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Ausruf zur Sammlung für das Mnierhilfswerk

vom 10. bis 14. Oktober 1934.

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vom 10. bis 14. Oktober 1934.

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sicher der Gießener Samslagfahrer begeben.

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An die

Ortswarte

freiwilligen Entschluß geschehen. Bisher seien in Spar- und Arbeitsgemeinschaft, die seit 1930

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Kraft durch Freude", Orts- und Zellenwaller der DAF.

Hört die Rede des Führers am 9. Oktober 1934, mittags 12 Llhr.

Heil Hitler!

Auch in diesem Iahr wird der Nationalsozialismus wieder ein großzügiges Winter­hilfswerk durchführen, um den noch notleidenden Volksgenossen zu Helsen. Oie Winterhilfe ist auf dem Gedanken gegenseitiger Opferbereitschafi ausgebaut. Getreu dem nationalsozialistischen Grundsatz soll der Volksgenosse, der in Arbeit und Brot steht, seinem arbeitslosen notleidenden Bruder helfen, d.h. für ihn Opfer bringen. Im letzten Winter war die Opferbereitschafi des deutschen Volkes hervorragend. Jeder einzelne Volksgenosse hat bewiesen, daß er den Sinn der Volksgemein­schaft verstanden hat.

In diesen Tagen hat der Führer wieder das ganze deutsche Volk zum Kampf gegen Hunger und Kälte" aufgerufen. Wieder wird das deutsche Volk in einer Opfer« bereitschast ohnegleichen zu seinen bedürftigen Volksgenossen stehen, zu denen, die durch die Sünden und Fehler marxistischer-liberalistischerWeltpolitiker" um Ar­beit und Brot und dadurch in Not und Glend gekommen sind. Oer Führer weiß, daß wir ihm alle wieder folgen und ihm helfen werden, sein großes Werk zu vollenden. Und wir versprechen, ihm nachzusolgen. Denn ein Ideal kann die Menschheit wieder zusammensühren, das größer ist als das, das sie im Laufe der Iahrzehnte auseinandergeführt hat:

Oer Geist -er nationalsozialistischen Volksgemeinschaft!

Deshalb: Auf zur Tat!

Gebt alle zur ersten Straßensammlung in der Zeit

Die Gießener DAK. in Wiesbaden

Erinnerungen an das Landestreffen.

NSDAP. Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen gez. K l ö ß, Kreisamtsleiter. gez. H a i n b a ch, stellv. Kreisamtsleiter.

stehe, schon 1400 Sparverträge abgeschlossen wor­den. Der Sparfonds belaufe sich bereits auf 350 000 Mark. Neben der rein wirtschaftlichen Förderung soll den jungen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, sich' in ihrem Können weiter auszubilden. Aeltere Kollegen würden sich für die Bildungs­arbeit gerne zur Verfügung stellen. DieSpara" soll übrigens nicht lediglich eine Angelegenheit der Edeka, sondern ein Kind des gesamten Berufsstan­des sein. Die Jugend aber werde sich ihre Zukunft erkämpfen müssen, die Spara werde ihr wertvolles Hilfsmittel im Kampfe sein. Eines Tages werde nicht mehr vomKrämer" die Rede sein, sondern der Kaufmann werde wieder einköniglicher Kauf­mann" sein, wenn alle Berufsangehörigen ihren Beruf nicht nur als eine Arbeitsgelegenheit, son­dern als Berufung und ethische Mission auffassen.

Der Redner fand für seine Ausführungen leb­haften Beifall. Nach einer kurzen Aussprache wurde die Ortsgruppe Gießen der Spar- und Arbeitsge­meinschaft der Jungkaufleute gegründet, der nahezu alle anwesenden Jüngkaufleute beitraten.

Herr Maternus gab im Auftrag der Edeka Gießen bekannt, daß die Genossenschaft für die Be­streitung der ersten Ausgaben der Arbeitsgemein-

** G o l d e n e H o ch z e i t. Der Feldpolizeimeistek i. R. Theodor Kliff müll er und seine Ehefrau Anna, geb. Friedrich, Steinstraße 42, II., können am Freitag, 12. Oktober, in völliger geistiger und kör­perlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit be­gehen. Das Jubelpaar ist außerdem seit 50 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers.

