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den. Zu einem heftigen Zusammenstoß, bei dem vierzig Personen durch Schüsse und hiebe ver­letzt wurden, kam es kurz vor TNitk^rnacht a n einem Untergrundbahnhof, als die Kommunisten eine Barrikade zu errichten versuchten, die von der Polizei im Sturm genommen wurde.

Auch am Nordbahnhof, in den sich einige Trupps von Demonstranten geflüchtet hatten, kam es um Mitternacht zu einer Schießerei. Die Polizei setzte 200 Kommunisten nach, die sich in einem Unter­grundbahnhof geflüchtet hatten und überwältigte sie nach lebhaftem Kampf. Etwa 23 Polizisten sind ver­letzt worden. Die Zahl der Verhafteten wird mit 800 angegeben. Die Zahl der verwundeten Kommu­nisten scheint sehr hoch zu sein.

Die pariser presse begrüßt das neue Kabinett.

Scharfe Kritik nur in den Blättern der äußersten Linken.

Paris, 10. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die Be­geisterung der bürgerlichen Presse über die Betrau­ung Doumergues ist jetzt, da das Kabinett gebildet ist, etwas abgeschwächt, wenigstens bei den Blättern, die aus der Verteilung der Äemter den Einfluß der parteipolitischen Führung ersehen wollen. Das Ka­binett findet im großen und ganzen eine freund­liche Presse bei den bürgerlichen Blät­tern, die es jedoch nur als eine Ruhe und Ord­nung verbürgende Uebergangserfcheinung ansehen. Die sozialistische und kommuni st ische Presse kündigt offene Feindschaft an.

Die Bildung der Regierung Doumergues, so schreibt derM a t i n", wird von den meisten Fran­zosen mit Genugtuung ausgenommen werden. Sie werden wieder Vertrau en fassen. Doumer- gue ist zur Durchführung seiner Aufgabe, die keines­wegs sehr leicht war, da die Parteien sich wieder zu regen begannen, zu beglückwünschen. Roch einen Tag länger und die Parteien hätten Bedingungen gestellt. Aber die Vernunft der Führer hat über diej Verblendung der Parteien gesiegt. Das Kabinett kann als Konzentration sämtlicher repu­blikanischen Parteien gelten.

Das Blatt herriots,E r e N o u v e l l e ", schreibt, viele seit langem schwebende ernste außen- und innerpolitische Fragen würden endlich ihre Lösung finden. Der Waffenstillstand im Parlament sei voll­zogen. Ein aus starken und erfahrenen, dem Staats­interesse und dem öffentlichen Wohl ergebenen Män­nern bestehendes Ministerium sei gebildet worden. Es

sei höchste Zeit, daß unter ihrer Leitung Frankreich sich in Ordnung und Frieden an die Arbeit begebe.

DasE ch o d e P a r i s" würde es begrüßt haben, wenn man mehr jüngere Kräfte in die Re­gierung genommen hätte. Das erzielte Ergebnis lasse sich nur verstehen, wenn man an die Lage vom Dienstagabend denke, an dem das Land beinahe unter'das Joch einer blutigen Links­diktatur geraten wäre. Das Ministerium Dou­mergues fei das allerletzte Bollwerk ge­gen diese Gefahr, aber auch der letzte Ver­such mit einem legal durchgeführten Parlamenta­rismus. Das Blatt bezeichnet die Auflösung der Kammer und eine Reform der Ver­fassung als notwendig.Figar o" glaubt, daß die Zusammensetzung der Regierung weite Kreise enttäuschen werde. An Stelle eines großen Ministeriums sei ein Uebergangskabinett zustandegekommen, das allerdings die Ordnung auf der Straße wiederherstellen und die blutigen Meute­reien verhindern werde.

Im ParteiorganP o p u l a i r e" erklärt Leon Blum, daß die Regierung Doumergue als W i e - derherstellung des nationalen Blocks zu gelten habe. Wieder einmal sei die Reaktion durch die Fehler und durch die Fahnenflucht der radikalsozialistischen Regierung begünstigt worden. Die Sozialisten hätten diesen Regierungen im Kampfe niemals ihre Unterstützung verweigert, doch hätten diese Regierungen sich s e l b st a u f ge­geben. Das werde die Sozialistische Partei sich sehr lange merken müssen.

