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Nr. 210 viertes Blatt

Tießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

8amstag,8.5eptember (954

3m Dienste der leidenden Menschheit.

Aus dem Wirken der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen.

Unterrichtsmaterial der Sanitätskolonne. Geräte für den Gasschutz.

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erziehung sich dazu zwingen muß, einmal mit äußerster Sparsamkeit das ihm übergebene Mate­rial zu bearbeiten, zum anderen darauf zu achten, daß auch das kleinste Abfallteilchen in irgendeines Form wieder zur Verwertung gelangt. Notwendig ist dazu aber eine ausreichende Schulung der ein­zelnen Arbeiter, deren geeignete Durchführung eine wesentliche Aufgabe der Betriebsführer sei wird. Aber nicht nur im großen Industrie- oder Ge­werbebetrieb soll dieser Kampf gegen Materialver- geudung durchgeführt werden, ebenso wichtig ist sein Einsatz in den Kleinbetrieben. Wenn auch hier im einzelnen kleinen Betrieb die Summe des an Material Ersparten nicht so groß ist, so wird doch durch die Vielzahl der kleinen Betriebe insgesamt wieder eine Materialsumme erspart wer­den können, über deren eindrucksvolle Größe man­cher Volksgenosse sich nicht klar sein wird. Und was für den Kleinbetrieb gilt, gilt in jeder Hinsicht auch für den Bauernhof. Die Gefahr der Material- Vergeudung ist bei den kleinen und kleinsten Be- trieben wahrscheinlich noch größer, als bei den Werken größeren Umfanges. Manchmal ist es allein die Geringfügigkeit der vergeudeten Materialien, die dann,weil es sich nicht lohnt", dem Wirtschafts, kreislauf verloren gehen.

And doch soll sich jeder Volksgenosse klar dar­über sein, daß aus vielen kleinsten Linzelleil- chen insgesamt wieder eine Menge wird, welche die aus dem Ausland eingeführte Rohstoff­menge um manchen Waggon vermindern kann.

. wurde von der Freiwilligen Sani- latskolonne vom Roten Kreuz in die Chirur­gische Klinik gebracht."

Fast täglich sind diese Worte in den Meldungen unseres Blattes zu lesen. Sie haben ihren Ursprung in einem bedauerlichen Ereignis im Leben eines Menschen und künden die Hilfsbereitschaft einer vorbildlichen Organisation der Nächstenliebe, der Freiwilligen S a n i t ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz Gießen.

Seit über dreißig Jahren wirkt die Sanitäts- kolonne, im November 1903 gegründet, in segens­reicher Weise unter der Flagge des Roten Kreuzes. Beim ersten Unterrichtsabend im November 1903 meldeten sich 52 Mitglieder aus allen Berufs- und Altersklassen. In den folgenden Jahren sank die Mitgliederzahl, bis sie im Jahre 1908 den tiefsten Stand mit 36 erreichte. Don 1909 an war das In­teresse an der Sanitäterarbeit wieder im Steigen begriffen, so daß die Mitgliederzahl bis zum Jahre 1913 auf 60 anwuchs. Während des Krieges waren die meisten Mitglieder zum Heeresdienst eingezogen, die Zahl der in Gießen verbliebenen Mitglieder schwankte zwischen 40 und 60. Nach dem Kriege wurde mit aller Tatkraft der Neuaufbau der Sa­nitätskolonne in Angriff genommen; mit 73 Mit­gliedern wurde im Jahre 1921 gearbeitet, bis 1924 trat ein erneuter Rückgang auf 59 ein, von da ab stieg dann die Mitgliederzahl ständig, über 90 im Jahre 1927, bis auf 130 in der Gegenwart. Ko­lonnenärzte waren von 1903 bis 1905 Stabsarzt Dr. Ehrlich, 1906 bis 1907 Oberarzt Dr. Flath, 1907 bis 1914 Dr. med. Schäffer, 1912 Stabs­arzt Dr. Krankenhagen, feit 1921 Dr. med. Gros, seit 1926 Dr. med. Neumann-Spen­ge l, seit 1931 Regierungs-Medizinalrat Dr. Kor­tüm; die drei letztgenannten Herren sind auch heute noch Kolonnenärzte.

