wissen, daß deutsche Pioniere das Hindernis in ein paar Tage beseitigt und die deutschen U-Boot- Operationen von der Basis Brügge aus wieder ihren Fortgang genommen haben. Man braucht nur nachzulesen, was Oberst Immanuel in seinem Weltkriegsbuch über diesen mißglückten englischen Sperrversuch berichtet. Den 24 Deutschen, die hierbei ihr Leben ließen, stehen allein 600 Gefallene auf englischer Seite gegenüber. Bon der Größe des Opfers, das England hier mit einem unwahrschoinlich hohen Einsatz an diesem Ausfallstor des deutschen U-Boot- Krieqes brachte,' zeugt der hochragende Gedenkstein am Anfang der Mole, der weit auf Meer hinausschaut, mit den Namen der Schiffe, die hier geopfert wurden: Dindictible und Sappho, Iphigenie, Tethis, Jntrepide.
In einem andern Raume dieses „Kriegsmuseums" fand ich unbegreiflicherweise Erinnerungen vereinigt, die wir als keineswegs ehrenvoll für eine Nation empfinden: mit Bildern, irgendwelchen Gegenständen, Steckbriefen und Todesurteilen wird der niederträchtige Zivilkrieg belegt, der aus dem Hintergrund von Privatpersonen gegen die ahnungslosen deutschen Soldaten geführt wurde. Man sieht Männer und Frauen erst im friedlich-fröhlichen Familienkreise, dann von den „barbarischen" Deutschen an die Wand gestellt: Spione und irregeleitete Patrioten werden hier mit einer naiven Geste zur Dolkssenti- mentalität hin zu Märtyrern und Volkshelden ge
stempelt. Miß Cavell an der Spitze ... Gewiß ein bedenkliches und gefährliches Erziehungsoerfahren!
Liegt yierin.offenbar eine systematische Absicyt, so hofft der deutsche Besucher, daß ein anderes „Erinnerungsstück" dieser Ausstellung nur durch die Vergeßlichkeit eines Unterbeamten noch aus einer Zeit trübster Haßpsychose und Unaufgeklärtheit erhalten geblieben ist: anders wäre es nicht verständlich, daß im Jahre 1934 noch die Greuelmär der kindermordenden Deutschen an dieser Stelle vor einem unbefangenen Nachwuchs kolportiert wird. Hier ist noch zu sehen in Bild und Wort, wie ein deutscher Infanterist aus der marschierenden Truppe einen Knaben auf der Straße, der in harmlosem Spiel sein Kindergewehrchen auf die Deutschen angelegt hatte, mit einem Schuß niederstreckt. Voilä — sind das nun Hunnen und Barbaren, diese Deutschen, oder nicht? Und die naiven Beschauer packt ein heimliches Grauen, und jeder von ihnen denkt ein heimliches „Ja" und glaubt die gemeine Sage, weil er, urteilslos und im Unterscheiden nicht geübt, nicht sieht, daß dieses angebliche Beweisstück eines Photos die Photographie einer von irgendeinem Greuel- hetzer entworfenen Reliefphantasiedarstellung ist. .
Wann endlich wird man Schluß machen mit dieser Verbreitung von Giftbazillen, die auf heimlichen Kanälen das Werk der Völkerverständigung immer wieder zersetzen?
Was wissen wir vom Krebs?
