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Nr. 210 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

8amstag. 8. September (934

SS. und SA. fahren nach Aiimberg

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Daheimbleibenden die Abfahrt vonstatten. Heute mittag 12,53 Uhr trifft der Sonderzug in Nürnberg |

Hitler-Jugend, Bann 116 Gießen.

alsFallobst" deutlich zu kennzeichnen ist und

und fördern oder vernichten! Der große Krieg! Philipp Hördts WerkDer Durchbruch der Volk- kannte höchstes Heldentum, weil die Liebe zu Volk heil und die Schule". Der Redner gedachte zunächst

bis auf weiteres verboten. Ausge- Volkstums, feine Untermifcbung mit art- und vaffe- diefem Verbot ist das Fallobst, das! fremden Elementen unter Umständen dessen Unter-

Gemäß Anordnung der Reichsjugendführung sind Ünterschdetten^r7°Die Millimeter nicht

in ehrenden Worten des Menschen Hördt, der den Durchbruch zur Volkheit, für die er gekämpft, nicht mehr erlebt hat. Er gab sodann einen Ueberblick über die philosophischen Richtungen und kam mit Hördt zu dem Ergebnis, daß es notwendig ist, neben dem Lernen, das gerade heute nicht mehr entbehrt werden kann, die Jugend hineinzustellen in das volle Leben der Gemeinschaft. Da die Fra­gen des Gemeinschaftslebens politischer Natur sind, muß die Schule politisiert und ausgerichtet werden auf Volk und Staat. Die Bedingungen für die Exi- stenz des Phänomens Schule wurden nachgewiesen, die Revolutionen der Gesellschaft und ihre Auswir­kungen auf die Schule besprochen. Ausblicke auf die Umgestaltung des französischen Schulwesens durch die große Revolution, des russischen durch den Bol­schewismus führten zur Geschichte des deutschen Bildungswesens und dessen Kritik. Insbesondere wurde die im 18. Jahrhundert herrschende Auffas­sung, daß vom Einzel-Jch der Aufschwung unmittel­bar zur Menschheit führe, scharf abgelehnt, dagegen die These vertreten, daß es keinen XLijpMensch an sich" gibt, sondern nur Menschen, die die körper­lichen und geistigen Merkmale einer ganz bestimm­ten Menschengruppe wesenhaft an sich tragen. Des­halb muß das Volkstum im Mittelpunkt aller Er­wägungen stehen. Echtes Volkstum führt von selbst zur Ablehnung imperialistischer Eroberungspolitik, da die Vergrößerung eines Staates auf Kosten des

Gestern nachmittag und heute in den frühesten Morgenstunden erlebte unsere Stadt die Abfahrt der SS. und der SA. zum Reichspartei­tag in Nürnberg. Den schwarzen und den braunen Kampfern des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wurde auch bei dieser Gelegenheit von zahlreichen Volksgenossen bekundet, wie stark die Sympathie ist, die man ihnen entgegenbringt.

Die Formationen des Abschnittes 30 der SS. waren seit einigen Tagen in der Turnhalle in Heuchelheim einquartiert, von wo aus gestern nachmittag der Abmarsch zum Gießener Bahnhof angetreten wurde. Der Marsch ging von Heuchel­heim durch die Rodheimer Straße, dann in Ab­änderung der gestern angekündigten Marschstraßen

Nach kurzen Mitteilungen des Kreisfachschafts­leiters sprach Studienrat Erich Schmidt über

tum, nicht zu dem Heldentum, das Worte und Ruhm sucht, sondern schweigend durch sich selbst spricht!

Deutscher Volksgenosse! Der Lebenswille deines Volkes geht dich selbst an! Die deutsche Fliegerei kennt nur eines: dein Volk! hilfst du ihr, dann hilfst du auch deinem Volke! Werde witglied im Deutschen Luftsport-Verband!

Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952.

