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Druck der Drützl'schen Llniverfitats - Buch« und Steindruckerei, R. Lange, Dietzen.
Dienstag, ll. Dezember 1954
Wie sie sammelten.
der vom Tage der nationalen Solidarität. Oben: ltschlands populärster Flieger U d e t in der Nähe Sportpalastes. — Unten: Frau Goebbels vor dem Berliner Columbus-Haus.
er Rückgang der Säuglingssterblich, keit in Hessen und Hessen-Nassau
!PD. Der Rückgang der Säuglingssterblichkeit Deutschland hat in den letzten 20 Jahren außer» entlich erfreuliche Fortschritte gemacht. Während Jahre 1913 von 100 Lebendgeborenen im Deut- n Reich noch durchschnittlich 15,1 im ersten Lesjahre starben, waren es im Jahre 1933 nur h 7,6. In Preußen betrugen die Durchschnitts» e der Säuglingssterblichkeit 1913 15,0, im Jahre 3 wie im ganzen Reich 7,6.
»essen hatte schon vor 20 Jahren mit 9,3 v. S). r sehr geringe Säuglingssterblichkeit aufzuwei- (Reichsdurchschnitt 15,1 v. H.), die bis zum
>re 1933 noch erheblich abnahm. Im letzten Jahre den in Hessen von 100 Lebendgeborenen im cchschnitt nur 5,5 Kinder im ersten Lebensjahr, । auch in den vier vorhergehenden Jahren war Durchschnittssatz nicht bedeutend höher. 1929 rüg er 6,7, 1930 und 1931 5,9, 1932 5,6 und 3 5,5, womit Hessen nach Hessen-Nassau den ntniedrigsten Platz in der Säuglingssterblichkett Deutschland innehat.
in Hessen-Nassau liegen die Verhältnisse iz ähnlich. Auch hier war schon 1913 mit 9 o. H. ? außerordentlich geringe Säuglingssterblichkeit richt worden; bis 1933 ist ein Rückgang bis auf v. SS. festzustellen, und mit dieser Zahl hat Hes- Nassau die geringste Säuglingssterblichkeit in 3 Deutschland. 1929 betrug der Vomhundertsatz 1930 und 1931 5,5, 1932 5 und 1933 5,3.
azösische Schiffer drangen zu ihren Brutplätzen , trieben die hilflosen Vögel über Planken in Boote, „so viel diese aufnehmen konnten", ten sie und salzten sie als Dauernahrung ein. ■ Fang der Vögel war verhältnismäßig leicht, n sie hatten ihre Flugfähigkeit völlig eingebützt. sie an niedrigen geschützten Küsten brüteten, so nten sie das Land erreichen, ohne ihre Schwingebrauchen zu müssen, und so verkümmerten e allmählich. Alle Beobachter erwähnen, daß sie 5 mit hocherhobenem Kopf, aber eingezogenem fen schwammen und sofort untertauchten, wenn Gefahr witterten. Sie gingen oder liefen mit nen kurzen Schritten aufrecht einher wie ein nsch und stürzten sich aus vier bis fünf Metern se in das Meer, wenn sie verfolgt wurden, mals hat man bemerkt, daß sie ihre Eier Der» igten; bei Angriffen suchten sie sich, freilich ziemlich «lglos, durch Beißen zu wehren. Als die Zahl der senalke immer mehr zusammenschmolz, wurde Jagd auf sie unvorteilhaft. Aber nun erstanden rn neue Feinde in Sammlern, die ihre Bälge । Eier für Museen erbeuteten. Dadurch wurde Ausrottung vollendet. Von der großen Zahl gesammelten Eier hat sich nur ein kleiner Teil naturgeschichtliche Kostbarkeit erhalten.
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Eduard Bötticher, der bis vor ;em an der Universität Gießen wirkte und n als Ordinarius für Bürgerliches Recht, Zivil» zeß und Wirtschaftsrecht an die Universität i d e l b e r g berufen wurde, ist jetzt dort zum an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ernt worden; Professor Bötticher bleibt aber Mit- d der Juristischen Fakultät.
