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Dienrtag, 9. Oktober 1934

184. Jahrgang

Hr. 236 Erster Blatt

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Gietzener Anzeiger

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bejahte. Wenn aaen, daß aer

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Landnöten.

Die Tage werden zusehends kürzer. Langsam rüstet sich der Winter, um in unser Land einzu­rücken. Er ist für denjenigen, der keinen wärmen­den Mantel besitzt, der mit zerrissenem Schuhwerk durch Schnee und Schmutz waten und dessen Ofen aus Mangel an Brennstoffen kalt bleiben muh, kein angenehmer Zeitgenosse. Doch soviel Angst und Krauen wie einst vermag der Winter heute nicht mehr zu verbreiten. Denn s ch o n e i n m a l hat ihm das ganze deutsche Volk unterschiedslos zu verstehen gegeben, daß es nicht gewillt ist, die bedürftigen Volksgenossen preiszugeben. Wie ein Mann stand das Volk im vergangenen Winter zusammen, brachte Kleidungsstücke, Lebensmittel und Kohlen im Werte von rund 320 Millionen Mark auf und verteilte sie an 18 Millionen Männer, Frauen und Kinder. Achtunggebietend war das nationalsoizalistische Winterhilfswerk, das jeden Deutschen auf­rief, seinen Willen zum Sozialismus der Tat unter Beweis zu stellen. Das mißtönende Gekrächz einer uns bösartig gegenüberstehenden Auslandpresse be­gleitete zunächst das Entstehen und Werden dieses Hilfswerkes. Doch bald wurde auch das Ausland von der unvergleichlichen Kraftanstrengung unserer Nation gepackt und mitgerissen, so daß man schließ­lich mit der ehrlichen Anerkennung nicht mehr zu­rückhalten konnte. Wieviel Freude haben die Gaben verbreitet und wieviel mehr haben sie im ganzen Volke das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Be­rufe und Schichten gestärkt! Es ist wohl nicht über­trieben, wenn man feststellt, daß die nationalsozia­listische Bewegung im letzten Winter die größte Schlacht für die Volksgemeinschaft schlug und auch den größt en Sieg an ihre Fahnen heften konnte.

Wieder sind wir soweit, uns von neuem zu rüsten. Die Arbeitsbeschaffung hat eine Unzahl ^Hilfsbedürftiger so weit gekräftigt, daß sie von sich aus schon ihr Scherflein beisteuern können. Aber noch leben in den Großstädten, auf den Dörfern, in Hinterhäusern, Kellern und Lauben Volksgenossen in gewaltiger Zahl, die von ihrer Arbeitslosenunter­stützung oder ihrer Sozialrente gerade nur das Allernotwendigste bestreiten können. Zum wärmen- iden Kleidungsstück, zum Zentner Kohlen oder einem -Sack Kartoffeln reicht es nicht. Aber sie werden ihren Mantel und ihren Anzug, ihre Briketts und ihr Lebensmittblpaket erhalten, weil das deutsche Volk heute entschlossener denn je ist, für jeden einzelnen alles einzusetzen, zu spenden and zu opfern und von neuem das Banner der Volksgemeinschaft aufzupflanzen. Das deutsche Winterhilfswerk ist eine nationale Verpflichtung, der sich niemand entziehen wird. Alles steht bis auf den letzten Mann bereit, einzuspringen für den hilfsbedürftigen Nächsten und nicht wankend zu iverden in dem Schwur: Wir helfen!

In diesen Tagen ist in aller Stille ein Erinne- rungstag vorüberaegangen, der ein Wort des Ge­denkens verdient. Um die Quartalswende sind näm­lich genau fünfzehn Jahre vergangen, seitdem das alte deutsche Feldheer end- NÜltig a u f g e l ö st wurde. Wenn auch das erste Gesetz über die Aufstellung der Reichswehr einige Monate früher erlassen ist, so betrachtet sich bei dem motwendigen und starken Sinn für die Tradition die Reichswehr als eine organische Fort­setzung des alten Heeres, das in Ehren den Kampf gegen eine Welt von Feinden bestanden hat. Die Fortsetzung dieser Tradition ist nie in der Reichswehr als äußere Angelegenheit aufgefaht iDoröen, sondern sie war eine innerliche Notwen­digkeit. Sie war es um so mehr, als durch den Machtspruch von Versailles der im Volke stets le­bendig gebliebene Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht vernichtet werden sollte. Vieles, was wir an inneren Unruhen und in der Aufspal-

üung des deutschen Volkes in den letzten fünfzehn Jahren erlebt haben, wäre unterblieben, wenn der ^roße Gemeinschaftsgedanke der allgemeinen Wehr- . pflicht in erneuerter Form feine Verwirklichung hätte finden können.