Verkaufsverbot für Winteräpfel

Gießen, Asterweg 27, für die obengenannte Zeit geschlossen. Dringende Angelegenheiten können nur nach vorherigem schriftlichem Gesuch behandelt werden.

durch die Neustadt, untere Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebig- straße, obere Bahnhofstraße zum Bahnhof. Die For­mationen standen unter dem Kommando des SS.- Oberführers Unger-Kassel. Unter Vorantritt der SS.-Standartenkapelle 83 marschierten die schwar­zen Kolonnen strammen Schrittes, ihre ehrwürdigen Fahnen voran, durch die Straßen, dabei begleitet von einer ansehnlichen Menschenmenge, die den Fah­nen und den Kolonnen gerne ihren Gruß dar­brachte. Auf dem Bahnhofsplatz hatte sich eben­falls eine stattliche Menschenmenge versammelt, die mit großem Interesse dem Abrucken der For­mationen zum Zuge und dann auch der Abfahrt zusah.

Die Nürnbergfahrer der SA. - Standarte 11 6 traten heute früh um 4 Uhr im Hofe des Standartengebäudes am Landgraf-Philipp-Platz an. Mit ihnen versammelten sich die Nürnbergfahrer der Standarte 254, die gestern abend gegen 19.30 Uhr von Lauterbach hier angekommen waren und nach der Ueberführung ihrer Sturmfahnen in das Standartengebäude Quartier bei hiesigen SA.-

Die Nürnbergfahrer der SS. in der oberen Bahnhofstraße am Bahnhofsplatz (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

DerDeutsche Reichsanzeiger" Nr. 208 vom 6. September veröffentlicht eine Anordnung des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen über ein Verkaufsver- bot für Winteräpfel. Danach ist der Kleinverkauf, das Feilbieten und Feilhalten von Winteräpfeln auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im

und Vaterland zur größten Tat befähigte, weil es um Sein oder Nichtsein des Volkes ging. Die Novemberrevolte 1918 verleugnete Heldentum und den Willen zu ihm und machte Feigheit, Lüge, Verrat zuTugenden" eines großen Volkes. Bis Adolf Hitler den Lebenswillen einer ganzen Nation wieder zum Erwachen brachte.

Fliegen ist ewig ungebrochener Wille zur Tat und damit zum Helden-

ein, dann wird von den Nürnbergfahrern der Marsch zum Zeltlager Langwasser angetreten.

Heil Hitler!

Die Bannführung 116 der HI.:

I. A.: W i l l i H a n k e, Bannschulungsleiter.

Wille zum Heldentum.

Heldentum: entweder ist es im Menschen tief verankert oder nicht! EinVielleicht" kennt Helden­tum nicht! Es ist unerhörter Kraftquell im Kampf um eine große Sache und für eine große Sache! Heldentum wohnt immer da, wo nur Kampf eine Entscheidung bringen kann. Ueberall findet es sich: dort im Kampf mit den Sorgen des Lebens, hier im Kampf gegen die Natur und ihre Gewalten; tausendfältig begleitet es den Weg des Menschen, der Völker!

Durch Amnestie von Strafe befreit.

Auf Anfrage bei der hiesigen Iustizpressestelle nach dem bisherigen Ergebnis der Amnestie auf Grund des Gnadengesetzes, das die Reichsregierung anläßlich der Vereinigung des Amtes des Reichs­präsidenten mit dem des Reichskanzlers in der Hand des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler erlassen hat, hören wir, daß bei den Gießener Ge­richtsbehörden bisher rund 3000 Personen durch die Amnestie begnadigt wurden. Die Nachprüfung wei- terer Anklagen ist im Gange, und es ist wahrschein­lich, daß sich die Zahl der Amnestierten noch etwas erhöhen wird.

