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Halle.

Vornotizen.

Obecheffen

afrika dagegen lagere ständig warme, feuchte, äqua­toriale Luft, die ein tropisches Klima und eine tropische Vegetation zur Folge habe. Und in beiden Landstrichen wohnten deutsche Menschen! Was in Südwest an Zivilisation und Kultur im Lande sei, sei ausschließlich den Deutschen zu verdanken. In diesem Lande der Dürre hätten alle anderen Natio­nen versagt.

In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner an Hand von Karten und vielen schönen Lichtbildern seine Reise durch Südwestafrika. Er führte seine Zuhörer im Geiste von Lüderitzbucht aus in die Gebiete der Diamantenminen, die gegen­wärtig stilliegen, weil niemand Diamanten kaufen könne; er schilderte den Aufschwung der Wüsten­küstenstadt Lüderitzbuch vor etwa 30 Jahren, sprach von dem Wirken der Deutschen in dieser Stadt und

Güdwestasrika und Südostafrika."

von den Großtaten der deutschen Frauen, die dort mit wenigen Mitteln Großes leisten müßten. Durch die Stillegung der Diamantenminen sei die Stadt Lüderitzbucht an ihrem Lebensnerv getroffen. Man müsse bangen um das Schicksal der dortigen deut­schen Familien. Der Redner wandte sich dann der Landwirtschaft zu, die in weiten Gebieten nur in der Karakulschafzucht bestehen könne. Für ein Schaf müsse ein Lebensraum von 4 bis 5 Hektar gerechnet werden. Ein Farmer müsse über ein Areal von 20 000 Hektar verfügen, wenn er sich halten wolle. Südwest sei also kein Land, das deutschen Bevölke­rungsüberschuß aufnehmen könne. Südwestafrika werde aber für uns von wirtschaftlich höchster Be­deutung sein, wenn es möglich wäre, Produkte aus diesem Lande mit Markwährung zu bezahlen. Die Fruchtbarmachung südwestafrikanischen Landes sei übrigens eine Frage der Behebung der Wassernot. Wo es Wasser gebe (am Waterberg, im Vogts­grund usw.), seien schöne Weiden, Luzernefelder und selbst paradiesische Gärten zu halten. Schließ­lich führte der Redner die Zuhörer im Geist noch in die Otavi-Kupferminen, die völlig stillgelegt seien. Den ersten Teil seines Vortrages beschloß Prof. Dr. Obst mit dem Wunsche, daß es uns Deutschen einst gelingen möge, Südwestafrika wieder zu erhalten, die Wasserfrage zu lösen und dadurch das Land aufzuschließen.

Dann beschäftigte sich der Redner mit Südost­afrika. Er schilderte von Durban (Port Natal) ausgehend diese reiche Hafenstadt, die ungeheure wirtschaftliche Entfaltung (die sofort auf ein reiches Hinterland schließen lasse), die Pracht der Straßen, das Leben in Durban, das überraschenderweise stark östlich orientiert sei. In den Niederungen der tro­pischen Landschaft werde viel Zuckerrohr, in höheren Lagen viel Mais gebaut. Im Hochland Südost­afrikas siedelten sich nicht weniger denn etwa 10 000 deutsche Farmer an, die das Land außerordentlich intensiv kultivierten. Im Geiste erlebte man dann die Stadt Iohannisburg und ihre Umgebung, das Goldland, das Hochfeld von Transvaal. 50 v. H. der Goldproduktion der Welt sei von den Gold­feldern bei Iohannisburg. Schächte führten bis zu 2400 Meter in die Tiefe.'Mit kurzen Betrachtungen über den Eisenbergbau in Prätoria, über den Kul­turzustand der in Südostafrika ansässigen Neger, über das Wirken der deutschen Farmer im nörd­lichen Teil Südostafrikas und mit einer kurzen Würdigung der gesamten Kulturpionierarbeit der Deutschen in diesem reichen Lande, beschloß der Redner seinen vielseitigen, hochinteressanten Vortrag.

steigerungsbestimmungen bekannt, unter denen fol­gende für die Landwirte als bemerkenswert erschei­nen: Die Nutzvieh-Beschaffungsgesellschaft tritt nur als Treuhänder zwischen dem Verkäufer und dem Käufer auf. Die Tiere werden gegen Barzahlung verkauft, ohne Gewähr von feiten der Nutzvieh-Be­schaffungsgesellschaft. Letztere ist jedoch berechtigt, den Kaufpreis in Empfang zu nehmen und ge- aebenenfalls den Rechtsweg zur Eintreibung zu be­schreiten. Irgendwelche Ansprüche wegen Mängel der Tiere rechtfertigen keineswegs die Einbehaltung des Kaufpreises. Bei den als tragend zum Verkauf gestellten weiblichen Tieren wird die Trächtigkeit mit einer Gewährfrist von neun Monaten garan­tiert. Für jedes verkaufte Tier wird von dem Käufer eine Verwaltungsgebühr und Stallgeld von 3 v. H. erhoben.