Als die Männer, die die Reichswehr schufen, ihr Werk begannen, standen sie vor allerschwersten Aufgaben. Das Diktat von Versailles brachte mehr Bindungen als nur die Bindung an die äußere Form. Da war vor allem die Gefahr, daß i i nfolge der langjährigen Verpflichtungen die Reichs­wehr als ein Staat im Staat gelten konnte. Diese lJefahr ist von der Reichswehr selbst gebannt roor- t)en, und zwar aus der klaren Erkenntnis heraus, daß gerade ein kleines Heer nicht ein Leben hinter abgeschlossenen Mauern führen konnte, sondern daß (die Notwendigkeit bestand, ein solches Heer m t t allen Teilen des Volkes zu verwur­steln. Die Führer der Reichswehr haben ihren Willen oft genug zu erkennen gegeben, mit jedem gufammenzuarbeiten, der überhaupt den Wehrwu- en und hie Notwendigkeit der Landesverteidigung ...i man jetzt zurückblickt, so muß man agen, daß gerade die Sozialdemokraten von allen guten Geistern verlassen gewesen waren, daß sie gerade nicht in den ersten und schwersten Jahren des Aufbaues eine positive Einstellung zur Reichs­wehr finden konnten. Das hätte allerdings auch ein Aufgeben der internationalen Wunschträume be- veutet und die Entwicklung zu einer Deutschen Ar- oeiterpartei vorausgesetzt. Statt dessen wurden Schwierigkeiten kleinster Art Über Gebühr aufge- i»auscht. Man vergaß, daß gerade Männer wert­vollster Art nicht von heute auf morgen tinen Wandel grundsätzlicher Anschauungen vor- lehmen konnten, man vergaß, daß Gesinnungs- Imechtung sich immer und zu allen Zeiten rächen wird ja man vergaß, daß in der jungen Reichs- wehr' Männer wirkten, deren Leitgedanke nichts an­deres mor ofa bna SHnUrfonh

Kompensations-Abkommen

In den Jahren des Aufbaues hat sich die Reichs­wehr unabhängig von jeder Partei­politik gehalten und unabhängig von jeder Parteipolitik halten müssen. Wie die Parteipolitik, der der Mut zur Verantwortung fehlte, sich aus­wirken mußte, dafür nur ein Beispiel: Wenn man heute an die Entwicklung dieser Jahre zurückdenkt, so ist es unbegreiflich, daß einmal der Bau eines Panzerschiffes zum Angelpunkt der deutschen Jnnen- volitik werden konnte. Das Reichskabinett hatte den Bau dieses Panzerschiffes bewilligt, dann aber nicht den Mut gefunden, vor dem Volk in aller Klarheit dafür einzustehen. Diese Dinge sollen nicht gesagt werden, um Klüfte aufzureihen, sondern um die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, die gezogen werden müssen.

Die Bestimmungen des Versailler Diktats, die auch nach der rein militärischen Seite als eine Schwächung der Reichswehr gedacht waren, ahben sich zu einem Teil anders ausgewirkt, als man es in Versailles hoffte. Die militärischen Erfahrungen des Weltkrieges find in der Reichswehr so ver­wendet worden, wie sie nur verwendet werden konnten. Die Anforderungen, die an die jungen Reichswehrangehörigen gestellt wurden, sind stets sehr groß gewesen, und zwar sowohl nach der inner­lichen, charakterlichen als nach der äußerlichen, militärischen Ausbildung. Man hat es aber vor allem verstanden, das Berufsethos des Sol­daten wachzuhalten und zu stärken. Soldat sein, bedeutetdienen" für das Dolksganze schlecht­hin.

