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Ilr. 157 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Montag, 9.3UÜ1954
Aus der Provinzialhauptstadt.
greifende Saaten.
Im sommerlichen Sonnenschein durch die reifen- tn Kornfelder zu gehen, ist immer ein festlich- eierlicher Gang. Golden wiegen sich Halme und ehren im leichten Wind zueinander, und der heiße dem, der der Erde entsteigt, ist wie ein beklommenes Atmen unter der Last der Frucht, die sie auf chwankem Stengel tragen. Wenn dieses Meer von unklem Altgold bis zu fahlem Weiß überblickt, dann scheint ein filigranfein gesponnenes Tischtuch iber den Plan gebreitet zu sein, auf dem uns das ägliche Brot gewachsen ist. Im Abendglockenläuten chwingen die nahen und verwehten Töne wie die >oten des Herrgotts über die Felder hin, und es will dünken, als ob sie jedem einzelnen Halm zu- aunten, daß die Zeit der Erfüllung da ist, die ihr Üachstum vollendet, die ihr Dasein seiner endlichen Bestimmung zuführt.
Reifende Saaten sind mehr als Kornfrüchte, die er Sense, Dreschmaschine, des Mahlgangs und des Zäckers harren. Sie sind, oder sollten doch für 'den, der vorüberschreitet, von gleichnishafter Sinn- iltigteit sein. Als kleines Korn im Boden gesenkt, ntkeimten ihm Wurzeln und Stock zum Halm, zur Erhaltung und zum Hochwachsen, ungewiß, ob die Erbe immer die Kraft zu vollem Gedeihen spenden oürde, ungewiß, ob des Himmels Huld stets zur echten Zeit niederträufeln würde, ungewiß auch, b sie nicht einem Wüten der Elemente vorzeitig irliegen müßten. Ganz auf sich und den Segen von oben gestellt, konnte jede Stunde und jeder Tag ihnen ein plötzliches Schicksal zuteilen, das nicht Er- üllung, sondern Vernichtung war. Kostgänger setzen sich zu Füßen an ihren Tisch, Kornblumen und roter Mohn teilten mit ihnen Sonne und Scholle, 3ögel brüteten zwischen ihrem Halmgestrüpp, und Mäuse und Maulwürfe hießen sie auf der Hut sein, daß ihnen nicht der Lebensfaden zerrissen wurde.
Sengende Sonne liegt über der Flur. In wol- renlosem Blau wölbt sich der Himmel über Baum ind Halm und Strauch. Ab und an irrt ein trä- jer Dogelruf durch die Stille. Mit besonders zagen Fingern zieht am Abend die Dämmerung ihre jrauen Schleier über alle Dinge. Don dem Hain «eht der Duft des Jasmins berauschend schwer herüber. Aus Busch und Hecke zieht eine linde Luft m die sommerabendlichen Dorfgassen ein und läßt hie arbeitsmüden Menschen träumen; von hochbe- ।ebenen Erntewagen, von flatternben Erntesträußen unb Erntekränzen, von bem Segen, ber ber Mühe Preis geworben ist, ber manche sorgenbeschwerte Nacht und manchen bangen Tag belohnen soll. Bald wird der Pflug den Boden zu neuer Bereitschaft ockern.
Neuer Pfarrer an der Luihergemeiude zu Gießen.
Die evangelische Pfarrstelle an der Luther- zemeinde, die seit 14. September 1927 mit Pfarrer Otto Lenz besetzt war, wurde seit der kommissa- "ischen Entsendung ihres Pfarrers an das Diako- Menhaus Elisabethenftift in Darmstadt von Pfarrer Zucker versehen. Pfarrer Lenz wird am Elisa- vethenstift, dessen zweiter Pfarrer er schon vom *7. Juli 1912 bis 1. September 1917 war, bleiben. Der Landesbischof hat zu seinem Nachfolger den Pfarrer Ludwig A n t h e s von der Bergkirche zu Wiesbaden ernannt. Der neue Pfarrer der Lu- > hergemeinde ist am 8. Juni 1883 geboren und wurde nm 2. Mai 1909 ordiniert. In Wiesbaden wirkte er nuf seiner letzten Stelle seit 1928. Seinen Dienst in Meßen wird er am 1. August antreten. Näheres über seine Einführung, mit der das Evangelische Dekanat Gießen beauftragt wurde, wird noch bekanntgegeben werden.