Angeboten waren 14 Stück hochtragende Rinder und Kühe, außerdem noch erst vor kurzem gekalbte und frischmelkende Kühe, die sämtlich aus Pom­mern und Ostpreußen stammten und 2% bis 10 Jahre alt sind. Auffallend war das gute Aussehen und damit auch die Qualität der Tiere. Bei den frischmelkenden Kühen waren besonders die Milch­anlagen und die Milchleistung, die mitunter mehr als 20 Liter pro Tag betrugen, hervorragend. Eine Anzahl Tiere wurde verkauft. Die Preise bewegten sich zwischen 280 und 390 Mark.

Landkreis Gießen.

£ Hungen, 8. Nov. Dreißig Jahre steht der Bergmann Otto Funk von hier ununterbrochen im Dienste des Braunkohlen - Schwel­werks, Kraftwerk Hessen, Frankfurt a. M. (He frag), in Wölfersheim bzw. der frühe­ren Braunkohlengrube und Brikettfabrik Friedrich in Trais-Horloff, die vor einigen Jahren in dem erstgenannten Werk aufging. Diese vorbildliche Treue ist durch das Werk in einem besonderen Dankschreiben, sowie durch einen größeren Geld­betrag anerkannt worden.

3 Obbornhofen, 6. Nov. Vor einer zahl­reichen Zuhörerschaft hielt hier in der Wirtschaft von Fritz Wenzel der Landesführer des Reichsbun­des der Kinderreichen, Löhr- Frankfurt a. M., einen interessanten Vortrag überAufgaben und Ziele des Reichsbundes der Kin­derreichen." In klarer Weise erklärte der Red­ner die von unserer Reichsregierung in bevölke­rungspolitischer Hinsicht verfolgten Ziele. In dieser Beziehung sei der Reichsbund als Willensträger dazu berufen, den Ideen unseres Führers sichtbaren Ausdruck zu geben und sie in das Volk hineinzu­tragen. Um einen erbgejunden Nachwuchs heran­zuziehen, sei es Aufgabe des Reichsbundes, alle unsozialen, mit dem Geiste der heutigen Zeit nicht zu vereinenden Verhältnisse zu beseitigen und be­sonders in den asozialen Wohn- und Lebensver­hältnissen zahlreicher kinderreicher Familien Ab­hilfe zu schaffen. Um Deutschland auf einer Be- oölkerungsziffer von 66 Millionen zu halten, müßte jede erbgesunde deutsche Familie vier Kinder haben, andernfalls bestehe bei der Fortdauer der heutigen Entwicklung die Gefahr, daß in 150 Jahren die deutsche Bevölkerung nur noch 17 Millionen zähle und von Fremdvölkern durchsetzt sei. Für diese Entwicklung gebe uns das Frankreich von heute ein Beispiel. Jede deutsche Familie könne heute wieder auf eine stattliche Kinderzahl stolz sein, denn unser Führer werde nichts unversucht lassen, um den kinderreichen Familien eine soziale und wirt­schaftliche Besserstellung zu gewährleisten, wofür die neue Steuergesetzgebung erneut den Beweis gelie­fert habe. Die Ausführungen des Vortragenden wurden allenthalben mit Beifall aufgenommen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde der Vortrag beendet.

Kreis Friedberg.

+ Butzbach, 7. Nov. Die jüngste Monatsver- sammlung der O r t s g ru p p e der NSDAP fand im großen Saale desHessischen Hof statt. Für den verhinderten Ortsgruppenleiter sprach Studien­rat Dr. R o e s ch e n einleitende Worte. Dann sprach

Erste Obstausstettung in Hausen.

