Nr. 83 Dritter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Dienstag. lv.AprilM4
Das Land des „Immer noch".
Von Liesbeth Dill.
Copyright by I. L. A. Wien.
Immer noch fahren in Frankreich die Bäcker die langen Weißbrote wie Holzlatten auf Karren unbedeckt durch die Straßen, und das Brot wird un- einaehüllt des Morgens auf die Treppe oder die Türschwelle gelegt, bis Madame es dort findet. Immer noch wird das Fleisch Sommers und Winters vor den Läden ins Freie auf Tischen ausge- legt in Sonne, Regen und Staub, und in Marseille schmoren Austern und Seemuscheln — ge= öffnet _ in der Sonne. Die lieben Gewohnheiten andern sich nicht. Wenn man Frankreich nach einer Pause von zehn Jahren wieder betritt, findet man alles beim Alten. Es ist ein sehr konservatives Land. In Lothringen und in dem Elsaß haben die Behörden viele deutsche Einrichtung als praktisch erkannt und sie belassen. Zum Beispiel hangen überall wo wir gewesen sind, noch unsere großen, alten Briefkasten an den Straßenecken, weithin sichtbar nur himmelblau gestrichen. So weiß man wenigstens in diesen Ländern, wo man seine Briefe ^in UN kann, während ein Briefkasten in Frank- rekhals diskrete Einrichtung betrachtet wird, und man erst lange suchen und Polizisten bemühen muß um einen zu entdecken. Denn daß man ine Briefe " Paris in den Spalt der Tabakladen scküebt in Provinzstädten in die Brückenpfeiler oder die Laternenständer, kann der Fremde ja Nicht wis- fen Einen rührenden Briefkasten fand ich in ^aneYott?" °in^g°rr°nk°stch°n, °n °m°n Zaun gehängt, darauf stand mit Bleistift „Boite noch sind die Glastüren an den Zimmer- K-VN-'BS-Sch SEBSSn« Suna a™ - H-rd oder dem offenen Sammfeuer.
den rasch aufgeschoffenen Mietskafernen der Pariser Vorstädte rasselt der List rote eine Sage^ mühte und weckt die Schläfer morgens, das ganze "aus erschütternd. Bei Wind und Sturm wackeln Fenster Türen iw Takt mit.
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Die Stimme des „Crapouillot" wird ganz gewiß nicht sofort ganz Frankreich und zu allerletzt die große französische Presse und den Quai d'Orsay bekehren. Aber es scheint uns schon etwas wert zu sein, daß sich endlich einmal in einer so grundlegenden Frage der anständige Franzose zum Wort meldet. Der anständige Franzose und der anständige Deutsche werden eines Tages doch zur Verständigung kommen; Adolf Hitler hat den Weg dazu gewiesen.
fand im Hause der Deutschen Arbeitsfront statt. Es hatten sich 33 Friseure und 8 Friseusen eingefunden, die an Modellen ihr künstlerisches Schaffen zeigen sollten. Bei den männlichen Teilnehmern
halben frischen Hummer bekommt, und das Essen ein Fest ist, der Gipfelpunkt des Geschäfts und — eines Vergnügens ...
Wenn mittags die Glocken läuten, legt alles die Feder oder die Geräte hin und geht essen, und wenn die Welt stillsteht... Die Kirchen werden geschlossen, die Geschäfte, die Banken, die Museen und Kirchenhoftore, in St. Malo stand sogar von 12 bis 14 die Straßenbahn still — c'est l'heure du Dejeuner — „die heilige Stunde" ...
