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grünen Streifen, graue Bereifung, deutsche Lenk­stange, schwarzer Kettenschutzkasten und Äetriebe- schaltung und am 7. Februar vor dem Schuhhaus Darrs ein Herrenfahrrad, MarkeKuxmann", Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote neue Be­reifung, gewöhnliche Lenkstange mit schwarzen Griffen, Radlaufglocke, schwarzer Schutzkasten und Gepäckträger, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle.

Erwerb einer Mähmaschine auf betrügerische Weise.

Am 16. Januar hat ein junger Mann von Gie­ßen eine neue, versenkbare Nähmaschine, Marke Mundlos", Original Viktoria, mit der Fabrik­nummer 8301 C29, durch betrügerische Manipu­lationen in seinen Besitz gebracht und anschließend Weiterverkauf!. Der Käufer wird ersucht, um Un­annehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, der Kri­minalpolizeistelle Nachricht zu geben.

OberheMche Gesellschaft für Natur- unt> Heilkunde.

Am Mittwoch fand im Anatomischen Institut eine gemeinsame Sitzung der naturwissenschaftlichen Ab­teilung der genannten Gesellschaft und der Entomo­logenvereinigung Gießen-Wetzlar statt.

Professor Max Dirigier sprach überDie Borkenkäfer unserer Waldbäume" Das Thema wurde gewählt in Hinblick auf den Unv stand, daß die Borkenkäfer zu jenen Insekten ge­hören, deren Beobachtung nicht nur in der sommer­lichen Schwärm- und Fortpflanzungszeit, sondern auch auf Waldbegehungen im Winter möglich ist. Das hängt mit der eigenartigen Brutpflege und Ernährungsweise dieser Tiere zusammen: die weib­lichen Käfer bohren sich in die Rinde unserer Wald­bäume ein und fressen hier, teils mehr in der Bast-, teils mehr in der Splintregion, einenMuttergang", in welchem die Eier abgelegt werden. Die aus den Eiern kommenden Larven nagen zu ihrer Ernäh­rung von diesem Muttergang aus ihreLarven­gänge". Aus der Zahl der von der Einbohrstelle ausgehenden Muttergänge ist zu erkennen, ob die betreffende Art in Monogamie oder Polygamie lebt. Unter den wichtigsten Borkenkäferarten an Kiefer und Fichte ist derRiesenbastkäfer" hervorzuheben, dessen Brutfraßbild sich dadurch von denjenigen anderer Arten unterscheidet, daß seine Larven in aemeinsamer Front einen sogenannten Larven­familiengang fressen.

Im Anschluß an die Lichtbildervorführung der hauptsächlichsten Kiefern- und Fichtenbewohner aus dieser Käforfamilie behandelte der Vortragende den durch sie verursachten Schaden: normalerweise sind die BorkenkäferSekundärschädlinge", indem sie zumeist nur Bäume angreifen, die durch irgendeine vorausaehende anderweitige Schädigung in ihren Lebensfunktionen bereits mehr oder minder herab­gesetzt sind. Bei Massenvermehrungen greifen sie jedoch auch gesunde Bäume primär an. Auch der Nachfraß" der Jungkäfer, welcher der Ausreifung der Geschlechtsorgane dient, ist in manchen Fällen eine empfindliche Primärschädigung, wie z. B. das Verschneiden der Kiefernkronen durch die beiden Waldgärtner".

An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an, sowie eine Demonstration von Borkenkäfern und deren typischen Fraßstücken.

Hierauf folgte die Besichtigung von zwei Käfer­sammlungen. Während die eine von Herrn Prof. Henneberg geschaffen Käfer aller Familien umgreift, ist die andere eine Spezialsammlung, die sich auf einige Familien der Laufkäfer beschränkt und diese in einer Vollständigkeit aufführt, wie sie kaum in den größten Museen zu finden ist.

