llr. 157 Zweiter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, Y.Zuli 1934
Der König Don Siam beim tonischen Arbeitsdienst
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Aus der noch verschleierten Waldtiefe sprüht plötz-
Gott singt.
Beflissen stürzt der Gans-Wirt an den Wagenschlag, seine Troddelmütze schwenkend, die drei Freunde jedoch treten zum Zaune und singen, die
dringende Einladung auf fein Besitztum für sie und vor allem, vor allem für Schubert.
„Und haben Sie alle vielen Dank! Bessere Boten könnt' uns das liebe Wien nicht entgegenfchicken! Leben Sie wohl miteincmd!"
Dann singt das Waldhorn keck hinaus in den Sonntag, und die Räder rollen ...
wieder an.
Jählings erwacht der Wald ringsum, alle Vogel- MV.en jubilieren verzückt los.
Dem Feldrain enttauchen die Sänger; schützend gebt die Magd ihre Hand über die Augen und lächelt über die vertraute Schau: den stutzerhaften Großen, den hellockigen Schmächtigen und den groß- Topfigen, rundlichen Kleinen.
„Dös Weaner Kleeblatt! kommt daher, Herr Schwager", ruft sie aufkichernd hinter sich in die ggerabe sich öffnende Krugtür.
„Jessas, sind die früh zu Weg heut!" antwortet »aus der kühlen Tiefe des Flurs des Wirts lachende Stimme.
„Ja, und zu Fuß, Herr Schwager. Der Schober, ider narrische, tragt einen weißen Sonnenschirm, der Schwind hat die Zupfgeigen umgetan, und der Schubert-Franzl trollt wieder weit hintendrein."
Flugs verschwindet sie im Hause und kehrt wieder mit dem blühweißen Tischtuche, das sie wie eine Salutfahne aufwirbeln läßt. Ein Jodler ist bie Antwort und wirft vielfältiges Echo von den Hängen
und dem Handwerk sind fast 9 Millionen ober 62 v. H. der Erwerbstätigen beschäftigt, im Handel und Verkehr dagegen nur 5,4 Millionen oder rd. 38 v. H. Und von der installierten Kraftmaschinenleistung entfallen 23,3 Millionen PS oder 94 v. H. auf die Industrie und nur 1,5 Millionen oder 6 v. H. auf Handel und Verkehr. Die überragende Bedeutung der Gütererzeugung für die Gewerbewirtschaft Deutschlands kommt in diesen Zahlen zum Ausdruck, während die Güterverteilung in unserem Lande im Gegensatz zu anderen Ländern, wie z. B. England und den Niederlanden, demgegenüber mehr zurücktritt. Freilich ist, wie schon oben bemerkt, die in den Kraftfahrzeugen installierte Maschinenleistung nicht eingeschlossen. Würde man auch diese als mechanisierte Kraft zu der Maschinenleistung zuzählen — neben Kraftfahrzeugen auch Eisenbahnen und Schiffe — so würde sich die gesamte in der Gewerbewirtschaft installierte mechanische Kraft auf 62,3 Millionen PS erhöhen, von denen 39 Millionen PS auf Handel und Verkehr entfallen. Dann ständen allerdings hinsichtlich der motorisierten Kraft Handel und Verkehr an erster Stelle.
In der Gütererzeugung nehmen die drei aroßen Gewerbegruppen, die die Mittel zur Befriedigung der unmittelbarsten menschlichen Bedürfnisse bereitstellen: Nahrung, Bekleidung und Wohnung den größten Raum ein. Sie umfassen mehr als vier Fünftel der zu Industrie und Handwerk überhaupt gehörenden Betriebe und nahezu zwei Drittel der beschäftigten Personen. Dieser geringere Personenanteil deutet schon auf den handwerklichen Charakter weiter Teile dieser Wirtschaftszweige hin. Aus dem starken handwerklichen Gepräge dieser Gewerbezweige er-
Vor fünfzig Jahren: Am 14. Juli 1884 wurdZ auf Anordnung des Kaiserlichen Kommissars Dr. N a ch t i g a l durch ein Kommando des Kanonenbootes „Möwe" diedeutscheFlagge inKamerungehißt und damit bas Kamerungebiet unter den Schutz des Deutschen Reichs gestellt. (Nach einer Skizze des an ber Flaggenhissung beteiligten Leutnants z. S. Ma n d t.)