Oer erste Tag des Reichsberufs Wettkampfes in Gießen.
nen, und von andern, die auch für uns neu und äußerst wertvoll sind. Aus der Fülle des interes- anten Materials kann hier nur einiges hervorgehoben werden. Wie der anständige Franzose über das traurige Emigrantengesindel vom Schlage der Braun und Waltz denkt, erkennen wir, wenn im „Crapouillot" (Seite 28) geschrieben wird: „Der Präsident der „Saarländischen sozialistischen Partei, Max Waltz, ist ein Individuum vom übel- ten Ruf, aber er hatte die Ehre, dem französischen Außenminister Paul-Boncour vorgestellt zu werden! Wenn man weiß, wie schwer es der „Saarminister" Morize guten Franzosen macht, an das Pariser Außenministerium heranzukommen, dann versteht man die Empörung der Franzosen, die im Saargebiet leben, wenn sie diesen Empfang in der Zeitung lesen. Der größte Witz dabei war, daß sechs Tage darauf — es war am 21. Oktober 1933 — die „Saarländische sozialistische Partei" in einem Rundschreiben allen Mitgliedern mitteilte, daß ihr Präsident Waltz wegen übler Schiebungen mit Parteigeldern abgesetzt und ausgeschlossen sei! — Aehnliche Wahrheiten sagt „Crapouillot" solchen Kreaturen wie dem Doktor Feyen, der mit französischer Subvention in Saarlouis zwei „autonomistische" Blättchen herausgibt, und seinem Gehilfen, dem Friseur Zell.
Aber dort bleibt er nicht stehen; er wagt sich an die höchsten „Spitzen" der Regierungskommission und der französischen Grubenverwaltung mit Wahrheiten, für die jeder saardeutsche Redakteur alsbald ins Gefängnis käme! Er zeigt, wie Herr Morize, derzeitiges französisches Mitglied der Regierungskommission (wohin er als Schwiegersohn des früheren Präsidenten Rault kam), in Wahrheit nichts ist als eine Puppe in den Händen der französischen Schwerindustrie, besonders der Gruppe des Herrn Theodore Laurent, des Vizepräsidenten des berühmten Comite des Forges und Konkurrenten von Schneider-Creuzot und de Wendel, von dem wieder über feinen nächsten Mitarbeiter Artur Bommelaer, Generaldirektor der „Societe Alsacienne de Con- structions mecaniques", geheime, aber sehr enge Fäden zu — Poincare und Tardieu führen!
Nichts ist pikanter als wenn der „Crapouillot" mit der ganzen Empörung des ehemaligen Front- kämpers festnagelt, wie der genannte „Saarminister" Morize einen Herrn Octave Raspail, obwohl er weder Techniker noch Jurist, noch Wirtschaftler war, auf den hochbezahlten Posten eines Generaldirektors der französischen Saar - Grubenverwaltung geschoben hat, weil derselbe Herr Raspail nämlich im Kriege als aktiver Hauptmann in — der Schweiz saß und Herrn Morize bei seiner Flucht aus dem deutschen Kriegsgefangenenlager behilflich war! Wenn Raspail die Saar eines Tages verläßt, kann er sich mit einem „pecule“ (der berühmten Schlußzahlung, die alle Saarbeamten des Völkerbundes — mit Ausnahme
gel, rote Lederbänke, Marmortische und den sandbestreuten, kalten Fußboden, und es wird immer noch sehr spärlich geheizt. Wenns draußen kalt ist und regnet, friert man eben — c'est 1‘hiver! Man hüllt sich dann in Wolle. Nirgends sieht man soviel Wolle, als in Frankreich, Wollumhänge, Wollwesten, Gamaschen, wollene Shawls und soviel Regenschirme ... Es regnet hier viel, und man will sich nicht erkälten ...
Immer noch sitzen auf der Post die geschminkten und gepuderten Damen, und in den Zügen in Süd- frankreich tun Schaffnerinnen Dienste, bis ins Elsaß hinein sah ich sie, in grauen Leinenkitteln und spitzen Tuchmützen. Sie sind nicht liebenswürdiger geworden und geben ungern Auskunft, wenn man sie bemüht...
Immer noch spricht Elsaß-Lothringen seine eigene Sprache, sein Platt statt Französisch, das sie nicht gelernt haben oder nicht sprechen wollen, weil sie es sprechen sollen. Immer noch antworten sie, wenn man sie französisch anspricht, auf — Deutsch. In der Eisenbahn hängen dieselben altmodischen gehäkelten weißen Scbutzdecken, und an den Straßenecken zwischen Obstbuden und Kirchen stehen dieselben alten Blechwandschirme. Aber eine Neuerung hat sich durchgeseht seit dem Krieg: das fließende Wasser. Es fließt überall, bis hoch hinauf in das kleinste bretonische Fischerdorfgasthaus, das warme Wasser... ....