Die neuen Männer.

Staatsminister Andr6 Tardieu

ist in Paris 1876 geboren. Er widmete sich ur­sprünglich der diplomatischen Laufbahn und war u. a. Attachä an der französischen Botschaft in Ber­lin. Von 1899 bis 1902 war er unter Waldeck- Rousseau Sekretär des Ministerpräsidiums. Dann

betätigte er sich als außenpolitischer Redakteur des Temps" und wurde 1914 zum Abgeordneten ge­wählt. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg wurde er als Oberkommissar nach den Vereinigten Staaten entsandt, um dort als Verbindungsoffizier die gegenseitige Zusammenarbeit zu organisieren. Nach dem Waffen­stillstand gehörte er dem Kabinett Clemenceau als Minister für die befreiten Gebiete an und nahm als solcher an den Friedensverhandlungen teil. Später gründete er dasEcho National" und sicherte sich in der letzten Zeit die Spalten derLiberty". Als Innenminister tat er sich durch Unterdrückung der kommunistischen Unruhen hervor. 1929 und 1930 war er dreimal Ministerpräsident. Tardieu war besonders den Sozialisten stets ein Dorn im Auge.

Staatsminister Herriot

wurde 1872 geboren. Er war Gymnasiallehrer in Lyon und wurde 1905 dort Bürgermeister. 1912 wurde er Senator, übernahm jedoch nach dem Kriege die Führung der Radikalsozialistischen Partei in der

Kammer. 1924 bildete er ein Kabinett des Links­kartells das jedoch schon nach einem Jahre über die Finanzfrage stürzte. Dem Kabinett Poincars von 1926 gehörte er als Unterrichtsminister an. Nach seinem Rücktritt war er wieder Bürgermeister von Lyon. Nach dem großen Wahlerfolg der Linkspar­teien vom Mai 1932 bildete Herriot die neue Re­gierung, in der er das Außenministerium selber übernahm. Er stürzte im Dezember des gleichen Jahres, als die Kammer die Kriegsschuldenzahlun­gen an Amerika ablehnte.

Innenminister Sarraut

wurde 1882 in Bordeaux geboren und wählte eben­falls die Laufbahn des Rechtsanwalts. 1902 bis 1924 war er Mitglied der Kammer als radikal­sozialistischer Abgeordneter und wurde 1926 in den Senat gewählt. 1906 wurde er Unterstaatssekretär

im Innenministerium und behielt dieses Amt unter Clemenceau bis 1909. Nachdem er unter Briand bis 1910 Untersiaatsfekretär im Kriegsministerium gewesen war, ging er als Generalgouver­neur nach Jndochina. 1926 trat er, nachdem er in der Zwischenzeit Unterrichtsni nister, Kolonial­minister und abermals Generalgouverneur von Jndochina sowie Botschafter in Ankara gewesen war, als I n n e n m i n i st e r in die von Poincare gebildete Regierung der Nationalen Union ein und blieb in diesem Amt, bis er auf Grund eines Be­schlusses der Radikalsozialistischen Partei im Novem- vember 1928 aus der Regierung austrat. Später war Sarraut abwechselnd Marine- und Ko­lo n i a l m i n i st e r, bis er selbst eines der Ueber- gangskabinette des vergangenen Jahres bildete. Er ist Mitbesitzer der führenden radikalsozialistischen ProvinzzeitungLa Depeche de Toulouse".

Außenminister Louis Barthou

ist 1862 in den Pyrenäen geboren und wurde Rechtsanwalt. 1889 zum Abgeordneten gewählt, ist er seither häufig Minister gewesen, von 1894 bis 1895 Arbeitsminister, von 1896 bis 1898 Innen­

minister, von 1906 bis 1909 Minister für öffentliche Arbeiten, später Justizminister, im Jahre 1913 Ministerpräsident und Unterrichtsminister, 1921 Kriegsminister. 1922 wurde er zum Senator ge­wählt. Er vertrat 1921 Frankreich auf der Genfer Konferenz. Ferner war er später Präsident der Reparationskommission. 1930 war er im Kabinett Steeg Kriegsminister. Barthou gehört der demokra­tischen und radikalen Vereinigung des Senats an.

