Keine Verlängerung der Verjährungsfristen.
Bureausitzung vom 22. auf den 29. Januar oder einen noch späteren Zeitpunkt für sehr wahrscheinlich gehalten.
Das französisch-russische Handelsabkommen wurde von dem Sowjetbotschafter Dowgalewski und dem französischen Außenminister unterzeichnet. Es verlautet, daß in allernächster Zeit Verhandlungen über die Regelung der russischen S ch u l d en gegenüber Frankreich aufge- nommmen werden sollen.
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Die sechs amerikanischen Marineflugzeuge sind, von San Franzisko kommend, in Honolulu ein- getrosfen. Die 3360 Kilometer lange Strecke wurde von oen Flugzeugen in 24 Stunden 19 Minuten zurückgelegt.
Gegen die Vereinsmeierei.
Berlin, 11. Ian. (DNB) Die O b e r st e SA.- Führung teilt mit: Trotz des klaren und eindeutigen Wortlauts im Erlaß des Stabschefs über „Vereinsmeierei" bemühen sich noch immer „Karn e r a d s ch a f t s b ü n d e, F r e i k o r p s verein i g u n g e n" ujw. für sich mit irgendwelchen Begründungen Ausnahmen von bieten Bestimmungen zu erlangen. Die Oberste SA.-Führung weist darauf hin, daß derartige Anträge völlig zwecklos find und in Zukunft nicht mehr beantwortet werden. Gez.: Seydel, Gruppenführer und Chef der Zentralabteilung.
Berlin, 11. Jan. (DdZ.) Mit der für das Wirtschaftsleben, vor allem auch des Mittelstandes bedeutsamen Bitte um Verlängerung der Verjährungsfristen von Forderungen hatte sich der Deutsche Handwerks- und Ge- werbekammertag an den Reichsjustizmim- st e r gewendet. Er hatte besonders geltend gemacht, daß vielfach Schulden bei Geschäftsleuten und Handwerkern innerhalb der jetzigen gesetzlichen Derjäh- rungsfrist nicht bezahlt würden, und daß die Gläubiger es häufig unterlassen, irgendwelche Schritte zu unternehmen, die Forderungen hereinzubekommen. Der Reichsjustizminister hat geantwortet, er verkenne nicht, daß die Gläubiger häufig von den zur Unterbrechung der Verjährung nötigen Klagemaßnahmen absähen, weil vielfach kein Erfolg, sondern nur Kosten zu erwarten seien. Doch könne er daraus ein Bedürfnis für eine Verlängerung der Verjährungsfristen nicht herleiten. Das
Gesetz gebe dem Gläubiger die Möglichkeit, die Verjährung auch ohne Jnanspru^nahme des Gerichts zu unterbrechen Es wird nämlich nach 8 203 LGB. die Verjährung schon durch eine Abschlagszahlung, eine Zinszahlung oder ein Anerkenntnis des Schuldners unterbrochen. Der Minister meint, daß sich auf diesem Wege in den meisten Fällen, in denen der Schuldner deshalb nicht zahle, weil er nicht zahlen kann, die Unterbrechung der Verjährung auf verhältnismäßig einfache Weife und ohne erhebliche Ko ft en werde erreichen lassen. Gegen die Verlängerung der Verjährungsfrist bestände auch das grundsätzliche Bedenken, daß sie der natürlichen Schuldenbereinigung hemmend entgegenwirken würde. Der Reichswirtschaftsminister und der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hätten sich dieser Auffassung 'angeschlossen.
Aus her Separaüstenzeil Groß-Geraus.
Oer Frankfurter (Stadtwald sollte zur Finanzierung der (Separatistenherrschast beschlagnahmt werden.