Für den Schwimmsport begeistert man sich immer noch nicht. In der Hauptstadt einer großen Provinz hat man das von uns hinterlassene Hallenschwimmbad in einen — Tanzsaal verwandelt, der aber auch nicht sehr besucht wird. Man tanzt wenig in Paris _ aber in der Provinz schon gar nicht.
Als ich an einem grauen Sonntag in Bordeaux den Portier meines Hotels nach einem „Tanztee" fragte, sagte er ernst: „On ne danse pas ä Bordeaux!", und in einer großen Stadt in der Nähe von Paris, wo ich mir schöne Kathedralen ansah, fand ich an der Türe der einzigen Badeanstalt ein Schild: „Bäder Montags und Donnerstags von eins bis drei".
Aber noch immer ist Frankreich das Land der „Gourmets", der Hors d’oeuvre, der Leckereien, der besten Kuchen und des billigsten Weines, das Land, in dem man einen Salat anmachen und pommes frites sieden kann, in dem man für em paar Groschen ein Dutzend Austern oder einen
Die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf der Gruppe „Holz" während der praktischen Prüfungsarbeit in der Turnhalle der Pestalozzifchule. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Zu gleicher Stunde begann gestern um 9 Uhr im ganzen Deutschen Reich der B e r u f s w e t t - kämpf der deutschen Jugend.
In Gießen hatten sich die Berufsgruppen graphisches Gewerbe, Holzarbeiter und öffentliche Betriebe zum Wettstreit eingefunden, der in der beruflichen Gewerbeschule und in dem Hause der Deutschen Arbeitsfront stattfand. Der Kampf an sich zerfiel in zwei Abteilungen, in eine theoretische und in eine praktische Prüfung. Die von der Reichsleitung für das ganze Deutsche Reich gestellten Aufgaben wurden erst zu Beginn des Kampfes den Teilnehmern bekanntgegeben. Mit kurzen Ansprachen wurden die Kämpfe durch die Wettkampfleiter er- östnet und auf die Bedeutung dieser geschichtlichen Stunde hingewiesen.
Nie Gruppe Holz
Sie Wahrheit über die Saar.
Französische Frontkämpfer entlarven die Saarhetze.
DNB. Die Franzosen sind ein viel zu gescheites Volk, als daß ihnen die Bedeutung einer Zeiterscheinung wie Adolf Hitler auf die Dauer entgehen könnte. Wir erleben es in diesen Tagen, daß die bei uns längst erwiesene Suggestion, die vom Führer ausgeht, nun auch jenseits der Vogesen ihre siegreiche Wirkung zu zeigen beginnt, so sehr sich — genau wie einst bei uns — die Mächte des demokratischen Staates und der demokratischen Gesellschaft dagegenstemmen!
Rachsucht und Raffsucht haben den kurzsichtigen Leuten von Versailles mehr als in anderen Fragen die Feder geführt, als sie — höchst überflüssig die Saarfrage schufen; wir Heutigen müssen damit fertig werden und es steht schon jetzt fest, daß zwar viele darum herumgeredet haben, daß aber die einzige praktische brauchbare Lösung vom deutschen Volkskanzler stammt. „Direkte V e r st ä n d i - gung" heißt sie; dann steht nichts mehr zwischen Deutschland und Frankreich. Die Ministerien, die Redaktionen, die Aufsichtsräte haben empört dagegengeschrien, als dieses Wort in seiner unaufhaltsamen Klarheit fiel, aber die Massen haben es auch in Frankreich wie sonst in der Welt sofort verstanden und festgehalten. Und nun läßt es sie nicht mehr los!