NS. Bund deutscher Technik (früher KDAZ ) Bez.-Ltg. Sietzen. Die „Gießener chemische Gesellschaft" lädt, ge- llneinsam mit dem „Bezirksverein Oberhessen des Wereins Deutscher Chemiker", zu einem Vortrag von Herrn Dr. Siedler- Griesheim a. M. über „Erzaufbereitung durch Flotation" «ein. Der Vortrag findet am Freitag, 13. Juli, 20 Uhr, im großen Hörsaal des Chemischen Instituts der Universität, Ludwigstraße 21, statt. Der Besuch des Vortrags wird allen Mitgliedern des „NSBDT.", die sich für die Verwertung unserer lheimischen Erzlager interessieren, bestens empfohlen.
Zusammenkunft der „Alten Garde der Hitlerjugend" in Gießen.
Arn vorigen Freitag und Samstag hatte der Führer des Bannes 116 der HI., Otto Häuser, .alle diejenigen Hitlerjungen Oberhessens zusammengerufen, die vor 1931 der HI. angehörten. Hauptzweck dieser Zusammenkunft war, in alter Kameradschaft und Freundschaft einige nette Stunden zusammen zu sein, Erinnerungen auszutauschen und diesen Zusammenhalt wieder zu erneuern, der doch der Rückhalt unserer Bewegung in den Jahren des Kampfes war und der der Kern unserer Jugendbewegung für alle Zeiten fein soll.
Am Freitagabend trafen sich ungefähr 50 Jungen, teils aus der Hitlerjugend, teils aus dem Jungvolk, um gemeinsam nach dem Schiffenberg zu marschieren. Alle sind Führer von Einheiten, aber an diesem Abend wurden alle Rangabzeichen abgelegt. Genau so wie früher sollte es sein, als man noch keine Abzeichen tragen konnte, ja, als man froh war, wenn man auf dem weißen Hemd die Armbinde mit dem Hakenkreuz tragen durfte. Im hinteren Hof des Schiffenbergs waren die Zelte für die Nacht aufgeschlagen. Holzstöße lagen bereit für das Lagerfeuer der Nacht. Und überall sah man einzelne Gruppen träge im Gras liegen, Erinnerungen austauschen, Freunde untereinander, die sich lange nicht sahen, die auch von früher Zeit her durch Kameradschaft und auch vielleicht Blutbande zusammengeschweißt waren. Auf allen Gesichtern sah man Freude. Man setzte oder legte sich dann im Kreis um das Lagerfeuer, fang Lieder, alte Lieder vom Kampf der Vergangenheit, die man heute nicht mehr hört, und Lieder vom Kampf der Zukunft. Eine kzirze Ansprache vom Bannführer, dann wurde irgend ein Junggenosfe wahllos bestimmt, der erzählen mußte. Und wenn er dann erzählte von Erlebnissen der Kampfjahre, von schönen unb weniger schönen Stunben, von allen möglichen Streichen ber bamaügen Zeit, Immer aber in Be- tounberung bieses großen Kamerabschaftsgeistes, dann glühten die Gesichter der Jungen in Begeiste- . rung, Denn es war ja dasselbe und gleiche Erleben für sie alle. Und keine schönere Freude konnte dieser „Alten Garde" oberhessischer Hitlerjugend bereitet
werden, als noch spät abends der Gebietsführer Walter Kramer und Oberbannführer Walter Blumenröder kamen und bis Mitternacht im Kreise ihrer Jungen am Lagerfeuer weilten, in Erinnerung an vergangene Zeit. In später Nachtstunde gedachte man der Toten des Weltkrieges und der 22 Toten unserer Bewegung, als einem Fanal für den Kampf der Zukunft.