Währung umlauffähig bleiben. Die Käufer des Waldes machten den Abschluß des Kaufvertrages von der Genehmigung der Interalliierten Rheinlandkommission abhängig, „um einen Schutz zu haben gegen etwaige Ansprüche der Stadt Franksirrt a. M." Käufer des Waldes war der französische Bergwerksingenieur Edmont Bernet in Wiesbaden, Vermittler ein gewisser Altmaner (Mainz), der in der Ruhrkampf- und Separatistenzeit eine üble Rolle spielte. Die Kreditbank sollte oie Elsässische Bank in Mainz sein. Das Holz sollte im Jahre 1924 gefällt und geliefert werden. Die rechtlichen Bedenken suchte der Separatistenführer wie folgt zu beseitigen: „Einmal gehört der Wald keiner der im besetzten Gebiet gelegenen Gemeinden, so daß Konflikte mit diesen nicht zu befürchten wären. Die Eigentumsgemeinde liegt nicht im besetzten Gebiet und kann somit über den in diesem gelegenen Wald nur beschränkt verfügens!). Entschädigungsansprüche der Stadt Frankfurt wären an die Reichs- regierung zu verweisen, „die durch den passiven Widerstand das besetzte Gebiet schwer genug geschädigt hat"(!)... So heißt es wörtlich in dem später veröffentlichten Aktenstück. Der Plan der Separatisten scheiterte an der Versagung der Genehmigung seitens der Interalliierten Rheinlandkommission in Koblenz, besonders an dem energischen Eingreifen des englischen Kommissars. Auch ein Protestschreiben des Separatistenführers Pritsch an den französiscken Ministerpräsidenten Poincare und den französischen Kammerdeputierten de Magellot blieb ohne Antwort und Erfolg.
Kunst unO Wissenschaft.
Dor zehn Jahren.
Wilhelm Langewiesche f.
In Ebenhausen im Isartal ist der bekann e Schriftsteller und Verleger Dr. Wilhelm Langern i e j ch e im Alter von 68 Jahren geworben. Langewiesche gehört zu den Verlegern, die m.t Ernst und mit Freude darangingen, ihren Büchern einen Platz im Herzen des Lesepubllkurns zu suchen. Und es ist bemerkenswert, daß ihm seine Absicht in weitgehendem Maße geglückt ist. Seine „Blauen Bücher" haben den Weg in die deutsche Familie gefunden. Auch die „Bücher der Rose" fanden den Derbreitungskrets, für den sie entstanden sind. Don den „Erinnerungen eines alten Mannes" von Kü- gelgen sind mehr als eine Diertelmillion Exemplare verbreitet worden. Die schönen Ausgaben von Briefen und Gedichten Goethes brachten es sogar auf 500 000. Bücher über Bismarck, Friedrich den Großen, Hebbel, Stifter sind ferner aus Langewiesches Verlagswerk besonders zu nennen. Auch als Schriftsteller hat er sich betätigt; eine Reihe von Erzählungen und ein Band Gedichte verdienen Erwähnung.
LPD. Als im Jahre 1924 der Separatismus in dem von den Franzosen besetzten Kreise Groß- Gerau mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die sich ihm bei der Besoldung der meuternden Rheinlandtruppe entgegenstellten, wandte sich der separatistische Kreiskommissar Pritsch- Groß-Gerau an den französischen Delegierten der Interalliierten Nheinlandkommission in Groß-Gerau, Commandant Haas, mit der Bitte um Erlaubnis, die Frage der Geldbeschaffung durch Beschlagnahme der im besetzten Gebiete gelegenen Gemeindewälder, besonders des Frankfurter Stadtwaldes, regeln zu dürfen. Das Schreiben wies darauf hin, daß der im besetzten Gebiet liegende Teil des Frankfurter Stadtwaldes eine Ausdehnung von 10 500 Hektar (42 000 hessische Morgen) tjabe, und zwar große Flächen schlagbarer Eichen- und Kiefernbestände, die die Separatisten zur Finanzierung ihrer „Kreisregierung in Groß-Gerau" zu beschlagnahmen beabsichtigten. Der gesamte Waldkomplex sollte auf dem Stamm verkauft und von dem Käufer, einer „deutschen" Holzgroßhandlung,
Aus aller Well.