NSLB., Fachschaft 2 (Höhere Schule )

** Personalien. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Die am 27. Juni 1933 nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums vom 7. April 1933 ausgesprochene Dienstentlassung des Oberarztes bei der Landes- Heil- und PflegeanstaltPhilippshofpital" bei God- delau, Medizinalrat Dr. Adolf Schneider, wurde durch Urkunde von 29. August 1934 in eine Ruhe- ftandsversetzung nach § 6 des gleichen Gesetzes um­gewandelt. Die nach § 4 des Reichsgesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 erfolgte Entlassung des Oberstudien­direktors Ludwig Poepperling, ehemals Stu- d i e n r a t an dem Adam-Karrillon-Gymnasium zu Mainz, wird zurückgenommen. Die von der Hessi- schen Regierung unterm 28. April 1933 nach § 5 21bf. 1 des gleichen Gesetzes ausgesprochene Ver­setzung an das Adam-Karrillon-Gymnasium in Mainz bleibt aufrecht erhalten. Die nach § 4 des Reichsgesetz vom 7. April 1933 erfolgte Dienst- entlassung des ordentlichen Professors in der philoso­phischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Dr. Paul M o m b e r t wird in eine Ruhestandsver­setzung nach § 6 des gleichen Gesetzes umgewandelt. Der Polizei-Chefarzt Dr. med. Hermann Gal - I u s zu Darmstadt wurde gemäß Artikel 17 des Ge­setzes über die Schutzpolizei vom 20. Juli 1923 auf seinen Antrag mit Wirkung vom 1. August 1934 aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen.

** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird un­mitgeteilt: Der ordentliche Professor der Landwirt­schaft mit dem Lehrauftrag für Tierzucht an un­srer Universität, Dr. Hermann K r a e m e r, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 an in den Ruhestand versetzt.

** Lehrauftrag an der Frankfurter Universität. Der Prioatüozent an der Uniosr,

Kameraden bezogen hatten. Ferner waren noch die Nürnbergfahrer der Motor standarte 14 7 Zum Abmarsch angetreten. Pünktlich um 4 Uhr stan­den die drei Gruppen zum Marsch bereit, an der Spitze den Musikzug der Standarte 116 unter Lei­tung des Musikzugführers Herrmann und die Fahnengruppe der Standarte 116. Die Standarte 254 führte an ihrer Spitze ebenfalls die Fahnen­gruppe mit sich. Wenige Minuten nach 4 Uhr gab der Führer der Standarte 116, Obersturmbannfüh­rer Lutter, den Befehl zum Abmarsch, der unter seinem Kommando, mit klingendem Spiel voran, über den Brandplatz durch die Sonnenstraße, Kreuz­platz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße zum Bahnhof erfolgte. Zahlreiche

Volksgenossen, die sich schon am Standartengebäude zur Begrüßung der abrückenden SA. eingefunden hatten, gaben den braunen Kolonnen das Geleite zum Bahnhof und verweillen in der Bahnhofshalle bzw. auf dem Bahnsteig bis zur Abfahrt. Am Bahn­hofsplatz, gegenüber vom Cafe Schwarz, schwenkte der Musikzug 116 nach links ein, um bei schneidiger Marschmusik die abrückenden Formationen vorbei- marschieren zu lassen. In kurzer Zeit war dann die Bahnsteigsperre passiert, die Nürnbergfahrer hatten im Handumdrehen den auf Bahnsteig 1 stehenden Sonderzug bestiegen, während der Musikzug auf dem Bahnsteig Aufstellung nahm und hier bis zur Abfahrt des Zuges noch durch mehrere flotte Marsche erfreute. Nachdem Standartenführer L u t- ter wenige Minuten vor der Abfahrt noch einmal den Sonderzug abgeschritten hatte, um sich von der ordnungsmäßigen Verladung zu überzeugen, dann ebenfalls den Sonderzug bestieg, ging punkt 5 Uhr, roie vorgesehen, unter herzlichen Abschiedsrufen der

gang herbeiführen kann. Indessen wird die Zu­kunft eines Volkes nicht durch den Nachwuchs an sich gesichert, vielmehr gilt es, den aus Blut und Bluterbe erstandenen Rohstoff mit dem geistigen Gehalt des Volkstums zu erfüllen. In dem durch kriegerische Erfolge verblendeten Bismarckreich war die seelische Nationalwerdung nicht genügend ge­sichert. Wesensfremde Einrichtungen und Grundsätze haben in den Zeiten der Not feinen Untergang de- -schleunigt. An uns ergeht die Mahnung, das Ver­säumte nachzuholen, immer mit dem einen Ziel im Auge: Deutschland!

