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Ur. 158 Dritter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Dienstag, (O.Zuli (934

Staune Reffe und Ständewoche in Butzbach.

pb. Butzbach, 9. Juli. Anläßlich der Eröff­nung der Braunen Meffe fand gestern Nach­mittag ein großer Bauerntag statt, dem ein

Festzug

o»rausging. Fanfarenbläser in historischer Tracht eröffneten den Zug, dann folgten historische Grup- !?n aus der Römerzeit, dem Mittelalter usw. Hier- it schlossen sich Gruppen an, welche die Tätigkeit !5 Bauern im Dritten Reichs darstellten, so einen Hauern mit zwei Kühen am Pflug, einen Sämann, jinen Bauern an der Egge, dann eine Schnitter- S-uppe bei der Ernte, einen Erntewagen, einen tagen mit Dreschern, sodann Verwertung der rnte, einen Wagen, der das Vermahlen der Frucht ti Mehl, das Verwerten des Mehls zu Backwaren u w., die Verwendung der Gerste in der Brauerei, Erstellte. Weiter wurden die Viehzucht und die Lerwertung dieser Produkte dargestellt. Ein Bauer sihrte eine schöne Kuh im Zuge, ihm folgte ein Dagen, der die Milchverwertung in der Älolkerei jtigte, weiterhin ein Wagen, der die Häuterver- rertung darftellte, sodann ein solcher der Fleischver- rertung. Der Ziegenzuchtverein führte ebenfalls inen Wagen im Festzug mit. Weiterhin wurden e Produkte der Schafzucht dargestellt, ein Schaf ?urde auf dem Wagen geschoren, die Wolle zu tarn verarbeitet und das Garn in einer Spinn-

Unter Vorantritt einer Musikkapelle zog dann vom Benderschen Hof her

Georg Heß mit seiner Trachtengruppe über den Marktplatz nach dem vor dem Wießlerschen Haus errichteten Podium, wo nach einem Dorspruch Georg Heß durch die gewinnende Art seines Vor­trags die Zuhörerschaft auf dem Marktplatz stark zu fesseln wußte. Er stellte die einzelnen Gruppen aus der Rhön, der Schwalm, dem Schlitzerland, der Marburger Gegend und dem Hüttenberg vor, in­dem er Vertreter jeder Gruppe die Eigenart des en­geren Heimatbezirks in kurzen Mundartverfen schil­dern ließ. Volkslieder, Rund- und Schritt-Tänze wechselten ab, die starke Beifallsstürme auslösten. Als Anerkennung und Dank wurde Gg. Heß und seiner Gruppe ein Lorbeerkranz mit Schleife in den Butzbacher Farben überreicht. Außerdem zollte ihm und der Gruppe Ministerialrat Ringshausen besonderen Dank für das Gebotene. Die offiziellen Veranstaltungen des Tages waren damit beendet.

Die Ausstellung der Braunen Meffe.

Der Platzaufbau der Braunen Messe lag in den Händen des hiesigen Architekten Jakob Lip­

pert, der es verstanden hat, die drei in der Schul- straße gelegenen Gebäude der Werner-Weidig-Ober- realschule, der Turnhalle und der Stadthalle zu einer Gesamtausstellung zu verbinden. Der Schulhof zwischen der Turnhalle und der Volksschule ist durch ein Bau-Gewerbehaus, das von den hiesi­gen Handwerkern errichtet, und durch einen Schmuck­hof mit gärtnerischen Anlagen in eine feinsinnige Anlage hergerichtet worden, der allgemeine Aner­kennung gezollt wird. Das Gewerbehaus enthält gleichzeitig'eine Ausstellung der Elektro-Gemeinschaft Butzbach und dient auch als Erfrischungsraum. Der Schulhof zwischen Oberrealschule und Turnhalle dient der Firma A. I. Tröster als Ausstellungs­raum für ihre Landmaschinen, die Turnhalle den Firmen Rumpf & Sohn, Bamag-Meguin, Sarnes- reuther & Co., Bubbecker & Laux, Schleifmittelwer­ken, Bernhard Steinhäuser dem gleichen Zweck. Alle ausstellenden Firmen hier zu verzeichnen, würde zu weit führen. Von den Firmen, die;in der Volks­schule ausgestellt haben, seien beispielsweise erwähnt, der Deutsche Jmkerbund, Ortsgruppe Butzbach, die Bäcker- und Metzger-Innung, die Butzbacher Zei­tung, L. Keßler (Wieseck, Dippe-Louis), der auch die Herstellung seiner Töpfe usw. zeigt, Herm. Wießler, Leinenweberei, der an einem großen Webrahmen die Weberei praktisch vorführen läßt, der Reichsnähr­stand Gießen mit Pflanzenschutzmitteln usw. Richt unerwähnt soll der Ausstellungsraum der NS.- Frauenschaft Butzbach und der weiteren Frauen- schaften Assenheim, Friedberg, Wölfersheim, Rie­