Und nun hat die Reichswehr das ganz große Glück gehabt, daß in den entscheidenden Jahren als oberster Befehlshaber ein Mann an ihrer Spitze stand, der wortwörtlich eine Ver­körperung des soldatischen Ideals bedeutete, und dessen Geist auch jetzt, da der Mann von uns gegangen ist, in der Reichswehr lebendig ist und stets lebendig bleiben wird. Die verehrens­würdige Gestalt des großen Feldmarschalls war der lebendige Ausdruck einer Verknüpfung von Ver­gangenheit, Gegenwart und Zukunft.

So führt^auch der Weg der Reichswehr organisch in das Dritte Reich. Die großen Gedanken des Nationalsozialismus, nämlich die Gedan­ken der Volksgemeinschaft und der Führerverant­wortung sind in der Reichswehr von jeher gepflegt worden, ja, man kann wohl sagen, und der Führer und Reichskanzler hat es in seiner letzten Reichstagrede auch ähnlich ausgedrückt, daß die Reichswehr den Nationalsozialismus praktisch v o r g e l e b t hat. , . .

Die Ziele der Reichswehr sind bei allen Wand-

und einerAuflockerung" des zwischenstaat­lichen Austausches durch einen wachsenden Rohstoffbedarf, Kompensations-Abkommen und ähnliche Maßnahmen. Besonders stark hat sich die Nachfrage nach denjenigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen belebt, die d e r I n d u st r i e als Rohstoffe dienen. Es sind infolgedessen bei Erzeugnissen, wie Wolle, Baumwolle, Jute, Sisal, Kautschuk und zum leiL aud) bei Fleisch an den Weltmärkten erhebliche Preissteigerungen eingetre­ten. Die Kaufkraft aller Agrarprodukte ist seit Mitte 1932 um rund 24 v. H., die der landwirtschaftlich erzeugten industriellen Rohstoffe sogar um 65 v. H.

lungen der Zeit stets die gleichen geblieben: diese Ziele haben nie Anlaß gegeben, friedensstörend zu wirken. Nur die Gleichberechtigung Deutschlands und die Sicherheit seiner Grenzen können für jetzt und alle Zukunft die Gewähr für einen wirklichen und ehrlichen Frieden bieten.

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lleberall in der Welt sind während der letzten Jahre große Anstrengungen gemacht worden, um die Wirtschaftskrise und besonders die Agrarkrise zu überwinden. Das Institut für Konjunkturforschung bringt in dem soeben erschienenen Vierteljahresheft eine Abhandlung über die Entwicklung der Lage der Landwirtschaft im Ausland. Es wird festaestettt, daß sich in der Welt die Lage der Landwirtschaft erstmalig im Jahre 1933/34 ver­bessert hat als Folge i n d u st r i e f or­dernder Maßnahmen, die mit einer Steige­rung der industriellen Kaufkraft verbunden waren, direkter Subventionen für die Landwirtschaft

Landwirtschaft eingetreten. In Kanada konnte mit Hilfe der agrarpolitischen Maßnahmen ledig­lich eine Verschlechterung in der Lage der Land­wirtschaft verhindert werden.

Die Landwirtschaft in Südosteuropa und Südamerika konnte keine so günstigen Er­gebnisse erzielen wie z. B. Australien und Neusee­land, da der für diese Länder besonders wichtige Weizen preis sich nur wenig veränderte. Durch den Rückgang der Weizenvorräte und die Anbau- flächenbeschränkung haben sich aber die Aussichten auch für diese Länder verbessert. Einigen südost­europäischen Ländern, wie Ungarn und S ü b slawien, gelang es, durch neue Handelsverträge ihre Agrarausfuhr wenigstens teilweise sicherzu- stellen. Die auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesenen Länder, wie Deutschland, Groß­britannien und die Schweiz, haben ihre Landwirtschaft weitgehend gefördert, um den hei­mischen Markt in verstärktem Umfang mit selbst­erzeugten Gütern zu versorgen. Doch wurde auch durch die Ankurbelung der Jndustriewirtschast der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse begünstigt. In der Schweiz wurde nach den Angaben von Professor Laur im Jahr 1933 zum erstenmal wieder ein Reinertrag erzielt. Auch in England konnte die Landwirtschaft infolge der zahlreichen agrar- politischen Maßnahmenn und der neuen Markt­ordnung ihre Erzeugung ausdehnen und dabei die Einnahmen erhöhen. Die französische Land­wirtschaft befindet sich noch immer in einer schweren Krisis, da die Deflationspolltik einen Aufschwung verhinderte und durch die Schutz­maßnahmen nur das Schlimmste verhindert wer­den konnte.

