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Vor zehnIahren.

Unsere Reichswehr im Kampf gegen roten Terror in Sachsen und Thüringen.

Arbeitslosen-Statistik völlig unabhängige Zählung der Krankenkassen ergibt, daß die Zahl der in der Wirtschast beschäftigten Arbeit­nehmer im ersten Kampfabschnitt nicht nur um 2V< Millionen, sondern darüber hinaus um 300000 Arbeitnehmer mehr gestiegen ist. Die Reichsanstalt würde sich nie dazu verstehen können, unrichtige Zahlen über die Lage des Arbeitsmark­tes zu geben. Der Kampf des nächsten Sommers, schreibt Dr. Syrup weiter, wird sich in erster Linie gegen die Hochburgen der Arbeitslosigkeit richten müssen, die Großstädte und Jndustrie- bezirke.

Hilfszug Bayern."

Eine vorbildliche Stiftung der Beamten­schaft für Katastrophenhilfe.

F r a n k f u r t a. M., 9. Jan. (LPD.) Das G a u - Presseamt teilt mit: In jüngster Zeit emgetre- tene große Katastrophen haben gezeigt, daß trotz sofort ergriffener Hilfsmaßnahmen in vielen Fällen selbst unter Einsatz ungeheurer Opfer nur ungenü­gende Hilfe gebracht werden konnte.

Diese Tatsache hat das Amt für Beamte der NSDAP, unter Führung seines Amtsleiters Pg. Neef und dessen Stabsleiter Pg. R e u f ch bewogen, für eine ständige, schnellstens zur Verfü­gung'stehende Hilfseinrichtung einzutreten. Bei der kürzlich in München stattgefundenen Führertagung der NSDAP, konnte Pg. Neef den von allen füh­renden Persönlichkeiten unserer Bewegung mit Beifall aufgenommenenHilfszug Bayern" vorführen, dessen Entstehung der Opferbereitschaft und Volksverbundenheit aller nationalsozialistischen deutschen Beamten zu verdanken ist. Der Zug wurde der NS. - Volkswohlfahrt zur Verfügung gestellt und gibt die Möglichkeit, in Zukunft bei einqetretenen Katastrophen den betroffenen Volksge­nossen ausreichende, ja beste Hilfe zu bringen. Es sei nur erwähnt, daß die technische Einrichtung des Hilfszuges derart vollkommen ist, daß i n einem Tage 30 000 warme Verpfle­gungs-Portionen und außerdem 20 000 Liter heiße Getränke hergestellt werden können. Selbst eine Großschlächterei mit eigener Kühlanlage ist vorhanden. Ein Operations - undRevier- wagen sowie Werkstatt- und Pionier­wagen lassen den Hilfszug als wahres technisches Wunderwerk erscheinen.

Jeder einzelne deutsche Beamte ist stolz darauf, ein solches Werk mit ermöglicht zu haben, hat doch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Pg. Heß durch seinen persönlichen Dank an Pg. Neef den Opfergeist der deutschen Beamtenschaft aner­kennend gewürdigt, hat der Stabsleiter der PO. Pg. Dr. Ley doch das vorbildliche Beispiel als für die Deutsche Arbeitsfront nachahmenswert bezeichnet. Und die Bitte der deutschen Beamten an alle Volks­genossen: Lernt einsehen, daß wir nichts anderes fein wollen und sind als Volksgenossen.

Die GA.

Die Bezeichnung der SA. und ihrer Unter­gliederungen.

Berlin, 8. Jan. In einem Runderlaß des Ober­sten SA.-Führers heißt es über die Bezeich­nung der SA. und ihrer Untergliede­rungen u. a.i Die gesamte SA., d. h., alle der Obersten SA.-Führung unterstellten Gliederungen werden in dem BegriffDie SA." zusammen- gefaßt. Zur SA. gehören daher: Die eigentliche oder aktive SA. Sie setzt sich aus SA. und SS. zu­sammen, die SA.-Reserve I und II, das NSKK. SA., SS., SAR. I, SAR II und NSKK. bezeichnet man als Gliederungen der SA.

