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Nr. 9 Zweites Blatt

Wietzener Anzeiger (Generai-Anzelger für Gberhetzen)

Donnerstag, V. Januar 1934

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der Nation.

sehr ernsthafte I Zeit, da er ernsthaft da ) äußere Hilfe Lebensberuf zu wählen. :Iid) und doch ratlos", erzählt er selbst

und aufrichtet, sie zusammenfügt zu der Gemein-

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Warum denn ins Gebirg hinaus? Man fällt viel weicher doch zu Haus.

den des

Ar- und

Der Tierdichter Svend Zieuron erzählt aus seinem Leben.

Kenntnisse, nicht mangels Tatkraft liegen ließen.

Das titanische Werk der Gesamturbarmachung des Landes läßt sich ohne Kenntnis des italieneigenen Halbpachtsystems nicht verstehen und wird daher auch regelmäßig mißverstanden, wo es unter politischem Gesichtswinkel betrachtet wird. Ein Nicht­italiener kann es in seinem innersten Wesen viel-

niere an die vorderste Front geschickt, als er Rom das Meer zurückgab und die Bahn durch die mala­riaverseuchte Campagna bauen ließ, als er gegen die Büffel der pontinischen Sümpfe die Traktoren mobilisierte. Unvergeßlicher Anblick: der schwarze Fes auf den verknitterten Bauerngesichtern, die als erste vor 11 Jahren in Rom einmarjchierten und mit ungelenker HandRom oder den Tod!" auf diesen schwarzen Fes geschrieben hatten. Ich weiß kein schöneres Symbol der faschistischen Revolution, der Aufbruches der Erde und damit des Aufbruches

Der Halbbauer ist es, der trie rasche Entwicklung des Faschismus begünstigte, wie er das Eindringen des Sozialismus erschwerte. Im Grunde war ja der Marxismus in Italien nichts anderes als ein Ableger der deutschen Sozialdemokratie und als Pro­dukt der großen Fabrikstädte schlecht geeignet für ein Land, wo man nie recht wußte, wo derArbei­ter" aufhörte und der Bauer anfing. Denn ausge­nommen die paar Bezirke der norditalienischen Schwerindustrie hatte der Fabrikarbeiter zu Hause ein Stück Land oder der Landarbeiter ging in die Fabrik, wenn er sein Feld bestellt hatte. Diese Selbstversorger begriffen die Lohndoktrin nur halb, sie konnten sich unter dendröhnenden Schritten der Arbeiterbataillone" nichts vorstellen und wo die

verhetzten Städter aufs Land zogen, um diePreise vorzuschreiben" oder Lebensmittel zu requirieren, stießen sie regelmäßig auf den geschlossenen Wider­stand aller derer, die Land zu verteidigen hatten, also sowohl der freien Bauern, wie der Halbarbeiter, Pächter und Halbpächter. Daß die

Kirchensteuer und Arbeitsbeschaffung.

Es ist vielfach die irrige Meinung verbreitet, daß Kirchensteuerrückstände allgemein zu erlassen seien, wenn sie der Arbeitsbeschaffung nutzbar gemacht werden. Hierzu wird von zuständiger kirchlicher Seite erklärt, daß Kirchensteuern nicht als Reichs­steuern angesprochen werden und deshalb die all­gemeinen Bestimmungen nicht ohne weiteres auf die Kirchensteuern angewandt werden können.

leit, da er ernsthaft daran denken mußte, einen " .Anfangs war ich sehr

Man muß gerechterweise zugeben, die häufigen und eindringlichen Mahnungen an den deutschen Käufer, einheimische Waren fremden vorzuziehen, sind nicht in den Wind gesprochen worden. Der Deutsche hat gelernt, die Erzeugnisse des eigenen Landes zu schätzen, selbst wenn sienicht weit her" sind.