der-Florstadt, Dorheim, Rödgen, Bad-Rauheim und BdM. und Jungmädchen bleiben, die Handarbeiten usw. ausgestellt haben. In der Oberrealschule sind in den unteren Räumen u. a. die Firmen Kraft, Metzger & Schlecht, Hubel & Sparwasser vertreten, während die oberen Räume als Ausstellungsraum einiger Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste dienen. Hier findet man echte, bodenständige Kunst vertreten. Es seien erwähnt die Werke der Maler Prof. Joh. Lippmann (Lichtenberg, Odenw.), Karl Mahr (Oberursel), A. M. Schwindt (Darm­stadt), der Bildhauer I. Ködding und C. Bourcarde (Gießen). Als Vertreter der Reichsvereinigung bil­dender Künste aus Butzbach seien genannt der ein­gangs bereits erwähnte Architekt Jak. Lippert, sowie die bekannte Malerin von Blumenaguarellen Margret Kranz. Wer Sinn für Schönheit und Kunst hat, der wird beim Betreten der Räume den eigen­artigen Reiz der Harmonie empfinden, der über die­sen Räumen liegt. Im anliegenden Raum findet man als Aussteller des Buchhandels und der Litera­tur u. a. vertreten die Firmen: Verlag Diesterweg (Frankfurt a. M.), Elwert (Marburg), Roth (Gie­ßen), Wittig (Darmstadt), Gesellschaft der Hess. Bü­cherfreunde (Gras Hardenberg) usw., sowie die hie­sigen Buchhandlungen W. Weickhardt Rachf., Mat­thäus und Eckner.

Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Braune Messe einen gediegenen, guten Eindruck macht.

lube gesponnen. Die Wagen wurden von den tauernschaften aus Griedel, Pohlgöns, Gambach, Rockenberg, Oberkleen gestellt. Besondere Erwäh- ung verdient der Wagen der Brauerei Jhring- Relchior. Die Idee für die Zusammenstellung des (taftjuges soll, wie man hört, von unserem Heimat- lichter Gg. Heß- Leihgestern ausgegangen sein.

Nachmittags fand dann im Anschluß an den Fest- pg auf dem Marktplatz die Kundgebung statt, ei der

Landesbauernführer Dr. Wagner vrach. Anknüpfend an die vorher durch Radio Vertragene Rede des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß sprach Dr. Wagner von der Treue um Führer, dabei betonend, daß das Wort rös Führers:Das deutsche Volk muß ein Bauern- :alf bleiben" immer seine Geltung haben werde, □eil aus diesem Stand sich die anderen ergänzen. Üßeiter sprach er von der IBeroegung, insbesondere irEIärte er an Hand von Beispielen, daß das lberste Ziel sein müsse, volkswirtschaftlich erechte Preise zu erzielen. Was nütze es, Denn man dem Bauern Preise bewillige, die der Berbraudjer nicht zahlen und tragen könne! Das dte Regime habe fast alle Stände zum Erliegen gebracht, während heute eine Politik auf lange Zjcht betrieben werde, die nicht nur diese Abwärts- : eroegung ausgehalten, sondern sie zu einer steti- : en, wenn auch langsamen Aufwärtsbewe- u n g bringen werde. Der Redner sprach dann weiter über das Erbhofrecht, sowie das Reichsnähr- landgefetz und betonte dabei, daß der Grund und Joden nicht mehr wie eine Ware behandelt wird.

