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Nr. 9 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag, B.Zanuar 193^

Gießener Staöttheater

Opern-Abend.

Es war ein glücklicher Umftanb in der musika­lischen Entwicklung von Christoph Willibald Gluck, des nachmaligen Reformators der Oper, daß der aus dem bayerischen Mittelsranken Gebürtige in den ent­scheidenden Entwicklungsjahren von den führenden R.chtungen der damaligen europäischen Musik nach­haltende Eindrücke gewinnen konnte. Seine grund­legende musikalische Ausbildung erfährt er bei dem Italiener Sammartini. Opern im konventionellen italienischen Stile machen ihn in der Welt bekannt man beruft ihn nach London, hier nimmt er Stil­momente der Händelschen Musik in sich auf seine Verehrung für diesen Meister kennzeichnet sich u a. darin, daß er noch in späteren Jahren das Bild Händels über seinem Bett hängen hat. Auf dem Wege nach London empfängt er in Paris maß­gebende Eindrücke von den Opern Jean Philippe Rameaus, dem überragenden Fortbildner von Lullys Tragödie lyrique!

Diese verschiedenen musikalischen Einflüsse werden während seiner Tätigkeit als Hofkapellme ster Maria Theresias in Wien (1754 bis 64) dadurch ergänzt, daß er verpflichtet war, Gelegenheitsmusiken für den Hof und seine Feste zu liefern. Don besonderem Wert waren hier die Anregungen, die er dadurch erhielt, daß er zu einzelnen Werken der sich in Paris entwickelnden neuen Gattung derOoera comique gänzlich bzw. teilweise neue Musik schrieb

Dieser neue Zweig der Opernkunst war 1752 mit Jean-Jacques RousseausLe devin du village als Gegenstück gegen die italienischen Buffo-Jnter- mezzi die im nämlichen Jabre einen Streit um die italienische bzw. französische Opernmusik hervor­gerufen hatten, auf den Plan getreten. Im Gegen- saß zu dem Rationalismus her französischen großen Oper (Tragedie lyrique) erstrebte Rousseau mit die­sem Merkchen Betonung des Gefühlsmäßigen, des Naturhaften und des Volkstümlichen

Für Gluck bedeutete die Beschäftigung mit dieser Genrekunst eine Entwicklungsnotwendigkeit. Hier trat ihm der Sinn der Naturwahrheit, wenn auch in etwas naiver Form, entgegen, $ier wurde ein Schaffen frei von konventioneller Bindung von ihm gefordert, hier war er gezwungen, im engsten Rah­men dennoch den treffenden, dramatlsch-charakterisn- schen Ausdruck zu geben So wird diese Betätigung für ihn ein Weg zu dem Ziele, das ihm in der dra­matischen Musik vorschwebte, nämlich in jedem ein­zelnen Fall den treffendsten Ausdruck mit möglichst einfachen und geringen Mitteln zu erreichen

Von diesen kleinen komischen Opern begegnet man aus unfern Bühnenspielplänen vornehmlich den Pilgrimen von Mekka" und dann demB e - trogenen Kad i".

Im Mittelpunkt der Handlung steht hier der Kadi, der sich in die schöne Zelmire verliebt hat. Deren angeblichen Vater, den Färber Omar, bittet er um die Hand seiner vermeintlichen Tochter und verspricht ihm ein Reuegeld von 1000 Zechmen. Omar gehl auf den Vorschlag ein, stellt seine leib­liche Tochter, die häßliche Omega, dem Kadi als seine Zukünftige vor und gibt den gefoppten Kadi nicht eher frei, als bis er die versprochene Summe gezahlt hat.

Im Verlaus der Handlung ergibt sich eine Fülle von köstlichen Situationen; Zelmire, die sich als Omars Tochter ausgibt und der Kadi; die häusliche Szene zwischen Fatime und ihrem Gatten, dem Kadi; nicht zuletzt das Erscheinen der Omega. Stets trifft Glucks Musik hier in pointierter Art das We­sentliche in überaus charakteristischem Gewände; verstärkt dadurch in der Auswirkung, daß neben dem Pittoresken empfindungsoolle innige Töne an- geschlagen werden. Wenn auch dieser häufige Wechsel der Szenen und der sie erschließenden Musik sich nur in einfachen musikalischen Formmitteln widerspiegelt, so ist doch andererseits Glucks Jnstrumentalkolorit treffend und zeichnet sich durch originelle Züge und Feinheit des Thematischen aus.