„Was wissen wir vom Krebs?" Unablässig bemühen sich Aerzte und Forscher um die Beantwortung dieser Schicksalsfrage, und ganz schrittweise scheinen wir uns einer Lösung zu nähern. Die „Süddeutschen Monatshefte" (München) lassen in ihrem soeben erschienenen Juniheft eine Reihe maßgebender Krebsforscher zu diesem Problem sprechen. •
Wenn wir uns über die Ursachen und das Wesen des Krebses klarzuwerden versuchen, entdecken wir, daß sogar dieses Problem noch keine endgültige Lösung gefunden hat. Max Borst (München) hat die Gedanken, die man sich über das Zustandekommen des Krebses macht, in seinem Artikel „Allgemeines über Wesen und Ursachen des Krebses" erörtert. Er bespricht ältere Erklärungsversuche, die alle den Fehler haben, sich nur auf die Vorgänge innerhalb der. Zelle zu beschränken. Nun ist gewiß der Krebs seinem mikroskopischen Bilde nach eine Entartung der Zelle, aber die Ursache zu der krankhaften Zellver- änderung liegt im Gesamtorganismus. Damit ein Krebs zustande kommt, bedarf es nicht nur des schädigenden Reizes von außen, sondern auch einer gewissen Veranlagung, von der heute feststeht, daß sie vererbbar ist. Glaubte man eine Zeitlang, daß der Krebs einen Erreger habe wie die ansteckenden Krankheiten, so ist man mit dem Fortschreiten der Lehre von der inneren Sekretion jetzt zu der Meinung gekommen, daß es sich wahrscheinlich um ein Wachstumsferment handelt, das gewisse Zellen zu wucherndem Wachstum anregt und ihre krebsige Entartung bedingt. Gelänge es, dieses Ferment, ein Wuchshormon, zu erfassen, so ließe sich vielleicht ein Mittel finden, es unwirksam zu machen, das heißt: wir dürften dann auf ein Krebsheilmittel hoffen.
Wie schon angedeutet, gehören zu den äußeren Ursachen der Krebskrankheit Reizeinwirkungen. Und zwar handelt es sich um an sich keine, jedoch chronisch einwirkende Reize. Nun gibt es manche Berufe, in denen der Arbeitende ständiger Reizeinwirkung ausgesetzt ist, z. B. durch gewisse Farbstoffe, Chemikalien wie Teer, Anilin usw. Tatsächlich bildet sich allmählich an den stets dieser Einwirkung ausgesetzten Stellen ein Krebs heraus. Bernhard Fischer-Wasels (Frankfurt a. M.), einer unserer erfahrensten Krebsforscher, nimmt zur Frage der „Reiz- und Berufskrebse" Stellung. Zu den Berufskrebsen gehören auch die durch ständiges Umgehen mit Röntgen- und Radiumstrahlen erzeugten Krebsgeschwülste, denen schon zahlreiche Röntgenärzte und -schwestern zum Opfer gefallen sind. Hier muß auch der „Schneeberger Lungenkrebs" erwähnt werden, eine Berufskrankheit, die bei den Bergarbeitern von Schneeberg leider häufig vorkommt und durch den Radiumgehalt der Gruben bedingt ist. Fischer-Wasels schließt seine interessanten Ausführungen mit der Erwägung der Möglichkeiten zur Verminderung der Krebsgefährdung.
Immer wieder wird im Volke davon gesprochen, daß der Krebs eine ansteckende Krankheit fei und durch Berührung übertragen werden könne. Daß diese Auffassung ganz und gar unrich - ti g ist, setzt Otto R. Teutschländer (Heidelberg) auseinander.
Einen mehr theoretischen Beitrag hat Georg Herzog (Gießen) geliefert in seiner Arbeit „Krebs und G e w e b e z ü ch tu n g". Unter Gewebezüchtung versteht man die Tatsache, daß
sich unter geeigneten Bedingungen lebendes Gewebe aus dem Körper ausscheiden und im Laboratorium weiterzüchten läßt. Na! ich kann man dieses Gewebe in viel größerem Umfange allen möglichen Versuchen aussetzen, als wenn es sich im Körper selbst befindet, und auf diese Weise manche wichtige Frage nach dem Verhalten der Krebszellen klären. Hieraus wieder lassen sich Anhaltspunkte für eine wirksame Krebsbehandlung gewinnen.
Die folgenden Arbeiten befassen sich mit den bisher bestehenden Möglichkeiten der Krebsbehandlung. Und zwar berichtet der Würzbur- §er Chirurg Fritz König über die Aussichten von Operationen, der Strahlenforscher Hermann Holthusen in Hamburg über die Behandlung des Krebses durch Röntgen- und Radiumbestrahlung. Mit beiden Methoden ist es geglückt, der mörderischen Krankheit ihre Opfer abzuringen. Wichtig ist die richtige Auswahl: nicht alle Krebsfälle eignen sich für Strahlenbehandlung, andere wieder nicht für den Eingriff mit dem Messer. Hier besteht die Hauptkunst darin, die für den Einzelfall richtige Behandlungsart herauszufinden.
