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ist und in der Frankreich mit seiner Kohlenwirt- schast die gesamte Saarindustrie beherrscht. Der Saarwinkel ist für Frankreich die Bresche, in der es sich im deutschen Reichsgebiet auf rheinischem Boden wirtschaftlich und politisch eingenistet hat. Es ist entschlossen, sich aus dieser Stellung nicht durch eine bloße Volksabstimmung herausdrängen zu lassen.

Seit Jahren erwägen die französischen Saarpoli­tiker Pläne über Pläne, wie der französische Ein­fluß an der Saar gesichert werden könne. Die früher ostentativ ausgesprochene, aber selbst von ihren Trägern nie ernst geglaubte Hoffnung, die Saarbevölkerung könne sich für den Uebergang in den französischen Staat aussprechen, ist heute gänz­lich aufgegeben. Die Vorgänge bei der Niederwald- Kundgebung, die Verschmelzung aller Saarparteien in der Deutschen Front, deren Zuwachs selbst aus sozialdemokratischem und kommunistischem Lager kommt, redet eine zu vernehmbare Sprache. D i e Saar gehört Deutschland. Das ist auch die Erkenntnis der zahlreichen Grüppchen, die unter stets neuem Namen in Paris und an der Saar für die Erhaltung der französischen Herrschaft werben. Zeitweilig hat man in Frankreich wohl noch von einer Teilung des Saarbeckens gesprochen, wo­bei es für selbstverständlich erklärt wird, daß der kohlenwirtschaftlich, aber auch militärpolitisch wichtigste Teil, der Warndt, an den lothringi­schen Nachbarn fallen müsse. Aber auch dieser Tei­lungsprozeß auf Grund der Volksabstimmung ist heute nicht mehr zu erwarten, da gerade im Warndt der Uebertritt in die Deutsche Front selbst aus den marxistischen Parteien bemerkenswerte Fortschritte macht.

So muß denn die Saarpolitik in Frankreich ihre Karte auf die andere Möglichkeit setzen: die Saar unter V ö l k e r b u n d s r e g i m e n t zu er­halten. Daß auch dafür bei der Saaranwohner­schaft keine Neigung besteht, diese Tatsache wird einfach beiseite geschoben. Um so mehr klammert sich die französische Hoffnung an den Umstand, daß leider nicht die Abstimmung der Bevölkerung schon über die künftige Saarzugehörigkeit bestimmt, son­dern erst die vom Völkerbund zu treffende Ent­scheidung, da er das Abstimmungsergebnis nur als Wunsch der Saarbevölkerung zu werten ge­nötigt ist.

Die französischen Pläne gehen in folgender Rich­tung: entweder soll der völkerrechtliche Zustand s o bleiben wie er ist; d. h. also Verwaltung des Saargebietes durch eine Regierungskommission des Völkerhundes mit vorherrschender Mitbestim­mung Frankreichs. Oder: es soll an der Saar e i n neutraler" Völkerbunds st aat errichtet werden, der sogar durch die Verlegung von Genf nach Saarbrücken zum Sitz des Völkerbundes (nckch dem Muster des römischen Kirchenstaates) erhoben würde. Oder: Herstellung- eines Saarfrei st aa- t e s unter Völkerbundsprotektorat nach Danziger Vorbild.

In allen Fällen arbeitet die deutschgegnerische Saarpropaganda mit der für die Ideologie des Völkerbundes berechneten Behauptung, zwischen Deutschland und Frankreich müsse eineneu­trale" Zone zu gegenseitiger Sicherheit (als ob die entmilitarisierte Rheinzone nicht schon leider Gottes da wäre) und als Schauplatz geistigen Ringens zwischen den großen Nachbarn, als Brücke wirtschaftlichen und kulturellen Güteraustausches eingeschaltet werden. Wir brauchen eine solche Völ­ker- und staatsrechtliche Mißgeburt wirklich nicht. Wenn Frankreich sie für nötig hält, mag es eine neutrale Zone auf elsaß-lothringischem Boden ein­richten, wo die Bevölkerung sowieso die Autonomie begehrt. Wie in Wirklichkeit ein neutraler Sammel­platz für die ringenden Geister aussehen würde, das läßt die Tatsache deutlich werden, daß Frankreich heute schon in Sorge ist, wohin mit den Lügen­hetzern, die als Emigranten aus Deutschland ge­flohen sind. Für sie soll eine Schutzzone an der Saar erhalten bleiben, wo die auch im Innern Frankreichs unwillkommenen Emigranten gewisser­maßen territorial kaserniert werden. Uns ist das schöne Saarland und seine tapfere Bevölkerung zu gut dafür. Glücklicherweise zeigt die französische Sorge, daß selbst die französischen Propagandisten nicht davon überzeugt sind, daß das Saargebiet ein neutraler Völkerbund oder ein Freistaat werden wird.