# Hausen, 7. Nov. Der Ob st- und Gar­tenbau verein Hausen veranstaltete in der Gastwirtschaft von H. Fink eine O b st s ch a u, um zu zeigen, welche Aepfel und Spätbirnen von den hiesigen Obstzüchtern angepflanzt werden. Es war dies die erste Ausstellung von Obst, die je­mals in Hausen durchgeführt wurde. Die Erwar­tungen in bezug auf Menge und Güte des aus­gestellten Obstes und die Zahl der Besucher wur­den weit übertroffen. Die Samenhandlung H. Hahn (Gießen) hatte eine Anzahl beim Obstbau verwendbare Geräte, sowie Baumwachs, Raupen­leim und sonstige Gebrauchsgegenstände mit aus­gestellt.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins, Lehrer Zöller, der auf die Bedeutung der Obstschau für unser Dorf hinwies, hielt Obst­bauinspektor R e n t s ch - Friedberg einen durch Gründlichkeit ausgezeichneten Vortrag über wichtige Obstbaufragen, im besonderen wies er auf richtige Baumpflanzung und auf die Wichtigkeit der Schädlingsbekämpfung hin. Die schlimmsten Schäd­linge in unserer Gegend, der Winterfrostspanner, der Ringelspanner, die Blut-, Schild- und Blatt­läuse, der Apfelwickler, im besonderen auch der in seiner Gefährlichkeit noch wenig be­kannte Apfelblattfloh (Apfelblattsauger) vernichten alljährlich einen großen Teil unserer Ernte. Große Mengen Obst werden auch durch Schorf (Fusicla- dium) unansehlich oder gar unverwendbar. Gegen alle diese Zerstörer kann man nur dann mit Aus­sicht auf Erfolg kämpfen, wenn man ihnen im Winter mit Obstbaumkarbolineum und im Sommer mit arsenhaltigen Flüssigkeiten, mit Kupferkalkbrühe und anderen scharfen Mitteln auf den Leib rückt. Die Ausführungen des Redners fanden reichen Bei­fall.

In der nachfolgenden anregenden Besprechung wurde noch manche Frage geklärt. Der Vereinsvor­sitzende dankte dem Redner für den überaus lehr­reichen Vortrag. An die anwesenden Obstzüchter richtete er die Mahnung, das Gehörte in die Tat umzusetzen, im besonderen den Obstbauverein, der die Spritzarbeiten im kommenden Jahre erweitern und andere den Obstbau fördernde Maßnahmen durchführen wolle, tatkräftig zu unterstützen.

Bürgermeister Göbel ergänzte die Mahnungen des Vorredners und versprach, die wertvollen Ar­beiten des Obstbauvereins durch die Gemeindebe­hörden kräftig unterstützen zu wollen, zum Nutzen für alle.

In seinem Schlußwort betonte der Vereins­vorsitzende, daß noch alljährlich viele Millio­nen Mark für fremdes Obst in das Ausland wan­dern. Diese Ausgaben müssen allmählich bedeutend gesenkt werden und endlich ganz aufhören. Es muß nach und nach dazu kommen, daß der Deutsche nur noch deutsches Ob st kauft und ißt; dazu ist aber nötig, daß der Obstzüchter den Wei­sungen des beratenden Fachmannes folgt und sich bemüht, größere Obsternten zu erzielen und durch Hebung der Güte d^s Obstes bei dem Käufer die Lust nach fremder Ware auszuschalten. Wer so ar­beitet, handelt im Sinne unseres Führers und der Reichsregierung, denn er hilft mit, uns vom Aus­land unabhängig zu machen und dient gleichzeitig der Hebung der Volksernährung. Der Vereinsvor­sitzende schloß mit den Worten: Förderung des Obstbaues ist Dienst an Volk und Vaterland." Milchvieh - Versteigerung in Butzbach.

+ Butzbach, 8. Nov. Heute fand hier die erste Milchvieh-Versteigerung statt, die von der Nutzvieh-Beschaffungsgesellschaft der Bauern­kammer in Frankfurt veranstaltet worden war. Aus der näheren und weiteren Umgebung waren viele Landwirte gekommen, um die Güte des aufgetrie­benen Viehes kennenzulernen und auf diesem juden- frcien Markt sich einzudecken.

