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gebeten, ihn für heute zu beurlauben, er suhle sich

Nachdruck verboten!

31 Sortierung.

machen, bei der die Anwesenheit eines Dritten un-

dann mußte es Herr von Seeburg gewesen sein.

schlecht genug bekommen. Ich betrachte mich also

Dann zweitens: Warum hebt Herr von Seeburg eine

Im Auswärtigen Amt hatte Walburg sich eben

Ihrem Leugnen bleiben, muß ich pflichtgemäß die Untersuchung weiter ausdehnen. Nehmen wir einmal an, nicht Sie, sondern Herr von Seeburg wäre schuldig, dann müßten zwei Punkte aufgeklärt wer­den. Erstens: Warum ist das photographierte Doku­ment herausgerissen worden? Herr von Seeburg hätte es doch in aller Ruhe herausnehmen können.

Be- hier ent-

Dezernat gehöre. Damit verließ er den Raum. Matzow räusperte sich:

als beurlaubt. Hier sind die Akten. Unser dienst­liches Gespräch ist damit wohl beendet.

Jetzt aber, lieber Freund, geben Sie mir priva­tim einen Rat! Was kann ich nun tun, um diese Sache aufzuklären?"

Zunächst einmal abwarten. Ich habe die sichere Empfindung: alles wird bald klar sein. Draußen

Kann ich nicht wenigstens erst noch mal nach meiner Wohnung?" fragte er leise.

Sie wollen wohl Ihre Komplicen warnen? Das tut mir leid. Im übrigen haben wir schon ein nettes Zimmer in Moabit für Sie vorbereitet."

ein guter Freund von Ihnen?"

Ja, Matzow, Kriegskamerad und Freund. Uebri- gens auch engerer Kamerad des gefallenen Bruders von Fräulein von Merten. Walburg kennt ihn von seiner Detektivkomödie mit einem Aktenstück bei uns.

tunllch ist."

Dabei zeigte er dem Kriminaldirektor Feldbach

Bitte, Herr Kriminaldirektor",

Irenes Widerstandskraft war beinahe erschöpft. Die Pause, die eintrat, als Matzow Kriminaldireltor

erklärt, daß Seeburg frisch genug sei, um nun eine Was er von ihm will, weiß ich nicht. Aber ich würde ausführliche Vernehmung durchhalten zu können, I Doktor Miller auch gern hier haben."

Sie erfinden eine romantische Entführungsaefchicfste, die kein Mensch glaubt. Sie leugnen trotz aller klaren Beweise. Das Leugnen wird Ihnen also nicht helfen. Aber Sie bringen du- ch Ihr ßeuonen einen anderen in schweren Verdacht. Wollen Sie nicht lieber doch gestehen? Oder wollen Sie mich zwingen, die Unter» suchung auch auf Herrn von Seebura als TcUer rus-

I zudehnen?" (Fortsetzung folgt.)

oa ter Rat. Herr von Holtay, folgen Sie den amten, ohne Aufsehen zu erregen. Ihr Spiel ist zu Ende. Das Gericht wird das weitere scheiden."

Bleich bis in die Lippen, stand Holtay auf.

Seeburg die Hand mit im Spiel gehabt und das

_ , , .. . c.. , I Betäubungsmittel genommen, um feine Schuld zu

Lieber Matzow, ich danke Ihnen für Ihre Worte. oerbeden oder er ist betäubt worden, und das ro.^t ^ren Rat befolgen. Vor kurzer Zeit wußten wieder nur Sie. Ein Dritter hat mit dem habe ich das einmal nicht getan und es ist mir j Kaffee nichts zu tun gehabt. Wenn Sie also bei

Herr von Seeburg erklärt nun ausdrücklich, er habe sein Zimmer von innen abgeschlossen. Heute früh war die Tür abe'r offen. Wir müssen annehmen, daß Herr von Seeburg sich getäuscht hat. Kein ande­rer Mensch als Sie aber konnte wissen, daß Seeburg betäubt mar. Und nur wer das wußte, konnte das Aktenstück herausholen. Entweder hat also Herr von

Das ist ja eine merkwürdige Geschichte; ich kenne Doktor Miller ja auch. Allo der hat schon vorher gewußt, daß da etwas passieren kann? Kommen Sie, Sie können mich begleiten. Ich will gerade zu Herrn von Seeburg. Ich werde rasch Ihre Abtei­lung benachrichtigen, daß ich Sie -dienstlich benötige. Dann rufen wir Doktor Miller an."

*

Kriminaldirektor Feldbach ließ sich in der Woh­nung der Frau von Merten ausführlich vom Kri­minalkommissar Werbel Bericht erstatten und prüfte eingehend die aufgenommenen Protokolle. Nach dem Bilde, das er sich aus den bisherigen Unterlagen machen konnte, war er mit Werbels Vorgehen voll­kommen einverstanden.