Die in erfreulich großer Anzahl erschienenen Zu­hörer, zu denen sich bei der Besichtigung der Samm­lungen noch die Mitglieder des Gießener Aquarien- und Zierfischvereins gesellten, brachten dem Vor­trag und den Demonstrationen größtes Interesse entgegen.

Hauptversammlung des Hubertus.

Die Jahreshauptversammlung desHubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, E. 23.", war, wie man uns berichtet, gut besucht und nahm zunächst den Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden, August Pascoe lDutenhofen), entgegen. Er legte Rechenschaft von einem sehr arbeits- und erfolg­reichen Jahre ab. Zahlreiche Vortragsabende zur weidmännischen Weiterbildung der Mitglieder, Uebungs- und Preisschießen, eine Verbandsge­brauchsprüfung, mit 22 Hunden eine der am besten beschickten in Deutschland, eine Verbandsjugendprü- fung, Hubertusfeier mit Ausstellung und eine Fülle von Kleinarbeit zeichnen neben der Verwendung von Vereinsmitteln zur Hebung der Fafanenbestände am klarsten die vielseitige Tätigkeit während des vergangenen Jahres. Sie konnte sich auch der An­erkennung und Unterstützung neuer Mitglieder er­freuen, da die Mitgliederzahl von 153 auf 186 stieg.

Der von Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg erstattete Kassenbericht wies gesunde Verhältnisse nach.

Konnte bei der Hubertusfeier der 1. Vorsitzende bereits bei seiner Begrüßung der staatlichen Neu­ordnung in Deutschland der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch die jagdlichen Verhältnisse dadurch grundlegend geändert und gebessert würden, so sah die Versammlung freudig diese Hoffnung durch das Erscheinen des preußischen Jagdgesetzes vom 18. Ja­nuar 1934 bestätigt. Bringt es doch zum ersten Male die Anerkennung vieler Grundsätze weidmän­nischen Jagens durch das Gesetz, für die der Ver­ein seit Jahren folgerichtig und unbeirrt durch alle möglichen Einflüsse gekämpft hat. Eine bessere An­erkennung der Richtigkeit seiner Arbeit und ihrer alleinigen Blickrichtung auf die Interessen des Weid­werks konnte ihm nicht werden. Welche Folgen die Uebertragung der preußischen Vorschriften auf die übrigen Länder und das Reich für die bestehenden freiwilligen Zusammenschlüsse von Jägern haben wird, ist noch nicht ausgesprochen. Jedenfalls wird auch hier nicht alles bleiben können und dürfen, wie es war. In dieser Erkenntnis lehnte die Versamm­lung auf Vorschlag des Vorstandes eine Neuwahl ab, beauftragte vielmehr den Vorstand in seiner er­probten Zusammensetzung, sowie alle Ausschüsse und den Ehrenrat auf ein weiteres Jahr und gab dem Vorstand völlige Handlungsfreiheit, hinsichtlich der Neuordnuna des Jagdwesens diejenigen verbind­lichen Entschlüsse und Abmachungen zu treffen, die er für nötig halte.

Das Arbeitsprogramm 1934 bewegt sich im er­probten Rahmen der Vorjahre, Beiträge und Ver­sicherungsprämien (die in jeder Hinsicht den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechens blieben un­verändert.

Gietzener Wochenrnarktpreise

* Gießen, 10. Febr. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (gelb), das Pfund 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben

10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unter­kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 30 Pf- Feldsalat 1, bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf- Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 25, Kar­toffeln 3 bis 3%, der Zentner 2,80 bis 3, Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 20 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 65 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 30, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20 Pf.

* * Universitäts-Gottesdienst. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitge­teilt: Am Sonntag, 11. Februar, 9.30 Uhr, findet ein Universitäts-Gottesdienst gemeinsam mit dem Gemeinde-Gottesdienst in der Stadtkirche statt. Die Predigt hält Repetent Lic. Dr. Sch 1 ink.

* * Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

* * Spende für d i e Winterhilfe Die Altersvereinigung 1869/1919 stiftete anläßlich ihres 65. Geburtsjahres dem Winterhilfswerk den Betrag von 50 Mark.

** Sonntags ° Rückfahrkarten zum Mainzer Karneval. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Aus Anlaß des Mainzer Karnevals werden von den Bahnhöfen der Strecke GießenFrankfurt Sonntags-Rückfahrkarten nach

Mainz-Hbf., Mainz-Süd und Mainz-Kaste! ausge­geben. Hinfahrt: vom 10. Februar 0 Uhr bis 13. Februar 24 Uhr (Beendigung der Hinfahrt). Rückfahrt: vom 10. Februar bis 14. Februar 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).

Amtsgericht Gietzen.

Ein Bettler aus Elfaß-Lothringen belästigte durch Bettelei die Einwohner von Großen-Bufeck in der frechsten Weife. Die Tatsache, daß unsere jetzige Regierung alle Maßnahmen ergreift, um jeden deutschen Volksgenossen vor Hunger und Kälte zu schützen, veranlaßte das Gericht, gegen den Ange­klagten auf vier Wochen Haft zu erkennen

Ein Autofahrer kam mit feinem Wagen vom Cafs Hettler in Richtung Theater. Als er sah, daß in entgegengesetzter Richtung ein Motorradfahrer kam, schnitt er die Kurve nach der Goethestraße, um noch an dem Motorradfahrer vorbeizukommen. Durch den heftigen Anprall, der sich aber doch er­eignete, wurde Der Motorradfahrer so schwer ver­letzt, daß er wahrscheinlich lebenslänglich Invalide sein wird. Nachdem der Vertreter der Anklage einen Monat Gefängnis beantragt hatte, erkannte das Gericht an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat auf 12 0 M k. Geldstrafe.

Erste Vollversammlung derWustrie- und Handelskammer Gießen.

lieber den Verlaus der nichtöffentlichen Vollver­sammlung der Kammer vom 5. Februar berichtet die Industrie- und Handelskammer auszugs­weise folgendes:

Die Sitzung wurde von dem

Vorsitzenden Dr. Pauly

geleitet, der in dem knappen, aber inhaltsreichen Rückblick auf das vergangene Jahr die Auswirkungen des politischen Umbruchs auf das Wirtschaftsleben hervorhob und darauf hinwies, daß die Kammern heute mehr denn je wichtige Aufgaben im Rahmen der Volksgemeinschaft zu er­füllen hätten. Diese Aufgaben, neben den der Kammer bisher schon durch Gesetz und Herkommen zustehenden, bedingen eine stärkere Aktivität, die vor allem darin zum Ausdruck kommen muß, daß die Kammer nicht erst dann in Erscheinung tritt, wenn sich gewisse Störungen im Wirt­

riellen Tätigkeit, die ihr durch das Gesetz schon von jeher übertragen sei, gerecht zu werden.

Der Syndikus referierte sodann über die preu­ßische Gesetzesnovelle vom 28. Dezember 1933, die eine Einbeziehung auch der nicht im Handels­register ober in der Handwerksrolle eingetragenen sogenannten Kleingewerbetreibenden in d i e Handelskammer vorsieht. Damit wird in Preußen in Hessen ist eine entsprechende Ge­setzesvorlage in Bearbeitung endlich ein Zustand beseitigt, der von diesen Gewerbetreibenden schon immer als unrichtig empfunden wurde.

Die Tätigkeit der Kammer kommt ja letzten Endes allen Gewerbetreibenden, ob sie im Han­delsregister eingetragen sind, oder nicht, zugute. Die Zusammenfassung sämtlicher Gewerbe­treibender in einer Linzeihandelsvertretung

wird daher ebenso, geeignet sein, organisatori­schen Leerlauf und Doppelarbeit zu verhüten, als die zukünftige energische Interessenvertre­tung des Handels schlechthin im nationalsozia­listischen Staat zu gewährleisten. Die örtlichen Organisationen des Einzelhandels werden also in der Handwerkskammer aufgehen und in Zu­kunft das ist das Ziel wird auch nur e i n Beitrag von diesen Kleingewerbetreibenden er­hoben werden.