Der Vertreter und Leiter der Auktion Johann- s e n von der Bauernkammer gab zunächst die Ver-

Tageskalender für Freitag: Kreis­leitung Gießen der NSDAP.: 19 Uhr, Landgraf- Philipp-Platz, Gedenkfeier zum 9. November; Ge­denkrede Kreisleiter Pg. K l o st e r m a n n ; anschlie- ßend Gedächtnisfeier, der Gießener SA. im Stadt­theater mit Ansprache vom Stundartenführer Lut­ter.Aquarium": Gedenkfeier der alten Kämp­fer; Gedenkrede Pg. Thomas. NS.-Frauen- schaft Gießen-Ost: 20.15 Uhr,Schützenhaus", Orts­gruppenversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:So endete eine Liebe". Astoria-Licht- spiele, Seltersweg:Wo ist das Kind der Made­leine F.?".

Ein Militärkonzert, ausgeführt vom MusiUorps unserer hiesigen Reichswehr (Leitung Obermusikmeister E. K r a u ß e), findet am kommen­den Sonntag im Caf6 Leib statt. (Siehe gestrige Anzeige.) *

** Ernennung. Durch Urkunde des Herrn Stoatsministers wurde der Kanzleiassistent auf Probe bei dem Amtsgericht Gießen Dersorgungsanwärter Wilhelm Schmidt unter Berufung in das Be­amtenverhältnis mit Wirkung vom 1. August 1934 zum Kanzleiassistenten ernannt.

** Abendgottesdienste inderJohan- neskirche als musikalische Feiern. In der Johanneskirche sollen im kommenden Winter einige Abendgottesdienste als musikalische Feiern gestaltet werden. Hiermit soll am nächsten Sonntag begonnen werden. Musiklehrer und Organist N e - b e l i n g wird folgende Orgelwerke darbieten: Jo- ?iann Sebastian Bach, Präludium und Fuge in F, owie Toccata und Fuge D, Dorisch, außerdem Jo­hann Gottfried Walther, Partiten über den Choral Jesu, meine Freude" und Delphin Strungk, Orgel­choralLaß mich dein sein und bleiben". Gemeinde­gesang und eine Ansprache werden in diese Reihen­folge eingefügt werden.

* Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Klein-Karben, Kreis Friedberg. Die Dienstwohnung wird am 1. November 1934 frei.

** Till-Eulenspiegels Gastspiel i m C a f 6 Leib. Gestern nachmittag fand im Cafe Leib ein einmaliges Gastspiel der Berliner Till- Eulenspiegelbühne statt, deren Ertrag zugunsten der Winterhilfe Verwendung finden wird. Viele Kinder hatten sich, zum Teil mit ihren Eltern, eingefunden. Große Freude herrschte, als sich der Vorhang hob, nachdem vorher eine lustige Person und außerdem Till-Eulenspiegel höchst selbst kurze Ansprachen zur Einleitung gehalten hatten. Dann sah man auf bunter Bühne die Streiche des Till-Eulenspiegel: wie er den Rat des Schusters befolgt, durch das Fenster in das Haus steigt und durch das Dach das Haus wiederUt viel Gepolter verläßt, wie er die Schneider veralbert, die ihn zuvor verlachten, wie er bie Ratsherren um ihr Geld bringt, nachdem er zuvor den Esel lesen gelernt hatte. In weiteren hübschen Bildern sah man, wie es der Wirtin Rosa­linde übel ergeht, weil sie der Till für von ihr erlittenen Unbill auf das Herdfeuer des Schmiedes setzt und der Schmied selbst für seine Hartherzigkeit bittere Lehren ernten muß. Schließlich mußte man gar erleben, wie der König selbst von Till zum Narren gehalten wie der Wirt für seine Groß­mäuligkeit bestraft wird und dergleichen Streiche mehr. Die Kinder waren den losen Scherzen ein dankbares Publikum, das lebhaft bedauerte, als das Spiel zu Ende ging. Die Darsteller, Herren aus Berlin, bemühten sich um eine gute Aufführung.

Rundfunkproqramm.

Samstag, 10. November.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkon- zert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Funk­orchesters. 13: Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten 14.45: Jugendfunk. Die Räuber. Von Friedrich von Schiller. 16: NachmittagsDoppel-Kon- zert. 18: Stimme der Grenze 18.20: Stegreifsen­dung. 18.35: Tagesspiegel. 18.45: Unterhaltungs­konzert. Volkslieder mit Klavierbegleitung von Joh. Brahms. 19.15: Volksmusik. 19.45: Stegreiferzäh­lung. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Um­schau. 20.15: Friedrich Schiller. Feier des deutschen Rundfunks zum 175. Geburtstag des Dichters. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik.

blaue hessische Kröpfer-Tauben: sehr gut I mit Zu­schlagspreis und für schwarze sehr gut I mit Zu- jchlagspreis, sehr gut I und gut; Heinrich S ch e i d t- Eckartshausen für Rote hessische Kröpfer-Tau­ben sehr gut I mit Zuschlagspreis, sehr gut I, sehr gut und gut.