Wir sehen jetzt davon einen greifbaren Beweis. In Paris ist gerade zu Ostern die Sondernummer einer Zeitschrift erschienen und geht überall von Hand zu Hand. „Crapouillot" heißt sie und die Herausgeber Jean Galtier- Bo issiere und A.-L. S6rurier wollen darin den Franzosen die „W ahrheit über öie Saar" zeigen! Ganz nüchtern sagen sie, wie die Dinge dort liegen, was kommen muß und warum das in Frankreich bisher nicht bekannt war. „Wir haben" heißt es in der Einleitung des reich und gut illustrierten Heftes, „im Saargebiet selbst kein Kapital und keine Interessen zu schützen; wir können also der öffentlichen Meinung ganz objektiv und unparteiisch die Wahrheit sagen, auf die sie Anspruch hat; denn es handelt sich um die grundlegende Frage für die deutsch-französischen Beziehungen. Gewisse Persönlichkeiten, die mehr oder weniger eng mit der Schwerindustrie zu tun haben, mögen vielleicht anders denken; ihnen ist hier eine freie Meinung peinlich. Morgen werden sie ihre spitzen Federn mobil machen, um abzustreiten, was wir hier sagen. Mögen sie es tun; das ist für uns die beste Reklame und wir danken ihnen dafür schon heute.
Nur eine Kritik lehnen wir schon jetzt ab; wenn gewisse Wortführer der Kanonenhändler die patriotische Maske aufsetzen und behaupten werden, wir lieferten dem Feinde Waffen! Unsere Zeitschrift hat eine Schwäche: sie ist ganz furchtbar, geradezu unnormal unabhängig! Wir wollen den Franzosen gewisse Dinge klarmachen,- die ihnen nicht gleichgültig sein dürfen. Skrupellose Leute, die ihren großen und kleinen Profit in die Trikolore eingewickelt haben, haben uns so irregeführt, daß den Franzosen erst einmal gezeigt werden muß, daß sie allein noch nichts von dieser richtigen Verschwörung wissen, die alles in Gang setzt, um sie in Blindheit zu lassen. Die Zeit der Vogel-Strauß-Politik ist vorbei; sie hat in und nach dem Krieg schweren Schaden angerichtet. Das Interesse Frankreichs ist nicht das sehr persönliche Interesse von ein paar Hüttenbesitzern und ein paar Posteninhabern; wenn sie durch die käufliche Presse Heucheleien und Lügen verbreiten, so werden sie morgen durch die Ereignisse dementiert werden. Vom Saarproblem hängen nicht nur die deutsch-französi- scheei Beziehungen ab, sondern K r i e g u n d F r i e- den Europas, und so kann man dem Vaterland heute nicht besser dienen, als indem man diesen Leuten die Maske herunterreitzt und die Wahrheit
hört 74 Jahre zu Frankreich; das Saargebiet gehörte J918 103 Jahre zu Deutschland. Angenommen, Savoyen hätte nach einem Krieg mit Italien über seine Zukunft abzustimmen, würden wir nicht einen Savoyarden Verräter nennen, der von einer „Autonomie" Savoyens spräche?" „Gewiß das reine materielle Interesse müßte den Saarländern raten, gegen Deutschland zu stimmen; wenn sie trotzdem ihr Nationalgefühl über diese Interessen [teilen, so mag das internationalen Geschäftemachern verrückt vorkommen, aber ür ihre Ehre spricht es ganz gewiß!"
In Hotels und Wohnungen kann man Tapetenstudien machen. Die ältesten Muster, Tapeten bis hoch an die Decke, möglichst dunkel, die Fenster zwei- oft dreifach bespannt und verhangen mit Gardinen, die Luft und Licht sorgfältig abschließen.
Immer noch werden die sogenannten „Couron- nes“ fabriziert, diese grauen, schwarzen und violetten Perlkränze schmücken ihre Kirchhofe, auf eisernen Staffeleien, die Photographie des Toten in der Mitte Immer noch schmückt man die Grabsteine mit bunt glasierten Vergißmeinnicht oder Chrysanthemenkränzen aus — Porzellan. Die Bescheideneren schenken ein „Pensdc" ober ein Chrysanthemum. Manche Gräber sehen in diesem bunten Schmuck eher jahrmarktsmäßig aus als feierlich, ernst.