Ministerialrat Ringshausen

sprach dann von der blut- und do den ge­fundenen deutschen Kultur, die in frü­heren Jahren verfälscht worden sei, jetzt aber wie- Ikr hochgebracht werden müsse. Die seitherige Kul- hur war auf dem breiten Boden, auf dem sie ge- ° siegt wurde, verloren gegangen, weil ihr der Nährboden im Volke fehlte. Große Kultur- 5 iiter, die im Bauernstand schlummern, müßten wieder emporgehoben und an das Licht gebracht werden. Er nahm Bezug auf alte Sitten und Ge- Iräuche, die unbedingt wieder aufleben müßten In diesem Sinne sei auch dieser Tag zu betrachten, Der nit dazu beitragen solle, der Dolkskultur zu dienen. Auf die anschließende Ausführung des Sing- und Tanzspiels unseres Heimatdichters Gg. Heß wies der Redner zum Schluß hin, und be= t nbete seine Rede mit einem Sieg-Heil, woran sich tas Deutschlandlied anschloß.

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Blick auf den Festzug auf dem Marktplatz. Rechts im Hintergrund der geschmückte Fachwerkbau des Rathauses. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Ministerialrat Ringshausen begrüßt den oberhessischen Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) inmitten der Trachtengruppe.

(Aufnahme: Photo-Pfaff.)

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Zuschauer bei der Festspiel-Aufführung. In der ersten Reihe sitzend von rechts nach links: Landesbauernführer Dr. Wagner, Ministerialrat Rinqshausen, Kreisleiter des Kreises Friedberg Selpe (Fauer­bach), letzter ganz links: Bürgermeister Dr. S ch e l l e r (Butzbach).

Trachtengruppe beim Tanz im Rahmen der Festspiel-Aufführung von Georg Heß. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Als die wilden Dorreiter des Feuers auf den SSügel einer Ameifenftadt am Fuße eines Stammes stießen, gingen sie ohne Zaudern zum Angriff über. Sie rasten den Hang hinan und überrannten Die Ameifenwächter an den Toren, ehe sie an Kampf ober Rettung denken konnten. Andere Flämmchen umkreisten den Hügel und stürmten gegenüber. Nur wenigen Ameisen auf dem Gipfel war es gegluckt, »ich Hals über Kopf in die Tiefen des Baues zu ffturzen und jedem Arbeiter, der unterwegs war, Las^ Entsetzliche zu künden. Sm Ru war alles

fallen ...

Da erschollen Autohuppen und schrilles Läutewerk nul der Landstraße. Wehren ruckten an, und Dors- ta mit Schauseln und Aexten. Bald übertönten Schläae und schmetterndes Sturzen das Toben der Klammen. Es wurde sieberhast gearbeitet, die bren­nenden Bezirke durch Breschen und Schneisen oon dem übrigen Wald zu trennen und durch ausgewor- senk Sandwälle di- Bodenseuer zu ersticken. Viel- Stamme mußten geopfert werden, um die große Memeinschast des Waldes vor dem sicheren Unter- qaiw zu bewahren. Einmal flatterte -m wild schreiender Vogel auf, als schimpfe er aus die Zer- üärer l-ines Nestes oder gar seines Geleges. In einer Stimme bebten kläglich- chilflosigkeit und Trauer um das, was unerbittlich siel.

Am anderen Morgen glich die Brandstätte einem seltsamen Friedhof. Weiße Asch- und verkohlte

Feuer im Forst.

Von Peter Bauer.

