insbesondere auf die Ausführung formgerechter Haarschnitte, während bei den weiblichen Teilnehmern die Anfertigung von Damenfrisuren im Vordergrund stand. In der theoretischen Prüfung wurden, wie bei allen Gruppen, Fragen des Berufs und der Berufswahl behandelt. Man konnte auch hier wieder den großen Eifer der Kampfteilnehmer beobachten. Es dürfte auch hier ein ansprechendes Leistungsergebnis zu erwarten sein.
*
Es waren keine leichten Aufgaben, die die Reichs- jugendführuna der Deutschen Arbeitsfront den Wettkampfteilnehmern gestellt hatte. Wer die einzelnen Betriebe besuchte, konnte feststellen, daß die Jungens eifrig mit geröteten Wangen ihrer Arbeit zugetan waren, denn sie hatten ja nur eine bestimmte Zeit, in der sie ihre Aufgaben zu erfüllen hatten. Um 13 Uhr war die praktische Prüfung beendet, an die sich dann ab 15 Uhr die theoretische anschloß. Der Wettkampf stellte nicht nur seine Anforderungen an die jungen Arbeiter, er zeigte insbesondere auch den Meistern neue Aufgaben, Pflichten und vielleicht auch Mängel. Auch hier kann man mit großem Interesse den Ergebnissen entgegensehen.
Oie weiteren Wettkämpfe.
Gruppe 8: Eisen und Metall.
Sämtliche Lehrlinge der Gruppe Eisen und Metall, die am Reichsberufswettkampf teilnehmen, treten am Donnerstag, 12. April, um 8.15 U h r im Hofe der Gewerblichen Fortbildungsschule, Kirchstraße, an. Mitzubringen sind: Kaliber (Schieblehre), Maßstab und Schreibzeug. Former bringen mit: Lanzetten. Spengler und I n -
st alla teure: Kleines Spengler--Werkzeug und Bleirohr-Lötzeug.
Gruppe Angestelltenschaft.
Der Wettkampf der Gruppe Angestelltenschaft findet am 15. April statt. Treffpunkt der Kaufmanns- gehilsen- und Lehrlinge, der Techniker, sowie der Büro- und Behördenangestellten um 8.30 Uhr pünktlich in der Kaufm. Berufsschule, Liebigstraße. Es sind Federhalter und Bleistift mitzubrinaen. Als Aufgaben sind zu lösen: Situationsaufgaben, deutscher Aufsatz, kaufmännisches Rechnen, ferner Sonderausgaben für die Fachgruppen Einzelhandel, Drogen, Chemie, Spedition, Banken und Sparkassen, Versicherungen, Buchhandel. Als Wahlfächer außerdem Kurzschrift, Fremdsprachen, Buchhaltung und Wirtschaftspolitik. Die Lösung einer Wahlaufgabe ist Pflicht.
Die weiblichen Wettkampfteilnehmer (Kontoristinnen, Verkäuferinnen, Büroangestellte, Handelsschülerinnen und Kindergärtnerinnen) treffen sich um 8.30 Uhr ebenfalls in der Kaufm. Berufsschule, Liebigstraße. Es sind mitzubringen Bleistift und Federhalter, möglichst Füllfederhalter. Für die hauswirtschaftliche Prüfung werden Stickschere und Fingerhut benötigt. Als Aufgaben sind zu lösen: Allgemeine Aufaaben (Rechnen, Fragen aus dem Leben und deutscher Aufsatz für alle Teilnehmerinnen, ganz gleich, aus welchem Beruf sie kommen). Hauswirtschaftliche Aufgaben — Nähen. Aufgaben aus den jetzigen Berufen. (Deutsche Geschäftsbriefe, Rechnen, Buchhaltung, Kaufmännische Praxis, Situationsaufgaben, Berufsfragen, Kurzschrift — nur für Kontorangestellte. — Für Verkäuferinnen erfolgt statt der Kurzschriftprüfung eine zusätzliche schriftliche Arbeit).