Das Apfelsingen.
Von ^urf Bock, GOS.
Die blauen Schatten sinken von den Wiener Bergen, der goldene Glorienschein steht wie gestanzt iiber der weichgeschwungenen Silhouette der Gipfel.
Unter bie blütenverfchneiten Obstbäume kuschelt sich die „Goldene Gans", der Dorskrug nahe bei Klosterneuburg. Weithin klingt durch die sonntägliche Feierfrühe der Schall ber aufprallenden, von unsichtbarer Hand aufgestoßenen Fensterläden.
Eine Magd tritt aus der Gartentür, die Arme »oller Blumen, bamit die eingerammten Tische zu
König Prajadhipok im Gespräch mit einem Arbeitsdienstfreiwilligen der Potsdamer Ausbildungsabteilung an der Baustelle der Kriegsbeschädigten-Siedlung. — Rechts: Königin Rambai Barni, die auch hier ihren Gatten begleitete.
zurück.
Und kaum prangt der beste Laubenplatz im gastlichen Schmucke, da steht auch schon der Malersmann an der Pforte, läßt die Gitarre, am Hals gefaßt, schwingen, daß die Akkorde wie Glockentöne schallen zu den Liedesworten:
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9CS±on tritt Moritz Schwind vor, bie Klampfen •• Brust gedrückt, und hebt freiweg an:
„D laß mich nur von ferne stehn, nach deinem lieben Fenster sehn, von ferne, ganz von ferne! Du blondes Köpfchen, komm hervor! Hervor aus eurem runden Tor, ihr blauen Morgensterne!
Nun schüttelt ab der Träume Flor, und hebt euch frisch und frei empor in Gotteshellen Morgen!
Willkommen.
Und zuerst erscheint ein weißhaariger Herr, hilft dann seiner Frau heraus, und hintendrein kommt das Lenzwunder, — die Tochter. Im himmelblauen Reifrock. Reckt die Arme, schaut ringsum, schüttelt das schimmernde Gelock und winkt unbekümmert den Sängern einen Dank.
Im Garten sodann erfolgt zeremoniöse Vorstellung aus der sich ergibt, daß die Familie von ihrem steiermärkischen Gute her zu Wiener Verwandten auf längeren Besuch unterwegs sich befindet. Nachbarlich wird gedeckt, und munter gehen Geplauder, Zuruf und Trunkbescheid von Tisch zu Tisch.
Da hebt die Tochter aus der überquellenden Schale den schönsten Apfel:
Nun lassen Sie mich, meine Herren, die graue Schulmeistergeschichte vom goldenen Apfel des Paris einmal umkehren, zum wahrenden Andenken an diesen herrlichen Tag und unser kurzes Begegnen. Diesen lebfrischen Apfel schenken wir dem von Ihnen dreien, der uns das schönste Liedel singt!"
Begeistert springen bie Freunde auf, nur ber Franzi bleibt hocken und murmelt verlegen: „Aber ich hab' heut kein bifferl Singstimme ..."
Da spielst du uns halt dein Lied auf dem Spinett, da hinterm offenen Fenster", wird er nieder-
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Und mit Kling und Klang setzen sich die drei zu munterem Becherlupf, — der Anstieg war weit, beschwerlich und ein rechter Durstwecker. Frische Semmeln, Butter, Honig, Schinken werden herausgezaubert, der Schmaus von manchem Loblied auf den Wirt, die Berge und Klosterneuburg unterbrochen.
Wirt, Wirtin und Magd laufen her und hin, stehen fröhlich mit den Fröhlichen am Gartengatter.
Sie überhören alle völlig das Räderrvllen und fahren überrascht herum, als draußen, fo nahebei, des Postillons Waldhorn ein schmetterndes Grüß
handel verhält sich zum Einzelhandel gemeßen an der Zahl der Betriebe wie 1:6, gemessen an der Zahl der Personen wie 1:3.