Krieasminister Marschall petain

wurde 1856 geboren, er war Jnfanterieoffizier, sollte kurz vor dem Kriege mit 58 Jahren als Oberst verabschiedet werden, tat sich jedoch dann in den ersten Kämpfen des Weltkrieges derart hervor, daß er noch zu Beginn der Marneschlacht an die Spitze

der 5.Infanterie-Division gestellt wurde. Schänder Sommer 1915 sah ihn als Oberbefehlshaber der Zweiten Armee und im Frühjahr 1916 löste er die Ltusgabe, das bereits für verloren gehaltene Ver- dun zu retten. Nach der mißglückten' Nivelle-Offen- stve im April 1917 wurde Pstain Oberbefehlshaber der gesamten französischen Armeen und Marschall von Frankreich. 1922 wurde er Generalinspekteur und Vorsitzender des Obersten Kriegsrates. 1925 ordnete er die Verhältnisse in Marokko, 1931 wurde

er Generalissimus der Luftverteidigung. Main er­klärte zur Betrauung mit dem Amt des Kriegs­ministers, daß er ausschließlich Soldat sei und er sich daher nur um die Organisierung des Heeres kümmern werde.

Kolonialminister Pierre Laval

ist vor allem durch seine beiden Regierungen in den Jahren 1931 und 1932 bekannt geworden, die u. a. auch seine Reise nach den Vereinigten Staaten und

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seinen Besuch in Berlin brachten. Er verfolgte in wirtschaftlicher Hinsicht eine ähnliche Politik wie die beiden Regierungen Tardieu, während er in außenpolitischer Hinsicht das Werk Briands nach eigenen Ideen fortzusetzen versuchte. Zur Zeit Lavals wurde u. a. der deutsch-französische Aus­schuß geschaffen. i

Zinanzminister Germain-Martin

ist 1872 geboren und war Professor an der Pariser Rechtsfakultät. Er gehört der Kammer seit 1928 als Mitglied der radikalen Linken an. Er war Unterstaatssekretär und später Finanzminister unter Herriot. Er gehört der französischen Abordnung beim Völkerbund an und war Mitglied der fran- ; zösischen Abordnung auf der Konferenz von Stresa. '

Zustizminister Henry Cheron

ist 1867 geboren und begann seine politische Lauf­bahn ebenfalls als Rechtsanwalt. Er gehörte von! 1906 bis 1907 der Kammer an und seitdem un-| unterbrochen dem Senat. Ursprünglich war er Mit-! glied der Großrepublikanischen Vereinigung, ist jetzt aber parteilos. Cheron hat bereits mehreren Ka- binetten als Minister unter Clemenceau, Briands Barthou, Poincare und Paul-Boncour angehört.! Er gilt als Fachmann für Haushaltsfragen. Cheron ist Bürgermeister von Lisieux.

Marineminister pietri

ist seit 1924 Abgeordneter. Er war Unterstaats­sekretär und Finanzminister im Kabinett Briand- Caillaux, Kolonialminister im Kabinett Tardieu, Haushaltsminister in beiden Kabinetten Laval und Minister für die Landesverteidigung im dritten Kabinett Tardieu. Pietri gilt als besonders sach­verständig für alle Finanz- und Haushaltsfragen. Arbeitsminister Pierre EtienneFlandin ist 1889 in Paris geboren. Ursprünglich Rechtsan­walt, wurde er 1914 in die Kammer gewählt. Er war mehrfach Unterstaatssekretär und Minister, und zwar für Luftfahrt, Finanzen, Handel und Post­

wesen und gehört zu den Führern der Republika­nischen Linken. Er ist auch Präsident der Alliance Democratique.

Gesundheitsminister Louis Marin ist einer der bekanntesten Abgeordneten der Rechten, der sich häufia als scharfer Gegner Deutschlands be- tätigt hat. Auch er ist schon früher Minister ge­wesen. U. a. gehörte er als Vertreter der Rechten mit Tardieu und Bokanowski zusammen dem von Poincarö gebildeten Kabinett der Rettung des Fran­ken an. Er wurde im Jahre 1871 geboren.

