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ahnt wird. Cs genügt ja z. D. beim Weihnachts­fest nicht, daß der Baum auf ein rohes Holzkreuz gestellt und mit billigem Lametta beworfen wird, daß ein paar schnell angeheftete Lichter brennen. Nein, zur Auslösung der seelischen Kräfte, zur Auswirkung der weihnachtlichen Stimmung auf das ganze Sein des Menschen bedarf es der h i n - gebenden Vorbereitung zur Hausge­meinschaft auf ein solches Fest: mit dem ge­meinschaftlichen Schaffen von Kränzen, von Weih­nachtsleuchtern, die man auf den Tisch stellt, von Spielzeug für die Kinder, ja ganz kühn gesehen, in dem Schaffen von Zeichen und Bildern, die, so ist es erprobt, von jedem Menschen, wenn er nur richtig erzogen worden ist, so gestaltet werden können, wie sie seinem Wesen entsprechen. Erst in der Summe solcher Vorbereitungen erwacht echter Weihnachtszauber. Das alles sind Dinge, die man nicht kaufen kann, das find Dinge, die erst dadurch Leben gewinnen, daß sie im Schmelzofen der Liebe zur Gabe für alle Glieder der Familie verwandelt worden sind. Und was für das Weihnachtsfest gilt, gilt für alle solche Vorgänge im Kreise der Familie.

Der Sinn für solches Brauchtum, der ja glück­licherweise nie ganz im deutschen Volke ausgestor­ben war und noch in vielen Familien lebendig ist, muß für die Gesamtheit, insbesondere aber für die deutsche Arbeiterschaft neu entwickelt und g e st a l t e t werden. Der Anspruch auf die Ver­wirklichung dieses Zieles fußt auf dem Wissen, daß im Arbeiter genau dieselbe Urkraft enthalten ist, wie im Bauern ist er doch selbst Bauernsohn oder Bauernenkel. Es soll ein Zeichen der Ehrfurcht vor seiner Schöpferkraft sein, daß wir von ihm fordern: Gestalte selbst! Im Rahmen des Amtes Volkstum und Heimat wird nun sofort zur Gestaltung der Feierabende die Arbeiterschaft durch Wort und Beispiel die Notwendigkeit der Heim­gestaltung aus eigener Kraft hingewiesen werden. Durch das Wort wird der erste Anstoß zur Locke­rung gegeben. Die Tat wird aber sein, durch be­rufene Kräfte, die zu sofortigem Einsatz bereit sind, den Arbeitern nach einer erprobten Erfahrung zu zeigen, wie sie an die Stosfgestaltung heranzugehen haben, um zu dem Heim zu kommen, das ihrem Wesen entspricht.

WerdarfLandwirtschast studieren?

(Sin Wort zumnumerus clausus.

Von Or. Adolf Kraemer, Äerlin.

Der Reichsminister des Innern hat durch Ver­fügung vom 19. Jan. 1934 den Zugang zu Deutsch­lands hohen Schulen zahlenmäßig begrenzt. Vor­läufig werden 15 000 Abiturienten, schlüsselmäßig auf die einzelnen akademischen Berufsgruppen ver­teilt, zum Studium ^ugelassen. Diese harte Maß­nahme ist begründet in der Pflicht, die eine natio­nalsozialistische Regierung gegenüber der Jugend und gegenüber dem Volke hat, nämlich zu ver­hindern, daß das große Heer des aka­demischen Proletariats, das ein überall» ftisches Deutschland zu verantworten hat, auch für die kommenden Jahrzehnte mit all der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit für einen Teil unseres besten deutschen Blutes erhalten bleibt. Die Schwierig­keiten, die sich aus dieser Regelung für den ein­zelnen und für die Gesamtheit ergeben, sind in der Oeffentlichkeit bisher nur von dem Gesichtspunkte aus diskutiert worden, wie diejenigen Abiturienten in das Gefüge des nationalsozialistischen Staates eingebaut werden sollen, denen die Hochschule ver­schlossen bleibt. Diese Sorge ist gewiß ernst und vordringlich. Nicht minder wichtig ist jedoch die Frage zu prüfen, wie weit eine solche Kontingen­tierung sich auf die einzelnen Berufs­gruppen er st reckt und wo die Grenzen liegen.

