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m. 59 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 10. März MH

Die Heerschau der deutschen Automobil -Zndustne in Vertin.

Deutsche Krastsahrt.

Gedanken zur ^utofcbau Berlin 1934.

Don prof. Oppermann, stellv Kvrpssüftrer des NSM.undErsten Vizepräsidenten des DDAC

Der Explosionsmotor erfüllte den Wunschtraum der Menschheit, Raum und Zeit meistern zu können. Während bei Eisenbahn und Schiffahrt Abreise und Ankunft fahrplanmäßig Gorgeschrieben werden, be­stimmt beim Kraftfahrzeug der Mensch nach eigenem Ermessen Zeit und Ziel. Mit dieser individuellen Verkehrsfreiheit und seinen sonstigen Vorzügen er­schloß der Explosionsmotor die Welt; er brachte Menschen uni) Länder einander näher und wurde schließlich das bevorzugte Verkehrsmittel.

Die ersten Automobilisten, voran Daimler und Benz, waren Pioniere des zwanzigsten Jahrhun­derts. Die damaligen Launen der Besitzenden zwan­gen sie, Luxusgefährte herzustellen, die sich von den alten Prunkkutschen vielfach nur dadurch unterschie­den, daß die Deichsel fehlte und an ihr die Pferde. Erst nach zeitraubenden Umwegen gelangte man zu weniger kuriosen Gebilden und endlich zu praktischen Gebrauchsfahrzeugen. Auch der Rennwagen erlebte seine Wandlung: aus Sensation wurde Sport. Lang­strecken- und sonstige Prüfungsfahrten boten Erfah­rungen die den Konstrukteur und die Industrie zu Verbesserungen anregten. Kaum erstarkt und zuver­lässig geworden, bestand der Motor in dem Großen Kriege seine Feuerprobe. Inflation und Mißwirt­schaft drosselten zwar seinen Siegeslauf. Aber unser Befreier Adolf Hitler legte auch hier die Hand an den richtigen Hebel:' 1933 wurde das Jahr der N e u- gebürt deutscher Kraftfahrt!

So verursachte des Führers Tat eine Wende von unabsehbarer Bedeutung:

Senkung der Preise und der Lasten, Steigerung des Vertrauens und der Fahrerfreude ermöglichten 1933 verdoppelten Fahrzeugabsatz. Mehr rollende Räder auf den Landstraßen mehr Leben in den Werkstätten! Der Impuls des Führers pflanzt sich fort: für den neuen Kraftfahrer arbeitet der neue Monteur, für das neue Fließband schafft die neue Gießerei, für den neuen Treibstoff der lange arbeits­los gewesene Kumpel. Zwanzig erwachende Schlote zünden zwanzig andere an, ein anspringendes Mon­tageband läßt mehrere Vulkanisieröfen Reifen er­zeugen. Die Autoindustrie wird zur e n t s ch e i d e n - den S ch s s e l w i r t s ch a f t der neuen Zeit!

Imposante Aufmärsche der Motor-SA. bringen das Kraftfahrzeug in das Blickfeld der Massen. Hühn- leinscher Geist eint im RSKK. und DDAC. die Kraft­fahrer und durchdringt den Sport. Die erstenZwei­tausend Kilometer" vom Dünkel zum Volk, vom Luxus zum Werkzeug, vom Startum zum unbekann­ten Fahrer werden zu einer Sache begeisterter Mil­lionen. Der Motor erobert das Volk!

Mehr Verkehr und erhöhte Geschwindigkeit erfor­dern auf den Landstraßen ihre eigenen Gesetze. Der Führer entscheidet. Volksgenossen greifen zum Spa­ten. Arbeit und Brot neue Straßen einer neuen Zeit! Breite Autobahnen entstehen von Grenze zu Grenze, verbindend Menschen und Orte, erschließend deutsche Landschaften. Eine Großtat, grundlegend noch für eine fernere Zukunft. Ein Werk von geschichtlicher Bedeutung.

Die Romantik des Wanderers weicht auf den Hauptstrecken dem raumerfassenden Erlebnis des Kraftfahrers. Der Sang des Motors führt uns hin­aus aus den Gedanken und Sorgen des Alltags. Er führt uns zurück zur Natur, aus der wir erholt zur Wirkungsstätte heimkehren. Eisenbahn ist Cisenweg, Straße bleibt Landschaft!

Autodroschken, Omnibusse und große Ausflugs­wagen stehen tausendfach für die Allgemeinheit be­reit. Lastzüge, Sanitäts-, Feuerwehr- und sonstige Nutzfahrzeuge erweisen sich als Diener der Wirt­schaft und Wohltäter der Menschen. Es gibt kaum noch einen Beruf oder Zweck, der nicht in irgendeiner Beziehung zum Kraftfahrzeug steht. Alle Erwerbs­schichten werden seine Nutznießer.