Heinrich Hub als ,Krone der Gerechtigkeit" belebte fein Spiel mit vielen individuellen Einzel- zügen. Bei feinem Gesänge mochte zunächst die etwas harte unfreie Tongabe befremden; im wei­teren Verlauf ließ feine schauspielerische Leistung darüber hinwegsehen. Der Omar des Karl Tank wird gewinnen, wenn er sich vor einem Uebermaß in seinen Gebärden hütet. Die Schilderung seines Weibes als eines Satans zeugte von Musikalität. Die drei Damenrollen waren durchweg in Gebärde und auch musikalisch gut aufgehoben bei der senti­mentalen Fatime (Sybille-Evelyne Flemming), der koketten Zelmire (Maria Perry) und der grotesken Omega (Erna Ren z).

Die Ausstattung des Bühnenbildes (Löffler), die Kostüme (Huber) und all die vielen Kleinig­keiten waren einheitlich auf das türkische Milieu abgestimmt und ließen keinen Wunsch offen.

Allmählich hatte sich die Opera comique aus der kleinbürgerlichen Singspielsphäre weiter entwickelt und erreichte ihren Höhepunkt in der ersten Halste des 19.Iahrhunderts besonders mit Boieldieu, Aubert und Adolph Adam. Adolph Adams Vater, Ludwig Adam, ein geborener Elsässer, war mit Gluck wah­

rend dessen Pariser Glanzzeit verschiedentlich in Verbindung getreten; so hatte er u. a. die ersten Arrangements einzelner Stücke aus den Opern Glucks redigiert; später wurde er Mitschöpfer der berühmten Pianoforte-Schule am Pariser Konserva­torium. Sein Sohn Adolph begründete sich seinen Ruf mit der heute noch viel gespielten OperDer Postillon von Lonjumeau". Hier wie auch in der großen Zahl seiner weiteren Bühnenwerke zeichnet er sich durch die Frische seiner leicht fließenden Er­findungsgabe aus. Seine Melodien sind leicht ein- aehend-. schnell verständlich und amüsant; in seiner Tonsvrache wahrt dieser fähigste Schüler Boieldieus das Erbe einer guten musikalischen Erziehung; stets weiß er sich geistvoll und delikat auszusprechen. Dies zeigt auch seine einaktigeNürnberger Puppe", die am 21. Februar 1852 ihre Urauffüh- runa erlebte.

Einer Anregung durch E. T. A. Hoffmanns Er­zählungDer Sandmann" foloend lassen die Text­dichter hie Handlung in der Werkstatt des Nürn­berger Mechanikers und Spielwarenfabrikanten Cor­nelius spielen, der in einer Puppe die vorbildliche Frau für seinen verblödeten Sohn Benjamin kon- ftruiort hat An Stelle der Puvve tritt aber durch mancherlei Verwicklungen die leben«frische und reso­lute Bertha, die Braut seines Neffen und Gehilfen Heinrich den er um fein Erbteil geprellt hat.

In her Beschwörungsszene mit dem Dazutreten des Neffen in der Gestalt des Teufels findet Adam romantisch anklinaende Töne ebenso, wie er in dem Tanzduett eine Musik findet, die noch an heutige Elsässer Tänze erinnert Jede Bewegung, jede Ge­bärde, jede Handluna findet ihr Abbild im Musika­lischen und alle Darsteller fofoten dabei insaesamt den Intentionen des Komponisten. Alfred Fier- ment, der in der Gluckschen Oper den Nnradin vertreten hatte, zeigte sich als ein durchaus geschmack­voller Sänger, dem man wünschen machte, daß es ibm gelinge, seine Stimme noch glücklicher zu po­stieren. Dann wird man an seinen Leistungen unbe­dingt nur Freude haben können, um so mehr. als seine schauspielerischen Fähigkeiten recht beachtliches Kennen nerrieten Boll Lebensnahe mar die Bertha /Maria Berrys die in her Vunnensiene stimmlich sich besonders entfaltete. Als tv"'lche Fiaur gab sich Heinrich Hub als Cornelius. Schauspielerisch zeigte sich als echte Buffofigur her Benjamin Paul Wrehes

Wie schon bei Gluck mehr ober noch bei Adam mar ha« OrdWter unter Friß Cnj 6 s Leitung er» folareich beteiligt, oll die vielen Feinheiten her nn Grone unb rhpthmischer Beschwingtheit reichen Musik plastisch unb temperamentvoll in Helles Licht zu

Rekordfahrt des deutschen SeglersPadua".