** Eine Achtzigjährige. Frau Marie Krombach Wwe., Kaplansgasse 25, kann am mor­gigen Mittwoch in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern.

** Eine Sechsundachtzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 10. Oktober, feiert Frau Katha­rina Hahn Wwe., Schiffenberger Weg 39, in geistiger und körperlicher Frische ihren 86. Geburts­tag. Die Jubilarin wohnt seit 30 Jahren im glei­chen Hause und ist, ebenfalls seit 30 Jghren, treue Leserin des Gießener Anzeigers.

** Auf gehobene Straßensperren. Auf der Provinzialstraßenstrecke Klein-Linden Dutenhofen und in den Ortsdurchfahrten von Klein- Linden, Grohen-Linden, Lang-Göns, Nieder-Weisel, Nieder-Mörlen, Ober-Wöllstadt und Kloppenheim sind die Straßensperren wieder aufgehoben worden. In Kirch-Göns und Pohl-Göns besteht die Orts» durchsahrtensperre vorläufig noch weiter.

** Den Arm gebrochen. Der achtjährige Sohn des Arbeiters L e u n i n g , Wolkengasse 17, kam dieser Tage so unglücklich zu Fall, daß er einen Bruch des linken Armes erlitt und in ärzt­liche Behandlung gegeben werden muhte.

* Praktische Vogelhege im Obstbcu trägt bekanntlich viel zur Verminderung von Schad- lingen bei, wenn sie sachgemäß betrieben wird. Die beste Zeit, damit zu beginnen, ist der Herbst. Sn den jetzt ausgehängten Nistkasten suchen die gesellig umherstreifenden Meisenarten Unterschlupf gegen die Unbilden des Winters, und noch im Herbst be­ginnende Notfütterung hält sie fest, wo man ihrer Hilfe am dringlichsten bedarf. Wo sie aber den Winter hindurch solchen Schutz und Ernährung fin­den, bleiben sie gern auch Sommers über zum Brüten und vertilgen dann bei der Aufzucht der Jungen Insekten in erheblicher Zahl. Unsere Wirt­schaftslage verlangt Dogelhege durch Selbsthilfe. Hierüber erteilt kostenlos nähere Auskunft gegen Einsendung des einfachen Briefportos die Haupt- stelle für Pflanzenschutz, Gießen, Senckenbergstr. 17.

schäft einen Betrag von 50 Mark zur Verfügung stelle. Als Obmann für die Ortsgruppe wurde Hert Z e l z e r bestimmt. Bereits in der kommenden Woche soll mit der Arbeit begonnen werden.

Gießener Wochrnmarktpreise.

* Gießen, 9. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 9 bis 10, (inländische, Kühlhaus) 9 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15 Pf., der Zentner 7 bis 9 Mark, Weißkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 6 Mark, Rotkraut, das Pfund 12 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 15, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosen- kohl 30, Feldsalat 80, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln, das Pfund 4'/- Pf., der Zentner 4 Mark, Preiselbeeren, das Pfund 35 Pf. Aepfel, das Pfund 7 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 14 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 15 Pf., Zwetschen 15, Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 70 bis 80, Sup­penhühner 60 bis 70, Gänse 80 bis 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf.

den, zum Teil mit ihren Angehörigen, begaben sich zunächst zu ihrem Standquartier, um hier die Quartierscheine in Empfang zu nehmen: jeder Teil­nehmer wurde gut untergebracht. Wiesbaden stand im Flaggenschmuck. Man hatte alles getan, um den Gästen einen würdigen Empfang zu bereiten.

Das Landestreffen wurde eröffnet mit einem Amtswalterappell der Kreiswalter der DAF. und der NS.-Hago. Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" veranstaltete einen Kameradschaftsabend. Im übrigen war das Programm des Tages sehr reichhaltig und stand zur freien Auswahl der Gäste.

3n Gruppen zogen die Gießener durch die Straßen; die eine zum Kurhaus, die andere zum Volksfest, eine andere insPaulinen- fchlößchen".

Großer Bunter Abend des Reichssenders Frank­furt unter Mitwirkung des Landes-Sinfonie-Or­chesters.