Die deutsche Gülererzeugung, Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und was auch sonst, rechtfertigen ihren guten Ruf vor dem Käufer durch Mühen und Streben nach immer besserer Güte ihrer Leistungen, die sich auch sonst sehr wohl neben den ausländischen Waren sehen lassen konnten.

leicht überhaupt nur dann richtig begreifen, wenn er selber wie der Verfasser dieses Aufsatzes als Landgeber unter Kolonen, unter dem gemein­samen Dache der Halbpacht mit römischen Bauern zusammenlebt. Da weht einem der Geruch der Urerbe und ihrer Menschenverbundenheit schicksal­haft entgegen, da fühlt man die Grenzen der Ge­setzgebung, auch der Gesetze des korporativen Staa­tes. Stärker als der Verstand ist d i e S ch o l l e. Der beherrscht sie nicht, der auf ihr herrscht, sondern der, an dessen Fersen sie klebenbleibt. Ohne Bauer kein König, kein Duce, kein Volk und keine Nation.

Die großen Herren, Cäsaren wie Päpste, Für­sten wie Reichgewordene, haben eine Zeitlang auch dieses Urgesetz vergessen: die einen verpachteten ihr Land, ohne sich um mehr als um den Pachtschilling zu kümmern, weil sie in Rom ein bequemes Leben führen wollten; die anderen, die Kirchenherren ließen die Wälder abholzen, weil das Volk mit un­ausrottbarer Zähigkeit an feinen Waldgöttern fest­hielt. So entstanden statt einer geregelten Land­wirtschaft die Mißwirtschaften: die Riesenlatifundien mit ihrem extensiven Weidesystem, die Sümpfe mit ihrer nicht minder verheerenden Malaria, das No­madentum der italienischen Bauern, die Herden des

fiel, sie kriegten ja immer ihren bestimmten Lohn (sofern sie Arbeit kriegten).

Der Halbpächter hingegen hat Anteil am Er­trag, er erhält die Hälfte, ebensoviel wie der Landbesitzer, und findet sich daher in seinem In­teresse mit dem Arbeitgeber zusammen. Ist der Be­sitzer zufrieden, so ist es auch sein mezzadro. Zu­friedene Leute aber kann der Marxismus für den Klassenkampf nicht brauchen. Der mezzadro ober Halbpächter arbeitet mit dem Landbesitzer zusam­men. Leute, die friedlich mit dem Besitz Zusammen­arbeiten, kann der Marxismus nicht brauchen. Es gab also unendlich viel von vornherein unbrauch­bare Menschen für die rote Revolution, wie es un­endlich viel brauchbare für die schwarze gab: das ganze Heer der Halbpächter. Es liegt auf der Hand, daß der faschistische Staat danach trachten mußte, sich diese wertvolle Masse als Kerntruppe einzuglie­dern, und der korporative Staat wird in allernäch­ster Zeit ein Grund- und Hauptgesetz herausbringen, die C a r t a d e l l a M e z z a d r i a, die diese segens­reiche Einrichtung stützt und fördert, zum Wohle des einzelnen wie des Staates. Sie ist eine bewährte Volkssitte, in ihren Einzelheiten von Provinz zu Provinz stark schwankend, sie hat überall Lokalkolo­rit. Daher war es sehr weise von dem Gesetzgeber, daß er ihr nicht eine korporative Zwangsuniform anlegen will, sondern zu Recht erhebt, was des Landes der Brauch ist. Man ging von dem ein­zigrichtigen Gedanken aus, daß der Halbpachtver­

kommen als der Däne Svend F l e u r o n , der in seinen wunderbaren Lebensgeschichten allen mög­lichen Getiers, eines Hirschkalbes ober eines Hasen, eines Hechtes ober eines Uhus, von Füchsen, Dackeln, Waldkäuzen, Buntspechten usw., bas mensch­liche Wesen in tiefer Demut vor der Natur ganz zurücktreten läßt. Die deutschen Uebertragungen der Werke Fleurons sind bei Eugen Dieterichs in Jena erschienen, der als neuestes Buch des Meisters denRoman eines Zoologischen Gartens",Die gefesselte Wilbnis", herausbringt. Fleuron. ber 1874 auf ber kleinen bänifchen Insel Möen geboren wurde, hat schon seine Kindheit in innigster Ge­meinschaft mit ber Natur verlebt. Dann tarn die