Bevor er Irene in das Volizeigefängnis bringen ließ, wollte er sie selbst noch einmal befragen. Aber zuerst wollte er Seeburg sprechen. Der Arzt hatte

einen schweren Verweis zugezogen, weil er in un-s Als Kriminaldirektor Feldbach Seeburgs ZimmersIch kenne Doktor Miller nur flüchtig; aber ich erhört flüchtiger Weise arbeitete. Da war er denn betrat, war dieser bereits aufg<.ftanben und hatte, werde Walburgs Bitte erfüllen uni) im Polizei« an den Abteilungsleiter herangetreten und hatte wie immer, sorgfältig Toilette gemacht. Er schien Präsidium mal nach ihm fragen, um so mehr, als

Stumm reichte Reschke seine Brieftasche hin. Mil­ler durchblätterte sie flüchtig, dann stutzte er. Er sah noch einmal auf den Brief, den er in der Hand hielt. Sein Ton hatte alle Freundlichkeit verloren, als er sich an Reschke wandte:

Sollte ich mich doch in Ihnen getäuscht haben? Wie kommen Sie zu diesem Brief?"

Reschke erwiderte, sichtlich bestürzt:

Herr von Holtay hat mich um die Gefälligkeit gebeten, den Brief in Paris zu befördern!"

Braun", tönte Millers Stimme jetzt sehr scharf, versichern Sie sich des Herrn von Holtay! Er ist verhaftet. Leisten Sie keinen Widerstand, Herr von Holtay! Sonst lasse ich Sie fesseln."

Miller öffnete das Fenster und gab ein Pfeifen- fignaL Dann sprach er wieder ins Zimmer zurück.

Wachtmeister, beschlagnahmen Sie die heutige Nummer der ,Großen Glocke'! Kein Exemplar darf heraus. Schriftliche Mitteilung folgt."

Miller sah Reschke scharf an:

Wissen Sie, an wen dieses Schreiben gerichtet ist, Herr Reschke?"

Der hatte den Dingen verständnislos zugesehen und erwiderte:

An einen Geschäftsfreund von Herrn von Hol­tay. Er bat mich um die Gefälligkeit, den Brief mit- zunehmen."

Haben Sie schon früher Briefe an die Adresse obgesandt?"

Nein, noch nie!"

Danken Sie Gott, Herr Reschke! Die kleine Ge­fälligkeit könnte Sie teuer zu stehen kommen. Kennen Sie den Inhalt des Briefes?"

Auch das n'.cht, Herr Kriminaldirektor! Bei Gott! Ich weiß nicht, was darin steht."

Also Herr Reschke, Sie können nach Hause gehen. Mit (Selb sind Sie ja glücklicherweise versehen. Ich brauche nicht zu wissen, wo es herkommt. Berlin dürfen Sie nicht verlassen. Morgen um elf Uhr mel­den Sie sich bei mir im Polizeipräsidium zu Ihrer Vernehmung! Lassen Sie rasch eine neue Nummer mit Gössers Artikel bringen. Das ist mein pri -

krank.

So sehen Sie ja nicht gerade aus, Walburg; aber ehe Sie weitere Dummheiten machen, gehen Sie lieber. Sie sind doch sonst so gewissenhaft, daß wirklich etwas mit Ihnen los fein muß."

Zögernd blieb Walburg auf dem Flur stehen. Dann klopfte er an das Zimmer des Legationsrats von Matzow. Der war gerade im Begriff zu gehen, nachdem er vom Staatssekretär in der Angelegen­heit Seeburg Vollmachten erhalten hatte. Leider auch ein Schreiben, in dem Seeburg bis auf wei­teres vom Dienst befreit wurde. Es war kein förm­liches Zur-Disposition-Stellen, aber die Vorberei­tung darauf. Die Gerüchte um Seeburg hatten sich zu sehr gehäuft.

Was wollen Sie, Walburg? Ich bin eilig!" fragte Matzow.

Herr Legationsrat, ich sollte heute früh Akten von Herrn von Seeburg abholen. Ich habe aber immer noch keinen Auftrag dazu. Und ich habe das

Gefühl, daß da irgend etwas nicht stimmt."

Erstaunt sah Matzow den jungen Menschen an.

Es stimmt allerdings etwas nicht. Aber woher wollen Sie etwas darüber wissen?"

Herr Legationsrat", bat Walburg flehend,kön­nen Sie mir nicht behilflich sein, den Kriminaldirek­tor Doktor Miller zu erreichen? Ich versuche es feit gestern vergeblich. Er ist seit zwei Tagen wie vom Erdboden verschwunden."

Was wollen Sie denn von dem Kriminal­direktor?"

Ich m u ß ihn sprechen; es handelt sich um Herrn von Seeburg."