Schließlich faßt Hans A u l e r (Berlin) die anderen Möglichkeiten, den Krebs zu behandeln, zusammen. Sie beruhen alle auf gewissen Eigentümlichkeiten der Krebszelle und ihres seltsamen Stoffwechsels und bezwecken, die entartete Zelle zu zerstören oder unschädlich zu machen, ober auch, sie wieder gesunden zu lassen. Man benutzt hier u. a. Extrakte aus Drüsen; in Frühstadien läßt sich auch einiges damit erreichen. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang die Form der Ernährung. Aulers Aussatz bringt einige Anregungen, wie man durch geschickte Zusammenstellung seiner Nahrung dem Krebs vorbeugen oder sein Weiterschreiten verhindern kann. Die Erkenntnis, daß der Krebs auch von gewissen Stoffwechselstörungen abhängt, läßt eine Behandlung, die sich auf Ordnung des veränderten Stoffwechsels bezieht, mindestens'in Unterstützung der eingreifenderen Heilmethoden erstrebenswert erscheinen.
Bei einer Krankheit, die so weit verbreitet ist .wie der Krebs, ist es natürlich nicht damit getan, daß der einzelne sich nach Möglichkeit schützt (durch naturgemäßes Leben, Vermeiden der Reizung durch Kulturgifte, rechtzeitiges Aufsuchen des Arztes bei Beschwerden unklarer Herkunft), sondern hier muh ein großangelegter Feldzug eingeleitet werden. Beherzigenswerte Vorschläge zu seiner Durchführung macht Albert Dietrich (Tübingen) in seinem Aufsatz „Die Organisation der Krebsbekämpfung".
Wie man eine merkwürdige Beobachtung über die Krebskrankheit im Sinne eines Heilmittels ausnutzen kann, gibt Wilhelm Caspari (Frankfurt am Main) an: Die Möglichkeit, Krebs durch Ueberimpfung von einem Tier auf ein anderes zu übertragen, legte den Gedanken nahe, die, einzige Eigenschaft, die der Krebs mit ansteckenden Krankheiten gemeinsam hat, in der gleichen Weise wie bei diesen zu benutzen und eine Immunisierung gegen Krebs zu versuchen. Die Frucht dieser lieber» legungen ist die Serumbehandlung, ein Mittel dieser Art das Fichera-Serum, mit dem man bereits Heilungen erzielt hat.
Die viel besprochene Zunahme des Krebses behandelt Hans Dorne d den (Berlin). Er weist nach, daß der Krebs an Häufigke^ nicht zugenommen hat, sondern daß gewisse Fehler in der
beide ungeschmälerten Gewinn.
V.
Wirtschaft
Gymnastik. 10: Nachrichten.
16
23
bis 19 Mk., 10 bis 12 Wochen alte Tiere 19 bis j Mark.
Deutung von Statistiken diesen verhängnisvollen Irrtum, der viele Menschen ganz unnötig erschreckt hat, auffommen ließen.
Wie man sieht, ist in dem vorliegenden Heft der „Süddeutschen Monatshefte" in verdienstvoller Weise alles zusammengetragen, was mit der Krebsfrage in Zusammenhang steht. Es ist aber nicht nur die Fülle der Einzelbeiträge, die dieser Zu-
18.50: Griff ins Heute. 19: Volksmusik. 19.30: Pfälzische Landschaft: Der Wasgau. Von Dr. Ro» bert Oberhäuser. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Konzert. 21: Tanzmusik. 22.20: Nachrichten. 22.35: Funkbericht zum NiKburgrennen. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. 1 bis 2: Der Hunsrück. Das Schicksal einer deutschen Landschaft.
fammenfaffung ihren Wert verleiht, sondern die lebendige und klare Darstellung der Aufsätze läßt den unterhaltenden und sogar spannenden Anteil hinter dem belehrenden nicht zurückstehen. In dieser Zusammenstellung ist das Seltene geglückt: der Arzt wie der ärztlich nicht vorgebildete Leser haben
Hundfunkprogramm
Mittwoch, 11. Juli.
