Einzelbild herunterladen

Die Aufgaben nach -em Wahlkampf.

Eine Kundgebung der Ortsgruppe Gießen Nord der NSDAP.

Im vollbesetzten Saale des Caf6 Leib fand gestern abend eine öffentliche Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, statt, an der sich neben den Parteigenossen der Ortsgruppe die SA., SS., HI., die Technische Nothilfe und zahlreiche Volksgenossen beteiligten. Der Abend wurde von Kameraden des Musikzuges der Stan­darte 116 mit einigen flotten musikalischen Dar­bietungen eingeleitet, anschließend wurden unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen in den Saal gebracht und auf der mit einem Bilde des Führers geschmückten Bühne aufgestellt.

Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte sodann die große Versammlung und den Redner des Abends, hierauf wurde gemeinsam das LiedVolk ans Gewehr" gesungen. Sodann sprach

Kreisschulungsleiter

pg. Dr. Schmidt-Darmstadt

über das ThemaDie Aufgaben nach dem W a h l g a n g". Der Redner erinnerte einleitend an das Ergebnis der Abstimmung vom 19. August, das in der Geschichte aller europäischen Länder bisher ohne Beispiel dastehe. Dann sagte er u. a. weiter:

Wir können ohne weiteres feststelten, daß der größte Teil des deutschen Volkes sich zum Nationalsozialismus bekannt hat.

Bedauerlich wird es nur empfunden, daß immer noch 10 Prozent mit Nein gestimmt haben. Aber auch hier zeigt sich der Führer wieder verzeihend und gütig. So sehr er sich durch diese Nein-Sager innerlich verletzt fühlen muß, so wenig denkt er daran, etwa mit Terrormaßnahmen gegen die Nein-Sager vorzugehen. Er will vielmehr diese 10 Prozent durch überzeugende Taten für sich gewinnen. Dabei ist zu beachten, daß es sich bei vielen Nein-Sagern nicht um eine prin­zipielle Gegnerschaft gegen Adolf Hitler handelt, sondern, daß sie vielfach nur durch Dinge und Vor­gänge in ihrer engeren Heimat persönlich verärgert und verschnupft sind. Deshalb verlangt der Führer von allen seinen Gefolgsmännern, diese Volksgenos­sen durch einwandfreie nationalsozia­listische Haltung und vorbildliche Lebensfüh­rung im Geiste Adolf Hitlers auf den Boden des Nationalsozialismus zu führen bzw. zurückzufüh­ren. Der Führer will aber auch, daß alles getan wird, um die 90 Prozent, die sich freiwillig zum Nationalsozialismus bekannt haben, auch im All­tagsleben zu wirklichen Nationalsozialisten zu machen.

Aus den Anhängern des Nationalsozialismus müssen Staatsbürger des Dritten Reiches ge­formt werden, denen auch für den Alltag Adolf Hitlers oberste Richtschnur zum Leitstern alles handelns wird: Gemeinnutz geht vor Eigennutz!

Diese Erziehungsarbeit muß auch innerhalb der bisherigen Gefolgschaft Adolf Hitlers durchgeführt werden. ,

Das deutsche Volk darf bei seiner Aufbauarbeit nie außer acht lassen, daß es ein waffenloses Volk mitten in Europa ist, das auf der ganzen Welt keinen einzigen Freund hat. Aber dieses Volk besitzt die große Stärke, daß es sich trotz seiner Waffenlosigkeit die seit 2000 Jahren vergeblich er­sehnte deutsche Einheit nunmehr errungen "hat. (Beifall.)

Daraus ergibt sich für uns die Verpflichtung, die Volksgemeinschaft nicht nur äußerlich zu hatten, sondern sie auch innerlich zu vertiefen, damit schließlich auch der letzte deutsche Volks­genosse in Adolf Hitler den Retter Deutsch­lands sieht.