Deutsche Erziehergemeiuschaff.

DNB. B e r l in , 9. Jan. Am 9. Januar 1934 hat im Reichsministerium des Innern unter Vorsitz des Reichsführers, Senator Dr. von Hoff, eine Be­ratung des Führerrings der DEG. stattge­funden, die sich mit der Entwicklung der organisato­rischen Lage in den letzten Wochen und mit der am gleichen Taae veröffentlichten Verfügung des Reichs­leiters des NSLB. beschäftigte. Im Anschluß daran fand ein Empfang beim Herrn Reichsminister des Innern, Dr. F r i ck, statt, in dessen Verlauf die­ser in Uebereinstimmung mit dem Führer und Reichskanzler an seiner bisherigen Stellungnahme in der Frage der Organisation der deutschen Erzie­hergemeinschaft festbielt. Danach ist die DEG. nach wie vor die vom Reichsminister des Innern aner­kannte Organisation der Reichsfachver­bände auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts. Zur Klärung der noch offenen Fragen stellte der Minister für die nächste Zeit eine. B e - sprechung mit den maßgebenden Par­te i st e l l e n in Aussicht und ersucht die DEG., ihm baldigst Vorschläge füreine weitere Aus- g e st a l t u n g der Organisation der deutschen Er­zieher im Sinne seiner oben wiedergegebenen Auf­fassung zu unterbreiten.

Ständischer Aufbau und Reichsreform

Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der Stabsleiter der PO., Dr. Robert Ley, hat folgende Verordnung erlassen:Ich mache hiermit entsprechend dem Wil­len des Führers erneut allen Gauleitern zur Plicht, die Neubildung von angeblich ständi- schen Organisationen sowie Verlaut­barungen schriftlicher oder mündlicher Art ü b e r ständischen Aufbau zu verhindern. Die Vorbereitung des ständischen Aufbaues ist aus­schließlich Sache des Amtes für st ä n d i s ch e n Aufbau der NSDAP., dessen Verlautbarun­gen allein von Bedeutung sind. Gesetzlich verankert und parteiamtlich anerkannt sind nur Reichs­nährstand und Reichskulturkamme r."

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Dr. Ley gibt weiter folgendes bekannt: In der letzten Zeit laufen Meldungen ein, daß Parteigenos­sen, auch in führender Stellung, sich öffentlich in Wort und Schrift mit der zukünftigen Reichs- r e f o r m beschäftigen. Der Stellvertreter des Füh­rers, Rudolf Heß, hat Mich gebeten, mitzuteilen, daß jedem Parteigenossen in Zukunft bei strengster Strafe untersagt ist, sich in Wort und Schrift öffentlich mit Fragen der Reichs­reform zu befassen.

Verhinderter Anschlag gegen den japanischen Ministerpräsidenten.

Tokio, 9. Jan. (DNB.) Am Dienstag versuchte ein Japaner, offenbar in der Absicht, den M i n i - sterpräsidenten Saito zu ermorden, in die Wohnung Saitos einzudringen. Die Wache nahm jedoch noch rechtzeitig den Eindringling fest. Man fand bei ihm eine Waffe und einen Brief. Der Schreiber des Briefes führt aus, er wolle den japanischen Ministerpräsidenten töten, da so ein alter Mann wie Saito in den heutigen Zeiten nicht die japanische Politik erfolgreich lei­ten könne. Außerdem habe Saito den natio­nalen Willen des japanischen Volkes geschwächt. Der Festgenommene, der ins Polizeipräsidium ein- geiiefert wurde, verweigerte bisher jede Aussage.

