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Aus dem Reiche der Krau

Ziehung der Hausfrauen zum richtigen Ein­kauf und zum richtigen Verbrauch, in der Weckung des Verständnisses für die Aufgaben der Verbraucher gegenüber der deutschen Landwirtschaft, eine energische Abkehr von aller Auslandsware, Verständnis für die Bedürfnisse des Mittelstandes. Ueber solche Erziehungsarbeit hinaus aber hat der große Zusammenschluß der Hausfrauenvereine ver- mocht, in derVersuchsstelle für Hauswirtschaft des

die Möglichkeit fehlt, ins Freie zu gehen, muß der Balkon, der Garten oder das geöffnete Fenster zum Ersatz werden.

13 Uhr: Wieder wie oben. Im Winter das Kind in ein gut gelüftetes, warmes Zimmer stellen. Im Sommer die Fenster öffnen und möglichst viel Licht und Sonne hineinlassen, ohne daß das Köpfchen von Zug oder Sonnenlicht getroffen wird. Schla­fen lassen.

16 Uhr: Aufnehmen und alles wieder wie oben. Zurück ins frisch gemachte, saubere Bettchen. Allein lassen.

19 Uhr: Das Kind in berK sauberen Wanne in Wasser von 35 Grad Celsius fünf Minuten lang baden und gut abtrocknen. Unterleib einkremen und pudern. Gesichtsreinigung wie oben. Finger- und Fußnägel müssen mit einem stumpfen, hölzernen» Gegenstand gesäubert werden. Frische Wäsche, bis zu sechs Wochen Nabelbinde. Windeln und nicht zu fest einpacken. Nahrung geben und allein lassen.

21 Uhr: Wieder alles wie oben, doch ohne Reini­gung des Gesichtes. Dann zurück in das saubere Bettchen. Schlafen lassen bis zum Morgen. Auch wenn es schreit, nicht hochnehmen.

Die Gesundheit der Bäuerin eine Kraftquelle der Nation.

Ein systematisches Studium des Gefundheitsoer- hältnisses der Bevölkerung ist die notwendige Grund­lage für die biologischen Reformen, die jetzt in An­griff genommen werden. Dabei wird es sich in erster Linie um die Erfassung des Landvolkes handeln, denn dieses ist im Sinne der erbbiologischen Ge­sichtspunkte, dienatürliche" Bevölkerung, während die Stadtbewohner eine mehr oder wenigerkünst­liche" Bevölkerung darstellen. Sind doch die Lebens­bedingungen der Stadtmenschen mehr oder weniger abhängig von der durch die Zusammendrängung

Und ich glaube, wenn man die Erwachsenen ernst­haft fragte, so möchten sie alleine wegen des Rechtes auf Süßigkeiten oftmals gerne wieder Kinder fein. Jedenfalls die Frauen bestimmt. Vielleicht hat Ta- gore, der Weise, nicht nur an die kleinen Kinder der Welt gedacht, als er in seiner reizenden Ge­schichte schrieb:Wenn ich deinen verlangenden Händchen Süßigkeiten reiche, weiß ich, warum Honig in dem Kelch der Blume ist und warum Früchte heimlich mit süßem Saft gefüllt sind."

Trösters" immer unpädagogisch und ein klein wenig leichtsinnig vor. Seitdem ich aber diese reizende Geschichte des weisen Inders kenne, finde ich dieTröster" selbst sehr weise und zähle mich auch noch oft zu dem Kreise der in dieser Geschichte verteidigten Kinder: Und jetzt kann ich es ja auch, ohne einen Vorwurf zu erwarten, sagen: mir war derTröster" meiner Jungens immer sehr ver­ständlich. Nicht aus Pädagogik, sondern aus dem Gefühl und der Erfahrung.

Süße Speisen, Süßigkeiten in mancherlei Form sind für Kinder körperliches Bedürfnis. Sie müssen regelmäßig, wenn auch verständig (nicht vor dem Mittagessen) ihnen gewährt werden. Ich bin sogar geneigt, die Auffassung des Linderliebenden Inders

junge Hausfrau, aus der ihr einige kleine Hinweise aus dem Gebiet der Erfahrung helfen mögen.

