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Preußen.

Oer Kampf gegen Preistreibereien.

LPD. Fran kfurt a. M., 8.Nov. Der Herr Regierungspräsident in Wiesbaden teilt mit: Das Anziehen der Viehprerse in den letzten Monaten hat zu Steigerungen der Fl e i s ch - und Wurstpreise geführt. Diese allgemein vorgenom- menen Preiserhöhungen sind wirtschaftlich ungerecht­fertigt und haben unter allen Umständen zu un­terbleiben. Nach den getroffenen Feststellungen sind die Fleischverkaufspreise zu einer Zeit, als die Viehpreise zurückgingen, diesem Rückgang nicht oder nicht genügend gefolgt. Die Vieh­preise haben aber jetzt noch nicht überall die frühere Höhe wieder erreicht. Selbst wenn daher einzelne Betriebe vorübergehend sich mit einer kleineren Ge­winnspanne begnügen müßten, wäre das nur ein Ausgleich für die Gewinne der Ver­gangenheit. Allen Versuchen einer ungerecht­fertigten Erhöhung der Fleisch- und Wurstwaren­preise wird daher entgegengetreten und insbesondere der Preisschilder zwang und Preisverzeichniszwang straff überwacht. Gegen unzuverlässige Elemente wird nachdrücklichst eingeschrittten und erforderlichenfalls die Schlie­ßung ihrer Geschäfte veranlaßt. Gleich­zeitig wird darauf hingewiesen, daß weder die In­nungen noch irgendwelche sonstigen Vereinigungen das Recht haben, Kleinoerkaufspreise vorzuschreiben, öder auch nur zu empfehlen bzw. Mindest- oder Höchstpreise festzusetzen. Für eine solche Regelung ist wie seither ausschließ­lich meine Zuständigkeit gegeben. Sollten die Klein­verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren, auch ohne daß sich das Vorliegen von Preisvereinbarun­gen oder Empfehlungen nachweisen läßt, eine un­gerechtfertigte Höhe erreichen, so wird die Fest­setzung von Höchstpreisen in Erwägung gezogen werden.

Für 90000 M. Invalidenmarken gestohlen.

LPD. Frankfurt a. M., 8. Nov. In einem hiesigen Büro sind aus einem Schreibtisch zwei

Päckchen mit Invalidenmarken ent­wendet worden. In dem einen Päckchen befan­den sich 10 000 Stück der Lohnklasse VII zu 4,20 RM. je Stück, in dem anderen 10 000 Stuck der Lohnklasse VIII zu 4,80 RM. je Stück. Da Jnvali- denmarken nur durch die Postämter bezogen wer­den können, besteht die Möglichkeit, daß die ent­wendeten Marken in den Lohnbuchhaltungen grö­ßerer Betriebe bzw. bei Behörden zum Kauf an­geboten werden. Es wird gebeten, Personen, die derartige Marken zum Kauf anbieten, festnehmen zu lassen.

Kreis Biedenkopf.

K Gladenbach, 8. Nov. Der Pächter der Gemeindejagd Kehlnbach - Römershausen veranstal­tete eine Treibjagd. Der Erfolg waren 23 Hasen und 1 Reh. Auch der Pächter der Gemeinde­jagd in Runzhausen veranstaltete eine Treibjagd, bei der 25 Hasen, ein Reh und ein Fuchs zur Strecke gebracht wurden. Die Landwirt- schaftsschule Gladenbach begann dieser Tage mit einem Winterlehrgang, an dem sich eine ganze Anzahl Iungbauern und Jungbäuerinnen beteiligen. Der Bauer Karl Happel in Erd­haufen wurde von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau zum Wirtschaftsassistenten er­nannt. Der Diplom-Landwirt Dr. Ernst Lenz von hier wurde als Landwirtschaftslehrer an die Landwirtschaftsschule zu Biedenkopf berufen.

Vorsicht bei defekten Lichtschaltern!

Lpd. D a r m st a d t, 8. Nov. In Spachbrücken wurde heute nach ein 41jähriger Landwirt im Stall tot aufgefunden. Die polizeilichen Ermitt­lungen ergaben, daß der Mann, als er gegen 23 Uhr nach Hause kam, noch einmal in den Stall ging und dort das elektrische Licht einschaltete. Der Schal- t e r war jedoch seit einigen Tagen defekt, und er nahm eine eiserne Zange zu Hilfe, um das Licht einzuschalten. Dabei wurde er vom elektrischen Strom getroffen, der seinen sofortigen Tod herbeisührte.