Das neue Deutschland hat nach dem Wollen des Führers und seines Reichsbauernführers bewußt an den Anfang der Revolution den Bauern gestellt. Damit hat sich das Schwergewicht der revolutionären Gesetzgebung von einem industriellen weltwirtschaftlichen Denken auf das bodPiständige Bauerntum verlagert. Kein anderer Stand be­nötigt damit in allen seinen Schichten eine s o geschulte Führerschicht wie der Reichs­nährstand. Wir haben also Anlaß, mit allem Ernst Su prüfen, wie sich der numerus clausus auf die- enigen Abiturienten auswirken wird, die Ostern de Höhere Schule verlassen mit der Absicht, bas Studium der Landwirtschaft zu ergreifen.

Der weitaus größte Teil von diesen jungen Men­schen kommt vom Bauernhof und will nach bem Studium zum Bauernhof zurück. Im Gegensatz zu anderen Berufen ist das Studium hier also kein Brotstudium, an dessen Ende bie Berufsausübung steht, sondern ein Schu­lung s st u d i u m. Die Berufsausübeung ist mit oder ohne wissenschaftliche Ausbildung die Lebens­arbeit als Bauer oder als Landwirt. Diese Stu­dierenden belasten später also nicht den Arbeitsmarkt; sie studieren, um eine Ver­tiefung ihrer praktischen Ausbildung durch die Ein­richtungen der Hochschule zu erfahren. Es liegt auf der Hand, daß es nicht Sinn einer Kontingentierung fein kann, diese bäuerliche Jugend von der Hoch­schule zurückzuhalten. Im Gegenteil! Es würde geradezu der nationalsozialistischen Zielsetzung z u - widerlaufen, wollte man diese Jugend daran hindern, sich eine vertiefte Ausbildung für ihre wichtige völkische Aufgabe, Bauer und Landwirt zu fein, zu erwerben.

Eine andere Gruppe von Studierenden der Landwirtschaft will später Beamter und A n - aestellter in Dien st en des Reichsnähr- st a n b e s werden oder in Berufen tätig fein, die auch außerhalb des Reichsnährstandes Dienst am Bauerntum verrichten, wie etwa im Schulwesen, bei den Finanzbehörden des Reiches und der Län­der oder Sachverständiger in freier Berufsaus- übuna. Hier ist es notwendig, ernsthaft zu prüfen, wie sich heute bei der grundsätzlichen Umgestaltung unseres wirtschaftlichen Denkens der Bedarf an wissenschaftlich geschulten Fachkräften stellt. Die Statistik, die der Reichsbund Deutscher Diplom­landwirte in seiner Stellenkartei führt, gibt hier einen überraschenden Ausschluß über die Acnderung, die sich in der Bedarfsfrage in kurzer Zeit voll­zogen hat. Noch gegen Ende des Jahres 1932 um­faßte die Berufskartei nicht weniger als rund 9 0 0 Diplomlandwirte, die trotz in der großen Mehrzahl ausreichender Ausbildung, trotz genügen­der fachlicher Schulung und guter Fähigkeiten tellungslos waren oder eine völlig unbc» riedigende Tätigkit ausübten. Diese Dinge haben ich grundlegend geändert. Die Zahl der hier ge­ährten Diplomlandwirte ist auf rund 2 5 0 z u - ammengeschmolzen. Die Wertvollsten und Besten haben Arbeit und Brot durch die neue Ziel­setzung der deutschen Agrarpolitik gefunden. Wirk­lich wertvolle Menschen, die fachlich und politisch geeignet sind, in den Dienst am Bauerntum einge­