Ausruf
des Ehrenausschusses für das Gebiet Hessen-Nassau der Hitler-Jugend zum Neichsberufswettkampf und zur »Woche des Berufs" vom 9. bis 1 S.Apr il
Deutscher Junge! Deutsches Mädel! Jungarbeiter der Stirn und Faust!
Im Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend sollt Ihr zeigen, was Ihr in Eurem Beruf,' an Eurem Arbeitsplatz zu leisten vermögt. Unser Volk kann stolz sein auf jeden einzelnen von Euch, der so sein Pflichtbewußtsein für den Dienst an der deutschen Nation unter Beweis stellt. So helft Ihr mit, echte Werke des Friedens zu schaffen, wozu uns unser Führer Adolf Hitler die Wege gewiesen hat. Geht diesen von Euch mit dem Reichsberufswettkampf begonnenen Weg mit eiserner Energie weiter! Jeder von Euch muß wissen, daß es gerade auf ihn ankommt, daß er einmal der be st ausgebildet st e Arbeiter der Welt werden muß, damit deutsche Arbeit und Wirtschaft in der Welt führend sind.
Deutsche Jugend! Kämpfe um den echten Adel der Arbeit, kämpfe um die echte Leistung im Beruf! Dann dienst Du Deutschland!
heraus zum Reichsberufswetttamps der deutschen Jugend!
Reichsstatthalter Gauleiter Jakob Sprenger.
Gauschatzmeister Stadtrat Walter E ck.
Gauleiter Bürgel, Neustadt (Haardt).
Dr. Karl Lüer, Treuhänder der Arbeit, Führer der Hauptgruppe Handel, Präsident der Preußischen Industrie- und Handelskammer für das Rhein- Mainifche Wirtschaftsgebiet.
Gauorganisationsleiter Fritz M e h n e r t.
Ministerialrat Ringshausen, Darmstadt. Landeshauptmann Traupel, Wiesbaden.
Dr. Herbert Stein, Direktor der JG.-Farben- industrie, Frankfurt a. M.
Regierungsrat Ernst Strack.
Landesbauernführer Dr. Wagner. Gebietsführer Walter Kramer.
Obergauführerin Therese W a l ch e r.
Aus der Provinzialhauptstadt.
die Nörgler.
Wenn mir mein Junge die Stiefel wichsen soll und kommt nach einigen Augenblicken wieder zurück und hat nur oberflächlich daran herumgebürstet oder gar den Schmutz mit Schwärze zugeschmiert, dann nehme ich ihn vor und lasse ihn die Arbeit noch einmal machen. Wird sie wieder nicht vorschriftsmäßig ausgeführt, dann erhält er ein paar Ohrfeigen. Das ist aufbauende Kritik. In späteren Jahren, wenn er vor andern Aufgaben steht und gelernt hat, gründlich zu arbeiten, wird er mir für diese Ohrfeigen dankbar sein.
Ganz anders aber ist es, wenn er so -in der Werkstatt herumbastelt und sich ein Kästchen zusammennagelt. Ich sehe überall Mängel. Es schließt nicht, die Nägel schauen zum Teil heraus, die Seitenteile sind schief, und vieles andere läßt zu wünschen übrig. Aber wenn ich dann den Jungen selber sehe, mit seinen glänzenden Augen, in denen sich die Freude spiegelt, daß es ihm gelungen ist, überhaupt ein Kästchen zusammenzubringen, dann kann ich doch nicht anfangen und sagen: Das ist ganz falsch! Das würde dem kleinen Kerl alle Zuversicht und allen Mut zu seinem Können rauben. Deshalb wird das Werk zunächst einmal gelobt, und dann erst folgen so ein paar kleine Winke, die er sicher beim nächsten Male wohl beherzigen wird.