Verlängerter Ladenschluß in den hessischen Landgemeinden.
Auf Grund des § 10 ber Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten vom 18. März 1919 und der §§ 14 und 15 der Verordnung über die Arbeitszeit vom 14. April 1927 wurde vom Hessischen Staatsminister für offene Verkaufsstellen in Gemeinden mit vorwiegend landwirtschafttreibender Bevölkerung der Ladenschluß für die Zeil bis Ende September 1934 auf 21 Uhr festgesetzt. Angestellte und Arbeiter dürfen in ber Zeit von 19 bis 21 Uhr nicht beschäftigt werben.
NG.-Gemeinschaft„Kraft durchFreude"
Kreis Gießen.
Gleibergfesi im neuen Geist.
Das alljährlich auf ber Burg ftattfinbenbe Gleibe r g f e ft soll in biesem Jahre am 15. Juli in einem besonderen Nahmen gefeiert werben baburch, baß bie NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" im Verein mit bem nationalsozialistischen Stubenten- bunb unb bem Gleibergoerein bie Ausgestaltung übernommen hat. Jebes freie Plätzchen ber Unter« unb Oberburg unb ber engeren Umgebung wirb zweckentsprechenb ausgenutzt, um bem zu erwartenden Besuch aus allen Kreisen ber Bevölkerung gerecht zu werben.
Um 15 Uhr wirb bas Fest burch eine Kapelle vorn Bergfried aus mit einem geistlichen Lied an« geblasen, dem dann gemeinsam zu singende Volkslieder der Studenten aus dem Gießener Kameradschaftshaus folgen. Der bestens bekannte oberhesti- fche Heimatdichter Georg Heß stellt sich in den Dienst des Ganzen. Für Unterhaltung ist auch sonstwie genügend gesorgt, besonders dürfen die Kinder auf ihre Rechnung kommen; für die u. a. ein Kasperltheater Unterhaltung bringen wird.
Bei der Abendunterhaltung, die wiederum vom Bergfried aus mit zwei Volksliedern begonnen wird, hält der Hochschulgruppenführer Edler von G r a e v e die Ansprache. Nach einem Sprechchor spielt die Musikgemeinschaft der Arbeiter und Studenten Mozarts „Kleine Nachtmusik". Als Krönung des Ganzen ist ein großes Feuerwerk von der Plattform des Turmes vorgesehen.
Wenn das Wetter günstig ist, dürfte diese Veranstaltung im Geiste der neuen Zeit ein starker Impuls werden, die Bande des alten Gleibergs, des Wahrzeichens unserer Heimat, zu der engeren und weiteren Umgebung aufs neue zu festigen.
Kreistagung des Kreises Mein-Main der Deutschen Studentenschaft auf dem Gleiberg. Am gestrigen Sonntag fand auf dem Gleiberg die konstituierende Tagung Des Kreises Rhein-Main der Deutschen Studentenschaft statt. Die Studenten- schaftsführer und Amtsleiter waren vollzählig er- chienen, um die neuen Aufgaben des neugegründeten Kreises entgegenzunehmen. Kommissarischer Kreisleiter ist der Reichsinspekteur der Deutschen Studentenschaft Bernhard Edler von Graeve. Einen ausführlichen Bericht über diese Tagung werden wir in der morgigen Ausgabe bringen.