Won diesem Standpunkt aus ist es auch a b z u l e h - men, Volksgenossen etwa durch Zwang in die rnationalsozialistischen Versammlungen zu bringen, iweil ein derartiger Zwangsbesuch doch keine Snnerliche Zustimmung bringen wird. Der Stellvertreter des Führers hat deshalb die an man­schen Stellen eingeführte Kartenkontrolle für den Wersammlungsbesuch strengstens verboten, eine I Maßnahme, die nur zu begrüßen ist. Der Besuch Der nationalsozialistischen Versammlungen muß, «wenn er innerlich fruchtbar sein soll, nur aus frei­willigem Entschluß erfolgen. Der Führer hat immer wieder betont, daß niemand gezwungen wer­den soll, denn das deutsche Volk ist kein Sklaven- «olk. Wenn dieses Volk sich aber von der Richtig­keit einer Idee überzeugt hat, die ihm nicht aufge- ^roungen wurde, dann tritt es auch freiwillig bis zum Letzten dafür ein. (Starker Beifall.)

Unsere Aufgabe muß es fein, alle Volksge­nossen, die sich freiwillige Anhänger Adolf Hit­lers nennen, durch gutes Vorleben des Na­tionalsozialismus zu echten Nationalsozialisten zu machen, dieses Vorleben aber nicht etwa durch Vorreden ersehen zu wollen. Wie der Führer selbst, so müssen auch wir alle als Na­tionalsozialisten jedem Volksgenossen immer mit gutem Beispiel vorangehen.

Wenn sich heute auch mancher Volksgenosse viel­leicht über manche sog.kleine Hitler" ärgert, die allerdings vieles von der guten Aufbauarbeit ver­derben können, so möge er aber auf der anderen seite die großen, herrlichen und begeisternden Lei­tungen des Nationalsozialismus in den letzten an­derthalb Jahren nicht übersehen und auch daran senken, daß wir längst über den Berg hinweg ®ären, wenn das deutsche Volk schon zwei Jahre vor 1930 Adols Hitler gewählt hätte. Als der Na- ionalsozialismus am 30. Januar 1933 die Macht übernahm, fand er doch keinen geordneten Staat, londern ein wirtschaftliches und mora- iiches Trüm erfeld vor, bei dem auch die Raffen leer waren. Heute dagegen, nach andert- A "alb Jahren nationalsozialistischer Staatsfübrung, ist das Steueraufkommen des deutschen Volkes muf der ganzen Linie im Steigen begriffen, ein überzeugender Beweis dafür, daß die wirtschaft- iche Entwicklung wieder aufwärts ieht.

Daraus ergibt sich für die deutschen Volksge­nossen die Verpflichtung, Schulter an Schulter, wie in den letzten anderthalb Jahren, Adolf Hiller zu helfen, denn er allein kann nicht alles machen.

Der Führer hat den Willen, ein neues Deutschland der Sauberkeit, der Disziplin und der Ordnung aufzubauen. Haß er sich dabei auch nicht hindern läßt durch Männer, die er zu seinen alten Mitkämpfern und s reunden zählen konnte, haben die Ereignisse vom

3 0. Juni bewiesen. Sauberkeit war die Vor­aussetzung des nationalsozialistischen Sieges, und nur durch Sauberkeit können wir den Staat, den wir Drittes Reich nennen, uns erhalten. Durch das energische und entschiedene Handeln des Führers am 30. Juni ist ihm starkes Vertrauen auch aus den Kreisen zugegangen, die ihm vorher die Ge­folgschaft versagten. Wenn heute an manchen Orten noch nicht alles so ist, wie man es wünschen muß, dann mögen sich die guten Kräfte nicht zurückziehen und dadurch die schlechten gewähren lassen, sondern dann mögen sie weiter mitarbeiten, um sich durch­zusetzen. Es muß dahin kommen:

Wenn früher schlechte Beispiele gute Sitten ver- darben haben, so will Adolf Hitler schlechte Beispiele durch gutes Vorbild verderben. (Star­ker Beifall.) keiner unserer Volksgenossen darf in unserem Staate etwas feindliches oder frem­des sehen, sondern der Staat ist nichts anderes als die deutsche Volksgemeinschaft mit ihrem Führer Adolf Hitler, als die Gemeinschaft des schaffenden Volkes. An dieser Gemeinschaft muß jeder Volksgenosse mitarbeiten in der Erkennt­nis, daß von dem Schicksal der Gesamtheit auch das Geschick des Einzelnen und die Zukunft unseres Volkes abhängt.

Der nationalsozialistische Aufbau wird um so leich­ter und um so erfolgreicher durchzuführen sein, wenn die Regierung Adolf Hitlers sich gründet auf die Liebe und die freiwillige Zuneigung aller Volksgenossen zum Führer und seinem Werk.