stellt zu werden, sind bereits nicht mehr in genü­gendem Umfange für alle Zwecke vorhanden. Hat­ten wir also noch vor IV2 Jahren die Pflicht, mit allem Ernst und mit allem Nachdruck vor dem Stu­dium der Landwirtschaft zu warnen, so haben wir heute die Verantwortung, darauf hinzuweisen, daß eine Kontingentierung auch dieser Gruppe der Stu­dierenden der Landwirtschaft sachlich nicht mehr vertreten werden kann. Die Frage des Bedarfs ist ständig zu Überblicken. Eine Abdrosselung ist jeder­zeit möglich. So wie die Dinge z. Zt. und vor­aussichtlich für die nächsten Jahre liegen werden, ist eine nur irgendwie geartete Kontingentierung wert­voller bäuerlicher Menschen, die zum Studium der Landwirtschaft drängen, nicht zu verantworten.

Aber selbst wenn man sich nicht entschließen sollte, den numerus clausus ganz für die Studie­renden der Landwirtschaft fallen zu lassen,, so er­scheint die derzeitige Regelung, wonach es der H ö - herenSchule im wesentlichen Vorbehalten bleibt, über bie Auswahl ber zum Studium Zuge­lassenen zu entscheiben, nicht geeignet, mit Sicher­heit bie wirklich wertvollen Kräfte zur Auslese zu bringen, bie ber Reichsnährstanb benötigt. Der bäuerliche Mensch unb über 70 v. H. berjenigen, bie Landwirtschaft studieren wollen, kommen vom Bauernhof unterscheidet sich von dem städtischen Menschen fast immer dadurch, daß er meist spät­reifer ist als jener. Der Bauer denkt langsamer als der Städter, er wägt ruhiger. Er denkt in die Dinge hinein. Aber gerade dieser Menschentyp ist wertvolles erbbiologisches Gut, unverbraucht im Denken und Fühlen. Diese Glieder bäuerlicher Ge­schlechterfolgen bilden die Grundlage einer rassi­schen Erneuerung Deutschlands. Der nationalsozia­listische Staat, dem wichtiger als die Rente eines Bauernhofes die Tatsache ist, daß auf dem Bauern­hof Helles Kinderlachen von bem unverbrauchten Blutquell bes Lanbvolkes zeugt, hat bie Pflicht, biefen Menschen ihren Beruf zu geben, zu bem sie

Geschichten a

Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tibets Hauptstadt bekommt etektrischesLicht

(ew.) Lhasa.

Der Dalailama in Lhasa hat, kurz bevor er als lebender Buddha ins Nirwana zurückkehrte, auf einem eineinhalb Meter langen Streifen von fein­stem Reispapier, datiert im vierten Monate bes Wasservogels, ein Dekret unterzeichnet, in bem be­fohlen wirb, Lhasa unb bie hochgelegene Burg bes Dalailama selbst elektrisch zu beleuchten. Der Be­fehl ist nun zur Ausführung gekommen. Es galt ge­waltige technische Schwierigkeiten zu überroinben. Riesige Labungen mußten einige hunbert Kilometer auf ben Rücken tibetanischer Träger über bie schnee- bebecften Pässe bes Himalaya nach ber Hauptstadt von Tibet getragen werden. Das große Leitkabel mußte in viele kleine Stücke zerschnitten unb in Kisten verpackt werben, ehe es nach Lhasa gebracht werben konnte. Aber mit Hilfe englischer Ingenieure gelang es, bie Schwierigkeiten zu überroinben. Der TibetanerRingang", einer von benen, bie in Lonbon ftubiert haben, übernimmt nun bie Instal­lation. 90 v. H. ber Untertanen bes Dalailama werben gewiß, wenn bie elektrischen Glühlampen über bem Himalaya aufflammen, an einen neuen Zauber bes lebenben Gottes glauben, ber über kaltes Feuer gebietet ...

Eitelkeit oder Betrug?

(th) Los Angeles.