Füßen, ich mußte hinaus, mußte Großwild sehen und Waldwildnis erleben. So nahm ich Urlaub und hielt mich, obgleich schon Premierleutnant, bei­nahe ein ganzes Jahr als Iagdfchüler bei dem be­kannten Oberjäger Saurbrey in der Grafschaft Bregentrad auf. Jetzt verstand ich das Waidwerk von' Grund auf, und meine ersten Erzähluna-m, ,Winter im Jägerhaft und ,Der Alte in den Wäl­dern', sahen das Tageslicht. Aber je mehr ick) in das Jägerleben eindrang, desto mehr interessierte mich das Wild an sich. Ich wurde noch ein weüeres Jahr Jagdschüler bei dem Schüßen im Königlichen Tiergarten und pürschte dort mit ihm auf Edel­hirsche und Damhirsche. Hier schrieb ich die Bücher, durch welche ich mir einen Namen schuf, nämlich «Kalbs* Lebensgeschichte. Seitdem haben die Tiere ganz und gar mein Inneres gefesselt und sind die Seele meiner Dichtung geworden." Fleuron, der 1911 zum Hauvtmann befördert worden war, hat 1921 feinen Abschied aus dem dänischen Heer ge­nommen, um ganz feiner dichterischen Arbeit zu leben.

Es sei zum Lobe der weniger begüterten Volksge­nossen gesagt, daß sich gerade bei ihnen der Zug zur deutschen Ware im Bewußtsein, die deutsche Wirt-

mehr als lächerlich ist ber Deutsche, ber Ware aus seinem Stoffe drüben Herstellen läßt, um mitecht Ausländischem" prahlen zu können, muß er es auch tüchtig bezahlen, unmittelbar, aber auch mittelbar, da er seinem Lande daheim und draußen den Absatz unterbindet.

Etwas gleich Lächerliches sei erzählt, wenn es auch schon vor dem Kriege geschehen ist: Zu einem thüringischen Sattler kommt ein Reiter, einenecht englischen" Sattel zu kaufen. Meint ber Meister, er habe nur beutsche, aber gleichwertige. Der Kunde wiberspricht, bas gebe es nicht, besteht auf Original englisch, ber Hanbwerker möge es besorgen. Unb ber Hanbwerker bestellt ben Sattel bei ber englischen Firma, für bie er selbst arbeitet, bekommt ein Stück seiner Werkstatt mit englischem Stempel. Der zu- friebene Käufer sagt, solche Sättel würben halt nur in Englanb hergestellt. Da trennt ber Sattler eine Naht auf unb zeigt innen den Stempelbrand seines Hauses.Seh'n Sie, den gleichen Sattel hät­ten Sie sofort und erheblich billiger haben können!"

Man könnte die Beispiele noch beliebig vermeh­ren, könnte von den amerikanischen Maschinen er­zählen, die bei der Ausladung in Koblenz unten das Firmenzeichen Krupps zeigten, und davon, daß dieecht englischen" Tuche zum großen Teile in derecht englischen" Stadt Aachen, dieecht französischen" Seiden in derecht französischen" Stadt Krefeld gewebt werden, wo sie je nach dem vom Kunden gewünschten Herkunftsland mit der entsprechend bunten Selfkant versehen werden. Ist das nicht zum Lachen? Man sollte wohl eher sagen,

ist traurig.

Gebe uns bas Ausland, was herzustellen aus welchen Gründen auch uns nicht mög­lich ist. Aber wo es geht, da sollen wir deut­schen Werkstoff, deutsche Arbeit, deutsche Kunstfertigkeit vorziehen!

Daten für Donnerstag, 11.Januar.

1871: der Kolonialminister und Verlagsbuchhändler Hermann Meyer in Hildburghausen geboren (ge­storben 1932); 1882: der Naturforscher Theodor Schwann in Köln gestorben (geboren 1810); 1923: Ruhreinbruch der Franzosen.