Die vom 8. bis 18. März in Berlin ftattfinbenbe Automobil-Aus st ellung ist deshalb eine Angelegenheit der ganzen Nation. Was kurzsichtiger Unverstand, der des Fortschrittes menschlichen Geistes unwürdig war, vierzehn Jahre lang versäumt und was des'Führers Tat aus der Enge befreit hat, das dringt nun endlich vorwärts: befruchtend das ge­samte Wirtschaftsleben! Daher darf die Autoschau nicht lediglich die Neugier befriedigen; vielmehr soll sie anspornen zum massenhaften Ankauf neuer Fahrzeuge. Befolgen wir den Ruf des Führers:Du mußt aus Einsicht und Vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann!" Gerade die Kraftfahrt macht uns den Entschluß zur Tat so leicht, denn: wer Motor fährt", hat mehr vom Leben! Beruflich und persönlich. _ ,. ,

Deutschlands Motorisierung wurde eine Schicksals­frage auch aus wehrpolitischen Gründen. 3p jeder Hißsicht und auf allen Gebieten beeinflußt sie unsere Zukunft. Wo regerer Verkehr, da ist auch mehr Leben. Wo mehr Leben, da gedeiht das Volk. Nicht im Gleichmut, sondern im Lebendigsein entsteht neue Kraft. Kraft und Kraftfahrt: Zeichen des Dritten Reiches, Wille des Führers und Tat des deutschen Volkes!

Ein Auto träumt am Kaiserdamm Betrachtungen eines deutschen Kraftfahrzeugs Von Or. G. Baumgart

Zwischen hunderten größerer und kleinerer Brü­der und Vettern, auf seinem geschmackvoll her- gerichteten Stand, steht in einer der weiten Aus­stellungshallen am Kaiserdamm in Berlin das Kraftfahrzeug Modell 1934 und harrt seines Käufers. Ruhig und gelassen, denn es stammt aus gutem deutschem Hause und ist sich seines Wertes voll bewußt. Träumend und sorglos laßt es den breiten, endlosen Strom der Ausstellungsbesucher an sich vorbeifluten. Es hat nicht mehr, wie seine Vorfahren, bange Zweifel um seine Zukunft, denn es weiß, daß heute neben ihm ein warmherziger Freund und Förderer steht, der die Macht besitzt, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und ihm feinen Weg in das Leven der Menschen, in das deutsche Volk hinein zu bahnen. .

Es ist derselbe Freund, der es bereits von den drückenden und hemmenden Steuerfesseln befreit hat und der alle Verehrer des Motors, die deutschen Kraftfahrer, zusammengeführt und aus ihnen zwei einzigartige mächtige Schutz­

truppen, das NSKK. mit der Motor-SA. und den DDAC. geschaffen hat. Diese Organisationen werden schon dafür sorgen, daß das deutsche Modell 1934 mit seinem zukünftigen Herrn und Besitzer unangefochten seine Straße ziehen kann.

Ja, richtig, die Straßen! Welcher Art werden sie wohl sein, über die man später hinwegsausen wird? Nun, da hat der noch zu erwartende Käufer wohl auch ein Wörtchen mitzureden. Ob er ein Städter sein wird oder ein Landbewohner? Beides hat seine großen Vorteile und Reize. Als Stadt­fahrzeug könnte man beispielsweise im interessanten Straßenverkehr vor allem seine große Wendigkeit und Bremssicherheit vorteilhaft zur Geltung bringen und zeigen, daß kein noch so schlüpfriger Rutsch­asphalt einen aus der Fahrbahn schleudern kann. Als Landfahrzeug aber würde sich besonders der ruhige, stetige Lauf des Motors und feine große Kraftreserve an Bergen zeigen, und die tadellose Federung und die bequemen Polster würden alle Unebenheiten der Straßen verschwinden lassen.

Das heißt, viele Unebenheiten wird es ja in Deutschland bald nicht mehr geben, dafür wird schon der neue Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen sorgen. Denn für ihn gibt es ja keine Straßen-Zuständigkeitsgrenzen innerhalb des Dritten Reiches mehr. Ganz gleich, ob Landes-, Provinzial- oder Kreisstraßen, für ihn sind es alle deutsche Straßen, die in Zukunft nach ein­heitlichen Richtlinien ausgebaut und unterhalten werden. Wenn nur erst die erste der herrlichen Reichsautobahnen fertig wäre, damit man auf ihr in windschneller Dauerfahrt zeigen kann, was man zu leisten vermag.