Eine weitere wichtige, in dem Abänderungsgesetz enthaltene und auch für Hessen vorgesehene Bestim­mung betrifft die Erhebung des Mindestbei- t r a g s (Grundbeitrag), der auf bis zu 12 Mark jährlich festgesetzt werden kann. Dieser Mindestbei­trag wird für die neu zur Kammer kommenden Kleingewerbetreibenden auf einen Höchstbetrag von bis zu 6 Mark beschränkt werden.

lieber das Einzelhandelsschutzgesetz und seine Durchführung in einem besonders schwie­rigen Fall entspann sich nach dem ausführlichen Referat, das von dem Kammermitglied Lipp- Hardt, Alsfeld, erstattet wurde, eine aufschluß­reiche Aussprache.

Die Frage der Unterbringung der Abiturienten wurde eingehend besprochen.

Die Industrie- und Handelskammer wird sich be­mühen, diese, denen der Weg zur Hochschule oder zu einer anderen akademischen Laufbahn durch die neuen Maßnahmen der Reichsregierung nicht mehr offensteht, foweit als irgend möglich im Benehmen mit dem Arbeitsamt in geeigneten Lehrstellen unterzubringen, wobei die Tatsache, daß auch von den Volks- und Mittelschulen dieses Jahr mehr Schüler als bisher zur Entlassung kommen, stärkste Aufmerksamkeit verdient.

Nach Beratung verschiedener weiterer Punkte wiß

Or. Pauly

in eindringlichen Worten auf die großen Aufgaben hin, die in der Wirtschaft noch der Losung harren. Wenn es auch den unermüdlichen Anstrengungen der durch den Volkskanzler geführten Regierung zu danken sei, daß die Zahl der Arbeitslosen inner­halb eines Jahres von 6 Millionen auf 4 Milli­onen heruntergedrückt werden konnte, so sei doch

die fortgesetzte Anspannung aller Kräfte not­wendig um das Ziel, das in dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft liege, zu erreichen.

Die erste Jahresabschluß-Sitzung im neuen Reich wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer ge­schlossen.

fchaftsleben herausgestellt haben.

Dr. Pauly berichtete sodann kurz über die Arbeit der Kammer im abaelaufenen Jahr, die um­fangreicher war als in früheren Zeiten. Das Ein - zelhandelsfchutzgefetz, das dem mittel- ständischen Einzelhandel zugute kommen soll, gab Veranlassung zu zahlreichen Gutachten, die auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen unter Würdi­gung und Betonung der nationalsozialistischen Ziele,

Stärkt die Notleidenden

im Glauben an ihr Volk! Bringt Euer Opfer für das Winter­hilfswerk !

die mit diesem Gesetz verfolgt werden, erstattet wurden. Der für das Gießener Wirtschaftsgebiet wichtigen Zigarrenindustrie wurde besondere ] Aufmerksamkeit gewidmet.

Die Gründung des Rhein -Mainischer^ Industrie- und Handelstages und der' von diesem ins Leben gerufenen Organisationen, s wie Einzelhandelsamt, Rhein-Mainischer Garantie­verband, Zentralstelle für Berg- und Hüttenbau, Arbeitsbeschaffungsausschuß, Elektro-Gas-Front, er­möglichten es der Kammer, die Interessen der Wirt­schaft ihres Gebietes im größeren Rahmen wir­kungsvoll zu vertreten und im besonderen Maße für das Arbeitsbeschaffungsprogramm einzutreten.