Schwerer Sturm über England.
Schweres Sturmwetter herrscht im ganzen Bereich der englischen Inseln und hat größte Störungen im Schiffahrtsverkehr verursacht. Der Dampfer „Mauretania" konnte gestern (Donnerstag) abend den Hafen Plymouth nicht anlaufen und ging direkt nach Cherbourg weiter. Der englische 22 500 Ton- nen-Dampfer „Strathnaver", der mit Passagieren, Post und 350 000 Pfund Sterling an Bord von Australien kam, konnte erst nach vierstündigen Bemühungen in den Hafen von Plymouth einlaufen. Der Wind erreichte stellenweise eine Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometer.
Folgenschwerer Unfall in einem holländischen Hafen.
Ein folgenschwerer U nglütf sf all ereignete sich im Vulcan-Hasen von Vlaardingen (Südholland), wo die für Deutschland bestimmten Eisenerzladungen aus den Seeschiffen in die Rheinkähne umgeladen werden. Plötzlich brach einer der Bindungsträger an einem der beiden großen fahrbaren Kräne, die die größten europäischen Hafenkräne sind, und ein großer Teil der über das Wasser hinausgeschobe- nen Ladebrücke brach in sich zusammen. Der Ausleger, eine Laufkatze und ein Greifer, in dem sich gerade 28 Tonnen Eisenerz befanden, fielen mit donnerndem Getöse auf den deutschen Leichter „Altstadt", in den Eisenerz aus dem neben ihm liegenden Dampfer „Baldur" geladen werden sollte. Die „Altstadt" brach mitten durch und sank zum größten Teil mit der Ladebrücke. Hierbei kamen zwei Hafenarbeiter ums Leben. Augenzeugen mußten sich darauf beschränken, die beiden auf der .Altstadt" befindlichen deutschen Schiffer, von denen einer bewußtlos war, in Sicherheit zu bringen. Der Dampfer „Baldur" wurde durch die herabstürzende Eisenkonstruktion auf einer Seite beschädigt. Der Zusammenbruch des Kraus rief im Dlaar- binger Hafen eine Panik hervor. Man glaubte zuerst an ein Eisenbahnunglück. Bisher ist es nicht gelungen, die Laufkatze mit den beiden Getöteten zu bergen.
Der holländische „Postjäger" wieder in Amsterdam.
In Amsterdam traf das holländische Schnellflugzeug „P o st j ä g e r" aus Niederländisch-Jndien mit zahlreichen Postsendungen ein. Die Besatzung hatte den Flug Batavia — Amsterdam in ungefähr 6 Tagen zurückgelegt. Obwohl es sich bei dieser Maschine um ein Schnellflugzeug handelt, ist es ihr nicht gelungen, die kürzlich von der Verkehrsmaschine „Pelikan" in 4 Tagen 4 Stunden aufgestellte Glanzleistung zu erreichen.
Die Ermordung des Hitler-Jungen Vloecker vor Gericht.
Vor dem Hanseatischen Sondergericht in Hamburg begann der Prozeß wegen der Ermordung des Hamburger Hitler-Jungen Otto B o e ck e r. Bei einem kommunistischen Feuerüberfall auf ein Lokal im Stadttell Hoheluft am 26. Februar vorigen Jahres war der Hitlerjunge Bloecker erschossen und ein anderer Hitlerjunge schwer verletzt worden. Von den 25 Angeklagten werden 22 des gemeinschaftlichen Mordes beschuldigt. Als Hauptangeklagter gilt der kaufmännische Angestellte Karl Fischer, der nach eigenem Geständnis die verhängnisvollen Schüsse abgegeben hat. Die Angeklagten sind zumeist junge Leute im Alter von 19 bis 26 Jahren. Der Hauptangeklagte Fischer war als aktiver Kommunist in der Häuserschutzstaffel und der Roten Jungfront tätig. Als der Vorsitzen^ den Angeklagten Fischer fragte, ob er feine Tat aufrichtig bereue erwiderte er: „Ich habe fie schon immer bereut" Die übrigen bisher vernommenen Angeklagten bestritten, bei der Aktion irgendwie aktiv tätig gewesen zu fein.