Es ist nicht der erste Vorgang dieser Art. Viele bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens sind in Japan in letzter Zeit das Opfer nationalistischer Verschwörer geworden. Wir erinnern nur an die Ermordung des Ministerpräsidenten Jnukai, des­sen Mörder eben erst im Mittelpunkt eines Riesen­prozesses standen, der die Sympathien weitester Kreise des japanischen Volkes auf der Seite der Verschwörer sah. Nicht daß sie den Mord billigten, wohl aber die Argumente würdigten. Im­mer wieder kann man in Japan hören, daß die Unfähiakeit und Untätigkeit der Regierung und der politischen Führer das japanische Volk in ein nationales Unglück hineinmanövriert. Die Kreise, denen auch die Mörder Jnukais entstammen, wün­schen ober durchaus keine Politik des bewaffneten Friedens, der jeden Augenblick zu Explosionen füh­ren kann, aber den Gegnern Japans nur Zeit gibt, sich gegen Japan zusammenzuschließen; sie treten für ein sofortiges Losbrechen ein, um

Prag, 9. Jan. (DNB.) Auf der Prager Burg wurde am Dienstag die erste Vollsitzung des Wirt­schaftsrates der Kleinen Entente von Außenminister Dr. B e n e s ch eröffnet. In seiner Ansprache betonte Benesch, der Sinn der Kleinen Entente bestehe darin, daß die ihr angeschlossenen Staaten künftig Herren ihres Schicksals seien und nicht zulassen wollen, daß die übrigen Staaten, die größer und mächtiger sind als sie, um sie feilschen. Da es nicht möglich gewesen sei, der Kleinen En­tente auf politischem Gebiet beizukommen, seien Versuche unternommen worden, sie auf wirt­schaftlichem Gebiet zu treffen. Wenn es uns morgen gelingt, erklärte Dr. Benesch, aus der Klei­nen Entente einen wirtschaftlichen Orga­nismus zu machen, dann werden sie über uns herfallen, um uns die Verwirklichung dessen vorzu­werfen, was sie selbst als unmöglich, wenn nicht gar als lächerlich erklärten. Die Sitzung des Stän­digen Rats der Kleinen Entente vom l.Juni 1933 hat einen konkreten Plan der Zusam­menarbeit aufgestellt, und unsere heutige Ver­sammlung hat den Zweck, der internationalen öf­fentlichen Meinung zu zeigen, daß unsere Bemühun­gen nicht vergeblich waren und daß schließlich ein Weg zur definitiven Bildung eines neuen inter­nationalen Wirtschaftsorganismus in Mitteleuropa gefunden wurde, der natürlich auch segensreiche Wirkungen auf die Nachbarn unserer Staaten haben wird.

Der Zweck der Wirtschaftskonferenz der Kleinen Entente, die in Prag dieser Tage Zusammentritt, wird im PariserJournal" mit hinreichender Offenheit besprochen. Die Zukunft Mitteleuropas,! so heißt es da, beherrscht diese Konferenz, deren1 Ausgabe darin besteht, endlich die wirtschaftliche Zu-! sammenarbeit Rumäniens, Südslawiens und der Tschechoslowakei zu verwirklichen. Das Hauptargu­ment der Gegner ist, daß die Kleine Entente im Laufe von zehn Jahren es nicht zustande- brachte, sich wirtschaftlich zu organi­sieren, woraus zu folgern sei, daß die Liqui­dation des Habsburger Reiches ein unhaltbare Lage geschaffen habe, und daß zur Wiederherstellung der. wirtschaftlichen Einheit im Donaubecken eine Re vision geboten sei. Gegenwärtig stehen sich zwei, Auffassungen scharf gegenüber. Nach der franzö­sischen Auffassung sollen Italien und die Kleine!

Saarbrücken, 9. Jan. (DNB.) Auf die Be­schwerde der Deutschen Front über die Politik der Regierungskommission des Saargebiets hat diese jetzt in eingehenden Ausführungen geantwortet.

In dieser Antwort versucht die Saarregierung ihr Verhalten durch den Hinweis zu rechtfertigen, daß die Zahl der von Nationalsozialisten begange­nenTerrorakte" im letzten Vierteljahr zugenom­men habe, und daß der Saarregierung täglich Klagen aus den verschiedensten Teilen der Be­völkerung unterbreitet würden. Es gehe nicht an, die Verantwortung für diese Ausschreitungen so­genannten unverantwortlichen Elementen zuzuschie­ben. Die Antwort drückt dann das außerordentliche Bedauern der Regierungskommission aus, daß die Herren Röchling und Levacher, die seit 14 Jahren eng mit dem politischen Leben des Saar­gebietes verbunden seien, die Eingabe der Deut­schen Front mitunterzeichnet und ihre Par­teien kürzlich nach langem Zögern der NSDAP, unterstellt hatten. *