Kein frisches Brot im Hause! Da ver­zieht der Herr Gemahl das Gesicht und ist ärgerlich. Der Fehler wird durch das Rösten von dünnen Brot­scheiben gut gemacht. Man schneide vom alten Brot mit einem scharfen Messer feine Plättchen, lege sie auf eine Asbestplatte und wende sie häufig um^ vor­her befeuchtet, schmecken sie noch besser. So lassen sich auch alte Brötchen in frische verwandeln.

Der Kaffee schmeckt ihm nicht. Ja, den teuersten Kaffee kann man nicht kaufen. Also müssen es die billigeren Sorten auch tun. Gewiß! Aber legen Sie die Bohnen auf eine heiße Herdplatte, etwas weißes Papier darunter, der Kaffee schmeckt wunderbar, wenn er bald darauf gemahlen und be­reitet wird.

B a ck o b st schmeckt vorzüglich, wenn anstatt des Zuckers ein Löffel Sirup zum Süßen verwendet wird.

Fleischbrühe in wenigen Minuten wird am kräftigsten, wenn sie aus Schabefleisch be­reitet wird. Fleisch, das in kleine Würfel geschnitten ist, ergibt gleichfalls in zehn Minuten eine vorzüg­liche Fleischbrühe. Aus dem Fleisch können später Klopse gemacht werden.

Gelbe Erbsen, Linsen, grüne Erbsen, weiße Bohnen, vielfach zu Eintopfgerichten gebraucht, kochen schnell weich, wenn sie mit einer Prise Natron i auf das Feuer gebracht werden. Sie sind dann auch! sehr leicht verdaulich.

Wenn das Herdfeuer nur schwächlich brennt, streue man eine Handvoll Kochsalz hinein, um die Flammen zur hellen Glut anzufachen.

Der vergessene N a ch t i s ch , den der Herr Gemahl stark vermißt, weil ihm ein wenig Süßigkeit Be­dürfnis ist, wird schnell ersetzt, wenn man einige Aepfel reibt, mit Zucker bestreut, mit Zitronensaft beträufelt und mit einem Schuß süßer Milch über­gießt. Dazu einige Plätzchen reichen.

Das F r ü h st ü ck s e i platzt beim Kochen, weil es ein Kalkei ist. Mit einer spitzen Nadel in die beiden gegenüberliegenden Seiten stechen, und das Ei, zur Vorsicht mit kaltem Wasser aufgesetzt, bleibt beim Kochen ganz. Läuft auch nicht etwa aus, wie man denken könnte.

Der Käse ist trocken geworden. Ein Uebergießen mit frischer, ungekochter Milch gibt ihm seine ur­sprüngliche Frische zurück. Damit er nicht schimmelt,

auf der Bühne der Großen kann ein Theaterschwert aus Holz sein, aber ein Stab läßt sich nicht mehr als Schwert ansehen, während das Kind ihn ohne weiteres als Waffe hinnimmt. Wie beim Spielzeug ist auch beim kindlichen Theater-Requistt ein Zuviel an Realismus eher störend. Wie die reich ausge­statteten Puppenhäuser selten die Phantasie ange­regt haben, so ist auch das Puppentheater, das nie Schöpfung der Kinder selbst ist, eher ein Abglanz der richtigen Bühne, der im Kinde keine schöpferische Gestaltung hervorruft. Gewiß haben die Puppen­theater, wie das Beispiel Goethes zeigt, häufig den Weg zur Theaterkunst geebnet, doch am wohl- sten fühlen sich die Kleinen, wenn sie nicht an eine enge Bühne gebunden sind, sondern selbst die Um­welt gestalten können. Doch achtet man genau auf gewisse Einzelheiten: ein Vorhang ist unbedingt nötig, die Teilung von Zuschauerraum und Bühne wird streng innegehalten.