Professor Dr. Hans von Heutig, Ordinarius Strafrecht an der Universität Kiel, hat einen : an die Universität Bonn erhalten.
»rofeffor Dr. Kurt Pohlisch, Extraordinarius Psychiatrie an der Universität Berlin, ist zum mtlichen Professor für Psychiatrie an der Uni- ität Bonn ernannt worden.
'er ao. Professor Dr. Walter von Brunn der Universität R o st o ck ist zum ordentlichen fessor der Geschichte der Medizin an der Univer- Leipzig ernannt worden.
irofessor Dr. Ernst E n g e l k i n g , Ordinarius Augenheilkunde an der Universität Köln, bat n Ruf an die Universität Heidelberg er« en.
-er entpflichtete Professor Dr. Gottfried Hügel- n n von der Universität W-i e n hat einen Ruf Ordinarius für Deutsches Recht an der Univer- Freiburg i. B. erhalten.
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 289 Zweiter Blatt
DasRchtseil am„Saus der Deutschen Erziehung
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Amtsverkündigungsblatt
W die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
11. Dezember
1934
Nur durch die Post zu beziehen.
Erscheint Dienstag und Freitag.
«stltsübersicht: Straßensperre. — Verkaufszeiten an den Sonntagen vor Weihnachten. — Die Aufstellung der Voranschläge der evang. Kirchengemeinden. — Dienstnachrichten.
Seelenqualen auf der Teufelsinsel.
Der Begnadigte kam auf die Teufelsinsel. Er führte sich gut. Aber er wurde dennoch zermürbt durch die klimattschen Bedingungen und durch die Gewissensqual, die auf ihm lastete — nicht wegen der Schuld, die gar nicht seine war, sondern weil er sich um seine Frau grämte.
Einmal schrieb er nach Hause an seine Frau, weshalb denn auch sie schweige? Denn sie wisse doch, was wirklich geschehen wäre. Sie verstand den Brief nicht und antwortete deshalb auch nicht darauf.
Für die Behörden gab es keinen Fall Fournier mehr. In Men Nächten trug sich Fournier wohl mit dem Gedanken, Den Gerichtsbehörden zu melden, daß er es gar nicht war — damals. Aber würde man ihm denn heute noch Glauben schenken? Waren nicht auch die Indizien gegen ihn gewesen?
„Ich war's damals - in jener Nacht. "
Es gab feinen Fall Fournier, bis ein Gerichts- beamter eines Morgens zu dem an Krebs sterbenden
Man hat Raould Fournier sogleich freigelassen. Er wird in den nächsten Wochen nach Europa, nach Nemours, in sein Haus zurückkehren. Gerechtfertigt, ein Held seiner Liebe und seiner Schweigsamkeit — aber nach 20 Jahren Guyana ein gebrochener Mann ...
Ob die Frau, für die er das alles tat, es ihm jetzt lohnen wird? — Ob ihr Herz es noch vermag? — Denn sie glaubte ja selbst an die Schuld Raouls, die er auf sich nahm, weil-er meinte, es fei die ihre
Bekanntmachung.
Wegen Ausführung von Gleisumbauarbeiten werden die Provin- zialftrahen Gießen—Reiskirchen, Bahnübergang km 4,44, vom 17. bis 22. Dezember 1934, und Gießen—Rödgen, Bahnübergang km 5,49, vom 27. bis 31. Dezember 1934, für jeglichen Verkehr gesperrt.
Umleitung erfolgt für Gießen—Reiskirchen über Rödgen—Großen- Bufeck und für Gießen—Rödgen über Wieseck—Trohe.
Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten.
Gießen, den 11. Dezember 1934.
Hess. Provinzialdirektion Oberhessen.
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Ein Held seiner Liebe.
Er schwieg 20 Zahre lang auf der Teufelsinsel. — Spätes Geständnis auf dem Totenbett.
Abel Grivaud gerufen wurde. Er hatte dem Priester ein Geständnis abgelegt, und dieser hatte ihn ersucht, auch den Gerichten die gleichen Bekundungen zu machen.