Liu Polizeibeamter erschossen.
In Pyritz m Pommern wurde der Polizeihauptwachtmeister Erich S ch a l o w bei einem ipatrouib lengang durch vier Schüsse niedergestreckt Line Kugel drang ihm ins Herz und führte seinen sofortigen Tod herbei Es dürfte sich um einen Racheakt handeln, da der Beamte vor einigen Tagen In einer Diebstahlsangelegenheit mehrere Haussuchungen vorgenommen hatte. Die Polizei
wieder aufgeforstet werden.
Der durch den Verkauf erzielte Erlös, der von dem Briefschreiber auf IVz Millionen Franken = 375 000 Goldmark geschätzt wurde, sollte b e i e i n e r ausländischen Bank als Deckung für 1 125000 Mark Papiergeld in Goldwährung deponiert werden. Das Geld sollte Gültigkeit im gesamten besetzten Gebiet Hessens haben und bis zur Einführung einer rheinischen
setzter Schlitten, der über einen zugefrorenen See
fuhr, im Eise ein.
3m Juni 1. Deutscher Gaststätteutag in Danzig.
täter in Frage kommen.
Hinrichtung eines Brandstifters.
In Wien wurde das Todesurteil des Standgerichtes in Graz an dem 33jährigen vorbestraften Landstreicher Peter Strauß vollzogen. Strauß hatte aus Rache den Besitz eines Bauern angezündet, da ihm eine von diesem gegebene Unterstützung zu gering erschien. Vom Bundespräsidenten konnte keine Gnadenverfügung getroffen werden, da die Bundesregierung zu der Gnadenbitte der Verteidigung keinen Antrag gestellt hatte. Diesen Antrag schreibt Artikel 67 des Bundesverfassungsgesetzes vor.
horst TNillauers Afrikaexpedition.
Horst MillauersExpedition beendete dieser Tage in Pretoria die erste Etappe ihrer im Juli v. I. begonnenen Afrikafahrt. Horst Millauer, seine junge Frau und der Kameramann Ernst Mielke wurden von der deutschen Kolonie in Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, vom deutschen Generalkonsulat und zahlreichen englischen Motorsportlern herzlich begrüßt.
Afrikaflieger Schwabe in Nairobi.
Der deutsche Sportflieger Karl Schwabe, der auf feinem Flug nach Kapstadt in Khartum einige Tage Station machte, startete dort mit Kurs auf Malakal und flog über Djuba nach Nairobi weiter, wo er programmäßig lanbte.
Chinesische Räuber überfallen einen Zug. — Acht Tote, fünfzehn Verletzte.
Eine Gruppe chinesischer Räuber hat einen Zug bei Kirin angehalten und versucht, ihn auszurauben. Die japanische und mandschurische Wache verteidigten sich. Dabei wurden 8 Personen getötet und 15 verletzt.
Der 1. Deutsche G a st st ä d t e n t a g des • Reichseinheitsverbandes des deutschen Gaststättengewerbes findet in den Tagen vom 4. bis 6. Juni ■ 1934 in Danzig statt. Mit dem Deutschen Gaststättentag ist eine große Kochkunst- Au s st e l l u n g j verbunden. Das Protektorat über die Ausstellung that Senatspräsident Dr. Rauschning in Gemeinschaft mit Senator Batzer übernommen.
Amerikanisches Regiment erbittet ein Bild Hindenburgs.