Kolonnenführer waren von 19031904 Brauerei­besitzer rtsch, von 1905 bis 1911 Bahnassistent G Brück, von 1912 bis 1921 Amtsgehilfe Heinr. Balser, seit 1921 und zur Zeit noch Heilgehilfe L Kratz. Seit März 1921 hat die Kolonne ihr Depot im unteren Stock des Hauses Sonnenstraße 2, am Kanzleiberg. Hier war es ihr möglich, sämtliche Geräte und die Verleihanstalt für Bedarfsgegen­stände der Krankenpflege unterzubringen ferner einen großen Raum für Versammlungen, Uebungs- und Unterrichtsabende herzurichten.

Von diesem Depot aus konnte die Kolonne eine von Jahr zu Jahr immer mehr anwachsende- itigkeit im Dienste der leidenden Menschheit entfal­ten. Mit der Einrichtung der Verleihanstalt für Bedarfsgegenstände der Kran- ck e n p f l e g e kam die Leitung der Sanitätskolonne »einem dringenden Bedürfnis der geringer bemittel- tien Bevölkerung entgegen, für die es häufig un- vnäglich ist, die nötigen Materialien selbst anzuschaf- ffen. Es handelt sich dabei natürlich nur um solche oGegenstände, die bei der Krankenpflege g e braucht «verden, nicht aber um solche, die man v e r braucht. Wegen eine ganz geringe Gebühr werden in Er­füllung dieser Aufgabe Krankenfahrstühle, Wasser- Riffen, Luftkissen, Eisbeutel, Fieberthermometer, Krücken, Schienen usw. usw. ausgeliehen. Auf die­sem Wege hat die Sanitätskolonne schon vielen Fa­milien die Pflege ihrer Kranken wesentlich erleich- ert. Daneben wuchs die Inanspruchnahme der

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Großer Rettungskasten.

rankentransporteinrichtung von Jahr j Jahr immer mehr an. Zur einwandfreien Er- s illung dieser Aufgabe mußte die Kolonne im Laufe [ter Jahre neben den durch Menschenkraft beweg- lchn Fahrgeräten noch mehrere Kraftfahrzeuge in Siienft stellen, wobei sie darauf sah, daß ihre Kran- kintransportautos immer den neuesten Anforderun- g! n des Sanitätsdienstes entsprechend eingerichtet niirben. Es vergeht kaum ein Tag, an dem gerade drser Teil des Kolonnendienstes nicht mehrere la le in Anspruch genommen wird. Dabei erstreckt sitz der Transportdienst nicht nur auf das Gebiet b-ir Stadt Gießen und deren nähere Umgebung, l'cnhern auch auf die ganze Provinz Oberhessen, ja läufig sogar auf weite Entfernungen; erst in jüng- fhtr Zeit hatte unsere Sanitätskolonne mit ihren urtrefflich ausgestatteten Sanitätsautos wieder L.ankentransporte nach Kissingen, Hannover usw. ^szusühren. Die Inanspruchnahme der Kolonnen-

einrichtungen für derartige Ferntransporte, wie auch ihre häufige Heranziehung zu Krankentrans­porten aus allen Teilen der Provinz Oberhessen und der benachbarten preußischen Gebiete ist Beweis dafür, wie sehr die von ihrer Führung tatkräftig und vorbildlich ausgebildete und ausgerüstete Ko­lonne allenthalben geschätzt wird. Neben diesen Auf­gaben geht die vielfältige Hilfeleistung der Kolonne bei Unfällen, Krank­heiten usw. in kleinerem Rahmen un­unterbrochen mit Einsatz aller Menschenkraft und Materialhilfe einher. Wie ausgedehnt der Dienst der Gießener Sanitätskolonne seit ihrer Neuorga­nisation im Jahre 1921 bis heute sich gestaltet hat, beweisen einige wenige Zahlen: Seit 1921 bis jetzt verzeichnet die Kolonne über 4 1 0 0 0 Hilfe- lei ft ungen, 17 860 Transporte von Kranken und Verletzten, davon nahezu 500 Transporte von Jnfektionskranken und rund 900 Transporte von Nerven- und Geisteskranken, ferner rund 3800 Ausleihungen von von Krankenpflegegeräten. Weitere Aufgaben erblickte die Kolonne in der Ausbildung ihrer Mitglieder im Rettungsschwimmen,