Der S A. - M a n n ist die Bezeichnung f ü r a l l e Angehörigen der der Obersten S 21. - Führung unterstellten Gliederungen. Die Mehrzahl von SA.-Mann heißt SA.-Männer, nicht SA.-Leute. Der SA.-Mann kann daneben noch bezeichnet werden als SS.-Mann, SAR.-Mann, NSKK.-Mann. Der SA.-Mann kann sein: S A. - Führer (vom Sturmführer einschl. aufwärts), SA.-Unterführer (vorn Scharführer einschl. bis Obertruppsührer einschl.), und SA.-Mann (Rot­tenführer, Sturmmann, SA.-Mann). Daneben kann auch die Bezeichnung SS.- (SAR.-, NSKK.-) Füh­rer und -Unterführer verwendet werden. Alle noch nicht endgültig eingereihten oder überführten An­gehörige der SA., SS., SAR. und NSKK. tragen die Bezeichnung S A. - Anwärter (SS.-, SAR.-, NSKK.-Anwärter).

Alle Gliederungen der SA. (SA., SS., SAR. und NSKK.) bestehen aus Einheiten. Die niedrigste Einheit ist der Sturm, Sturmbann, Standarte usw. bis zur Obergruppe (Oberstlandes­verband) werden ebenfalls als Einheiten bezeichnet. Bei Trupps und Scharen spricht man von Unter­einheiten.

Hitlerjugend und DDA.

Der Wille zu kameradschaftlicher Zusammenarbeit.

Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (DDA.) und die Hitlerjugend geben folgende Erklä­rung ab:

Die Eigenart der volksdeutschen Arbeit erfordert besondere Organisationsformen. Um die reichsdeut- fchen Schulen an ihr zu beteiligen, bestehen a n d e n Schulen Stützpunkte der VDA.- Arbeit, die getragen werden von Lehrern, Eltern und Schü­lern. Diese Schülergemeinschaften sollen Vorkämp­fer sein für die volksdeutschen Opferaufgaben und Bildungsaufgaben im Rahmen der gesamten Deutschtumsarbeit. Sie wenden sich mit ihrer For­derung an die gesamte Schuljugend (Im tätigen Dienst kann ein Fünftel der Schülerschaft ^Die Hitlerjugend wird den VDA. darin unter­stützen, insbesondere bei großen Sammlungen (Opferwoche) und Veranstaltungen, wie dem Fest der deutschen Schule. Die Hitlerjugend wird ihre Mitglieder für den Dienst in den B D A. - Gemeinschaften gegebenenfalls beurlau­ben Der DDA. beteiligt sich maßgeblich an der volksdeutschen Schulung innerhalb der Hitlerjugend. Um die einheitliche Formung der deutschen Jugend zu sichern, sollen die jugendlichen Führer der DDA.-Schulgemeinschaften, wie auch ihre Mitglieder, möglichst auch Angehö­rige der Hitlerjugend fern Für die kame­radschaftliche Zusammenarbeit sind die Unterführer verantwortlich.

Zn Schuhhast genommen.

DNB. M ü n ch e n, 9. Jan. Der Hauptbelastungs­zeuge tm Prozeß gegen den Seminardirektor Roß­berg e r, Präfekt Hartl, der nach der Verurtei­lung Rohberqers am 5. Januar wegen Greuelpro- paganda verschwunden war, ist am Dienstag früh nach umfangreichen Ermittlungen von der

Der Winter 19 23/24 brachte unserem Vater­lande bei den an sich schon trostlosen Zeitumständen eine besondere Erschütterung. Der hemmungslose Parlamentarismus hatte in Sachsen und Thüringen Verhältnisse geschaffen, die den Zu- ammenhalt des deutschen Volksganzen in schwere Gefahr brachten.