Bis zu ihrem Tobe hielt Margaret Keith ben Schwur, ben sie sich selbst einst abgenommen hatte: Kein Mensch sollte künftig ihr Gesicht sehen. Nicht einmal Diener unb Dienerinnen, bie bie vielfache Millionärin sich halten konnte, wußten, wie ihre Herrn eigentlich ausfah. Niemanb kann sich erklä­ren, weshalb bie exzentrische Frau so handelte. Als man jetzt ihre Erbschaftsangelegenheit verhanbelte, erregte es große Sensation, als einer ber Verwanb- ten ein Bild biefer Frau herbeibrachte, um bamit seine Erbberechtigung zu beweisen. Denn biefe selt­same Frau hatte ihr ganzes großes Vermögen einem armen Neffen vermacht, ein Vermächtnis, bas stark angefeinbet würbe von ber übrigen 23er» roanbtfdjaft.

Die Richter konnten ermitteln, baß bas Photo der schönen Frau aus einer Zeit stammte, die viel­leicht 25 Jahre zurücklag, also aus einer Zeit, als Margaret Keith, die Millionärin, ihren Eid noch nicht geleistet hatte unb noch keinen Schleier trug ...

Aber auch heute noch ist es rätselhaft, weshalb sie ben Schwur leistete. Man sagt, aus purer Eitel­keit, weil sie wußte, baß sie gealtert war. Andere behaupteten, sie habe bie Blattern gehabt unb feit» bem Narben im Gesicht, beren sie sich schäme. Schließlich würbe sogar slüsternb erzählt, sie sei aussätzig gewesen unb habe biefen Zustanb vor ber Welt verheimlicht. Da eine alte Negerin, bie burch eine große Summe zum Schweigen verpflich­tet ist, bie Totenwäsche besorgte, wirb man nie er­fahren, welche Grünbe die Millionärin dazu trieben, ihre Antlitz auf Lebzeiten zu verschleiern. Die sensationellste Deutung aber ist, daß die Mil­lionärin schon länoft tot war unb eine Betrügerin sich unter biefem Schleier verbarg, um bie Rolle ber Toten zu spielen ...

123 Jahre alt geworden !

() London.

Auf ber Suche nach ben ältesten Menschen ber Welt hat man offenbar bis zum Tobe ber Catherine Bricklanb übersehen, baß sie wohl bie einzige Frau ist, bie ein Alter von 123 Jahren amtlich nach­zuweisen vermochte. Das ist ein Vorteil, ben sie gegenüber allen Zaro Aghas unb serbischen Alters­riefen voraus hatte. Sie war eine Irin unb lebte vom Anbeginn ihrer Tage bis zuletzt in Ballycom- mon im irischen Freistaat.

Um einige Kuriosa vorweg zu nehmen: Sie ist niemals mit einem Zug gefahren unb hat nie em Auto bestiegen. Das Kino imponierte ihr nicht. Unb als bas Radio fo weit entwickelt war, daß es auch in ihrem Dorfe Eingang fand, war sie fast taub.

An ihrer Bahre trauert ihre jüngste Tochter. Alle anderen Verwandten sind vor ihr gestorben. Diese jüngste Tochter aber zählt auch schon weit über 70 Jahre.

Als man 1931 ihren 120. Geburtstag feiern wollte, protestierte sie unb versicherte, sie feierst" 118 Jahre alt. Man konnte aber ihreEitelkeit" roiberlegen unb zwar burch ein Arbeitszeugnis, aus bem nicht nur ihr Alter hervorgeht, sondern in bem bestätigt würbe, baß sie vor 109 Jahren bei einem Geistlichen Hausarbeit verrichtet hatte.

Die alte Dame erfreute sich einer guten Gesund­heit, bis sie vor einigen Jahren auf einem Spazier­gang von einer wild geworbenen Kuh überrannt würbe. Sie trug aber nur eine kleine Gehirn­erschütterung bavon, bie auf ihre Geisteskräfte wenig Einfluß, wohl aber eine gewisse Taubheit sowie eine Schwächung ber Sehkraft zur Folge hatte.

geboren sind. Cs ist die Frage aufzuwerfen, ob die Menschen, bie bie schwere Verantwortung für bie Entscheidung einer Zulassung zur Hochschule treffen, immer und überall selbst so bäuerlich zu denken vermögen, daß sie nicht eine fehlerhafte Auslese vor­nehmen.