Still wie gemeißelte Säulen stauben bie Kiefer- htämme, belastet mit bem dichten Gefüge ihrer viel- »erzweigten bun|elgrünen Nabelwipfel. Dämmerig □jar es wie in einem fensterlosen Gewölbe, in bas nur vom Eingang her ein schwacher Lichtschimmer ällt unb schwül wie unter ben Sparren eines hoch­gelegenen Speichers, auf ben hemmungslos bie Sonne prallt. Kein Lüftchen fächerte Kühlung, keine Wogelstimme rief. Nur bürre Zweige knackten unter Den Schritten. Wie Sprossen einer Leiter in regel­mäßigen Jahresabstänben angesetzt waren bie un­sren Aeste oon ben immer höher hinaufgetragenen Wipfelfchirmen ber wachfenben Stämme allmählich von Luft unb Licht abgeriegelt worben unb in ber Dumpfigen Enge verkümmert unb zu IBoben ge­sunken. Der sich so vermehrenbe, nur langsam ver- roitternbe Nabelschutt, ber bie Schuhsohlen glatt unb bas Gehen schwer machte, ließ keinen grünen Trieb aufkommen. Dagegen erfreuten sich Pilze, oft mit leuchtenben Farben prunfenb, eines wunschlosen Daseins. Sie ftanben wie ein winziges bickkopfiges Zwergengeschlecht ba unb bort zu heimlichen Bera­tungen versammelt beieinanber. Besonbers botter- gelbe Ziegenbärte züngelten wie kleine Flämmchen häufig unter ben Stämmen. An einer Schneise kroch iweißer Rauch aus ber Düsternis. Dort, wo er vom Boden aufftieg, flackerten kleine Feuerchen. Keine Ziegenbärte, jonbern lebenbige, fnifternbe, qual- enenbe Flämmchen. Sie muffelten gierig, wie fImke Tausenbfüßler vorwärts, schwärmten wie bie Aus­läufer einer Branbung in weitem Bogen aus und überfielen, was vor sie kam. Währenb eine Dor­hut von winzigen Flammenwerfern, ftürmenb als Wäre sie hinter einem flüchtigen Feinb her, bie Oberschicht ber Nabeln wegmähte, wühlten unb fcoljrten bie Bränbe unter ber weißen Asche bis auf Len Sanb hinab weiter.

Volk in Aufregung unb überall würben Ausfälle versucht, bas nackte Leben zu retten. Aber bie Flämmchen waren ben Warnern auf ben Fersen, ohne Rücksicht auf Weg unb Straße brangen sie vor unb trieben ihren Feuertrichter tiefer unb tiefer. Die Arbeiter, bie noch an bie Bergung ber Puppen gebacht hatten unb mit biefen angerannt kamen, würben, ehe sie umkehren konnten, von bem Labern bes Scheiterhaufens erfaßt unb vergrößerten nur mit bem Brennstoff ihrer Leiber ben freffenben Branb. Stanbig nahm bas Knistern zu. Der ganze Hügel brobeüe unb kochte, bis schließlich eine einzige Flamme über ihm emporflackerte unb qualmend das Zerstörungswerk vollendete. Em ganzer Staat sank in Asche. Was viele Geschlechter m muh amer jahrelanger Kleinarbeit zu einer stolzen Neststadt aufgeschichtet unb gefügt hatten, war in wenigen Minuten vernichtet worben. Aber noch Schlimmeres geschah: bie lobernbe Flamme war an bem Stamm der Kiefer hochgezüngelt, hatte sich m die harzige Rinde verbissen und mit ein paar tollen (Sprüngen einige dürre Aeste erwischt. An ihnen war das Em- porklettern nicht schwer. Spielerisch turnte sie m die Wipfel und prasselnd schoß eine Riesenfackel Hach­aus die im leichten Wind ungeheuren Feuer­fahne wuchs und flatternd und flackernd den Brand weitertrug Außer loderndem Gezweig stürzte un- Mliq-s ^leinq-ti°r ab und verkahlte tn ben Bvden- seuern Die nadelsresienden Larven und Raupen v,e- er Wespen unb Schmetterlinge erlitten ben J^am* nientob P2)ie fnallenbe unb praHelnbe greube bes Feuers war zugleich bie Sterbemusik für zahlloses Jnsektenvolk. Der Walb ächzte unb stöhnte in un­säglicher Qual, hilflos bem mutenben Element ver-

Baumreste beckten weithin bie Erbe, aus ber die schwarzen Stümpfe, oft wild gezackt und gespitzt, als Totenmaie ragten.

Miniaturen der Volksseele.

Von Ludwig Hermann.

Zuvorkommenheit.

Das war auf der Rennbahn in Karlshorst. Da fing es während des interessantesten Rennens an zu regnen. Ein Zuschauer in der vordersten Reihe spannt seinen Schirm auf. Das gefiel anderen Leu­ten nicht.Schirm zu!" wurde solange gerufen, bis der Besitzer des Regendaches sich entschloß, der Aufforderung nachzugeben. Aber nun war das den Leuten hinter ihm nicht genug.Hut ab!" hieß es bann, und als biefe Forderung schließlich vom Sprechchor vorgetragen wurde, konnte der Aufge- geforberte nicht umhin, auch biefen Wunsch ber Volksseele zu erfüllen. Dann aber brehte er sich zu seinen Verfolgern um unb erklärte:Soll ich mir vielleicht auch noch bie Haare schneiben lassen?"