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WM

DieP a b u a", eines her beiden letzten beutschen Segelfchtffe, hat b i e Fahrt von Hamburg nach Wallaroo (Australien), wo es (Setreibe aufnimmt, in her R e k o r b- zeit von 66 Tagen zurückgelegt. Der frühere Rekord im Rahmen der jährlichen Rennen von Europa nach Australien ober umgekehrt war von hem französischen SegelschiffCrillon" aufgestellt worben.

Schwere Rauhreis-Schäden im Oder-Erzgebirge

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Jetzt erst vermag man in die noch immer mit einem bichten Eispanzer umgebenen Wälder des oberen Erzgebirges einzubringen. Ringsum liegen die von der Eislast zertrümmerten und abgebrochenen Bäume. Immer noch brechen weitere nach, da durch den Nebel die Eis­bildung auf den Aesten immer neu einsetzt. Die Holzmassen sollen an die Hilfsbedürftigen abgegeben werden.

Augenblick einige Kleingewichte verschwinden

lellß

vor aller Augen aus

geschnitten wird, wie er seinem

nähme auf eine bloße Anzeige hin untersagte. Man lachte ihm ins Gesicht und sperrte ihn in den fin-

wollte ...

In einer

Lumpen abwarf, die ihn bedeckten und plötzlich im Gewände des ersten Dieners des Sultans vor dem zu Tode Erschrockenen dastand, der sich nun win­selnd zur Erde warf und um Gnade flehte.

Izzet Mohammed Pafcha kannte aber keine Gnade. Ein Fußtritt war seine Antwort, und dann begann er mit demGroßreinemachen". Sämtliche Wärter

des Schuldturmes zusammen mit ihrem Direktor wurden zu 50 Stockschlägen auf die Fußsohlen ver­urteilt und auf einige Jahre eingesperrt Ihre Habe

sofort in Freiheit setzte. Der neue Leiter des Schuld- gefängnisses aber wurde der Verzweifelte, der den Pascha in den Turm sperren ließ.

Also geschehen zur Regierungszeit des Sultans Mahmud. Und hätte sich die Geschichte früher zu- getragen wer weiß vielleicht wäre sie erzählt worden in einer Eintausendundzweiten Nacht...

gefüllte Börsen. Die eine davon sei dein. Die andere aber gib dem Leiter des Schuldgefängnisses, damit

er mich festnehme und einsperre. Du magst ja sagen, ich schuldete dir einen größeren Betrag und wollte ihn dir nicht zurückzahlen "

Der Angeredete glaubte zuerst, es mit einem Ver­rückten zu tun zu haben Die Belohnung lockte zwar, aber fein Gewissen wollte ihn daran hindern, einen Unschuldigen den Greueln und Schrecken des Schuld­turms auszuliefern Wer der unbekannte Spender in Wirklichkeit war, konnte er ja nicht ahnen, und

Der Landesbauernführer warnt.

Landesbauernführer Dr. Wagner teilt mit: Die den Ueberweifungen der Ersatzgrundstücke in den felbbereinigten Gemarkungen im vergangenen Herbst folgende Masfestückverfteigerung hat Steig­preise ergeben, die für den Steigerer eines Grundstücks eine ungeheure Belastung sei­nes Betriebs unb seines Lebensstandards barstellen. So würbe in ben Gemarkungen Wambach- Hahn ein Durchschnittspreis in Höhe von 1355 Mark pro Morgen (2500 Quabratmeter) erlöst. In der Gemarkung Spachbrücken wurde ein solcher von 825 Mark pro Morgen ergieü. Der Steigpreis ist in zehn Jahreszielen zu entrichten mit einer 5prozentigen Verzinsung des Restkaufschillings. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß das Zustande­kommen derartiger Steigpreise für landwirtschaftlich genutztes Gelände im schärf st en Gegensatz zu ben Richtlinien unseres national­sozialistischen Programms für ben Wie­heraufbau bes beutschen Bauerntums steht. Als Lanbesbauernführer unb Treuhänber her Bauern­schaft bes Rhein-Main-Gebiets erkläre ich, baß jeher Bauer, her eine berartige Verpflichtung über­nommen hat, in hie sich hieraus ergebenben Fol-

Der Harun al Raschid von Zstanvul

Geschichten vom Großwesir Izzet Mohammed Pascha.