Wenn also heute nicht mehr vor dem landwirt­schaftlichen Studium zu warnen ist, so muß Sorge getragen werden, daß nicht ungeeignete Menschen in die Landwirtschaft strömen, Die den Bauern nicht kennen, seine Aufgaben, feine Art, sein Denken. Die Auslese, die hier notwendigerwefte einen Riegel vorschiebt, roirti durch m ö g l i äfft scharfe Bedingung en zur Erlangung der Immatrikulation und durch eine Neugestaltung des Studienganges der Diplomlanbroirte vorgenommen wer­den. Der Nachweis einer Lehrlingsprüfung unb eine zweijährige praktische Ausbildung in anerkannten bäuerlichen Lehrwirtschaften wird einen Teil un­geeigneter Kräfte absieben. Der geforderte Nachweis der Erbhoffähigkeit, der körperlichen Geeignetheit unb Tüchtigkeit ist ein weiterer sehr wesentlicher Auslesevorgang in ber Richtung ber Agrarpolitik des Reichsbauernführers. Und schließlich gibt das Studium und die Ausbildung nach dem Studium weiterhin Möglichkeiten genügend, die Anforderun­gen fo stark abzugrenzen und auf bäuerliches Men­schengut zu beschränken, daß auch hier eine letzte und notwendige Auslese stattfinden wird.

Der numerus clausus ist berechtigt für alle über­füllten Berufe. Er ist heute nicht mehr be­rechtigt für die bäuerliche Jugend, die Landwirtschaft studieren will. Nicht der Andrang zum Studium schlechthin ist abzudros­seln, sondern von der Hochschule sind nur die­jenigen fernzuhalten, die keine Gewähr dafür bie­ten, baß sie wertvolle unb verantwortungsvolle Ar­beit im Dienste am deutschen Bauerntum überneh­men können.

us aller Well.

Catherine Brickland ist nun plötzlich gestorben. Bei einer Frau von 123 Jahren fragt man nicht nach ber Tobesursache. Aber wenn niemanb bessere Zeugnisse beibringt, bann war Catherine bie älteste Frau unserer Zeit.

Ein Klavier erregt Aufsehen.

() Edinburgh.

Durch einen Brief, ben eine bekannte englische Transportfirma in benTimes" veröffentlichte, würbe bie englische Öffentlichkeit auf bie Existenz einer kleinen weltverlorenen Insel aufmerksam ge­macht, bie sogar in ben gebräuchlichsten englischen Schulatlanten nicht verzeichnet ist. Es hanbelt sich um bie Insel Ewe (Aultbea, Roßshire, Schottland). Sie liegt in größter Meereseinsamkeit westlich vom schottischen Hochlanbe unb hat kürzlich, bas erzählt ber in bem Londoner Blatte abgedruckte Dankbrief, ihrEreignis" gehabt. Der an die Transportfirma gerichtete Brief lautet:

Ich spreche Ihnen hiermit meinen herzlichsten Dank für die sichere Ankunft meines Pianos aus. Ich bin davon überzeugt, daß Ihre Firma noch nie eines in solche Entlegenheit hat befördern müssen. Wir wohnen hier sieben Kilometer vom Festlande und über hundert Kilometer von ber nächsten Bahn­station entfernt. Wir bewohnen eine kleine Insel mit nur 20 Einwohnern, zu ben ein Lehrer, nämlich ich, unb fünf Schulkinder gehören. Außer mir selbst hat noch keiner ber Einwohner jemals in sei­nem Leben ein Piano gesehen. Unnötig zu betonen, daß bie Ankunft bes Musikinstrumentes ein großes Ereignis für unsere Insel gewesen ist ..."

Die begrabene Erbschaft.

(bi) Mailanb.

In einem Dörfchen bei Genua starb unlängst eine alte Frau. Giovanni, ihr Ehemann 60 lange glückliche Jahre hindurch, konnnte ben Tob seiner geliebten Giuseppina nicht oerroinben. Unb wenige Tage später folgte er ihr, gebrochenen Herzens, ins Grab.