Der Sonntag nahm schon zu früher Morgen­stunde mit der Durchfahrt der Sonderzüge auf dem Gießener Bahnhof seinen Anfang. Die M u - sikkapelle der HI. war mit einem der ersten Sonderzüge nach Wiesbaden befördert worden. Der Haupttransport erfolgte jedoch mit dem Son­derzug um 4.04 Uhr. Durch die dunklen Straßen unserer Stadt eilten die Fahrtteilnehmer zum Bahnhof. Trotz der frühen Morgenstunde hatte schon lange vor Abfahrt des Zuges eine große Menschen­menge auf dem Bahnsteig Aufstellung genommen, die in disziplinierter Ordnung sich auf die vorhan­denen Plätze verteilte, und ohne jede Störung ver­ließ pünktlich zur festgesetzten Minute der lange Sonderzug den Bahnhof Gießen. Gegen 7 Uhr traf man in Wiesbaden ein.. Hier herrschte schon reges Treiben. Aus anderen Teilen des Gaues waren bereits verschiedene Kreise eingetroffen, die singend durch die Straßen zogen, ihrem Standquartier au.

Unter Vorantritt einer Musikkapelle setzte sich Iber kreis Gießen, in Zwölferreihen gegliedert, ebenfalls in Bewegung, um zu seinem Stand­quartier an der Luisenstrahe zu gelangen, hier-

Jolanthe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Polar- ftürme". . . ,

Die Dortragsverelnigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Deutsche Ange­stelltenschaft) bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den morgen Abend in der Neuen Aula statt­findenden Lichtbildervortrag von Hans Helfritz Das Chikago der Wüste" hinzuweisen. (Siehe heu­tige Anzeige!)

NSDAP., Amt für Beamte.

Kreis Gießen.

Schulungsveranstaltung des RDB., Kreis Gießen, am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr, im Cafe Leib.

Es spricht Kreisbeamtenschulungsleiter Pg. G. Ulrich über:Von Rousseau zu Hitle r".

Vollzähliges Erscheinen der Barnten im Kreis Gießen wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Ich weise darauf hin, daß durch ministerielle Verfügung den Beamten, gleichgültig, ob sie dem RDB. ange­hören oder nicht, die Teilnahme an den Schulungs­veranstaltungen zur Pflicht gemacht worden ist.

Fachschaftsfahnen sind mitzubringen. Gäste will­kommen.

Heil Hitler!

Gez. Heß, Amtsleiter.

F. d. R.: Ulrich, Kreisbeamtenschulungsleiter.

NSDAP. - Amt für Volkswohlfahrt.

Kreisamtsleitung Gießen.

An sämtliche

Ortsgruppen- und Stühpunktamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen.

Die Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter wer­den hiermit ersucht, für die am Mittwoch, 10. Oktober, beginnende Sammelaktion, dis Abzeichen hier in Empfang zu nehmen.

Ich mache darauf aufmerksam, daß die Sachen bis spätestens Mittwoch morgen abgeholt sein müssen.

Heil Hitler!

F. d. R. W. H a i n b a ch, gez.: Kloß, stellv. Kreisamtsleiter. Kreisamtsleiter.

Aus parteiamtlichenBekanntmachungen

Eine Ortsgruppen - Mitglieder - Versammlung für die Angehörigen aller Organisationen der Orts­gruppe Giehen-Süd findet am kommenden Samstag, 13. Oktober, 20.30 Uhr, im großen Saale des Studentenhauses statt. Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz spricht überDas Erlebnis von Nürnberg". Zu der Versammlung werden die Mit­glieder aller Unterorganisationen der Ortsgruppe erwartet.

Die NS.-Frauen schäft Gießen-Ost hat am nächsten Donnerstag, 11. Oktober, 20.15 Uhr, im Schützenhaus ihren Ortsgruppenabend. Lieder­bücher sind mitzubringen.

Von der NS. - Frauenschaft Gießen- Mitte wird darauf hingewiesen, daß die Sprech­stunde von jetzt ab jeden Dienstag von 18 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, statt- findet. Das H i l s s w e r kMutter und Kind" der Ortsgruppe Mitte hält die Sprech­stunde an jedem Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im gleichen Geschäftszimmer ab.