Die Regierungskommission befaßt sich dann mit oer Frage der Versammlungsverbote und r!£°nt' geschlossene Versammlungen grundsätz- uH erlaubt seien. Wegen zahlreicher Zwischenfälle !^ooch seien nicht nur die geschlossenen national» WZlaustlschen, sondern auch die kommunistischen -uerlammlungen, also für beideextremen Parteien", verboten worden. Die NSDAP, 'aber, heißt es in öer Antwort weiter, versuche die Verbote zu um- u C1s Jn^em f*e unter der BezeichnungEltern- abendeHeimatabende" usw. Versammlunaen üeran|talte, in deren Verlauf einflußreiche Mit-

die Widerfacher zu Boden zu werfen und überall Japans siegreiche Feldzeichen aufzupflanzen. Auch der Mann, den die Wache des Ministerpräsidenten Saito verhaftet hat, hat bei seiner Vernehmung ge­gen Saito ähnliche Vorwürfe erhoben wie die Mör­der Jnukais gegen ihr Opfer. Dabei ist der starke Mann der Tokioter Regierung weder der Minister­präsident noch der Außenminister sondern der Kriegsmini st er Araki, der äußerst zielbe­wußt vorgeht und dem man nachsagt, daß er kei­nen Augenblick zögern würde, die Gunst der Stunde zu nutzen, um den nationalen Willen der Japaner zu erfüllen. Gegen ihn richten sich auch alle An­griffe der Russen, die ihn richtig einschätzen. Trotz­dem areifen übereifrige Nationalisten immer wieder zur Waffe, um das japanische Volk von politischen Persönlichkeiten zu befreien, die nach ihrer Ansicht zu wenig Rückgrat zeigen.

China protestiert

gegen eine mandschurische Monarchie.

Schanghai, 9. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Wangtschingwei erklärte in einer Sitzung des chinesischen Kabinetts, daß die bevorstehende Ausrufung der mandschurischen Mo­narchie durch Puji die japanisch-chinesischen Ver­handlungen sehr erschweren würde. Die chine­sische Regierung lehne es nach wie vor ab, eine mandschurische Monarchie anzuerkennen. Sie stehe noch immer auf dem Standpunkt, daß die Mandschurei wie im Süden so auch im Norden ein untrennbarer Teil der chinesischen Republik sei.

Entente für eine Mächtegruppierung mit Oesterreich und Ungarn als Abwehr gegen den An­schluß gewonnen werben. Nach italienischer Auffassung soll die Kleine Entente zer­schlagen und Deutschland geschont wer­den. Ist es möglich, Italien für den französischen Standpunkt zu gewinnen? Diese Hoffnung wurde bei dem letzten Aufenthalt Dr. Beneschs in Paris zum Ausdruck gebracht. Die einzige Aus­sicht, sie zu verwirklichen, liegt darin, den wirt­schaftlichen Block der Kleinen Entente derart aufzubauen, daß man zwangsläufig mit ihm rechnen muß. Das ist eine sehr schöne Auf­gabe für die unter Beneschs Vorsitz in Prag zu­sammentretende Konferenz.

Der Barkanpakt.

Wie wird sich Bulgarien stellen?

Rom, 8. Jan. (DNB.) Bei einem Empfang von Vertretern der internationalen Presse erklärte der griechische Außenminister M a x i m o s, das Ziel des geplanten Balkanpakts sei nicht etwa die Bil­dung eines Balkanstaatenbundes, sondern die F e - stigung des gegenwärtigen Status quo auf dem Balkan. Ein Ausgang Bulgariens zum Aegäischen Meer, so fügte Maximos auf Befragen hinzu, würde den bestehenden Ver­trägen widersprechen. Griechenland sei aber bereit, Bulgarien weitgehende Erleichterun­gen für feinen Güterumschlag in einem ägäischen Hofen zu gewähren und hoffe, daß Bulgarien, mit dem vor kurzem in Athen über die bestehenden finanziellen und wirtschaftlichen Streitpunkte freund­schaftliche Verhandlungen stattgefunden hätten, sich von den gleichen Grundsätzen friedlicher Zusammen­arbeit werde leiten lassen. Nach der Auffassung des griechischen Außenministers, der heute von Rom noch London reist, hat der Balkanpakt nichts mit der Kleinen Entente zu tun. Alba­nien stehe vorerst den Verhandlungen um den Abschluß eines Balkanpaktes fern. Zunächst sollten ihm nur Griechenland, Südslawien, Rumänien und die Türkei anqehören. Er stelle mit Genugtuung fest, daß Mussolini der Auffassung zustimme. Sein» Politik stimme mit den Bemühungen um eine bessere Garantierung des allgemeinen Friedens überein.

glieder der Partei das Wort ergriffen hätten, um über politische Ereignisse zu sprechen.

