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Oberheffen.

»Krast durch Freude" in Lang-Göns.

in. Lang-Göns, 9. Dez. Von der Ortsgruppe Lang-Göns der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" wurde am gestrigen Tage ein Bunter Abend in der hiesigen Turnhalle ver­anstaltet. Der Besuch war sehr gut, auch von aus­wärts waren zahlreiche Gäste erschienen. Den Hauptanteil der Darbietungen bestritten, neben den Musikstücken der Kapelle Müller von hier, Mitglieder des Stadttheaters Gießen. Nach einem Eröffnungsmarsch und einigen herz- lichen Begrüßungsworten durch den Ortswart Hch. Faber, führte sich der Ansager des Abends, Paul Nieren, selbst ein. Er brachte das so humorvoll und fein heraus, daß die Verbindung zwischen Zu­hörern und Darstellern im Augenblick geschaffen war. Immer neue Lachsalven folgten seinen Aus­führungen. Zn gutem Tempo sagte er an, in witzi­ger Weise verflocht er einzelne Adekdoten in seinen Vortrag und sorgte für beständige Abwechslung. Sehr großen Eindruck machten auch die vaterländi­schen Gedichte von Heinrich Anacker, die Gert Gei­ger vortrug. Ebenso lösten die Geschichten um Friedrich den Großen, die Karl V o l ck zum Besten gab, lebhaften Beifall aus. Mit zum schönsten und für viele der Anwesenden ganz neu ge­hörten die Tanzvorführungen von Hilde Plank. Sie tanzte einen Straußwalzer und später eine Humoreske. Beide Tänze mußte die Künstlerin wiederholen, so sehr hatten sie gefallen.

In der Pause, die Paul Nieren in der ge­wohnten lustigen Weise ansagte, dabei aber auch nicht vergaß, an den Tag der deutschen Soli- d a r i t ä t zu erinnern (einer für alle, und alle für einen!") wurde noch einmal für das Winter­hilfswerk gesammelt. Es ging eine ganz schöne Summe ein. Auch Bürgermeister Wenzel wies aus die Bedeutung des Tages hin und forderte zu reichen Spenden auf.

Im zweiten Teil des Abends folgten noch einige lustige Plaudereien und ein Vortrag in Frankfur­ter Mundart von Karl V o l ck. Den Schluß bildete eine tolle Szene, die sichRundfunk in Lang-Göns" benannte und ungeheuren Erfolg hatte. Diesmal wirkten die Herren Geiger, Nieren und Volck zu­sammen als Ansager, Künstler und Nothelfer. Wohl selten hat die Lang-Gönser Turnhalle so vergnügtes Lachen gehört, wie an diesem Abend. Der Orts­wart Faber schloß den Bunten Abend gegen 11 Uhr mit Dankesworten an die Künstler und einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler.

Wir wollen hoffen, daß es nicht der letzte Abend war, an dem uns die Gießener Künstler besuchten und so viel Freude und Abwechslung in unser stilles Dorf brachten!

Wassernot in Alsfeld.

> Alsfeld, 10. Dez. Eine unliebsame Ueber- raschung gab es am Samstag für die Bewohner der höher gelegenen Stadtteile, als die Wasser-Zu­fuhr aus der Hochdruckleitung a u f h ö r t e. Die Ursache war ein Bruch der Hauptrohrlei­tung in der Adolf-Hitler-Straße. Nach mehrfachen Versuchen gelang es, die Bruchstelle ausfindig zu machen, die in ununterbrochener Nachtarbeit beseitigt wurde, so daß bereits in den Abendstunden des Sonntags die Wasserversorgung der Stadt wieder gesichert war. Die Arbeiten wurden dadurch er­schwert, daß die Bruchstelle unter der im vergange­nen Sommer hergestellten Teerdecke der Straße lag. Ein wohlhabenderarmer Wanderer"

< Breungeshain (Kreis Schotten), 10. Dez. Vor einigen Tagen übernachtete ein Handwerksbursche, ein wandernder Aus­länder, in einem Stalle in Breungeshain, wobei er durch eigene Unvorsichtigkeit beim Einreiben seiner Beine mit Spiritus gegen Rheumatismus

einen Brand verursachte und dabei sehr schwere Verbrennungen erlitt. Der Ver­unglückte wurde dem Krankenhaus in Schotten zu­geführt, wo er an seinen schweren Wunden g e - storben ist. Wie sich nunmehr herausstellte, zog dieser Wanderer, der in seiner ungarischen Heimat Familie hinterläßt, schon jahrzehntelang umher. Wie sich weiter herausstellte, hatte er sich schon vor dem Kriege eine schöne Summe Geldes auf einer Sparkasse gespart, der Spar­betrag wurde aufgewertet und dazu hat sich der Verunglückte im Laufe der Jahre nach der In­flation einen weiteren großen Betrag an­gesammelt.