Wir müssen also bei jeglicher Kritik wohl überlegen. Falsche Kritik kann ungeheuer viel zerstören. Und zu den falschen Kritikern rechne ich die Nörgler. Ihnen geht es nicht um die Sache, um die Person, sondern nur um ihre eigene Meinung. Sie sind der Ansicht, daß es nur so geraten kann, wie sie es sich ausgedacht haben. Und alles andere, selbst wenn es gerät, ist nach ihrer Ansicht falsch. So merkwürdig es klingt, aber es ist so, die Nörgler können sich nur dann freuen, wenn etwas nicht gelingt, wenn sie sagen können: Das habe ich mir gedacht! So mußte es kommen!
Ich fuhr neulich mit einem Personenzug nach Frankfurt und wollte in einen D-Zug umsteigen. Um zehn Uhr sollte der Zug ankommen, und eine Viertelstunde später ging der D-Zug ab. Mir gegenüber saßen zwei Herren, die ebenfalls diesen D-Zug. benutzen wollten. In Pilbel gab es durch irgend eine Ueberholung einen Aufenthalt von zehn Minuten. Da wurde der eine Herr ganz aufgeregt, lief hin und her und sagte fortwährend: Wir bekommen den Zug nicht mehr. Als dann noch der Schaffner kam und fragte, wer den D-Zug benutzen wollte, da ging das Gejammer wieder an, obgleich uns versichert wurde, daß es gemeldet würde. Der v-Zug müßte warten. Als wir schließlich in Frankfurt ankamen, hatten wir noch reichlich Zeit, um Zu dem gewünschten Zug zu gelangen.
Wir saßen wieder zusammen. Aber mindestens eine halbe Stunde lang ging die Rede des andern über die schlechten Verkehrsverhältnisse, über die Bummelei der Eisenbahn usw. So hatte ich von Vilbel ab gerechnet gut eine Stunde diesem Herrn zuhören müssen über eine Sache, die man mit fünf Worten abtun konnte. Was wollte er eigentlich noch? Er hatte den Zug glatt — ohne Hast — erreicht, er saß gemütlich in seinem Abteil. Trotzdem —
Das war ein geborner Nörgler. Ich konnte ihn nur bedauern. So begegnen uns im Leben öfters Leute, die auch an der schönsten Sache etwas aus» zusetzen und zu mäkeln haben. Sie sind die Störenfriede. Solchen Nörglern sollte man das Haus verbieten, denn die Nörgelsucht steckt an und verdirbt uns den Tag.
Jeder vernünftige Mensch, der den Schnupfen hat, bemüht sich, seine Nachbarn nicht zu belästigen.
Ganz anders die Nörgler! Sie wollen ihre Krankheit weiter verbreiten, sie freuen sich, wenn recht viele angesteckt werden und auch zu schimpfen anfangen.
Kennst du nicht auch solche „Freunde"? Geh ihnen aus dem Wege! Sie töten jede Lebensfreude und nehmen dir vielleicht auch noch ben Glauben an die Zukunft. —m.
Gegen das Denunziantentum in der
Kirche.
Der Herr Landesbischof gibt bekannt: In letzter Zeit gelangten in steigendem Maße von Privatpersonen Anklagen und Beschuldigungen gegen Pfarrer und andere im Dienste der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen stehende Persönlichkeiten an die oberste Kirchenbehörde, die bei näherer Untersuchung sich als leichtfertig, verleumderisch oder direkt unwahr Herausstellen. Manche dieser Anzeigen weisen nicht einmal eine Namensunterschrift auf und bleiben schon deshalb unbeachtet. Aber auch das mit Namensunterschrift arbeitende Denunziantentum ist, das muß mit allem Nachdruck erklärt werden, sowohl eines Deutschen und Nationalsozialisten im Dritten Reich, wie eines evangelischen Christen unwürdig. In Zukunft wird die Kirchenbehörde die Namen derartiger Denunzianten den Beklagten zur gerichtlichen Verfolgung zur Verfügung stellen. Selbstverständlich werden begründete Beschwerden hiervon nicht berührt.
