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Fr. 288 Erstes Blatt

Montag, 10. Dezember 1934

184. Jahrgang

«-scheint täglich, nutzer JKKBKKf ft Al *wgT A Annahme von Anzeigen

finntags und Feiertags JMHS* WU für die Mittagsnummer

Klagen: Die Illustrierte Ijf Ä ^A^ A k A A A A A ▲▲ ^A H A A A Ak Jk A A A bis 8'/,Uhr des Vormittags WU wltCnCItCf ANENU MZ- KSL»s XzlV|JVllV< I".1VVV LLWS« tm einzelnen Nummern WJ^ Ermäßigte Grundpreise:

infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein-

-?s'-L General-Anzeiger für Oberhessen ssses rthten: Anzeiger Gießen V w | 6 IV gen, Bäder-, Unterrichts- u.

Postscheckkonto: _ behördliche Anzeigen 6Rpf.

jrantturt am Main llGse Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7 Mengenabschlüsse Staffel B

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

blau-grünen Büchse. Die ?our-1e-merite-Fliegr Luftsportverbandes empfingen am Bi

Lieber 3,5 Äonen für das Kininhilfswerk

Am Potsdamer Platz sammelten u. a. die amten der M i n i st e r i e n , während östlich nördlich SA., SS., HI. und PO., Polizei

«bange zeitweilig geradezu gefährliche Formen im hm. Schließlich griff Reichsführer der SS., imm I e r, der ebenfalls vor dem Hotel Adlon

flüchten mußte. (Stürmisches Jubel.) Allerdings habe ich flüchten müssen, ich glaube eurer Wut. So bitte ich euch

Bor dem Sportpalast hielt das N S K K. reiche Ernte. Selbstverständlich durfte auch die Presse nicht fehlen. Außer den Mitgliedern der Pressekam­mer klapperten auch viele Chefredakteure mit der

[er des lülow-

meln und jede Minute, die beim Sammeln verlorengeht, wird den Aermsten unseres Volkes genommen. Das ist nicht der Sinn des heutigen Sammelns. Die ganzen Linden herunter stehen noch ungezählte Sammler, die auch etwas in ihre Büchsen hineinhaben wollen. Ich bitte euch also, den Platz hier allmählich zu räumen. Ihr habt mir schon meinen ganzen Anzug enlzweigerissen. (Stürmische Heiterkeit und Zuruf: Das kann Mutter flicken!) Morgen steht dann wieder in der Emigrantenpresse, daß ich vor der Wut des Volkes ins Hotel Adlon

Be- und und

Gelächter und ins Hotel aber nicht vor nun, Vernunft

Bogey ihre Sammelbüchsen. Es dauerte nicht lange, da waren Bruno Lärzer, Übet, von Schleich, Bolle, Buckler und Beltgen umringt. Die I u st i z arbeitete unter Führung' des Kammergerichtspräsidenten Hoelscher. Am Potsdamer Platz sammelte Frau Dr. Goebbels. IhreErnte" war besonders reich. Auf der strahlend erleuchteten Leipziger- und der Friedrichstraße waren Reichsschrifttums- und Musikkammer sowie die Reichsfilm- k a m m e r mit ihren markantesten Vertretern auf­marschiert. Bor dem Rathaus war Dr. S a h m , Berlins langer und beliebterOber" tätig. Auf dem Weitermarsch zum Alexanderplatz konnte man u. a. Willi Fritsch und Harry Piel begegnen, die Büchsen schwingend. An der Ecke Dircksenstraße standen, umkreist von dichten Menschenmassen, Mar Schm eling nebst Frau Anni Ondra, um be­trächtliche Beute zu machen. Auf dem Dönhoflplatz hotte u. a. der kriegblinde Leiter des Bundes erblindeter Krieger Dr. Klein, mit eini­gen Getreuen Aufstellung genommen, um namens der 3000 deutschen Kriegsblinden seinen Teil zur Linderung von Rot und Elend beizutragen.

städtische Behörden, sowie die Filmgrößen sammelten. Um die Gedächtniskirche sammelten Staatssekretär Meißner und Staatssekretär Lammers von der Reichskanzlei. Dr. Schacht und Staatssekretär Posse arbeiteten in der Wil- mersdorfer Straße, während die Staatssekretäre Pfundtner und Hier! am Bahnhof Zoo die Bitte um ein Opfer aussprachen.

Berlin. 9. Dez. (DNB.) Vach den Feststel­lungen der Hauptsammelstelle, die bis in die frühen Worgensiunden alle Hände voll zu tun hatte, sind in Berlin von den 4000 Sammlern insgesamt 216 926,46 Wart in den blauen Büchsen gesammelt worden. Das ist das größte Ergebnis einer Straßensammlung, das je zu ver­zeichnen war und auch das des Ehriftrosentages noch weit übertraf. Der Erfolg ist um so höher zu veranschlagen, als die Sammeltätigkeit sich nur auf wenige Stunden erstreckte. Die Abrech­nungsstelle des Propagandaministeriums notierte allein für Dr. Goebbels und Göring 12080,70 211 a r f.