Die Erben kamen, seufzten viel, fleibeten ben guten Giovanni in feinen schwarzen, glänzenben Festtagsrock unb trugen ihn bann betrübt zum Kirchhof. Dann seufzten sie noch einmal tief unb gingen nach Hause, um Gut unb 5)abe unter sich zu teilen. Onkel Giovanni hatte ein Haus bie Teilung ging in Orbnung; Onkel Giovanni hatte Garten und Wiesengrund die Teilung ging in Ordnung. Und Onkel Giovanni hatte wohlgezählte 50 000 Lire auf der Sparkasse doch da begann bie Schwierigkeit! Wo war bas Sparbuch? Man kehrte bas Unterste zu oberst, riß ben Fußboben auf, suchte unb wühlte: umsonst. Die Stimmung würbe bebrohlich, Verbacht unb Mißtrauen krochen in alle Herzen.

Bis bie alte, treue Rosette kam, Onkel Giuseppes ehemaliges Hausfaktotum, bie bitteren Mienen ber Erben sah, hörte unb alles aufklärte. Sie selbst hatte einst bas Sparbuch ihrem Herrn, bamit es ganz sicher verwahrt sei, in das Futter seines besten Rockes genäht. Den aber trug der gute Giuseppe bei seinem letzten Schlaf.

Seit jenem Tage aber knobelt ber Familienrat unb überlegt noch immer, ob es nicht pietätlos sei, ben toten Onkel zu exhuminieren, um ihm ben Rock auszuziehen. Ober ob man nicht lieber einen Juristen zuziehen solle, bamit biefer einen anberen Rat erteile.

Die Frau mit den drei Herzen.

(1) Sofia.

Vor einigen Monaten starb in einem hiesigen Sanatorium eine Frau, bie sich bort zur Heilung ausgehalten hatte. Ihr Tob kam umso überraschen- ber, als ihr Befinben sich bereits bebeutenb gebes­sert hatte unb sie in ben nächsten Tagen zur Ent­lassung kommen sollte. Die Angehörigen äußerten daher bie Befürchtung, daß der unerwartete Tob ber Frau auf nicht natürliche Weise erfolgt unb sie vielleicht burch Unvorsichtigkeit ber Aerzte ober bes Pflegepersonals vergiftet worben fei. Die verlangte Obduktion ber Leiche würbe oorgenommen, ihr Er­gebnis war inbeffen negativ.

Trotzbem aber konnten sich die Angehörigen nicht beruhigen unb von ber Annahme eines unnatür­lichen Tobes befreien. Auf ihre dringlichen Vor­stellungen bei ben Behörben erfolgte bie Exhumie­rung unb eine nochmalige Obduktion der Leiche, Diese zweite Untersuchung erbrachte nun ein selt­sames Ergebnis: Die Ursache des plötzlichen Tobes konnte zwar roieberum nicht festgestellt werben, boch die Gerichtsmediziner sanden bei der Toten nicht weniger als drei Herzen unb zwei fiebern.

Im ersten Augenblick allgemeines Erstaunen. Doch sehr halb klärte sich ber verwunberliche Funb auf. Die Nachforschungen ergaben, baß ber Anatomiedie- ner des gericht-medizinischen Institutes nach Be­endigung ber Obduktion bie ben Leichen entnom­menen Organe nach eigenem Ermessenverteilte", um sich die Arbeit nicht so schwer zu machen. 1

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Die mnlliche. von Der Heldjsfühning ves W. tz. HL herausgegedeae Opiecpiatette für den Clonal Wy

Die sofortige Entlassung bes pietätlosen Dieners konnte freilich an ber Tatsache auch nichts mehr änbern, baß wohl ber größte Teil ber in ben letz» ten Jahren obbuzierten Leichen mit mehreren ober gar keinem Herzen ins Grab gelegt worben finb.

Die Ehrlichkeitsmedaille.

(web.) Istanbul.