Neuregelung der Besteuerung der Zwei- und Oreir^dkrastfahrzeuge.

Wie aus einem Runderlaß des Reichsfinanzmini­steriums hervorgeht, sollen Zwei- und Dreiräder wie bisher steuerlich gleich behandelt werden. Auf die Gewichtsbegrenzung von 350 kg soll verzichtet werden. Der Reichsfinanzminister bestimmt, daß bis auf weiteres alle Zweiräder und Dreiradfahr- zeuge mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine ohne Rücksicht darauf, welches Eigengewicht sie haben, steuerlich als Krafträder behandelt werden. Diese Regelung gilt sowohl für die Erneuerung von Steuerkarten zugelassener Kraftfahrzeuge, als auch bei der Zulassung neuer Fahrzeuge. Die laufenden Steuerkarten bleiben in Gültigkeit. Sind Viertel-, Halb- oder Jahressteuerkarten im Lauf und würde bei Berücksichtigung der neuen Begriffsbestimmung für den Rest der Gültigkeitsdauer der Steuerkarten Steuerbefreiung eintreten, oder die Steuer sich er­mäßigen, so ist das Finanzamt ermächtigt, auf An­trag den Unterschiedsbetrag zu erstatten, der sich gegenüber der entrichteten Steuer ergibt. Voraus­setzung ist, daß der Antrag bis zum Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte gestellt wird und der Unterschiedsbetrag mindestens 5 RM. ausmacht. Bei der Berechnung des Unterschiedsbetrags ist für jeden vollen Monat, der nach dem 31. Oktober 1934 liegt und für den die Steuer entrichtet ist, ein Betrag in Höhe von einem Zwölftel der Jahres­steuer anzusetzen. Wird Steuer erstattet, so sind die Steuerkarten und die Kraftfahrzeugsteuerlisten zu berichtigen.

Daten für Freitags y. November.

1841: König Eduard VII. von England in London geboren (gestorben 1910); 1918: Rücktritt des Reichskanzlers Prinz Mar von Baden; Ausrufung der Republik in Deutschland; Abdankung Kaiser Wilhelms II. und sein Uebertritt über die hollän­dische Grenze; 1923: auf dem Odeonsplatz in München sterben 18 Nationalsozialisten den Helden- tob; 1933: Ehrung ber Toten von 1923; der Führer weiht das Mahnmal vor bTr Feldhernr-

Die Gesellschaft für Erd - und Völker­kunde eröffnete gestern abend ihre Vortragsreihe für das Winterhalbjahr 1934/35.

Prof. Or. Kluthe

betonte zunächst, daß sich die Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde verpflichtet fühle, diejenigen Teile der Wissenschaft, die einem breiteren Publikum zu­gänglich zu machen seien, zu vermitteln. Die Ge­sellschaft wolle in ihren Vorträgen nicht nur die Erde und ihre Gestaltung erfassen, sondern auch den Menschen in seinem Lebensraum, die Wirt­schaft und die Politik. Wer in diesem Kreise Sen­sationen erwarte, werde allerdings enttäuscht sein. Er (Redner) freue sich über die stattliche Anzahl von Zuhörern, die Den hier behandelten Wissens­gebieten Interesse entgegenbrächten. Den Gedanken an die Kolonien wachzuhalten, habe sich die Gesell­schaft besonders zur Pflicht gemacht. Dies um so mehr, als man heute bereits in England den Deut­schen das Recht auf Kolonialbesitz nicht mehr streitig mache. Aus diesem Grunde sei auch das Thema des Abends ganz besonders interessant.

Nachdem Prof. Dr. Kluthe noch das Pro­gramm der Wintervortragsreihe zur Kenntnis ge­geben hatte, erteilte er dem Redner des Abends das Wort.