Neues Schmuckstück der peiruskapelle

Die Petruskapelle, die jüngste evangelifche Got­tesdienststätte Gießens, ist dieser Tage um ein we­sentliches Stück in ihrer inneren Ausstattung be­reichert worden. Der Frauenverein der Petrus- gemeinde hat ein schönes Lutherbild gestiftet, das an der Nordwand der Kapelle feinen Platz ge­funden hat. Es handelt sich um das bekannte Bild von Karl Bauer (Luther mit beiden Händen die Bibel umklammernd), das, von einer hiesigen Kunst­handlung äußerst geschmackvoll gerahmt, eine Zierde und ein Schmuckstück der Kapelle darstellt. Wenn bie Petruskapelle auch klein ist und die Enge des Raumes besonders an Festtagen von der Gemeinde schmerzlich empfunden wird, so ist ihre innere Aus­stattung, die durch das Lutherbild nun eine so we­sentliche Ergänzung erfahren hat, doch durchaus würdig und weihevoll zu nennen. Erwähnt sei noch, daß in diesem Jahre auch zwei neue Altarbeklei- dungen durch den Frauenverein der Gemeinde be­schafft wurden.

Lernt stenographieren

Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, schreibt uns: Die Kurzschrift bis zur wirk­lichen Beherrschung zu erlernen, ist das Gebot der Stunde, denn von allen Behörden und allen Wirt­schaftszweigen wird ihre Kenntnis als Selbstver­ständlichkeit vorausgesetzt. Es ist also ganz undenk­bar, daß heute noch jemand ohne sie auskommt. Wer die Absicht hat, die Kurzschrift zu erlernen bzw. sich in ihr zu vervollkommnen, fei auf den am Montag, 10. September, in der Pestalozzischule beginnenden Anfängerlehrgang der Deutschen Stenographenschaft aufmerksam gemacht. Der Ver­vollkommnung dienen die am gleichen Abend be­ginnenden acht weiteren Fortbildungs-, Redeschrift- und Diktatkurse. Näheres ist aus der heutigen An­zeige zu ersehen.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 8. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klaffe S 11, Klaffe A 10'/-, Klaffe B 10, Klaffe C 91/, Klaffe D 8V-, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 dis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15, Zwiebeln 12, Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, das Pfund 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 4, Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 35, Birnen 8 bis 12, Zwetschen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken, 100 Stück 50 bis 70, Endivien, das Stück 10 bis 15, Ober­kohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, Bündel 10 Pf.

<>orii Veiten

Aus Oer Provinzialhauptstadt. Herbst.

Von Reinhold Braun.

O du liebe Herbstgebärde, daß ich deiner inne werde: Still und klar in feiner Welt reifen, wo man hingestellt!

Und das Glück dann, tief und rein: Schenkend ein Beschenkter fein!

Mit Weib und Kindern stand ich unter einem blühenden Obstbaum im Frühling. Wie unter einem weißen Zelte standen wir, das ganz von Sonne durchlichtet war. Es ist ein wohltuendes Beginnen und kann für das Herz bedeutsam fein, besonders bann, wenn es in einer Gemeinsamkeit geschieht, in einen blühenden Baum hinaufzuschauen.

Als der Herbst da war, taten wir das Gleiche. Jetzt aber mußten wir uns bücken, um unter den Baum zu treten, so tief hingen seine Aeste herab; denn schwer war er mit Früchten beloben.