In diesen Ländern hatten die linksradikalen Elemente die Gewalt an sich gerissen und gefähr­deten die Reichsverfassung. Zur Wiederherstellung geordneter Zustände war dem damaligen Chef der Heeresleitung General von S e e ck t die Vollmacht übertragen worden, mit Hilfe des Reichs­heeres dem kommunistischen Treiben ein Ende zu machen. Mitteldeutschland stand noch unter dem Eindruck der Taten des Mordbrenners Max Hölz, und die ordnungsliebende Bevölkerung atmete auf, als die Wehrmacht in mehreren Kolonnen in Sach­en und Thüringen einrückte. Man hatte mit be­waffnetem Widerstand gerechnet. Das überraschende und planmäßig durchgesührte Erscheinen der Truppe wirkte aber derart, daß es nur zu kaum nennens­werten Zusammenstößen zwischen der Wehrmacht und irregeleiteten Anhängern der kommunistisch- marxistischen Hetzer kam. DieseFührer" hatten ich, als sie merkten, ihre Betätigung wird gefähr­lich, schnell durch Ausreise zumeist nach der Tschechoslowakei in Sicherheit gebracht. Sie ent­gingen leider der gerichtlichen Verfolgung.

Wir wollen nicht vergessen, daß die Wehrmacht im Winter 1923/24 nach dem Kriege sich zum drittenmal einsetzte, um uns vor den von Rußland aus geleiteten kommunistischen Umsturz­bestrebungen zu befreien. Der Kampf gegen Spartakus, besonders in Berlin, und die Niederwerfung des Aufstandes im Ruhrgebiet hatte schwere blutige Opfer gekostet, die der Allgemeinheit gar nich^ bekannt geworden ind. Stets eingedenk der Treue zum Vaterlande hatten sich Offiziere, Kompanien, Freikorps und die Reichswehrmacht auf das Tapferste eingesetzt, um deutsches Wesen, deutsches Gut und deutsches Recht zu schützen und unser Volkstum vor gänz­lichem Zerfall zu bewahren. Damals war der Geg­ner im Besitz großer Mengen von Waffen und Mu­nition, selbst von Geschützen schwersten Kalibers. Trotzdem gelang es der militärischen Führung, in verhältnismäßig kurzer Zeit den Widerstand der Aufrührer zu bxechen.

Die Kampfmittel in Sachsen und Thüringen waren durch die Entwaffnung unseres Gesamtvolkes erheblich geringer als in den Zeiten bis 1921, und deshalb verlief das militärische Unternehmen in den beiden Ländern glücklicherweise fast unblutig. Dafür konnte eine ausgiebige V e r s o r g u n g s t ä t i g- feit für d i e bedürftige Bevölkerung durch die Truppe einsetzen. Wie auch jetzt bet der Winterhilfe, verschaffte die Truppe durch Werbung und Sammlung Mittel für Heizung und Verpfle­gung, die bei dem strengen Winter besonders >dank- bar angenommen wurden. Die Polizeigewalt lag in beiden Ländern in der Hand der Truppe, bis Re­gierungen gebildet waren, die der Reichsleitung die Gewähr boten, gesetzmäßige Zustände zu erhalten. Als einer der letzten von den eingerückten Truppen­teilen verließ das Gießener Grenadier- Bataillon im März 1924 Weimar, wo es zu­letzt in Unterkunft lag.

Wien, 9. Jan. (DNB.) Unter dem Vorsitz Starhembergs traten sämtliche Bun - desführer der Heimwehr zu vertraulichen Besprechungen zusammen in denen über die grund- ätzliche Haltung der Heimwehrführung zu dem ver- chärften Kampf der Regierung gegen die National- ozialisten beraten wurde. Es kam auch zu einer längeren Unterredung zwischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß und Starhemberg. Bei den Besprechun­gen zwischen Dollfuß und Starhemberg soll es sich um die Frage handeln, wie weit der Kampf der Re­gierung gegen die Nationalsozialisten auf die voll- tändige Unterstützung der Heimatjchutzführer in den Ländern rechnen kann.