Was ein waffenloses, aber in sich geschlosse­nes und einiges Volk bedeutet und erreichen kann, hat die außenpolitische Entwick­lung seit der Machtübernahme durch den Natio­nalsozialismus erwiesen. Früher wollte niemand in der Welt mit Deutschland verhandeln, man glaubte uns nur diktieren zu können, heute dagegen wird dem deutschen Volke wieder Achtung in der Welt bezeugt und beschäftigt sich alle Welt mit der politischen Entscheidung des Führers Adolf H i t - l e r. Nachdem der Redner die jüngste Wendung in der Politik Mussolinis gekennzeichnet und hier den klaren deutschen Standpunkt gegenübergestellt hatte, dabei auch die Selbständigkeit der deutschen Außen­politik betonte, erklärte er,

die Zeiten seien vorbei, wo man im Ausland des Glaubens fein konnte, mit einer Politik nach dem RezeptZuckerbrot und Peitsche" das deutsche Volk erpressen zu können.

Heute weiß man im Ausland, daß das Deutsch­land Adolf Hitlers ein anderes Gesicht trägt, als das überwundene System-Deutschland. Durch unsere geschlossene Einheit haben wir uns trotz unserer Waffenlosigkeit gegenüber dem waffen­starrenden Ausland zur Geltung gebracht, und auf diesem Wege müssen wir uns auch weiter halten. Dabei besteht für das deutsche Volk keinerlei Anlaß, sich etwa mit der FrageRepublik oder Monarchie?" oie Köpfe vernebeln zu lassen.

3n Adolf Hiller Hal das deutsche Volk den Füh­rer zur deutschen Freiheit, dessen Schatten sich sogar weithin über die ganze Welt ausbreitet.

Daß unter dieser Führung in Deutschland heute wieder Frieden und Ordnung, Einigkeit und Ge­meinschaft aller deutschen Volksgenossen bestehen, jedermann zu seinem Recht kommt, Streiks und ähnliche innere Kämpfe überwunden sind, sieht jeder Ausländer, der unser Land bereist. Wenn er dann in fein Heimatland zurückkehrt, wird er vielfach das Gegenteil feststellen müssen und dann zu der Er­kenntnis der aufbauenden Kraft des Na-

Wer häufig Gelegenheit hat, durch die deutschen Gaue zu fahren, ist immer wieder überrascht über die Fülle von Schaffenswille und Kraftleistung, die überall zutage tritt. Es ist wahr: an die stelle der Worte ist das Handeln getreten. Wer heute noch an dem Aufbauwillen des Volkes zweifelt, kann oder will nicht sehen, was geschieht.

Jeder deutsch empfindende Mensch hat das Gefühl: du darfst nicht abseits stehen, du mußt am Werke mitschaffen, sonst bist du nicht wert, dieser aufwärtsstrebenden Volksgemeinschaft an- zugehören, sonst mußt du dich dereinst schämen, wenn das Richtefest gefeiert wird.

Die Gegenwart stellt an den deutschen Menschen ungeheure Anforderungen. Bei aller Freudigkeit des Schaffens wird aber ohne Frage ein starker Kräfteverbrauch eintreten. Dieser Verbrauch kann sich bei diesem Tempo nach einigen Jahren unheil­voll auswirken, wenn nicht durch den notwendigen Ausgleich ein Gegengewicht geschaffen wird. Auch unsere Frauen haben an diesem hohen Arbeitsmaß einen starken Anteil. Die Gebiete, auf denen sie bisher gewirkt haben, sind erweitert. In sozialer und parteipolitischer Hinsicht sind viele neue Auf­gaben entstanden, die neben dem Hausfrauen- und Mutterberuf, neben der Erwerbstätigkeit erfüllt werden müssen. Ich habe alle Hochachtung vor der deutschen Frauenwelt. Es ist in ihr neuer Schwung, ein starkes Sicheinsetzen zu spüren. Und fast scheint es des Guten reichlich viel zu sein, wenn durch die Reichswerbewoche:Gesunde Frauen durch Leibes­übungen" ein neuer Weckruf ertönt und eine neue Verantwortung erwächst. Und doch ist dieser Ausruf volkliche Verpflichtung. Für alle, die die Leibes­übungen kennen, ist das eine unumstößliche Wahrheit.