Jede Beobachtung des kindlichen Theaterspiels' zeigt, daß die Kleinen sich viel leichter, intensiver und folgerichtiger in die fremde Vorstellungswelt hineinversetzen als die Erwachsenen. Durch dieses leidenschaftlicheMitgehen" wird es dem Großen schwer, die Wirkung auf sein kleines Publikum zu berechnen. Durch Zufall hervorgerufene Einzelheiten, wie ein plötzlich umfallender Krug, können Helles Entzücken auslösen, während zu krasser Realismus gefährlich ist. Als bei einer vorzüglichen Kinder­vorstellung der Darsteller des Kasperle die Angst vor der Hinrichtung möglichst grotesk vorführte, liefen viele Kinder weinend hinaus. Sie konnten erst beruhigt werden, als man sie daran erinnerte, öafj das alles nur Theater, nicht Wirklichkeit sei. Veim Kinde stellt sich eben die stärkste Wirkung der Bühne, den Schein in Sein zu verwandeln, sehr viel hemmungsloser ein als beim Großen. Daher kann man zwischen Theaterspiel der Kinder und den höchsten Leistungen der Schauspielkunst eine enge Beziehung erkennen. fb.'

dürfnis der Kinder ist, sondern wesenhaft zu ihnen gehört als seelisches Bedürfnis. Sie werden dadurch froher beim Spiel. Es gehört zu ihrer schönen, mit Geheimnissen und Märchen erfüllten Welt, sie sehnen sich wie es mein Fünfjähriger einmal als Wort entdeckte nach einemTröster", wenn sie müde oder traurig oder erschreckt von der oft märchenlosen großen Welt sind.

Reichsverbandes Deutscher Haussrauenveretne" tn Leipzig eine Einrichtung zu schaffen, deren Prü­fungsergebnisse nicht nur dem deutschen Verbrau­cher eine Garantie für die Güte der gekauften Ge­genstände gewährt, sondern auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, im Auslande deut­schen Erzeugnissen den Weg bereitet.

Wie die Familie zu ihrer glücklichen Entfaltung des Zusammenwirkens von Frau und Mann bedarf, so muß auch im Staat der Zusammenfassung der deutschen Familien, die Stimme der Hausfrau und Mutter die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Die Aufgabe der Hausfrauenbewegung war von Anbeginn der Dienst an den deutschen Familien, ihr Ziel die restlose Erfüllung der Hausfrauenpflichten gegen Volk und Vaterland.

D^bys Stundenplan.

,Jedes Baby sollte einen Stundenplan bekommen für sein kleines Leben. Den hat es so bitter nötig wie sein warmes Röckchen. Und die Mutter hat auch etwas Gutes davon: wenn Baby seine Ordnung hat, ist es brav und schreit weniger als bei einem un­geregelten Dasein.

B i s zum fünften Monat:

7 Uhr: Hochnehmen. Frisch windeln. Augen, Mund und Nase mit feuchtem, reinem Watten­bausch säubern, Trinken lassen. Gründliche Reini­gung. Frische Wäsche anziehen und ins Bettchen zurücklegen. Schlafen lassen.

11 Uhr: Alles geftau wie oben. Dann in die frische Luft bringen. In der kalten Jahreszeit ge­nügt eine knappe Stunde, im Sommer sollte man die Spazierfahrt möglichst lang ausdehnen. Wo

DerTröster".

Von Frau Gchloßmann-Lönnies.

23.21. Es gibt ein ganz reizendes Büchlein von dem indischen Weisen Rabindranath lagere, Der zunehmende Mond". In kleinen zärtlichen Geschichten und Märchen werden darin wichtige pä­dagogische Fragen zwischen Mutter und Kind be­handelt. Zwei der Geschichten behandeln das gleiche. Sie heißenWann und Warum" undDie Ver­leumdung". Weil zwei Sätze dieser Geschichten wich­tig sind für die meine, will ich sie hier gleich nen­nen:Mein Kind, wenn ich deinen verlangenden Händchen Süßigkeiten reiche, weiß ich, warum Honig in dem Kelch der Blume ist und warum Früchte heimlich mit süßem Saft gefüllt sind. Jeder weiß, wie du Süßigkeiten liebst, nennen sie dich darum naschhaft, o pfui, wie würden sie dann uns nennen, die dich lieben."

Wenn meine Jungens heiß gespielt, müde von Schularbeiten oder Turnen zu mir kommen, dann fragen sie mich oft stürmisch bittend:Mutti, hast du nicht einen richtigen schönen Tröster?" Glommt auch abends im Bett oder beim Mittagsschlaf ober nach bem Baben ober sonst mal biese Frage vor. DieserTröster" bedeutet ein Stück Schokolade ober einen Rest süßer Speise ober einen kleinen Kuchen jedenfalls immer etwas Süßes. Ich habe biefen Trösterwunsch" ber Kinder. immer beachtet. Sie sind sonst nicht anspruchsvoll und naschhaft. Sie essen mit rechtem Bubenhunger Schwarzbrot und Gemüse und alles, was auf den Tisch kommt. Aber trotzdem hatte ich immer so ein kleines Gefühl des Vorwürfs, weil man mir als Kind immer gesagt hatte, daß Süßigkeiten wohl mal eine ganz große Belohnung sind ober ein Geschenk, aber boch kein richtiges, für-Kinder notwendiges Nahrungsmittel.