5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40:
10.10: Schulfunk.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 9. Juli. Die Lage des Getreidegroßmarktes ist weiterhin ruhiger geworden, die Grundstimmung bleibt aber fest. Indessen ist die Nachfrage der Mühlen angesichts des Uebergangcs vom alten ins neue Erntejahr wesentlich stiller geworden, auch hat sich das Angebot allseits verstärkt. Besonders Schiffsweizen und Hafer waren reichlich offeriert, Roggen in alter Ernte ist nur knapp, doch wird in den nächsten Tagen mit neuem Roggen gerechnet; der Schnitt in unserem Gebiet ist in vollem Gange. Die Preise für Weizen, Roggen und Hafer gingen etwas zurück. Neue Wintergerste wurde noch nicht notiert, die gezeigten Muster sind weiter sehr schön; man wartet den in Aussicht stehenden Festpreis ab. Von Mühlennachprodukten zogen Nachmehle und Roggenkleie etwas an, ölhaltige Artikel lagen ruhig bei unveränderten Preisen. Die Strohpreise gingen um 20 Pf. zurück. Es notierten: Weizen 208 bis 210, Roggen 185, Hafer 202,50 bis 205, Weizenmehl Festpreisgebiet w X 28,90, do. W VII 28,60, Roggenmehl Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25, Weizenfuttermehl IV B 16,75 bis 17, Weizennachmehl 16,25 bis 16,50, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie fein 11,40, grob 11,75, Roggenfuttermehl 13 bis 13,25, Roggenkleie 12,50, Soyaschrot 15,80, Erdnußkuchen 17,20, Palmkuchen 15,70, Treber 16,75, Heu 10,50 bis 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,70 bis 2,90 Mark.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 9.Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 1335 (gegen 1236 am letzten Montags, markt), darunter befanden sich 450 Ochsen, 124 Bul- len, 396 Kühe und 365 Färsen. Kälber 633 (469), Hämmel 54 (36), Schafe 11 (7), Schweine 3439 (3964). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 34, a2) —, b) 31 bis 32, c) 28 bis 30, d) 23 bis 27; Bullen a) 29 bis 30, b) 27 bis 28, c) 25 bis 26, d) 22 bis 24; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 19 bis 24, d) 11 bis 18; Färsen a) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26. Kälber: Sonderklasse —, andere a) 43 bis 45, b) 38 bis 42, c) 32 bis 37, d) 23 bis 31. Lämmer und Hämmel: bl) 32 bis 34, c) 28 bis 31; Schafe e) 30 bis 31, f) 24 bis 28. Schweine al) 50, a2) 45, b) 44 bis 47, c) 43 bis 46, d) 40 bis 45 e) und f) —, gl) 36 bis 40, g2) 32 bis 35. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Schweine um 4 Mark an, Bullen und Kühe sowie Kälber notierten unverändert, während Ochsen und Färsen je 1 Mark und Hämmel 2 Mark verloren. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft.
Schweinemarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 9. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt standen 620 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel bis zu 15 Mk., 8 bis 10 Wochen alte
Krankfurier Börse.
Mittagsbörse still.
F r a n k f u r t a. M., 9. Juli. Die neue Woche hatte wenig Anregung für die Börse von der Kundenseite her, da die Bankkundschaft nur kleinste Aufträge erteilte. Allerdings ist die Stimmung für Renten und für gute Dividendenpapiere weiterhin freundlich. Das Hauptgeschäft wird für Rechnung des Auslandes auf Sperrmarkkonten und aus dem Anlagebedürfnis des letzten Zinstermins bestritten. Trotz der Gefchäftsstille war die Kursentwicklung überwiegend etwas fester, gestützt auf die weitere politische Beruhigung und auf günstige Meldungen aus der Wirschaft.
Von Elektrowerten waren Tarifpapiere bevorzugt, dabei gewannen Bekula 1, Geffürel 1,25 v. H., daneben Siemens 0,75 und Schuckert 0,25 v. H. hoher. Am Chemiemarkt zogen Metallgefellfchaft 1, Deutsche Erdöl 0,75 d. H. an, Farbenindustrie dagegen nur knapp gehalten. Von Montanwerten eröffneten Rheinstahl 1,25, Klöckner 0,75, Harpener und Mansfeld je 0,13 v. H. höher, Stahlverein lagen 0,25 v. H. niedriger. Schiffahrtsaktien verkehrten uneinheitlich, Nordd. Lloyd minus 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. freundlicher. Reichsbankanteile zogen um 0,75 v. H. an. Sonst waren Deutsche Linoleum etwas beachtet und 0,90 v. H. höher, auch Conti Gummi 1,25 v. H. fester, dement Heidelberg und Zellstoff Waldhof |e 0,25 v. H. gebessert. Sonderbewegungen traten am Aktienmärkte nicht hervor.
Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Späte Reichsschuldbuchforderungen (92,13) etwas freundlicher, Altbesitz (94,75) daaegen eine Kleinigkeit niedriger. Der Markt für Russenwerte verzeichnete einen Rückschlag auf Hinweise, daß die letzte Steigerung sachlich nicht begründet war. Gulden-Russen fielen von 1,25 v. H. auf 0,90 v. H. zurück.
Trotz der anhaltenden Gefchäftsstille blieben die Kurse im Verlaufe gut gehalten, einzelne Spezialpapiere waren weiter befestigt, so ganz besonders Deutsche Erdöl (plus 2 v. H.), Reichsbank (plus 0,50 v. H.), Deutsche Linoleum (plus 0,25 v. H.), ferner gewannen Elektr. Lieferungen 1,5 v. H., Scheideanstalt 1 v. H., Farbenindustrie 0,40 v. H., wogegen Daimler 0,40 v. H., Ilse Genuß und Rhein. Braunkohlen je 1 v. H. verloren. Accumulatoren kamen nach Pause mit 175,50 v. H. wieder zur Notiz.
Am Rentenmarkt blieb es still bei unveränderten Kursen für Altbesitz und Stahlverein-Bonds, während späte Schuldbücher erneut 0,25 v. H. und Reichsmarkanleihen ebenfalls 0,25 v. H. anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag allgemein freundlich bei um 0,13 bis 0,25 v. H. anziehenden Kursen. Stadtanleihen und Staatsrenten waren meist unverändert. Von fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn- Anleihen höher gesucht, auch Anatolier zogen an, Ungar. Goldrente blieb behauptet. Tagesgeld war weiterhin sehr leicht und zu 3 v. H. unverändert.
Abendbörfe: still, gut behauptet.
Auch die Abendbörse wies eine freundliche Haltung auf, hatte aber infolge der nur wieder kleinen Publikumsbeteiliaung minimale Umsatztätigkeit zu verzeichnen; infolgeöeffen übte auch die Kulisse starke Zurückhaltung. Das Kursniveau blieb im Vergleich zum Berliner Schluß widerstandsfähig, nur Berg- werksaktien bröckelten zumeist um Bruchteile eines Prozentes ab, etwas mehr Rheinstahl mit minus 0,90 v. H. Hingegen zeigte sich für Schiffahrtswerte etwas Nachfrage bei leicht anziehenden Kursen, auch Tarifpapiere lagen hier und da mäßig höher. Farbenindustrie lagen bei kleinstem Umsatz etwa behauptet. Im Verlause ergaben sich bei anhaltender Gefchäftsstille keine Veränderungen von Belang, Scheideanstalt waren gegen den Mittagsschluß jedoch weiter etwas niedriger (—0,50 v. H.).
Auch am Rentenmarkt herrschte starke Geschäftslosigkeit bei gehaltenen Kursen. Von Auslandsrenten waren 4prozentige Schweiz. Bundesbahn v. 1912 mit 164 nochmals 0,75 v. H. fester, SVzprogentige blieben zu 152,50 v. H. unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95, 5Vrprozentige Pounganleihe 91,40 v. H., OO-Bank 63, Reichsbank 154,25, Gelsenkirchen 59, Harpener 103,50, Kali Aschersleben 129, Mannesmann 64, Phönix 46, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 40, AKU. 61,25, AEG. 23, Bekula 143,13, Bemberg 68, Conti Gummi 134, Daimler 47,50, Scheideanstalt 207, Deutsche Linoleum 59,75, Licht und Kraft 109,25, IG. Farben 149,40, Geffürel 108,50, Holzmann 59, Lahmeyer 118, Schuckert 90,50, Aschaffenburger Zellstoff 57
10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Tiere in Gefangenschaft. Vortrag von Revierförster i. R. I. Dürrfeld. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Bauten aus Rhein-Schlamm! Ein Bericht aus Erfelden. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Max Rieple.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
Frankfun a. M.
Berlin
kurü
Datum
5.7-
9.7.