in der Tätigkeit als Hilfsdesinfektoren, als Hilfskrankenpfleger und im allge­meinen Rettungsdienst.

Wie vielseitig die Möglichkeiten der Hilfeleistung durch die Gießener Sanitätskolonne find, lehrt ein Blick auf ihren Gerätebefitz. Die Kolonne hat u. a. zur Verfügung: 4 Sanitätsautos, 4 fahrbare Krankentragen, 10 Krankenfahchühle, 20 Kranken- tragen, eine Anzahl großer Rettungskasten und Verbandtornister, 2 Rettungskasten, deren Inhalt nur für Aerzte bei Hilfeleistungen bestimmt ist, alle modernen Schutzgeräte zur Rettung von Gasgefähr­deten (u. a. 3 Sauerstoffapparate, 1 Wiederbele­bungsapparat), 1 großes elektrisches Scheinwerfer­gerät und einige Benzin-Glühlampen zur Verwen­dung bei großen Unfällen in der Nacht. Die Verleih­anstalt für Bedarfsgegenstände der Krankenpflege ist mit einer großen Anzahl Geräte der verschiedensten Art ausgerüstet. Eine Vorichtung zur Desinfektion der gebrauchten tragbaren Krankenpflegegeräte ist dem Depot angegliedert. Die Krankenautos werden durch einen Desinfektionsapparat, der in den Wagen gestellt wird, nach jedem Transport von Jnfektionskranken gereinigt.

Einer der Hauptträger dieses Kampfes gegen die Materialvergeudung ist außerdem die deutsche Hausfrau. Ein großer Teil der deutschen Wa- renmenge geht durch die Hände der Hausfrau. Und wenn die in jedem einzelnen Haushalt nutzlos ver­tanen Sachwerte auch noch so gering sind, so über­lege man sich doch, was diese Menge bedeutet, wenn man sie 15 Millionen mal vermehrt. 15 Millionen Haushaltungen gibt es in Deutschland und an die­sen 15 Millionen Stellen kann zum Gelingen dieses 100-Tage-Kampfes wesentlich beigetragen werden. Wie oft muß man es erleben, daß ein Stück Tuch irgendwelcher Art einfach ins Feuer geworfen wird, daß unter Umständen ganze Bekleidungsstücke, nur weil sie alt und unansehnlich geworden sind, ver­nichtet werden. Hier setzt deine Aufgabe ein, deut- sche Hausfrau!

Richts darf mehr vernichtet werden. Immer wieder gilt es, darüber zu wachen, daß auch das kleinste Stückchen Abfall irgendwie wieder verwertet wird.

Dabei wird auch der in letzter Zeit fast verschwun­dene, in früherer Zeit bei den Kindern so beliebte Lumpensammler" wieder in Tätigkeit treten. Wer hätte je gedacht, daß diesem Manne noch einmal eine solche Bedeutung zukommen würde. Wie not­wendig die Zielsetzung des Kampfes gegen Materialvergeudung ist, sollen uns die folgenden Zahlen beweisen: Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind folgende Rohstoff- mengen eingeführt worden: 213000 Tonnen Baum­wolle, 119 000 Tonnen Wolle, 112 000 Tonnen Flachs, Hanf und Jute, 244 000 Tonnen Kupfer, 123 000 Tonnen Zink, 35 000 Tonnen Kautschuk, 1 086 000 Tonnen Mineralöle u. a. m. Angesichts dieser Zahlen ist jede weitere Kommentierung des 100-Tage-Kampfes gegen Materialvergeudung un­nötig. Jeder deutsche Volksgenosse sollte seinen Stolz darin setzen, die g r ö ß t m ö g 1 i ch st e Leistungsfähigkeit deutscher Volks, kraft unter eindrucksvollen Beweis zu stellen!