Sozialminister Adrienne Marquet ist einer der Führer der Neusozialisten, der in be­sonders hohem Maße zur Trennung von den Alt- Sozialisten Leon Blums beigetragen hat und stän­dig für eine Zusammenarbeit mit der Regierung eingetreten ist.

Landwirtschastsminister Oueuille ist 1884 geboren und von Hause aus Arzt. 1912 wurde er Bürgermeister seines Heimatortes und 1914 erstmalig Deputierter. 1920 wurde er Staats sekretär im Landwirtschaftsministerium, 1924 im Kabinett Herriot Landwirtschaftsminister, was er auch unter Poincar6 blieb. 1928 schied er auf Be­schluß der Radikalsozialistischen Partei aus dem Ka­binett Poincarö -aus. Im Kabinett Herriot von 1932 wurde er Postminister und in den folgenden Regierungen, Paul-Boncour und Daladier, wieder Landwirtschaftsminister.

Handelsminister Lamoureux

wurde 1888 geboren und ist Rechtsanwalt. Seit 1919 gehört er der Kammer an und ist als Generalbericht­erstatter für das Budget bekannt geworden. 1933 war er zum ersten Male Minister im Kabinett Da­ladier.

Oie Aussichten für den Abrüstungsplan gesunken.

Die Londoner Presse zum neuen französischen Kabinett.

London, 10. Febr. (DNB.-Funkspruch.) lieber das neue französische Kabinett schreibt derDaily Telegraph , wäre es falsch, das Kabinett Dou­mergue als Kriegskabinett zu bezeichnen. Vielmehr könne man es sowohl in innenpolitischer wie in außenpolitischer Hinsicht eineSafety-First-Kabi- nett" nennen. Die Aussichten der Annahme der vollen englischen Abrüstungsvor- schlüge durch Frankreich seien allerdings unter einer solchen Regierung schwächer denn je. Möglicherweise sei das Höchste, wozu Doumergue und seine Kollegen ihre Zustimmung im gegen­wärtigen Zeitpunkt geben könnten, der italie­nische Plan für die Begrenzung der festländi­schen Armeen auf dem gegenwärtigen Stand.

Der liberaleNews Chronicle" bedauert, daß die englische Regierung das neue französische Kabinett sofort mit der Verfügung von schweren Vergel­tungszöllen auf französische Waren begrüßt hat.

Der Pariser Berichterstatter des sozialistischen Daily Herold" betont, daß die vier wichtig- st e n Mitglieder des neuen französischen Kabi­netts, nämlich Doumergue, Herriot, Tardieu und Barthou, energisch gegen jegliches Auf­rüstungszugeständnis an Deutschland seien. Daily Expreß" glaubt nicht, daß die AußenpolM Barthous von der bisherigen französischen Außen­politik abweichen werde.

Die Wendung zumautoritären" Kurs in Oesterreich.

Oie Heimwehrführer beim Bundeskanzler. Oie Landeshauptleute in den Bundesländern sollen Statthalter werden. Ausschaltung der Parlamente. Noch kein Schritt in Genf.

Wien, 9. Febr. (DNB.) Bundeskanzler Doll­fuß empfina den Bundesführer der Heimwehren, Starhemverg, den Bundeskommissar S t e i d - l e und eine Reihe von Heimwehrführern. Die Kon­ferenz des Bundeskanzlers mit den Landeshaupt­leuten über die Forderungen der Heimwehren nach Durchführung des autoritären Regie­rungskurses in den Bundesländern ist auf Montag verschoben worden. In der Regierungs­presse wird erklärt, daß das erste Stadium zur Durchführung des neuen autoritären Kurses bereits abgeschlossen sei. Eine durchgreifende neue Gestaltung des gesamten öffentlichen Lebens stehe bevor. Die Regierung plane angeb­lich, die Landeshauptleute zu Statt­haltern zu ernennen, die unmittelbar dem Bundeskanzler unter st ellt würden und die ohne die hinderlichen Länder­parlamente gemeinsam mit einem engeren be­ratenden Ausschuß die Führung in den Bundes­ländern Übernehmen sollen. Die notwendigen Ent­scheidungen über diese grundlegende Verfassungs­reform liegen allein beim Bundeskanzler Dollfuß.