Am allerwenigsten sollen wir deutscher Ware fremde Namen zulegen, um uns und anderen Besseres vor­zugaukeln. Hermann Joseph Lingen.

ihnen zum Verhängnis die Schwarzhemden brauchten nur das Versäumte nachzuholen, um er­hebliche Truppenmassen zu gewinnen. Schließlich

und Undurchdringlichkeit.

Vor diesem aus manchen Gründen überaus lehr­reichen und sehenswerten Film findet man im Bei­programm u. a. einen interessanten Bericht vom KreuzerKönigsberg", noch einmal den Wochen­schau-Rückblick auf das Jahr 1933 und je einen Vorspann zu zwei Neuerscheinungen, demTunnel" nach dem Roman von Kellermann und dem Schwarzwaldmädel" nach ber bekannten Operette: hier spielt Maria (Liesel) Beling vom Stadt­theater ihre erste Filmrolle; sie wird dem Gießener Publikum in Kürze wieder ihre Aufwartung machen.

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Flüchtlinge "

Ein Ufa-Film im Lichtspielhaus.

Befugnisse über seine Kolonen einräumen, die sie ber Scholle entfremden, unwillig machen ober zu uninteressierten Taglöhnern herabdrücken. Beide Teile, Besitzer und Arbeiter, müssen am gleichen Strang ziehen, wenn sie dem Ziel des National­staates gerecht werden wollen.

Sehen wir uns nun einmal in der bisherigen Praxis um, so wird sofort erkenntlich, baß bie ge­setzliche Festlegung eines vertragslosen Zustandes, wie er bie Jahrhunberte über herrschte, im wesent­lichen auf eine Verbesserung und Sicherung der Halbpächter-Einkommen hinausläuft. Es soll auch hier, wie auf dem allgemeinen Gebiet des Arbeits­marktes, der ewige Friede zwischen Geld-, Land­ober Arbeitgeber und Arbeitnehmer hergestellt, Ka­pital unb Handarbeit in Einklang gebracht werden.

(Schluß folgt.)

Das katastrophale Absinken der Einkommensteuer als Maßstabsteuer der Kirchensteuer hat fast über- all eine finanzielle Bedrängnis der Kirche zur Folge. Die Landeskirchen und Kirchengemeinden find dem­gegenüber auf sich selber angewiesen und haben nicht, wie das Reich, die Möglichkeit, den Einnahme­ausfall an anderer Stelle oder durch Kreditauf­nahme auszugleichen. Das schließt nicht aus, daß die Landeskirchen bestrebt sind, im Rahmen verfügbaren Mittel ihre Gemeinden selbst zur beitsbeschaffung (Instandsetzung der Kirchen kirchlichen Gebäude) zu veranlassen.

proletarisierten Stimmviehs. Ein Keil trieb den an­dern, und es ist bestimmt nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß ohne den Halbpächter, der unter Hinopferung seines Lebens und seiner Familie im Ringen mit den Naturelementen, vor allem der Dürre und des Fiebers, an der Scholle festhielt, daß ohne diesen würdigen Erben ber Vete­ranen Cäsars ber Marsch auf Rom nicht möglich gewesen wäre. Bauern, Halbpächter unb enttäuschte Lanbtagelöhner bilbeten ben Vor­trupp ber siegreichen Schwarzhemben bes Mannes, ber selber in ber Romagna, einem ber größten Fie­berherbe aufgewachsen ist. Seine Lanbsleute, die

Unter den Meistern der Tiergeschichte, die in letzten Jahrzehnten die tiefe Verbundenheit Menschen mit aller Kreatur offenbart haben, ist kaum einer dem Standpunkt des Tieres näher ge-