Befremdet musterte Matzow den erregten jungen UIUUujCii u,ulut. HUiu, uuu

Menschen. ! der Herr Staatssekretär wollte sich den Rücken '

Kennen Sie den Kriminaldirektor, und was decken. Wenn Sie jetzt einen übereilten Schritt tun,! wollen Sie von ihm?" | wäre das ein Fressen für die Herren. Also benutzen

Herr Doktor Miller wollte von mir sofort Nach- Sie die goldene Brücke, die man Ihnen baut und I richt haben, wenn das Schriftstück B518 etwa zu seien Sie zunächst mal krank."

ficrrn von Seeburg gebracht würde. Nun versuche Mit einem bitteren Lächeln halle Seeburg das !$JetQr9efar?' -"''sut-'len, und ich W Schreiben entgegengenommen.

solche Angst, daß da etwas passiert. Aber ich kann den Kriminaldirektor nicht finden."

Iftwnnes Gefieimnis

Vornan von Klothilde von Stegmann llrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale)

sofort,lassen Sie mich zwei Minuten mit Seeburg Millers hastige Antwort lautete: allein! Ich habe ihm eine dienstliche Mitteilung zu

Taktgefühl, das man bei uns besitzt, hat man sich Merten! Sie befreiten Ihre Schuld. Wenn S i e es hinter Ihrer Erkrankung verschanzt. Ich wäre nicht nicht gewesen sind^ die das Dokument entfernt hat, jJhr Freund, wenn ich dieselbe faule Ausrede ge-***" ......

brauchen würde. Der Herr Minister ist krank, und

Aüfllak/F entL-n' Lkm^eit! Feldbach herausbitten ließ, tim ihr willkommen. Ä Ihnen di"e?Schreib?n hL»« b°-d nahm Feldbach das Verhör von neuem zu übergeben, das Sie vom Dienst beurlaubt, und . roieOer 0Us- .

soll alle Akten an mich nehmen. Mit dem feinen' ^,,Fassen^wir nach einmal zusammen,^Fraulem von

... . . c, . ' . . iuuiuin »cvi jiui uuu wccvuiu eine

fiijt übrigens ber junge Walburg, der mit mir ge-; photographierte Kopie in Ihrem Toilettentisch auf? kommen ist. Er schreit nach Doktor Miller wte bet nGberleqcn Sie doch einmal. Fräulein von Merten: Hirsch nach frischem Wasser. Doktor Miller ist doch - ---- - ----- -----

Keine Minute Zeit, Herr Legationsrat! Walburg soll bei Herrn von Seeburg auf mich warten. Ich komme bald hin. Sagen Sie Seeburg, ich hätte ihm sein Ermächtigungsschreiben. Wahrend dieser seine ! °i.°l Neues.»u ersten uni fflutes «offentliA ift er « «sw»

wEn7r/°däßMill°r llg7n7Ä77s^Bef°L°7e7 vor | Das kann kann aber auch noch eine Weile

habe und deswegen in den letzten Tagen sich aus, ÖQrn- ®uf ,

dem Amt nicht habe sehen lassen. Das sei auch bei! ® befremdet S°b Matzow d« rätselhaft-B°^ Grund, weswegen er, Feldbach, mit dieser Ange- i schnst an Seebura weiter Dann suchte er, tteldbach l-genheit betraut sei, die eigentlich in Doktor Millers auf um Doktor M^ers Auftrag auszunchten Der -ö * - . war gerade bei der Vernehmung Irene von Mertens.

wieder frisch, nur sehr ernst und sorgenvoll. Krimi-. Sie ihn auch sprechen wollen."

naldirektor Feldbach ging mit Seeburg das Proto-1 Matzow ließ sich mit dem Polizeipräsidium Der- koll durch, das Werbel aufgesetzt hatte. Seeburg be- binden. Er hatte mehr Glück als Walburg. Doktor (tätigte es in allen Punkten und bat um Aufklärung, Miller meldete sich sofort.

nach welcher Richtung nun eigentlich die Unter-1 ^ier Legationsrat von Matzow. Herr Doktor suchung ginge, und ob sie irgendwelche Resultate Miller, Ihr Freund Seeburg mochte Sie gern spre« gezeitigt hätte? Während dieser Unterhaltung kam unö außerdem ein junger Beamter von uns: Legationsrat von Matzow in Begleitung von Franz Walburg. Ich bin gerade bei Herrn von Seeburg Walburg. _ ....... . I und gebe ihm den Hörer. Es ist Ihnen doch recht?"

sagte Matzow | Matzow machte ein erstauntes Gesicht, denn Doktor

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2 Uhr, vom Sterbehaus, Wieseck, Turmstr. 18 aus statt

________________________________________________________________187 D

Die trauernden Hinterbliebenen.

Gießen (Hitlerwall 15), den 12. Januar 1934.

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