Hohe Strafen für Unterlassung der Anmeldung zum Michsnährstand.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung erlassen, durch die für die Betriebe des Landhandels und der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die sich nicht zum Reichsnährstand anmelden, hohe Strafen festgesetzt werden. Auf Grund der öffentlichen Aufforderung des Reichsbauernführers vom 25. Juni 1934 zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und der Be- unb Verarbeitung lanb« wirtschaftlicher Erzeugnisse haben sich bie Inhaber der in dieser Aufforderung bezeichneten Betriebe bis zum 15 August 1934 bei der zuständigen Kreis- bauernschast unter Benutzung eines besonderen Vordrucks anzumelden Wer der vom Reichsbauernfuh- rer erlassenen Aufforderung nicht nachkommt, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Ist au Grund dieser Vorschrift rechtskräftig auf Strafe erkannt worden, so kann der Reichsbauernfuhrer die Fortführung des nicht angemeldeten Betriebes unterfagen. Die Polizeibehörden haben auf Ersuchen des Reichsbauernführers die für die Schließung des Betriebes notwendigen Maßnahmen durchzuführen.
rnu tuen.
— Tageskalender für Montag: NS.« Lehrerbund Gießen-Stadt, Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für neuere Sprachen: l6 Uhr Oberrealschule, Sitzung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die vier Musketiere". ,
— Der Sparerbund in Gießen veranstaltet am morgigen Dienstag eine öffentliche Der- ammlung im Gasthaus „Hindenburg . Der Landesverbandsführer des Sparerbundes, Ministerprastdent a D Pro Dr. Werner, wird über das Thema Warum deutscher Sparerbund?" sprechen. Der Eintritt zu dieser Versammlung ist frei. (Siehe Anzeige vom Samstag.) *
** Justizpersonalie. Ernannt wurde der Staatsanwalt Ludwig Fi s ch e r in Gießen mit Wirkung vom 1. Juni 1934 zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Butzbach.
** Arbeitsjubiläum. Am morgigen 10. Juli kann Herr Obermonteur Franz E 11 e r m e i e r fein 25 Arbeitsjubiläum bei der Firma Jng. Heinrich Brinkmann, Jngenieurbureau, Gießen, begehen.
** Das Tragen nachträglich verliehener Orden für Verdienste im Weltkriege Um Zweifeln zu begegnen, gibt das Reichsminifterium des Innern bekannt, daß zu den zugelassenen Orden auch die in der Nachkriegszeit rechtmäßig mit Besitzzeugms verliehenen Orden für Verdienste im Weltkriege — das EK. I und II sowie das Verdienstkreuz für Krieg — gehören, und daher nach wie vor getragen werden dürfen.
** Unglücfsfall beim Baden. Der siebzehn Jahre alte Schüler W. Sch. von hier zog sich beim Baden in der Lahn eine schmerzhafte Verletzung des Fußes zu, die feine Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machte.
** Reichstreffen der ostdeutschen Heimatverbände in Gelsenkirchen. Die Ortsgruppe Gießen des Bundes heimattreuer Schleier teilt uns mit: Vom 14. bis 16. Juli findet in Zelfenkirchen ein Reichstreffen der ostdeutschen Hei- matverbände statt, bei denen die neuen Ziele und Aufgaben der ostdeutschen Heimatverbände durch den Beauftragten des Führers verkündet werden. Zu dieser Tagung fährt ein Sonderzug ber Reichsbahn ab Frankfurt a. M. am 14. Juli gegen 9 Uhr vormittags über Gießen, Wetzlar unb Siegen. Ankunft in Gelsenkirchen gegen 15 Uhr. Rückfahrt ab Gelsenkirchen am 16. Juli gegen 18 Uhr. Nähere Auskünfte burch bie Fahrkartenausgaben ber Reichsbahn. Genaue Abfahrtszeit ab Frankfurt am Main unb ben herabgesetzten Fahrpreis erfährt man durch die Ortsgruppen. Es können auch andere Volksgenossen, die an der Kundgebung teilnehmen wollen, mitfahren. Auskunft unb Plaketten Tel. 4098 Stubentenpsarrer Sucker in Gießen.
** Kein Gelb in gewöhnliche Briefe e i n l e g e n ! Die einzig richtige Art, Gelb mit ber Post zu verschicken, ist bie mit Postanweisung, Zahlkarte ober Gelbbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, bem kann nur bringenb bie Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werben. Er hat bann nur nötig, eine kostenlose Ueberweisung ober einen Scheck auszuschreiben unb ben gelben Scheckbrief, mit 5 Pf. frankiert, in ben
Der erste Tag ber 29. Gießener Ruberregatta, über bie wir im heutigen Sportteil ausführlich berichten, klang in einem Begrüßungsabenb aus, ber insbesondere den Gästen von der Saar zu Ehren veranstaltet wurde.