Und dieser Abel Grivaud behauptete, daß er vor 20Jahren in jener Nacht den RobertGaußen erschossen habe. Er sei in Frau Fournier verliebt gewesen und habe Robert Gaußen für seinen Nebenbuhler gehalten. An diesem Abend — er wußte von der Reise des Gatten— wollte er die Frau besuchen, — und belauschte statt dessen eine Unterhaltung mit dem Nebenbuhler am Kamin.
Er lief rasend vor Wut nach Hause. Er kehrte mit der Waffe zurück. Er schoß — und traf durch das offene Fenster auf den ersten Schuß. Die Waffe warf er ins Zimmer und lief davon ...
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(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Paris, im Dezember.
Wie die Justizbehörden nach Guyana und an die Polizeiverwaltung in Nemours mit- gstsilt haben, hat sich die völlige Unschuld des dar 20 Jahren zum Tode verurteilten, später begnadigten Raoul Fournier durch ein Totenbett-Geständnis ergeben. Hinter diesem Geständnis steht eine tragische Liebesaffäre.
Ein anonymer Brief.
Nachdem Raoul Fournier sechs Jahre mit seiner sehr reizvollen Gattin verheiratet war, steckte man ihm eines Abends, als er von einer Geschäftsreise kam, im Gedränge einen anonymenBrief rgu. Seine Gattin betrüge ihn. Alle Welt wisse 25. Nur er merke es offenbar nicht. Fournier zerriß lOen Zettel und glaubte nicht daran. Aber da waren verschiedene Kleinigkeiten, die den einmal gesäten Werdacht immer wieder aufsteigen ließen. Dieser Robert Gaußen,' der bei ihm angestellt war, machte der Frau mehr den Hof, als es sonst bei tönern Angestellten und der Gattin des Chefs lüblid) ist.
Raould Fournier wollte seine Frau auf die Probe stellen. Er schützte eine längere Reise oor und kehrte an der nächsten Station um. So bäm er kurz vor Mitternacht nach Hause.
Dort bot sich ihm ein furchtbares Bild. Im Wohnzimmer, vor dem Kamin, saß Robert Gaußen o t in einem Lehnstuhl. Vor ihm kniete — von imsterischem Schluchzen geschüttelt — seine Gattin. Was war geschehen? Es war jetzt keine Zeit, über Antreue zu sprechen. Frau Fournier gestand, man
Bekanntmachung.
Betr.: Verkaufszeiten an den Sonntagen vor Weihnachten.
In teilweiser Abänderung unserer Bekanntmachung vom 30. November 1934 im Amtsverkündigungsblatt Nr. 62 wird auf Antrag die Verkaufszeit an den Sonntagen, 16. und 23. Dezember, in der Stadt Gießen auf die Stunden von 1 bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt.
Gießen, den 12. Dezember 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Weber.
Betr.: Die Aufstellung der Voranschläge der evang. Kirchengemeinden für das Rechnungsjahr 1935.
An die evangelischen Kirchenvorstände des Kreises.
Wir beauftragen Sie, sofern noch nicht geschehen und sofern eine Voranschlagsaufstellung für das fragliche Rechnungsjahr in Frage kommt, die Voranschlagsarbeiten sofort in Angriff zu nehmen und so zu fördern, daß die Einsendung der Voranschläge bis 15. Januar 1935 an uns erfolgen kann.
Es ist der größte Wert auf die Einhaltung des Termins zu legen.
Gießen, den 8. Dezember 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger.
Dieustnachrichten des Kreisamts.
Abteilung Ib (Innere Verwaltung).
Der Stadtgemeinde Stuttgart — Städt. Marktamt Stuttgart — wurde die Erlaubnis erteilt, 6000 Losbriefe und 6000 Lose zu je 0,50 Mark der Geldlotterie zur Hebung der Pferdezucht und zugunsten der Pferdemärkte in Württemberg in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben.
Albrecht Schuhmacher in Burkhardsfelden wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Burkhardsfelden bestellt und verpflichtet.
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