Ich kam mir bei ber Bewilligung des erbetenen

3utige Hausfrau in Verlegenheit.

Eine große Zahl von jungen Hausfrauen hat bis- .9er f?n ber Maschine gesessen, Bücher geführt, als Verkäuferinnen gearbeitet. In ihrem eigenen Haus­halt klappt noch nicht alles so gut, was kein Beweis gegen ihre Tüchtigkeit ist, sondern nur von einem Mangel an Erfahrungen erzählt. Sie kann daher leicht in Verlegenheit kommen, die ärbeitsfreudige,

Los von der pariser Mode!

Von Willi Wille.

VA. Von jeher hat die deutsche Frau besonders Gefallen an der Stickerei bekundet, das sie bei Ausschmückung ihrer Häuslichkeit und der Verzie- rung ihrer Gewänder lebhaft zum Ausdruck brachte. Einst wurde in den Klöstern und Kemenaten, den Bürger- und Bauernstuben genau so emsig gestickt, wie jetzt in den neuzeitlichen Werkstätten. Die Trach­tenkunde liefert uns den Beweis, daß ein Festkleid ohne Stickerei überhaupt nicht denkbar war, ob es nun» eine oberbayerische Bäuerin ober eine han­seatische Patrizierin bestimmt war. Und gar an der Hofrobe war die Stickerei nun vollends nicht zu entbehren. Hier bemächtigte sie sich sogar be­sonders in den Tagen des prachtliebenden Rokoko der männlichen Tracht. Kostbare Museumsstücke, zahlreiche Stiche und Modekupfer zeugen beredt von der Schönheit und Eigenprägung deutscher Stickereierzeugnisse. Man kann an ihnen genau verfolgen, wie sich der Sinn für Farbe und Linienführung nach und nach höher entwickelte, bis Mensch, Landschaft und Kleid eine harmonische Ein­heit bildeten. So entstand im Laufe der Jahr­hunderte aus dem Hausfleiß eine Volkskunst, deren Ruf weit über die Grenzen der Heimat hinaus- brang. Deutsche Stickerei war ein Begriff geworden und ein Wirtschaftsfaktor!

Besonders in den letzten Jahrzehnten, als es der deutschen Frau nicht mehr vergönnt war, ausschließ­lich das heimische Feuer zu hüten, als sie hinaus ging in den Berufskampf und es ihr damit unmög­lich wurde, ihren Bedarf an Stickerei durch eigene Handfertigkeiten zu decken, erwies es sich als sehr erfreulich, daß eine handwerklich und künstlerisch geschulte Zunft imstande war, ihre Wünsche so per­sönlich wie nur denkbar, zu erfüllen. Verhältnismä­ßig rasch lernte die arbeitende Frau, sich dieser Hilfe zu bedienen, so daß eine Industrie aufblühen konnte, die zahlreiche Familien im ganzen Reich ernährte. Selbst die kritische Zeit des Krieges wurde, trotz Material- und Absatzmangel verhältnismäßig gut überstanden, weil in jenen Tagen die deutsche Frau deutsch empfand und handelte. Dann aber begann mit dem erneuten Einsetzen des Pariser Moden­wettbewerbs der Leidensweg des Stickereigewerbes. Gewisse Kreise ber Konfektion, denen an einer Pflege ber deutschen Mode weder im kulturellen, noch im kaufmännischen Sinne gelegen war, wuß­ten die Entstehung eines völkischen M o d e ft i I s, der von gutgesinnten Künstlern als unserer Art gemäß wieder und wieder ange- strebt wurde, mit Nachdruck zu verhindern. So kam es, daß die deutsche Frau unter Aufgabe ihrer Eigenprägung wieder unter das französische Moden­diktat kam, daß sie sich ber vordem so hochgeschätzten Stickerei, die Paris aus irgendwelchen Gründen in den letzten Jahren ablehnte, entfremden ließ.