Freiwillige Arbeitsspende und Einkommensteuer.
Soweit ein Steuerpflichtiger Arbeitsspende in einem im Jahre 19 3 4 endenden Steuerabschnitt geleistet hat, (z. B. Landwirte im Steuerabschnitt vorn 1. Juli 1933 bis 30. Juni 1934 oder ein Gewerbetreibender in dem Steuerabschnitt vom 1. Oktober 1933 bis 30. September 1934), kann der Annahmewert der Spende erst vom Einkommen des Steuerabschnitts 1934 (1933/34) abgesetzt werden. Der Abzug wird also erst bei der Anfang 1935 stattfindenden Veranlagung für die im Jahre 1934 endenden Steuerabschnitte berücksichtigt. Das Verlangen, den Spendenbetrag vom Einkommen des Steuerabschnitts 1934 (1933/34) abzusetzen, muß unter Hingabe des Spendenscheines bei dem Fi- nanzamt spätestens bis zum Ablauf des 30. April 1934 gestellt sein. Steuerpflichtige, die den Antrag später stellen, können, da Nachsicht für die Versäumung der Frist nicht gewährt wird, den Annahmewert der Spende vom Einkommen des Steuerabschnitts 1934 (1933/34) nicht absetzen. Die betreffenden Steuerpflichtigen müssen daher, um in den Genuß der Steuervergünstigung zu kommen, einen entsprechenden Antrag bis zum 30. April 1934 gestellt haben. Steuerliche Vergünstigungen werden nur für Spenden gewährt, die bis zum 31. März 1934 (Schonfrist bis zum 4. April 1934) geleistet worden sind. Hierbei sei noch bemerkt, daß die steuerlichen Vergünstigungen für Spenden, die nach der Durchführungsverordnung zum Arbeitsspendengesetz durch Abzug vom Arbeitslohn und von Aufsichtsratsoergütungen nach dem 31. März 1934 ge- leiftet werden, ebenfalls wegfallen. Die Befcheini- mg, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auf DeüenJCerlangen beim Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis spätestens nach Ablauf des Kalender- jahres zu erteilen hat, muß — anders als der Spendendem — nicht schon bis zum 30. April 1934 bei dem Finanzamt eingereicht werden, sondern ™nn noch zugleich mit der Steuererklärung für 1934 Anfang 1935 abgegeben werden,
Morgen keine Sprechstunde des Beigeoroneten Bartholomäus.
Die für Mittwoch vorgesehene Sprech st unde des Beigeordneten Bartholomäus fällt aus. Nächste Sprechstunde am Samstag, 14. April, von 11 bis 13 Uhr.
Ortsgruppe Gießen-Nord.
An alle verelnsführer im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord.
Die Vereinsführer im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord werden zu einer wichtigen Besprechung betr. Arbeitsbeschaffung zum Dienstag, 10. April, 2 0.30 Uhr, in das Aquarium, Walltorstraße, geladen. Es ist Pflicht eines jeden Vereinsführers, selbst zu erscheinen oder seinen Stellvertreter zu schicken.
Gez. Thomas, Ortsgruppenleiter.
NSD„ Ortsgruppe Mitte.
Am Donnerstag, 12. April, findet im Gebiet der Ortsgruppe Mitte eine Pfundfammlung, veranstaltet von dem Amt für Volkswohlfahrt, f ü r d i e bedürftigen Volksgenossen statt. Die Pakete werden ab 9 U h r in den Häusern von Angehörigen der Frauenschaft und des Jungvolks a b g e h o l t. Jeder möge an die denken, denen es noch viel schlechter geht, als ihm selbst.
S ch e l h o r n, Ortsgruppenamtsleiter.
Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt und Erholungsheim Waldkahenbach.