Von unserem A.S -Sonde benchierstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Istanbul, im Januar.

Kürzlich feierte die hiesige Universität das Anden­ken Justinians, des großen Herrschers von Byzanz, der der Kulturwelt des Abendlandes für viele Jahrhunderte die Basis für ihre Rechtsbegriffe gegeben. Bei diesen Feiern im Universitätsgebäude von Istanbul gedachte man auch der übrigen Groß­taten auf dem Gebiete des Rechts, die in der Stadt am Goldenen Horn vollbracht worden find, nicht aber gebuchte man jenes Mannes, her zwar niemals theoretisch, dafür aber desto eifriger praktisch, auf dem Gebiete der Tat, einer der besten Diener der Gerechtigkeit gewesen: des Großwesirs I z z e t Mo­tz a m m e d Pascha, der zur Regierungszeit des Sultans Mahmud einen fanatischen Kampf gegen jede Art von Betrug geführt.

Wie der mächtige Freund des noch mächtigeren Frankenkaisers Karl, der große Harun al Ra­sch i d, so liebte es auch her Großwesir Mohammed, in den Abendstunden verkleidet burch hie Stabt zu streifen, begleitet von seinen ebenfalls oerfleibeten Dienern, bie auf einen Wink ihres Herrn bereit waren, zuzupacken unb biefen oder jenen auf frischer Tat ertappten Uebeltäter seiner Bestrafung zuzu­führen. Unzählig die Anekdoten, die man sich von diesem frommen, gerechten aber auch unerbittlichen Diener des Kalifen erzählt, Geschichten, die es wert wären, aufgenommen zu werden in den gro­ßen Märchenschatz des Morgenlandes, gerade weil sie trotz ihres wundersamen Geschehens gar keine Märchen sind, sondern wahre Begebenheiten.

mit eisernem Besen, endgültig und radikal. fälligst zahlen. Es sei schon mehr als genug, daß er

In einer her zahllosen Kaffeestuben der Sultans- | da kostenlos untergebracht fei. Der Pascha zahlte, stadt saß der Großwesir, völlig unkenntlich gemacht, und der Wächter kam nach geraumer Zeit mit eint» in armselige Lumpen gehüllt, und beobachtete einen gen Eßwaren wieder, die aber bei weitem nicht dem ebenso ärmlich gekleideten Menschen in mittleren Betrag entsprachen, den er von dem Gefangenen Jahren, in dessen Gesicht er Not und Verzweiflung erhalten hatte. Abermals begehrte der Großwesir las. An ihn wandte sich der Pascha mit den Worten: auf und fragte nach dem Restbetrag Da aber wurde Ich bin bereit, dir und deiner Familie, bie bu wohl! der Wärter wütend. Der Gang müsse auch bezahlt besitzt, über die nächste Zeit hinwegzuhelfen, wenn , werden, brüllte er und wollte schon zürn Schlage du folgendes für mich tust: Hier sind zwei wohl- ausholen, als der Großwesir mit einem Griff die

Der Schrecken Konstantinopels war zu dieser Zeit lachte ihm ins Gesicht und sperrte ihn in den sin­der Schuldturm, ein Gefängnis, dessen Beamte be- [teuften Keller des Hauses der Schrecken...

stechlich und für Geld und Geschenke anderer Art Nun begehrte der Pascha zu essen. Man gab ihm bereit waren, auf eine bloße Anzeige hin irgendeinen 1 eine Wassersuppe und ein Stück verschimmeltes unschuldigen Menschen in das Gefängnis zu sperren, Brot Er begehrte auf. Der Staat zahle so viel für das als eines der fürchterlichsten in allen Ländern feine Gefangenen. Wo denn das ganze Geld bliebe? verschrien war, in denen das Wort des Propheten Ein Hohngelächter des Wärters war die Antwort, galt. Hier nun wollte der Großwesir aufräumen Wenn er zu essen haben wolle, so solle er ge- mit eisernem Besen, endgültig und radikal. *"*"'* rc~ r" """""

gen einzutreten hat. Ich versage jedem, der sich an dieser ungesunden Preistreiberei beteiligt und damit belastet hat, jegliche Unterstützung. Insbesondere wirb rücksichtslos bie Eintreibung her aus biefen leichtsinnig übernommenen L a - _______, .....a. ......___,___ft e n erwachsenen Verpflichtungen, sowie her durch wurde beschlagnahmt und an die Gefangenen ver-1 die Belastung zu erwartenden Rückstände an teilt, die man, soweit sie unschuldig waren, natürlich Steuern und sonstigen Zahlungen verfügt.