Das vorläufige Gesamtergebnis der Sammlungen amTage der nationalen Solidari­tät" dürfte 3%2HiUionen Mark über­schreiten. 3m einzelnen wurden gesammelt:

300 Kriminalbeamten bewacht werden würde. Um so tiefer berühre es ihn, zu sehen, wie die national­sozialistischen Minister ohne einen einzigen Schutz notwendig zu haben, mitten in dieser riesen­haft wogenden Menschenmenge für ihre notleidenden Volksgenossen sammelten.

Reichsminister,Dr. Goebbels beschloß seine Sam­meltätigkeit am Tage der nationalen Solidarität um 22 Uhr mit- einem Besuch in derLichtburg" am Gesundbrunnen beim Wedding. Hier in diesem be­sonders von Arbeitern besuchten Lichtspieltheater wurde Dr. Goebbels mit besonderer Gebefreudigkeit empfangen.

Emsige SammeMigkett im Berliner Westen.

Göring und Goebbels O Sammler Mer den Linden. Meisterte Massen umringen die Minister. 1 MB. Berlin, 8. Dez. Trotz des zuerst un- Mtigen Wetters waren in ganz Berlin schon vtmden vor Beginn der Sammlung die Straßen, in jenen Minister, Staatssekretäre, SA.- und 66..= Stirer, PO.-Leiter und Reichs- und Staatsbeamte |td in den Dienst des Winterhilfswerkes stellen loben, von dichten Menschenmassen gefüllt. Bereits tir knappe Stunde nach Beginn der Sammlung konnten die ersten vollen Büchsen abgeliefert wer- )ei Ueberall drängten sich die Menschen, um für k Winterhilfswerk zu spenden. Mit jubelnden Anrufen wurden Unter den Linden vor Hotel Adlon Reichsminister Dr. Goebbels Ui Ministerpräsident Göring empfangen. In ; Diiigen Minuten hatten sich Zehntausende zu- iannengefunben, bie alle persönlich bem Minister hi Gabe überreichen wollten. Keinerlei Absperrun- konnten ben Strom ber Menschenmasse ab- Jännen, so baß bie Minister sofort in ber Menge xichwanben unb es Mühe kostete, ihnen ftänbig i.iei Sammelbüchsen zu überbringen. 10-, ja 100- 'Mäkscheine wechselten ab mit Kupferpfennigen unb Einpfennigstücken.

hn Dr. Goebbels unb Göring waren ftänbig pol fast 10,000 Menschen versammelt. Mitten unter i inen spielten auf ber Promenabe bie Kapelle ber 1 «nespolizeigruppeGeneral Göring" unb eine

1 optte ber SS. Scheinwerfer strahlten bie Front kies Hotels Ablon unb ben Eingang an, wo das

inrielte, persönlich ein, um g'emetllsam mit der Mßei für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu 7>!c n. Das Gedränge wurde dann aber so groß, «xider Ministerpräsident in das Hotel zurückgehen mite. Er nahm den Rückweg durch den Hinter- ci»ang und fuhr mit Reichsführer Himmler in i!h Lindenpaffage, wo schon seit längerer 3-i ebenfalls eine unübersehbare !3lim g e geduldig wartete, um ihren Obolus zu jÜpmen. Rahe am Hotel Adlon sah man auch den

kanten des Führers, SA.-Obergruppenführer 48iiiickner, sammeln, der dauernd in einem (Sdioarm gebefreudiger Berliner eingekeffelt war.

Dr. Goebbels

spricht zu den Spendern.

Siach kurzen Besuchen in den Straßen rings um IlcsIRegierungsviertel traf Dr. Goebbels gegen

8 Illhr erneut Unter den Linden ein und suchte schotel Adlon auf. Im Nu standen die begeister­en Massen vor dem Hotel. Wenige Minuten später Ti,:en zu ihrer Freude der Minister an einem Sanier des ersten Stockes, gebot Ruhe und hielt ai: folgende Ansprache:

Weine Volksgenossen unb Volksgenossinnen! L5s ist sehr schön unb beglückenb, euch alle so »öegeisterl zu sehen, aber ich bitte euch, folgen­des zu bebenfen: 3ch bin hierher gekommen, um für bie Aermsten unseres Volkes zu sam­meln. Das kann ich aber nur, wenn biejenigen, loie schon etwas gegeben haben, weiter­te h e n. Sonst ist es unmöglich, weiterzusam-

(50 v. H. der Kreise)

Der Bericht an den Führer.

