zielen nationalsozialistischer Agrarpolitik abgelegt habe, indem er erklärte, daß Deutschland ,/Unter keinen Umständen seine landwirtschaftliche Grundlage verlieren" dürfe, ganz gleich, ob andere Länder ihre Agrarerzeugnisse billiger Herstellen könnten oder nicht.
Auf der Sondertagung der Beauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln und Gartenbauerzeugnissen entwickelte der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln und Gartenbauerzeugnissen Sinn und Zweck der Marktregelung auf dem von ihm betreuten Gebiete. Dabei stellte er als Leitmotiv heraus, daß
die Marktregelung nicht zugunsten irgendeiner Schicht im Volke geschaffen worden sei, sondern daß das Ziel der nationalsozialistischen Marktregelung im Agrarsektor sei, dem Erzeuger den unbedingt notwendigen Preis, dem Handel und Be- und Verarbeiter die unerläßliche Spanne und dem Verbraucher einen gerechten, seinem Lebensstandard angemessenen Preis zu sichern.
Zum Schluß konnte der Reichskommissar für die gesamte Marktregelung und Führer des Derwal- tungsamtes Frhr. v o n K a n n e unter starkem Beifall darauf Hinweisen, daß zu den großen Erfolgen der Marktregelung, die die beste Nutzanwendung des Nationalsozialismus in der Praxis sei, auch der große Erfolg der Winterhilfe auf dem Gebiete der Kartoffelbelieferung zu rechnen sei.
Goslar, 12. Nov. (DNB.) Die Sondertagun- 1 gen des 2. Reichsbauerntages begannen am Montagvormittag. Im „Römischen Kaiser" trat die Hauptvereinigung der deutschen Getreide- wirtschaft unter Vorsitz von Reichshauptabteilungsleiter Karl Vetter zu einer Arbeitstagung zusammen. Im Mittelpunkt standen die Erörterungen über den organisatorischen Ausbau und die Durchgliederung des Zusammenschlusses der deutschen Getreidewirtschaft. In einer Aussprache wurden Zweifelsfragen, vor allem über die Erfüllung der Ablieferungspflicht, geklärt. Dabei wurde fest- gestellt, daß
trotz der geringeren (Ernte dieses Jahres die Drolgetreideversorgung auch unser Berücksichtigung der knapperen Futtergetreideernte unter allen Umständen gesichert ist.
Zu gleicher Zeit fand im kleinen Saal des „Römischen Kaisers" eine Tagung der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft statt. Es kamen dabei auch Fragen zur Sprache, die die ganze Verbraucherwirtschaft interessieren. Wenn z. B. in der letzten Zeit darüber geklagt worden j sei, daß es so wenig frische Eier auf dem Markt gebe, so liege das vor allem daran, daß in früheren Jahren vielfach ältere Eier als vollfrisch vorgetäuscht worden seien. Diese Möglichkeit sei heute durch den Kennzeichnungszwang, die Banderolenpflicht usw. unterbunden. Auch sei zu bedenken, daß im Herbst die Hühner ganz besonders schlecht legen. In der anschließenden Aussprache ging deutlich der Wille hervor,
die gesteckten Ziele hinsichtlich der ausreichenden Versorgung des deutschen Volkes mit Eiern deutscher Erzeugung in kürzester Frist zu erreichen.
Von den weiteren Sondertagungen verdient die der stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksausschüsse für Agrarkredit besondere Erwähnung. In ihr wurden die mit der Neugestaltung des deutschen Bankwesens zusammenhängenden Fragen vom Stabsabteilungsleiter Dr. Arthur Herrmann einer kritischen Prüfung unterzogen. Eine formelle Sozialisierung müsse vom nationalsozialistischen
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