Der Vorsitzende der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt Otto Jung übermittelt uns die nachstehende Zuschrift mit dem Ersuchen um Veröfsentlichung.
D. Red.
„Das Erholungsheim Waldkatzenbach und die frühere Geschäftsführung der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt bildeten schon seit Jahren einen Gesprächsstoff, welcher sich in kritischen Formen erging.
Bekanntlich wurden die erholungsbedürftigen, arbeitsunfähigen Mitglieder der Krankenkasse durch gewisse Herren im Gewerkschaftshaus je nach Gunst ober Ungunst zugewiesen ober abgelehnt. Das U r - teil bes Arztes, welches über den Gesundheitszustand des antragfteüenben Versicherten entscheiden sollte, galt nichts.
Die neue Geschäftsführung hat sofort biese willkürlichen Entscheidungen mit Entschiedenheit abgestellt unb überläßt es vollkommen bem Arzt, wer dem Erholungsheim zugewiesen werben soll. Sie glaubt hierdurch, einem sozialen Bebürfnis in allen Teilen entsprochen zu haben.
Mit welcher Gewissenlosigkeit man vorgegangen ist, beweist schon, baß man Verträge mit einer Gültigkeit bis zum Jahre 1936 abgeschlossen hat und die Kasse hierburch fast bis an ben Rand bes Ruins geführt würbe. Z. B. hat sich die Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt auf 6 0 0 0 Pflegetage pro Jahr verpflichtet, welches bei einem Pflegesatz von 4 Mark plus 25 Pfennig die Kasse jährlich mit 25500 Mark belastete. Bei einem Kuraufenthalt von drei Wochen entsprachen diese Pflegetage ber Einweisung von 285 erholungsbedürftigen Versicherten pro Jahr. Daß trotz Zulassung sämtlicher Erholungsbedürfti-
ger (bies wurde aber niemals durchgeführt) nach Waldkatzenbach die dem vereinbarten Pflegesatz entsprechenden Zuweisungen nicht herbeizubringen waren, bedarf wohl keiner weiteren Beweisführung. So mußte ja zwangsläufig die berühmte parteiische Einweisung erfolgen. Es ergab sich allmählich der Zustand, daß man in dem Erholungsheim mehr Bekannte bes Allgewaltigen ber hiesigen Krankenkasse fand, als wirkliche Kranke.
Aus ben Verträgen, bie unerfüllbar waren, hat nun im Jahre 1933 bas Erholungsheim Walb- katzenbach eine beabsichtigte Klage von 27 300 Mark hergeleitet. Außer bem Erbe, d. h. bie Krankenkasse selbst, hatte bie neue Geschäftsleitung auch noch biese furchtbare Sorge zu tragen, bie zwangsläufig zu ersehen ist. Nun setzten verzweifelte Bemühungen ein, um die Kasse vor biesen ungeheuren Schabenersatzbeträgen zu bewahren. Während bie Geschäftsleitungen von anderen Kassen bie Bemühungen schon aufgeben wollten, hat bie neue Geschäftsführung im Interesse ber Arbeitgeber und ber Versicherten nochmals versucht, bie Kasse von dieser furchtbaren Belastung zu befreien.
Am Samstag, 7. April, ist es ihr nun gelungen, durch Abschluß einer Vereinbarung, den Besitzer des Erholungsheims zu bewegen, von seiner Schadenersatzforderungin Höhe von 27 3 00 Mark 21 b ft a n b zu nehmen.
Nun beginnt eine neue Zeit unb können wir frei unb ungebunben unsere pflegebedürftigen, arbeitsunfähigen Mitglieber Kuraufenthalt gewähren und ihrer Gesundung entgegenführen.
Wir haben ein großes Ziel auf unsere Fahne geschrieben: Unserem Führer unb unserem Vaterland einen gefunben Menschenstamm zu schenken."
Gichcner Wochonmarktpreise.