5-7.
9.7.
77,4
I.«. Farben.Jndustrw Scheide anstatt........
149
149,5
60
Banknoten.
47,25
Deutsche Linoleum
25
.... O
20
Thade .
O
7,5
20,75
7,6
7^
7,75
183,2
61,25
108,5
125,5
Schlußkurs
68
39,5
86,25
74,75 116,5
59,25
103,9
73,5
:l
0 6
O
0
47,5
59,75
149,4
207
68
38,9
87
20,5
188,5
175,5
134
169,75
129,75
70,25
64,13
74,75
117
59
103,5
74,25
117
59,75
103,75
73,9 169,75 129,25
70,25
63,75
177
131,75
60,5 67,75 46,75
56
61,25
68
46,5
57
149,25
206
67
38,25
86
46 233,5 90,75
40
13,75
129 129,5
171
59
108,5
125,5
114 60,75 67,75
46
55,75
133
47
57,5
64 19,65 185,5
176 131,25
67,9
38,25
86
77,75
93,4
46
234
91,5
40,13
13,65
128,5
129,25
171,5
7
0 O
0 0
74 117,25 59,75 105
115,4
61,5 68 47 57 132,75
47,5 60
66,75 21
189 175 134
Buderus
Deutsche Erdöl Gelsenkirchener
Goldschmidt ..., RütgerSwerke ... Metallgesellschaft.
77,4
92,65
46
233,75
91
40
13,75
127 128,25 171,75
vrenstetn & Koppel
Leonhard Tietz ....
Schultheis Patzenhofe,
Wu (Allgemeine Kunstseide)
Schlußk. Mittag» börse
Serumulatoren-Fabrü tcnti-tihunmt.......
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Mansfelver Bergbau .. Kokswerke..... ....
Phönix Bergbau......
Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ...........
Bereinigte Stahlwerke. Otavi Dllnen ........
Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth
128,4
70,75
64
.. O| 76,75
>. O -
.. O 46,75 - 10 233,75 - O 91,25
.. O 40
O 13,75
•• 6 126,75
• 6 128
7%| 171
Harpener .. O
Voesch Eisen—Köln-Neuesten .. O
Ase Bergbau ...............6
Ilse Bergbau Genüsse 6
Klöcknerwerke O
MaoaeSwarm-Rübrrn ........ O
7,2
6,8
6,95
8,25
7,5
i% Oesterretchttche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrevte v. 1910 4/1% desgl. von 1913..........
6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bsgdaobahn» Anleihe
* iS
128
70,9
64,4
lhlltpp Holtzmann .........
ementwerk Heidelberg ....
emeutwerk Karlstadt........
7,4
7,13
7,2
8,7
7,5
21,5 1 22,25'1
72,5 -
183,5 1 182,75 I
Bemberg
Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren ....
Grttzner .......— ol 22 I
Mainkrastwerke Höchst 4 70
Süddeutscher Zucker s| 181 I
7,35
7
7
8,5
7,5
24,6
1,15
7,4
6,85
6,85
...... O .......0 0 . 0 . 10 0 ...... 0
Frankiuri a. JJ1.
Berlin
Frankfurt a. TR.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
SchlM Mittag» börse
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Gchluß» kurs
Schlußk. Mittag- dürfe
Datum
5-7-
j 9-7-
5-7.
I 9-7.
Datum
5-7.
9-7.
5-7.
9.7.
6% Deutsche RelchSanleihe o 1927
93
92,9
92,9
93
4% desgl. Serie II ..........
7,7
7,7
—
7,5
6% ehem.7% 2)t. Reichsanl. o. 1929
—
—
——
——
5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903
4,3
4,3
—
4,25
6/t% Doung-Anleihe von 1930 .
91,25
91,4
92,5
91,25
4^»%Rumän.vereinh.Rentev.i913
6,75
6,75
_
6,8
Deutsche 'Anl.-Ablös.-Schuld mü
4% Rumänische vereinh. Rente ..
3,65
3,65
3,85
3,65
Au-los.-Rechten .....
95
95
95
95,13
L^% Anatolier ..........
33,5
34,65
34
34,75
Desgl. ohne Auslos.-Rechte......