Die Zeiten der Selbstzerstörung sind gottlob vor­über. Das Deutsche Mode-Amt wird alles daran fetzen, auch dem deutschen Stickereihandwerk die hel­fende Hand zu reichen. Dabei ist aber die Mitar­beit der deutschen Frau unentbehrlich. Wenn sie Kleider mit Stickereischmuck verlangt, so wird man dafür sorgen, daß sie solche in den Verkaufs­stätten findet. Sie hilft dadurch nicht nur mit am Wiederaufbau einer wertvollen Heimindustrie, son­dern sie tut sich selbst den besten Gefallen, denn ein gesticktes Kleid entspricht dem Wesen der deutschen Frau.

Entstehung und Aufgaben der städtischen Hausfrauenorganisationen

Von Olga Friedemann.

wird ein Stückchen Zucker unter die Glocke neben den Käse gelegt.

Letzter Rat: Nur nicht bange werben. Es gibt immer kleine Hilfsmittel. Schü.

Deutsches Gemüse im Winter.

In einem Lanb, in bem die gütige Natur das ganze Jahr über das schönste Obst und Gemüse spendet, ist es vergleichsweise einfach, den Küchen­zettel zusammenzustellen. Von der deutschen Haus- fran verlangt man größere Fähigkeiten: das Win­tergemüse, will man nicht die Ernährung allein auf Konserven stellen, erfordert eine grundsätzliche Ver­änderung der Speisenfolge. Grünkohl und Rosey- kohl, zumal bann, wenn sie bas Frostgewand um­hüllt, bieten mit ihrem Vitamingehalt eine ausge- Zeichnete Ergänzung zu der Nöstkartoffel. Das Rot­kraut und der Weißkohl, gleichfalls starke Vitamin- besitzer, erhöhen ihren Wert durch die Beigabe eini­ger roher Aepfel und etwas Wein.

Allerlei Gemüsepasteten aus Haferflocken und ge­raspelten Rüben stehen der Frau Köchin gern zur Verfügung, namentlich wenn sie das lebhafte Ver­langen bekundet, gleichzeitig ein paar unscheinbare Fleischreste auf anständige Weise um die Ecke zu bringen. Die dicke Sellerieknolle wirbt um Zunei­gung, wenn es sich um erfrischende und appetit­anregende Salate handelt. Sie wird ihr gern ge­schenkt, und auch zu Gemüsen darf sie ihre pikanten Reize anbiefen.

Der Wirsingkohl, den man nicht durch unvernünf­tiges Kochen feiner Schmackhaftigkeit berauben soll, wird geschnitten und bann in Butter ohne Wasser- zutat gedämpft, um schließlich mit Reibekäse oder -brot bestreut zu werden.

Die Teltower oder märkischen Rübchen spielen als Beigabe zu Fleisch und Geflügel eine hervor­ragende Rolle. Die roten Rüben verfeinern die Rindfleischbrühe. Die Rettiche sind stets eine be­liebte Zukost zum Butterbrot und genießen noch den Vorzug größter Bekömmlichkeit.

Der Kartoffelsalat mit Aepfeln, Porree, roten Rüben und Sellerie, mit Nüssen überschüttet, ist recht geeignet, die guten Geister des Appetits zu wecken. Vor allen Dingen darf nie, auch nicht nach Weihnachten, der Apfel vergessen werden. Mit dem Bratapfel verbinden sich bis ins hohe Alter alle Kindheitserinnerungen an warmes Zimmer und Gemütlichkeit,

Kmder spielen Theater.