Bekannt ist, daß seit langem innerhalb derHeim- wehr verschiedenartige Strömungen herrschen und in den grundsätzlichen politischen Fra­gen vielfach weitgehende Meinungsver­schiedenheiten bestehen. Bezeichnend hierfür ist die Erklärung des stellvertretenden Landesführers von Niederosterreich, daß dseVaterländische Front" des Bundeskanzlers immer häufiger gegen alle Grundsorderungen einer saschistischen Erneuerung verstoße und heute nichts anderes sei, als eine Maske für die absterbende C h r i st l i ch - S o z i a l e Partei. DieVaterländische Front" sei nur eine Front der Parteipolitiker aus Angst vor den Na­tionalsozialisten. Es werde jedoch nicht mehr gelin­gen, den demokratischen und liberalen Kurs in Oesterreich unter anderemNamen zu retten. DieE:n- heitsfront aller jungen nationalen, faschistischen Strafte in Oesterreich wachse. In diesem Kampfe gebe es kein Kompromiß innerhalb der Heimwehren.

Die Führertagung des Heimatschutzes wurde ab­gebrochen und vertagt. Die Landesführer wur­den angewiesen, sich in Wien zur Fortsetzung der Beratungen bereit zu halten. Die Aus­setzung der Tagung gilt, wie verlautet, weiteren Aussprachen des Bundesführers Starhemberg mit Bundeskanzler Dollfuß über die von der Regierung zu verfolgende Politik, worüber die Hei- matschutzführer eine grundsätzliche Entscheidung er­warten. Aus der Unterbrechung der Führertagung kann geschlossen werden, daß die bisherigen Gegen­sätze innerhalb des Heimatschutzes gegenüber der Reqierungspolitik noch keineswegs über­brückt sind und somit neue Versuche gemacht werden sollen, eine geschlossene Halt u n g der Heimatschutzführer im Kampf gegen die na ionalfo- zialistische Bewegung zu ermöglichen. Vielleicht ist auch die Annahme nicht fehl, daß man auf Seiten

Erfreulicherweise ist seither die Wehrmacht zu Öen Zwecken nicht wieder eingesetzt worden. Die

^swehr als Träger der Ueberlteferung des großartigsten Heeres, das je die Welt erlebt hat, als politisch unberührter Organismus im Volksganzen, als der durch Gesinnung, Ausbildung und Mannes­zucht gekennzeichnete Machtfaktor des Staates stand und steht Gott sei Dank makellos in den Gescheh­nissen unserer Volksentwicklung da, und wir kön­nen überzeugt sein, daß es so bleibt. Die Wehr­macht kommt n u.r für das Verhinderndes Entstehens und die Niederwerfung offenen Aufruhrs in Frage. Bei dem, im Vergleich zu der Zeit gleich nach dem Kriege ge­ringen Vorhandensein kampfkräftiger Waffen in Händen der Bevölkerung bestand in den vergange­nen zehn Jahren keine Besorgnis, daß offener Auf­ruhr irgend welchen Erfolg gehabt hätte. Die Wehr­macht wäre in kürzester Zeit Herr der Lage gewesen.

Da sich das Heer von politischen Strömungen fernhielt und weiter fernhalten muß, fehlt ihm die propagandistische und belehrende Einwirkung auf die Bevölkerung zur Verhinderung staatsfeind­licher und volksbedrohender Bestrebungen. Es ist der klugen Führung der nationalsozialistischen Be­wegung durch unseren Volksführer und Kanzler gelungen, solche Bestrebungen immer mehr zu un­terbinden und dem Reichsheere ein Eingreifen zu er­sparen. Wie hoch der Kanzler den Wert des deut­schen Heeres gemeint ist allerdings die alte kai­serliche Armee einschätzt, geht aus seinen Aus­sprüchen inMein Kampf" hervor:Das deutsche Heer war die gewaltigste Waffe im Dienste der Freiheit der deutschen Nation und der Ernährer ihrer Kinder", undWas das deutsche Volk dem Heere verdankt, läßt sich kurz zusammenfassen in ein einziges Wort, nämlich:Alles".