In der Antwort der Regierungskommission wird zum Schluß betont, daß die Regierung keine Be­stimmungen der Notverordnungen zu bereuen ober abzuschwächen brauche, zu deren Erlaß sie vor einigen Wochen gezwungen worden sei. Sie habe dos feste Vertrauen, daß sie die Lage meistern werde; sie vertraue auch auf die tatkräftige Unter­stützung des Völkerbundes, die der Re­gierung noch niemals gefehlt habe. Schließlich wird in der Denkschrift noch festgestellt, daß sie die Zu­stimmung sämtlicher Mitglieder der Saarkommission gefunden habe. Nur das saarländische Mit­glied habe seinen abweichenden Stand­punkt beibehalten.

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Dieser Bericht der Regierungskommission an die Adresse des Völkerbunds iffgefragenoonau5- gesprochenem Haß gegen die national­sozialistische Bewegung, was nicht zu verwundern ist, wenn man weiß, daß der in der Regierungskommission beschäftigte, in Deutschland seit einiger Zeit strafrechtlich verfolgte frühere Ober­regierungsrat R i h e l an der Abfassung des Berichts maßgeblich beteiligt ist. Das allein kenn­zeichnet die Tendenz und auch die Dokumente, auf die sich die Denkschrift stützt. Die Unterlagen, ein­seitig zusammengesiellt, sind kürzlich von einem an­deren, ebenfalls von der Regierungskommission an- gestellten Emigranten namens Lehnert in seiner Eigenschaft als Polizeikommissar in Neunkirchen sichergestellt worden. Obwohl diese Dokumente erst

jetzt bekannt geworden sind, versucht die Regierungs­kommission mit ihnen nachträglich ihre seinerzeitigen Verordnungen zu rechtfertigen. Unverhohlen geht aus jedem Wort der Denkschrift die Verärgerung darüber hervor, daß das bewußteDeutsch- tum an der Saar sich gemäß der Neuordnung der Dinge in Deutschland ohne Unterschied der Partei mit dem Nationalsozialis­mus in der Deutschen $ront zusam­mengefunden hat. Der Versuch der Denkschrift, trotz dieser Einigung die Führer der früheren Par­teien gegen den Nationalsozialismus auszuspielen, zeigt am besten, wie wenig Sinn die Regierungs­kommission für die geistige und vaterländische Eini­gung im Reich und an der Saar ausbringt. Allein der Umstand, daß die Regierungskommission bei ihren Maßregeln Nationalsozialismus und Kommunismus alsextreme Parteien" an­einander gleich stellt, genügt als Zeugnis für die subjektive Einstellung der Regierungskom­mission. Sie glaubt, die Förderung der Beziehungen des Saardeutschtums mit dem Reich als gesetz­widrige Machenschaften einer politischen Partei brandmarken zu können, die sich auf ihreaus­wärtigen Beziehungen" berufen. Auch das ist ein Zeichen für die mangelnde Objektivität der Saarregierung; denn laut Saarstatut ist die Saar­regierung als Treuhänder einer Bevöl­kerung eingesetzt, die auch heute nicht ihre deutsche Staatsangehörigkeit ver­loren hat.

Das deutsche Volk an der Saar wird trotz dieser Provozierung durch eine ihm aufgedrungene, land­fremde Regierungskommission sich in seiner vorbild­lichen Ruhe und feinem Ordnungssinn nicht wankend machen lassen. Alle wenig ver­schleierten Versuche, die Saarbevölkerung in ihrer Einigkeit zu erschüttern, werden sie nur noch fester zusammenschließen im Kampf um die Wiedervereinigung mit dem deutschen Vaterlande, lande.

Der steckbrieflich gesuchte Ober- regreruugsrat Ritzel als Hand­langer der Gaarkommüfion.

Berlin, 9. Jan. (DNB.) Das Deutsche Krimi­nalpolizeiblatt bringt auf der Seite 1649 noch ein­mal ein Bild des steckbrieflich gesuchten Oberregie­rungsrates a. D. Heinrich Ritzel mit dem Er­suchen um sofortige Verhaftung. Es handelt sich dabei um den ehemaligen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, Oberregierungsrat an der Provinzialdirektion Oberhessen und am Kreisamt Gießen, Heinrich Ritzel, der sich nach der Machtergreifung durch die Regierung der nationa­len Revolution der Verfolgung wegen krimineller Delikte durch die Flucht in das Saargebiet entzogen bat und dort mit anderen Emigranten, darunter M a ch t s (früher in Darmstadt) und L a u r i o 11 e (früher in Butzbach) eine eifrige Hetztätigkeit gegen das Deutschtum entfaltet.