Die Jungen und wir sahen: Was der Baum ver­sprochen, das hielt er. Wohl hatten unsere Treue und Pflege dabei das Ihre getan. Aber was hätten sie genützt, wenn der Baum nicht gewollt hätte. Und wenn Gottes Segen nicht gewesen wäre!

Wind stürmte daher. Die fruchtschweren Aeste wiegten sich hin und her. Es war wie eine Gebärde ber Bedachtsamkeit, wie man sie auch an reifen Menschen erleben kann, wenn sie in einem Schick­sals-Sturme stehen. Ost sind Oberflächlich-Betrach- tende schnell mit dem Worte dabei und nennen es: Schwerfällig.

Ich wies meine zum Nachsinnen willige Jugend auf das besondere in diesem Jahre augenfällige Nie­derhängen der Zweige hin. Welch ein Gewicht trug jeder Ast! Welch eine kraftvolle Biegsamheit offen­barte jeder! Bei den Menschen nennen wir es oft leichthin: Schlaffheit! Und es ist doch manchmal nur eine edle Klugheit, die Klugheit einer zähen, bis ins Mark gefunden Liebe. Wenn wir uns doch mehr Mühe geben wollten, tiefer zu blicken und zu sehen, wie schwer mancher zu tragen hat! Er macht kein Aufhebens davon und gleicht in seinem Stillsein dem fruchtschweren Aste.

Ein das Heldische erstrebende Zeitalter liebt ins­gemein nicht das Wort: Demut. Aber gibt es nicht auch eine Demut der Kraft! Eine starke, lichte De­mut des Reifseins! Eine Demut, die innerer Größe entspringt! Nicht die Hochfahrenden schaffen die gro­ßen Werke, sondern die Gottesmutigen.

Gottesmut und Demut aber hängen aufs innigste zusammen. Ihr lieben Jungen, ihr sagtFrüh­ling!" zu eurem Leben! Sagt es hell und stark und mit reinen Sinnen! Zeigt euch wert eures Lebens- Lenzes! Freut euch feiner! Sehrt, Vater und Mutter und viele ihrer Freunde sagen nun schonHerbst" zum Leden ...

Gott hat Herbst gesagt!" So wird es auch in eurem Leben einmal sein. Fröhlich wollen wir, eure Eltern,Herbst!" sagen, weil es Gottes Wille und unseres Lebens Gesetz ist.

Es ist einem Menschen nicht gut und steht ihm nicht wohl an, im Herbst des Daseins immer noch den Frühling darstellen zu wollen oder ihm nach-

Tageskalender für Samstag. NS.» Knegsopferoersorgung, 20.30 Uhr, Cafe Leib, Mit- gllederoersammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof- straße:Die Csardasfürstin". Deutsche Steno- arafenschaft, 20 Uhr, Karlsruhe, Familienfest. Aquarien- und Zierfischverein, 9 bis 21 Uhr, Hotel Köhler, Werbeschau. Cafe-Restaurant Rheingold, 20 Uhr, Unterhaltungs-Konzert.

Tageskalender für Sonntag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Csardasfürstin". Lukas-Gemeinde,Liebigshöhe", 15 Uhr, Gemeinde- tag. Aquarien- und Zierfischverein, Hotel Köhler, 9 bis 21 Uhr, Werbeschau. Cafe-Restaurant Rheingold, ab 17 Uhr, Unterhaltungs-Konzert. i Hotel Hindenburg, 15 Uhr, Schach-Wettkampf Gie- ßen^-Wetzlar. Schützenverein Gießen, ab 15 Uhr, Becherschießen. Liebigshöhe, 20 Uhr, Tanz.