Der Regisseur Gustav Ucicky, in Dielen Film- schlachten erprobt und bewährt, hat erkannt, wor­auf es bei diesem Drehbuch in erster Linie ankam, und die angedeuteten ideellen Grundlagen der Hand­lung ausgezeichnet herausgearbeitet. Seine Starke sind, wie man sich von früher her erinnern wird, bie Massenszenen, bie erstaunlich bewältigt wurden. Ucicky ersaßt ben Schauplatz unb die Menschen, um die es hier geht, mit einer oft beklemmenden Reali­stik; er stellt die Kamera an die Brennpunkte bes Geschehens, gibt scharf gesehene, knappe Ausschnitte und Großaufnahmen von intensiver Lebendigkeit und reißt den Beschauer gleichsam mitten hinein m die Handlung, die ihre Spannung ohnehin nicht mit äußeren Mitteln erzwingt. An einer drohenden Klippe gegen Ende des Films kommt U c i rf Y ge­rade noch vorbei: die Gefahr lag hier in der Ein­führung einer Liebesgeschichte, die den klaren und realen Bericht in die Bezirke des Spielfilms, bas Schicksal der Gemeinschaft ins Private und Zu­fällige abzudrängen droht und unerwünschte und unglaubwürdige Verzögerung schafft.

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Von unserem römischen E.-Korrefpondenten.

Rom, Januar 1934.

1.

Es kommt nun hi-r nicht fo (ef)r barauf an, zu berichten, daß diese abenteuerliche Flucht dennoch im letzten Augenblick gelingt, und wie ste gelingt sondern es soll gesagt werden was diesen Film für uns wertvoll und in einem besonderen Smne ak­tuell macht: vor allem bie hier geformte Erkennt­nis nämlich, baß Deutsche - es mögen chre: viele ober wenige sein, unb wo immer m der wetten Welt sie sich zusammenfinben eine Schicksals­gemeinschaft bilben auf Gebeih unb Derberb auf Leben unb Tob. Die Erkenntnis ferner, bie heute bas ganze Volk beherrscht: baß keiner uns Hilst, wenn wir uns nicht selber helfen. (Die Bilder von

Der Gemeinschaftsgebanke, der dem Drehbuch zu­grundeliegt, prägt sich auch in der übrigens sehr sicher zusammengestellten Besetzung aus. Hans Albers hat hier eine Aufgabe, die seiner Natur und seinen Gaben aufs glücklichste entgegenkommt: er ist ber Mann, ber hier allein helfen kann: ruhig, energisch, trocken und unsentimental; daß er ganz zuletzt ein wenig an den Stil seiner früheren Filine anknüpft, verschlägt nicht viel. Eine Ueberraschung

mußten sich die Geister am Grenzstein zwischen Bauern- und Nomadentum endgültig scheiden: die Verfechter des Klassenkampfes hatten alles In­teresse für die Loslösung bes Landarbeiters von der Scholle, sie begünstigten die Entwurzelung, wo sie konnten, sie bearbeiteten die Tagelöhner, die Noma-,---------- - . . , . -

ben benen es gleichgültig sein konnte, ob bas von < überhaupt zu unterbleiben habe. Es wäre gleich ver- ihnen beackerte Felb bem Besitzer die Taschen füllte fehlt, wollte man dem Landbesitzer Vorschriften bei oder nicht denn ob die Ernte gut ober schlecht aus-1 ber Leitung seines Unternehmens machen ober ihm

______, erzählt er selbst in einer anspruchslosen Selbstbiographie.Ich hatte große Lust zur Lanb- wirtschaft unb zum Forstwesen, aber ebensogern wäre ich Offizier geworben. Eines Tages, als ich zu einem Entschluß kommen sollte, ging ich einsam in ben Wald. So deutlich, als wäre es heute, er­innere ich mich, daß ich in meiner Unschuld den lieben Gott um ein Zeichen bat. Wenn ein Fuchs über den Weg schlüpfte dort oben an jener Anhöhe, so nahm ich mir vor, sollte mir das ein Zeichen sein, daß ich Forstmann werden solle. Aber kein Fuchs schlüpfte an dem Tage über den Weg, unb ich verließ den Wald und das flache Land, das ich so innig liebte, und ging in die Stadt mit ihren Steinmauern und Pflastersteinen. Ich lebte da wie ein Hund in der Koppel, machte schließlich mein Examen für die Offiziersschule und wurde Herbst 1896 Premierleutnant in der dänischen Artillerie. Dann heiratete ich, vielleicht etwas zu früh, mußte Extraeinnahmen beschaffen, und so glitt mir die Feder wie van selbst in die Hand, da ich immer Lust und Drang zum Schriftstellern gehabt hatte. Die Jagd hatte mich immer mächtig angezogen, und 1906 sammelte ich meine besten Aufsätze in einem kleinen Buch ,Jagdbriefe*. Das Buch hatte Erfolg. Ein neues folgte, unb roieber ein neues. Ich bekam etwas Ruf, auf bem ich weiterbauen konnte. Aber bie Wilbkrallen juckten mir an ben