Der Führer über Verlauf und Ergebnis besonders befriedigt.

Berlin, 9. Dez. (DVD.) Reichsminister Dr. Goebbels erstattete Sonntag mittag dem Führer Bericht über ben Verlauf be5Tages der nationalen Solibaritäl". Er konnte babei mikleilen, baß bie Aktion imganzenReich reibungslos unb ohne Störung ver -

anzunehmen unb weiterzugehen unb zu opfern für bie Armen unseres Volkes."

Dr. Goebbels Appell hatte sofort den gewünschten Erfolg, wenngleich sich natürlich immer aufs neue Menschen ansammelten, um der Abfahrt des Mini­sters beizuwohnen. Diele, die in dem Massen­andrang nicht in der Lage waren, ihre Spende dem Propagandaminister persönlich zu überreichen, pilgerten in das Ministerium und übergaben dort ihren Beitrag. So brachte einer ein goldenes Bor- kriegs-Zehnmarkstück, das er in einer Schublade aufbewahrt hatte. Ein anderer übergab dem Mini­sterium die Summe von 700 Mark, die er am Vor­mittag in feinem Betrieb gesammelt hatte. Als Dr. Goebbels in der Linden-Passage sammelte, drängte sich ein zehnjähriger Junge zu ihm durch und über­reichte dem Minister seine Sparbüchse, die mit 3,80 Mark gefüllt war. Diesen Betrag hatte er durch Verkauf von alten Zeitschriften erhalten. Ebenfalls in der Passage ereignete sich, daß e i n Arbeiter, als er Dr. Goebbels eine Spende übergab, die Worte hinzufügte:Herr Doktor, so etwas kann nur das deutsche Volk!" Mitten im Gedränge vor dem Hotel Adlon hörte man plötz­lich eine Kinder st imme, die nach Dr. Goeb­bels rief. Ein kleiner Knirps hatte ein Markstück in der Hand und war sehr unglücklich, als er sah, wie die Menschenmassen den Minister immer weiter von ihm entfernten. Dr. Goebbels kehrte um und nahm persönlich van dem kleinen Mann die Spende entgegen.

Großer Eindruck bei ausländischen Zuschauern Besonders bezeichnend war, daß reich und arm, Soldat und Arbeiter, jung und alt bunt durchein­andergemischt, sich um die Sammelbüchsen drängte. Neben wenigen Kupferpfennigen und einzelnen Zehnpfennigstücken standen Spenden von Fünfzig- unb Hundertmarkscheinen, ja auch Schecks von be­deutend höheren Beträgen wurden in die Büchsen gesteckt. Unbewacht, Volksgenossen unter Volks­genossen, standen die Minister und Staatssekretäre, die Führer der Partei und ihrer Organisationen mitten in der Menge. Mit Staunen und Verwunde­rung erlebten die Ausländer diesenTag der nationalen Solidarität". Ein bedeutender englischer Wirtschaftsführer äußerte, daß er es gar nicht fassen könne, was sich dort draußen auf der Straße ab­spiele: er sei nach Deutschland gekommen in dem Glauben, daß die Berichte in der Emiarantenpresse richtig seien, daß jeder der sammelnden Minister von

Volksgememschafi der Tat!

begeisterte Bereitwilligkeit bei Sammlern und Spendern verhelfen demTag der Nationalen Solidarität" im ganzen Reich materiell und ideell zu einem großartigen Erfolg für das Winterhilfswerk.

Wünchen-Oberbayern

114 000

Wagdeburg-Anhalt

163 782,44

Wecklenburg-Lübeck

97 000

(Es fehlen 3Kr. v. 16)

Ostpreußen

35 000

(16 Kreise von 40)

Pommern

90 753,15

Rheinpfalz

55 000

Sachsen

258 320

Schlesien

211 000

(5 Kreise fehlen)

Schleswig-Holstein

220 340,95

Unlerfranken

49 000

(Es fehlen 4 Kr. v. 24)

Wittelfranken

47 800

Thüringen

130 947,50

Weser-Ems

72 000

Wesifalen-Rord

100 000

Westfalen-Süd

99 887,63

Württemberg

82 650

(50 v. H. der Kreise)

Schwaben

70 000

Wark

Baden

146 000

Berlin

225 000

Bayerische Ostmark

83 107

Düsseldorf

98 000

Essen a. d. R.

41 468

Halle-Werseburg

72 526

Hamburg

50 000

Hannover-Ost

128 756

Hannover-Süd

70 000

Aachen

80 000

Hessen-Nassau

230503

Koblenz-Trier

45 000

üurhessen

77 000

Kurmark

183 296

Der preußische Mmsterpräsident Göring sammelte auf der Straße.

Reichsbankprasident Dr. Schacht sammelte in der Berliner Börse.