Dann wird es übrigens auch vollkommen gleich­gültig fein, ob man als Stadt- oder Landfahrzeug gekauft wird, denn Stadt und Land werden ja durch die neuen Autobahnen verkehrstechnifch ein­ander so nahe gebracht, daß der Städter sich fast als Landbewohner fühlen kann und umgekehrt.

Und bald würde man auch nicht mehr so viel Angst zu haben brauchen vor verbogenen Stoß­stangen, eingebeulten Kotflügeln und häßlichen Schrammen in dem schönen glatten Lackmantel, denn es wird ja bald eine einheitliche Reichs- Straßenverkehrsordnung geben, und auch das bis­herige Kraftfahrzeugrecht soll vollkommen neu und zweckmäßig gestaltet werden. Man kann also ruhig in die Zukunft blicken und sich darüber freuen, daß man ein deutsches Kraftfahrzeug ist.

Und das schlanke Modell 1934 reckt und streckt sich stolz, läßt seinen Lack glänzen, seine verchrom­ten Teile blitzen und wippt vergnügt ein wenig in feinen Schwingachsen. Am Abend desselben Tages aber trägt es bereits stolz ein kleines weißes Schild, auf dem schwarz gedruckt steht:Verkauft". Und dieses kleine Wortverkauft" hat eine große Be­deutung. Denn es zeigt an, daß ein Kreis von Menschen stolz, erfreut und zufrieden ist oder es doch sein könnte: Der Käufer, der Verkäufer, die Autofabrikanten und die Arbeiter in all den Be­trieben, in denen an dem Entstehen dieses Kraft­fahrzeuges von der Erzeugung der Rohstoffe bis zum Anziehen der letzten Schraubenmutter an dem fertigen Erzeugnis gearbeitet wurde. Das Wortverkauft" heißt zugleichro e i t e r b a u e n !"

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Die großartige Parade deutscherWertarbeit

Ein Rundgung durch die Ausstellung. VerbefferunA und Verbilligung. Der deutsche Volkswagen auf dem Marsch.

Von unserem berliner D.-Mitarbeiter.

In der Mitte: Blick in eine der riesigen Hallen am Berliner Kaiser dämm kurz vor der Eröffnung. Darüber und darunter: Einige der intereffanteften Neuerscheinungen im deutschen Automobilbau. Oben links: Magirus-Sattelschlepper für Gütertransporte. Daneben: Das neue Adler-Trumpf-Kabriolett mit vier Fenstern. Unten links: Zweistöckiger Stromlinien» Autobus mit Führersitz in der ersten Etage, die Karosserie ist hergestellt von Gebrüder Ludewig, Essen, _ Unten rechts: Der 200-?8-Maybach-Stromlinienwagen.

Besser und treffender konnte der Aufschwung, den die Motorisierung in Deutschland im letzten Jahre genommen hat, nicht ausgedrückt wer­den, als es durch die große internationale Automo­bil- und Motorrad-Schau in Berlin geschehen ist. Hier wird der konstruktive Fortschritt, feit Jahren in Deutschland entwickelt und vorwärts­getrieben, für jeden sichtbar, lieb er ist die groß­zügige Förderung zu spüren, die Adolf Hitler der deutschen Kraftfahrzeug-Wirtschaft angedeihen ließ. Dabei ist zu einem großen Teil auf die Anforde­rungen Rücksicht genommen worden, die die kom­menden Autobahnen an die Wagen stellen. Man bringt also heute schon den starken und schnellen Wagen, der die restlose Entwicklung der durch diese Anlage ermöglichten Geschwindig­keiten gewährleistet. Die andere hauptsächliche Grundtendenz, die sich auf der Autoschau bemerkbar macht, zielt daraus hin, durch Verbesserung und Verbilligung der kleinen Fahrzeuge das Auto in das Volk zu bringen. Die Automobilwirt­schaft will wahrhaft volksverbunden werden. Diese neue Sinngebung im deutschen Autoschasfen wird nicht besser gekennzeichnet als durch das Plakat, das für die diesjährige Schau werben soll. Es zeigt den Arm eines Arbeiters, der sich aus Werkhallen und rauchenden Schloten zum Himmel reckt und das Fahrgestell eines Wagens hochhebt. Erinnern wir uns an das Plakat aus dem Vorjahre, das mit dem Bild eines Luxus-Sport-Zweifitzers und eines mondänen Paares noch ganz aus der Zeit stammt, in der das Auto das Vorrecht, ja geradezu das Kennzeichen einer gehobenen Schicht war, so wer­den wir den Gegensatz zum Heute doppelt empfin­

den. Wurde damals der Luxus betont, so steht heute der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund.