3n diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung, das Erziehungsziel der deutschen Frau zu erkennen und die Notwendigkeit der Leibesübung als Mah­nung in alle Lande hinauszuschicken. Die Frau der Zukunft braucht Verantwortungsgefühl dem Ganzen gegenüber, ihr Ich muß zum Wir kommen. Sie braucht einen aus innerem Glauben heraus entstan­denen Willen, um die in Weltanschauung gebunde­nen Forderungen des Staates von sich aus zu erfüllen. Sie braucht die seelische Wärme, die Ge­meinschaften formt. Sie braucht Lebensbejahung und Daseinsfreude, um Schwierigkeiten des Lebens zu überwinden. Und zuletzt gesagt, aber für alles die Vorbedingung sie braucht einen ge­sunden Körper.

tionalsozialismus kommen. Während in an. deren Ländern die Gummiknüppel der Polizei im­mer noch in Tätigkeit treten müssen, kennt man in Deutschland seit der Machtübernahme Adolf Hitlers die Gummiknüppel überhaupt nicht mehr. Bei uns find die Gummiknüppeldes Systems schon längst zu Kinderwagenreifen umgear- bettet worden. (Starker, heiterer Beifall.) Wenn man heute im Ausland auf Veranlassung des Ju­dentums und der Emigranten den Boykott gegen Deutschland durchführt um uns niederzuzwingen, dann können wir nur sagen, daß künftig alles, was aus deutschen Rohstoffen nur hergestellt werden kann, eingesetzt wird, um unser Land unabhängig vom Ausland zu machen und daß auch der deutsche Erfindergeist mit der Rohstoffknappheit fertig wer- den wird. Die Hauptsache ist nur, daß das deutsche Volk einig und geschlossen bleibt.

Adolf Hitler will keinen Krieg, sondern er wünscht nur Ruhe und Frieden in der ganzen Welt, damit die schassende Menschheit sich in friedlicher Arbeit ihre Existenz bauen kann. Wögen die anderen Wächte nach dem gleichen Rezept verfahren!

Das deutsche Volk muß seinem Schicksal dankbar sein, daß es ihm in Adolf Hitler den Retter ge­sandt hat. Weil das Ausland auf uns schaut, müs- sen wir im guten nationalsozialistischen Geiste durch unsere Leistung täglich ein Vorbild der Lebensführung zeigen, das beispielhaft in der Welt dasteyen muß. Adolf Hitler kennt für sein Han­deln und sein Leben nur zwei Richtpunkte: die Veranwortung vor Gott und die Ver­antwortung vor seinem deutschen Volke. Adolf Hitler will nichts anderes fein als der Vollstrecker des Willens der deutschen Volksge­samtheit, er bringt durch sein Werk und seine Reden nur das zum Ausdruck, zu dem das deutsche Volk in seinem größten Teile sich ebenfalls bekennt.

Wenn der neue deutsche Staat der Arbeit und des Friedens weiterhin, wie bisher, getragen wird von der Liebe und der freiwilligen Mit­arbeit der Willionen schaffender deutscher Men­schen, dann kommt auch der Tag, an dem Deutschland überall in der Welt vorbehaltlos anerkannt werden wird und unberechtigte For­derungen des Auslandes an Deutschlands Ein­heit zerschellen werden.

Weil mir uns die deutsche Einheit innerlich errun­gen haben, wird ein Deutschland erstehen, an dessen Wesen die altgewordene Kultur Europas wieder gesunden wird. Dann wird auch über unser Deutsch­land nicht nur die Sonne des Glückes wieder lachen, sondern wir können mit Stolz unseren Kin­dern ein besseres Erbe überantwor- t e n, als wir es von unseren Vätern empfangen haben.

Für dieses Dritte Reich wollen wir nicht nur als Staatsbürger mit einem Lippenbekenntnis, sondern auch mit der Tat eintreten. Wir wer­den unserem Führer und seinem Werk am besten dienen, wenn jeder von sich aus seinem deutschen Volksgenossen ein Freund und Bruder ist.

Wenn die 60 Millionen-Kraft deutscher Menschen hält, wird Deutschland immer bestehen! (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Nach Dankesworten des Ortsgruppenleiters Tho­mas an den Redner wurde des Führers und Reichskanzlers mit dreimaligen begeisterten Sieg- Heil-Rufen gedacht, anschließend gemeinsam der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Hier­auf wurden unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen aus dem Saale getragen.