Das amerikanische Feldartillerie - Regiment 108 in Philadelphia hatte den Wunsch ausgedrückt, ein Bild des deutschen Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, zu erhalten. .'Diesem Wunsche ist Rechnung getragen worden. Während einer eindrucksvollen militärischen Feier ^überreichte der Militärattache der deutschen Botschaft in Washington, Generalmajor von Bötticher, dem Regiment ein Bildnis des Reichspräsidenten mit besten eigener Unterschrift. Der Kommandeur des Regiments, Oberst March, erklärte, als er das Bild entgegennahm, jeder Soldat der Vereinigten Staaten bewundere Hindenburg wegen seiner Pflichttreue zum Vaterland.
Das große Los.
In der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 10 0 0 0 0 Mark auf die Losnummer 233 91 0 und ein Gewinn von 50 000 Mark auf die Nummer 158 055. Die erste Abteilung des Loses 233 910 wird in Diertellosen in Berlin gespielt, die zweite Abteilung in Achtellosen in Mecklenburg-Schwerin. Die Gewinner des 50 000-Mark-Gewinns wohnen zur einen Hälfte in, Berlin, zur anderen Hälfte in Braunschweig. Sie spielten das Los in Achteln.
fand den der Tat dringend verdächtigen Pantoffel-, hochzeitsschlilteu auf dem Life eingebrochen, macher Sutz, der in einem Chausseehaus wohnt, s In der Nähe der polnischen Ortschaft Olkemiki im erschossen auf. Sutz hat kurz vor der Derhaf- Wilna-Gebiet brach ein mit Hochzeitsgästen be- tung Selbstmord begangen Der Bruder des ------- --— -------------
Mörders, der verhaftet werden konnte, soll als Mit-
Zahlreiche Todesopfer der Grippe in Japan.
In Tokio und Umgebung herrscht feit einiger Zeit eine Grippeepidemie, die in den letzten zwei Wochen täglich bis zu 150 T o t e forderte. Sämtliche Krankenhäuser der Stadt sind überfüllt.
Großfeuer in Havanna.
In den Werkstätten und Lagerräumen der Eisenbahn in Havanna brach an vier verschiedenen Stellen Feuer aus, von dem man annimmt, daß es vorsätzlich angelegt worden ist. Eine große Menge rollenden Materials wurde vernichtet Der Bevölkerung bemächtigte sich große Aufregung, weil die Gefahr bestand, daß die großen Benzinlagertanks vom Feuer ergriffen wurden. Nur dadurch, daß der Wind umsprang, wurde eine Katastrophe verhütet.
Verbrennungstod einer Greisin.
In Kassel wurde eine 78jährige Frau in ihrer Wohnung mit schweren Verbrennungen am ganzen Körper aufgefunden. Wahrscheinlich hat sich die alte Frau die Verbrennungen am Herd zugezogen. Man verbrachte die Greisin in das Krankenhaus, wo sie bald nach der Einlieferung starb.
Landwirt von einem Bullen totgedrückt.
verhängnisvolles Spiel mit der Waffe.
Ein eigenartiges Unglück ereignete sich in Dahndorf bei Wittenberg. Dort spielte der jüngere Sohn des Kriegsbeschädigten Heese in der Wohnstube mit einem Gewehr feines älteren Bruders, das sich plötzlich entlud. Der Schuß ging durch den Fußboden und traf die im unteren Zimmer sitzende alte Großmutter, die auf der Stelle getötet wurde.
Lastauto vom Zuge erfaßt. — 1 Toter, 4 verletzte. ! Der Lastwagen der Telegraphenbauabtellung s Landstuhl (Pfalz) passierte den Bahnübergang Atoi- ! schen Landstuhl und' Ramstein der eingleisigen Nebenbahn Landstuhl—Glanmünchweiler, als ein Personenzug herankam und den Lastwagen erfaßte. Durch den Anprall wurden die im Wagen befindlichen Telegraphenarbeiter herausgefchleudert, wobei der 32 Jahre alte verheiratete Adam Ulmer tödlich und der 33 Jahre alte Karl Mayer schwer verunglückte. Drei andere Arbeiter erlitten leichtere Verletzungen. Der Wegübergang hat keine Schranken.