Deutsche Arbeitsfront.

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Dinge des täglichen Gebrauchs unter einem großen Aufwand von Worten und demonstrativen Ver­suchen ausgebvten werden. An den großen Zucker­buden stehen die Kinder mit begehrlichen Blicken und stets ist die Freude groß, wenn Vater oder Mutter den Geldbeutel zücken. Ständig sind auch jene kleinen fliegenden Stände umlagert, an denen es die bunten Luftballons gibt und die kleinen Puppen, Affen und Neger, an einem Gummifaden befestigt, verkauft werden. Diese Scherzartikel er­freuen sich seit Jahrzehnten bei jung und alt einer uneingeschränkten Beliebtheit. Allgemein groß ist die mit Bedauern seltsam gemischte Schadenfreude, wenn sich einer der prallen bunten Ballons in die Luft erhebt, und bald dem Blickfeld entschwindet. Es bedarf kaum einer besonderen Erwähnung, daß auch wieder viele Schaugeschäfte, Karussells usw. das Bild beleben. Die Wasserrutschbahn hat es be­sonders der Jugend angetan. Sie umlagert in großen Scharen das Wasserbecken, aus dem immer wieder hohe, breite Wasserfahnen emporgejagt wer­den, wenn einer der Wagen aus stattlicher Höhe in die Wasserbahn gleitet. Das russische Rad ift stark frequentiert und auch der kleine Affenzirkus, der auf dem Messeplatz seine bescheidene aber völlig ausreichende Arena aufgebaut hat, findet lebhaften Zuspruch. Die Glücksbude, an der man die bunten Pudel gewinnen kann und, wenn es hoch kommt, auch einen kleinen Geschenkkorb, ist stets von einer großen Jnteressentenschar belagert, und jeder ein­zelne möchte nur allzugerne seine Nummer aus- gerufen hören. Schießbude, Kasperltheater, Eis­paläste, Bratwurststand, eine lustige Radrennbahn und was es dergleichen auf Messen mehr gibt, runden das bunte Bild. Die Herbstmesse war am Sonntag außerordentlich stark besucht und auch am gestrigen Montag nahmen viele Einwohner unserer Stadt und der Umgebung Gelegenheit, mit Kind und Kegel die Messe zu vesuchen. Das Wetter ist den Geschäftsleuten auf Oswalsgarten bisher gün­stig gewesen. Unberufen! Toi, toi, toi...

Durch Selbsthilfe zur Selbständigkeit.

Gestern abend fand im Kaufmännischen Vereins­haus auf Veranlassung der Edeka-Großhandels e. G. m. b. H. Gießen eine Versammlung statt, zu der sich neben den Mitgliedern der Genossenschaft auch eine Anzahl junger kaufmännischer Angestellter eingefunden hatten, für die diese Versammlung von besonderer Bedeutung war. Herr Maternus er­öffnete die Versammlung und erteilte sofort dem Referenten, dem Bezirksobmann der Spar- und Arbeitsgemeinschaft der Jungkaufleute des Kolonial­waren- und Feinkost-Einzelhandels e. V., Herrn Jäger- Frankfurt a. M., das Wort.

Der Redner führte u. a. aus, wie sehr gerade in der Branche des Kolonialwaren- und des Feinkost- Einzelhandels der Existenzkampf für den Einzelnen schwer geworden sei, nachdem sich die großkapitali­stischen Unternehmungen auch im Einzelhandel breit machten und dem Einzelhändler die Existenzbasis immer mehr schmälerten. Die Gefahren, die dem Berufsstand drohten seien aber gerade noch recht­zeitig erkannt worden. Der wirtschaftliche Zusam­menschluß in der Edeka sei vorbildlich in seiner Organisation und diese Organisation sei zum Rück­grat ihrer Angehörigen geworden. Notwendig sei aber jetzt vor allem die Lösung des Nachwuchspro­blems. Hier mußte ebenfalls zur Selbsthilfe geschrit­ten werden. Es gelte, dem fähigen Nachwuchs im Kaufmannsgehilfenstande den Weg zur Selbständitz- keit zu ebnen. Die Edeka habe auch hier die Ini­tiative ergriffen und die Spar- und Arbeitsgemein- jchaft der Jungkaufleute geschaffen.