* Gießen, 10. April. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,15 bis 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Ps., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische) 9, Weißkraut, bas Pfunb 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Felbsalat 80 Pf. bis 1 Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln 3/4 Pf., ber Zentner 3,— Mark, Aepfel, bas Pfunb 15 bis 25 Pf., Sup- penhühner 70 bis 80, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50, Salat 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf.
Bornonzen.
— Tageskalender für Dienstag: Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.30 Uhr, „Aquarium", wichtige Besprechung ber Vereinsführers betr. Arbeitsbeschaffung. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Der grüne Wagen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abel mit ber Mundharmonika". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung.
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* * Justizpersonalie. Bürgermeister Dr. Seid ist, wie uns berichtet wirb, auf feinen Antrag hin von ber Stabt Gießen mit ber gesetzlichen Pension in ben Ruhestanb versetzt worben. Er würbe auf Vorschlag ber Hessischen Regierung burch Entschließung bes Herrn Reichsstatthalters Sprenger mit Wirkung vom 1. April an zum Lanbgerichtsrat an bem Lanbgericht ber Provinz Oberhessen ernannt unb hat feine neue Dienststelle bereits angetreten.
Kreisdirekior pg. Klostermann
Kreisleiter der NGOAp., Gießen.
Die parteiamtliche „Oberhessische Tageszeitung" berichtet: In einer Sitzung ber Amts- und Abteilungsleiter ber Kreisleitung übernahm am Freitag, 6. April, ber Kreisbirektor Pg. Klo st ermann bie Leitung ber NSDAP, bes Kreises Gießen. In seiner Ansprache dankte er dem seitherigen Kreisleiter Pg. Dr. Harth für seine aufopferungsvolle Tätigkeit, der keine Mühe gescheut hat, die Organisation des Kreises Gießen in ihrer Vollendung so
aufzubauen, wie sie heute ist. Mit der Bitte, daß Pg. Dr. Harth sich auch weiterhin in ben Dienst ber Sache stellen möge, schloß Pg. Kloster- mann. Anschließenb baran richtete Pg. Dr. Harth an bie Amts- unb Abteilungsleiter bie Mahnung, so wie seither auch für bie Zukunft ihre Pflicht zu tun zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes.
Pg. Dr. Harth wird sich auch für bie Zukunft in ben Dienst ber Partei stellen.
Gaarkinder singen in Gießen.
Der Kinderchor der Singgemeinde Wiebelskirchen- Saar befand sich dieser Tage unter Leitung von Lehrer Wilhelm Jung auf einer Konzertreise. Die Kinder gastierten am Sonntagabend in Gießen mit einem Konzert im Caf6 Leib. Vorher sang ber Chor in Wiesbaben, Mainz, Offenbach und Fulba. Auch im Sübwestbeutfchen Rundfunk war ben Kinbern Gelegenheit gegeben worben, ihr Können zu zeigen.
Der Konzertabenb im Caf6 Leib war ein schönes Erlebnis. Das Programm war sehr sorgfältig zusammengestellt unb nicht allzu umfangreich. Zunächst hörte man einen Kanon „Lever bot als Slav", bann bas altbekannte Lieb „Freiheit, bie ich meine", bas hier in ber engen geistigen Der- binbung mit ber Forberung bes Saarvolkes be- fonbers innig erklang, unb schließlich ein herrliches Heimatlieb, bas bie Schönheit bes Saarlanbes pries. Die Kinber gewannen sich sofort bie Herzen ihrer Zuhörer, bie mit lebhaftem Beifall bankten.