In welcher Weise hat sich nun in den letzten acht Jahren, seit der Zählung von 1925, bie gewerbliche Struktur Deutschlands geändert? — Der wirtschaftliche Niedergang, der in der gewaltigen Zunahme der Arbeitslosen seinen sichtbarsten Ausdruck fand, tritt natürlich auch in den Zahlen der Gewerbebetriebe und der beschäftigten Personen in Erscheinung. Und zwar sehen wir hier eine auf den ersten Anblick vielleicht verblüffende Tatsache: Die Zahl der im Gewerbewesen beschäftigten Personen hat zwar, wie zu erwarten, stark a b - genommen, sie ist von 18,4 Millionen 1925 auf 14,4 Millionen 1933 gesunken, die Zahl der Gewerbebetriebe hat fich dagegen um rd. 75 000 erhöht. Freilich erstreckt sich diese Zunahme in der Hauptsache auf Gewerbezweige mit handwerklichem und kleingewerblichem Einschlag, und sie. dürste vor allem daraus zurückzuführen sein, daß eine Anzahl der durch die Krise arbeitslos gewordenen Arbeitnehmer versucht hat, sich s e I b - ständig zu machen. Gütererzeugung und Güter- Verteilung zeigen hinsichtlich der in den letzten Jahren eingetretenen Veränderungen recht erhebliche Unterschiede. Erstere scheint von der Krise weit schärfer betroffen; denn während im Güterverteilungsapparat 1933 noch nahezu ebenso viel Personen beschäftigt werden wie 1925, ist in Industrie und Handwerk die Zahl der beschäftigten Personen um mehr als ein Drittel gesunken. Innerhalb der Gütererzeugung weisen zunächst die Gewerbezweige, die vornehmlich auf den Export eingestellt waren, den größten Rückgang auf. So hat der Zusammenbruch der weltwirtschaftlichen Austausch-
Herr Mode.
Die Männer, die sonst fo gern alle Erfindungen und Schöpfungen für sich beanspruchen, sind auf dem Gebiet der Mode merkwürdig bescheiden, vielleicht weil sie fürchten, daß ihre umfassende Tätigkeit in einem von ihnen als ausgesprochen fraulich bezeichneten Bereich als unmännlich hingestellt werden könnte. Und doch ist es eigentlich nicht richtig, sich die £tobe weiblich vorzustellen, wenn man berücksichtigt, wer seit je an ihrer Entwicklung gearbeitet hat und wer immer wieder unermüdlich neue Formen ersinnt, die bann allerbings von ber Frauenwelt in alle Welt hinaus getragen werden. Zweifellos kommt dem Mann auch in der weiblichen Mode eine große, ja vielleicht entscheidende Rolle zu. Noch heute sind die Leiter führender Modehäuser häufig Männer, wenn sie auch ihre Namen aus verständlichen Gründen gern hinter dem reizvollen Pseudonym einer ihrer Modistinnen verbergen. Sie fühlen sich in allen Einzelheiten ber Frauenkleidung durchaus zu Hause; vielfach bestimmt ein Mann bie Linie ber Figur unb entscheibet barüber, ob bie Röcke kurz ober lang getragen werben sollen, ob diese ober jene Farbe ihre Herrschaft antritt unb noch vieles mehr. Der Juwelier hat ein ausschlag- gebenbes Wörtchen bei ber Gestaltung bes Schmucks mitzusprechen, unb auch in ber Kosmetik kann man sich, wenn man sich an die Wirklichkeit hält, das Symbol der Mode durchaus in männlicher Gestalt oorstellen. Schließlich wird ja auch noch die Frisur, die im Reich der weiblichen Schönheit eine große Rolle spielt, von Männerhänden geformt. Die berühmten Haarkünstler des 18. Jahrhunderts, die vom Haar aus geradezu die Mode bestimmten und wichtige Neuerungen in der Kleiderfrage herbeiführten, sind ein schlagender Beweis für diese entscheidende Stellung des Mannes auf einem Gebiet, das mit stillschweigendem Einverständnis beider Geschlechter stets gern als ein echt weibliches bezeichnet worden ist. Am Hofe der Fürsten ist es auch der Oberzeremonienmeister gewesen, der die Länge der Schleppe und die Tiefe des Dekolletes vorfchrieb. Der Mann sollte sich also ruhig zu diesem Werk bekennen; er müßte dafür allerdings auf bas weiblich ausgenutzte Vergnügen verzichten, von ber Mode ber Dame als von einer Laune bes schwachen Geschlechts zu sprechen.