Aeberfchwemmung in Argentinien. — 60 Menschen ertrunken.
In Frankenheim (Rhön) fiel der in den fünfziger Jahren stehende Landwirt Wilhelm Rauch einem schweren Unfall zum Opfer. Als er den bei ihm stehenden Gemeindebullen putzte, riß sich das sonst gutmütige Tier los und drückte Rauch an die Wand, so daß dieser schwere innere Verletzungen erlitt. An den Folge des Unglücksfalles ist Rauch kurz darauf gestorben.
Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, ist die argentinische Provinz Mendoca von einer Hoch - wasserkatastrophe bedroht. Bisher sollen 60 Personen ertrunken sein.
12 500 Zug-Telegramme.
Zur Erhöhung der Bequemlichkeit hat die Reichsbahn die Annahme von Prioattelegrammen in den
schnellfahrenden Reisezügen zugelassen. Welchen Anklang diese Maßnahme beim reisenden Publikum gefunden hat, ergibt sich daraus, daß in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Oktober 1933 rund 12 500 Zug-Telegramme aufgegeben wurden, von denen 10 900 auf Deutschland und 1600 auf den Auslandsverkehr entfallen.
Paris will 300 Autobusse erwerben.
Die Pariser Stadtverordnetensitzung hat die Aufnahme einer 40'/2-Millionen-Anleihe beschlossen. Dieses Geld soll zum Ankauf von 3 00 neuen Autobussen verwendet werden, die auch auf den noch mit Straßenbahnen besetzten Linien eingesetzt werden sollen. Der Ankauf von 260 weiteren Autobussen ist vorgesehen.
Das Glück von Lavaillon.
Bei der vierten Ziehung der Ende vorigen Jahres neu eingeführten französischen Staatslotterie hat wiederum ein Südfranzose den Hauptgewinn von 5000000 Francs gezogen. Bei der ersten Ziehung hat, wie seinerzeit gemeldet wurde, ein Friseur von Tarasconne, bei der zweiten ein kleiner Kohlenhändler in Avignon, bei der dritten ein Muller in Mittelfrankreich und bei der vierten nunmehr ein Bäckermeister in Cavaillon den Haupttreffer gezogen. Außerdem sind in Cavaillon zwei Lose mit einem Gewinn von 1000 000 bzw. von 500 000 Francs herausgekommen.
Heliumfunde in Ungarn?
Nach einer Blättermeldung aus Debreczin (Ungarn) sind in der Umgebung der Stadt Erdgas- ft e 11 e n entdeckt worden, die auch ansehnliche Mengen von Helium ergeben haben sollen. Helium wurde bisher nur in Amerika gefunden. Wegen seiner Explosionssicherheit wird es vorzugsweise als Füllgas für Luftschiffe verwendet.
Drei Kinder durch Kohlenoxydgase getötet.
In dem Dorf Thorowken im Kreis Osterode (Ostpreußen) ereignete sich ein furchtbares Unglück. Die Frau des Besitzers Golombiewfki hatte den Ofen im Schlafzimmer ihrer Kinder geheizt und die Ofenklappe zu früh geschloffen. Im Laufe der Nacht bildeten sich Kohlenoxydgase, wodurch die drei im Alter von 5, 14 und 16 Jahren stehenden Kinder vergiftet wurden. Als die Mutter am Morgen die Kinder wecken wollte, waren diese bereits t o t.
Goldschmiedearbeilen aus dem Familienschah der Romanows in Nürnberg.