Durch intensive Zusammenarbeit mit den maß­gebenden Behörden konnte die Kammer die hie­sigen Jndustriefirmen verschiedentlich fördern und ihrerseits zur Minderung der Arbeitslosig­keit beitragen. Die unter Führung der Kammer erfolgte Errichtung einer Fachgruppe für die Oberhessische Vasaltindustrie hat eine ausreichende Beschäftigung dieses Wirt­schaftszweiges auch im Winter gesichert.

Dr. Pauly gedachte sodann mit anerkennenden Worten der Tätigkeit des nach 28jähriger Arbeit in der Kammer zum 1. Januar dieses Jahres in den Ruhestand getretenen früheren Syndikus Dr. W. Zeidler, als dessen Nachfolger Dr. Keim, früher Syndikus an der Frankfurter Kammer, ein- getreten sei.

Or. Keim

berichtete in längeren Ausführungen über die grund­sätzlichen Aufgaben, die die Handelskammern im neuen Staat zu erfüllen hätten und betonte, daß sie sich hierbei nicht nur starr an die Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen, die für ihre Tätig­keit die rechtliche Grundlage bilden, zu halten hät­ten, sondern daß sie bei dieser ihrer Arbeit

die Ziele nationalsozialistischer Weltanschauung und Wirtschaftsdenkens stets im Auge behalten mühten.

Die Handelskammer des neuen Reichs fei keine formalistisch arbeitende Behördeninstanz mehr, son- oern ein lebendiger Organismus, der feine Kräfte aus der engen Verflechtung mit Män­nern der Wirtschaft gewinne und diese Kräfte dazu benutzen müsse, die Wirtschaft anzuregen, zu for­dern und auch, wenn es nottut, zu schützen. Gerade aus dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung werde die Handelskammer in der kommenden Arbeitsschlacht ebenso wie in den letzten Monaten des abgelaufe­nen Jahres in vorderster Linie stehen und sich be­mühen, am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft tatkräftig mitzuarbeiten. Auch für sie gelte das Wort, das für den Staat geprägt wurde:

..Der Staat soll die Wirtschaft führen, aber keine Wirtschaft treiben!"

Im engsten Einvernehmen mit dem Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, dem Präsidenten des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstags Dr. Lüer, werde sie alles daran­setzen, dieser hohen Ausgabe neben der rein mate-

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

OO Klein-Linden, 9. Febr. Am Donnerstag abend sprach Reiseschwester Lydia vom Schwe­stern- und Mutterhaus Nonnenweier im Saale der Kleinkinderschule bei starkem Besuch der Frauen und Mütter unserer Gemeinde über das ThemaE h r- furchtund Liebe im K i n b e s l e b e n". Die Rednerin ermahnte die Eltern zur Wahrheitsliebe dem Kinde gegenüber und zu klaren, bestimmten Linien in der Erziehung. Sie ergänzte ihre Ausfüh­rungen durch Beispiele aus dem Leben. Gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Feierstunde, die der Ortspfarrer mit herzlichen Dankesworten an die Rednerin schloß.

* Lang-Gons, 9. Febr. Unter Mitwirkung der Gießener Standartenkapelle, des Gesangvereins Germania"-Lang-Göns und der Hitlerjugend ver­anstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, einen Deutschen Abend, der eine Fülle von Darbietungen ernster und heiterer Art brachte. Die Begrüßungsansprache hielt der Scharführer M ü 1 - 1 e r von der Hitlerjugend. Kreispropagandaleiter Pg. H. Schmelz hielt eine längere Ansprache, in der er sich mit der deutschen Jugend und ihren gro­ßen Aufgaben für die Zukunft der Nation beschäf­tigte. Die zahlreichen Zuhörer dankten mit leb­haftem Beifall. Im Verlaufe des Abends horte man verschiedene frischgesungene Lieder der Hitlerjugend und gesangliche Darbietungen des Gefangvereins Germania". Der zweite Teil des Abends wurde von der Hitlerjugend mit einer Reihe lustiger Vorträge bestritten. U. a. gelangte ein Militärschwank zur Aufführung, der die Zuhörer in die Zeit vor dem Kriege zurückversetzte und herzliches Lachen auslöste. Zum Schlüsse dankte Ortsgruppenleiter Karl W e n- z e l allen denen, die sich für die Ausgestaltung und das gute Gelingen des Abends eingesetzt haben. Die Gießener Standartenkapelle füllte die Pausen mit schneidiger Musik und beschloß den wohlgelungenen Abend mit einem Marsch.