Nicht wegwerfen! WertvottesVotksgut!

Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben:

Wenn man den Wert der täglich unnötiger Weise verlvrengehenden Rohstoffteile in der gesamten in­dustriellen Erzeugung, im Handel und Verkehr zu- arnmenrechnen könnte, würde man auf eine Zahl kommen, die jedem Volksgenossen unfaßbar erschei­nen müßte. Denn es ist doch tatsächlich so und diese Fälle ereignen sich täglich, ja stündlich in jedem Betrieb, in jeder Werkstatt, in jedem Haushalt daß etwas weggeworfen wird, was noch wertvoll ist, daß Werkstoffteile verschwendet und nicht nutz­bringend verwandt werden. In Industrie und Hand- werk, Handel und Gewerbe und vor allem auch im Haushalt sind noch Organisationsfehler anzutreffen, die eine verschwenderische Verwertung des Materi- als begünstigen und die unbedingt abgestellt werden müssen.

Wir müssen heute dafür sorgen, sei es durch eine verbesserte Organisation in den Betrieben, sei es durch persönliche Aufmerksamkeit in jedem einzel- nen Fall, daß Roh- und Werkstoffe nicht verschwendet werden, sondern daß, um nur ein Beispiel herauszugreifen, nur so viel Draht von der Rolle abgeschnitten wird, als für die Arbeit notroenbig ist. Das setzt natürlich voraus, daß sich eher Volksgenosse mit diesen Ueberlegungen be- chäftigt und daß er ernsthaft prüft, wo eine 23er» chwendung von Material oorliegt. W i r haben keinerlei Anlaß, Material zu ver- geuden. Das heißt aber nicht, daß wir an Mate­rial sparen sollen, da wo es notwendig ist, sondern mit diesem Aufruf, der in den nächsten Tagen durch ämtliche Tageszeitungen gehen wird, beabsichtigt die Gesellschaft für Organifation* E. 23. lediglich, Verlustquellen aufzuspüren und sie sofort zu chließen. Hundert Tage sollen diesem Zweck dienen! Hundert Tage lang soll jeder Volksgenosse an seinem ihm in der Wirtschaft zugewiesenen Platze Mitarbeiten, daß der Auf wand vermindert und damit eine Steigerung der Lei. stungsfähigkeit erreicht wird.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen steht den Firmen des Bezirks mit Auskunft und Mate­rial zur Verfügung.

Hundert Tage Kampf gegen b i e M a . terialoergeubung, Mitarbeit i st na« tionale Pflicht!

Daten für Samstag, 8. September.

1767: ber Dichter August Wilhelm von Schlegel in Hannover geboren (gestorben 1845); 1778: ber Dichter Clemens Brentano in Ehrenbreitstein ge­boren (gestorben 1842); 1804: ber Dichter Ebuard Mörike in Lubwigsburg geboren (gestorben 1875); 1831: ber Dichter Wilhelm Raabe in Eschers- Hausen geboren (gestorben 1910).

Die Sanitätsautos der Gießener Kolonne

lOO-Tage-KampfgegenMienalverschleiideriing

Von Wilhelm Spieker.