Ritzel ist in diesen Tagen mit den anderen ge­nannten ehemaligen Polizeibeamten von der Saar­kommission in die Kriminalpolizei des Saargebietes eingestellt worden und wird nun also auch in amtlicher Eigenschaft auf die deut­sche Beamtenschaft losgelassen. Ritzel, der wegen ein^s schweren Vergehens steckbrieflich gesucht wird, ist der besondere Vertrauensmann des Franzosen Heimburger in der Rsgierungs- kommission. Ritzel hat auch die Denkschrift der Re­gierungskommission für den Völkerbund als Ent­lastungsschrift gegen die Beschwerde der Deutschen Front verfaßt. Schon aus diesen Tatsachen allein kann man den Wert des Materials und die Art der Verwendung erkennen. Der Vorgang wirft ein be­zeichnendes Licht auf dieunparteiische" Tätigkeit der Regierungskommission des Saargebietes.

Die Wahrheit dringt durch.

Stimmen der Vernunft unter den französischen Frontkämpfern. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Während diegroße" französische Presse sich von Emigranten zu einer Kampagne gegen die Rückgabe des Saar­gebiets bestimmen läßt, mehren sich die Stimmen vernünftiger Franzosen, die sich der G e f a h r d i e - ses Treibens wohl bewußt sind. Es handelt sich dabei keineswegs um Pazifisten oder um elsässische Autonomisten, sondern um Franzosen und Front- kämpfer. Vor uns liegt ein Leitartikel der Wochen­zeitschriftLe C r i de Lyon" vom 15. Dezember, in dem der Herausgeber R. Meunier unter der bezeichnenden UeberschriftLe point noir (Der dunkle Punkt) mit bemerkenswerter Offenheit d i e wirkliche Lage an der Saar behandelt. Wir müssen es diesem ehrlichen Franzosen hoch anrech­nen, ro°nn er z. B. wörtlich sagt:Das Saargebiet ist u n b e ft r eitbar deutsches Land; seine Bewohner sind immer noch Deutsche. Nachdem un­sere Literatur uns seit Jahrzehnten die Treue der Elsässer für Frankreich gerühmt hat, müssen wir vor der Vaterlandsliebe der Saar­länder die gleiche Achtung haben. 15Jahre Fremdherrschaft haben diese Liebe nur immer stär­ker gemacht. Vielleicht wird man uns darum für schlechte Franzosen halten, aber wir können nicht eine Sache fördern, die ein großer Fehler zu werden droht. Wir alten Frontkämpfer dürfen wohl noch den Mund aufmachen, damit hier nicht ein unüber ft eigbares Hindernis für die deutsch-französische Verständiaung aufgerichtet wird, das nur dem englischen Geschäftspatriotis­mus dient.

Die Arbeitslosenstatistik hieb- und stichfest.

Präsident Sprup weist Verdächtigungen des Auslands zurück.

Berlin, 9 Jan. (DNB.) In einem Aufsatz im Wirtschaftsring" weist der Präsident der Reichs- anstatt für Arbeitslosen-vennittlung und Arbeits­losenversicherung, Dr. S y r u p , die immer wieder im Ausland auftauchenden Verdächtigungen gegen die Ar­beitslosenstatistik entschieden zurück. Syrup sagt: Die Reichsanstatt kann die volle Gewähr für die gemeldeten Zahlen übernehmen. Sie kann dies um so mehr, als die gemeldeten Zahlen nach verschiedenen Methoden auf fahrlässige Unstim­migkeiten kontrolliert werden. Unter den 21/4 Millionen im Laufe des Sommers ausaeschie- denen Arbeitslosen befanden sich mehr als 2 Millio­nen unterstützts Arbeitslose und nur V< Million Arbeitsloser, die nicht unterstützt wurden. Dr. Sy­rup weist ferner darauf hin, daß die von der

Die Kleine Entente als Stnrnihock Frankreichs gegen den Anschluß.

Benesch will die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Oonauraum organisieren

Der Haßseldzng gegen die deulsche Einheitsfront an der Saar. Oie Regierungskommission verfälscht die Tatsachen. - Emigranten als Hellershelfer der Landfremden.