Der Leiter der Nürnberger Städtischen Kunstsammlungen, Studienrat Stahl, hatte eine durchgreifende Inventarisierung der im Besitz der Stadt Nürnberg befindlichen Gegenstände von besonderem Kunstwert oorgenommen. Auf Grund genauen Aktenstudiums konnte nun die überraschende Feststellung gemacht werden, daß zahlreiche im Prunk- saal des Alten Rathauses untergebrachte Pokale, Humpen und Trinkbecher dem Familienschatz der letzten Zarenfamilie entstammen und offenbar nach Ausbruch der Revolution und dem Sturz des Hauses Romanow nach Nürnberg gebracht worden fein müssen. Es handelt sich um Goldschmiedearbeiten Alt-Nürnberger und Augsburger Meister aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Jedenfalls find die Kunstgegenstände seinerzeit als Geschenke reicher Häuser in den Besitz des russischen Herrscherhauses gekommen.
Der Mörder des Polizeimeisters Perske hingerichtet.
Der Mörder des Hamburger Polizeimeisters Perske, Rudolf Ernst Lindau, der durch Urteil des Hanseatischen Sondergerichts vom 30. Dezember v. I. zum Tode verurteilt worden war, ist durch Enthauptung h i n g e r i ch t e t worden. Lindau hatte am 27. August 1931 dem auf dem Wege zum Dienst befindlichen Polizeimeister Perske in der Nähe des Hammerparks aufgelauert und ihn hinterlistig niedergeschossen, um ihn seiner Waffe zu beraufen.
SA.»Scharführer ermordet.
Bei einem Tanzvergnügen in Zelazno (Oberschlesien) entstand unter Gästen ein Streit, den der SA.-Scharführer Paul W y st u b schlichtete. Nach Schluß der Tanzfestlichkeit wurde Wystub vor einem Gehöft in feinem Blut liegend aufgefunden. Er wurde nach dem Gasthaus gebracht, wo ein Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Unter dringendem Tatverdacht wurde der Knecht Zeller verhaftet und dem Oppelner Polizeigefängnis zugeführt. Der vorläufige Befund hat ergeben, daß Wystub mit einem Knüppel niedergeschlagen worden ist.
Wettervoraussage.
Durch die Vorderseite der kräftigen ozeanischen Storung ist sehr schnell milde Luft auf Das Festland oorgediungen. Die bereits ein umfangreiches Aufgleitregengebiet erzeugt hat. Mit Der Weiterentwicklung Des Tiefs folgt noch mehr ozeanische Luft nach, so daß der Frost bei uns beseitigt wird und wechselhaftes Wetter mit Regenfällen eintritt.
Aussichten für Samstag: Meist bewölkt und zeitweise Niederschläge, milder, südwestliche Winde.
Aussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, noch Regenschauer, Temperaturen schwankend, aber meist über Null.
Lufttemperaturen am 11. Januar: mittags —0,4 i Grad Celsius, abends — 4,8 Grad; am 12. Januar: morgens — 2,1 Grad. Maximum 0 Grad, Minimum — 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Januar: abends 1,1 Grad; am 12. Januar: morgens —1,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3 Stunden.
Amtliche Dintersportnachrichten.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, — 4 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut, herrliche Winterlandschaft. — Her» chenhainer Höhe: Bedeckt, — 4 Grad, 24Zentimeter Firnschnee, Sportmöglichkeit sehr gut, herrliche Rauhreifbildung.
Sauerland. Winterberg: Nebel, — Drei Grad, 32 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit gut. — Ruhe sie in: Wolkig, —1 Grad, 42 Zentimeter Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeitgut.
Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, — 7 Grad, 28 Zentimeter Schnee, gekörnt, Sport» Möglichkeit gut. — Berchtesgaden: Klar, — 8 Grad, 45 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit sehr gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot: für Den übrigen Teil Ernst Blumschein und für Den Anzeigenteil i. V.
Th Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700.