Im spielenden Kinde hat Schiller den wahren Künstler sehen wollen. Es scheint, daß dies für die Schauspielkunst wenigstens zutrifft, denn das Kind ist in gewissem Sinne der ideale Mime, wie es auch der ideale Zuschauer ist. Gerade heute, da das Theater der deutschen Jugend ersteht, ist es von besonderer Wichtigkeit, sich mit dem Verhältnis der Heranwachsenden zur Bühne zu beschäftigen. In ferner vor kurzem erschienenen inhaltsreichenWelt­geschichte des Theaters" bringt Joseph Gregor eine Fülle von Beobachtungen zu diesem Thema. In der Gabe der Illusion, die im leichten Sich- hmeinversetzen in die Welt des Scheins liegt, ist das Kind dem Erwachsenen zweifellos überlegen. Wenn dem primitiven Kinde ein Maiskolben als Pappe dient, so tut das Badethermometer, wie G r o o s beobachtet hat, beim zivilisierten Kinde denselben Dienst, und seine Schnur stellt einen prachtvollen Zopf dar. Das Kind unterhält sich mit der Puppe und äußert ihr gegenüber überschweng­liche Gefühle in Liebe und Zorn. Sand und Gras sind Speisen, der Stab ein Pferd usw. Die Phan­tasie der Kleinen schafft auch bereits die Umrisse einer Theaterdekoration, wenn z. B. beimEisen­bahnspielen" die Stuhlreihe den Zug darstellt' Han­delt es sich um eine Nordpolfahrt, so werden die­selben Stühle umqestürzt, damit sieniedriger wirken", um als Schlitten gelten zu können. Die Jacken werden umgedreht, um durch ihre rauhere Innenseite die notwendigen Pelze vorzutäuschen. Damit ist auch das Bühnenkostüm entdeckt.

Das Verkleiden spielt beim Kinde überhaupt eine große Rolle. Es ist der geborene Schauspieler, der sich rasch in den Doktor oder in den Kaufmann, in den Prinzen, die Prinzessin oder eine phantastische Marchenfigur verwandelt. Aber nicht nur eine, auch mehrere Persönlichkeiten werden gleichzeitig vorge- führt und der kleine Mime offenbart damit feine Fähigkeit des Proteus", deren kein großer Schau­spieler entbehren kann. Die Requisiten müssen eine gewisse Ähnlichkeit mit der Natur aufweisen. So eilt z. B. ein vierjähriges Mädchen, dasTelepho­nieren" spielt, nachdem es in den echten Apparat eine Frage hineingerufen hat, zur Fensterschnur, um aus deren muschelförmiger Quaste die gleich­falls selbst gegebene Antwortabzuhören". Das Kind geht darin viel weiter als dec Erwachsene:

großer Mengen bestimmten Umwelt, während der Lauer viel weniger vom Milieu abhängig ist und sich daher in viel natürlicherer Form entwickeln kann. Der Anfang zu einer solchen Bestandsauf­nahme der Volksgesundheit ist jetzt mit einem Werk gemacht worden, in dem E. Meier und F. Rott die Gesundheitsverhältnisse der weiblichen Landbe­völkerung untersucht haben, und zwar wurden die Forschungen an drei ausgewählten Siedlungen im Osten, Westen und Süden des Reiches durchgeführt. Wie Dr. H. Göllner in derDeutschen Medizini­schen Wochenschrift" ausführt, ist damit zum ersten Male an das Kernproblem der biologischen Bevöl­kerungsvorgänge herangegangen worden, und zwar erweist sich, daß das Bauerntum vom gesundheits­politischen Standpunkt aus die vorzüglichste länd­liche Lebensform darstellt. In der Bauernschaft aber ist es der weibliche Teil, der die wichtigste Kraft­quelle der Nation darstellt, da die gesunde Nachkom­menschaft im hohen Maße von der Gesundheit der Mütter abhängt. Es ergab sich in allen drei Ge­bieten, daß die Geburtenzahlen hoch sind und die Kindersterblichkeit die günstige Vermehrung nicht ernstlich behindern kann. Die gesundheitliche Tüchtigkeit der Bevölkerung wurde in zwei Unter­suchungsvorgängen geprüft: zunächst am Bilde der Mutterschafts-Leistung und dann durch die biolo­gische Gesundheits- und Erkrankungs-Statistik. Es ergab sich, daß die Sterblichkeit in den jüngsten 2lltersklafsen große Unterschiede aufweist, aber mit zunehmendem Alter sich ausgleicht. Durch diese Ar- beit ist am. Landvolk, das der Gesundsheits-Stati- stik bisher fast unzugänglich war, ein gesundheit­liches Zustandsbild von großer Klarheit gewonnen. Diese biologische Grundlegung führt auch zu neuen praktischen Folgerungen. Die augenblicklichen Ein­flüsse der Arbeit und der sonstigen Umwelt werden im Zusammenhang der größeren biologischen Ab­läufe gesehen und die Gesundheitsführung wird in erster Linie auf diese hingelenkt.