Professor Or. Obst-Hannover

stellte dann in klarer Gliederung die beiden Gebiete Südwe ft afrika und Südo st afrika ein­ander gegenüber. Beide Länder feien voneinander grundverschieden. An der Küste Südwestafrikas streiche eine kalte Meeresströmung entlang. Die Folge seien trockene Winde. Seit fünf Jahren habe es in Südwestafrika nicht geregnet lieber Südost-

Krelsleiterstellvertreter Vieth- Friedberg. In sei­nen mehr als VA-ftünbigen Ausführungen besprach er bie Unzulänglichkeiten bes früheren Parteien­staates unb ber einzelnen Parteien. Besonders hob er bie wichtigsten Phasen ber Entwicklung ber na­tionalsozialistischen Bewegung bis zur Uebernahme ber Macht am 30. Januar 1933 burch ben Führer Aböls Hitler hervor. Seit bieser Zeit wirb bas neue Reich aufgebaut. In einbringlichen warnenden Worten wandte sich der Redner gegen die unberech­tigte Kritik an den Maßnahmen der Regierung. Jene Kritiker sollen besser tun, am Aufbau des Dritten Reiches mitzuhelfen, nicht nur zu ihrem eigenen Wohle, sondern auch zum Besten des Va­terlandes. Zum Schlüsse kam er auf die Einrich­tung des Winterhilfswerkes zu sprechen. Jeder Volksgenosse solle nach eigenen Kräften opfern, damit kein Deutscher Hunger zu leiden brauche. Die SA.-Kapelle verschönerte den Mitgliedsabend durck eine Anzahl Märsche. Dr. R o e s ch e n gab noch einige wichtige Mitteilungen bekannt und schloß die Versammlung in althergebrachter Weise.

Kreis Schollen.

x. Schotten, 5. Nov. Gestern Nachmittag sand hier im Saale derKrone" eine Versammlung der Brandmeister und der freiwilli­gen Feuerwehren des Kreises statt, zu der fast alle Wehren Vertreter entsandt hatten. Der Kreis Schotten ist der einzige oberhessische Kreis, in dem jede Gemeinde ihre freiwillige Feuerwehr besitzt. 39 davon hat Regierungsrat Schwan ge­gründet in Verbindung mit Kreisfeuerwehrinspektor E b e r h e i m. Im Hinblick auf diese Verdienste überreichte der Vorsitzende des Verbandes, Ober­brandmeister Otto Stang- Schotten, den beiden Herren eine schöne Ehrenurkunde. Es schloß sich daran ein ausführlicher und interessanter Vortrag von Branddirektor Braubach- Gießen über den Luftschutz an. Der Vortragende wies auf die große Gefahr hin, die dem luftempfindlichen Deutschland, dem man einen aktiven Luftschutz verbiete, aus ber Luft seitens ber hochgerüsteten Nachbarlänber brohe. Er erläuterte eingehenb bie Arten unb bie Wirkung ber Spreng-, Splitter- unb Branbbomben. Es gelte einen umfassenben zivilen Luftschutz zu or­ganisieren. Dabei seien auch bie freiwilligen Feuer­wehren zur Mitarbeit notroenbig. Genaue Aufklä­rung ber Bevölkerung fei nötig. Lebhafter Beifall folgte ben Ausführungen bes Rebners. Kreisleiter Kromm sprach seine Freube barüber aus, baß jeber Ort bes Kreises seine freiwillige Wehr habe. Er mahnte zur Einigkeit unb Geschlossenheit, fein Sieg-Heil galt dem Führer. Nach Dankesworten von Regierungsrat Schwan schloß ber Vor- sitzenbe bie Tagung mit einem Wehr-Heil auf bie Zukunft ber Feuerwehr. In Anschluß an bie Ta­gung folgten Vorführungen auf bern freien Platz vor bern Amtsgericht. Mit Musik ging es dann in dieKrone", wo gemütliches Beisammensein stattfand.