Entgegen jeder Vernunft und trotz aller Erklä­rungen ber nationalsozialistischen Regierung über ihre Bereitwilligkeit, an der Ordnung der wirtschaft­lichen Beziehungen der einzelnen Länder unterein­ander mitzuarbeiten, hat das Ausland nichts unver­sucht gelassen, um die deutsche Abhängigkeit von mancherlei ausländischen Rohstoffen in einer ge­radezu hohnsprechenden Art für sich auszunutzen. Die deutsche Regierung ist frei von jeder Sentimen­talität. Sie weiß, daß es das oberste Gebot jeder Regierung ist, zuerst für das Wohl der Angehörigen des eigenen Volkes zu sorgen. Trotzdem gibt es im­mer Mittel und Wege, einen Ausgleich zwischen den Interessen ber einzelnen Länder untereinanber zu finden. Aber man muß angesichts ber Haltung wei­tester Kreise des Auslandes annehmen, daß sie alau- ben, Deutschland immer noch als oielbegehrtes Aus­beutungsobjekt betrachten zu können. Ja, es scheint die mehr ober weniger geheime, stille Hoffnung mancher Länber zu fein, daß bie gewaltige völkische Erneuerung in Deutschland an ben wirtschaftlichen Schwierigkeiten zerbrechen werbe, unb daß, je mehr Schwierigkeiten man Deutschland in dieser Hinsicht bereite, desto eher der Zusammenbruch des natio­nalsozialistischen Staates zu erwarten sei.

2Uan hat eingesehen, baß der deutsche Staat von heute inerlich so fest geschloffen ist, daß innerpolitische Schwierigkeiten einfach nicht mehr möglich sind. Und so schenkt man willig Emigrantenkreise Gehör, die mit allen Mit­teln gemeinster Sabotage die Ausfuhr deutscher waren ins Ausland verhindern wollen. Gegen­über allen Maßnahmen des Auslandes aber, die geeignet sind, die deutsche Ausfuhr zu er­schweren, hat der Kanzler des Deutschen Reiches eindeutig erklärt, daß dann das deutsche Volk sich aus eigener Kraft helfen werde und durch das Genie und die Tatkraft seiner Erfinder und durch den unbändigen willen seiner Angehöri­gen Mittel und Wege finden werde, sich von der Rohstoffzufuhr aus dem Auslande unab­

hängig zu machen, sobald seine Ehre und sein Lebensinteresse solches erfordern würden.

Das Ausland hat es nicht anders gewollt, denn es hat durch den Boykott deutscher Ausfuhrwaren diese Stellungnahme herausgefordert. Ohne Ausfuhr ist eine Bezahlung ausländischer Rohstoffe nicht mög­lich. Allein die Erklärung des Kanzlers hat bewirkt, daß manche Wirtschaftskreise im Auslande sich end­lich darüber klar geworden sind, daß es auch für sie ein verteufelt schlechtes Geschäft bedeuten würde, wenn sie sich durch den Boykott deutscher Ausfuhr­waren um das eigene Geschäft der Rohstoffliefe- rungen nach Deutschland bringen würden. Gegen­über den aber immer noch erfolgenden Angriffen und Boykottmaßnahmen sieht sich das Volk zur S e l b st h i l f e gezwungen.

Darum wird von derGesellschaft für Organisa­tion" in diesen Tagen ein Kampf eingeleitet, der 10 0 Tage hindurch systemtisch jede Materialvergeudung verhindern soll. DieGesellschaft für Organisation" hat zu diesem Zweck Richtlinien herausgegeben, die jeder Betrieb sich anforbern kann. Auf Grund genauer Erhebun- gen soll während dieser 100 Tage festgestellt wer­den, welche Materialmengen erspart werden kön­nen, die sonst nutzlos vergeudet werden. In erster Linie ist dabei an die größeren Industrie- und Gewerbebetriebe gedacht. Bei den riesigen Materialmengen, die Tag für Tag in den Großbetrieben verarbeitet werden, kann es nicht schwer sein, Mengen einzusparen, die zusammen­gerechnet unsere Einfuhr nicht unwesentlich ver- mindern. »

Angesichts der angespannten Lage der wirt­schaft in aller wett ist es unbedingt notwendig, daß wir in unserer deutschen wirtschaft alle Verlustquellen verstopfen, die irgendwie werte nutzlos verschwinden lassen.

In der Hauptsache wird die Durchführung des 100- Tage-Kampfes auf den Schultern des einzelnen Arbeiters liegen, der durch straffste Selbst­