Der Redner gab sodann im einzelnen die Be­dingungen über die Zugehörigkeit zu dieser Spar­und Arbeitsgemeinschaft bekannt. Er betonte, daß jungen Leuten, die hohe berufliche Kenntnisse und auch die notwendigen menschlichen Qualitäten auf­zuweisen hätten, die Gelegenheit durch diese Spar­und Arbeitsgemeinschaft gegeben werde, eines Ta­ges ein Geschäft zu übernehmen, Darlehen auf Grund ihrer bisherigen Spartätigkeit zu erhalten und sich damit selbständig zu machen. Bestimmend für die Kreditgabe (durch die Edekabank) sei der Wert der Persönlichkeit. Gleichzeitig solle erreicht werden, daß dem Berufe auf diese Weise fremde Elemente ferne gehalten würden. Neue Geschäfte sollten aber nicht eröffnet werden. Der Beitritt zur Spar- und Arbeitsgemeinschaft sollte nur aus dem

nach und nach fanden sich auch die anderen ein, und bald gab es überall ein frohes Begrüßen und herzliches Händeschütteln.

Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt und dec Zeitpunkt des Anmarsches zum Festplatz gekom­men war, nahm man wiederum in Zwölferreihen Ausstellung. In guter Ordnung, unter Vorantritt der HJ.-Musikkapelle, setzte sich der stattliche Zug in Bewegung.

Beim Eintreffen auf dem Festplatz hatten die Teilnehmer des Kreises Gießen besonderes Glück. Gießen nahm in unmittelbarer Nähe der Festtribüne Aufstellung. Diele Teilnehmer hatten somit den Vorzug, den Anmarsch der Fahnengruppen aus nächster Nähe zu sehen und auch die Vorgänge auf der Tribüne deutlich beobachten zu können. Nach dec Kundgebung auf dem Wiesbadener Exerzierplatz be­gab man sich ins Standquartier zurück, wo gegen Zahlung einer kleinen Gebühr ein vorzügliches Ein­topfgericht verabreicht wurde. Zwanglos faßen dir Gießener Volksgenossen und die Kameraden aus dem Kreise zusammen, jeder eifrig bemüht, seine Riesenportion zu vertilgen und damit den mächtigen Hunger, der sich wohl bei jedem inzwischen einge­stellt hatte, zu bannen. Kreisbetriebszellenwaltec Wagner und sein Stellvertreter Hahn, Abord­nungen der HI. und des BdM., saßen ebenfalls vor ihren Pappschüsseln und ließen es sich gut schmecken. Die Musikkapelle der HI. machte die Tafelmusik und fand reichen Beifall.

Der Nachmiltag war den Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt gewidmet. Die herrlichen Baudenkmäler, das schöne Kurhaus, der Koch- brunnen und der Neroberg waren das Ziel vieler Gießener. Aber auch Biebrich, Mainz und die Umgebung wurden viel besucht. Jeder fand das für ihn Interessanteste, und allent­halben sah man nur fröhliche Menschen.

Der Abend brachte wiederum zahlreiche lieber- raschunqen und Anregungen. Es war wirklich etams i los in Wiesbaden. Die Stadt dereleganten Welt von gestern hatte allen Volksgenossen im Reiche Ü)re Tore geöffnet, Feuerwerk, Volksfest und PaulineN' schlößchen waren die Hauptanziehungspunkte für ine Gießener: mancher vermochte sich aber nicht von dem gemütlichen bayerischen Oktoberfest zu trennen und erst in später Abendstunde kam er zu dem Eiw schluß, jetzt endlich doch zum Bahnhof zu Hier fand sich denn nach und nach auch alles <mw Erlebnisse wurden ausgetauscht, und frohes uj lächter füllte das weite Rund der Bahnhofshau Die Heimfahrt erfolgte in zwei Sonderzügen.

sowie an alle Betriebsgemeinschastswalter im Kreise Gießen.

Unser Volk ist ein reiches Volk. Es ist reich, weil es einen großen Besitz hat an innerlichen Gütern, an Werten der Seele und des Geistes.