Aordheffens Vertretung bei den Deutschen Gerätemeisterschaffen

Die 130 besten Kunstturner Deutschlands bestritten,, wie schon ausführlich von uns berichtet wurde, am Samstag und Sonntag in der Dortmunder West­falenhalle die Deutschen Gerätemeisterschaften. Der Turngau Nordhessen hatte dazu vier Vertreter zu stellen. Ahrens, T.- u. Spv. Marburg, trat angeblich wegen Krankheit nicht an. A. Fink vom T.- u. Spv. Marburg lag zu Beginn des Kampfes an aussichtsreicher Stelle. Er stürzte dann aber vom Reck, brach den Mittelhandknochen und mußte so leider ausscheiden. Da blieben noch die beiden Vertreter der Aelteren Kasseler Turnge­meinde: Kurt Wedekind und Gergs. Beide schlugen sich tapfer und zeigten sich vor allem in den Kürübungen von der besten Seite, nachdem sie bei den äußerst schwierigen sechs Pflichtübungen 101,1 bzw. 88,8 Punkte erreichten. Wedekind wäre es beinahe gelungen, mit zu den 15 Besten zu zählen. Bei drei von 6 Kürübungen holte er sich jedesmal über 18 von den 20 erreichbaren Punkten (Pferdsprung 19,4 Punkte). Insgesamt brachte er es (Pflicht- und Kürübungen) auf 206,3 von 240 er­reichbaren Punkten (der Deutsche Meister Schwarz­mann erzielte 243,6 Punkte) und kam damit in der Rangliste auf den 22. Platz. Gergs holte sich bei den Kürübungen auf eine tadellose Bücke am Längspferd eine Vollwertung (20 Punkte).

Zwischenrunde um den Handbal!-Pokal.

Die Zwischenrunde um den Deutschen Handball- Pokal, an dem sich bekanntlich die 16 Gaumann- -schaften beteiligen, wird wie bekannt, am 18. November ausgetragen. Nachdem vom Fach­amt für Handball die Gegner bereits bestimmt worden sind, stehen nunmehr auch die Austragsorte wie folgt fest: Brandenburg Ostpreußen in Ber­

lin: Baden Bayern in Mannheim; Westfalen Schlesien in Minden; Niederrhein Nordmark in Barmen.

Oie Schneelausriege des Turnvereins von 1846.

In ihrem Bestreben, ihren Mitgliedern eine mög­lichst vielseitige sportliche Betätigung zu bieten, haben viele Turnvereine schon seit Jahren die Schneeschuhläufer in ihren Reihen in Abteilungen zusammengefaßt. So bleibt auch bei der Ausfahrt in die winterliche Bergwelt der Kameradschafts­kreis der sommerlichen sportlichen Betätigung er­halten, und es erübrigt sich das Einleben in einen neuen Kreis. Durch die Schaffung der Fachsäulen wurde nun die Turnerschaft gezwungen, alle die vorhandenen Schneelaufgemeinschaften in ihren Vereinen in einer festen Organisation zusammen­zufassen. Dies ist nunmehr durch die Fachschaft Schneelauf in der Deutschen Turnerschaft geschehen, die körperschaftliches Mitglied des Deutschen Ski- Verbandes ist.

Unter diesen Bestrebungen ist auch die Schnee­laufriege zu neuem Leben erwacht, gerade recht, um in der Wintersportwerbewoche mitzuhelfen, dem Schneelauf neue Anhänger zu gewinnen. Wie auf allen anderen Gebieten wird es der Turnerschaft als wertvollste Aufgabe gelten, der breiten Masse, insbesondere den Anhängern, ihre größte Sorgfalt zu widmen. Es werde daher in möglichst vielen Lehrgängen, sowohl im Hochgebirge wie in den schneesicheren Mittelgebirgen, sofort Lehrwarte aus­gebildet, die ihr Können in den Dienst aller Läufer aus Turnerkreisen stellen werden. Die Schneelauf­riege beabsichtigt, diese Ausbildungsmöglichkeiten weitgehendst zu benutzen, um die Schar der vor­handenen Lehrwarte in amtlichen Lehrgängen weiterbilden und bestätigen zu lassen.

Eingliederung derTum-undSportjngend in dieHZ.