Der Nachfolger der deutschen Armee des Welt­krieges, unsere Reichswehr, wird sich dieser Anerkennung auch würdig erweisen und das sein und bleiben, was eine Wehrmacht im Staate fein muß, Ü i e ultima ratio der Staatsge­walt. Albert Lehsten kennzeichnet in folgenden schlichten Versen charakteristisch die Seele des Reichswehrsoldaten, der von Ueberhebung frei, dessen Haupteigenschaft aber unbeirrbares Pflichtgefühl ist:

Warum ich noch trage das feldgraue Kleid, Niemand zu Liebe, niemand zu Leid, Weil mir im Herzen der Glaube noch lebt, Einst sich Deutschland wieder erhebt! Abzuschütteln in alter Kraft, Not und Knechtschaft, Trübsal und Haft!

Warum ich noch trage das feldgraue Kleid, Niemand zu Liede, niemand zu Leid, Retten gilt es den alten Geist, Geist eines Zielen, Seydlitz und Kleist! Geist, der nicht trachtet nach Geld oder Tand, Der im Kampf sich verzehret fürs Vaterland. Drum trag' ich voll Stolz noch das feldgraue Kleid, Niemand zu Liebe, niemand zu Leid, Drum red' ich der Jugend von Mars-la-Tour, Drum streif ich mit ihr durch Wald und Flur, Darum reit ich voran ihr, mag's wettern, mag's fchnein, Und, will es einst Gott, in den Feind hinein!

des Heimatschutzes die Wirkung des neuen Kampfes der Regierung gegen die Nationalsozialisten erst abroarten will.

Oie Fremdenindustrie am Erliegen.

Wien, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Infolge des Ausfalles des Fremdenverkehrs durch die 1000= Mark-Sperre sieht sich die österreichische Bundes­regierung veranlaßt, eine zweite Notverord­nung zur Hilfeleistung für die notlei­dende Fremdenverkehrsindustrie zu erlassen. Die Verordnung setzt fest, daß diejenigen Fremdenverkehrsbetriebe, welche ohne ihr Verschul­den außerstande sind, aus den Betriebseinnahmen die laufenden Betriebsausgaben, so­wie die fälligen Kapitalrückzahlungen und Zinsen der Jnveftitionskredite, die vor. dem I.Mai.1933 ausgenommen wurden, zu decken, die Aufsicht über ihre Geschäftsführung beauftragen können. Ein solcher Antrag hat die Wirkung, daß weder der Konkurs er­öffnet, noch ein Pfand- oder Befrie­digungsrecht erworben werden kann.

Die Tiroler Kammer für Handel, Ge­werbe und Industrie hat einstimmig, eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Wir Tiroler haben bewußt einen ausschlaggebenden An­teil unserer Wirtschaft von einer Befruchtung ab­hängig gemacht, die uns nur unser großes Bruderland bieten kann. Aber nicht nur wirt­schaftlich hat unser gesamtdeutsches Denken und Handeln Ausdruck gefunden. In Tirol haben schon vor 13 Jahren 98 v. H. der Bevölkerung in einer Volksabstimmung ben Zusammenschluß mit dem Deutschen Reich gefordert. Dies geschah zu einer Zeit, in der dort die innerpolitischen Ver­hältnisse wahrlich in der Tiroler Bevölkerung noch nicht den Wunsch rege machen konnten, ihnen auch bei uns Heimatrecht zu verleihen. Wir aber hör­ten damals s o gut wie heute auf die Stimme des Blutes, und so war Tirol auch das Land, in dem die ersten Bekenner jener Grund­sätze, die heute im Deutschen Reich herrschen, Asyl suchten vor der Aechtung in ihrem Vaterlande. Heute aber werden f a st nur mir Tiroler von der Einreisesperre des Deutschen Reiches vernich­tend betroffen. Am Schluß der Ent­schließung werden von der österreichischen Regierung energische Taten verlangt, um die durch die politische Lage entstandene schwere Krise im Lande Tirol zu mildern.