z. Wagenbom-Steinberg, 9. Febr. Die N S. - H a g o , der etwa 40 Mitglieder angehören, hielt in der GastwirtschaftZur goldenen Nuß" eine Mitgliederversammlung ab. Der Führer, Buch­binder Heinrich S ch m a n d t, wies auf die Not­wendigkeit des Ausbaues der Organisation hin, da­mit sie dem Handwerk und dem Gewerbe von Nutzen sein könne. Dies könne aber erst erreicht werden, wenn alle Handwerker und Gewerbetrei­benden der Ortsgruppe angehören und sich im na­tionalsozialistischen Sinne zur Volksgemeinschaft ge­funden haben. Notwendig sei ferner die Schulung der Mitglieder im nationalsozialistischen Sinne. An­schließend folgte eine rege Ausjprache. Zum Kas­sierer wurde der Metzger Karl Phi'lipp bestimmt, zum Propagandawart der Weißbinder Karl Weiß III., zum Pressewart der Weißbinder Karl P i tz. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen.

# Lollar, 9. Febr. Der Turn- und G e - sangverein Lollar hielt dieser Tage im GasthausZum Schwanen" seine Generalversamm­lung ab. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß der Verein im verflossenen Geschäftsjahr Gutes ge­leistet und eifrig das deutsche Lied gepflegt hat. Der Verein besteht aus insgejamt 144 "Mitgliedern (90 aktive Sänger und Sängerinnen, 7 Ehrenmitglie­der und 47 passive Mitglieder). Die Führerschaft des Vereins fetzt sich wie folgt zusammen: Vereins- walter: Ph. H a r b u s ch , Stellvertreter: R. K re- biehl; Schriftwart: L. Hettche, Stellvertreter: Karl Heuser; Schatzmeister: Ernst W e inrich , Stellvertreter: Hans Alffen; Chorleiter: Berufs­schullehrer Julius Eberle; Beisitzer: Martin T a u b e r t, Frau Greta Färber, Frau Herta Heuser, Fräulein Lotte Walter. Zeugwart: Heinrich Färber. Als Vereinsdiener wurde Fritz H a s s e l b a ch und als Fahnenträger Karl Muth bestimmt. Für ständigen Gesangstundenbesuch wur­den mit derSänger-Ehrennadel" (einjährig) aus­gezeichnet: Ludwig F o r b a ch , Ludwig Hettche, und ^räulein B r u s i u s. Der Vereinswalter Ph' Harbusch gab sodann die Veranstaltungen für 1934 bekannt. Nach Erledigung des Kassenberichtes wurde Bericht erstattet über die Bundestagung in

Gießen und die Hessische Sängertagung in Bingen. Zum Schluß gab der Vereinswalter einen kurzen Ueberdlick über die Geschichte des Vereins seit der Gründung und ermahnte die Sänger, auch weiter­hin dem Verein treu zu bleiben. Am Sonntag hielt der hiesige Veteranen - und Krieger­verein im VereinslokalZum Schwanen" seine Jahreshauptversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Führer M. Taubert ehrte man die im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraden. Nach dem Jahresbericht ernannte der 1. Führer die Ka­meraden Christoph R i n g l e b , Balthasar Nuhn, Karl Sehrt, Ludwig Rohrbach VII. und Lud­wig Fuchs I. zu Ehrenmitgliedern. Eine weitere Ehrung wurde dem Kameraden Christoph Ring­le b für 40jährige Vereinszugehörigkeit zuteil. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß der Verein für das Winterhilfswerk 50 Mark, für die Spende der Nationalen Arbeit 50 Mark, für den SA.-Sturm 3/116 50 Mark und für den SA.-R.-Sturm 36/116 ebenfalls 50 Mark gestiftet hat. Das 90iährige Be­stehen des Vereins in diesem Jahre soll in würdi­ger Form begangen werden. Der Vereinsführer ge­dachte in einer kurzen Ansprache der Führer unse­res Vaterlandes und brachte ein dreifachesSieg- Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hinden­burg und den Volkskanzler Adolf Hitler aus. Das Deutschlandlied und das Horst-Wefsel-Lied be­schlossen die Versammlung.