Universitätsprofessor Dr. Mayer, Gießen
hielt fobann eine kurze Begrüßungsansprache. Er betonte, baß ber Abend noch einmal mehr beweisen solle, baß bie Saar beutsch sei. Die beut- schen Lieber, mit benen bie Kinber erfreuen wollten, stellten ein besonders lebendiges Zeichen ber Verbunbenheit zwischen ben Volksgenossen an ber Saar unb benen im Reiche bar. Das Saarland sei deutsches Gebiet. Bei ber Abstimmung im Jahre 1935 werde sich bas Deutschtum unserer Volksgenossen an ber Saar bewähren. Die Brüber an ber Saar bleiben unsere Brüber. Ihr Leib, bas ein Leib bes ganzen Vaterlanbes sei, werbe nur noch kurze Zeit bauern. Es werbe in bem Bewußtsein zu tragen sein, baß bas ganze Reich hinter ben Saar deutschen stehe. Für Gießen und Oberhefsen sei bas Gastspiel ber Kinber eine besondere Freude, da gerade in Oberhessen die Verbindung mit bem Saarlanb in ber verschiebensten Form stets lebhaft aufrechterhalten worden sei. In Not unb Gefahr würben die Oberhessen nach wie vor zum Saarland halten. Der Abend stehe im Zeichen ber Zusammengehörigkeit, denn immer müsse man bebenfen, baß es ohne bas Saarlanb ein geeintes Deutschland) nicht gebe.
Der Leiter bes Kinberchores der Singgemeinbe Wiebelskirchen-Saar
Lehrer W. Zung
hielt ebenfalls eine kurze Ansprache. Er betonte, baß ber Chor feine Lieber singe, um beutschs Her z e n zu veranlassen, nach ber Saar Z u Horen. Mit ber Lüge, baß 150 000 Menschen bie Anglieberung bes Saargebietes an Frankreich forberten, sei bas Saargebiet vor 15 Jahren bem deutschen Vaterlanb entrissen worben. Der letzte Kampfabschnitt liege nun vor uns. In ben Herzen ber Saarländer lebe bie unerschütterliche Hoffnung, baß ihre Heimat halb wieder in bas beutsche Vaterlanb heimkehre. Die Lehrerschaft werbe ihre ganze Kraft bafür einsetzen, baß bie Jugend deutsch bleibe und nicht verborben werbe, wie 'man sie auch bis- her nicht habe Derberben lassen. Im Anschluß an bie Ausführungen bes Rebners würben gemeinsam bie ersten Verse bes Deutschlanbliebes unb bes Horst- Wessel-Liebes gesungen.
Das Konzert.
Im weiteren Verlaufe bes Abenbs folgte eine Reihe prächtiger gesanglicher unb musikalischer Darbietungen. Ein kaum 8jähriger Knabe fang in einer für fein Alter vollenbeten Weise brei Lieber (Zu Straßburg auf ber langen Brück", „Anbreas Hofer" unb ein Heimatlieb). Der Chor brachte ben münblich überlieferten Kanon „Dona nobis pacem", ben Nachtigallen-Kanon von Mozart unb bas prächtige Lieb „O, wie wohl ist mir's am Abenb" zum Vortrag. Die Darbietungen losten begeisterten Beifall aus. Außerorbentlich lebenbig klang ber vierstimmige Kanon „Wenn bie Solbaten ..." Weiter horte man eine musikalische Einlage für ein Trio' bann gelangten wieder durch den schon erwähnten Jungen die Lieder „Verloren", „Heimatlied" und „Abschied" zum Vortrag, die bewiesen, daß es der Leiter des Chors mit feiner Arbeit sehr ernst nahm, das Kind aber mit großem Anteil seine Aufgabe erfüllte. Einen tiefen Eindruck hinterließen dann noch bie vorzüglich gelungenen Lieder „Zu Straßburg auf der Schanz" und „Es geht bei gedämpfter Trommeln Klang", die vom Chor in ihrem ganzen tiefen Sinn und Stimmungsgehalt ausgeschöpft wurden. Mit einem Lied des Bekenntnisses „Deutsch die Saar" und mit bem „Niederländischen Dankgebet" klang die Veranstaltung aus.