Landkreis Gießen.

£ 2B i e f e cf, 9. Dez. Gestern abend fand im Saale von Philipp Walter die Herbstgeneralver- sammlung der Spar- und Darlehnskasse W i e s e ck statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Schroinermeister Gustav Seibert, eröffnete die Generalversammlung und gedachte der verstorbenen Mitglieder, zu deren Gedenken sich die Besucher von den Plätzen erhoben. Direktor Werner erstattete den Geschäftsbericht, der einen Aufstieg der Kasse aufweist, beträgt doch der Umsatz in den elf Mo­naten 1934 1 616 700 RM. gegenüber 1 223 400 RM. in 1933 und 832 300 RM. in 1932. Der Gesamt­kaffenumsatz in elf Monaten 1934 beträgt 487 800 gegenüber 257 700 RM. in 1933 und 184 300 RM. in 1932. Die Abhebungen der Spareinlagen betragen nicht mehr die Hälfte gegenüber 1932, dagegen find die Einlagen an Spareinlagen um fast 3000 RM. gegenüber 1933 gestiegen. Eine besonders erfreuliche Entwicklung ist bei der Schulfparkaffe zu ver­zeichnen, rouroen doch von den Kindern in elf Mo­naten 1880 RM. eingezahlt. Die Ersatzwahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl von Heinrich Rodenhausen VI., während in den Aufsichtsrat Heinrich Werner III. und Ernst Bierau wie­dergewählt wurden. In der Aussprache wurde noch manche Anregung zur weiteren Belebung der Kasse gemacht. Wenn auch die K^'e schwere Zeiten hinter sich habe, so gehe es doch i wieder aufwärts zum Nutzen der Heimatgemeinde.

Z Alten-Bufeck, 10. Dez. Beim Fußball­spiel auf dem hiesigen Sportplatz erlitt ein Mit­spieler aus Treis eine schwere Verletzung am Fußgelenk. Der junge Mann wurde durch Ortsgruppenleiter Freund mittels Auto in die Chirurgische Klinik zu Gießen verbracht. Der Ver­unglückte erlitt vor einiger Zeit schon einmal einen Beinbruch beim Fußballspiel.

5 Steinbach, 9. Dez. Arn letzten Donnerstag wurde hier die 18jährige Tochter Lina des stellver­tretenden Ortsgruppenleiters Heinrich Ludw. Ger­hard zu Grabe gebracht. Das tragische Schicksal der Toten, die innerhalb weniger Tage einer beim= tückischen Krankheit erlag, da alle ärztliche Kunst versagte, fand die Anteilnahme der ganzen Ge­meinde. Davon zeugte dre Beteiligung bei der Trauerfeier. Nicht nur PO., SA., NS.-Frauenschaft und BdM., dessen Mitglied die Verstorbene gewe­sen war, sondern auch eine sehr zahlreiche Trauer­gemeinde der Toten die letzte Ehre. Der Evange­lische Frauenchor unter Leitung seines Dirigenten Kapellmeister Scheufele (Steinbach) sang am GrabeEs ist bestimmt in Gottes Rat" und nach der GrabredeWie sie so sanft ruhn". Vfarrer D ö l l sprach im Anschluß an Iesuwort an Martha und Maria über die harmonische Vereinigung von Marthaeifer und Mariensinn im Charakter der Verschiedenen und zeigte den Trost im Ausklang des Herrenwortes vom guten Teil, das nicht von ihr genommen ist. In den Nachrufen bei der Nie­derlegung der Kränze durch BdM., HI., PO. und dem Vertreter der Firma, bei der die Tote gear­beitet hatte, zeigte sich deren Beliebtheit und die Teilnahme für die schwer geprüfte Familie.