Am schlechtesten schneidet die Landwirtschaft der­jenigen Länder ab, die sich stark auf die Erzeugung und Ausfuhr landwirtschaftlicher Beredtungs- erzeugnisse eingestellt haben. Die wichtigsten Bezieher landwirtschaftlicher Veredlungserzeugnisse, wie Deutschland und England, gehen immer mehr dazu über, einen wachsenden Anteil des Bedarfs aus eigener Scholle au decken. Infolge der strukturellen Veränderungen der Welt­wirtschaft, die einen sinkenden internationalen Ver­kehr mit landwirtschaftlichen Deredlungserzeugnissen mit sich bringt, müssen die Aussichten für die Land- wirtschaft typischer Veredlungsländer, wie Hol­land und Dänemark, als einigermaßen u n - günstig angesehen werden. Nur mit Hilfe aus­gedehnter staatlicher Hilfsmaßnahmen war es in diesen Ländern möglich, die Lage der Landwirt­schaft einigermaßen erträglich zu gestalten.

gestiegen.

Es ist klar, daß sich bei einer solchen Preisent. Wicklung, durch die vor allem die landwirtschaft­lichen Rohstoffe begünstigt wurden, die Lage der Landwirtschaft vor allem in den Ländern verbessern mußte, welche den Weltmarkt mit agrarischen Rohstoffen beliefern. Wir fin­den daher z. T. recht erhebliche Steigerungen der landwirtschaftlichen Einnahmen in manchen lieber- eelänbern. So hat sich z. B. der Erlös aus der Wollfchnur in Australien um 47 v. H. gegen­über dem Vorjahr erhöht. Auch die Fleifchpreife sind zum Teil beträchtlich gestiegen. Schaffleisch kostet nur noch etwa 10 v. H., Rindfleisch etwa ein Drittel weniger als im Jahre 1929. Auch Neu­seeland erzielte 1934 im Durchschnitt höhere Ex­portpreise als im Vorjahr. In den Vereinigten Staaten ist infolge der agrarpolitischen Maß­nahmen der Roosevelt-Regierung, vor allem aber auch infolge der währungspolitischen Maßnahmen eine beachtliche Erhöhung der Verkaufserlöse der

Fortdauer der Kämpfe gegen die Aufständischen in Spanien.

Die Revolutionsmacher von Barcelona hatten die elbftänöige katalanische Republik unter der De­vise ausgerufen: Siegen oder sterben. Sie haben weder gesiegt, noch sind sie gestorben. Vielmehr haben sie sofort kapituliert, als sie in der Ferne den Kanonendonner der von der Madrider Zentral- regierung ausgefanbten Kriegsschiffe vernahmen, und einer ihrer bedeutendsten Führer, der frühere Ministerpräsident Azana, hatte frühzeitig das Ha- enpanier ergriffen, um feine werte Persönlichkeit in Sicherheit zu bringen. Es scheint ein auf den Mar­xisten und Separatisten aller Länder ruhendes Ver­hängnis zu jein, daß ihreFührereigenschaften" lediglich theoretischen Wert besitzen, im Ernstfälle aber kläglich versagen. Sv wie sich noch heute im Saargebiet die Separatisten im trauten Verein mit den Roten um Frankreichs Gunst bemühen, o dürfte auch die katalanische Nebenregierung ihre Hoffnungen auf sranzöjische Hilfe gesetzt haben. Daß dieje Annahme nicht unbegründet ist, beweist die Persönlichkeit A z a n a s zur Genüge. Unter seiner Staatspräsidentschaft wurden jene Pläne erörtert, die es Frankreich gestatten sollten, eine schwarzen nordafrikanischen Truppen auf dem icheren Landwege über Spanien an die europäische Front zu schaffen. Eine selbständige katalanische Republik, zu der auch die Inselgruppe der Bale­aren gehören würde, müßte für Frankreich eine außerordentliche Stärkung feiner Position im Mit­telmeer herbeijühren. Der große politische und kul­turelle Einfluß, den Frankreich zweifellos in Bar­celona besitzt, würde sich in einer direkten Be­drohung der englischen Schiffahrtslinien durch das Mittelmeer und in einer beträchtlichen Einengung der italienischen Machtsphäre auswirken. Daß diese Gefahren einstweilen abgewendet sind, verdankt die Zentralregierung in Madrid vor allem der Un­fähigkeit der leitenden Revolutionäre. Soll der Er­folg der Regierung aber zu einer dauernden Festi­gung des Staatsgefüges ausgebaut werden, so wird das Kabinett Lerroux dem Fatalismus feiner Vor­gänger abfchwören und die Seuche der marxistischen und separatistischen Umsturzpropaganda mit äußer­te r Energie bekämpfen müssen.