Katholische Geistlichkeit und neuer Staat.

Stuttgart, 9. Januar. (DNB.) Bischof Dr. S p r o l l (Rottenburg) sprach in Stuttgart vor Geistlichen überDie Aufgaben der Zeit". Er er­klärte, daß die katholischen Geistlichen sich posi­tiv zum neuen Staat [teilten und alles anerkannten, was der neue Staat auf verschiedenen Gebieten erstrebe und erreicht habe.Wir halten dem Staate die Treue und erfüllen auch die Ver­pflichtung des Artikels 32 des Konkordats, der das Verbot parteipolitischer Tätigkeit des Klerus enthält. Wir wollen nicht das Rad der Zeit zurückdrehen." In einer Entschließung, die auch der württembergifchen Regierung übermit­telt wurde, wird betont, daß der katholische Klerus keine staatsfeindlichen Elemente un­ter sich dulde und daß er sich durchaus positiv zur neuen Staatsgewalt stelle, da dies dem katho­lischen Gewissen und den Weisungen der Kirche entspreche.

Oie evangelische Kirche und ihre Landgemeinden.

Berlin, 9. Jan. (DNB.) In diesen Tagen hat der Deutsche Dorfkirchen -Verband, der seit 26 Jahren in allen Teilen des Deutschen Rei­ches an einer heimatlich volkstümlichen Gestaltung der Evangelischen Kirche gearbeitet hat, durch seinen Reichsführer, den ostpreußischen Bauern- und Siedlungspfarrer Richard P a l u k, den Eintritt in das Deutsche evangelische Männerwerk vollzogen. Der Dorfkirchenverband wird seine Aufgabe, die im Bauerntum immer wie­der neuaufbrechenden Kräfte deutschen Volkswillens in der Kirche mit der Botschaft des Evangeliums zu durchdringen und Wege zu echter Stan­des- und Dorfgemeinschaft zu bahnen, in engster Zusammenarbeit mit der Deutschen Evan­gelischen Kirche weiterverfolgen.

Or. Stange nicht Mitglied der NSDAP.

Berlin, 9. Jan. (DNB.) Zu dem vom Reichs­jugendführer eingeleiteten Ausschlußverfah­ren gegen den durch den Reichsbischof seines Amtes enthobenen Reichsführer der Evan­gelischen Jugend Dr. Erich Stange teilt der Vorsitzende des Reichsuntersuchungs- und Schlichtungsausschusses der NSDAP. Reichsleiter Major Buch mit, daß Stange satzungsgemäß niemals Mitglied der NSDAP, war. Es erscheint erneut notwendig, darauf hinzuweisen, daß nicht alle Personen, die das Parteiab­zeichen tragen, unbedingt Angehörige der NSDAP, sind.

Oie Strafanträge im Maikowski-prozeß

Berlin, 9. Jan. (DNB.) Im Maikowski-Prozeß stellte der Staatsanwalt heute nachmittag gegen die 53 kommunistischen Angeklagten die Strafan­träge. Er beantragte gegen d i e drei Haupt- räoelsführer die Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus, gegen weitere Angeklagte zwölf, elf, acht und drei Jahre Zuchthaus. Gegen sieben Angeklagte wurden je zehn Jahre Gefäng­nis beantragt. Die Strafanträge gegen die übrigen Angeklagten bewegen sich zwischen sechs Monaten und neun Jahren Gefängnis.

Aus aller Welt.

London wieder im Hebel. Drei Tote, 15 Verletzte.

Außergewöhnlich dichter Nebel führte in Lon­don wiederum zu mehreren schweren Verkehrs- Unfällen, bei denen drei Personen getötet und über 15 verletzt wurden. In einem Falle stießen zwei Omnibusse zusammen, wobei sieben Personen Verwundungen erlitten. An vielen Stellen Londons war der Nebel so dicht, daß Fechfackeln zur Regelung des Verkehrs benutzt werden muß­ten. Auch die Schiffahrt auf dem Kanal wurde stark behindert.