Immer noch trinkt man den „Aperitif“ zwischen den Mahlzeiten als „Arznei für den Magen" und ißt Käse nach jedem Essen „pour mieux digerer".. Immer noch findet man in großen, besuchten Cafes und Restaurants und in neuen Schulen sogar die Toilette a la turc. Eine Einrichtung, bestehend aus zwei „Fußtapfen" und einem — Loch in der Erde. Man hält das für „hygienischer". Immer noch tragen die Kinder ihre schwarzen Kittelschürzen, und die Damen des morgens Papilloten im Haar, und der Pantoffel spielt eine große Rolle im Haus. Sobald man heimkommt, zieht man Pantoffeln an. Auf der Straße das eleganteste Schuhwerk, hohe Stöckelschuhe, die sehr ermüden, im Haus herrscht der Filzschuh ...
Immer noch spart man in Frankreich. Es ist ihre einzige Passion, Geld zurückzulegen. Man schränkt sich ein in der Wohnung, der Kleidung, dem Essen — kein Theater, kein Konzert, kein Kino ... man kennt nur die „reute", man lebt, um zu sparen, um bald „Rentier" zu werden. 3m= mer noch begrüßen einen dieselben grauen, trostlosen Dörfer mit den Misthaufen vor den Türen, dem alten Ziehbrunnen, den offenen Waschhäusern, in denen die Frauen, in Kisten auf ^^oh kniend, in dem kalten, trüben Flußwasser ihre Wasche mit Bürsten bearbeiten und mit Steinen klopfen. Immer noch herrscht der große Besen und wirbelt den Staub in Wolken auf von den Teppichen, und Der „Flederwisch", mit dem man den Staub von Movei zu Möbel scheucht. Ein Hygieniker nannte das „Umgruppierung des Staubes" ... Einen Staubsauger sah ich nie ... , _ .
Die Cafes haben immer noch ihre großen Spie-
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Und diese beiden mutigen Frontsoldaten, die bereits eine „Geschichte des Weltkrieges" und eine Schrift „Die Kanonenhändler gegen die Nation veröffentlicht haben, sagen die Wahrheit über die deut che Saar, die dem französischen Volk sonst
Angler-Paradiese.
Die Geduld der Angler ist sprichwörtlich. Viele Menschen lächeln nachsichtig darüber. Ja, die lieben Nachbarn, die nicht von der Leidenschaft des Angelsports ergriffen sind, nehmen sich den erfolglosen Jünger des Fischfanges mit der Angelrute gern als Zielscheibe des Spottes und schmählicher Angriffe. 'Der tiefsinnig stundenlang in das Wasser starrende Angler ist eine bekannte Figur der Witzblätter, besonders in den angelsächsischen Ländern geworden, in denen dieser Sport noch immer in höchster Blüte steht und von den Vertretern der Aristokratie ebenso wie von den Arbeitern in den Städten aus- geübt wird. Die unerschöpflichen Angelgründe werden in der Welt immer seltener. Aber es gibt auch beute noch paradiesische Gegenden, in denen die Mühe des Anglers reich belohnt wird. So wird von den Chatham-Inseln in der Südsee. die ungefähr 600 Kilometer östlich von Neu-Seeland liegen, berichtet, daß dort an einem Tag von einem Menschen mit Haken und Seine ungefähr 1000 Kilogramm einer bestimmten Dorsch-Sorte gefangen wurden. Das ist unter den bisher bekannt gewordenen Ergeb- Nissen der Weltrekord. Ein englischer Angler brachte es bei dem bekannten Palm Beach (Florida) zusammen mit einem Freunde auf eine Beute von insgesamt 700 Kilogramm. Darunter befanden sich ein fast 200 Kilogramm starker Haifisch und 27 Sägebarsche. Auch diese großen Tiere wurden mit Haken und Leine gefangen. Lappland ist ebenfalls ein Paradies für Angler, wie das Erlebnis zweier Engländer beweist, die dort in einer Zeit von elf Tagen insgesamt 397 Lachse und andere wertvolle Fische im Gesamtgewicht von mehr als 2000 Kilogramm ans Land brachten.