Wiederausflackern des Aufruhrs in Madrid.

Lerroux droht mit schärfsten Maßnahmen.

Madrid, 9. DFL (DNB.) In den späten Nach- mittoigsstunden des Montag hat sich die Lage in Madrid wieder verschlechtert. Schlagartig etzte an verschiedenen Punkten der Hauptstadt ein heftiges Gewehr- und Pistolenfeuer ein. Die UeberfäUe galten vor allen Dingen Poli^ei- und Militärpatrouillen und verkehrswichtigen Ge­bäuden. Die Feuerüberfälle der Aufständischen haben in den Abend st un de n des Montags m i t voller Planmäßigkeit ihren Fort­gang genommen. Der in den amtlichen, durch

Rundfunk veröffentlichten Regierungserklärungen zum Ausdruck kommende Optimismus scheint also nicht ganz berechtigt zu (ein.

Der Ministerrat, der seit Montag nachmit­tag unter Vorsitz des Ministerpräsidenten stattge­funden hat, war um Mitternacht beendet. In den Besprechungen kam zum Ausdruck, daß Minister­präsident Lerroux nicht vor der Anw en- düng der aller schärf st en Maßnahmen zurückschrecken werde, wenn es zur Erhaltung des spanischen Staates notwendig fei. Er wolle sich weder durch den Kleinkrieg der Marxisten, noch durch anderweitige Druckmittel im Interesse des Vaterlandes von dem ihm vorgezeichneten Weg ab­bringen lassen. Deshalb werde sich auch am heutigen Dienstag Sie Regierung dem Parlament ü o r ft e H e n , das von diesem Tage an seine regel­mäßigen Sitzungen abzuhalten haben werde.

Auf die Frage von Pressevertretern, ob in Bar­celona schon auf Grund der Kriegsartikel einige Todesurteile vollstreckt worden seien, ent­gegnete der Ministerpräsident, daß dies nicht der Fall sei und daß in jedem dieser Fälle zuerst der Präsident der Republik befragt werden müsse.

Lerroux setzte aber hinzu, daß er entschlossen fei, mit aller Energie von den ihm zur Verfü­gung stehenden Mitteln zur Durchsetzung der Staats­autorität Gebrauch zu machen.

Auch in der Provinz noch überall heftige Kampfe.

Metzeleien und Brandstiftungen der Aufrührer.

Zuverlässige Nachrichten von außerhalb über dis Lage im ü b r i g en Spanien hereinzubekom- men, ist fast unmöglich. Die Bevölkerung ist einzig und allein auf die von der Zentralregierung von Zeit zu Zeit durch Rundfunk befanntgegebe- nen kurzen Lageberichte angewiesen, die im Gegen­satz zu den im Umlauf befindlichen Gerüchten b e ruhigend lauten. Man hört daß in zahlreichen Städten und Ortschaften wieder vollkommen normale Zustä nde herrschen sollen und so­gar die Arbeit in den Fabriken zum Teil wieder ausgenommen wurde.

der Umstürzler mit einem

Nach der Niederwerfung des Aufstandes werden verhaftete Führer Lastwagen fortgeschafft.