Die schöne Traurede.

Der alte Pfarrer Sperber in Kassel war ein Volks­mann. Er konnte so schön prebigen, baß bie Sage von ihm ging, er brauche beispielsweise nur bas WortMethusalem" auszusprechen, bannt bie ganze Gemeinbe in Tränen zerfließe. Daß etwas wahres an biefer Behauptung gewesen sein muß, zeigte sich, als er ben Oberförster Weppler traute. Der folgte ihm nämlich nach ber Traurebe in bie Sakristei, brückte ihm herzlich bie Hanb unb sprach bie geflügelte Rebe:Herr Pfarrer, ich banke Ihnen auch vielmals für die trostreichen Worte!"

Der Menschenfreund.

Das war der alte Polizei-Wachtmeister Krebs in Kassel, den die Schulkinder immer dadurch aus der Fassung brachten, daß sie feststellten, wenn Krebs einem Ausreißer nachlief:Guckemai, ein Krebs, der vorwärts läuft!" Zu feinem Revier gehörten eine Menge Schrebergärten und auch die Dbftplantagen vom alten Kommerzienrat Weg­mann. Die Leute beklagten sich lange Zeit über große Obstdiebstähle, und als immer wieder keine Festnahme und Bestrafung erfolgten, zog eine ganze Deputation der Geschädigten zum Kommissar Dams, und stellten dem vor, es müsse jetzt endlich anders werden, zumal der Wachtmeister Krebs doch mehrere Frevler ganz genau kenne. Krebs wurde zitiert und zur Rede gestellt, warum er die Diebe nicht zur

Meldung bringe.Ach Herr Kommissar!" sprach Krebs da,die Leute sehn's nicht gerne!"

Ls kann gewartet werden!"

Der Schustermeister Dehn in der Aulgasse in Marburg war der Studentenschuster. Bei dem hing ein Schild an der Wand:Auf kleine Reparaturen kann gewartet werden." Brachte man ihm aber ein Paar Schuhe zur Reparatur, dann verstand der Meister es stets, den Kunden zu veranlassen, 'die Patienten da zu lassen. Kam man nach einigen Tagen wieder, dann empfing Dehn freundlich:No, komme fedoch in e paar Daache widder, dann sin fe ferdich!" Zeigte dann aber ein Kunde auf das vielversprechende Schild, dann erklärte Meister Dehn erregt:Sie wolle mich doch nit etwa zum Liechner mache! Do schtehd doch ganz deutlich druff, daß auf Reparature gewarded werde kann! Wolle Sie be­haupten, daß ich Sie nit warte laß? Sie kriege Ihre Schuh schon noch!"

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Prof. W. Nonnen bruch- Prag hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Inneren Medizin in Hamburg als Nachfolger von Prof. L. Brauer er­halten. Prof. Dr. Oskar A. M. W y ß habili­tierte sich für Physiologie an der Universität in Zürich. Priv.-Dozent Herbert Rau wurde zum leitenden Arzt der Kinderabteilung der Städtischen Krankenanstalt in Königsberg i. Pr. ernannt. Professor Weigmann an der Rostocker Univer­sität ist zum Leiter des neugebildeten Institutes für wissenschaftliche Raumforschung ernannt war- ben. Prof. Dr. jur. Dr. tneol. h. c. Johannes Heckel in Bonn ist zum ordentlichen Professor für Kirchenrecht und Staatsrecht an ber Universität München als Nachfolger bes verstorbenen Prof. R. Rothenbücher ernannt worben. 1931 wirkte Heckel bei ben Verhandlungen über ben Vertrag zwischen bem Lanb Preußen unb ben evangelischen Lanbeskirchen mit, wofür er von ber Berliner theo­logischen Fakultät bas Ehrenboktorat erhielt. 1933 mürbe Prof. Heckel in bie neue Generalsynode ber Preußischen Landeskirche berufen. Prof. Dr. Jan Hendrik Schölte, der langjährige Vertreter ber beutschen Sprache unb Literatur an ber Uni­versität Amsterbam (Holland) beging seinen 60. (Ge­burtstag. Der Gelehrte ist Mitbegründer und Mit­herausgeber desNeophilologus", Mitglied ber wissenschaftlichen Abteilung für deutsche Sprache unb Literatur der Deutschen Akademie in München, Ehrendoktor der Universität Greifswald.