Istanbul, die ehemalige Hauptstadt der Türkei, steht seit jeher im Rufe, überaus gewiegte Kauf­leute zu beherbergen. Kein Wunder auch da sich doch hier die gerissensten Handelsvölker des Orients ein Stelldichein geben: Armenier, Juden unb Grie­chen. Daß unter ber Geschäftstüchtigkeit, bie bei den Großen unb Kleinen entwickelt wirb, manchmal bie Ehrlichkeit etwas zu kurz kommt unb ber Käufer gehörig gerupft wirb, ist altbekannt.

Nun regt eine Istanbuler Zeitung an, bie als ehrlich befunbenen Kaufleute also bie Bäcker, bie ben Brotpreis nicht willkürlich erhöhen, bie Gemüse- hänbler, bie den welken Spinat nicht unter fri­schen Blättern verbergen unb bie Kohlenhändler, deren Waagen richtig wiegen durch eine über der Ladentür anzubringende amtliche Ehrlichkeitsbeschei­nigung auszuzeichnen. Dann werde bas^JH**^ tm wissen: Aha, da hat ein ehrlicher Kn"' ..r Jemen Laben ba wollen wir kaufen!

Ein anberes Blatt finbet bas zu kostspielig unb baneben auch zu wenig wirksam. Es müsse eine Ehrlichkeitsmedaille geschaffen werden, die der Ge­müsehändler, der Bäcker oder der ehrliche Fleischer am geheiligten Freitag auf der Brust tragen solle, damit alle Welt ihn von seiner profitgierigen Kon­kurrenz, die sich noch nicht das Anrecht auf das Tragen des Ehrlichkeitsordens erworben hat, unter­scheiden könne.

Presseführung durch dir Offenbacher Senefeider Ausstellung.

LPD. Offenbach, 9. März. Auf Einladung der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministe- riums für Volksaufklärung und Propaganda fand heute eine Preffeführung durch die Ausstellung Geschichte der Lithographie Von Senefelders Tätigkeit in Offenbach bis zur Gegenwart" statt. Die Vertreter der Presse wurden von dem Leiter der Offenbacher Kunstgewerbeschule, Prof. Eber- Hardt, geführt, der ihnen einen tiefen Einblick in die großzügigen Bemühungen der Offenbacher Kunstgewerbeschule um die Ausgestaltung des gra­phischen Gewerbes vermittelte. Besonderes Inter­esse erweckten die Arbeiten der Fachklasse für Buch­druck, für Schrift und für Bucheinband. Die Aus­stellung ist unter Leitung von Professor Dr. Ebe r- Hardt, Fräulein Dr. Riv 0 ir , Professor Engel, Graphiker Professor Meyer, Professor Enders und Studienrat Z i e gl e r in mustergültiger Weise zusammengestellt. Durch Leihgaben von Johann A n d r 6 (Offenbach), August Hecht (Offenbach), Dr. h. c. Klingsp 0 r (Offenbach), Dr. G. Bersu (Frankfurt a. M.), der Städtischen Galerie Frank­furt a. M., Heinrich Krittler (Frankfurt a. M), der Bibliothek für Kunst und Technik Frankfurt am Main, dem Hessischen Landesmuseum in Darm­stadt, der Galerie Ferdinand Moller in Berlin usw. hat die Ausstellung eine wertvolle Ergänzung erfahren. Die Vertreter der Presse zeigten großes Interesse für die schone Schau und waren des Lobes voll über die außerordentlich geschmackvollen Arbeiten, bie einer eingehenben Betrachtung sehr wohl wert sinb..

Daten für Samstag, 10. März.

1772: ber Schriftsteller Friedrich von Schlegel in Hannover geboren; 1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren; 1788: ber Dichter Joseph von Eichenborff in Lubowitz geboren.

Daten für Sonntag, 11. März.

1544: ber italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent geboren (gestorben 1595); 1923: ber beut» sehe Seeoffizier Karl von Müller, Führer ber Emden" in Braunschweig gestorben (geboren 1873).

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