Eine Vereinbarung.

lieber die Eingliederung der Turn- und Sport­jugend des Gaues XIII (Südwest) in die HI. wurde zwischen dem Beauftragten des Reichssportführers, Gruppenführer B e ck e r l e, und dem Gebietsführer der HI. von Hessen-Nassau (Gebiet 13) Walter Kramer folgende Vereinbarung getroffen:

Auf Grund des Vertrages vom 25. Juli 1934 zwischen dem Reichssportführer und dem Reichs­jugendführer werden für den Gau XIII (Südwest) folgende Ausführungsbestimmungen erlassen:

1. Die Eingliederung der Turn- und Sportjugend des Gaues XIII in die HI. von Hessen-Nassau muß bis zum 30. November 1934 vollzogen sein. Die Ueberführung der Jugendlichen (Knaben von 10 bis einschließlich 18 Jahren, Mädchen von 10 bis ein­schließlich 21 Jahren) muß im Sinne der Rund­funkrede des Reichsjugendführers an die deutschen Eltern geschehen. Sie ist keine Muß-, sondern Soll­vorschrift. Der Uebertritt der Jugendlichen liegt in der Hand der Eltern und erfolgt nach dem in der HI. bestehenden Grundsatz der Freiwilligkeit. Ju­gendliche, die nicht freiwillig in die HI. eintreten, die aber vor dem 30. November 1934 bereits Mit­glied eines Vereins des Reichsbundes für Leibes­übungen (RfL.) waren, können deswegen nicht aus dem Verein ausgeschlossen werden.

Die Vereine melden bis zum 30. November 1934 in listenmäßiger Aufstellung die Jugendlichen von 10 bis 14 Jahren an die zuständigen Jungbanne, von 15 bis 18 Jahren an die zuständigen Banne, ebenfalls die Uebungsleiter, die in die HI. ein­treten wollen.

2. Nach dem 30. November 1934 kann kein Ju­gendlicher, der nicht Mitglied der HI. ist, einem Verein des RfL. beitreten bzw. dort ausgenommen werden.

3. Die Doppelmitgliedschaft in der HI. und den Vereinen des RfL. ist nach den Vereinbarungen des

Reichsjugendführers mit dem Reichssportführer zu« lässig und erwünscht.

4. Die Bann- oder Jungbannsührer überweisen die übernommenen Jugendgruppen der Vereine an dis örtlich zuständigen Untergliederungen, ebenfalls die gemeldeten Uebungsleiter.

5. Der Sportabend der HI. ist der Donnerstag. Es wird angestrebt, daß für diesen Tag alle Turn, hallen der Stadtverwaltung und der Vereine der HI. zur Verfügung gestellt werden. Am 1. und 3. Sonntag jeden Monats führt die HI. den Ge. ländesport durch, die beiden übrigen Sonntage sind für die Wettkämpfe und Spiele der Vereine frei.

6. Die Vereinbarungen über geldliche Entschä. digungen werden zwischen den Führern der Unter« gliederungen und den Vereinen auf gütlichem Wege getroffen. Bei Unstimmigkeiten entscheidet der zuständige Vertrauensmann des Bezirksbeauftrag« ten des Reichssportführers im Einvernehmen mit dem zuständigen Bannführer.

7. Eine Beitragsermäßigung für Jugendliche, dis gleichzeitig der HI. und einem Vereine des RfL. angehören, ist allgemein nicht möglich. Besonders mittellosen Jugendlichen kann die HI. von Fall zu Fall gewisse Erleichterungen zugestehen. Die Vereine werden ersucht, in ähnlichen Fällen über­haupt keinen Beitrag zu erheben oder ihn stark zu ermäßigen.

8. Die vorstehenden Ausführungsbestimmungen finden sinngemäß Anwendung für den BdM., für weibliche Jugendliche von 10 bis 21 Jahren. Der Sportabend des BdM. ist der Montag.

Frankfurt a. M. und Wiesbaden, den 27. Okt. 1934. Der Beauftragte des Reichssportführers für den Gau XIII (Südwest).

(Gez.) Beckerle, Gruppenführer.

Der Führer des Gebietes 13 (Hessen-Nassau).

(Gez.) Kramer, Gebietsführer.

Handball im GauXll (Kreis Lahn-Om).

Oie Meisterschaftsspiele am Sonntag.