Roch nie ist ein Volk zugrunde gegangen durch wirtschaftliche Maßnahmen, mit denen es durch andere Nationen getroffen werden sollte. Aber im­mer ging es mit dem Deutschen Volke abwärts, wenn es vergaß, sich auf den Wert seiner Seele zu besinnen, wenn es seine eigene schöpferische Inner­lichkeit verleugnet hat.

Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß Kulturbesitz ein Vorrecht bestimmter Bevölkerungsschichten sei.

Wirkliche Kultur ist Seelenadel. Und den kann man überall finden. Eine edle Seele ist weder an einen goldbetreßten Rock, noch an einen geflickten Arbeitskittel gebunden.

Genau so wie unsere größten Verkünder deutschen Wesens Bach, Beethoven, Schubert, Mozart, Goethe, Schiller, Hölderlin, Löns, Rembrand, Thoma und viele andere aus dem Volke stammen, ihre Kraft aus dem Volke schöpften und für das Volk ihre Werke erstehen ließen, genau so hat dieses Volk jene Großen allzeit verstanden und ihre Kunst geliebt.

Die NS.-Kulturgemeinde in der NS.-Gemein­schaftKraft durch Freude" ist dazu da, die Werke unserer deutschen Meister zu erhalten und sie ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. In Heimatabenden, in Konzert und Theater, ja im Volksfest, werden wir immer versuchen klarzulegen, daß die deutsche Kunst als Deutschlands größter Wert im Herzen unseres Volkes lebendig ist.

Um allen unseren Amtsleitern, Amtswaltern und Ortswarten Gelegenheit zu geben, alle die Kräfte, die in unserem Kreise im Laufe des Winters ein­gesetzt werden können, kennen zu lernen, rufen wir sie hiermit zu einem

großen Werbe- und knlturabend

am 13. Oktober, 19 Uhr, im Gießener Stadttheater zusammen.

Die Orts- und Zellenwarte der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" und, wo diese noch nicht ein­gesetzt sind, die Orts- und Zellenwalter der Deut­schen Arbeitsfront haben die Pflicht, sich besonders für diesen Werbeabend einzusetzen. Der Eintritts­preis beträgt auf allen Plätzen nur 60 Pfennig, Erwerbslose und Mitwirkende zahlen 30 Pfennig,

Es ist Pflicht der Vetriebsgemeinschaftswalter, dafür zu sorgen, daß aus jedem größeren Betrieb der Betriebsführer zusammen mit einigen Män­nern seiner Gefolgschaft an der Veranstaltung teil­nimmt. Meldung der Ortswarte und Abholung der Karten bis spätestens Donnerstag, den 11. Oktober 1934.

Karl Christ, KreiswartKraft durch Freude", Kreisobmann der NS.-Kulturgemeinde.

Herbstmesse auf Oswaldsgarten.

Seit vergangenen Sonntag ist unser Oswalds­garten erfüllt von dem vielfältigen Leben und Treiben der Herbstmesse. Es ist auch diesmal wieder allerlei zu sehen. Händler haben ihre Buden anf- geschlagen und halten Spitzen, Kleidungsstücke, Emaillegeschirr und Töpferwaren feil. Mit kritischen Blicken überschaut die Hausfrau die breit ausgeleg­ten Waren, prüft, überlegt und kauft schließlich. Natürlich fehlen auch jene kleinen Stände nicht, an denen nach Art desbilligen Jakob" die kleinen

Das große Landestreffen der Deutschen Arbeits-I hin hatten sich inzwischen auch die Frühauf- sront Hessen in Wiesbaden ist vorüber. An dieser' honohon

riesigen Demonstration der Gemeinschaft nahm auch die Deutsche Arbeitsfront der Stadt und des Kreises Gießen mit ihren Mitglie­dern in großer Anzahl teil. Der erste Sonderzug für den Kreis Gießen der Deutschen Arbeitsfront ging am Samstag gegen 13 Uhr uuf die Reife. Die Organisation war gut, und ohne Schwierig­keiten könnte die große Anzahl der Teilnehmer im Sonderzug untergebracht werden. Gegen 16 Uhr war Wiesbaden erreicht. Alle Arbeitskamera-