Fürstliche Gaste in München.

Aus Anlaß der Hochzeit des Grafen T o e r r i n g mit der Prinzessin Elisabeth von Griechen­land sind zahlreiche Gäste in München eingetrof­fen, unter ihnen König Georg von Grie­chenland mit Gefolge, Prinz Nikolaus von Griechenland mit Familie, Prinz Peter von Grie­chenland, Prinz Paul von Südslawien, die Erb­prinzen Hohenlohe-Langenburg und Leiningen. Die Kronprinzessin Cäcilie, der König von Rumänien und der Kronprinz von Ita­lien werden ebenfalls in München erwartet. Die Trauung findet am Mittwoch in Seefeld statt. Reichsstätthalter Ritter von Epp hat dem Kö­nig Georg von Griechenland einen kurzen Besuch abgestattet.

Koblenz erhalt ein Vefahnngs- und ©arnifon- Muscum.

In Koblenz hat in maßgebenden Kreisen der Plan, durch den Umbau der zum Schloß gehörenden Reit­halle und der anschließenden Stallgebäude ein Garnison- und Besatzungs-Museum zu erstellen, jetzt greifbare Gestalt angenommen. Für das Besatzungsmuseum sind umfangreiche Material­sammlungen angelegt. Auch für das Garnison- Museum werden sich die Stadtverwaltung, die ka­meradschaftlichen Vereine usw. bemühen, das Mate­rial zusammenzutragen. Vor diesem Museum soll ein Garnison-Denkmal erstehen. Die Arbeiten fallen bis Ende Herbst d. I. beendet sein.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich über dem Kontinent noch verstärkt und wird für die Gestaltung der Wetter­lage bestimmend sein. Wohl bildet sich weiterhin neblige Bewölkung, doch wird sich auch zeitweise infolge zusammensinkender Luft im Hoch der Him­mel 'aufklaren. Der Nachtfrost dauert weiter fort, wird sich sogar stellenweise noch etwas verschärfen.

Aussichten für Donnerstag: Nachts weiterhin Frost, neblig-wolkig mit Aufklaren, trocken.

Aussichten für Freitag: Im wesentlichen noch Fortdauer der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags 0,8 Grad Celsius, abends0,8 Grad; am 10. Januar: mor­gens3,7 Grad. Maximum 0,9 Grad, Minimum 4,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar abends0,3 Grad, am 10. Januar, mor­gens0,4 Grad Celsius.

Amtliche Winlersportnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, mi­nus 8 Grad, 30 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Sehr schöne Winterlandschaft.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V.

Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700.

Polizei gefunden worden. Präfekt Hartl befand sich in derartig zerrüttetem Nerven- und Gemütszustand, daß eine Vernehmung noch nicht möglich war. Er wurde zusei nerpersönlichenSicherh eit in S ch u tz h a f t g e n o m m e n , in der er jede Be­quemlichkeit genießt und in seiner Bewegungsfreiheit nur soweit eingeengt ist, als die Sorge für die Sicherheit seiner Person von Anschlägen auf Leben und Gesundheit erfordert. Der Grund für die Flucht Hartls ist darin zu juchen, daß Hartl nach der Ver­

urteilung Roßbergers eine Flut anonymer K a r- ten und Schmähbriefe erhalten hatte, die ihn zum Selbstmord treiben sollten oder ihm den gewaltsamen Tod androhten.

Der Stadtpfarrer von Traunstein, geistlicher Rat Joseph S t e l z l e, wurde aus Veranlassung der Politischen Polizei zu seiner persönlichen Sicherheit in S ch u tz h a f t genommen, da er durch seine Predigt am Dreikönigstage eine tiefe Empörung in der Traunsteiner Bevölkerung hervorgerufen hatte.

Heimwehr und Dollfuß-Kurs.