Kreisklasse I:

Staffel I: Spv. 05 Wetzlar Tv. Atzbach: Im Vorspiel erlitt seinerzeit Wetzlar eine glatte Niederlage. Ein besseres Resultat herauszuholen wird diesmal schon gelingen. Ob es allerdings zu einem Siege langen wird, erscheint fraglich. Die Gäste werden sicher alles daransetzen, um ihre Po­sition zu verbessern.

Tv. Groß-Rechtenbach Tv. Dornholzhausen: Die Spielstärke der Mannschaften des Hüttenbergs hat sich, den letzten Ergebnissen nach zu urteilen, merklich ausgeglichen. Es wäre daher auch verfehlt, einer der beiden Mannschaften eine klare Chance zu geben.

Tv. Hörnsheim To. Hochelheim. Nicht viel an­ders liegt die Sache in diesem Lokalkampf. Die Gäste haben am letzten Sonntag durch die Nieder­lage gegen Groß-Rechtenbach zwei wichtige Punkte eingebüßt und werden daher alles auf eine Karte setzen, um wenigstens hier zu siegen. Es steht aller- dings dahin, ob dies gelingt, zumal die Platzbesitzer schon im Vorspiel nur ganz knapp unterlagen. Man rechnet mit einem harten Kampf, dessen Ausgang ungewiß erscheint und erst mit dem Schlußpfiff ent­schieden sein sollte.

Staffel II: Tv. Heuchelheim Tv. Lich: Heu­chelheim sollte hier einen klaren Sieg herausholen können, zumal die Mannschaft Verstärkung erhal­ten hat, die sich bereits gut einführte. Lich wird sich auf ein einigermaßen günstiges Abschneiden be­schränken müssen.

To. Holzheim Tv. Lang-Göns: Ein Lokal­kampf! Es treffen sich hier zwei Mannschaften, die schon oft die Klingen gekreuzt haben. Man rechnet in diesem Spiel den Platzbesitzern eine Chance für den Sieg zu.

VfB.-Reichsbahn Gießen Tv. Albach: Gießen zeigte in dem letzten Spiel eine Formverbesserung und dürfte bei einigermaßen gutem Willen den Gästen ein harter Gegner sein. Das Können der Albacher solle sich aber trotzdem durchsetzen können.

Kreisklasse II:

Staffel I: Tv. Garbenheim Tv. Dutenhofen; Wetzlar II Tv. Erda; Cleeberg Nauborn; Ob Dutenhofen in Garbenheim etwas ausrichten wird, erscheint fraglich, denn die Platzmannschaft ist auf eignem Platz schwer zu bezwingen. Das gleiche gilt für Erda in Wetzlar. Ob Nauborn Cleeberg auf eigenem Platz schlagen kann, steht noch dahin.

Staffel II: Tv. Launsbach 1900 Gießen Ist Tv. Lollar Tv. Wißmar; Tog. Ruttershausen gegen Tv. Staufenberg: Launsbach sollte die Gäste schlagen können. Offen find die Spiele in Lollar und Ruttershausen.

Staffel III: Mtv. Gießen II Tv. Hochel­heim: Tv. Grüningen To. Garbenteich: Sieben sollte zu Haufe gegen die Hochelheimer sicher ge­winnen, während Grüningen aus eigenem Platz gegen Garbenteich schwer zu kämpfen haben wird.

Staffel V: Tv. Homberg Tv. Alsfeld; Tv. Romrod Tv. Burg-Gemünden: Homberg wird auch auf eigenem Platze die Gäste kaum bezwingen können, während das Spiel in Romrod sicher ein harter Kampf werden wird. Den Platzbefitzern kann man durch den Vorteil des eigenen Geländes eine kleine Siegeschance geben.

Kreisklasse III.

Wetzlar-Niedergirmes II Tv. Krofdorf II; Tv. Heuchelheim II Tv. Lützellinden II; Tv. Münch- Holzhausen II Tv. Holzheim II: Für Krofdorf dürfte in Niedergirmes nichts zu holen sein. Ein sicherer Sieg für die Platzmannschaft! Aehnlich dürfte es Lützellinden in Heuchelheim gehen, wenn auch der Unterschied nicht groß sein wird. Münch­holzhausen muß sich anstrengen, wenn es die Gäste aus Holzheim geschlagen nach Hause schicken will.

Jugendklasse:

Tv. Niedergirmes Tv. Atzbach: Auch hier steht ein Sieg für Niedergirmes außer Frage. Die Gäste werden sich für ein annehmbares Resultat schon sehr anstrengen müssen.

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