V Watzenborn-Steinberg, 8. Dez. Heute konnte Konrad Röhmig bei bester Gesundheit

[einen 7 5. Geburtstag feiern. Der G e - jangvereinEintracht", gegründet 1869, hielt am Samstagabend im DereinslokalZum grünen Baum" seine diesjährige Hauptöersammlung. Nach einer Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Karl Ruckelshausen gab dieser den Geschäftsbericht über das abgelaufene Dereinsjahr bekannt. Sodann erstattete Georg K o l m e r Bericht über die Rech­nungsablage. Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt: Heinrich Sarnes, Karl Sarnes, Otto Jung I., außerdem wurde dem Karl Sarnes die Sänger­nadel für 25jährige aktive Sängertätigkeit verliehen. Der Verein, der bereits zehn Jahre unter der Stab­führung des Chorleiters Georg Harnisch (Stein­berg) steht, hat sich während dieser Zeit eine gute Stellung in der Gesangskunst erobern können. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein gemütliches Bei­sammensein mit Familie an.

* Lang-Göns, 10. Dez. Bei der Sammlung am Tage der Nationalen Solidarität er­gab sich hier ein Gesamtbetrag von 423,97 Mk., ein­schließlich 23,60 Mark aus der Zelle Ober-Hör-gern und 182,50 Mark aus der Zelle Holzheim.

> Holzheim, 10. Dez. Hier wurden am Tage der Nationalen Solidarität insgesamt 182,50 Mark gesammelt. Aus dem Verkauf der Dezemberplaketten kamen 29,40 Mark zusammen.

<xd Eberstadt, 10. Dez. Für das Winterhilfs­werk wurden hier am Tage der Nationalen Solidarität 27,25 Mark gespendet.

> Allendors a. d. L d a., 10. Dez. Bei der Viehzählung am 5. Dezember waren in unserer Stadt vorhanden: 38 Pferde und ein Fohlen; 578 Stück Rindvieh, darunter vier Zuchtbullen, 260 Schafe einschließlich vier Schafböcke, 637 Schweine, darunter zwei Zuchteber und 18 Zuchtsauen, 123 Ziegen und Ziegenlämmer einschließlich zwei Ziegen­böcke, 108 Kaninchen, 337 Gänse, 15 Enten, 2640 Hühner und Hähne, 18 Bienenstöcke. Nicht beschaute Hausschlachtungen hatten in der Zeit vom 1. Sep­tember bis 30. November d. I. 54 stattgefunden. Die Geburtenzahl der Kälber betrug: im Septem­ber 16, im Oktober 13 und im November 17 Stück.

+ Grünberg, 10. Dez. In unserer Stadt erbrachte die Sammlung am Tage der Natio­nalen Solidarität einen Ertrag von 393,33 Mark.

H u n q e n, 10. Dez. Die am 5. Dezember durch­geführte Viehzählung hatte hier folgendes Er­gebnis: 114 Pferde, 410 Stück Rindvieh, 282 Schafe, 593 Schweine, 47 Ziegen, 499 Kaninchen, 2425 Stück Federvieh, 111 Bienenstöcke.

Preußen.

kreis Dehlar.

(D Odenhaufen, 10. Dez. Zu einem Werbe- abend hatte der hiesige Turn - und Gesang­verein am zweiten Advent eingeladen. Nach einer Ansprache des Gauturnwartes Dr. Römer- Großen-Linden, der auf die Notwendigkeit des Turnfportes in der heutigen Zeit hinwies, wech- selten turnerische Vorführungen der Knaben- und Mädchenriege in bunter Reihenfolge ab. Es wur­den besonders im Geräteturnen hochwertige turne­rische Leistungen geboten, wie sie wohl bei uns noch nicht gesehen worden sind. Die hohe Entwick­lung, die unser Turnverein genommen hat, ist in erster Linie dem Turnwart Fritz Färber zu dan­ken, der auch an diesem Abend wieder sein großes Können zeigte. Der hiesige Gesangverein verschönte die Feier durch einige gut oorgetragene Lieder. Die Musikkapelle Lollar spielte flotte Marschmusik.

Büchertisch.