ist Käthe von Nagy, bie hier eine f Rolle hat, auf alle Aufmachung unb verzichtet unb schlicht, kameradschaftlich und doch mit ganz weiblichem Gefühl in der Gemeinschaft steht. Klöpfer gibt den Laudy anfangs wuchtig, ! gedrungen, mit schwerblütigem Temperament, später bietet die Rolle keine rechte Entfaltungsmöglichkeit i mehr.

Aus der großen Schar ber Mitwirkenden heben v ; sich noch ein paar besonders markante Gesichter unb

uiuei uciii yiunit» ei|u;ienCiicn «uu/c uy 23erix>irrung, Uneinigkeit uno Hoffnungslosigkeit Gestalten heraus: Ida W ü st findet sich in gelassen-

jungen schlesischen Dichters Gerhard HJt e n 3 e l; | , ne ^ttunq verloren: sie würden den Sowjets heiterer Mütterlichkeit mit der fremden Umwelt zu- aber dennoch kann hier von einem Spielfilm^ im in bie '^nbe gefallen und nie wieder nach red)t; Karl Rainer, Franziska Ki nz, Veit !pf»5n monti n- nicht im a r { a n unb Maria Koppenhöfe r. Neben

den deutschen ein paar erschreckend hart und klar ins Bild gefaßte Gesichter von asiatischer Starrheit

herkömmlichen Sinne kaum gesprochen werden. Diel- Deutschland gekommen sein, wenn sie nicht im mehr handelt es sich im Wesentlichen um '^^nblick der höchsten Not einen gesunden hätten, einen Tatsachen-Bencht, zu dem eine von uns allen ib 9b{ Führung an sich reißt, sie sammelt, ordnet (wenn auch nur sehr von weitem) miterlebte Wirk- j . aufrichtet sie zusammenfügt zu der Gemein- lichkeit die Grundlage lieferte. Was der Film gibt, die sie doch -aus gemeinsamem Blut und ist ein kleiner, aber mit höchster Eindringlichkeit sich ' ^einsamem Schicksal - nun einmal sind, und äußernder und uns als Deutsche alle angehender ?, J smea jn die Freiheit erkämpft.

Ausschnitt aus der weltgeschichtlichen Chronik dieser tl>ncn Den ^g m tfrem Zeit. Im Jahre 1928 konzentriert sich die weltpoli­tisch-militärische Lage im Fernen Osten, auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz, um bie uralte > Stabt Charbin. Diese Stabt war bamals ein roilb brobelnber Hexenkessel von Krieg, Flucht, Verfol­gung, Meuterei, ein im heillosen Aufruhr befinb- licher Tummelplatz ber verschiebensten Nationen. Mitten hinein in biefes entsetzliche Wirrsal ist ein kleines Häuflein von Wolgabeutschen verschlagen, bie aus Rußlanb mit Sack unb Pack, mit Weib unb Kinb geflohen finb, von ben Horben ber Sow­jetkommissare verfolgt, wie flüchtiges Wilb gejagt, aufgestöbert unb, wenn ben Roten der Fang ge­lingt auf Lastautos nach Rußland zurückgeschafft werden Die den Verfolgern entgangen sind, suchen verzweifelt nach einem Fluchtweg in die Heimat, die ihnen in dieser großen fremden, von der Kriegsfurie grenzenlos zerrütteten und verwüsteten Stadt unerreichbar scheint.