Sodann blieb man noch einige Zeit in kamerad­schaftlicher Weise bei musikalischen Darbietungen der Kameraden vom Musikzug der Standarte 116 beisammen.

Alles, was an aufbauendem Streben im Men­schen liegt, kommt erst zur rechten Entfaltung, wenn das körperliche nicht hemmend im Wege steht.

Der Körper sei ein fähiges Werkzeug des Willens, auf ihn kommt es an, ob aus dem Willen die Tat wird. Wo er streikt, hilft auch der beste Wille nichts. Hier liegen die engen Verbindungen zu den volk- lichen Verpflichtungen der Frau. Und das ist das Geheimnis der Leibesübung: sie wendet sich schein­bar nur an den Körper (so glauben wenigstens alle die, denen sie noch fremd ist), erfaßt aber mit elementarer Kraft das Gemüts- und Willensleben des Menschen. Fragen wir all die treuen Frauen und Mütter in unseren Reihen, warum sie die Leibesübung nicht mehr aus ihrem Leben streichen mögen! Weil sie durch sie zu frohen und gebenden Menschen geworden sind; weil sie erkannt haben, welche Bedeutung diese innere und äußere Er­neuerung ihres ganzen Menschen für die Gestal­tung und Vertiefung ihres Familienlebens be­deutet. So mancher Ehemann hat mir das schon aus sich selbst heraus bestätigt. Diese Frauen sind rechte Verkünderinnen der Wahrheit: die Leibes­übung gehört zur Entwicklung der deutschen Frau, ohne sie bleiben wir auf halbem Wege stehen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß die Leibesübung in meinem Leben eine ganz bedeu­tende Rolle gespielt hat: sie hat aus einem ge­hemmten, alles schwer nehmenden Menschen eine lebensfrohe, schaffende und widerstandsfähige Frau gemacht. Und darum kann ich nie los von ihr, dar­um ist es meine Lebensarbeit geworden, Tromm­lerin zu fein für den Gedanken:

Daseinsfreude und Schaffenskraft durch Lelbes- tibung!

Nach unserer Kindheit ist uns eins verlorenge­gangen: die Freude an der natürlichen Bewegung. Es ist etwas Beglückendes, in dieses verlorene Pa­radies zurückzukehren und sich wenigstens einen Teil der Bewegungsfreude zurückzuerobern. Von heute auf morgen geht das nicht, dieses Geschenk fällt niemandem in den Schoß. Für keine Frau ist es zu spät, wenigstens den Versuch zu machen. Und hat sie erst den Anfang gefunden, dann bleibt sie auf dem Wege. Des bin ich sicher, vorausgesetzt, daß sie in eine Gemeinschaft kommt, in der der Mensch als Ganzes gewertet wird, in der Freude, Zusammenklingen und gegenseitiges Verständnis herrschen. Ich bin nicht der Meinung, daß man die

Gesunde Frauen durch Leibesübungen.

Von Henni Warninghoff, Leiterin des Reichsftauenausschuffes für Leibesübungen.

Bernftein. ein (£ru£ vom deutfehenMeer

EpwfM

DIE

Ophuhaml

DES

WfflTER-HlLFS-WERKK

weibliche Jugend aus dem Wettkampf ausschalten soll, um keinen Preis: denn mit dem Volke ist es schlecht bestellt, in dessen Jugend nicht der Leistungs­wille Antrieb ist. Aber für die volkliche Erneuerung ist es zum mindesten ebenso wichtig, durch gründlich aufbauende Breitenarbeit die gesamte Frauenwelt zu erfassen.

Für sie eine deutsche Leibesübung zu schaffen, die aus großem Zusammenhang heraus eine Aus­artung des Volkes vorbereitet, ist die Aufgabe dec Gegenwart. Für die Gesamtheit ein noch fernes Ziel, aber verheißungsvoll in seinen Anfängen und dankbar im Ausblick auf die Wirkung für unser Volk. Der Weg ist gebahnt, nun heißt es ausbauen imfreiwilligen Arbeitsdienst", nicht um Lohn und Anerkennung, sondern aus innerster Verpflichtung.