Der Führer der GNG von 1877 Heinrich Hochblätter
hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen, insbe- ondere begrüßte er den Kreisinspekteur der NSDAP. Gießen-Stadt, Oberbürgermeister Ritter, und betonte, durch fein Erscheinen werde von der Stabt« Verwaltung bewiesen, bah bie Stabt Gießen sich bem Gießener Sportleben unb insbesonbere auch bem Rudersport verbunden fühle; er begrüßte ferner die weiteren anwesenden Mitglieder der Stadtverwaltung, die Vertreter der Standarte 116 und des Nationalsozialistischen Frontkämpfer-Bundes. Sein Gruß galt nicht zuletzt den vielen auswärtigen Ruderern und hier wieder besonders den Gästen von der Saar Die große Saarkundgebung in Saarbrücken, die vor einigen Wochen aus Anlaß der Saarbrückener Regatta ftattgefunben habe, fei ihm (Redner) noch in bester Erinnerung, habe er doch dabei Gelegenheit gehabt, alle die Schwierigkeiten kennenzulernen, unter denen die Saarbevölkerung jetzt noch leben müsse, und gleichzeitig auch die Begeisterung erlebt, mit der sie zum deutschen Vaterlande stehe
wachten bald die Fesseln fallen, die das deutsche Saarland noch vom Mutterlands ferne halten!
Zum Schluffe gab der Redner feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Ruderer von der Saar die weite-Reise nicht scheuten, um an der Gießener Regatta teilzunehmen Nachdem Herr H o ch st ä t« t e r noch die Damen begrüßt hatte, die zum ersten Male am Begrüßungsabend zur Regatta teilnahmen, schloß er seine Ansprache mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf die Gäste, in das die Mitglieder des Vereins freudig einstimmten.
Oberbürgermeister Witter
entbot den Gästen, insbesondere den Deutschen von der Saar, die Grüße der Stadt Gießen. Die Stadtverwaltung verfolge mit Freude das sportliche Leben in der Stadt, und man freue sich auch darüber, daß die sportliche Betätigung dazu beitrage, Volksgenossen aus anderen Gauen und Landschaften und anderen Gegenden unserer Heimat kennenzulernen. Wir alle müßten, wenn wir für unsere Heimat einstehen sollen, unser Vaterland in der Heimat kennen und lieben lernen. Sehr freue man sich darüber, daß auch jene Volksgenossen zur Heimat zurückfanden, die früher dem Phantom des Marxismus nachjagten und die Heimat einst verleugneten. Eine besondere Freude sei es, daß die Brüder von der Saar die weite Reise nicht scheuten, um nach Gießen zu kommen und hier einige frohe Stunden zu verleben. Er (Redner) kenne den Kampf, der wäh-
nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen und sicheren Geldversendungsarten werden aber von einem großen Teil des Publikums nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briefen wird dringend gewarnt. Für in Verlust geratene Einschreibbriefe werden höchstens 40 Mark Ersatz geleistet, für beraubte Einschreibbriefe besteht dagegen keinerlei Haftung. Bei Verlust oder Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absender unb Empfänger immer ben Schaben zu tragen, weil bie Post nicht haftet.