der deutschen! — bekommen) von 800 000 Franken trösten! „Crapouillot" scheut sich nicht, zu verraten, daß zur Zeit mehr als hunder^ -
über 100 000 Franken (natürlich ungerechnet freie Wohnung, Weihnachtsgratifikation und Naturalvorteile) von der Regierungskommission (Völkerbund) und der Grubenverwaltung (französischer Staat) aus der Tasche des saardeutschen Steuerzahlers gezahlt werden, obwohl die Gruben seit vier Jahren mit Unterbilanz arbeiten! Zu den Leuten, die sich beim Lesen des „Crapouillot" kratzen werden, gehört auch der Präsident Knox. „Ist er frankophil oder englisch eingestellt?" fragt das Blatt harmlos.
Das ausgesprochene Ziel des Blattes ist dabei, die Saar nicht zum dauernden Hindernis der deutsch- französischen Verständigung werden zu lassen. Es erinnert daran, daß 1929 und 1930 diese Verständigung über die Saar bereits nahe war; bamals wollte Frankreich nicht, d. h. die französische Schwerindustrie zwang den Quai d'Orsay und die Presse nicht zu wollen! Heute versuchen dieselben Leute in Frankreich an dem Angebot Hitlers vorbeizuschielen, obwohl es ihnen und den wahren Interessen Frankreichs weit entgegenkommt! Selbst die „Times" haben das letzthin erkannt!
Hier setzt die tapfere französische Zeitschrift ein und schreibt: „Das Urteil des Durchschnittsfranzosen
Stegverbindungen und vieles mehr, alles Arbeiten, die im praktischen Berus täglich Vorkommen. Für die Ausführung der Arbeiten war eine bestimmte Zeitdauer vorgeschrieben, die aber von keinem der Prüflinge überschritten wurde. Man darf auf die Ergebnisse des Kampfes in diesem Berufszweig, die am 1. M a i bekanntgegeben werden, sehr gespannt sein.
©er Wettkampf des graphischen Gewerbes
spielte sich in der Gewerbeschule ab und hatte das ausgezeichnete Ergebnis einer lOOprozentigen Beteiligung. Kaufmann Noll sprach die Begrüßungs- worte und machte nochmals auf den Sinn und Zweck des Kampfes aufmerksam. Sodann gab Verbandsortsleiter Thierfeldt die allgemeinen Richtlinien bekannt, feuerte die Jungens an und erinnerte sie an den Schöpfer der Buchdruckerkunst, an den deutschen Meister Gutenberg. Die jungen Arbeiter wurden nach ihren besonderen Berufszweigen (Schriftsetzer, Drucker, Steindrucker, Buchbinder usw.) und nach ihren Lehrgängen eingeteilt und an die einzelnen Gießener Druckereibetriebe überwiesen, wo sie um 9 Uhr mit ihren praktischen Prüfungsarbeiten zu beginnen hatten.
0er Wettkampf der Gruppe 3 „Oeffentliche Betriebe"
versammelte sich am Haus der Deutschen Arbeitsfront und marschierte gemeinsam mit den Fachlehrern, Meistern, Altgesellen und Werkmeistern in die Gewerbeschule, wo Pg. Betz den Wettkampf eröffnete. Der Wettkampf, der in sich für Tischler, Stellmacher und Wagenbauer eingeteilt war, gliederte sich in vier Leistungsstufen, von denen sich der einzelne Teilnehmer eine aussuchen konnte. U. a. waren Fragen zu lösen, wie: „Welche Gründe haben dich veranlaßt, deinen Berus zu ergreifen?" — „Berechne den Kubikinhalt eines Baumstammes nach gegebenen Abmessungen" — „Nenne die hauptsächlichsten Werkzeuge, die zur Ausübung deines Berufes notwendig sind". Praktische Arbeiten waren dann an der Hobelbank auszuführen. Es mußten gefertigt werden: Eckfäulenverbindungen, iv™‘- "TV" f -
Dachverzapfungen, verdeckt gezinkte Kastenecken, erstreckte sich der praktische Tell des Wettkampfes