Der Reichsfrauenausschuß für Leibesübungen hat mit viel Liebe die Werbewoche vorbereitet. Vom 7. bis 13. Oktober wird der Rundfunk täglich lieber» tragungen aus dem Gebiete der Leibesübung für die Frau bringen, die Presse hat sich ebenfalls in den Dienst dieser Sache gestellt. Alle Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen bereiten in Stadt und Land Veranstaltungen vor. Der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer, EV., im NSLB. hat sich ebenfalls an manchen Orten in diese Reichswerbewoche eingeschaltet. Plakats und Handzettel künden von unserem Wollen. Und wenn man vom 7. bis 13. Weinmonds Frauen begegnet, die ein schlankes Abzeichen mit dem Hakenkreuz und der Inschrift:Gesunde Frauen durch Leibesübungen" tragen, dann weiß man: diese Frauen haben ihren Weg schon gefunden, sie pflegen regelmäßig ihre Leibesübung: sie sind die Vorbilder für alle noch Fernstehenden.

Meine Bitte heißt: Besucht die Veranstaltung der Reichswerbewoche, entschließt euch zur Leibesübung und bekennt euch dadurch zu den Aufbauzielen un­seres Führers!

Teutonia" Watzenborn-Steinberg

FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg gegen Sportverein Wetzlar 2:4 (1:3).

Ein fesselndes und in jeder Hinsicht begeisterndes Spiel lieferten sich die beiden Gegner in diesem Treffen. Waren auch die zahlreich erschienenen Mitglieder und Anhänger der Teutonen durch die­sen Punktverlust etwas enttäuscht, so muß doch an­erkannt werden, daß sich die Mannschaft selten mehr für einen Sieg eingesetzt^hat, als gerade in diesem Spiel.

Maßgeblichen Einfluß für den Ausgang dieses Punktekampfes hatte schon die erste Spielminute. Mit dem Anstoß kommt Wetzlar in den Strafraum der Platzmannschaft. Der Halblinke Stürmer kommt, obwohl er von Watzenborn-Steinbergs rechtem Läufer gedeckt wird, in den Besitz des Balles, und schon heißt es 1:0. Angefeuert durch diesen Erfolg kommen die Gäste, die ihre stärkste Mannschaft zur Stelle haben, etwas schneller ins Spiel. Wieder ist Wetzlar im Teutonenstrafraum, und im Kampf­eifer lenkt der linke Läufer Burger den Ball ins eigene Tor. Durch Selbsttor 2:0! Immer härter wird der Kampf. Watzenborn-Steinbergs neuer Mittelläufer dirigiert nun das Spiel und hält den Gästeinnensturm vollständig in Schach. Wohlge- muth wird aufmerksam von ihm bewacht. Seinen Sturm bedient er vorbildlich, und Wetzlar vertei­digt geschickt; es kommt aber im Gedränge zum Handelfmeter, den Fett unhaltbar einschießt. Hoff­nung bei den Teutonenanhängern! Doch schon in der nächsten Minute ist die Enttäuschung um so großer. Strafstoß für Wetzlar! Tormann Happel boxt den Ball aus dem Strafraum ins Feld zurück, kommt zu spät in fein Tor, und der Nachschuß landet im Netz. Mit diesem Stand geht es in die Pause. Die Teutonen spielen nun nach der Pause wohl ihr bestes Spiel. 35 Minuten lang dirigieren sie die Kampfhandlungen und stürmen gegen das Gästetor, aber Wetzlar verteidigt massiv. Nach einem schonen Kombinationszug innerhalb der Stürmer­reihe legt Sarnes den Ball dem Halblinken genau vor, und dieser verbesserte auf 3:2. Wetzlar ist nun vollständig in die Verteidigung gedrängt und spielt sehr zerfahren. Jeden Augenblick muß der Ausgleich fallen, der mehr als einmal in der Luft hing, um dann noch den Siegestreffer zu erzielen. Immer wieder wird die einheimische Mannschaft ange­feuert, doch es kam wieder einmal ganz anders. Wetzlar spielt nur noch mit drei Stürmern, macht aber etwa in der 40. Minute einen Durchbruch und schießt diesen mit dem vierten Treffer ab. Nach 35 Minuten vollständig überlegenem Spiel der Teu­tonen in der zweiten Halbzeit kommen die Gäste zu einem vierten Erfolg und damit zum überaus glücklichen Sieg.