Der Kreis-Obst- und Gartenbau« verein^ Gießen hält am Samstag nächster Woche, 15. Septynber, feine Hauptversammlung ab. Näheres in der heutigen Anzeige.

von Gartenbauerzeugnissen .... v ... für ihr Gebiet als Winter­

apfel in Betracht kommenden Aepfelsorten bekannt. Gleichzeitig werden sie durch diese Anordnung er­mächtigt, innerhalb ihres Gebietes Termine festzu­fetzen, vor denen Winteräpfel bestimmter wichtiger Sorten nicht geerntet werden dürfen.

zutrauern. Aber es ist auch wider den Geist, im Frühling schon mit Reife prahlen zu wollen, die keine ist. Alles hat feine Zeit, und für alles kommt die Zeit. Alles muß wachsen und den Sturm erfahren und mancherlei Glut.

Daß jeder fröhlich gegenwärtig fei in feiner Jah­reszeit! Das baut am besten einen Charakter, baut am besten eine Gemeinschaft und ein Volk.

Jeder Jahreszeit des Lebens und der Lebenden ihre Ehre! Jeder Jahreszeit fei mit Ehrfurcht be­gegnet! Reicht einander die Hände, wie wir es tun, die lieben Jungen und wir, unter dem gesegneten Baum ...

Letzte Mahnung zur Bekämpfung des Gtraßenlärms.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns ge­schrieben:

Die mit der Verkehrs-Erziehungswoche verbun­dene Bekämpfung des Straßenlärms hat kaum einen Erfolg gehabt. Immer noch ertönt besonders das ohrenbetäubende Auspuffgeknatter der Motorräder und frieinlieferroagen; teilweise noch stärker als bisher. Das muh seht aushörent wer nicht von selbst Rücksicht auf die Allgemeinheit nehmen will, muh dazu gezwungen werden. Den Eigentümern bzw. Fahrern aller Kraftfahrzeuge wird hiermit letzte Frist gegeben, um ihre Fahrzeuge in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen, so daß sie keinen übermäßigen Lärm mehr machen. Von Ende September ab wird die Polizei besonders auf diesen Punkt achten und streng gegen Verstöße vor- gehen, wenn nötig, werden die betroffenen Fahrzeuge bis zur Beseitigung der Mängel außer Betrieb gesetzt werden. Die Schuldigen haben empfindliche Strafen zu erwarten.

Behörden und Erholungsreisen mitKraft durch Freude".

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kul­tus, Kunst und Volkstum gibt folgenden Erlaß an sämtliche unterstellten Behörden bekannt:

Der Herr Reichsminister der Finanzen hat ange­ordnet, daß den Teilnehmern an Erholungsreisen der OrganisationKraft durch Freude" der be­nötigte Urlaub auf den tarifmäßigen Erholungs­urlaub anzurechnen ist. Daher kommen nur solche Arbeiter, Angestellte usw. als Teilnehmer in Frage, denen noch ein entsprechender tarifmäßiger Erho­lungsurlaub im laufenden Rechnungsjahr zur 'Verfügung steht. Eine Anrechnung auf den für das lUrlaubsjahr 1935 zustehenden tarifmäßigen Er­holungsurlaub ist nicht angängig, da die zusätzliche Bewährung von Urlaub in einem Urlaubsjahr auf Kosten des folgenden mit den dienstlichen Belangen »richt vereinbar ist.

Deutsche Arbeitsfront.

ns. - GemeinschaftKraft durch Freude". Kreis Gießen.

Hamburg-Seefahrt vom 8. bis 16. September.

Tat wird nicht geboren aus Zögern, Zagen und Furcht, sondern nur aus dem Willen zu ihr! Heldentum ist immer nur Tat. Deshalb kann man den Willen zum Heldentum durch Erziehung stärken

Die Karten für diese Fahrt müssen sofort bei uns »bgeholt werden. Der Zua fährt am Samstag, 3. September, ab Bahnhof Gießen, 22.32 Uhr Bahnsteig I.

Schwarzwald.-Fahrt

vom 15. bis 23. September. , nur xuoajennu

Die Fahrtkosten von 28,50 Mark sind baldigst aus Strahenhandel tnferer Geschäftsstelle einzuzahlen, Inommen von