Da überrascht der Pascha einen griechischen

Schlächter, wie dieser gerade dabei ist, ein Stück ... . . . .

Fleisch zu verkaufen, von der Waage aber im letzten so sträubte er sich und versuchte, dem Pascha die

Ein Pfeifensignal Mohammeds unb schon ist

ungetreue Händler ergriffen, dem auf der ölvv , ... ...

" ~ seinem Sitzfleisch soviel heraus- und in Ketten zu legen. Vergebens protestierte der

ie er feinem Kunden stehlen Verhaftete, berief sich auf das Gesetz, das die Fest-

Sache auszureden. Der war nun zwar kein Mensch von gerade großer Geduld, aber die Rechtlichkeit des Armen gefiel ihm und so redete er so lange auf diesen ein, bis der schließlich einwilligte und mit den gespickten Börsen zum Schuldturm ging. Die Verhandlung, die er dort führte, war nur kurz. Kaum hatte der Gefängnisleiter die große (Selb» läßt, summe erblickt, bie ihm da angeboten würbe, als er [t der! auch schon einen seiner Schergen ausschickte, um den " Großwesir Izzet Mohammed Pascha festzunehmen

setzen. Die Puppenwerkstatt fand auf der Bühne sehr angemessene Durchbildung; die Beleuchtungs­effekte (Keim) beim Teufelsspuk unb her Unwetter­szene halfen bie Einbrücke sichtbar zu verstärken.

Der Schritt zur Spieloper kann burchaus als ge­glückt angesprochen werben; weitere Routtne wird noch kleine Unebenheiten, bie sich ja bei solchen neuen Gebieten immer zeigen, ausgleichen. Das beifalls- freudige Haus, (eiber nicht voll besetzt, kargte nicht mit seiner Zustimmung. Dr. H.

Die neue Schlacht von Waterloo.

Eine neue Schlacht von Waterloo hat sich ent­wickelt, bie allerbings keine Menschenleben unb keinen Thron fordert wie bie im Jahre 1815, bie Europa enhgültig von Napoleon befreite. Die Geg­ner, her Bürgermeister von Nivelles unb ein eng­lisches Komitee zur Erhaltung bes Schlachtfeldes von Waterloo stehen sich jedoch nicht weniger er­bittert gegenüber. Nivelles ist der Verwaltungssitz für das Schlachtfeld von Waterloo, bas her Aus- behnung bes Ortes unb her Durchführung not- roenbiger Bauten hindernd im Wege steht. Auf der anderen Seite wollen die Engländer, denen sich auch viele Franzosen anaeschlossen haben, die Heilig­keit der geschichtlichen Stätte in keiner Weise an­tasten lassen unb beziehen sich auf ein Gesetz vom März 1914, in hem es heißt:Es ist verboten, auf bem Feld von Waterloo ohne Genehmigung her Regieruna Bäume zu pflanzen, Gebärde zu er­richten, Steinbrüche in Angriff zu nehmen ober Ausgrabungen irgenbwelcher Art vorzunehmen." Der Bürgermeister von Nivelles will nun bie Auf­hebung dieser Bestimmung herbeiführen, um für einige Erweiterungen des Stahtbildes Boden zu gewinnen. Die historischen Gehöfte, wie Hougon- mont unb Belle Aüignce, sollen jedoch unverändert bleiben.Für bgs Uebrige", so erklärte er,besteht jedoch kein Grund, worum bie Belgier die Bedürf­nisse her (Segenrogrt der Erinnerung an 1815 opfern sollten." Vertreter der beloischen Regierung unb Mitglieder des englischen Komitees werden dem Schlachtfeld von Waterloo gemeinsam einen Besuch abftatten unb prüfen, ob nicht doch eine friedliche Einigung möglich ist.

6orf>fdmtno*riffofen.

Der Direktor der Universitätshautklinik unb Or­dinarius für Haut- unb Geschlechtskrankheiten an her Universität Münster, Prof. Dr. A. S t ü h - m e r, hat einen Ruf auf ben gynäkologischen Lehr­stuhl an her Universität Freiburg erhalten.