Der vielleicht interessanteste Teil der Automobil- Ausstellung ist die Schau der

Kleinst- und Kleinwagen.

Auf diesem Gebiet hat man ganz erstaunliche Fort­schritte gemacht und Fahrzeuge geschaffen, die äußerst preiswert in Anschaffung und Betrieb sind. Einen der billigsten Kleinstwagen sieht man bei Framo. Der vierrädrigePikkolo" mit einem 3OO-ccm-Motor und zwei Notsitzen, der sich aus einem primitiven Dreirad entwickelt hat, stellt heute einen durchaus soliden Wagen dar, der seine 60 Kilometer Geschwindigkeit und etwas Gepäckraum hat. Für 1225 Mark kann man ihn erwerben. Ein ähnliches Fahrzeug bringt die neue Firma Bun - gartz. Der Zweisitzer kostet 1500 Mark. Nur 40 Mark mehr braucht man für den ungleich komfor­tableren Standard- Superior auszugeben, der feine 80 Kilometer läuft. Ein gut durchkonstruiertes Fahrzeug, bei dem, wie bei sämtlichen Kleinstwagen der Motor hinten liegt, ist der Hansa 400= und 5OO-Viersitzer, für den 1680 Mark angemessen sind. Dieser Wagen ist technisch und in Bezug auf die Formgebung besonders interessant.

Bei den

Einliter-Wagen

kann man zwischen einfachen und komfortablen, schon bewährten und neu konstruierten Typen wäh­len. Ein 1,2-Liter -Opel ist schon zu dem phanta­stisch niedrigen Preis von 1880 Mark zu haben. Von der Auto-Union wird eine viersitzige

Limousine mit bewährter Maschine für 1865 Mark gezeigt. Sogar ein Stromlinienwagen ist unter den Kleinfahrzeugen vertreten, der DKW. Typ Schwebeklasse. Er hat außer der Schwing­achse hinten auch noch eine vordere Schwingachse erhalten und eine viersitzige Kabrio-Limousinen- Karosserie. Dieser neue Wagen bietet in Straßen­lage, Geräumigkeit, Federung, Schnelligkeit und Schönheit der Linie ganz Einzigartiges. Trotz vorn- liegenden Motors wurde eine gute ärodynamische Form des Wagens erzielt, gleichzeitig konnten aber auch alle Sitze zwischen die Achsen, also in den bestgefederten Raum, verlegt werden. Dadurch wurden ungewöhnlich günstige Raumverhältnisse erreicht.

Die Geräumigkeit der neuen Kraftwagen

verdient ein ganz besonderes Lob. Dadurch, daß in den letzten Jahren der Schwerpunkt niedriger gelegt wurde, übertrieb man vielfach und legte des guten Aussehens halber bas Fahrzeugdach noch niedriger, als es dem gesenkten Fußboden ent­sprach. Jetzt ist der Raum nach allen drei Dimen­sionen wieder geweitet worden. Das Dach tonnte ohne Beeinträchtigung der Schönheit erhöht wer­den, durch Vergrößerung des Radstandes oder durch Vorsetzen des Motors gewann man vorne Raum, und der Stromliniengedanke sorgte für die Sitz­breite. Selbst Kleinwagen sind heute geräumiger, als es noch vor wenigen Jahren kostbare Fahr, zeuge waren.

Dieses Prinzip kommt unter anderem bei dem Trumpf-Junior" der Adler-Werke zum Aus­druck, dessen Jnnenraum fast die gleichen Ausmaße wie beimTrumpf-Senior" aufweist. Auch sonst ist der Einliter-Wagen konstruktiv seinem größeren Bruder ähnlich, macht einen sehr gefälligen Eindruck und wird als einsitzige Kabrio-Limousine für 2650 Mark geliefert. Außergewöhnlich schnittig in der Linienführung und farbig besonders schön ist der neue Hansa 1,1 Liter ausgefallen, der über Zentralkastenrahmen, Schwingachsen vorn und hin­ten und Hinterradantrieb verfügt.