—
—
—1
—
6% ehem.8% Hefs. Bollsstaat 1929
92
90,9
Hamvurg-Amertka-Paket ..... o
26
26,5
25,9
26,25
(rüctzahlb. 102%) ........
92
92
Hamburg-Südam. Dampfschiff. o
24
24,5
30,25
63,65
6% Hess. Landesbank Darmstadt
Gold R. 12.............
6/i% Hess LandeS-Hypothekeu-
89,25
89,5
-
89,25
Hansa-Dampfschifs........... O
Norddeutscher Lloyd ......... O
21.®. für Berkehrswesen Akt. .. O
30,65
63,25
30,5
63,75
30,5
62,9
90
b<1nk Darmstadt Stqui......
88
88,5
—
Berliner Handelsgesellschaft ... *
89,5
90
90,5
vberhesjen Prootnz-Anleihe mü
95
95,5
Commerz- und Privat-Bank ... 0
57,25
58,13
57,25
58
Auslos.-Rechten ..........
—
Deutsche Bank und Disconto-
Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
65,4
95,5
954
95,4
Gesellschaft................ o
Dresdner Bank..............o
62
65
63
65,5
154,25
62
65
63
65,5
154,13
6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
88,5
88,75
89
—
Reichs bank ................ 12
154,5
154,25
4% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank
88,5
A.G.G.......................
Goldpfe. 16 unkündblä bis 1936
88,75
—
23
23
23
23
6/i% ehem. */2% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Psandbriefe......
88,5
89
—
_
Bekula.....................ö
Deka. Lieferungsgesellschäfl... 6
142
77,75
143,13
86,75
142,25
79
143
87
t/i% ehem. 4/i% Rheinische
Licht und Kraft ..... q
.108
109,25
108
109,25
Hyp.-Bank-Ltqu^Goldpfe.....
89,75
90,5
**
—
Hellen & Guilleaume......... O
65,5
66,5
65,25
66,75
6% ehem. 8% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19
91,5
93
91,5
92
Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6
Rheinische ElekttlzUäl ........ 6
108
100
108,5
101,5
107,9 100
108,9
102
6% ehem. 7% Pr. Landespfand.
Schuckert L Co............... 5
91
90,5
91
90,75
briesanstalt, Pfandbriefe R. 10
91,5
93
93
Siemens L Halske............ 7
148
150,25
148
150
Eteuergutsch. Verrechnungskurs
101,2
101,3
101,2
101,3
Lahmeyer & Co............. 10
118
118,5
118,25
Devi enmarft Berlin — Frankfurt a. BL
5-Iuli
9-Iuli
Amtliche Notierung
Amtliche Geld
Notierung
| Sriet
Geld
Ärie'
Buenos Aires
0,598
0,602
0,598
0,602
Brüssel.....
58,58
58,70
58,61
58,73
Rio de Jan..
0,184
0,186
0,184
0,186
Sofia......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
56,59
56,71
56,44
56,56
Danzig.....
81,72
81,88
81,72
81,88
London .....
12,67
12,70
12,64
12,67
Heljingsors..
Paris ......
5,599
16,50
5,611
16,54
5,589
16,50
5,601
16,54
Holland ....
169,73
170,07
169,73
170,07
Italien.....
21,55
21,59
21,56
21,60
Javan......
0,749
0,751
0,749
0,751
Jugoslawien.
5,664
5,676
5,664
5,676
Oslo.....:
63,66
63,78
63,51
63,63
Wien.......
48,45
48,55
48,45
48,55
Lissabon....
11,53
11,55
11,51
11,53
Stockholm...
65,28
65,42
65,13
65,27
Schweiz ....
81,52
81,68
81,52
81,68
Spanien....
34,30
34,36
34,27
34,33
Prag.......
10,44
10,46
10,44
10,46
Budapest ...
——
—
Reuyork....
2,509
2,515
2,510
2,516
Serlin, S.Iuli
Gelb
Bries
Amerikanische Noten..............
2,463
2,483
Belgische Noten..................
58,45
58,69
Dänische Noten .. . .........
56,39
56,61
Englische Roten ................
12,595
12,655
16,46
16,52
Holländische Noten ...............
169,31
169,99
21,44
21,52
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling
63,34
63,60
——
64,97
65,23
Schweizer Noten.................
81,34
81,66
Spanische Note«.................
34,13
34,27