<£ Hungen, 8. Febr. Der Turnverein 1848 Hungen hielt gestern abend bei Mitglied August Seibert Ww. feine diesjährige Haupt­versammlung ab. Der Vereinsführer Adolf Steller gedachte zunächst mit ehrenden Worten der Toten des großen Krieges, der Freiheitskämpfer der NSDAP, und der im verflossenen Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder. Im Anschluß hieran .'rstat- tete er den Jahresbericht. Er hob insbesondere noch einmal die großen Ereignisse des Jahres 1933 her­vor, die mit dem Sieg der nationalsozialistischen Bewegung ihren Anfang nahmen. Wenn auch in turnerischer Beziehung der Verein eine schwere Zeit durchlebte, so sei doch kein Grund vorhanden, des­halb mit Zagen in das neue Turnjahr hineinzugehen. Im Gegenteil, man könne mit wohlbegründeter Hoffnung der kommenden Zeit entgegensehen, wo die Hallen und Uebungsplätze der edlen und herr­lichen Turnsache wieder eine Stätte des munteren und fröhlichen Treibens im Sinne eines Friedrich Ludwig Jahn würden. Die anschließende Rechnungs­ablage durch den Turner Hch. Frutig ergab an Einnahmen 966,84 Mk., an Ausgaben 947,61 Mk., somit einen Kasjenbestand von 19,23 Mk. Als Rech­nungsprüfer werden die Turner Wilhelm Eber­sohn und Albert Wieder st ein bestimmt. Nach Erledigung verschiedener Anträge und Fragen aus der Versammlung wies der Vereinsführer darauf hin, daß eine vorschriftsmäßige Abmeldung von dem Verein, die rechtsverbindlich ist, nur ein Vierteljahr vor Jahresschluß erfolgen kann. Mit einem Gut- Heil auf die großen Führer des Vaterlandes und mit einem Turnerliede konnte der Vereinsführer die Versammlung schließen.

I Utphe, 9. Febr. Dieser Tage siedelte Lehrer Arnold von hier nach seiner neuen Wirkungs­stätte Großen-Linden über. Er war nahezu zwölf Jahre in unserer Gemeinde als Lehrer tätig. Am Abend vor seinem Weggang veranstalteten der Schulvorstand, die Gemeindeverwaltung, die Schüler und der GesangvereinLoreley" ihm eine A b - schiedsfeier. Lehrer Bauer gab einen Ueber- blick über die Tätigkeit des Scheidenden in Schule und Gemeinde, Bürgermeister Dietz hob besonders das schone Verhältnis hervor, das stets zwischen der Schulleitung und der Gemeinde bestanden habe. Der Vorsitzende des Gesangvereins, Wilhelm Born­mann, dankte Lehrer Arnold für seine Mitarbeit im Verein, besonders beim letzten Sängerfest. Um­rahmt war die Feier von mehreren Choren des Gesangvereins und zweistimmigen Liedern der Ober- klasse. Zum Schlüsse dankte ßefjrer Arnold der Versammlung für die schöne Feier und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen seiner Familie und unserer Gemeinde, zumal er ja nicht allzu weit wegzöge, auch fernerhin erhalten bleiben möchten.