ber endlos und völlig ergebnislos tagenden Völker- bunösfommiffion bilden in diesem Sinne einen un- gemein eindrucksvollen Kontrast zu den Szenen der Haupthandlung in der heimgesuchten Stadt.) Und £ K ... u s ... endlich: die Idee einer klaren, einheitlichen, willens-

Dieser Film nimmt m der jungften deutschen ftar(en unb zielsicheren Führung findet hier ihren Produktion eine Sonderstellung ein; er entwickelt unmißverständlichen und beispielhaft-überzeugenden einen neuen Typus, der von den landläufigen For- ! Ausdruck Das versprengte Häufchen der flüchten- men bemerkenswert abweicht: zwar wurde auch er f ben Wolgadeutschen wäre, wie es in diesem Film nach einer literarischen Vorlage gedreht, nach dem, geschildert wird, vermutlich in seiner Verzweiflung, unter dem gleichen Namen erschienenen Buche bes ^r^irrung Uneinigkeit unb Hoffnungslosigkeit

Die Mezzabria ober Halbpacht ist bas Rück­grat ber italienischen Lanbwirtschast. Eine tausenb- jährige Einrichtung, sicherte bem apenninischen Landvolk wie ich es im bewußten Gegensatz zu berAgrarbevölkerung" ber nationalökonomischen Theoretiker nennen möchte auch in ben dunkel- ften Tagen seiner Geschichte, als bie Nation in Stücken lag unb Italien nur ber berühmte geo­graphische Begriff war ben Bestaub. Dieser geographische Begriff ist übrigens immer nur Schlagwort und Damit halbwahr gewesen, denn wenn auch der Italiener zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch fehlte, der italienische Bauer saß seit den Zeiten des Imperiums auf feiner Scholle. Noch heute weist er da und dort trotz aller Rastenvermischung altrömische Züge auf und . . . , .

Cäsar Mussolini ist nicht etwa eine anachro- schäft zu starken, prächtig entwickelt hat; in den nistische Zufallserscheinung, sondern etwas B 0 ° geldlich besjergestellten Kreisen ist b e n ft ä n D ig es, etwas Gewachsenes unb Ver- so stark. Gerabe hier trifft man , , wurzelten Wenn er bie pontinischen Sümpfe trocken-! ben Dünkel, Frembes, Weithergereistes zu besitzen, legt so nimmt er bie Arbeit nur bort roieber auf,1 Wie oft ber Narr sich hierbei selbst unberouRt zum roo sie seine Ahnen mangels technischer Mittel unb Besten hält, sei an ein paar Beispielen gezeigt.

----- Jetzt, zur Eislaufzeit, tummelt sich jung unb alt auf ben zugefrorenen Seen unb Flüssen. Nicht allein bie Kunst bes Eislaufens ist ber Stolz manches Wintersportlers, allein schon ber Besitzecht kana- bischer" Schlittschuhe läßt bas Herz höher schlagen. Solcheechten Kanabier" finb Grund zu langer unb lauter Unterhaltung. Haben sie es wirklich (o in sich? Don ben Schlittschuhen allein wirb noch keiner ein Eiskunstläufer. Zu gleichem Schnitt unb gleicher Form ist auch bie beutsche Herstellerkunst fähig. Unb ber Stoff, ber Stahl er ist zum größ­ten Teile gar aus Deutschland 55 v. H bes Schlitt- schuhstahls beziehen bie Kanabier von uns. Ruf unb Umfang ber Schlittschuhinbustrie Kanadas haben sich an ben Weltruhm ber kanabischen Eis­hockeyspieler gehängt. Vorbem beherrschte bie beut­sche Jnbustrie ben Weltmarkt in Schlittschuhen; so­gar bie Hollänber bezogen ihreechten Hollänber" aus Deutschland Man kann ben Kanadiern nicht krumm nehmen, daß sie ihren Sportsruhm in Ge-