Als revolutionärste Konstruktion der

Mittelklasse

dürfte wohl der neue Mercedes-BenzTyp 130" angesprochen werden. Trotz seines nicht gerade volkstümlichen Preises die Jnnenlenker-Limousine kostet 3375 Mark möchte er gerne noch als Volkswagen angesprochen werden. Er ist ein für weite Kreise bestimmtes Gebrauchsfahrzeug von hoher Qualität. Das Interessante und Neue an der Konstruktion ist der Heckmotor. Obwohl bereits bei den ersten Daimler-Wagen und den ersten Benz-Wagen der Motor nach hinten verlegt worden war, bedeutet diese Konstruktion heute tatsächlich eine umwälzende Neuheit, die mehrere wesentliche Vorteile mit sich bringt. Zunächst konnte wie bei dem DKW.-Typ Schwebeklasse der ganze Platz für die Fahrgäste zwischen die Achsen gelegt werden, so daß das Fahrzeug überraschend ge­räumig und der Fahrkomfort erheblich gesteigert wurde. Sodann bilden Motor, Kupplung, Getriebe und Differentiale ein einziges, leicht zugängliches Aggregat, das in einer Gabel am Ende des Rohr­chassis gelagert ist. Dazu kommt die tiefe Schwer­punktlage, die direkte Lenkung und die breite Spur­weite, und alle diese Vorzüge schaffen überraschende Annehmlichkeiten. Wahre Volkswagen sind die Opelfahrzeuge, die im Verhältnis zu dem gebotenen Gegenwert noch billiger und noch besser und schöner geworden sind. Hier füllt die gekapselte Vorderrad-Einzelabfederung auf, die den Namen Synchrom-Federung hat und die einen be­deutenden Schritt vorwärts darstellt.

Mehrere deutsche Werke haben ihren Stolz dar­ein gesetzt, ihr Programm sowohl nach unten wie nach oben abzurunden. So bringen die Adler- Werke außer dem sparsamen und billigen Trumpf-Junior" mit dem 3-Liter-TypDiplomat" einen neuen großen Wagen heraus, der wie alle Adler-Erzeugnisse geschmackvoll karossiert, schnell und zuverlässig ist. Dieser Wagen ist bereits für d i e Autobahnen gedacht. Der Autobahn-Typ der S t o e w e r - W e r k e ist die Neukonstruktion des 2,5 LiterGreis", die durch viele durchdachte Einzelheiten auffällt. Die Hinterachse ist ähnlich wie die Opel-Vorderachse mit wagerechter Spiral­feder ausgerüstet, während die eigentliche Achse beimGreif" ein ganzes Stück hinter dem Achsen­körper liegt. So wird eine Abschwächung der von der Straße ausgehenden Stöße erzielt, indem näm­lich der lange Hebel des Rades nur einen kurzen Federhebel in Bewegung fetzt. Damit hat die Sv iralfederung eine fo vorteilhafte Gestalt erlangt, daß sie Aussicht hat, als kommende Stan­dard-Bauweife angefprochen zu werden.

Der Mercedes -4,9-Liter-Achtzylinder soll die märchenhafte Geschwindigkeit von 19 0 Kilo­meter erreichen, allerdings mit einer ganz neuen Stromlinienkarosserie. Stromlinienmagen sind gleich­falls derZeppelin" von Maybach und der 3-Liter -Tatra, bei dem die Maschine im Heck liegt, der Führersitz in der Mitte angeordnet ist und vorn und hinten drei Sitze nebeneinander liegen. Dieser Wagen wird mit 12 000 Mark aller­dings nur ein Wunschtraum der meisten Aus­stellungsbesucher bleiben.

Da die Ausstellung international ist, sind eine ziemlich große Anzahl ausländischer Firmen der Einladung gefolgt. Sie zeigen hochwertige und schöne Fahrzeuge. Man kann aber die erfreuliche Feststellung machen, wie wundervoll sich die deutsche Arbeit im Rahmen der ausländischen Wettbewerber darstellt und wie gerade in den besten Erzeugnissen des Auslandes der deutsche Einfluß zu er­kennen ist.

Lastwagen.

Die Krupp-La st wagenfabrik überrascht durch einen neuartigen luftgekühlten Zweitaktdiesel. Die Erfolge mit dem luftgekühlten Viertaktdiefel be­rechtigen zu der Erwartung, daß auch der Zwei­takter dem Dieselbetrieb neue Wege öffnen wird. Der zweiachsige Strom linien^Dmnlbue hat bei Versuchsfahrten mit einem 65-?8-Motor big 100 km/std. geschafft. Der andere neue Krupp- Omnibus mit Niederrahmen-Fahrgestell und 60=PS» Krupp-Junkers-Diesel hat mit 201/100 km bemer­kenswert niedrigen Brennstoffverbrauch. Auf ge­ringes Eisengewicht und möglichst niedrige Lade- hohe lst bet dem neuen 5-t-Fahrqestell geachtet, das mit einem 12O-P8-Vierzylindermotor, Krupp-Jun­kers, 60 km/std. fährt.