** Nicht mit vollem Magen baden! Die Mahnung „Bade nicht mit vollem Magen!" wird leider nicht immer beachtet. Die Jugend rennt, kaum ist der letzte Bissen hinunter, spornstreichs ins Wasser. Unmittelbar nach bem Essen liegt bie Gefahr in ber Neigung zum Erbrechen, verursacht burch den ungewohnten Druck des Wassers auf ben Magen, hartes Aufschlagen bei Sprüngen, jähem Temperaturwechsel unb anberem. Erbrechen unter Wasser ist aber gleichbebeutenb mit Ertrinken. Die im Magen befindlichen Speisen können nicht herausgebracht werben, bie Luftröhre preßt sich zu und bas Schicksal bes Schwimmers ist besiegelt. Auch wenn sich ber Kopf bes Schwimmers über Wasser befinbet, genügen oft Schwinbelanfälle, ober bas Gefühl ber Hilflosigkeit, um bas Unglück zu oollenben. Kommt bann noch ber Kopf einen Augenblick unter Wasser, so ist das Verhängnis umso schneller ba. Es sollte sich niemanb über ber« artige Bebenken hinwegsetzen in bem Glauben, baß er über einen gesunden Magen verfügt. In Auaen- blicken der Gefahr ist ein voller Magen ein Hin- I bernis, besten sich bie Natur zu entledigen sucht.
rend langer Jahre im besetzten Gebiet habe geführt werden müssen.
Auch die Saar kämpfe einen schweren Kampf, aber sie kämpfe ihn zusammen mit dem ganzen deutschen Volke. Der Tag sei nicht mehr ferne, da die Saar wieder deutsch sein werde. Der Versailler Vertrag, das Werk von Hasardeuren, habe keine Gültigkeit mehr.
Deutschland werde sich sein Recht in der Welt erringen und dieses Recht zu verteidigen wissen. Die Tugenden bes beutschen Volkes würben sich burch- setzen, ber Sieg werbe errungen mit frieblichen Mitteln. Der Sieg werbe errungen entsprechend dem Wort des Führers Adolf Hitler:
„Die Voraussetzung jeglichen Erfolges ist der Wille und der Wut zur Wahrhaftigkeit!"
Der Nationalsozialismus werde dem Volk ein Dasein schaffen, das es verdiene. In ber Erinnerung an bie Taten bes Weltkrieges werbe es nicht dulden, in Knechtschaft verharre-n zu müssen. Der deutsche Soldat habe im Weltkrieg gegen eine zehnfache Uebermacht von Feinden gekämpft und sich behauptet, weil er kämpfte um Heimat unb Vaterland in idealistischem Sinne. Die ehemaligen Feinbe aber führten den Kampf um materieller Dinge unb um ben Gedanken ber Revanche willen. Der Führer habe sich behauptet gegen alles, was sich gegen Deutschland gerichtet habe, er habe unerhörte Schwierigkeiten überwunden, und es werde ihm gelingen, auch die Brüder von der Saar zum 23aterlaube zurückzuholen. Treue unb Charakter feien mehr •mert, als alle materiellen Güter.
Im Sport müßten sich mehr unb mehr, so fuhr ber Rebner fort, neue Gedanken anbahnen.
Es gehe nicht mehr an, daß Zehntaufende von Zuschauern Zeugen eines Kampfes zwischen zwei wännern seien, wie es häufig in der vergangenen liberalistischen Zeit der Fall gewesen fei, vielmehr müßten heule willionen deutscher Volksgenossen im sportlichen Leben flehen und so mithelfen, durch die Gesunderhaltung des eigenen Körpers der Zukunft der Ration zu dienen.
An bie große Aufgabe, bie hier zu erfüllen fei, müßten wir gehen im unverrückbaren Glauben an ben Führer Abolf Hitler. Er werde dem deutschen Volke jene Sendung geben, zu der es berufen fei. Die Arbeit, die das deutsche Volk an sich leiste, werde einst der Welt zugute kommen, und der Spruch werde zur Wirklichkeit werden: „An deutschem Wesen wird die Welt genesen!" Die Saarbrüder seien gebeten, ben Geist ber Treue und bes Deutschtums mit nach Hause zu nehmen, unb auch ben Glauben unb das Wissen darum, daß in Deutschland alles in
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Die deutsche Volksgemeinschaft unter Adolf Hitlers Führung.
Begrüßungsabend bei der Gießener Mdergesellschaft.
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