Die schon norliegenben Ergebnisse ber umfänglichen gewerblichen Betriebszählung vom Sommer 1933 vermitteln ein Bilb von bem gegenwärtigen J.uftanb bes Gewerbes in unserem Vaterland unb er Veränderungen seit der letzten Zählung im J Bommer 1925. Auf den ersten Blick fällt bie || arte Mechanisierung unb Motorisierung unseres Gewerbes auf: Währenb bie Zahl : leer gewerblichen Betriebe 3,5 Millionen, bie in Urnen beschäftigte Personalzahl 14,4 Millionen be- ! trägt, stellt sich die installierte Kraftmaschinenleistung musschließlich Mechanisierung der Verkehrsmittel wie Eisenbahn, Kraftfahrzeuge) auf 24,8 Millionen P*S (Pferdestärke). Nimmt man an, daß ein PS ter Leistung von 10 menschlichen Arbeitskräften imtspräche, so ständen den 14,4 Millionen mensch- ! chen Kräften fast 250 Millionen eiserner Gesel- fen gegenüber. Auf eine menschliche Arbeitskraft imtfailen also beinahe 20 motorisierter „Roboter . Vas ist zwar ein nur grober, aber doch sinnfälliger Ausdruck dafür, wieweit die Mechanisierung und Motorifierung unseres Gewerbes heute vorgeschrit- 'len ist.
Teilt man das gesamte Gewerbewesen in einer- ssits Industrie und Handwerk, d. h. also Güter- i rzeugung, andererseits Handel und Verkehr, .Iso Güterverteilung auf, so besteht hinsicht- isrch der Zahl der Betriebe kein sehr großer Unter - chied zwischen beiden: 1,9 Millionen ober rb. 53 p. H. ber Betriebe gehören zu ersteren, 1,6 Millionen ober 47 v. H. zu letzterer Abteilung. Ein großer Unterschieb zwischen beiben Abteilungen bestehl da- g egen hinsichtlich ber beschäftigten Personen unb noch weit mehr hinsichtlich ber Kraft- I e i ft u n g ber Maschinen. In ber Jnbustrie
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klärt es sich auch, baß sie nur ein Drittel ber in Jnbustrie unb Hanbwerk installierten Kraft- mafd)inenleiftung auf sich vereinigen. Eine weit stärkere Motorisierung zeigen Bergbau, Hütteninbustrie, Maschinenbau unb elektrotechnische Inbustrie. Auf biese, bie wichtigsten Grunbstosfe unb Probuktionsmitte! herstellenben Gewerbegruppen entfällt runb bie Hälfte ber gesamten Kraftmaschinenleistung. Dagegen umfassen biese Gruppen nur ein fünftel des Personals von Jnbustrie unb Hanbwerk. Diese Gegenüberstellung zeigt bie grund- sätzlich anbere gewerbliche Struktur ber Probuk- tionsmittelinbustrie: viel Maschinen, weniger Personen- unb ber Konsumtionsgüter erzeugenden Gewerbe: viel Beschäftigte bei verhältnismäßig geringer Motorisierung. Eine Wirtschaftspolitik, bie einer zu starken Mechanisierung unseres Gewerbes entgegenwirken soll, muß also barauf bebacht sein, burch Steigerung ber Kaufkraft ber großen Massen bie Konsumtionsgüter erzeugenben Gewerbe zu förbern. Unb bie Maßnahmen ber nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik finb auch auf bieses Ziel gerichtet (Stärkung bes Hanbwerker- unb Bauernstanbes, Arbeitsbeschaffungspolitik, Winterhilfswerk usw.)