rl. Schotten, 8. Nov. Nach zweimonatiger Pause sand gestern in der hiesigen Turnhalle wie­der eine Versammlung der im NSLB. zusammen­geschlossenen Lehrer bes Kreises statt. Von ber Gauleitung bes NSLB. waren anroefenb ber Gaugeschäftsführer Rektor Schneider unb Gau­kassenwart Lehrer Stellwage n-Darmstabt, fer­ner ber Leiter bes Feuerversicherungverbanbes hes­sischer Erzieher, Rektor i. R. D e r n-Neu-Isenburg. Der Gaugeschäftsführer sprach über bie altbewähr­ten sozialen Selbsthilfeeinrichtungen ber hessischen Lehrerschaft, die Lubwig- unb Alice- (jetzt Abolf- Hitler-)Stiftung, den Feuerversicherungverband und die von beiden geförderten Unterstützungs- und Hilfskassen. Der Gedanke, aus dem diese Einrichtun­gen geschaffen wurden, ist nationalsozialistisch. Des­halb ist es Pflicht der nun einheitlich nationalsozia­listischen Lehrerorganisation, sie zu voller Leistungs­fähigkeit auszubauen. Der altbewährte Arbeiter an diesem Werke, Rektor Dem, erinnerte daran, wie bie Alten Lies alles unter Opfern schufen unb damit etwas Dauernbes zuwege brachten. Opfer aber fei der wahre Sinn des Nationalsozialismus. Rektor Schneider klkärte auch noch über den durch die Abteilung Wirtschaft und Recht im NSLB. gewähr­ten Haftpflichtschutz für alle Mitglieder auf und be­antwortete zahlreiche diesbezügliche Anfragen. Dr. Wagenbach vom Arbeitsamt Gießen sprach ausgehend vom Sinn und Wert der Gemeinschaft und der Hingabe des Einzelmenschen an sie über die Berufswahl der Schulentlassenen. Auch sie sei eine Angelegenheit der Gemeinschaft und müsse ihr Wohl und Wehe berücksichtigen. Deshalb schalte sich die staatliche Berufsberatung hier ein, um das Mißverhältnis zwischen den Berufswünschen und ber Zahl ber Berufsstellen beseitigen zu helfen. Da bie Neigung zu einem Beruf nicht immer verbun- ben sei mit dem Berufenfein bazu, könne und müsse von den jungen Leuten im Hinblick auf bie Ge­meinschaft ein Opfer geforbert werden. Die Lehrer­schaft müsse an der Verbreitung dieser Erkenntnis mitwirken unb den Berufsberatungsstellen ihre ge­wissenhafte Hilfe leihen. In eingehender Aussprache werben dahingehende Fragen geklärt. Fortbilbungs- schul- unb Fachschaftsfragen, Angelegenheiten bes Reichsbunbes Volkstum und Heimat und viel Ge­schäftliches hielt die Teilnehmer lange beisammen.

Kreis Alsfeld.

<£ Nieber-Ohmen, 8. Nov. Im hiesigen Bahnhof wurden zugunsten des Winter­hilfswerkes aus den Ortschaften Nieder-Ohmen, Bernsfeld, Atzenhain und Wettsaasen 3 5 0 Zent­ner Kartoffeln verladen, die mit einem Son­derzug nach Hanau und Offenbach gebracht wurden.

ff Grebenau, 8. Nov. Am Sonntagabend hielt Pfarrer M ü l l e r in der hiesigen Kirche einen Vor­trag über das ThemaVierhundert Jahre deutsche Lutherbibel". Der Redner schilderte in ausführlicher Weise Luthers großes Werk der Bibelübersetzung und die vielen Schwierigkeiten, die der Reformator dabei zu überwinden hatte. Durch die Bibelüber­setzung sei Luther der Schöpfer der deutschen Sprache geworden. Mit Gebet und Segen und mit gemein­samem Gesang des Lutherliedes fand die gutbe­suchte Veranstaltung ihren Abschluß. Der Posaunen­chor verschönte den Abend.

st. Kirtorf, 7. Nov. In unserer Gemeinde wurden bei verschiedenen Schulkindern Schar­lach-Erkrankungen festgestellt. Die zwei- klassige Volksschule wurde, um eine weitere Aus­breitung der Krankheit zu verhindern, geschlossen. Der Reformationstag und die Erinnerung an die Schaffung der Bibel vor 400 Jahren durch Martin Luther wurde in unserer Gemeinde feierlich be­gangen. Zu den Festgottesdiensten hier und in Ober- Gleen fand sich die Bevölkerung sehr zahlreich ein. Der Posaunenchor, Schüler und Schülerinnen ver­schönten mit Vorträgen und Gedichten die Feiern. Der Ortsgeistliche predigte und kennzeichnete den Weg, den ein Volk gehen muß, wenn der Segen Gottes über ihm sein soll. Im Abendgottesdienst predigte Pfarrer H e m m e s - Lehrbach.