Dtfrib v. Hanstein: Heldengeist. Generalleutnant Karl v. Francois, Rebell für Ehre und Deutschland. Roman. Leipzig 1934, Goten-Der- lag Herbert Eisentraut. Ganzleinen 3,95 Mark, ge­heftet 2,95 Mark. (547) Hermann v. Fran­cois, der verstorbene, aus der Zeit des Weltkrieges rühmlichst bekannte General der Infanterie, ist der Sohn des Generals Bruno v. Francois, der in der

Schlacht an den Spicherer Höhen fiel, und der Enkssi jenes v. Francois, desRebellen für Ehre uni* Deutschland" in dieser Erzählung aus der Zeit Utw 1813. Zahlreiche Leser des Gießener Anzeigers, dis das Erscheinen des fesselnden historischen Roman, seinerzeit in unserer Illustrierten mit Spannun, verfolgt haben, werden die Herausgabe einer wohl, feilen Bücherausgabe sicher begrüßen.

Ihr Kinderlein kommet". Advent im Kinderkreife in Feierstunden und Alltagstun. Don Marie C o p p i u s. Mit 12 Abb. 1,60 Mark. Derlao von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1934. (592.) Aus einer Fülle von Erfahrungen werden reiche Anregungen gegeben, wie im Kindergarten und im häuslichen Kreis durch Erzählung, Lied Spiel, Beschäftigung den Kindern ein rechter Äh.' vent geschaffen werden kann. Einige echt kindcr- tümliche Aufführungen,Grüße zum Advent" St. Nicolaus" und ein schönesKrippenspiel in bei Kirche" werden vielen Lesern willkommene Anre­gungen geben.

Almanach auf das Jahr 1935. L. Staackmann Verlag in Leipzig. (400) Der hübsch gedruckte und ausgestattete kleine Almanach will eine Uebersicht über die Jahresarbeit b« Staackmann-Verlages geben; das Ziel dieser Arbtz ist, wie das Vorwort betont, das volkhafte dichte­rische Buch. So werden hier nebst einem Kalen­darium und dem üblichen Katalog der Neuerschei. nungen Auszüge und Leseproben aus den jung, sten Büchern des Verlags vermittelt. Wir lesen da z. B. Gedichte von Johannes Linke, Hans Watzlik, Alfred Huggenberger und Franz Karl Ginzkey' Prosa von Max Mell, Friedrich Winterholler^ Friedrich von Gagern, Guido Zernatto, Walter Erich Schäfer, Heinrich Zillich, Rudolf H. Bartsch, Müller-Partenkirchen und Otto Ernst: mit diesen Namen sind wohl Richtung und Spannweite der Verlagsarbeit am besten gekennzeichnet. Eine Reihe von Bildern gibt dem Bändchen lebendigen Schmuck.

Das Erbe der Frickes. Neue Folge des RomansDie Frickes". Roman von Hans Hermann Wilhelm. 505 Seiten. Broschiert 5 Mark, Seinen 6,80 Mark. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, GmbH., Berlin SW 68. (477) Wilhelm kennt die Leute vom Lande; er stellt die Frickes realistisch vor uns hin, die feinen und die groben aus der Heide, die Spökenkieker und die Leichtlebigen, die Kämpfer gegen den Händler, gegen den Knecht, gegen bas Finanzamt, die bodenständigen und die verstädterten. Hier ist nichts versüßlicht und verniedlicht! Von Blut und Scholle und ähnlichen vielgehörten Worten um fcrer Zeit macht Wilhelm kaum Gebrauch, weil er durch die Handlung selbst spricht.

Rex. Eine lustige Biographie des Soldaten, königs von Peter Purzelbaum. Mit 16 Bildern. Broschiert 3 Mark., Seinen 4,80 Mail Brunnen-Verlag, Willi Bischoff G. m. b. H., Berlin SW 68. (479) Peter Purzelbaum bas ist der unfern Lesern aus allerlei Beiträgen 'm Feuilleton nicht unbekannte Deckname für einen früheren aktiven Hauptmann der Gardefüsiliere - schreibt die Geschichte Friedrich Wilhelms I. aus seine Weise: mit Kurzgeschichten, mit beglaubigten historischen Anekdoten. Es ist nicht der Rex allein, der aus diesen Blättern vor uns ersteht, sondern auch feine ganze Umgebung, seine Offiziere, seine Beamte, feine Bauern, ja auch die fremden Poten­taten.

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