Wenn man im Zusammenhang mit den verschie­denenBewegungen" während des letzten Jahr­hunderts auch von einer Hausfrauenbewegung spricht, so fragt man unwillkürlich nach der Ursache für eine solche. Der Grund zur Organisation derHaussrauen ist in der wirtschaftlichen Ent­wicklung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu suchen. Der ansteigende Wohlstand zu jener Zeit führte zur Vermehrung der hauswirtschaftlichen Hilfskräfte in den einzelnen Familien. Die Haus­wirtschaft wurde, da die Frauen und Mädchen in das Berufsleben drängten, zu einer niederen Be­schäftigung, die dem Personal überlassen blieb. Die Hauswirtschaft liche Erziehung der Töch­ter durch die Mütter hörte aus, in weiten Kreisen war die Hausfrau selbst ihrem eigentlichen Beruf, der Hauswirtschaft, entfremdet. Die wieder er­wachende Selbstbesinnung der deutschen Hausfrau auf den eigenen Wert, der innere Zwang zur Um­kehr auf diesem Weg, zur Wiedereroberung der eigentlichen Domäne der deutschen Hausfrau, der Hauswirtschaft, war schon vor dem Krieg der eigent­liche Anstoß zu derBewegung" der städtischen Hausfrauen. Die schweren Ernährungssorgen, die der Krieg über die deutschen Familien brachte, be­orderten die Zusammenschlüsse der Hausfrauen, die dann im Jahre 1915 im Reichsoerband Deutscher Hausfrauenvereine zusam­mengefaßt und unter eine einheitliche Leitung gestellt wurden.

Die eigene, von den Hausfrauen instinktiv emp- undene Erkenntnis der mangelhaften Vorbildung ür den verantwortungsvollen hauswirtschaftlichen Beruf, wurde durch die Erfahrungen des Krieges und die Forderungen der Volkswirtschaftswifsen- schaft in erschreckender Weise betätigt. Schulungs- und Fortbildungskurse für alle hauswirtschaftlichen Berufstätigen, Hausfrauen und Hausgehilfinnen und den hauswirtschaftlichen Nachwuchs bildeten seit jener Zeit einen festen Programmpunkt in den

Arbeitsgebieten der Hausfrauenvereine. Die Lösung dieser Aufgabe war besonders schwierig in einer Zeit, in. der weder das deutsche Volk noch die deut­schen Familien finanziell in der Lage waren, eine sorgfältige schulische hauswirtschaftliche Ausbildung der jungen Töchter zu ermöglichen. Man half sich, indem man die Erfahrungen und das praktische Können der noch vorhandenen erfahrenen Haus­frauen für diese Aufgaben mobilisierte und die häus­liche Lehre mit ihren Aufstiegsmöglichkeiten schuf. Den jungen, vielfach aus fremden Berufen kommen­den Hausfrauen wurd'e in der Meisterausbildung ein Weg gezeigt, der zugleich $ur sorgfältigsten Ver­tiefung ihres Wissens und Könnens, wie zu der Möglichkeit führte, dieselben Vorteile zu erlangen, die dem strebsamen Lehrling offen stehen.

Die Durchführung einer systematisch geregelten Berufsausbildung für die hauswirtschaft­lichen Berufe, die alle ihre Krönung in bem Beruf der Hausfrau und Mutter finden, blieb seit dem a.....a., M1,ucl5

Jahre 1924 der Kernpunkt in den Aufgabengebieten zu teilen, der ja in seiner Geschichte erklären möchte, der städtischen Hausfrauenvereine. Die Arbeiten auf \ daß Süßigkeiten zu essen nicht nur körperliches Be- diesem Gebiet schufen enge Beziehungen zu ben c u -r' r *

neuesten Mitarbeiterinnen ber Hausfrauen, den Hausgehilfinnen unb den oerschiebenen 2£rten von Hausangestellten. Arbeitgeber und Arbeit­nehmer auf bem Gebiet der Hauswirtschaft sind seit dem Jahr 1924 in dem ,^auptausschuß für haus- wirtschaftliche Berufsausbildung" zusammenge­schlossen. Eine für sie besonders bedeutsame Aufgabe sahen die städtischen Hausfrauenvereine in der Er-