Die Regierung ist Freitag abend zu einem Mi­nisterrat zusammengetreten, auf dem angeblich nur laufende Angelegenheiten behandelt werden. Ent­

gegen Pressemeldungen wird mit einer baldigen Entscheidung Über die Einleitung des Völ­kerbundsverfahrens gegen Deutschland nicht gerechnet. Ebenso werden die Meldungen von der Ueberreidjung eines Memoran­dums der österreichischen Regierung in Rom, Pa­ris und London als unzutreffend bezeichnet. Das Klagematerial für den Völkerbund fei bisher noch keineswegs endgültig fertiggefteUt und bedürfe einer gründlichen juristischen und technischen Prü­fung, die jetzt nach der Rückkehr des Bundeskanzlers aus Budapest beginnen soll. Bei dem in der ausländischen Presse gemeldeten Schritt der öster­reichischen Gesandten bei den Großmächten soll es sich vielmehr nur um eine vorläufige Unter- richtung der Regierungen über das angebliche Beweismaterial" gegen Deutschland gehandelt haben. Ferner wird daraus hingewiesen, daß Bun­deskanzler Dollfuß vom Ministerrat die Vollmacht erhalten habe, nach Rücksprache mit den Großmächten das ihnen geeignet erscheinende Verfahren einzuleiten. Man glaubt daher in Wien, daß die Regierung zunächstdieZustimmung der Großmächte zu dem geplanten Vorgehen der österreichischen Regierung abwarten will, bevor die Anrufung des Völkerbundes erfolgt.

Der Valkanpakt in Athen unterzeichnet.

Athen, 9. Febr. (DNB.) Der V a l k a n p a k t ist am Freitag hier von den Außenministern Ru­mäniens, Griechenlands, der Türkei und Südsla- wiens unterzeichnet worden. Er zerfällt in eine Prä­ambel und drei Artikel. Sein Inhalt läßt sich dahin zusammenfaffen, daß die vier unterzeichneten Län­der sich gegenseitig ihre Balkangren­zen garantieren. Sie verpflichteten sich, ohne vorherige gegenseitige Mittei­lung keinerlei Aktion gegen jeden a n - deren Balkan st aat, der'das Akommen nicht unterzeichnet hat, zu unternehmen; desgleichen ohne Zustimmung der anderen vertragsschließenden Par­teien keinerlei politische Verpflich­tung einem anderen Balkanstaat ge­genüber zu übernehmen. Das Abkommen tritt mit der Unterzeichnung in Kraft. Jeder andere Bal­kanstaat kann ihm beitreten, nachdem sein Antrag auf Beitritt durch die vertragschließenden Parteien einer wohlwollenden Prüfung unterzogen worden ist. In der Präambel heißt es u. a., daß der Pakt abgeschlossen fei, um zur Festigung desFrie - d e n s auf dem Balkan beizutragen. Die vertrag­

schließenden Parteien seien fest entschlossen, die Achtung der bereits bestehenden vertraglichen Ver­pflichtungen und die Aufrechterhaltung der gegenwärtig auf dem Balkan herrschenden terri­torialen Ordnung zu sichern.

Der griechische Ministerpräsident Tsaldaris veranstaltete ein Bankett, bei dem der griechische Außenminister Maxim o s u. a. ausführte: Die beteiligten Regierungen hätten alles getan, was sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen verwirk­lichen lasse. Die vier Regierungen hätten den Ver­trag auf der festen Grundlage der be- rechtigtenVerteidigungihrergemein- samen Interessen aufgebeflit. Den Aus­gangspunkt habe die Achtung des Rechts auf einen Platz auf der Erde gebildet. Dieses Recht fei unbe­streitbar, da es die Vorbedingung für ein Vertrauen auf Zusammenarbeit sei. Ein ßanb, das Zwei- s e l an der UnantaftbarEeit feines G e - bi et es zulasfe, sei undenkbar. Dieses Recht sei auch notwendig, weil es nichts Besseres für den gemeinsamen Frieden gebe als die Betonung des Willens, das materielle und moralische Erbe, das