In ber Güterverteilung nimmt ber W a - renhanbel ben breitesten Raum ein. Neun Zehntel ber im Hanbel unb Verkehr vvrhanbenen Betriebe unb mehr als zwei Drittel ber beschäftigten Personen entfallen auf ben Großhanbel, ben Einzelhanbel unb bas Gaststättenwesen. Das Verkehrswesen bleibt mit seiner Betriebszahl zwar weit hinter bem Warenhanbel zurück, beschäftigt aber immerhin ein Viertel ber im Handel unb Verkehr insgesamt tätigen Personen. Der Groß-
„Drei Fläschle unb brei Becherlein für mich und die zwei Freunde mein, und willst du uns Gesellin sein, willkommen sei, blond's Mägdelein! — ben vierten Becher leib’ i nit, bu trinkst aus allen breien mit--"
Still unb versonnen stapft Schubert hinter Uebermütigen her, schon naht ber Gans-Wirt bem Wein.
Die Lerche wirbelt in ber Luft, unb aus bem tiefen Herzen ruft bie Liebe Leib unb Sorgen."
Laut bankt ihm ber Beifall.
Nun stellt sich Schober gewanbt unb sehr bewußt in Positur, unb hingerissen lauscht bie Runbe ber vollen, geschulten, strahlenb schönen Stimme: „Nur wer bie Sehnsucht kennt, weiß, was ich leibe, allein unb abgetrennt von aller Freube, seh ich ans Firmament nach jener Seite.
Ach, ber mich liebt unb kennt, ist in ber Weite ..."
Es tritt jene feierliche Stille ein, bie echtestes Lob ist: Ergriffenheit.
Nun greifen leise, getragene Töne hinter ihnen bie Melodie des Liedes auf, wandeln sie spielerisch, rauschen silbern auf und ab, jubeln, riefeln, perlen selig umeinander, — wiegende Waldeswipfel träumen hinein, der Bach tänzelt klar, schäumend über moosiges Gestein, — wirbelnd überstürzen sich die Läufe, enden in aufjauchzender Lust.
Sprachlos stehen erst alle, dann gehen sie ans Fenster, hinter dem sie Schubert noch versunken auf dem Schemel sitzen sehen.
„Und was war dies für ein unerhörtes Lied?" „Ja, sag, Franzi, gelt, bas ist was Nelles?" „Na, woher benn", stottert ber und windet sich hilflos, „war denn dös ein Liedl? Fiel mir halt so ein eben, — ich dacht an bie Fischerl heut früh im Bach brunten. Aisbann nennen wir's eben: Die Forelle, bas Liebl, net wahr?"
„Wie, Sie haben das hier, eben, so einfach heraus, aus sich heraus, phantasiert? Da sinb's ja ein Komponist! Ein großer noch bazu!" staunt ber Gutsherr. .
„Stimmt schon", meint gemütlich Franz von Schober, „unser Franzi hat schon viele Lieber komponiert, meist mit Gitarresatz, neuerlich auch Goethes „Erlkönig", unb ben haben wir Freunbe allgernein- sam sogar brücken lassen".
„Unb nun will Dia belli, ber Wiener Musikverleger, Lieberhefte von ihm herausbringen", fällt Moritz Schwinb eifrig ein.
Unb als bas Mäbchen fragt: „Dann sind wohl bie zwei Lieber vorhin auch von Ihnen, Herr Schubert?", bejahen für ihn bie Freunbe.
„Ja, alsbann —", lächelt sie unb springt ins Haus —
Unb legt ben Apfel vor Schubert auf bie Tasten. Unb eh bie Eltern unb Freunbe norm Fenster es recht gewahr werben, schenkt sie bem Fassungslosen einen scheuen, schnellen Kuß auf bie geneigte Stirn.
Eilt hinaus, in den Wagen.
Der Postillon hebt das Horn.
Rasch noch gibt der Gutsherr ben Freunden eine
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Veränderungen in Deutschlands gewerblicher Struktur.
Üon Dr. K. A. von Tyszka, Professor der Staaiswissenschasten an der Universität Hamburg.
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